Posts mit dem Label Gibert Joseph werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gibert Joseph werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 19. April 2012

Mariee Sioux, Paris, 18.04.12

0 Kommentare

Konzert: Mariee Sioux

Ort: Showcase Gibert Joseph, Paris
Datum: 18.04.2012

Zuschauer: etwa 20

Konzertdauer: vielleicht 25 Minuten




Eine Karriere als Rechtsanwalt wie einige meiner damaligen Kommilitonen habe ich nicht gemacht, aber ein paar der besten Folksängerinnen der Welt kennen mich und grüßen mich von der Bühne aus. Auch nicht schlecht, oder? Ich jedenfalls freue mich darüber, man muss sich schließlich an den kleinen Dingen des Lebens aufrichten.

In den letzten zwei Wochen ist es mir sogar dreimal pasiert, daß ich von den Folkeusen während eines Konzertes herzlich begrüßt wurde. Julie Doiron hatte mir in der Maroquinerie von oben zugezwinkert, Laura Gibson beim Showcase im Rough Trade Store nette Blicke zugeworfen und heute war es nun Mariee Sioux, die sich in der Pause zwischen den Liedern gleich zwei mal erkundigte, wie es mir ginge.

Ich hatte Mariee seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Eine lange Zeit, vor allem wenn man bedenkt, daß die Kalifornierin damals teilweise Wochen und Monate lang in Paris wohnte und regelmäßig anzutreffen war. Inzwischen ist sie wohl ziemlich fest liiert, wohnt in Oakland und hat aktiv bei der Occupy-Bewegung mitgewirkt. Ihr Freund kam sogar bei einer Veranstaltung für eine Nacht ins Gefängnis. Als ich dies auf Facebook las, machte ich mir schon Sorgen um das zierliche Persönchen, man weiß schließlich nie, wie Polizisten bei Demos reagieren.

Zum Glück ist sie aber wohlauf und machte einen frischen und ausgeglichenen Eindruck in Paris. Im Plattenladen Gibert Joseph promotete sie ein wenig ihr neues Album Gift For The End und spielte im Flur neben der Rolltreppe vier Tracks dieses neuen Werkes. Ein ziemlich räudiger Ort für Konzerte. Kunden kommen rein und raus, machen viel Lärm und die wenigsten interessieren sich für den Musiker, der in der kleinen Ecke zwischen CDs und Dvs akustisch aufspielt. So war es dann auch heute eigentlich wieder viel zu laut für die äußerst fragilen Songs von Mariie Sioux. Zum Glück saß ich aber so nah dran, daß ich die Hintergundgeräusche weitestgehend ausblenden konnte. Unglaublich subtil und sanft ging die Amerikanerin zu Werke, zupfte ganz weich an den Saiten ihrer Gitarre und sang sehr sehr leise, aber wunderschön.

Zum Vortrage kamen ausschließlich Lieder von Gift For The End, darunter Swimming Through Stone und Old Magic.

Eine veritable Perle und tatsächlich magisch, dieses Old Magic. Mit ihrer unverwechselbaren Hauchstimme performte Mariie diesen reduzierten und wunderbar melodiösen Song und brachte ein wenig Americana- Feeling in das schnöde Plattengeschäft.

Insgesamt spielte Mariie aber lediglich etwa 25 Minuten, denn dieser Instore Gig war nur als Appetizer für ihr "richtiges" Konzert mit Band im Café de la Danse am 19. April gedacht.

Da werde ich dann natürlich auch wieder dabei sein!


Setlist Mariee Sioux, Gibert Joseph,Paris:

01: Homeopathic
02: Ghosts In My Heart
03: Swimming Through Stone
04: Old Magic




Sonntag, 26. September 2010

Jo Krasevich, 24.09.10

0 Kommentare

Konzert: Jo Krasevich

Ort: Gibert Joseph, Paris
Datum: 24.09.10
Zuschauer: 10-15
Konzertdauer: etwa 35 Minuten


Ihr heißgeliebter Hund namens Toulouse sei ihr in Paris entlaufen, erzählte uns eine unglaubliche nette und sympathische Jo Krasevich nach ihrem Showcase im Gibert Joseph CD-Store. Die charismatische, sehr groß gewachsene Amerikanerin aus Detroit mit Wohnsitzen in Paris, Los Angeles und Montreal berichtete ein wenig von dem Leben auf Tour, dem Streit mit ihrem ehemaligen Plattenlabel und ihrem Konzert vom Vortag, wo sie im Café de la Danse Ray La Montagne supportet hatte. Ihr zweites Konzert in Paris wie sie anmerkte, das erste hatte vor ein paar Monaten im Jazz-Club New Morning stattgefunden. Jo Krasevitch? Wer is'n das? Das wusste ich bis ein paar Stunden vor dem kurzen Akustikauftritt bei Gibert auch nicht. Ein unbeschriebendes Blatt. Zumindest für mich. Die Musikgazette X-Roads hingegen hatte über sie in der aktuellen Ausgabe zwei Seiten gefüllt und ein interessantes Interview abgedruckt. Darin erzählt die Tochter eines Jugoslawen und einer Franko-Kanadierin von iher Kindheit in Detroit und Ottawa, ihrer kurzen, aber sehr erfolgreichen Karriere als Model (sie hatte es auf die Titelseite der Elle gebracht und Fotos mit Helmut Newton gemacht), einem Gastauftritt bei einem U2-Konzert und ihrer Vorliebe für das Songwriting von Neil Young.



Mit einem Cover von Neil Young, Like A Hurricane, hatte sie auch den heutigen Showcase beendet. Ansonsten spielte sie aber eigene Kompositionen von ihrem Debütalbum Merry-Go-Round an dem sogar Daniel Lanois (Produzent von Bob Dylan, Neil Young etc.) Gitarre spielend beteiligt gewesen war. Butterweiche, anschmiegsame und höchst tröstliche Folksongs voller Simplizität und Melancholie. Die Stimme von Jo Krasevich gefiel mir ganz ausgezeichnet. Sie erinnerte an Suzanne Vega oder Anna Ternheim und schuf eine äußerst intime Atmosphäre. Ohnehin war ich der langbeinigen Lady sehr nahe, denn ich hatte es mir auf dem Boden vor ihren schokoladenbraunen Cowboystiefeln bequem gemacht. "This is a good spot" rief sie mir von oben zu und ich nickte bejahend. Krasevich spielte Gitarre aber auch Mundharmonika und trug Stücke wie Crazy Love, If I oder Fall On Me (kein R.E.M. Cover!) vor. Die Sachen gefielen mir auf Anhieb, sie kamen ungekünstelt und authentisch rüber. Schade, daß die Zeit wirklich wie im Fluge verging, ein halbes Dutzend Songs und dann war auch schon Schluß. Hinterher musste ich unbedingt ihr Album haben, dessen Anschaffung auch für das Artwork im Jugendstil-Design lohnt. Auf Konserve sind die Titel allesamt stärker arrangiert, mit Peadal- Steel und Geige unterlegt und mundgerecht aufgearbeitet. Der reduzierte Akustikvortrag von heute gefiel mir besser, aber schlecht ist das Album keineswegs.

Ich war auf jeden Fall froh, Bekanntschaft mit Jo Krasevich geschlossen zu haben und nun drücke ich ihr ganz fest die Daumen, daß sie ihren Hund wiederfindet!


For our english readers (thanks a million to Uschi for the translation!)

Jo Krasevich is an incredibly kind and wonderful person. Unfortunately, her beloved dog called Toulouse ran away in Paris, as she told us after her show case at the Gibert Joseph CD-Store. The Detroit born, tall and charismatic American woman who resides in Paris, Los Angeles und Montreal shared some other moments of her life with us: life on tour, the clash with her former record label, the show she played last night when she was supporting Ray La Montagne at Café de la Danse. She mentioned that it was her second concert in Paris, after playing at New Morning jazz club a few months ago. But who is Jo Krasevich actually? I hadn’t heard the name until only shortly before this acoustic set at Gibert; I admit that she was a dark horse to me. X-Roads magazine, on the contrary, have dedicated two pages of their current issue to her, including an interesting interview: The daughter of a Yugoslav father and a Quebecois mother speaks about her childhood in Detroit and Ottawa, her short but very successful career as a model (she scored a cover of Elle and posed for Helmut Newton!), a guest appearance at a U2 concert and her fondness for Neil Young’s songwriting skills. And so, the last song of today’s show case was a cover of Neil Young’s Like A Hurricane. Apart from that, she performed several titles off her debut album Merry-Go-Round. The album features, nota bene, Daniel Lanois (producer of Bob Dylan, Neil Young etc.) on the guitar and contains mellow and very comforting, melancholic lo-fi folk songs. I really have enjoyed Jo Krasevich’s voice. She sounded like Suzanne Vega or Anna Ternheim and created a wonderful, intimate mood. I sat very close to the long legged lady anyway, comfortably installed on the floor, right in front of her chocolate brown western boots. "This is a good spot" she said to me from above, and I nodded in agreement.Krasevich played the guitar and also the harmonica, performing titles such has Crazy Love, If I or Fall On Me (NOT a R.E.M. cover!). The songs sounded unaffected and authentic; I liked them on the first listen. Bummer that time passed by so quickly! The set was finished after half a dozen of songs only. Afterwards, I absolutely had to get her album. Its Art Nouveau artwork is well worth the purchase. With a tighter arrangement and pedal steel guitar and fiddle, the songs are more bite-sized in their album versions. I prefer the stripped-down acoustic performance, but the album is not bad at all. I’m glad I got to know Jo Krasevich. I’ll keep my fingers crossed for her and hope that she’ll find her dog!


Video by Rockerparis, Jo Krasevich-Crazy Love




Sonntag, 25. April 2010

Marie-Flore & Gaspard Royant, Paris, 14.04.10

0 Kommentare

Konzert: Marie- Flore & Gaspard Royant

Ort: Gibert Joseph, Paris
Datum: 14.04.2010
Zuschauer: 35 oder so
Konzertdauer: insgesamt eine knappe Stunde oder so


Rückblende:



Der 14.04.2010 war ein schöner Frühlingstag in Paris. Die Kirschbläume blühten herrlich rosa und die Seine glitzerte unter der Sonne. Eigentlich viel zu gutes Wetter, um in einem schnöden Plattenladen rumzuhängen. Aber schließlich spielte ja Marie-Flore und die gehört nun einmal zu meinen französischen Lieblingssängerinnen. Ich behaupte sogar von mir, sie als erster so richtig entdeckt zu haben. Ein albernes Spielchen dieses: "Ich kannte sie vor Dir und den ganzen anderen Bloggern ätschi bätschi", schon klar. Aber dennoch beteilige ich mich auch gerne an so einer Kinderkacke. Gehört irgendwie zu dem ganzen Bloggermist dazu. Wenn man für seine euphorischen Ergüsse schon keine Knete bekommt, will man wenigstens von sich behaupten, immer der Schnellste zu sein. Ich erinnere mich noch allzu gut an die Zeiten, als Marie-Flore mehrer Konzerte im Divan Du Monde vor höchstens 30 Zuschauern gegeben hat. Wahrscheinlich war ich fast der einzige Blogger, der davon Notiz nahm und berichtete, denn als ich sie kennenlernte, fragte sie sofort: "Bist Du dieser deutsche Blogger da? Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich glaube dein Bericht war positiv, oder?" - Natürlich war er das, denn die samtweiche Wisperstimme von Marie-Flore und ihr Ohrwurm Empty Walls hatten es mir auf Anhieb angetan.



Inzwischen ist so einige Zeit ins Land gegangen und Ende 2009 wählten französische Blogger ihr erstes Minialbum More Than Thirty Seconds If You Please zu den besten Alben des Jahres. Aber damit nicht genug, am 7. Juli wird Marie-Flore im legendären Olympia im Vorprogramm von Coeur de Pirate auftreten! Damit ist sie bereits der vierte Künstler, den ich sehr früh in winzigen Locations entdeckt hatte, der es in diese Kultstätte schafft (ich klopfe mir gerade selbst auf die Schulter, aua!). Vorher gelang bereits The Rodeo, Mai und Kim Novak dieses Kunststück.

Dennoch ist der Weg nach oben steinig und nicht immer glamourös. So wie heute. Auftritte kurz hinter der Eingangstür in einem Plattenladen sind sicherlich nicht gerade der Kick für einen Künstler. Leute latschten rein und raus, klotzen ab und zu zufällig auf die improvisierte Bühne und hauen kurze Zeit später wieder ab. Undankbar. Umso toller, daß Marie-Flore noch nicht abgehoben ist und weiterhin alles dafür tut, sich und ihr Minalbum zu promoten. Anbiederung ist das nicht, sondern das gehört zum Alltag für Indiemusiker. Man nimmt, was kommt. Natürlich gehörten auch ihre frühen Lieder wie das wunderschöne Empty Walls, Street, Half Pas Three, oder Trapdoor wieder zum Set, aber auch neue Stücke wie Made Of Sticks oder das großartige While You Were There wurden angestimmt. Marie-Flore ist immer wieder toll, ihre Schüchternheit steht ihr nach wie vor ausgezeichnet und die wehklagende Samtstimme hat bei mir noch nie ihre Wirkung verfehlt. Auf ihrem Weg nach oben drücke ich Ihr fest die Daumen!

Anschließend trat dann noch der Folksänger Gaspard Royant auf, der eigentlich auch ein Duett (Yours) mit Marie-Flore im Programm hat, aber dieses heute unter den Tisch fallen ließ. Stattdessen spielte er andere Sachen von seiner ersten EP und die sind auch alles andere als übel. Interessierte Hörer sollten sich ruhig einmal Titel wie Grow oder All Is Truth anhören, um sich mit Gaspard vertraut zu machen. Es könnte sich lohnen! Sein stärkster Song bei MySpace ist aber Random Gospel, da klingt er fast wie die Fleet Foxes. Schön!

Aus unserem Archiv:
Marie-Flore, Paris, 10.04.2010
Marie-Flore, Paris, 03.07.09
Marie-Flore, Paris, 11.04.09
Marie-Flore, Paris, 13.01.09
Marie-Flore, Paris, 11.10.08
Marie-Flore, Paris, 17.05.08
Marie-Flore, Paris, 24.04.08
Marie-Flore, Paris, 15.02.08
Marie-Flore, Paris, 30.09.07



 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates