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Dienstag, 9. April 2013

The Bookshop Band, Paris, 27.03.13

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Konzert: The Bookshop Band (Pollyanna)
Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 27.03.2013
Zuschauer: etwa 60, gut besuchte Veranstaltung
Konzertdauer: etwa 75 Minuten

Zorn und Wut am Anfang und am Ende des Abends, aber der musikalische Teil dazwischen war hochkarätig, insofern war das doch noch ein recht schöner Tag!


Wütend und enttäuscht war ich über eine mir geliebte Person am Abend jenes 27. März 2013. Details gehören hier nicht auf einen Musikblog, aber uns geht es hier auch darum, zu vermitteln in welcher Stimmung wir uns zu Konzerten begeben. Sie sind wichtig und oft ausschlaggebend für das Erleben von Musik und beinflussen den Konzertgenuß.

Eigentlich wollte ich wegen meiner miesen Laune zu Hause bleiben, dann entschied ich mich aber doch spontan rauszugehen, um auf andere Gedanken zu kommen.



Ich erreichte das Pop In noch genau pünktlich zum Beginn der Bookshop Band aus dem englischen Bath. Zahlreiche Besucher hatten sich in dem kleinen Kellergewölbe versammelt und saßen andächtig lauschend auf dem Steinboden. Da war es gar nicht so leicht, ein Plätzchen zu ergattern. Ich fand im vorderen Teil aber noch eine kleine Lücke und hockelte mich dorthin.


  
Gleich vor mir waren dei Musiker in voller Aktion. Zwei Mädels und ein Bube, allesamt singend, wenngleich der Herr seltener die poetischen Strophen trällern durfte als die Damen. Beth, Poppy und Ben heißen die drei sympathischen Lesereatten und ganz ihrem Namen enstprechend hatten sie ein ganz spezielles Konzept, das ihrem Werk zu Grunde liegt. Sie lesen Bücher und schreiben dann Songs darüber. Ein Buch, ein Song, so einfach ist das. Was prätentiös klingt, kam live ungemein bescheiden und leichtfüßig daher. Da wurde nicht raushängen gelassen, welche großen Autoren man schon gelesen hat, sondern schlichtweg die jeweiligen Werke eingangs ein wenig erläutert und dann losgesungen.

Die Stücke stammten von den vier bereits erschienenen Longplayern, die man als Gesamtwerk (oder auch einzeln) in einem wundervoll gestalteten Schuber erwerben konnte, oder werden auf vier (!) neuen Alben enthalten sein.



  
Allesamt überzeugten sie durch absolut wundervolle Chorgesänge, einen feinen britischen Akzent, filigrane und warmherzige Instrumentierung (Cello, Akkordeon) und natürlich gute Texte.

Obwohl zart und dezent gestrickt, entwickelten die Tracks mitunter eine gwaltige Intensität  und innere Stärke. Da war dann auch einen Moment lang das Konzept völlig egal und es ging vielmehr um prachtvolle Melodien, naturreine Gesänge und eine atemberaubende Intimität.

Gold And Black bespielsweise klang so sprudelnd frisch mit seinem perlenden Banjo und dem herrlichen Cello, daß es fast egal war, ob der Bursche in dem Buch (beziehungsweise dem Lied) den Tiger nun eingefangen hat oder nicht. Selbst wenn man nur Kochrezepte und Feng Shui Büchher liest, konnte man an diesen Liedern Spaß haben.



Ein herrlicher Folk/Popsong gelang ihnen mit Accidents and Pretty Girls basierend auf dem Buch The Telportation Accident von Ned Beauman, der live durch sein Nonchalance, seine Britishness, den bilhübschen Gesang von Beth und das wundervolle Glockenspiel und die Kalimba zu begeistern wusste. 


Alice entstand, weil eine Vintage Version in Alice in Wonderland aufgelegt worden war. Das sicherlich bekannteste Buch, das heute besungen wurde, das aber von Beth eigentlich erst kürzlich zum ersten Mal richtig gelesen wurde. Vorher kannte sie eher den Film, das Buch selbst nicht so richtig. Es hätte ihr große Freude gemacht, diesen Bestseller für sich zu erkunden. Das Lied klang sehr traumversunken und mystisch. Mitunter wurde ich gar an schwarze Feen wie Marissa Nadler oder Mia Doi Todd erinnert, aber letztlich war zumindest der zweite Teil schon ein wenig fröhlicher.




Steady On, basierend auf der Novelle Dark Mater von Michelle Paver wurde ebenfalls zum Vortrage gebracht. Ein Stück mit einem psychdelischen Einschlag, äußerst kraftvollen Cello und opulenten Chorgesängen voller Melancholie und Schwermut.


Über eine Stunde lang wurde auf diese Weise über Literatur gesungen und herzanrührend musiziert. Meine eingangs miese Laune wäre ob dieser Wohlklänge sicherlich deutlich besser gewesen, wenn, ja wenn da nicht drei Leutchen gewesen wären (zwei Buben, eine Dame) die ununterbochen laut gequatscht hatten. Sie saßen direkt hinter mir und redeten so laut, daß ich die meisten Erläuterungen zu den Büchern nicht verstanden habe. Ich zögerte immer wieder sie verdientermaßen zurechtzustauchen, weil ich naiverweise hoffte, daß sie ihr Geplappere irgendwann einstellen würden. Erst beim vorletzten Lied platzte mir endgültig der Kragen und ich fauchte sie an, machte ihnen deutlich klar, daß sie jetzt endlich mal den Schnabel halten sollen. Dann war für etwa 10 Minuten tasächlich einmal Ruhe.

Hinterher waren die Störenfriede ganz kleinlaut, einer von ihnen wollte mir gar ein Bier ausgeben. Ich verzichtete, gab mich aber versönlich, obwohl die enstandene Beeinträchtigung nicht mehr gutzumachen war. Das Mädel hatte für ihr Verhalten übrigens die beste Ausrede: "Ich bin Italienerin, wir müssen immer kommunizieren, das gehört für uns dazu, sich lautstark auszutauschen, wenn uns etwas gefällt." Da fiel mir dann nichts mehr drauf ein, aber sie merkte wohl, daß man mir mit solchen Klischees nicht kommen soll.

Halten wir fest: der Abend des 27. März war teilweise enervierend, die Bookshoop Band aber ohne Zweifel absolut toll. Die sollte sich jeder mal ansehen, wenn sie gerade in der Nähe sind, oder zumindest den schicken Schuber mit den handgestalteten CDs ordern!

- Das Klienicum sehr lesenswert zur Bookshop Band, klick!



Donnerstag, 24. Januar 2013

Elise Mélinand & Mikael Joonatan, Paris, 21.01.13

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Konzert: Elise Mélinand & Mikael Joonatan
Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 21.01.13
Zuschauer: etwa 50
Konzertdauer: jeweils etwa 30 Minuten




Bereits das zweite Konzert in diesem noch recht jungen Jahr im kleinen Pop In. Der urige Laden mit dem studentischen und sehr internationalen Publikum gefällt mir aber auch einfach sehr gut. Das Bier ist hier vergleichweise günstig, der Betrieber sehr nett und ein wahrer Musikfreak und die Mädchen in der Regel ausgepsrochen hübsch.

Wenn dann noch das musikalische Programm stimmt, lass ich es mir nicht nehmen, hier einzukehren und die winzige enge Treppe in den Konzertkeller hinabzusteigen.

Und heute stimmte einfach mal wieder alles. Das Publikum war genau wie die Künstler mehrheitlich finnisch und französisch, jung, begeisterungsfähig und die Mädchen auch wieder erste Sahne.

Etwa 50 Leute hatten sich eingefunden, um zuerst der Französin Elise Mélinand, dann dem Finnen Mikael Joonatan zuzuhören. In beiden Fällen am Cello im Einsatz: der lockenköpfige Franzose Aurélien Vacher.



Elise und Aurélien machten dann auch den Anfang. Sie starteten nicht auf der Bühne, sondern marschierten seitlich ein und spielten direkt vor dem verdutzten Publikum. Das Ganze dauerte aber nur 20 Sekunden, dann wurde die Bühne eingenommen.


Die Stimmung familiär und feierlich. Familienangehörige, Freunde und Bekannte von Elise und Aurélien waren da und schauten mit einem sanften Lächeln auf dem Lippen nach vorne. Sie kannten bereits die sehr auffällige Stimme von Elise. Dieses piepsige, kindliche Gesangesorgan, welches einen sofort an Kate Bush oder Joanna Newsom denken ließ. Auch ich hatte Fräulein Mélinand bereits bei einem Hauskonzert einmal live erlebt und mich an der infantilen Stimme gelabt wie an einem süßen Mandelhörnchen. Jetzt könnte man wieder mit dem nervigen Spruch kommen: "na ja, ist Geschmacksache, aber das lasse ich nicht gelten. Ihr Gesang ist toll, basta!

Von den gespielten Liedern konnte man Ähnliches sagen. Es handelte sich zum Großteil um Stücke, die man auf der feinen Debüt EP Le Voyage finden kann. Der Titel ist ein wenig verwirrend, lässt er doch auf französisches Liedgut schließen. Letztlich sind aber alle darauf enthalten Tracks auf englisch. Dennoch hörten wir heute Französisches, ein Titel in dem es um die Großtante Monique (eine kürzlich verstorbende Schauspielerin) ging und zwei weitere Chansons waren in der Sprache Molières gehalten.

Am hübschesten fand ich Rosie, ein zartes Lied, das wenn ich es richtig verstanden habe, eventuell für eine Werbung oder einen Film verwendet werden soll. Es klang wunderbar intim und anschmiegsam und bildete den perfekten Soundtrack (nun, das passt ja dann!) zu diesem kalten, verschneiten Winter. Schön auch das Zusammenspiel zwischen Elise und Aurélien. Ihre hohe, fast schrille Stimme und sein meist tief brummelndes Cello bildeten herrliche Kontraste.



Zu In Her Room findet man im Internet sogar einen richtigen kleinen Videoclip, der das Verhuschte und Verträumte in der Musik von Mélinand gut widerspiegelt. Auch die Kollegen vom Cargo haben diesen Song gefilmt, live in der Novemberkälte draußen, ebenso wie Le Voyage, in dem es um eine tragische Liebesgeschichte geht. Zwei Turteltäubchen wurden voneinander getrennt, weil einer der Beiden zu früh in den Heißluftballon sprang und den anderen alleine zurückließ (dumm gelaufen...).




Abgeschlossen wurde das noch nicht einmal 30 Minuten lange Konzert von einem französischen Stück, bei dem Aurélien auf seinem Cello auf verblüffende Weise das Aufheulen von Möven imitierte und somit das bereits vorhandene Seefahrerfeeling noch verstärkte.

Nach kurzer Pause dann auch noch der Auftritt des talentierten finnischen Pianisten Mikael Joonatan, der mir ebenfalls gut gefiel.

Ich war allerdings ganz bewußt für Elise gekommen, der ich in Zukunft noch so einiges zutraue. Ein erster Longplayer ist in der Mache und die Blondine, die ein paar Jahre in Berlin gelebt hat und daher sehr gut deutsch spricht, wird sicherlich 2013 auch noch viel häufiger live zu sehen sein.






Mittwoch, 23. Januar 2013

Tellavision & Touchy Mob, Paris, 17.01.13

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Konzert: Tellavision & Touchy Mob
Ort: Le Pop In Paris
Zuschauer: etwa 50
Konzertdauer: jeweils rund 40 Minuten


Gemischtes deutsches Doppel im Pariser Pop In! Tellavision und Touchy Mob aus Hamburg beehrten heute bei eisigen Temperaturen den kultigen Kellerclub, in dem schon so viele Asse gespielt haben. Selbst David Talking Heads Byrne wurde hier gesichtet, allerdings nur als Zuschauer.



Heute fehlten aber die Promis und auch der Ansturm des "normalen" Publikums hielt sich leider in Grenzen. Eine kleine teutonische Community, die Touchy Mob und Tellavision von deutschen Konzerten und Musikmagazinen her kannte, und ein paar Studenten aus der ganzen Welt hatten sich aber hier unten zusammengefunden und erlebten musikalisch faszinierende Momente.




Touchy Mob allein hatte mehr Ideen zu bieten, als 10 gehypte englische Newcomerbands zusammen. Der Bursche mit dem wallenden Bart, dem Mönchhaarschnitt und der üppigen Brustbehaarung war als Erster ins Rennen gegangen und zeigte mit Hilfe seiner Gitarre und einem kleinen Keyboard, welch kreativer Kopf in ihm steckt. Mittels der modernen Looptechnik erschuf er spannende Soundlandschaften, die stilistisch nicht so leicht zu verorten waren. Das war eine Art Lofi-Folk gemischt mit Dance Music mit einer leicht jazzig/soulgen Note. Deshalb musste ich manchmal auch an James Blake denken, obwohl die Musik von Ludwig Plath (so sein bürgerlicher Name) so viel packender und genießbarer war als die des Briten. Seine Stimme begeisterte mich ungemein. Wohlige Assoziationen zu Robin "Fleet Foxes" Pecknold, Justin "Bon Iver" Vernon oder Ben "Band Of Horses" Bridwell stiegen in meiner müden Matschbirne (ich war morgens um 6 Uhr mit dem Zug aus Düsseldorf angereist, allerdings nicht mit dem TEE) auf und sorgten für ungeahnte Glückgefühle.

Das Publikum genoß und schwieg, was Ludwig ein wenig irritierte, ihm war das deutlich zu ruhig. Er verbuchte das dann aber ironisch unter "it's Paris law" und versprach "some appropriate songs" zu bringen. 




Und wie passend diese Songs waren! Sie enstammten teilweise des durch crowfunding finanzierten Splitalbums namens "Cake Split 12", waren Cover oder früheres Material.

Man höre nur Stones, wie wahnsinnig lässig, sonnengeflutet und anziehend das klingt! Sanfte Chorgesänge, ein fast karibisch anmutendes Feeling, eine famose Falsettstimme, gute Texte, ein umwerfender Track.


Ähnlich toll Sexy Yirls (kein Tipffehler!), der uns in Grizzlybearsche Traumwelten unter Wasser entführte und ebenfalls durch seine Relaxtheit, aber auch durch Themen- und Stimmungswechsel begeisterte.

Total verblüffend, was Touchy Mob aus Crooked Lust von den Bowerbirds machte. Aus dem erdigen Folksong wurde eine glitzernde Dancefloornummer mit Dubstep Elementen und einer mitreißenden Beschleunigung gegen Ende.

Folkiges zum Abschluß. Wedding Band war von einer himmlischen Melancholie durchzogen und zeigte Touchy Mob als verletztlichen Cowboy. Der Wahnsinn!



Ich hätte noch stundenlang zuhören können, aber nun stand ja auch noch eine Dame auf dem Programm. Fee heißt sie und nennt sich auf der Bühne Tellavision. Sie entpuppte sich als temperamentvolles Mädel mit viel Feuer und Hingabe, moserte allerdings ab und zu über die neuerlich eingeführte Lautstärkebegrenzung auf 95 Dezibel. Gerne hätte sie lauter aufgespielt, aber das ging halt eben nicht.



Ihr Stimme kraftvoll und leicht bluesig. Sie erinnerte an die sehr frühe PJ Harvey.


Ansonsten war das aber musikalisch eher weniger Polly Jean und vielmehr eine Mischung aus Likke Li, Zola Jesus, Fever Ray. Allerdings kein simpler Aufguss, sondern eine doch sehr eigene, selbst gebastelte Geschichte einer jungen Frau, die keine stilistischen Scheuklappen oder Berührungsängste kannte.

Alles bei ihr klang sinnlich, schwarz, mysteriös. Eine Art Soundtrack zu einem futurischten Horrorfilm, 

Man höre beispielsweise Million, ebenfalls ein Track von dem Splitalbum. Da sampelte und loopte Tellavision was das Zeug hielt, gab dem synthetischen Song die richtige Würze aber vor allem mit ihrer markanten Stimme.



Toll war auch Permanent von der EP We Love The Omniscient Narrator. Ein synthetischer Song mit dem für Tellavision so typischen repetetiven Trommelrhythmus, warmen Keyboardpassagen und einer knisternden Atmosphäre.


















Gegen Ende wurde die junge Wahlhamburgerin immer angrifsslustiger und gesellte sich auch immer wieder unters Publikum.


Knapp 40 unterhaltsame Minuten ging das so, dann war endgültig Schluß.



Die Künstler aus der Hansestadt hatten mehr als überzeugt und sich für höhere Aufgaben (will heißen: größere Locations) empfohlen. Ich traue den Beiden noch eine ganze Menge zu!

Setlist Touchy Mob

01: Black Ostsee
02: Just A Track (Efdemin)
03: Stones
04: Sexy Yirls
05: Suicide Song (Loudon Wainwright III)
06: Crooked Lust (Bowerbirds)
07: Wedding Band

Setlist Tellavision

01: The One Another
02: Permanent
03: Million
04: Sub Species
05: 15 Miles
06: Cruel Kids
07: Haters You Love
08: Betony

Tourdaten Touchy Mob & Tellavision:

23.01.2013: Le 7 (7) Café, Metz
24.01.2013: Hall Of Fame, Kleine Zaal, Tilburg, Holland
25.02.2013: Eulenfreunde Festival, Jena
26.02.2013: Club Stereo, Nürnberg
29.01.2013: Café KOZ, Frankfurt
30.01.2013: Cairo, Würzburg
31.01.2013: La Catrina, Zürich
01.02.2013: Oya Bar Kafé, St. Gallen
02.02.2013: La Paranthèse, Nyon
03.02.2013: Unknown venue, Darmstadt
05.02.2013: Häll, Heidelberg
06.02.2013: Gleis 22, Münster
07.02.2013: Berghain Kantine, Berlin
08.02.2013: Horns Erben, Leipzig
09.02.2013: Franz Mehlhose, Erfurt
12.02.2013: Societaetstheater, Gutmannsaal, Dresden











Mittwoch, 12. Dezember 2012

Echo Me, Paris, 06.12.12

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Konzert: Echo Me
Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 06.12.2012
Zuschauer: 4-15
Konzertdauer. etwa eine Stunde



Vor ein paar Tagen bekam ich unerwartet eine auf englisch verfasste private Mail auf Facebook: " Hallo, ich bin Jesper von Echo Me und wollte nur kurz sagen, daß ich beim Konzert in Paris ohne meinen Pianisten antreten werde." 

Ich war etwas überrascht, denn Infos dieser Art bekomme ich von den Künstlern vor den Konzerten eigentlich nicht mitgeteilt. Ich ließ das Schreiben erst einmal unbeantwortet, hatte mir aber bereits schon vorher den 6. Dezember in meinem Terminkalender vermerkt, da ich von Echo Me  in der Intro gelesen hatte.


So stand ich dann auch gegen 22 Uhr (verspätet, wie immer) in der urigen Kellerbar des Pop In und schaute von lediglich vier anderen Musikfans umgeben, auf die kleine Bühne, wo sich der rothaarige Däne Jesper alleine auf seiner Akustikgitarre und seiner Mundharmonika abmühte und Songs seines selbstbetitelten Albums zum Besten gab. Der Bursche ging sehr locker mit der geringen Zuschauerzahl um, sagte, daß die audience zwar klein, aber sehr lustig und angenehm sei (was bei Licht betrachtet nicht ganz stimmte, denn ein Typ im Publikum hatte 'ne Vollmeise).

Er verfügte über eine außergewöhnliche Falsettstimme  und ließ deshalb natürlich sofort Vergleiche zu Bon Iver, James Vincent Mc Morrow oder Damien Jurado im Kopfe enstehen, die auch oft und gerne mit Kopfstimme singen.

Wer mit dieser Art männlichen Gesangs nichts anfangen kann, für den war das Konzert nichts, aber da ich Falsettstimmen durchaus schätze, verbrachte ich in dem Keller da unten eine ganz gute Zeit.  

Mein Lieblingssong war The Memory, das aber in der abgespeckten Variante anders klang als auf dem Album. Jesper steht ansonsten einer fünfköpfigen Band vor, normal, daß seine solo Akustikauftritte dann wesentlich reduzierter ausfallen.

 
Mir hat es jedenfalls gut gefallen und auch sein Abstecher ins (inzwischen auf 10 Leute angewachsene) Publikum beim letzten Stück I Don't Care Anymore war irgendwie lässig und sehr sympathisch!

Setlist Echo Me, Pop In, Paris

01 Rise Above My Time 
02: Your Trigger
03: The Actor & The Play
04: Traps & treasures
05: Darkest Hour
06: Sunday Afternoon
07: !!!
08: The Memory
09: Packing My Stuff
10: You Never Will Be Mine
11: Left From The Fire
12: I Don't Care Anymore




Freitag, 4. Mai 2012

Library Voices, Paris, 03.05.12

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Konzert: Library Voices

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 03.05.12
Zuschauer: 25


An jenem Donnerstag habe ich zeimlich lange überlegt, ob ich zu den Kanadiern Library Voices ins Pop In oder zu der Griechin Keep Shelly in Athens ims Espace B gehen soll. Meine Wahl fiel schließlich auf Kanada und das Pop In, weil aus dem nordamerikaischne Land fast durchweg dufte Bands kommen und weil das Pop In einfach ein uriger, sehr atmosphärischer Schuppen ist. Betreiber Dennis feiert in den nächsten Tagen das fünfzehnjährige Bestehen des Ladens und kann zu recht stolz darauf sein, weiß er in der kleinen Kneipe mit angeschlossenem Konzertkeller so alles bewegt hat. Die Gebrüder Gallagher haben hier gefeiert, David "Talking Heads" Byrne war da, Will Sheff von Okkervil River und und und. Vorgenannte allerdings nur als Konsumierer an der Bar, nicht als Musiker auf der kleinen Bühne. Dort haben sich unter anderem abgemüht: Laura Marling, Sam Amidon, Herman Düne, Julianna Barwick, Chelsea Wolfe, Dear Reader, Ramona Falls, Llovd Cole, Björn Kleinhenz Norman Palm, June Madrona Haruko, Thos Henley, This Is The Kit, die Hushpuppies unv viele andere mehr. Die illustre Liste ist umso bemerkenswerter, weil die Gage gegen null tendiert und die Künstler nur über einen Prozentsatz am Getränkekonsum bezahlt werden. Aber es macht einfach Spaß hier zu spielen, der Keller ist legendär, das Bier für Pariser Vehältnisse erschwinglich, das Publikum international.

Dennoch wollte heute zunächst keine wirkliche Partystsimmung aufkommen. Zum Konzert der indiepoppigen Schweden Television Keeps Us Apart verloren sich ungefähr nur 10 Leute in das Gewölbe und auch zum Hauptact Library Voices waren wir nur etwa 25. Um so lobenswerter,daß sich die 7 (!)- köpfige Band (mit einer Frau am Keyboard, Amada Scandrett) so wahnsinnig ins Zeug legte und Gas gab als würde man vor 1000 Leuten abrocken. Einer der beiden Sänger machte sogar in einer Szene einen Breakdance auf dem Steinboden und dies direkt vor den Zuschauern, die sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnten. Hey eyey, was waren das für verrückte Zeitgenossen, diese Kanadier, die aus Regina in Saskatchewan kommen (wo immer das auch liegt).

Sie hatten wirklich Humor und auch textlich waren veritable Schmankerl dabei. Wer kommt schon auf Titel wie Be My Juliette Greco, Paris 1949 oder Kundera On The Dancefloor?

Ihre Musik wr allerdings weniger schrullig. Was sie boten war schnörkelloser College Rock im Stile der New Pornographers, The Posies oder der Long Winters, der einen hohen Gute Laune-und Party Faktor hatte. Keine Musik von Kunststudenten in Brooklyn, sondern erdiger, solider Rocksound mit Hooks, einprägsamen Refrains und einem Saxofon für die persönliche Note.

Mein Favorit im Set? Closer Step Off The Map (And Float), zu dem es auch ein prima Video gibt. Damit entlasse ich euch in die dunkle Nacht. See you soon!



Setlist Library Voices, Le Pop In, Paris:

01: If Raymond Carver Was Born In The 90s
02: Write Me A Myth
03: Traveler's Digest
04: Be My Juliette Greco,Paris 1949
05: Party Like It's 2012
06: Haunt This House
07: Reluctant Readers Make Reluctant Lovers
08: Kundera On The Dancefloor
09:Generation Handclap
10: Step Of The Map And Float

Am 05.05. (Samstag) sind die Sympathen im Beatpol in Dresden. Hingehen, Freunde!

Das schreibt das Klienicum zu Library Voices



Donnerstag, 12. April 2012

Kitty Solaris, Paris, 11.04.12

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Konzert: Kitty Solaris (& Tracy O)

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 11.04.12
Zuschauer:30 bis 40



Besuch aus Berlin! Kitty Solaris, umtriebige Musikerin, Labelchefin (Solaris Empire) und Konzertorganisatorin (im Schokoladen) war zu Gast in Paris und zeigte den Franzosen im Pop In mal was'ne Harke ist!

Die Blondine von der Spree war spät in See gestochen und stand erst gegen 22 Uhr auf der kleinen Bühne des urigen Kellergewölbes. Ganz allein mit ihrer E-Gitarre war sie erschienen und klang wesentlich rockiger als auf dem luftig poppigen Album Golden Future Paris. Hätte man eine musikalische Referenz nennen müssen, wäre es wohl die frühe PJ Harvey gewesen, wahrend man beim Hören der Studioversion sicherlich eher Cat Power genannt hätte.

Aber lassen wir diese gähnend langweiligen Vergleiche, die immer kommen, wenn eine Frau mit Gitarre auf der Bühne steht. Kitty hat ihre eigenen Geschichten und ihre eigenen Songs. Ihre Lyrics sind einfach (aber nicht banal) gehalten, lassen viel Platz für Interpretationen, die Atmosphäre ihrer Songs ist leicht düster (oder zart melancholisch, wie man will) und mal mehr, mal weniger angriffslustig. Die Frau kann durchaus lauter werden, obwohl man das von einem eher zierlichen Persönchen wie ihr gar nicht unbedingt erwarten würde. Das fetzige Isolation war der beste Beweis hierfür.





Einer ihrer stärksten Songs des Sets war ansonsten sicherlich Beggar and King, bei dem sie sehr gut die Balance zwischen rohem Rock und verträumten Pop hielt und mit dem "ahou-ahou"- Singalong auch für Einprägsamkeit sorgte.


Und daß sie sich danach ein wenig verspielte, war auch nicht weiter tragisch. Bei Indiekonzerten will man eh keine glattgeschliffenen Shows sehen und kleine Patzer werden immer mit einem Schmunzler quittiert, vom Publikum aber auch vom Musiker. So war das heute auch und mit Take It Easy hatte Kitty ja ohnehin die passende Antwort darauf parat.

Dann kam mit We Stop The Dance ein ganz neuer Titel, der dem neuen Album seinen Namen geben wird und schon mal ziemlich Bock darauf machte. Eine coole Nummer mit einem starken Groove.


Wir steuerten schon dem Ende entgegen, bekamen noch The Last Summer Ends und auch noch eine Zugabe, die Mut machen sollte: Spring Will Surely Come, von Kitty mit den Worten kommentiert: "ich kam aus dem kalten Berlin nach Paris und hoffte auf gutes Wetter, nur um festzustellen, daß es hier genauso kühl ist!" Aber der Frühling steht ja vor der Tür. In der Tat, auch wenn man es im Moment kaum glauben kann...


Dann kam noch das gemischte französiche Duo Tracy'O, eine Garagenrock/Punkband, deren roher, agressiver Sound an die frühen Kills erinnerte und so einigen Staub aufwirbelte. Das Publikum bekam nicht nur zu Beginn Zorromasken ausgehändigt, sondern auch mächtig was auf die Ohren. Eine Stunde lang wirbelten und schrammelten sich die beiden Franzosen durch ihr ungestümes Set und waren am Ende volkommen naßgeschwitzt (aber glücklich). Eine coole Band. Ein unterhaltsamer Abend!



Donnerstag, 5. April 2012

Satellite Stories, Paris, 04.04.12

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Konzert: Satellite Stories

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 04.04.12
Zuschauer. etwa 60-70
Konzertdauer: knapp 40 Minuten


Kennt ihr Satellite Stories? Nein? Aber ihr kennt Two Door Cinema Club und die Wombats, oder? Dann wisst ihr auch haargenau wie die Satellite Stories klingen.


Wir reden hier von einer sehr jungen finnischen Band, die ihre Einflüsse nicht verbergen kann und dies auch gar nicht will. Auf ihrer Facebook Seite kann man lesen, daß sie The Wombats, Vampire Weekend, Two Door Cinema Club und Phoenix mögen. Wenigstens ehrlich sind sie. Und weil sie so jung und aufrichtig sind, verzeiht man ihnen fast, daß ihre Songs beinahe Plagiate darstellen.

Keine orginelle Band also, die Satellite Stories aus Finnland, aber eine spaßige, und wenn dann wie heute das Konzert gratis ist und man (will heißen: ich) insgeheim darauf hofft, blonde blauäugige Fininnen mit rosigen Wangen zu treffen, geht man (also ich) da mal hin. Und das Pop In ist ja sowieso eine super Location. In der urigen Kneipe mit dem stimmungsvollen Gewölbekeller, wo die Konzerte stattfinden, war ich schon eine Weile nicht mehr.


Mir gelang eine Punktlandung und ich schaffte es wie geplant, pünktlich zum Konzert der Finnen vor Ort zu sein. Die Vorgrupe Divine Paiste beflissentlich ignorierend, stand ich also gegen 22 Uhr 30 in dem verfluchten Keller des Pop In, guckte auf die verdammte, winzige Bühe und sah vier blonde Typen, die noch nicht ganz grün hinter den Ohren waren, aber schon Gitarre spielen konnten. Die Jungspunde waren wild wie Pitbulls, schrammelten wie die Gestörten auf ihren Eletrischen rum und brachten die Mädels in den ersten Reihen in Verzückung. Diese waren allerdings etwas weniger scharf als erwartet. Stattdessen glichen die Girls eher der Unschuld vom Lande, waren sehr jung und brav aussehend. Aber sie gingen gut mit und bejubelten jedes Lied, obwohl die eigentlich alle gleich klangen. Zackige Rythmen waren angesagt, ein stakkatisches Schlagzeug Pflicht. Die englische Schule der aktuellen Indie-Bands beherrschten die Finnen aus dem eff eff und wenn Two Door Cinema Club (ich weiß das sind Iren und keine Engländer) mal krank werden, könnten die Finnen locker für sie einspringen.

Welche Songs gespielt wurden? Nun das war leicht zu merken, da die Titelnamen meistens im Refrain vorkamen: Mexico, Helsinki Art Scene, Blame The Fireworks, Kids Aren't Safe In The Metro und Family waren allesamt dabei.

Mit Family haben Satellite Stories wirklich einen kleinen Hit gelandet, trotz aller Ähnlichkeiten zu oben zitierten Bands. Die wahnwitzig flotte Nummer zog außerordentlich gut und zur Feier des Abends stieg dann plötzlich auch der Sänger zum Publikum runter. Nach einem weiteren rasanten Titel war dann aber Schluß und wer wollte, konnte sich für 5 Euro eine CD zulegen.



Ich verzichtete darauf, verbuchte aber unter dem Strich einen passabeln Abend, auch wenn ich keine blonde Finnin mit blauen Augen kennengelernt habe...

Konzertdaten Satellite Stories:

02.05.2012: Subway, Köln
04.05.2012: Hafenliebe, Dortmund
05.05.2012: Festsaal, Berlin
07.05.2012: Ostpol, Dresden




Samstag, 8. Oktober 2011

Victorine, Paris, 4.10.11

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Konzert: Victorine

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 04.10.2011
Zuschauer: mindestens 60 (darunter Coeur de Pirate und Mathias Malzieu von Dionysos)


Version française en bas de page!!


Dieses Konzert war wirklich ein großer Spaß! Fun pur war angesagt an jenem 4. Oktober 2011! Da konnte man endlich mal seine Sorgen eine Stunde in die Ecke legen und ausgelassen mitfeiern.



Victorine aus Paris standen auf dem Programm. Eigentlich das allererste Solo- Projekt einer zierlichen blonden Konzertagenturmitarbeiterin (Voyez mon Producteur, ein guter Laden), musste man heute von einer (riesigen) Band sprechen zumindest live. Zu den Mithelfern bei Victorine zählen der famose Drummer Kim Gianni, der junge aufstrebende Gitarrist Aurélien Hamm (seine Band Apes & Horses hatte unlängst Wu Lyf supportet), der Bassist Ollie Joe (auch er hat seine eigene Band) und der Omnichordspieler Part Time Punk, der früher bei Koko von Napoo im Einsatz war. Zu dieser Besetzung gesellten sich aber noch etliche andere Helfer, so daß die Bühne fast so voll war wie bei Konzerten von I'm From Barcelona.

Musikalisch war auf französisch gesungener Neo New Wave angesagt. Eine coole Musikrichtung, die sich im Aufwind befindet, Formationen wie La Femme und die Concrete Knives bestätigen dies eindrucksvoll. Von diesem Retro Sound geht einfach eine ungehöre Frische und Spontaneität aus und viele Franzosen sind auch froh, endlich mal wieder die Texte zu verstehen. Nicht, daß diese bei Victorine tiefgreifend gewesen sind, nein, man konnte bloß besser mitsingen. Sowieso ging es heute in erster Linie um Entertainment und Victorine ist wirklich eine unfassbar gute Entertainerin! Wahnsinn, wie die kleine Blondine die Leute aufmischte, durch das Publikum streifte, sich auf den Boden fallen ließ und fast eine Stunde lang alles gab.

Es wurde kein Blödsinn ausgelassen. Wenn Victorine durch das Publikum fegte, lief ihr immer ein Kerl mit einer winzigen silbernen Discokugel hinterher und hielt sie über ihren Kopf. Auch ein Zelt kam zum Einsatz und in einer sehr witzigen Szene zog das Mädel ein Regencape an und ließ sich von einem Typen mit Wasser besprühen. Gegen Ende wurde es immer abgefahrener, Chaoten mit Eisbar- und Braunbärkostümen bevölkerten bei dem Chanson La Ferme die Bühne, Männer gaben ihren nackten Oberköprer preis und Drummer Kim spielte mit 500 Sachen (ohne Scheiß!) auf seinem Kinderdrumset.



Toll, das hat wirklich Spaß gemacht! Man muss schließlich nicht immer totraurigen Folk hören.

Pour nos lecteurs français:

Ce concert là était vraiment énormément fun! Ce 4 octobre, dans le Pop In plein à craquer on pouvait enfin laisser ses soucis de côté et faire la fête.Un truc fou fou fou!

Au programme: Victorine de Paris. A la base le tout premier projet solo d'une délicate fille blonde, on peut parler aujourd'hui d'un immense groupe (un collectif?) avec d'innombrables musiciens. Font partie de Victorine: le fabuleux batteur Kim Giani (également musicien solo et producteur de ce projet), le jeune guitariste Aurélien Hamm (chanteur des Apes & Horses, un groupe en pleine ascension, très remarqué en première partie de Wu Lyf), le bassiste Ollie Joe (lui aussi a son propre groupe), le jouer d'omnichord Part Time Punk (ex-bassiste des défunts Koko von Nappoo), la choriste Guillemette Foucard (la chanteuse d'April Shower), le chanteur Remie Foucard et le performer artiste contemporain multimedia néoromantique Donald dit Gros Nounours. Il manquait à l'appel ce jour là Fabien Fabre en deuxième guitare. La scène rassemblait (presque) à un concert de I'm From Barcelona, groupe suédois, qui joue parfois avec 25 membres.

Stylistiquement c'était de la neo new wave française, chantée dans la langue de Molière. Un genre ultra rafraichissant et redevenu à la mode ces derniers temps, comme le confirment l'ascension de groupes comme la Femme, Liza Manili et Concrete Knives. Les raisons de ce revival sont multiples. D'une part c'est très ludique et jouissif et d'autre part les français sont contents de comprendre les paroles. Ceci dit dans le cas de Victorine on ne trouve pas de paroles très profondes, mais ce n'était pas le but. Mais les gens peuvent plus facilement entonner les refrains!

Victorine s'avera être une veritable bête de scène. Incroyable comme ce petit bout de femme remuait le public! Elle tranversa plusieurs la foule, se laissa théâtralement tomber par terre et donna tout, mais vraiment tout, pendant une bonne heure (de pur bonheur).

C'était souvent n'importe quoi, mais on adorait ça! Tout d'abord Victorine joua la prof ultra sévère avec des lunettes noires (avec l'inscription, La leçon de Maîtresse Victorine: "je me touches, tu te touches, tu me touches, Victorine mous touche" en fond de scène), puis plus tard elle mit un K-Way pendant qu'un type l'arrosait avec de l'eau (ce qui rendit l'intervention d'un parapluie nécessaire!
), ensuite elle se laissa porter à travers le public dans une tente rouge. Puis le Gros Nounours suivit chacun de ses pas avec une petite bulle disco sur la tête. Pour le grand final les choses sont devenues carrément dingues. Des types avec des costumes d'ours polaire et d'ours brun sont montés sur scène, des hommes montrèrent leur torse nu et le batteur Kim jouait avec 500 à l'heure sur sa petite batterie d'enfant. Le public hurlait de joie. Et en plus le morceau la ferme est un sacré tube, c'était vraiment irrésistible, très groovy et dansant.

Bref: c'etait un concert hallucinant, l'éclate totale!!!! On en redemande!

Setlist Victorine, Pop In, Paris:

01: La Rentrée
02: Chausson Pop
03: Potandre
04: Note De Frais
05: Fukushima
06: Escalier C
07: La Ferme
08: Emma
09: T'es Loin




Mittwoch, 9. März 2011

Julianna Barwick & Chelsea Wolfe, Paris, 08.03.11

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Julianna Barwick & Chelsea Wolfe

Ort: Le Pop In, Paris
Datum: 08.03.11

Zuschauer: gerammelt voller Keller. 100 vielleicht?

Konzertdauer: Julianna etwa 45-50 Minuten, Chelsea etwas kürzer


Wow! So viel Herzlichkeit erfährt man heutzutage nur noch selten.


Was war passiert? Nun, die junge Amerikanerin Julianna Barwick hatte mir zum Abschied einen richtig schönen "hug" verpasst und mich ganz doll geherzt. Nach meinen Oliver Peel Sessions passiert mir das schon mal häufiger, da pressen mich gerade die Amerikaner öfter mal gegen ihre Brust und ich liebe es. Fast wie beim Fußball, wenn der Torschütze von seinen Mannschaftskameraden geradezu erdrückt wird.

Dabei hatte ich nichts Besonderes geleistet, sondern war einfach nur zum zweiten Mal hintereinander zu einem Konzert von Julianna erschienen. Das Normalste der Welt, wenn man bedenkt, wie atemberaubend schön das gestern in dieser Kirche war. Auch ihr lieber Daddy war wieder mit von der Partie, um auf seine Tochter aufzupassen. Er erkannte mich wieder, drückte mir fest die Hand und bedankte sich für mein neuerliches Erscheinen.

Anders als die peinlichen Eltern der unsäglichen Casting- Schützlinge von RTL kann er stolz auf seine Tochter sein. Auf ihr ungeheures Talent, ihre glasklare Stimme, ihre Kreativität und auch auf ihr natürliches und herzliches Auftreten. Julianna Barwick ist eine Künstlerin, wie sie selbst einem altgedienten Konzertjunkie wie mir nicht alle Tage über den Weg läuft. Sängerinnen ihrer Güteklasse entdecke ich höchstens 2 bis drei pro Jahr, wenn überhaupt. Was sie heute abend im Pop In zu Paris ablieferte, war Hörgenuß pur, ein Fest für die Sinne, ein unvergessliches Erlebnis. Die New Yorkerin begeisterte mich mit ihrem "One Woman Choir" über alle Maßen. One Woman Choir? Ja, Julianna schafft Klangwelten, die ansonsten nur ein ganzer Kirchenchor hinbekommt. Dank sei der modernen Looptechnik und der Fähigkeit Barwicks, diese gewinnbringend einzusetzen. Durch scheinbar bloßes Drehen an ein paar Knöpfchen ist die Amerikanerin in der Lage, ihre sensationelle Stimme aufzunehmen und an passender Stelle wieder abzurufen. Dergestalt enstehen dichte, in Watte gepackte Chorgesänge, die so engelsgleich schön sind, daß man sich im Paradies wähnt. Der gesamte kleine Keller im Pop In wurde von Julianas luftigem, cremig gerührten Gesangesorgan durchflutet und ihr ätherischer Gesang durchdrang jede Pore meines Körpers. Ein sinnliches, benebelndes Erlebnis, das lediglich durch die große Hitze ein wenig gestört wurde. Aber viele Menschen erzeugen nun einmal Wärme und ganz Indie-Paris war auf den Beinen, um zu hören und zu staunen.



Barwick setzte ihre Stimme auf unterschiedliche Weise ein. Manchmal loopte sie nur ein paar Töne, in anderen Momenten aber auch längere, konventionelle Songzeilen (aber was sang sie da bloß?), über die sie dann noch einmal drüber intonierte. Das Ergebnis war mehr oder minder experimentell, aber immer ergreifend und verblüffend. Die Gesänge schienen nicht von dieser Welt zu sein. Performt wurde überwiegend Material des neuen Albums The Magic Place aber auch Sanguine kam zu seinem Recht.

Jeder, der heute dabei war, wird bestätigen können, das dies ein ganz ganz besonderes Konzert war. Die Frau wird ihren Weg gehen, ihr Daddy muss sich keine Sorgen machen! Ace!

Vor Julianna Barwick war die aus Los Angeles stammende Chelsea Wolfe aufgetreten. Eine gothisch gekleidete Frau, die ihr Gesicht hinter einem schwarzen Schleier verhüllt hatte und rabenschwarze Musik zelebrierte. Ihre Stimme erinnerte mich an Marissa Nadler und das Ganze hatte mich so neugierig gemacht, daß ich hinterher ihre CD erwarb. Sie wird in den nächsten Tagen und Wochen noch mehrfach in Paris auftreten, dann kann ich Genaueres berichten. Nicht unterschlagen werden sollte der Gastauftritt einer weiteren verschleierten Frau am Ende des Sets von Chelsea Wolfe, die zwei sehr experimentelle Songs zum Besten gab. Bei einem Stück ließ sie eine Kassette mit russischem spoken word laufen und begleitete das Gebrabbel irgendwann mit ihrer eigenen Stimme. Ich fand's spannend, was die aus der Ukraine stammende Wahlpariserin da ablieferte. Wie sie heißt? Elena Dingenskirchen. Elena auf jeden Fall. Werde es herausfinden.



 

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