Montag, 14. April 2014

Plumes, Karlsruhe, 23.03.14


Konzert mit Plumes
Ort: Karlsruhe-Waldstadt
Datum: 23. März 2014
Dauer: 75 min
Zuschauer: 15


Wer mich kennt, weiß, dass ich ein bisschen anders ticke. Schließlich widme ich mein bezahltes Arbeitsleben dem Ziel, Strömungen mit mathematischen Methoden besser zu verstehen und bei meinen Studentinnen und Studenten solche Bedingungen zu schaffen, dass ich ab und zu Zeugin des Moments werde, wenn der Aha-Blitz einschlägt und aufzeigt, dass  Mathe verdammt faszinierend ist.  


Nur unter diesen Vorzeichen kann man verstehen, warum mir der Gästebucheintrag so viel Freude machte, wo (ich kürze ein bisschen ab) steht, dass die dreizehnte Wurzel aus drei etwa so groß ist wie 49/45. Das sieht rein numerisch betrachtet vielleicht ein bisschen naiv und einfach aus. Steht aber für 20 Seiten, in denen mit mathematischen Methoden Ordnung geschaffen wird in Musik, die nicht auf 12 Halbtönen aufbaut, sondern sich 13 davon gönnt. Das ist eine Spezialität von Todd Harrop, der für Plumes in Deutschland wunderbar das Schlagwerg bedient.



Plumes bleiben bei den 12 vertrauten Halbtonschritten, wenngleich ich mir bei den Taktwechseln häufig nicht so sicher bin, ob das den Hörgewohnheiten nicht auch ein ziemliches Schnippchen schlägt. Am Vorabend dieses Konzertes hatte es im Cafe Nun ein Wiedersehen und -hören gegeben. Danach hatten wir einen herrlichen und locker gefüllten Sonntag gehabt. Veronica Charnley begleitete mich in ein Kammermusik-Konzert am Badischen Staatstheater, dessen Programm wie für uns ausgesucht schien. Bartók und Kodály (Veronica hatte gerade ein Bartók-Programm aufgenommen) und wir genossen besonders das Stück für zwei Flügel und Schlagwerk, das auch fürs Auge einiges zu bieten hatte und zwischendurch fast ein bisschen albern war.


In der Zwischenzeit hatte es mit Geof Holbrooks Hilfe Louise Campbell, die Klarinette, die von Kanada zum Flughafen in Stuttgart geflogen war, auch in die Waldstadt geschafft und so war das Programm am Abend auch etwas anders als im Nuncafe. Ich war aber - nun schon zum dritten Mal - wieder vom ersten Moment an gebannt, wie es Veronica mit ihrer Stimme und ihrem Charme schaffte, jeden im Raum zu verzaubern. Für jeden Konzertbesucher war es ja eine erste Begegnung und die Musik von Plumes ist schon auch ein bisschen anstrengend - nicht so süß und leicht und man muss sich ihr öffnen. Und mit der Klarinette (vor allem in Bass-Tonlage) war es erstaunlich laut...



Aber vor allem war es wunderbar. Beglückend und ein Sahnehäubchen auf einem einfach perfekten Tag.

Setlist:
01: Secret Love
02: Phonebooth
03: Spawning Ground
04: Look me in the eyes
05: Woodstock
06: Your train of thought through tunnels
07: Stray dog de France
08: Sweet Georgia Blue
09: Behold it
10: Seaweed
11: Swimming
12: Away from home
13: Overlooking the fire Hazard

14: Messy love (Z)



Aus unserem Archiv:
Plumes, Mainz, 26.04.13  
September Leaves & Plumes, Karlsruhe, 22.03.14 

Das klienicum zur Tour 2013 
Lie in sound zur Musik von Plumes



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