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Samstag, 22. September 2018

Plumes, Karlsruhe, 21.09.18

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Konzert: Plumes (Solo)
Ort: Klaras Wohnzimmer in der Karlsruher Oststadt
Datum: 21. September 2018
Dauer: 60 min
Zuschauer: 12


Der 21. September ist für mich immer ein besonderer Tag wegen eines besonderen Geburtstagkinds. Traditioniell wird er von mir als Sommerausklang bewußt wahrgenommen. Oft genug mit (spät)sommerlichem Wetter und aktivem Auftanken für den Winter, der sich kurz danach jäh in den rapide kürzeren Tagen Wirkung auf mein Gemüt verschafft. Das Karlsruher Wetter hatte 2018 die ganze Woche Hochsommer mit 31 Grad Celsius aufgelegt - bis am späten Nachmittag des 21. doch eine Regenfront dem Herbst Raum schuf. Dafür ging am Abend die Sonne auf mit dem Charme und der Herzlichkeit der Kanadierin Veronica Charnley und ihrer Musik als Plumes.
 

Etwas überrascht stellte ich beim Schreiben dieser Zeilen fest, dass es schon mein achtes Konzert mit ihr war. Die Besetzungen waren sehr unterschiedlich, zwischendurch auch sehr ausgefallen und wir haben auch wirklich immer allerhand Dönekes auszupacken, denn sehr oft waren die Konzerte mit lustigen Geschichten am Rand garniert.  Die kleine Konzertreise durch Deutschland war aber nun erstmals eine Tour ganz ohne Mitstreiter - reduziert auf ihre wunderschöne Stimme und eine E-Gitarre (mit der heimlichen oben schon erwähnten Zutat des einnehmenden Charmes).


In ihrer inzwischen auch schon vier Jahre andauernden Zeit in Paris sind einige Lieder zu Texten von Emilie Dickinson (z.B. Will there really be a morning und Curious/furious) und Marina Zwetajewa (z.B. Where does such Tenderness come from) entstanden, die ich aus Konzerten kenne und ins Herz geschlossen habe. Daneben auch Songs zu eigenen Texten wie Jeanne und Winter Getaway und so wunderbare Kleinode wie Love is like seeweed, was ähnlich simpel und dabei doch so sprechend ist wie das schon uralte Phonebooth mit überraschenden inneren Bildern. Es wäre schön, das auch bald mal auf einem Tonträger richtig produziert zu finden... ebenswo wie das das Konzert abschließende Golden Gourmande - das Hochlied auf Crème brûlée.

Es ist so schön, dass Klara den Rahmen für einen so wunderschönen Abend geschaffen hat.


Aus unserem Archiv: 
Plumes, Landau, 19.04.18
Plumes, Dresden, 01.09.17
Plumes, Karlsruhe, 31.08.17
Plumes, Darmstadt, 16.04.15
Plumes, Karlsruhe, 23.03.14
Plumes, Karlsruhe, 22.03.14
Plumes, Mainz, 26.04.13





Samstag, 2. September 2017

Plumes, Karlsruhe, 31.08.17

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Konzert mit Plumes in der Karlsruher Waldtstadt
Datum: 31.08.2017
Dauer: 50 min
Zuschauer: 17


Meistens kann man erst aus sicherer zeitlicher Entfernung einschätzen, welche Bedeutung ein Tag, ein Ereignis in sich tragen, wie sie sich in der Erinnerung darstellen werden. Als ich die kanadische Band Plumes 2013 (als Trio) in Mainz zum ersten Mal sah, war aber sofort klar, dass für mich mit diesem Abend und diesem Ort immer ein besonderer Zauber verbunden sein würde. Besonders schön war es deshalb, dass schon ein Jahr später Karlsruhe auf dem Tourfahrplan stand - gleich mit zwei Konzerten und wir uns auch 2015 in Darmstadt sehen konnten. Über die Zeit ist damit ein Vertrauen gewachsen, dass sich bei der Ankunft unserer musikalischen Gäste die Waldstadt wie ein Home away from home anfühlte und mir gleich noch eine andere Textzeile aus dem gleichen Lied in den Sinn kam: Tonight is an island we can rest on.
 

Das letzte Album war als Plumesensemble mit dicker Farbe gemalt gewesen, üppig und mit vielen Instrumenten. Es war zum Glück 2015 auch als Quintett in die Live-Aufführung nach Deutschland gekommen mit den kanadischen Musikern. In unserem Wohnzimmer war es 2014 zuletzt ein Quartett gewesen. Diesmal reist Veronica Charnley im Duo durch Deutschland. Sie mit E-Gitarre und ein paar Pedals - unsere Stereoanlage übernahm brav die Verstärkerrolle. Begleitet wird sie von  Sarah Niblack aus Seattle mit Viola, ein Instrument, das schon vor dem Konzert die Aufmerksamkeit der Hörer auf sich zog und später ein wenig gedämpft werden musste um die Stimme von Veronica nicht zu übertönen. 
 

Die beiden jungen Frauen hat das Schicksal in Paris zusammen geführt und die musikalisch neue Konstellation hatte erst am Vorabend in Paris in informellen Konzert die Feuertaufe bestanden. Da wir uns beim Essen ein wenig in alten und neuen Geschichten verbummelt hatten, musste der Soundcheck noch schnell am Anfang des Konzertes mit Hilfe des Publikums bewältigt werden mit viel Gelächter und letztlich wenig Problemen. Schon in diesem mit lachen und Sympatie von allen Seiten geführten Gespräch wurde mir klar, dass dies ein besonderer Abend werden würde.
 

Als Auftakt diente ein mir vertrauter Song Secret Love - sehr innig und spätestens als die Viola einsetzte, war Gänsehaut garantiert. Der Klang war warm und wirkte auf mich wie wie eine stumme Singstimme. Und auch mit dem zweiten Lied wurde tief in meinen Erinnerungsresonanzraum gesendet: Die ersten zwei Akkorden von Phonebooth zauberten ein seeliges Grinsen in mein Gesicht. Dieses wunderbare vertraute Kleinod!! Die spannende Frage vor dem Konzert war für mich gewesen: Wird es neues Material zu hören geben? Was hat Veronica wohl in den letzten zwei Jahren auf die Beine gestellt? Und diese Neugier wurde aufs beste befriedigt mit zunächst drei Liedern zu Emily Dickins Gedichten. Hier hörten wir auch zum ersten Mal Sarahs Singstimme wunderbar wiegend im Dreiertakt von Say Sea, Take Me
 

Für das dritte - Will there really be a Morning ging es tief in das von Veronica so geliebte Folkuniversum. Sehr gelungen fand ich auch das neue Gewand Early Bird  mit einem dramatisch festlichen Violakonzert als Auftakt. Veronicas Stimme und die Viola umschlangen sich durch Höhen und Tiefen - das war mit fröhlichen Augenzwinkern vorgetragen. Ein weiterer neuer Song Jeanne D'Ark begann mit dem aufmunternden Spruch: Go on you can untangle much more than you thought über einer zunächst tonlosen Gitarrenbegleitung. Diese Farblosigkeit in der Begleitung wurde später aufgelöst mit der tonhaft umarmenden Viola und Sarah im Gesangsduett. So entließ uns das Lied in einer optimistischen und warmen Stimmung. Mit Winter Getaway,  Seaweed und Holdup endete das Konzert wieder mit vertrauten Melodien, verzaubert durch Violaklänge.
 


Natürlich mussten wir uns noch eine Zugabe erbitten. Da die beiden nicht mehr Stücke geprobt hatten, spielte Veronica uns ein Solostück über ihre Liebe zu Crème brûlée: I'm taken to heaven with you. Ein Stück Himmel hatten wir an dem Abend auch blitzen sehen.

Setlist:
01: Secret Love
02: Phonebooth
03: Lightning
04: Say Sea, Take Me
05: Will there really be a Morning?
06: Early Bird
07: Jeanne
08: Winter Getaway
09: Seaweed
10: The Holdup

11: The Golden Gourmande (Z)
 

Aus unserem Archiv:
Plumes, Darmstadt, 16.04.15
Plumes, Karlsruhe, 23.03.14
Plumes, Karlsruhe, 22.03.14
Plumes, Mainz, 26.04.13 


Tourdaten:


Mittwoch, 29. April 2015

Plumes, Darmstadt, 16.04.15

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Konzert:  Plumes Ensemble
Ort: Oetinger Villa in Darmstadt
Datum: 16. April 2015
Dauer: 65 min
Zuschauer: knapp 20


Was ist nur mit diesem Konzertjahr 2015 los? Ein wirklich erstklassiger Jahrgang für mich bisher - und dann flatterte auch noch die Einladung für ein Plumes-Konzert ins Haus mit einem Großteil des Ensembles! Von den acht Konzerten in Deutschland befanden sich zum Glück auch einige in Reiseentfernung, nur nicht alle an für mich günstigen Tagen. Aber für die Fahrt nach Darmstadt in die berühmt berüchtigte Oetinger Villa war schließlich alles vorbereitet und es fand sich sogar eine sehr nette Darmstädter Begleitung.


Freilich musste ich am Konzerttag noch ein bisschen bibbern, ob alles klappen würde, denn obwohl es inzwischen eine 23-Uhr-Zugverbindung zwischen Darmstadt und Karlsruhe gibt, die sogar Anbindung an den Nachtbus in Karlsruhe hat, ist ein 21 Uhr-Beginn in einem studentisch verwalteten Haus kein Garant dafür, dass 60 min Konzert vor 23 Uhr zu Ende sind... Ich wollte mir aber nicht zu viele Sorgen machen, zumal es keine Option war, deswegen nicht zu fahren. Als Versicherung hatte ich meinen Schlafsack dabei und die Zusage für eine Couch, falls das Konzert sich ungefähr so verzögern würde wie vor zwei Jahren in Mainz.


Aber als ich ankam war alles gut. Die Mitglieder der Band waren bestens aufgelegt und freuten sich, wieder in Darmstadt zu Gast sein zu können. Wir erzählten uns das Neueste und ich konnte die für mich neuen Ensemblemitglieder kennenlernen. Außerdem sagte ich Bescheid: nichts dabei denken, aber kurz nach 23 Uhr flitze ich zum Bus! Während des Soundchecks fand sich die Gelegenheit mit Alex von der Gute Stube Neuigkeiten auszutauschen (z.B. gibt es am ersten Septemberwochenende wieder das tolle Forstfestival!)


Leider füllte sich der Raum in der Zwischenzeit nur wenig. Aber ich freute mich sehr, als um 22 Uhr

Veronica Charnley: Gesang, E-Gitarre
Louise Campbell: Klarinette und Bassklarinette
Pemi Pauli: Viola
 
Karl Jannuska: Schlagzeug
Geof Holbrook: Keyboard, E-Gitarre, Gesang


die Bühne für sich reklamierten. Im Vergleich zum Ensemble in Kanada fehlten nur noch Éveline Grégoire-Rousseau an der Harfe und Jean-Christophe Lizotte mit seinem Cello.


Das selbst verwaltete Haus war anscheinend so dominierend, dass sogar die Mikrofone anarchistische Anwandlungen hatten und im ersten Lied einfach ohne Grund aus dem Ständer fielen. Oder indem das Piano als Harfe zu überzeugen wusste... Jedenfalls wirkte der Ort so, dass sich die Musiker auf der Bühne ganz und gar zu Hause fühlten und spielfreudig allen anwesenden einen unvergesslichen Abend schenkten. Bei Phonebooth war ich schon mitten drin und sehr froh, mich auf den Weg gemacht zu haben (und es erschien auch in dem Umfeld des Abends sehr glaubwürdig, dass Veronica sich in einer Telefonzelle einsingen könnte, bevor sie auftritt).


Für Sweet Georgia Blue wurde dann die Kraft des großen Ensembles im Vergleich zur Trio-Besetzung, in der ich sie zuerst gesehen hatte, voll ausgespielt und ihr Vorzug bewiesen. Es gab ein langes und mich sehr begeisterndes Instrumentalintro bevor das vertraute Lied begann. Und auch der Kistenexorzismus (one box at a time) hatte einen ganz anderen Swing bei Away from home. Oder der Rhythmus bei Stray dog! Er war so mitreißend, dass Veronica am Ende selbst darüber lachen  musste.



Während es für Seaweed eine Spur weniger feurig, dafür aber einladend schunkelnd weiter im Programm ging ehe die Disconummer Fire hazard das Finale abfeierte. Bevor ich zum Bus rennen musste, konnte ich noch die einleitenden Pizzicato Viola Akkorde von Messy love hören und mich darüber freuen, dass es doch nun mit dem Konzert und meiner Heimfahrt ein Happy End genommen hatte. Im Herzen trug ich die Erinnerung an einen Abend nach Hause, der ein wahres Kleinod war und in seinen Facetten auch im nächsten Jahr weiter für mich leuchten wird. Plumes sind einfach eine ganz eigene Klasse von Musik und so ganz nach meinem Geschmack!


Setlist:
01: Look me in the eye
02: Phonebooth
03: Secret Love (Flotilla)
04: Early bird
05: Tension & release
06: Sweet Georgia Blue
07: Swimming with astronauts
08: Spawning Ground
09: Away from home
10: Hold up
11: Stray dog
12: Seaweed
13: Fire Hazard

14: Messy love (Z)

Foto von Plumes

Tourdaten:
08.04. Berlin  Schokoladen
09.04. Hamburg  FS 115
10.04. Erfurt  Franz Mehlhose
11.04. Aachen  Raststätte
15.04. Köln  Kulturcafé Lichtung
16.04. Darmstadt  Oetinger Villa
17.04. Offenbach  Parkside Studios
19.04. Ravensburg  Figurentheater


Aus unserem Archiv:
Plumes, Karlsruhe, 23.03.14
Plumes, Karlsruhe, 22.03.14
Plumes, Mainz, 26.04.13 



Montag, 14. April 2014

Plumes, Karlsruhe, 23.03.14

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Konzert mit Plumes
Ort: Karlsruhe-Waldstadt
Datum: 23. März 2014
Dauer: 75 min
Zuschauer: 15


Wer mich kennt, weiß, dass ich ein bisschen anders ticke. Schließlich widme ich mein bezahltes Arbeitsleben dem Ziel, Strömungen mit mathematischen Methoden besser zu verstehen und bei meinen Studentinnen und Studenten solche Bedingungen zu schaffen, dass ich ab und zu Zeugin des Moments werde, wenn der Aha-Blitz einschlägt und aufzeigt, dass  Mathe verdammt faszinierend ist.  


Nur unter diesen Vorzeichen kann man verstehen, warum mir der Gästebucheintrag so viel Freude machte, wo (ich kürze ein bisschen ab) steht, dass die dreizehnte Wurzel aus drei etwa so groß ist wie 49/45. Das sieht rein numerisch betrachtet vielleicht ein bisschen naiv und einfach aus. Steht aber für 20 Seiten, in denen mit mathematischen Methoden Ordnung geschaffen wird in Musik, die nicht auf 12 Halbtönen aufbaut, sondern sich 13 davon gönnt. Das ist eine Spezialität von Todd Harrop, der für Plumes in Deutschland wunderbar das Schlagwerg bedient.



Plumes bleiben bei den 12 vertrauten Halbtonschritten, wenngleich ich mir bei den Taktwechseln häufig nicht so sicher bin, ob das den Hörgewohnheiten nicht auch ein ziemliches Schnippchen schlägt. Am Vorabend dieses Konzertes hatte es im Cafe Nun ein Wiedersehen und -hören gegeben. Danach hatten wir einen herrlichen und locker gefüllten Sonntag gehabt. Veronica Charnley begleitete mich in ein Kammermusik-Konzert am Badischen Staatstheater, dessen Programm wie für uns ausgesucht schien. Bartók und Kodály (Veronica hatte gerade ein Bartók-Programm aufgenommen) und wir genossen besonders das Stück für zwei Flügel und Schlagwerk, das auch fürs Auge einiges zu bieten hatte und zwischendurch fast ein bisschen albern war.


In der Zwischenzeit hatte es mit Geof Holbrooks Hilfe Louise Campbell, die Klarinette, die von Kanada zum Flughafen in Stuttgart geflogen war, auch in die Waldstadt geschafft und so war das Programm am Abend auch etwas anders als im Nuncafe. Ich war aber - nun schon zum dritten Mal - wieder vom ersten Moment an gebannt, wie es Veronica mit ihrer Stimme und ihrem Charme schaffte, jeden im Raum zu verzaubern. Für jeden Konzertbesucher war es ja eine erste Begegnung und die Musik von Plumes ist schon auch ein bisschen anstrengend - nicht so süß und leicht und man muss sich ihr öffnen. Und mit der Klarinette (vor allem in Bass-Tonlage) war es erstaunlich laut...



Aber vor allem war es wunderbar. Beglückend und ein Sahnehäubchen auf einem einfach perfekten Tag.

Setlist:
01: Secret Love
02: Phonebooth
03: Spawning Ground
04: Look me in the eyes
05: Woodstock
06: Your train of thought through tunnels
07: Stray dog de France
08: Sweet Georgia Blue
09: Behold it
10: Seaweed
11: Swimming
12: Away from home
13: Overlooking the fire Hazard

14: Messy love (Z)



Aus unserem Archiv:
Plumes, Mainz, 26.04.13  
September Leaves & Plumes, Karlsruhe, 22.03.14 

Das klienicum zur Tour 2013 
Lie in sound zur Musik von Plumes



Mittwoch, 2. April 2014

September Leaves und Plumes, Karlsruhe, 22.03.14

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Doppelkonzert: September Leaves und Plumes
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 22. März 2014
Dauer:je 60 min
Zuschauer: etwa 70


Tonight is an island we can rest on 
(aus Away from home, Plumes)

Die Konzerte im Nuncafé sind ja immer etwas Besonderes: Bemerkenswerte Musiker & spezielle Atmosphäre. Aber dieser Abend hatte das Potential, sagenhaft zu werden, denn nicht nur waren Plumes nach einem knappen Jahr tatsächlich hier (das allein hätte mich schon auf das Höchste gespannt gemacht), es war auch das erste Konzert von September Leaves in der neuen Besetzung - Gerd und Uta - in Karlsruhe. Dort wo Gerd für wichtige Jahre zu Hause gewesen war.


So gab es viel Hallo kreuz und quer von Leuten, die Gerd Böttler sehen wollten und dabei die anderen trafen, die mit dem gleichen Anliegen hergekommen waren. Die Stunde nach dem Einlass war folglich gefüllt mit vielen Wie geht's? Was habt Ihr so erlebt? und Schön Euch zu sehen! Als pünktlich 21 Uhr schließlich die Musik begann, kehrte sofort eine gespannte Aufmerksamkeit ein für das, was 2014 musikalischer Stand bei September Leaves ist.


Das Paar auf der Bühne hatte uns eine wunderbare Stunde vorbereitet. Darin enthalten waren zum ersten meine Lieblingslieder von den ersten zwei Alben - manche in neuem Gewand. So habe mit innerlichem Ahhhh gehört: Maple tree, Like a monarch, Chocolate stars, Distance is a monster und Heroes. Darüber hinaus hatte es ja zweitens einen kleinen Vorgeschmack über die If yes - EP gegeben und so waren Global warming und Cold lakes zwar noch vergleichsweise Neuland, aber doch schon etwas vertraut und schon halb neue Lieblinge.


Sehr interessant für mich waren aber besonders die Nummern der dritten Gruppe, für die ich mir in der Setlist einfach Namen ausgedacht oder wie gehört aufgeschrieben habe, weil sie mir ganz neu waren: Drink milk, Humankind und Publicity. Die waren tatsächlich klare Anzeichen für ein frisch gelüftetes Projekt und machten Vorfreude darauf, hoffentlich bald diese und vielleicht weitere Lieder bald auch zu Hause hören zu können. Einerseits fielen die Texte auf, andererseits war z.B. die Posaune bei Humankind ein wunderbarer Hingucker und musikalischer Genuss.


Ein sehr schöner emotionaler Abschluss wurde mit Enzo am Akkordeon in der Zugabe geschafft - quasi als ein Brückenschlag, der uns alle angerührt zurück ließ.

Setlist:
01: Maple tree
02: Like a Monarch  
03: Cold lakes

04: Chocolate stars
05: Heroes
06: Drink milk 
07: Humankind
08: Publicity
09: Distance is a monster
10: Global warming 

11: Distance is a monster (Z) 


In der Umbaupause waren die Künstler sichtlich bemüht, die Zeit nicht überlang zu dehnen, bevor Plumes ihr Set beginnen konnten. Aber es war doch allerhand Technik ab- und wieder aufzubauen und es war fast ein kleines Wunder, wie reibungslos das gelang. 


Plumes Musik ist wunderbar leicht: tupfend und tänzelnd, aber eigentlich nicht sehr eingängig. Ich merke es immer wieder, wenn sich ein Melodiefetzen in meinem Ohr verhängt hat und ich ihn nachsummen will. Hier hopsen die Phrasen - von Taktwechseln getrieben -  recht wild und unerwartet hin und her und machen es interessant aber auch schwer zu kopieren. Oder sie bekommen so einen unbemerkten Schubs aus der Reihe, der einem beim Hören gar nicht auffällt, aber beim nachmachen das Genick bricht.


Ihre Präsenz auf der Bühne ist stets sehr schlicht, direkt, sympathisch und nahbar und auch an diesem Abend spürte man in allen Ansagen die Freude, Teil dieses Abends zu sein. Im Cafe Nun war das Ensemble Plumes vertreten durch  Todd Harrop am Schlagwerk, Geof Holbrook an den Tasten und seine Stimme leihend und Veronica Charnley als Sängerin - oft auch mit E-Gitarre.



In der Setlist gab es die vertrauten Lieder des Debuts wie Phonebooth (... is a perfect place to warm her voice), your Train of Thought through tunnels, away from home (mit dieser eingängigen Passage: one box at a time gets emptied out so oft wiederholt, dass auch ein großer Umzugswagen am Schluss leergeräumt wäre) und schließlich, als Zugabe, noch Messy love.



Schön, diese über das vergangene Jahr so lieb gewordenen Lieder nun wieder live zu hören und innerlich mit zu summen, aber weit interessanter für mich war natürlich zu hören, was es an neuem Material gab (von dem vieles schon für das nächste Album aufgenommen worden ist zu Beginn des Jahres in der Nähe von Dresden). Und das war überreichlich vertreten:

Secret Love, Stray dog de France, Spawning Ground, Seaweed, Swimming, Overlooking the fire hazard

waren klar Plumes-Songs und ebenso klar Boten für ein wunderbares neues Album! Das Publikum war von Plumes genauso bezaubert, wie ich es während meiner ersten Begegnung mit ihnen in Mainz sofort war. Es wurde begeistert applaudiert und gelacht und eine Zugabe gefordert. 

Was für ein wunderbarer Abend. Wirklich sagenhaft, fand ich...
Sagenhaft auch die Fotos von  Nicole Böttler!



September leaves
Bericht Karlsruhe, 14.07.12

23.03. Köln – Melodica Festival
26.03. Köln – Die Wohngemeinschaft mit Hello Piedpiper
27.03. Wuppertal – Hutmacher
28.03. Kiel – Prinz Willy
29.03. Lübeck – Tonfink

Plumes
Bericht Mainz, 26.04.13

24.03.    Winterthur - Portier

25.03.    Tübingen - Wilhelma
27.03.    Offenbach - Parkside Studios
28.03.    Aachen - Raststätte
29.03.    Köln - Kulturcafé Lichtung
02.04.    Berlin - Schokoladen
03.04.    Hamburg - Astrastube
05.04.    Magdeburg - Volksbad Buckau


 

Sonntag, 28. April 2013

Plumes, Mainz, 26.04.13

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Konzert: Plumes & Modern Days
Ort: Haus Mainusch in Mainz
Datum: 26. April 2013
Zuschauer: 30-40
Dauer: je etwa 45 min


Tonight is an island we can rest on.


Was für ein intensiver Tag, der mit dem Abend im Haus Mainusch und speziell  im Plumes-Konzert auf wundersame Weise zu sich kam. Eine sehr kurze Nacht, denn nach dem Abend in Mannheim war  ich erst in den frühen Morgenstunden zurück. Früh ins Büro, denn Vormittags stand aushandeln und eintüten von ersten Neuordnungsschritten nach einem materiellen und menschlichen Wirbelsturm in der Arbeitsgruppe auf dem Programm. Am Nachmittag zwei Abschiede am Flughafen mit gespanntem Herzen, inklusive kurzem Familientreffen. Dazwischen sehr konzentriertes Büro halten am Fernbahnhof.

Die mit dem Tod tanzt

Der eigentlich unerhebliche Sprung von dort nach Mainz dann mit fast allem was die Informationspolitik auf Bahnhöfen der DB so liebenswert macht. Info beim losgehen zum Fernbahnhof Zug fällt aus - ok. die S-Bahn tut es auch und der S-Bahnhof liegt sowieso näher. Anzeigetafel am S-Bahnhof sagt aber Ersatzzug fährt! Mit einem kleinen Sprint schaffe ich den noch. Japsende knapp rechtzeitige Ankunft am Fernbahnhof - dort die Info Zug etwa 20 min zu spät. Rückweg zum S-Bahnhof (inkl. längerer Fahrtzeit und S-Bahn-Zugtakt) zahlt sich nicht aus. Bei den 20 min bleibt es freilich nicht. Schließlich fährt ein anderer (planmäßiger) Zug ein und was aus unserem Zug wird, ist keine Ansage wert.  

Am Ende bin ich statt 15 min schlappe 50 min unterwegs nach Mainz. Dass ich darüber fast ruhig bleibe, rechne ich mir als coolness an. Aber, so richtig voller Elan bin ich dann doch nicht mehr und lass mir statt eiligem Fußweg durch die unbekannte Stadt im strömenden Regen dann doch lieber von einem Taxi helfen (Taxi fahren ist für mich normalerweise nur echten Katastrophen vorbehalten). Damit bin ich nur wenige Minuten später als geplant am Haus Mainusch. Nach den vagen Informationen im Vorfeld sollte jetzt eigentlich seit einigen Minuten die Vorband spielen....


Das Haus Mainusch ist ein selbstverwaltetes Gemeinschaftshaus. Sehr unabhängig und alternativ. Hier wird jede_r respektiert, sogar Raucher... Ich hatte es mir etwas größer vorgestellt - auf der Suche nach der Bühne und bekannten Gesichtern bin ich schnell durch und habe keines von beidem gefunden. Das ist schließlich der Moment, wo sich doch Verzweiflung flüsternd einschleicht. 

Aber ein Gesicht erkenne ich auf einmal doch ... die Plumes Sängerin Veronica Charnley herself ... und an ihrem Tisch gibt es auch noch einen Sitzplatz. Was soll's ehe ich groß überlegen kann, stelle mich als Freundin von Oliver Peel vor und sofort entspinnen sich die nettesten Gespräche. 


Am Tisch ist noch eine deutsche Freundin aus gemeinsamen Zeiten in Kanada, die für den Abend auf ein Wiedersehen und -hören gekommen ist. Es geht um Fremdsprachen lernen und verlernen, Tourdönekes, Mutmaßungen über den weiteren Verlauf des Abends. Dann kommt Geof Holbrook (Ehemann und heute verantwortlich an den Tasten) hinzu. Stille Freude als ich erzähle, dass ich das Vorprojekt Flotilla kenne und die CD One Hundred words for water sehr mag (klienicum sei Dank!). Dann gesellt sich ein weiterer Kanadier zu uns, den es zur Zeit nach Deutschland verschlagen hat. Michael Taylor arbeitet am Staatstheater in Mainz als Sänger. Was für ein Energiebündel!

Bevor die Vorband deutlich nach 22 Uhr beginnt, finde ich auch die Bühne in einer Art großer Garage hinter dem Haus. Dort aber leider Ernüchterung: Hier wird (obwohl der Raum als Nichtraucher-Zone ausgewiesen wird) ausgerechnet von der Band selbst geraucht. Erst fängt einer neben mir an,  dann sind im nächsten Moment alle dabei  - die 4-5 unter den 30 anwesenden in den fensterlosen Raum reichen, dass es sehr stört. Ich spreche sie an: ich würde gern über ihren Auftritt schreiben und sei dafür extra aus Karlsruhe gekommen und Rauchen stört mich sehr. Die Reaktion ist Achselzucken (Körpersprache: was bist du denn für eine?) ... und so spare ich mir das Konzert.



Statt dessen finde ich am Tisch im Haus den Plumes Drummer  Todd Harrop und wir haben ein interessantes Gespräch über ein harmonisches System an dem er gerade arbeitet und für das er nach einem guten Modell sucht, das über das geordnete aufschreiben von Zahlen hinausgeht. Wir haben Spaß, den Zusammenhang von Mathematik und Musik zusammen zu ergründen und die Faszination an dem Gedankenspiel zu teilen, das bei ihm zu komponierter Musik und Experimenten damit führen wird.

Schließlich wird es nach 23 Uhr ernst. Die Plumes-Musiker machen die letzten Handgriffe, um Mikros, Gitarre und Keyboard an den Verstärker zu bringen und ein improvisiertes Drumset zu sortieren.


Veronica begrüßt das Publikum sehr herzlich und mit den ersten melodischen Phrasen - noch ohne Unterstützung der zwei Herren - hat sie sozusagen im Handstreich das Publikum: Der erste Applaus ist euphorisch. Beim zweiten Song (das erste Stück des aktuellen Albums mit englischen und französischen Textteilen - sehr faszinierend!) ist die Bude wieder ordentlich voll. Er hat alles, was die Musik von Plumes so faszinierend und interessant für mich macht: die Stimme von Veronica, die anscheinend schwerelos über die komplexen Melodiephrasen und Rhythmen schwebt und doch ganz festgezurrt im hier und jetzt ist. Es folgen danach mehrere ruhigere Songs mit sehr dezenter Schlagzeugunterstützung. Vor Kalimba mountain song erzählt sie uns, dass es kein Spaß ist, im eiskalten Winter von Montreal eingemummelt Treppen zu steigen. So wird das slow motion im Text fast körperlich erfahrbar. Bei Messy love gibt es spontane Lacher über die Textstelle, dass sie sich lieber auf Kiefernnadeln betten würde.



Das letzte Lied Away from home geht schließlich wirklich direkt ins Ohr und ist zugleich Ohrwurm und unbedingte Mitwippnummer trotz der vertrackten Taktwechsel und ungeraden Taktlängen. Ein rechter Rausschmeißer eigentlich. 


Freilich lässt sich das begeisterte Publikum nicht ohne Zugabe wegschicken. Auch hier gibt es eine Geschichte zum Lied. Unversehens war Veronica in die Situation geraten, dass nur Armlängen entfernt ein Polizist jemanden mit Pistole am Kopf befahl, die Hände hoch zu nehmen. Bei ihr wird aus der emotionalen Erschütterung ein Liebeslied. Eine rechte Hymne, die mich beschwingt in die Nacht gehen lässt. Der Fußweg ins Hotel ist mir danach egal, obwohl es immer noch dolle regnet.



Muss dann auch gar nicht sein. Nach kurzem ersten Wegstück kommt eine Busstation in mein Blickfeld - voller Konzertbesucher, die ich um Rat fragen kann und schon 2min später fährt mich ein für die Uhrzeit ziemlich voller Bus bis fast vor mein Hotel. 

Ein Abend mit mir bis dahin fremden Menschen so voller Freundlichkeit und anregender Gespräche und Impulse. Und die Musik so zauberhaft und dabei doch auch so irdisch. Ein wahrhaft würdiges Finale für meine drei Musik-abenteuerlichen Tage. Und ins Staatstheater muss ich schnellstmöglich auch...

(Die Überschrift ist aus Away from home by Plumes)



Setlist Plumes:
(1) Behold it
(2) Your train of thought, through tunnels
(3) Phonebooth
(4) Kalimba mountain song
(5) Messy love
(6) Woodstock
(7) Figure it out
(8) Sweet Georgia blue
(9) Beached dolphin
(10) Comfort in future loves
(11) Away from home

(Z) The Holdup 




Setlist Modern Days:
(1) Modern days
(2) Your ghost
(3) Too well
(4) Navigator
(5) Rosemary
(6) Metropolitain
(7) House of Leaves
(8) Beat the devil
(9) Weatherman


Aus Archiven:
Plumes auf Bandcamp
Tourempfehlung von Oliver
Tourempfehlung vom klienicum
das klienicum im April 2012




 

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