Freitag, 25. April 2014

Friend'n Fellow, Karlsruhe, 24.04.14


Konzert: Friend'n Fellow
Ort: Jubez in Karlsruhe
Datum: 24. April 2014
Dauer: 100 min
Zuschauer: 100-120

Foto (c) Axel Clemens

Schon seit 1991 sind Thomas Fellow mit seiner Gitarre und Constanze Freund als Sängerin unterwegs als Friend'n Fellow - rund um die Welt mit mittlerweile mehr als 1000 Konzerten. Und ziemlich genauso lange sind sie ein Bestandteil meines musikalischen Horizonts. Constanze eigentlich schon etwas länger, weil ich schon ihre Band Mr Adapoe, die noch mit satten Bläsern den Jazz in die Welt brachte, total Klasse fand.

Das ist inzwischen längst vorvergangene Geschichte aus einem verschwundenen Land.

Es sind auch Friend'n Fellow, die als erstes einer Einladung von mir gefolgt sind, uns in privater Runde ein Konzert zu spielen. Vor mittlerweile 10 1/2 Jahren war es die Sensation in unserem Freundes- und Bekanntenkreis und Generationen-übergreifend ein Volltreffer. Immer wieder mal kommt auch heute noch das Gespräch darauf und es leuchten dann die Augen. What a wonderful world - schon damals ein Augen öffnendes Erlebnis! 


Im Vergleich dazu ist die Zahl unserer gemeinsamen Konzertabende recht dünn. Nur zweimal sahen wir sie - zuletzt in Karlsruhe im Jubez Anfang 2010.


Für den Oktober 2011 hatten wir auch schon Karten für das geplante Konzert im Jubez. Das war allerdings genau der Tag, wo die gerade laufende Tour krankheitsbedingt abgesagt wurde und sich die Pause bis Januar 2013 dehnte. Kein Wunder, dass Constanze zu Beginn des Konzertes mit Nachdruck betonte, wie froh sie sein, nun in Karlsruhe auf der Bühne zu stehen.
 
Foto (c) Axel Clemens


Was macht nun das Besondere dieses Duos aus? Zunächst sind beide absolute Hochkaräter in ihrem Fach. Was Thomas Fellow mit seiner Gitarre anstellt, ist technisch zum staunen und musikalisch mitreißend. Es scheint stets auch schon im Spiel die Rampensau durch, die er ist. Manchmal krümmt sich der Körper fast Fötenhaft um sein Instrument und beide werden auch optisch fast eins. An diesem Abend im Jubez durfte er auch genau in dieser Manier den Auftakt geben zu My Baby don't care

Constanze hat eine Stimme mit vielen Facetten. Immer wieder beeindruckend tiefe Lagen, die von einem mythischen Ort zu kommen scheinen, aber kaum aus diesem Körper, ein samtiges Timbre für die Kuschelsongs und Beatbox-Ausbrüche, die die Melodien oft jäh zerreissen und neu zusammensetzen (oder auch nicht). Und eigentlich fast immer (außer in den ganz ruhigen Liedern) singen auch die Hände: wedelnd und gestikulierend werden sie Bestandteil des Ton-bildenden Prozesses und es wirkt dann auch manchmal fast wie Beschwörung und Hexerei.

Im Repertoire sind einige adaptierte Jazzklassiker und sehr viel eigenes Material. Alles wandelt sich und wird immer neu erschaffen. An diesem Abend ließ mich besonders die Version von Grandmothers Hands (immer schon einer meiner Lieblinge) fast atemlos zurück. Oder Sunny


Live gibt es auch immer die Geschichtchen, die alle zu lachen bringen und mit denen sie auch die letzte Person aus dem Publikum mit Leichtigkeit auf ihre Seite ziehen. Nicht anders an diesem Abend im Jubez. Ein frenetisch klatschendes Publikum, glücklich und begeistert. Hauptsache kein Country - aber auch das können die beiden anscheinend anders und neu definieren.



Konzertvorschau:
25.04. Kaiserslautern Kammgarn
23.05. Osnabrück Gäste Garage
03.06. Weimar Ettersburg-Festival
15.06. Oldenburg Theater Laboratorium
17.07. Bozen
26.07. Neustrelitz Open Air
11.08. Herbruck Festival
13.09. Kirchlinteln Altes Gewächshaus
14.09. Witzenhausen Open Air
10.10. Lagny Festival
25.10. Neunkirchen Gebläsehalle
21.11. Ravensburg Zehntscheuer



0 Kommentare :

 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates