Freitag, 5. November 2010

Festival des Inrocks 1. Tag, 04.11.10


Konzert: Festival des Inrocks, erster Tag mit Beach House, Midlake, Anna Calvi, Espen & The Witch und anderen

Ort: La Cigale & La Boule Noire, Paris
Datum:04.11.2010
Zuschauer: jeweils ausverkaufte Locations
Konzertdauer: Konzerte von 18 Uhr bis Mitternacht


Wenn Al Qaida gestern eine Bombe auf die Pariser Cigale geworfen hätte, wäre ein Großteil der Pariser Indieszene ausgelöscht worden. Alle waren sie da: Musiker, Labelleute, Journalisten Fotografen, Blogger, Fans. Das alljährlich im November in Paris und anderen Städten Frankreichs stattfindene Festival des Inrocks ist eines der ganz großen Highlights des Musikjahres. Ich liebe die Atmosphäre, die Stimmung, das ganze Drumherum. Man trifft so viele bekannte Gesichter, in der Regel nette, fachkundige Freaks, die ebenfalls den ganzen Tag nur an das Eine denken (und ich meine jetzt nicht Sex oder Fußball). Aber wie waren die Konzerte? Hielten sie, was sie versprachen? Auf Grund des Zeitdrucks (gleich geht schon der zweite Festivaltag los) kann ich zunächst nur ganz kurz resumieren.

John Grant: Habe ich bewusst ausgelassen. Ein Mädchen im Forum des Veranstalters Les Inrocks brachte das Problem auf den Punkt "Ich dachte jeden Moment, jetzt würde der Kerl anfangen, Candle In The Wind zu singen. Will heißen: John Grant klingt nach Elton John und Billy Joel. Igitt!

The Acorn: Die Kanadier mit dem deutschstämmigen Sänger wurden als erst aufs Publikum gehetzt. Leider habe ich sie verpasst.

Esben & The Witch: Ein Konzert (Foto rechts) in der kleinen Boule Noire. Düster, tribalisch, okkultisch, dämonisch, spannungsgeladen. Definitiv eine Band, die ich mir noch einmal bei einem "richtigen" Konzert ansehen muss!

Beach House: Für mich die Enttäschung des Tages. Ausgerechnet beim Hit Norway war der Sound beschissen und auch sonst war das Ganze nicht perfekt ausbalanciert. Victoria mühte sich zwar nach Kräften, wirbelte wieder ihr Haar wild durch die Luft und hopste wie ein Känguruh, aber ihre Stimme war heute nicht gut geölt. Leider nur gehobenes Mittelmaß.

Midlake: Das beste Konzert des Tages. Die Texaner haben mich bisher immer auf CD restlos überzeugt, aber live fehlte stets ein Tick Dynamik. In der Cigale boten sie aber ihre famosen Lieder (Roscoe, Head Home) in einer deutlichen rockigeren Version und schafften es so, das Publikum mitzureißen. Einen umfeierten Gastauftritt hate Jason Lytle von Granddaddy (Am 180).

Setlist Midlake, La Cigale, Paris:

01: Fairest Way (neu)
02: Children Of The Ground
03: Winter Dies
04: My Young Bride
05: Roscoe
06: Core Of Nature
07: Dawn Has Arrived (neu)
08: Am 180 (Grandaddy)
09: Head Home

10: Branches


Anna Calvi:

Auf die zierliche Blondine mit dem Dutt muss man aufpassen. Die elegante Frau hat Potential. Ihr Konzert in der restlos überfüllten Boule Noire, das sie zusammen mit einem Drummer und einer Harmoniumspielerin bestritt, war aber zu kurz (nur 5 oder 6 Lieder), um voll auf seine Kosten zu kommen. Kürzlich hatte sie bereits im Vorprogramm von Grinderman für postive Schlagzeilen gesorgt. Wir werden sicherlich noch so einiges von ihr hören, Anna hat ein feuriges Temperament und eine kraftvolle Stimme...



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