Samstag, 13. November 2010

Erland And The Carnival, Duisburg, 12.11.10



Konzert: Erland And The Carnival (& Cama Maya)
Ort: Steinbruch, Duisburg
Datum: 12.11.2010
Zuschauer: ca. 150
Dauer: Erland & The Carnival ca. 60 min, Cama Maya 30 min


Im April, als sie schon einmal auf Deutschland-Tour waren, kannte ich Erland And The Carnival wohl noch nicht, sonst hätte ich mir die Band, die so herrlich altbacken klingt, nicht entgehen lassen. Zur Zeit (Freitag und Samstag) sind die Briten wieder im Lande, für mich im ausgebuchten November nur in Dusiburg erreichbar.

Das Café Steinbruch ist eine ziemlich große Kneipe mit ziemlich kleinem Konzertsaal - aber großen Namen, die dort auftreten. Erland And The Carnival als großen Namen zu bezeichnen, wäre sicher verwegen, allerdings ist einer der Macher der Band eine größere Nummer der britischen Musikszene, nämlich der ehemalige Verve*-Gitarrist Simon Tong. Sänger der Gruppe ist Erland Cooper, ein Folksänger von den Orkneys.

Folk ist auch das Stichwort. Das Repertoire von Erland And The Carnival setzt sich zusammen aus neu arrangierten, umgedichteten oder an ihnen orrientieren Folkfetzen. Die Originale kenne und erkenne ich alle nicht, daher ist die Entstehungsgeschichte für mich zwar spektakulär aber nicht furchtbar relevant für das Hören der Stücke. Seit dem Kennenlernen der Musik beeindruckt mich vielmehr, wie wundervoll Erlands Lieder nach den 60ern klingen, ähnlich wie die Last Shadow Puppets. Ich kann leider das Wort Retro nicht verhindern, es beschreibt die Briten einfach zu gut.

Bevor Erland And The Carnival auftraten, spielte eine Band aus Dinslaken. Cama Maya stellten sich als sehr ordentliche Vorgruppe dar. Die Bandmitglieder haben in ihrer Kindheit sehr oft die Beatles gehört, was den Stil ihrer Musik geprägt hat. Es passte sehr gut zu dem, was kommen sollte. Auch wenn sie 60s Pop spielten, erinnerte mich der singende Keyboarder stimmlich auch an den einen anderen mir bekannten Sänger aus Dinslaken, den von den Kilians.

Erland And The Carnivals bestehen (live) aus fünf Musikern. Neben Erland und Simon Tong gehören Bassist Danny Wheeler, Schlagzeuger David Nock und Organist Andy Bruce dazu.

Als sie begannen, war ich überrascht, wieviel lauter und rockiger die Briten live klingen. Ich hatte mich mehr auf Folk, vielleicht sogar sitzend eingestellt, wie druckvoll die Lieder dargeboten wurden, war zwar ungewohnt allerdings auch extrem hörenswert!

Besonders gefallen hat mir der durchgängige Hintergrundsound der Kirmesorgel von Andy Bruce. Ganz typisches 60er Jahre Georgele, das quasi den Soundtrack zur Musik von Erland bildet. Dazu kamen die treibenden Gitarrenrhythmen der beiden Hauptdarsteller, die bei manchem Stück an Westernmelodien erinnern - großartig! Gentle Gwen zum Beispiel könnte einem John Wayne Film entsprungen sein.

Das eingängigste Lied der Band ist sicher Trouble in mind, ein wunderbares Pop-Stück. Deneben gefielen mir besonders zwei andere Lieder,
You have loved enough, weil das in vierstimmigem (!) Pfeifen endete und Love is a killing thing, das erst sehr ruhig beginnt, dann aber immer lauter wird. Allerdings waren das nur die auffälligeren Titel, gut waren nämlich alle Lieder, Schwächen oder Längen hatte das Set wirklich nicht.

Eine wirklich tolle Band, live noch einmal überraschend spannender, als die Platte und die übrigen Veröffentlichungen versprachen!

Setlist Erland And The Carnival, Steinbruch, Duisburg:

01: The echoing green
02: My name is Carnival
03: Gentle Gwen
04: The Derby ram
05: Everything came too easy
06: Disturbed this morning
07: Was you ever see
08: The tempest
09: ?
10: Trouble in mind
11: You don't have to be lonely
12: Love is a killing thing

13: You have loved enough (Z)
14: ?
15: One morning fair (Z)

* der auch bei Blur und The Good The Bad & The Queen gespielt hat

Fotos folgen, dann vermutlich auch noch nähere Informationen




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