Donnerstag, 25. Oktober 2007

Pony Up!, Köln, 24.10.07


Konzert: Pony Up!

Ort: Stereo Wonderland Köln
Datum: 24.10.2007
Zuschauer: 27*

Im Stereo Wonderland war ich vorher noch bei keinem Konzert (ein großer Fehler!). Aber als ich auf deren Webseite las, daß Konzerte da um neun anfangen und um zehn vorbei sein müssen, und weil Pony Up! am Vorabend länger als eine Stunde gespielt haben, war ich pünktlich um halb neun vor dem kleinen Laden gegenüber der Konzertstätten Prime Club und Blue Shell. Durchs Fenster sah ich erstaunt (und meine Befürchtungen bestätigend), daß die jungen Kanadierinnen schon spielten. Ich zahlte meine fünf Euro Eintritt (der Türsteher im Clubkeller in Frankfurt hatte den Ticketpreis von 6,50 Euro noch damit begründet, daß die Band das so festgelegt habe... hmmm....) und war als erster zahlender Gast im Stereo Wonderland. Vor mir waren nur die Cluboffiziellen und die Band da. Pony Up! waren nämlich noch beim Soundcheck.

Im Gegensatz zu Frankfurt war der Soundmann auch noch da (und blieb auch) und stimmte die Anlage im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab. Das sollte sich sehr lohnen, denn die Band sollte im Laufe des Abends viel besser klingen als in Frankfurt. Für mich wirkte es im Clubkeller am Dienstag oft so, als wären die beiden (Haupt-) Sängerinnen Laura und Sarah wegen der miesen Monitorboxen verunsichert.

Zurück zu Mittwoch: Langsam kamen dann glücklicherweise doch noch einige andere Gäste. Als die Band dann begann, war der Laden ziemlich voll, was bei dessen Größe eben in der Spitze knapp 30 Leute bedeutete.

A propos Größe: Ich hatte bei meinem Frankfurt Bericht schon geschrieben, wie
winzig die Band ist (musikalisch ist sie das natürlich überhaupt nicht!). Das Stereo Wonderland hat eine Bühne! Das machte es etwas harmloser. Aber die vier wirken trotzdem nicht so, als dürften sie in den USA in die Clubs, in denen sie auftreten. Gitarristin Sarah, die mittlerweile ganz anders als auf den älteren Promofotos aussieht (sie hat jetzt kurze Haare und einen Nasenring), hatte ihr Mikro für ihre Größe viel zu hoch eingestellt. Also immer, wenn sie Sing-Parts hatte, stellte sie sich auf die Fußspitzen und reckte sich um gerade so ans Mikro zu kommen, herrlich!

Sarah und Laura singen abwechslend, oft auch gemeinsam, und beide beherrschen das sehr gut. Ich hatte vor dem ersten Konzert große Bedenken, daß gerade bei einem meiner Lieblingslieder "Dance for me", bei dem der Gesang für mich als Laien sehr
anspruchsvoll klingt, einiges schief geht. Das war Blödsinn! Es war toll! Sehr oft wechselten die beiden die Mikros, das bedeutete immer einen kleinen Umbau; wenn Sarah den Hauptpart eines Stücks übernahm, schraubten beide ihre Mikros ab und tauschten. Das habe ich auch noch nicht erlebt!

Die Musik der vier ist allerbester Indie-Pop, mit traumhaftem kanadischen Akzent. Natürlich liegt bei einer kanadischen Frauenband der Vergleich zu Organ nah - besonders auf diesem organphilen Blog. Wenn man schon vergleichen will, könnte man Pony Up! als die fröhlichen Schwestern von The
Organ bezeichnen.

Auch in Köln spielten Pony Up! wieder ein paar neue Lieder. Die passen sich aber nahtlos ins alte Repertoire ein. Weil die letzte Platte bereits 2005 in Kanada erschienen ist, könnte ja auch bald schon ein Nachfolger erscheinen. Auf den freue ich mich schon jetzt sehr!

Man hatte der Band wohl gesagt, um zehn solle Schluß sein. Eigentlich wollten sie da schon aufhören, sie bekamen aber noch ein paar Minuten Extrazeit und konnten zwei Zugaben spielen.

Schade, daß nur so wenige Leute sich diese großartige Band angesehen haben!

Setlist Pony Up! Köln:

01: What's free is yours
02: Jingy
03: Dance for me
04: Manchild
05: Bastard
06: Only feelgood
07: Passtime endeavour
08: Make, model, #
09:
Charles van (kann ich nicht lesen)
10: Wet
11: The truth about cats and dogs (is that they die)

12:
Crutch & cradle (Z)
13: Possible harm (Z)


* 27 Leute, solange es keinen Eintritt kostete, darunter die komplette Mannschaft des Stereo Wonderland, der DJ, der Soundmann. Einer der 27 ging nach drei Liedern.



1 Kommentare :

undertaper hat gesagt…

Nachtrag zum Pony Up Konzert:
sehr netter, anekdotenreicher Bericht - hatte was tragikomisches - aber gute Musik braucht keinen vollen Club ;)
manchmal ist halt auch ne "Metropole" nix als ein Kleinstadtviertel
Gruß aus der Indie-Kleinstadt

PS. bez. Beuteschema
Mates of state - der Inbegriff einer Keyboardband und Frau/Mann Gesang

 

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