Mittwoch, 24. Oktober 2007

Pony Up!, Frankfurt, 23.10.07


Konzert: Pony Up!

Ort: Clubkeller Frankfurt
Datum: 23.10.2007
Zuschauer: ca. 30


Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich Pony Up! erst vor kurzem kennengelernt habe. Dabei entspricht die Band vollkommen meinem Beuteschema: eine kanadische Indie-Frauenband mit Keyboard muß mir einfach gefallen. Ihre erste Platte, "Make Love to the Judges with Your Eyes", ist mit einem Jahr Verspätung auch in Europa erschienen und enthält viele wundervolle Indie-Pop Lieder. Vorher hatten die vier Frauen aus Montreal eine EP "Pony Up" veröffentlich, die den Hit "Shut up and kiss me" enthält.

Der Vermarktung der Platte in Europa diente vermutlich auch die Tour, die die Band gerade durch Europa macht. Deutschland war nach den Niederlanden die zweite Station, es folgen Luxemburg, Frankreich und England.

Das Konzert in der Nähe sollte in Frankfurt stattfinden. Zwei Tage vorher wurde zwar auch noch Köln angekündigt, nach dem Lucky Soul-Desaster (ich mußte mich zwischen Köln und Frankfurt entscheiden, kaufte eine Karte für den zweiten Termin in Frankfurt - in Köln waren etwa 20 Leute - und plötzlich gab es technische Probleme und Frankfurt fiel aus) lieferte die Devise "sicher ist sicher" den Grund, in den Clubkeller nach Sachsenhausen zu fahren.

Der Clubkeller ist ein echter Knüller. Der Laden liegt zwar nah am sachsenhäuser Äpplerbezirk aber eben nur nah - und damit in einem Wohngebiet. Oben drüber
befindet sich eine Kneipe mit dem Namen "Erdgeschoß", die Verantwortlichen haben also ein Gespür für sachliche Namensgebung, oben "Erdgeschoß" unten "Clubkeller", da weiß doch jeder, wo er dran ist.

Der Clubkeller ist kleiner als viele private Partykeller, hat einen Kicker, eine kleine Bar und eine Ecke, in der die Instrumente aufgebaut waren. Das Keyboard lag auf zwei sehr geschmackvollen Barhockern.

Irgendwann standen ein paar sehr kleine und sehr junge Mädchen neben uns, die englisch sprachen. Etwas später legten die Mädchen ihre Jacken mit Pelzkapuzen ab, gingen zu den Instrumenten und fingen an. Pony Up! (ob die da jetzt das Ausrufezeichen haben oder nicht, weiß ich nicht abschließend - die Band aber unter Umständen auch nicht, ich habe es nämlich unterschiedlich gefunden) bestehen aus
der sehr kleinen Gitarristin (und Sängerin) Sarah, der sehr kleinen Sängerin und Keyboarderin Laura, der sehr kleinen Schlagzeugerin (und Background-Sängerin) Lindsay und der viel größeren Bassistin (und Background-Sängerin) Lisa. Lisa ist vielleicht 1,63 m groß.

Der Club hatte sich bis dahin gut gefüllt, es waren ungefähr 30 Leute anwesend -
darunter aber auch Laufkundschaft. Das erste Stück war eines vom Album, "What's free is yours", die Band spielte im Laufe des Abends aber erstaunlich viele neue Lieder, die weder auf dem Album noch auf der EP sind. Auch die mir unbekannten Stücke gefielen mir sehr. Bei den meisten Titeln singt Laura, bei einigen übernimmt die wahnsinnig quirlig und sympathisch wirkende Sarah den Gesangspart. Beide wirkten allerdings ziemlich unsicher, weil ihre Stimmen zu leise aus den Monitorboxen kamen. Sarah fragte mehrfach, ob der Soundmann das ändern könne, bis irgendwann ein Cluboffizieller kam und sagte, der Tontechniker sei gar nicht mehr da. Unter der Unsicherheit litt das Konzert ganz sicher ein wenig. Ansonsten wirken die vier trotz ihres Alters sehr routiniert und beherrschten ihre Instrumente wirklich sehr gut.

Leider mußten wir vor den Zugaben los, Bahnverbindungen von Frankfurt in die große Welt sind weit schlechter als man denkt (und überhaupt nicht konzertfreundlich!). Vorgesehen waren auf der Setlist aber die beiden großen Hits "
Shut up and kiss me" und "Possible harm". Mehr zur Musik folgt im Bericht zum Kölner Pony Up! Konzert.

Setlist Pony Up! Frankfurt:

01: What's free is yours
02: Jingy
03: Dance for me
04: Manchild
05: Bastard
06: Only feelgood
07: Charles van (kann ich nicht lesen)
08: Passtime endeavour
09: Make, model, #
10: Crutch & cradle
11: Power of 8
12: Prom wars
13: Wet
14: The truth about cats and dogs (is that they die)

15: Shut up and kiss me (Z) *
16: Possible harm (Z) *


* vermutlich

2 Kommentare :

Christina hat gesagt…

Beuteschema, hihi! (wären es Männer, würden sie bei mir dort auch voll reinfallen...vor allem, wenn sie genauso groß wären :) )

Der Teil mit der sachlichen Namensgebung ist auch herrlich. Das war mir an dem Abend gar nicht in seinem vollen Ausmaß bewusst :)

Anonym hat gesagt…

schade dass bei "all-female-bands" noch immer so oft die äußerlichkeiten stärker besprochen werden, als die musik.und dass scheinbar unbedingt noch erwähmt werden muss, dass sie auch wirklich ihre instrumente beherrschen.hui.

das pony up konzert in würzburg im cairo war auch sehr schön.und mit etwa 150 zuschauern ziemlich voll.

 

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