Posts mit dem Label Stereo Wonderland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stereo Wonderland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Mammoth Penguins, Köln, 20.10.16

0 Kommentare

Konzert: Mammoth Penguins
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 20.10.2016
Dauer: 50 min
Zuschauer: gut 20



Emma Kupa ist eine Art Star der Indiepop-Szene. Gemeinsam mit Darren Hayman (von Hefner) hat sie The Hayman Kupa Band, sie spielte in Standard Fare, ist regelmäßig Live-Gast bei Allo Darlin' und hat seit 2013 mit Mammoth Penguins eine neue Band, die Ende Oktober zum ersten Mal in Köln auftrat.

Wie viele Bands aus dem wundervollen Spektrum des Indietracks-Festivals erschien die bisher einzige Platte des Trios aus Cambridge auf Fortuna POP!, dem Londoner Label, das im März mit einem Festival in London seinen Betrieb einstellen und eine riesige Lücke in dieser Mini-Szene hinterlassen wird. Außerhalb der kleinen Indiepop-Blase wird kaum jemand bemerken, wenn Bands wie Mammoth Penguins noch mehr Probleme bekommen werden, jemanden zu finden, der ihre Lieder veröffentlicht, wer Künstler wie Emma einmal live gesehen hat, wird das schmerzhaft spüren.

Natürlich hatten auch Mammoth Penguins nicht viele Leute ins Stereo Wonderland gelockt. Wie auch? Auf gut Glück geht heute kaum noch jemand zu einem Konzert. Dabei war das Risiko winzig, der Eintritt kostete weniger als eine Autowäsche.* 

Mammoth Penguins begannen um kurz nach neun mit Make a difference vom hervorragenden Album Hide and seek. Neben Emma gehören Bassist Mark Boxall und Schlagzeuger Tom Barden zur Band. Gerade das Schlagzeug klang herrlich roh, es hatte viel von Bands wie den Vaselines. Mammoth Penguins sind keine fehlerfreien Musiker, auch Emmas hat sicher nie Geld für Gesangsstunden ausgegeben. Das Zusammenspiel der drei passt aber perfekt und wahrscheinlich würden die gemeinsamen Lieder glatt produziert vollkommen uncharmant sein. Ich muß nicht betonen, daß mir DIY-Bands irre gut gefallen, ich lobe schließlich immer wieder welche und liebe Pastels und alle Pastelartigen

Auf Hide and seek ist kein schlechtes Lied. Weil ich die Platte dieses Jahr oft gehört habe, waren die meisten der Stücke alte Bekannte. Strength in my legs ist einer meiner Lieblinge. Das, Propped up, Cries at the movies und das von einer Geburtstagskarte Emmas Großvaters inspirierte When I was your age ("I had two kids and a wife") sind große Hits und Ohrwürmer, die ich im Prinzip den ganzen Sommer im Kopf hatte. Aber auch der Rest stand denen wenig nach. Mein Liebling des Abends war das unveröffentlichte Put it all on you, bei dem die beiden Männer Emma mit hoch gesungenen Uh-uh-uh-uh-uhs begleiteten. Ein ganz großartiges Lied, das einen herrlich treibenden Beat hat und auch von Allo Darlin' stammen könnte.

In ein paar Tagen sehe ich Emmas andere Band, die Hayman Kupa Band als Support einer der Abschiedsshows von Allo Darlin'. Deren Auflösung tut weh, solange aber Bands wie Mammoth Penguins da sind, kommt der Indiepop-Fan leichter darüber weg.

Wundervolles Konzert im Stereo Wonderland!


Setlist Mammoth Penguins, Stereo Wonderland, Köln:

01: Make a difference
02: Played
03: Cries at the movies
04: Strength in my legs
05: March of the penguins
06: Put it all on you
07: Chewing gum
08: I wanna ...?
09: Propped up
10: Restrained (?)
11. When I was your age

12: ? (Z)

 
* Hörensagen. Woher soll ich wissen, was eine Autowäsche kostet? 

Mehr Fotos, wenn ich die gefunden habe...



Freitag, 2. Dezember 2016

box and the twins, Köln, 18.11.16

0 Kommentare

Konzert: box and the twins
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 18.11.2016
Dauer: 42 min
Zuschauer: 80 - 100 (knallvoll)


 
Durch das Bloggen über Konzerte kleiner und mittelgroßer Indiebands kommt man immer wieder in Kontakt mit Bands und lernt Musiker kennen. Der umgekehrte Fall ist seltener. Daß Leute, die ich kenne, plötzlich in einer Band spielen, die ich so toll finde, daß ich dafür zu Konzerten fahre. 


Hand aufs Herz: box and the twins würde ich auch feiern, wenn ich deren Bassisten nicht schon lange kennte. Aber es ist natürlich noch schöner den Werdegang einer Gruppe zu verfolgen, wenn man zu den Leuten an den Instrumenten eine andere Beziehung als zu anderen wundervollen Bands hat, deren Auftritte man Woche für Woche sieht.

box and the twins haben sich als coctail twins gegründet und unter diesem Namen erste Konzerte gespielt. Ich hatte das Glück, ein paar von denen sehen zu können. 


Im November erschien jetzt die Debüt-Platte der dreiköpfigen Kölner Waveband. Everywhere I go is silence ist düster und wunderschön. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß die späte Berufung auf die andere Seite der Bühne, enorme Vorteile hat. Man hat schon lange den eigenen Geschmack und Stil gefunden, genug Konzerte gesehen, um vor allen ekligen Rockgesten gefeit zu sein. Daß box and the twins von den ersten Auftritten an fertig (im positiven Sinne) wirkten. liegt wohl daran. 


Das Stereo Wonderland war bei diesem Record Release Konzert randvoll. Bevor Sängerin Box und die twins Marc und Mike auf die Bühne kamen, erklärte eine Stimme von Band, wir sollten ihr nicht zuhören. "Bitte kümmern Sie sich um gar nichts. Je langweiliger desto besser." Ich wäre dumm gewesen, das zu befolgen.

Das Konzert begann mit einem der Lieder, die ich schon länger kenne, Sometimes the waves, das auf der ersten EP Our fears erschienen ist. Wie gut die Band da schon war! Und wie toll ihr Repertoire seit der Veröffentlichung der Platte ist, daß sie auf einen Knüller wie Rooms made of dust live verzichten kann!

Hinter box and the twins liefen während des Auftritts Landschaftsaufnahmen, isländische Wasserfälle, die auf dem Blumenhemd des Bassisten schöne Effekte erzeugten.


Anders als bei meinen bisherigen Konzerten hatten box and the twins einen Schlagzeuger dabeim, der für einige Lieder auf die Bühne kam. 

Neben den Liedern, die ich schon kannte (z.B. vom Abend im Gebäude 9, als batt Esben and the Witch supportet hatten) war This place called nowhere im ersten Teil besonders toll. Ich mag zwar die Düsterkeit der Kölner, das etwas popigere This place called nowhere ist aber einer meiner Lieblinge der Platte. 


Nach Pale blue dot gab es Probleme mit dem Notebook. Souverän kündigte Box eine Pause an, nach fünf Minuten waren die technischen Hürden ausgeräumt, es konnte mit drei neuen Lieder weitergehen. Von denen ist Guilty red toll, kann aber nicht gegen die beiden letzten anstinken. Gravity mit seinem treibenden Beat und der wundervollen Melodie ist eines der besten Stücke, die ich dieses Jahr gehört habe. Ich fange langsam damit an, die tollsten Songs 2016 zu sichten, um eine Bestenliste brennen zu können. Dummerweise weiß ich nicht, ob es Gravity darauf schaffen wird, Birds, das letzte Lied, ist nämlich leider auch sehr toll. Wäre Birds auf einer I Like Trains Platte würde ich mich über den weiblichen Gesang wundern, mich aber vor allem freuen, daß die Band immer noch aufregend wie auf ihren ersten Veröffentlichungen klingt. 

Am 15. Dezember spielen box and the twins in Paris. Und da gehört diese Band auch hin, auf internationale Bühnen.

Setlist box and the twins, Stereo Wonderland, Köln:

01: Sometimes the waves
02: Ice machine
03: This place called nowhere
04: Perfume well
05: Pale blue dot

06: Guilty red
07: Gravity
08: Birds

Links:

- aus unserem Archiv: 
- coctail twins, Köln, 19.10.14
- coctail twins, Köln, 23.08.14
- coctail twins, Köln, 21.03.14



Dienstag, 4. Februar 2014

Erik Penny, Köln, 31.01.14

2 Kommentare

Konzert: Erik Penny
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 31.01.2014
Dauer: 75 min
Zuschauer:gefüllt bis zum Anschlag, geschätzt ca. 70



von Petra aus der Nähe von Köln

Erik Penny, ein Name, zu dem ich bis vor kurzem weder ein Gesicht noch einen bestimmten Musiktitel hätte zuordnen können. Etwas überrascht sind wir schon, als wir um kurz vor halb neun einen ersten Blick in das Stereo Wonderland werfen. Die überschaubare Bar ist schon so gut gefüllt, dass wir uns ernsthaft fragen, ob wir da wohl überhaupt noch hinein passen. Der gebürtige US Musiker, seit einigen Jahren mit Wohnsitz in Berlin – und übrigens ganz hervorragenden Deutschkenntnissen – hat ganz offensichtlich eine treue Fangemeinde in Köln. Eine bunt gemischte Truppe netter Menschen, die gerne noch ein wenig enger zusammenrückt, um auch uns noch etwas Platz zu machen. Und wir sind bei Weitem nicht die letzten, die freundlich aufgenommen werden. 


Als Erik kurz darauf die kleine Bühne betritt, wird schnell klar, was sein Publikum so an ihm schätzt. Diesen Abend bestreitet er alleine mit der Akustikgitarre und seiner wunderbar warmen Stimme. Man merkt ihm sofort an, mit wie viel Freude und Leidenschaft er seine Lieder vorträgt. Schon als ich mir vor dem Konzert einige davon via Soundcloud anhörte, fiel mir auf, dass er seine Herkunft nicht verleugnen kann, denn die spiegelt sich im Stil sehr vieler seiner Songs wieder. Besonders sein letztes Album Heart Bleed Out, über Pledge Music realisiert, ist wesentlich geprägt vom „Americana“. Dabei sind viele seiner Melodien eingängig, die Lyrics, manchmal persönlich und über die Liebe, das Leben allgemein. Inspiriert von der Wüstenlandschaft, in der Penny aufwuchs sowie der Zeit, die er in L.A. verbrachte, werden Erinnerungen geteilt, die auch das amerikanische Lebensgefühl wieder geben. Vom ersten Ton an macht es großen Spaß diesem sympathischen Singer/Songwriter zuzuhören – bei seinen souverän dargebotenen Stücken wie auch den zahlreichen kleinen Plaudereien, die er zwischen den einzelnen Liedern mit uns, seinen Zuhörern, sehr offen und ungekünstelt, führt. Das Gitarrenspiel ist für mich Genuss pur und Erik beherrscht es wirklich perfekt. 

Die nicht vorhandene Setlist kann ich leider nicht mehr rekonstruieren. Dazu waren mir die Lieder einfach nicht geläufig genug. Beim Anhören der beiden Alben, in deren Besitz ich jetzt bin – neben dem aktuellen Album Heart Bleed Out freue ich mich ganz besonders Erik Penny & Band, Live At The Sofa Sessions entdeckt zu haben, das, in Eriks Wohnzimmer aufgenommen, wirklich ein ganz besonderes Schätzchen ist - erkenne ich natürlich einige der Lieder wieder, die gespielt wurden. So wie Flowers and Fire, ein sehr schönes Stück, das sofort im Gehörgang hängen bleibt. Oder auch Heart Bleed Out, Titelsong des gleichnamigen Albums. Und natürlich Another Way Of Talking und ich glaube auch ziemlich sicher Old Enemies. Nicht zu vergessen Under The Gun, das wunderbare Honey Please und Bend, das ich ganz besonders mag. Ein gelungenes Cover von Bad Moon Rising war eine von drei Zugaben – „Im Land der Zugaben“ (O-Ton Erik Penny). 

Nach diesem Abend im gut aufgeheizten Stereo Wonderland, den wir sehr genossen haben, hat Erik Penny zwei weitere Fans gewonnen. Und ich weiß nun am Ende meines Berichts eine ganze Menge mehr über einen interessanten Musiker, der vorher für mich ein doch eher unbeschriebenes Blatt war. Eine tolle Neuentdeckung für mich!



Mittwoch, 26. August 2009

Pelle Carlberg, Köln, 25.08.09

3 Kommentare

Konzert: Pelle Carlberg
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 25.08.2009
Zuschauer: vielleicht 80 (gut gefüllt)
Dauer: Pelle Carlberg gut 75 min, Henning Neuser 40 min


Warum höre ich eigentlich nicht ununterbrochen Pelle Carlberg CDs? Der nette Schwede hat auf seinen bisher drei Soloplatten unzählige Hits veröffentlicht, die es verdienten, dauernd gehört zu werden. Mein Vorsatz für das letzte Jahresdrittel ist also klar.

Gotteseidank sind nicht viele so musikvergesslich wie ich, denn letztendlich hatten
doch einige den Weg ins Stereo Wonderland gefunden. Für mich war vorher überhaupt nicht kalkulierbar, wie voll es werden würde. Ein überfülltes Stereo im Sommer gehört nicht in meine Top 100 der angenehmsten Orte, Konzerte zu sehen. Als ich etwa zeitgleich mit der Vorgruppe (mit dem Vormusiker besser) ankam, waren vielleicht 40 Leute da, nach und nach füllte es sich so weit, daß man zwar bequem Platz hatte, die Bar aber recht voll aussah - ein annehmbarer Kompromiß.

Auf der Plakatwand im Stereo Wonderland hingen die Konzertposter der letzten Monate. Alle hatten eines gemeinsam: den Namen Neuser, der auf zig Plakaten stand. Ich hatte die Kölner Band erst einmal gesehen, als sie im Bürgerhaus
Stollwerck für Klee eröffnete. Mit gleichem Hemd wie damals aber ohne Band hatte Henning Neuser (ich will immer Phillipp schreiben, irgendwie sieht Henning wie ein Phillipp aus) heute die selbe Aufgabe. Seine Band ersetzte eine Loopstation. Die erklärte er dann auch sehr bildhaft: "Ihr fragt euch sicher, ob das alles playback ist. Dazu kann ich nur sagen: Ja, ist es!" Bis auf kleinere Pannen mit einem roten Pedal, dem unter Strom stehenden Mikro und der Loopmaschine ("meine Band spielt verrückt!") funktionierte das alles ganz hervorragend. Henning Neuser spielte ein paar alte und viele neue Lieder (soweit ich das beurteilen kann), wobei mir besonders die schnelleren Sachen gefielen. Das war kurzweilig und voller Talent.

Auf der Bühne blieb allerlei interessantes Zeugs stehen, nachdem der Vorsänger abgeräumt hatte. Da standen zwei Glockenspiele
(sehr schöne, die ich noch nicht kannte), Gitarren, eine auf 90° gekippte Trommel und ein Koffer. Vor allem der Koffer neben der Trommel machte mich neugierig. Was da wohl noch für twee-e Instrumente drin sein würden. Es dauerte etwas, bis ich kapierte, daß der Koffer das Instrument war. Hinter ihm - wie hinter der Kipptrommel - stand eine Fußmaschine; das Gepäck war also vermutlich die Bassdrum. Bedient wurde dieses aufregende Schlagzeug von Jonathan, dem Begleiter Pelles. Außerdem spielte der Fußtrommler Bass und Mundharmonika und sang eine ganz wundervolle zweite Stimme.

Pelle Carlberg wirkte gut gelaunt und spielte einen Hit nach dem anderen. Die ersten sechs Stücke klangen schon wie ein best of des Schwedens. In seinen Liedern erzählt
Pelle Geschichten, die ihm offenbar alle passiert sind. Go to hell, Miss Rydell handelt zum Beispiel von einer sehr schlechten Kritik des letzten Albums von Pelles erster Band Edson, Metal to metal von einer Autopanne in Berlin und Fly me to the moon ("I'll never fly with you, Ryan") von seiner liebsten Fluglinie (das Lied ist so schön, daß es bei mir zu einem Ritual geworden ist, das an Bord meiner meistbenutzen Fluggesellschaft zu hören). Das allerdings sei eine gelogene Geschichte, sagte Pelle. Er sei mindestens 15 mal mit dieser Gesellschaft geflogen, seit er den Song geschrieben habe.

All die Entstehungsgeschichten erzählte Pelle Carlberg auch uns und amüsierte sich dann, wenn die Geschichte vorher länger als das Lied wurde!

Nach vielen großen Hits kam dann ein erstes Cover. Das macht er ja sehr gerne. "Guckt mal, ob ihr es erkennt!" Rocket man von Elton John war leicht zu identifizieren. Später bei den Zugaben hatte ich größere Mühe. Auch wenn er es hübscher machte, war das, was Pelle da spielte, eine große Scheußlichkeit - das konnte man ahnen. So wie das halbe Publikum mußte auch er immer wieder lachen, wenn besonders fiese Falsett-Stellen kamen. Eklig aber sehr unterhaltsam! "I love this song. The guy is a great
singer!" Ich bin sehr froh, daß I believe in a thing called love von The Darkness nicht in meiner Musiksammlung ist. Aber der hüpfende Pelle dabei war sehenswert!

"Was sollen wir denn noch spielen?" - "1983!" - "Ach
Gott, wir haben 1983 vergessen! Natürlich spielen wir das jetzt!" Und so kamen wir als zweite Zugabe in den Genuss des Hits über die Abenteuer von Pelle & Sebastian nachts im Stadtzentrum ihrer Heimatstadt Uppsala.

Jonathan und Pelle mussten danach noch einmal erscheinen und baten wieder um Wünsche für den zweiten Zugabenblock. "Etwas auf Schwedisch!" - "Ernsthaft? You asked for it..." Und dann spielte Pelle Carlberg ein Stück namens
Varannan vecka. Das Lied stammt von einer Platte, die der Familienvater gerade mit seinen Kindern aufgenommen hat. "Das ist eine Platte mit Kinderliedern, die Erwachsenentexte haben!" Da Varannan vecka offenbar "alle zwei Wochen" heißt, kann man das schon am Titel nachvollziehen.

Weil wir alle noch einmal mitsingen wollten, folgte ganz zuletzt noch Pamplona! Ich weiß gar nicht, was mir am besten gefallen hat. Eigentlich sind
Middleclass kid und Riverbank meine Lieblinge. Aber heute war alles fabelhaft! Und das, obwohl Pelle und Jonathan früher am Tag einen Autounfall hatten. Ich bin sehr gespannt, wie das Lied dazu sein wird!

Setlist Pelle Carlberg, Stereo Wonderland:


01: Musikbyrån makes me wanna smoke crack
02: A tasteless offer
03: Fly me to the moon
04: Middleclass kid
05: Go to hell, Miss Rydell
06: Riverbank
07: I Love you, you imbecile
08: Metal to metal
09: Because I'm worth it
10: Bastards don't blush
11: Rocket man (Elton John Cover)
12: How I broke my foot and met Jesus
13: Clever girls like clever boys much more than clever boys like clever girls

14: I believe in a thing called love (The Darkness Cover) (Z)
15: 1983 (Pelle & Sebastian) (Z)

16: Varannan vecka (Z)
17: Pamplona (Z)

Links:

- Pelle Carlberg am 23.11.07 im Subway in Köln
- mehr (orangefarbene) Fotos





Donnerstag, 9. Juli 2009

Portugal. The Man, Köln, 08.07.09

0 Kommentare

Konzert: Portugal. The Man (akustisch)
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 08.07.2009
Zuschauer: gut 100 (ausverkauft) und noch einmal gut 30 vor der Tür, die keine Karte mehr bekommen haben
Dauer: 47 min.


Weil ihr heutiges Konzert in Mechelen in Belgien ausfallen mußte, suchten Portugal. The Man aus Alaska eine alternative Abendgestaltung. Also arrangierten sie kurzfristig (gestern Abend spät machte die Nachricht die Runde) ein Ersatz-Konzert in ihrem Kölner Lieblingsclub, dem Stereo Wonderland. Eigentlich hatte ich geplant, den Abend auf der anderen Straßenseite zu verbringen, um im Luxor La Roux zu sehen. Die Alternative hörte sich aber viel reizvoller an - und die Entscheidung war sicherlich richtig.

Die Nachricht des ungewöhnlich intimen Konzerts (der letzte Auftritt in Köln fand im September im vollen Gebäude 9 statt) hatte schnell die Runde gemacht; vor dem Stereo Wonderland standen reichlich Leute. Der ursprüngliche Hauptact des Abends, Atlantic/Pacific spielte gerade seine letzten beiden Lieder. Die Band um Mitglieder von Solea, Texas Is The
Reason und House & Parish hatte ich als Support von Tiger Lou im Dezember gesehen. Für mehr als einen kurzen Eindruck reichte es diesmal aber nicht.

Portugal. The Man waren eine Live-Premiere für mich. Nachdem ich die Band erst vollkommen ingnoriert hatte (weil sie mir von den falschen Leuten zu sehr gehypt wurde zu Beginn ihrer Karriere), wurde ich dann im vergangenen Jahr durch einige Lieder neugierig.

Viel mussten Portugal. The Man nicht um- oder aufbauen, da sie ja akustisch spielen sollten. Neben einer geliehenen Gitarre benötigten die Amerikaner nur ein Keyboard, eine
Schlagzeug- und eine Percussion-Trommel (eine Conga?). Sänger John Gourley (mit Hut, langen Locken und verwegenem Schnauzbart) klimperte irgendwann auf seiner (bzw. nicht seiner) Gitarre rum und begann dann das erste Stück, um es sofort wieder abzubrechen. Ein zweiter Versuch ging besser, bis eine Saite riss ("I broke a string - first song..."). Sofort bot zwar jemand hinten im Publikum Ersatz an, John wollte es aber erst einmal so versuchen. Der nächste Versuch saß und beeindruckte mich. Johns hohe Stimme passte auch zum ungewohnten Sound sehr gut und stand sicher deutlich mehr im Mittelpunkt als bei normalen Konzerten mit dem Druck vieler E-Gitarren (aber das kann ich wie erwähnt nicht richtig beurteilen).

Sehr gut gefielen mir die Percussions, von zwei Bandmitgliedern bedient (Jason und Ryan?). Am Keyboard saß dann der letzte
Portugal-Man neben einer Bandfreundin, die wohl mitspielte. So genau war das von meinem Standort aus nicht zu sehen, die Bühne im Stereo ist leider sehr niedrig.

Die aus Hockey-Mum's own country stammende Band veröffentlich in anderthalb Wochen ihre vierte
Platte. Drei Stücke von The Satanic Satanist waren Teil des akustischen Programms im Stereo Wonderland. Ich kann schlecht einschätzen, wie Everyone is golden, People say und Do you auf CD klingen werden, die leise arrangierten Versionen gefielen mir aber schon einmal gut. Vor allem People say war ein Knüller!

Der Rest des Programms stammt von hauptsächlich von der zweiten und dritten Platte der Band, vor allem von Censored Colors. Meine Favoriten waren Shade von Church Mouth und die drei ineinander gespielten 1989, Our way und Colors.

Trotz (oder wegen) fehlender Vergleichsmöglichkeit, fand ich das Konzert ganz ausgezeichnet. Auch wenn es Mist gewesen wäre, wäre ich mit einem guten Gefühl aus der kleinen Bar gekommen. Denn Bands, die wegen des Spaßes ein spontanes Konzert spielen, finde ich prima!

Gut, daß ich meine Berührungsängste mit Portugal. The Man (trotz des doofen Bandnamens) abgelegt habe. Ich denke, daß ich sie sicher noch einmal sehen werde!

Setlist Portugal. The Man, Stereo Wonderland, Köln:

01: Church mouth
02: And I
03: Everyone is golden (neu)
04: New Orleans
05: People say (neu)
06: Shade
07: Do you (neu)
08: 1989
09: Our way
10: Colors
11: AKA M80 The Wolf



Mittwoch, 21. Mai 2008

Björn Kleinhenz, Köln, 20.05.08

9 Kommentare

Konzert: Björn Kleinhenz
Ort: Stereo Wonderland, Köln
Datum: 20.05.2008

Zuschauer: 35 (ohne Band und Clubteam)

Konzertdauer: 65 min


Ich hatte alles ganz anders erwartet. Bei lastfm hatten zehn Benutzer angeklickt, daß sie zu Björn Kleinhenz ins kleine Stereo Wonderland gehen wollten. Ich war mir sicher, daß es knallvoll würde und frühes Erscheinen nicht die dümmste Idee wäre. Wir waren also um kurz nach neun da. So wie zehn, fünfzehn andere, darunter viele Schweden, die sich später als die Band rausstellten.

Die Größe der Band widersprach auch meinen Vorstellungen. Ich hatte bisher nichts von Björn gehört, kein Fitzelchen Musik. Meine Neugierde stützte sich alleine auf den Geschmack von Freunden, deren Musikvorlieben ich blind vertraue. Meine Phantasie hatte mir also einen einzelnen schwedischen Singer/Songwriter
präsentiert, der ruhige und melancholische Lieder spielen würde. Irgendetwas war da schiefgegangen, denn um zehn standen plötzlich sechs Schweden auf und plazierten sich irgendwie auf der Minibühne. Es war bis dahin deutlich voller geworden, die 35 Besucher (von denen die meisten sich nicht laut unterhielten) bedeuteten ein recht voll aussehendes Stereo Wonderland mit einigen Lücken.

Neben dem Sänger waren ein Schlagzeuger (namens Drama!), ein Bassist (Jacko) und ein Keyboarder (Martin) aufgebaut. Richtig spannend fand ich aber die Gitarristen. Björn Kleinhenz und die einzige Frau der Band, Susanna, spielten akustische Gitarren, Stefan eine E-Gitarre. Warum das so aufregend war, sollte ich erst später erfahren. Ihr also auch.

Das erste Lied klang schwedisch. Es kann aber auch sein (denke ich jetzt), daß mir das nur so vorkam, weil Björn nicht richtig gut verständlich sang. Bei einem einzelnen
Liedermacher wäre das vielleicht zu anstrengend gewesen, bei einer so großen und überraschend lauten Band überhaupt nicht!

Die Abstimmung der Instrumente empfand ich (mit meinem überragenden Gehör für so etwas...) als sehr ausgewogen. Martins Keyboard war sehr zurückhaltend, das pfiffige Element der Musik waren die Melodien, die Stefans E-Gitarre erzeugte. Der Gitarrist fiel eigentlich gar nicht richtig auf, weil er ganz rechts jenseits der Bühne stand, vor den Toiletten. Nachdem ich bemerkt hatte, wie wichtig sein Part war, war ich vollkommen fasziniert von dem Mann am Bühnenrand.

Björns Gesang ist nicht weit weg von den Jens Lekmans oder Pelle Carlbergs. Er traf vielleicht nicht jeden Ton hundertprozentig, aber auch das war vollkommen egal, weil das Ergebnis herausragend war. Ganz herrlich ist auch Björns leidender
Gesichtsausdruck beim Singen. Er erinnerte mich dann optisch an Shout Out Louds Frontmann Adam.

Die zweite Gitarristin singt Background-Parts, meist Uhuhuuhh- und Lalalaaas, auch dies ein wichtiges Element des kompletten Klangbilds.

"
Fast and slow" war eines der ersten großen musikalischen Highlights. Vorher gab es allerdings schon die ersten herrlichen Momente jenseits der Musik. Susanna war eine Saite gerissen. Björn erklärte die längere Pause und bat ihr dann Hilfe an. "What kind of string do you need? O 16?"* - "Whatever", lautete ihre lapidare Antwort. Ganz köstlich! Dann erzählte der Sänger Geschichten von einem intimen Konzert in Trier am Vorabend. Die Band hätte in einer Wohnung (in der Lindenstraße - die Hausnummer nannte er, ich bin allerdings diskret) mit "einem von diesen typischen deutschen Betten, die so unter der Decke angebracht wären" übernachtet. Jacko und er schliefen in diesem Hochbett (ich hatte diese tollen Dinger erfolgreich verdrängt). Morgens wachte er auf und sah den schlafenden Bassisten unmittelbar vor seinem Gesicht. Dazu passe das nächste Lied, denn das heisse "Jacky". Die anderen Bandmitglieder quittierten diese weltklasse Überleitung mit Gegrummel und Räuspern und guckten betroffen auf den Boden. Ein fabelhafter Moment!

"At night we die", eines der Stücke der neuen Platte und ein weiterer Höhepunkt, folgte, bevor Björn Kleinhenz wieder anfing, eine Geschichte zu erzählen. Allerdings ohne Auflösung. "Olis" handele nämlich von einem Freund diesen Namens, der Paketdienstfahrer sei und mit seinem Wagen mal in einer langweiligen Stadt bei Göteborg in ein Parkhaus fuhr. Was da passierte, hätte er vorher schon einmal erzählt. Wenn wir uns dafür interessierten, sollten wir ihn später ansprechen. Und dann begann das Stück (mir fällt jetzt erst ein, was für eine blendende Anmachmasche das eigentlich war).

Der komischste Moment kam vor dem achten Song ("Leipzig lover"). Der Sänger zog sich richtig mit Schmackes die Nase hoch, so intensiv, daß mancher Fußballspieler neidisch geworden wäre. Wir kicherten, wofür Björn keine Ursache fand. Jacko, der hinter ihm stand, erklärte es ihm, woraufhin auch der Sänger breit grinste... Aber auch das Lied selbst bescherte mir einen wundervollen Augenblick. Gegen Ende sang Björn Kleinhenz da irgendein "Badabada", weit weg vom Mikro. Das war unfassbar schön!

Beim nächsten, dem letzten Stück vor der Zugabe diskutierten Björn und Keyboarder Martin kurz, wie das Lied denn nun heisse. Der Sänger erklärte uns, daß Martin nicht wisse, wie der Name sei. "He has to buy the record." Das Lied "
Tredje Långgatan 26" (ein Straßenname) mündete in eindrucksvollen Gitarrenklängen, Postrock statt Singer/Songwriter in dem winzigkleinen Club. Ich fürchte, daß das auf CD nicht gleich gut wirken wird, das zeigt die Erfahrung ähnlicher Konzerte. Daher bin ich so unglaublich froh, ganz unbedarft in diesen Abend gegangen zu sein.

Auch die Zugabe war in jeder Hinsicht typisch. Nachdem das Lied langsam und mit Gesang begann, wurde es dann instrumental, unglaublich melodisch mit melodiemachender E-Gitarre. Dieser Teil des Lieds dauerte weit mehr als fünf Minuten, ich fühlte mich fast zu Built To Spill versetzt. Dieses tolle Stück handelte von einem Freund Tomas** und hieß "Diana". Wir fanden das komisch. Björn wunderte das. "Wie soll es denn heißen? Tomas?"

Setlist Björn Kleinhenz, Stereo Wonderland, Köln:

01: Poets dying
02: The strongest machine
03: Fast and slow
04: Jacky
05: At night we die
06: Olis
07: Göste Ekman d.y.
08: Leipzig lover
09: Tredje Långgatan 26

10: Diana (Z)

* Ich habe keine Ahnung, ob die Saitenbezeichnung Sinn macht. Das war das, was ich als blutiger Laie zu verstehen glaubte.

** Vermutlich schreiben sich schwedische Thomase so?



Donnerstag, 25. Oktober 2007

Pony Up!, Köln, 24.10.07

1 Kommentare

Konzert: Pony Up!

Ort: Stereo Wonderland Köln
Datum: 24.10.2007
Zuschauer: 27*

Im Stereo Wonderland war ich vorher noch bei keinem Konzert (ein großer Fehler!). Aber als ich auf deren Webseite las, daß Konzerte da um neun anfangen und um zehn vorbei sein müssen, und weil Pony Up! am Vorabend länger als eine Stunde gespielt haben, war ich pünktlich um halb neun vor dem kleinen Laden gegenüber der Konzertstätten Prime Club und Blue Shell. Durchs Fenster sah ich erstaunt (und meine Befürchtungen bestätigend), daß die jungen Kanadierinnen schon spielten. Ich zahlte meine fünf Euro Eintritt (der Türsteher im Clubkeller in Frankfurt hatte den Ticketpreis von 6,50 Euro noch damit begründet, daß die Band das so festgelegt habe... hmmm....) und war als erster zahlender Gast im Stereo Wonderland. Vor mir waren nur die Cluboffiziellen und die Band da. Pony Up! waren nämlich noch beim Soundcheck.

Im Gegensatz zu Frankfurt war der Soundmann auch noch da (und blieb auch) und stimmte die Anlage im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab. Das sollte sich sehr lohnen, denn die Band sollte im Laufe des Abends viel besser klingen als in Frankfurt. Für mich wirkte es im Clubkeller am Dienstag oft so, als wären die beiden (Haupt-) Sängerinnen Laura und Sarah wegen der miesen Monitorboxen verunsichert.

Zurück zu Mittwoch: Langsam kamen dann glücklicherweise doch noch einige andere Gäste. Als die Band dann begann, war der Laden ziemlich voll, was bei dessen Größe eben in der Spitze knapp 30 Leute bedeutete.

A propos Größe: Ich hatte bei meinem Frankfurt Bericht schon geschrieben, wie
winzig die Band ist (musikalisch ist sie das natürlich überhaupt nicht!). Das Stereo Wonderland hat eine Bühne! Das machte es etwas harmloser. Aber die vier wirken trotzdem nicht so, als dürften sie in den USA in die Clubs, in denen sie auftreten. Gitarristin Sarah, die mittlerweile ganz anders als auf den älteren Promofotos aussieht (sie hat jetzt kurze Haare und einen Nasenring), hatte ihr Mikro für ihre Größe viel zu hoch eingestellt. Also immer, wenn sie Sing-Parts hatte, stellte sie sich auf die Fußspitzen und reckte sich um gerade so ans Mikro zu kommen, herrlich!

Sarah und Laura singen abwechslend, oft auch gemeinsam, und beide beherrschen das sehr gut. Ich hatte vor dem ersten Konzert große Bedenken, daß gerade bei einem meiner Lieblingslieder "Dance for me", bei dem der Gesang für mich als Laien sehr
anspruchsvoll klingt, einiges schief geht. Das war Blödsinn! Es war toll! Sehr oft wechselten die beiden die Mikros, das bedeutete immer einen kleinen Umbau; wenn Sarah den Hauptpart eines Stücks übernahm, schraubten beide ihre Mikros ab und tauschten. Das habe ich auch noch nicht erlebt!

Die Musik der vier ist allerbester Indie-Pop, mit traumhaftem kanadischen Akzent. Natürlich liegt bei einer kanadischen Frauenband der Vergleich zu Organ nah - besonders auf diesem organphilen Blog. Wenn man schon vergleichen will, könnte man Pony Up! als die fröhlichen Schwestern von The
Organ bezeichnen.

Auch in Köln spielten Pony Up! wieder ein paar neue Lieder. Die passen sich aber nahtlos ins alte Repertoire ein. Weil die letzte Platte bereits 2005 in Kanada erschienen ist, könnte ja auch bald schon ein Nachfolger erscheinen. Auf den freue ich mich schon jetzt sehr!

Man hatte der Band wohl gesagt, um zehn solle Schluß sein. Eigentlich wollten sie da schon aufhören, sie bekamen aber noch ein paar Minuten Extrazeit und konnten zwei Zugaben spielen.

Schade, daß nur so wenige Leute sich diese großartige Band angesehen haben!

Setlist Pony Up! Köln:

01: What's free is yours
02: Jingy
03: Dance for me
04: Manchild
05: Bastard
06: Only feelgood
07: Passtime endeavour
08: Make, model, #
09:
Charles van (kann ich nicht lesen)
10: Wet
11: The truth about cats and dogs (is that they die)

12:
Crutch & cradle (Z)
13: Possible harm (Z)


* 27 Leute, solange es keinen Eintritt kostete, darunter die komplette Mannschaft des Stereo Wonderland, der DJ, der Soundmann. Einer der 27 ging nach drei Liedern.



 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates