Samstag, 2. September 2017

Plumes, Karlsruhe, 31.08.17

Konzert mit Plumes in der Karlsruher Waldtstadt
Datum: 31.08.2017
Dauer: 50 min
Zuschauer: 17


Meistens kann man erst aus sicherer zeitlicher Entfernung einschätzen, welche Bedeutung ein Tag, ein Ereignis in sich tragen, wie sie sich in der Erinnerung darstellen werden. Als ich die kanadische Band Plumes 2013 (als Trio) in Mainz zum ersten Mal sah, war aber sofort klar, dass für mich mit diesem Abend und diesem Ort immer ein besonderer Zauber verbunden sein würde. Besonders schön war es deshalb, dass schon ein Jahr später Karlsruhe auf dem Tourfahrplan stand - gleich mit zwei Konzerten und wir uns auch 2015 in Darmstadt sehen konnten. Über die Zeit ist damit ein Vertrauen gewachsen, dass sich bei der Ankunft unserer musikalischen Gäste die Waldstadt wie ein Home away from home anfühlte und mir gleich noch eine andere Textzeile aus dem gleichen Lied in den Sinn kam: Tonight is an island we can rest on.
 

Das letzte Album war als Plumesensemble mit dicker Farbe gemalt gewesen, üppig und mit vielen Instrumenten. Es war zum Glück 2015 auch als Quintett in die Live-Aufführung nach Deutschland gekommen mit den kanadischen Musikern. In unserem Wohnzimmer war es 2014 zuletzt ein Quartett gewesen. Diesmal reist Veronica Charnley im Duo durch Deutschland. Sie mit E-Gitarre und ein paar Pedals - unsere Stereoanlage übernahm brav die Verstärkerrolle. Begleitet wird sie von  Sarah Niblack aus Seattle mit Viola, ein Instrument, das schon vor dem Konzert die Aufmerksamkeit der Hörer auf sich zog und später ein wenig gedämpft werden musste um die Stimme von Veronica nicht zu übertönen. 
 

Die beiden jungen Frauen hat das Schicksal in Paris zusammen geführt und die musikalisch neue Konstellation hatte erst am Vorabend in Paris in informellen Konzert die Feuertaufe bestanden. Da wir uns beim Essen ein wenig in alten und neuen Geschichten verbummelt hatten, musste der Soundcheck noch schnell am Anfang des Konzertes mit Hilfe des Publikums bewältigt werden mit viel Gelächter und letztlich wenig Problemen. Schon in diesem mit lachen und Sympatie von allen Seiten geführten Gespräch wurde mir klar, dass dies ein besonderer Abend werden würde.
 

Als Auftakt diente ein mir vertrauter Song Secret Love - sehr innig und spätestens als die Viola einsetzte, war Gänsehaut garantiert. Der Klang war warm und wirkte auf mich wie wie eine stumme Singstimme. Und auch mit dem zweiten Lied wurde tief in meinen Erinnerungsresonanzraum gesendet: Die ersten zwei Akkorden von Phonebooth zauberten ein seeliges Grinsen in mein Gesicht. Dieses wunderbare vertraute Kleinod!! Die spannende Frage vor dem Konzert war für mich gewesen: Wird es neues Material zu hören geben? Was hat Veronica wohl in den letzten zwei Jahren auf die Beine gestellt? Und diese Neugier wurde aufs beste befriedigt mit zunächst drei Liedern zu Emily Dickins Gedichten. Hier hörten wir auch zum ersten Mal Sarahs Singstimme wunderbar wiegend im Dreiertakt von Say Sea, Take Me
 

Für das dritte - Will there really be a Morning ging es tief in das von Veronica so geliebte Folkuniversum. Sehr gelungen fand ich auch das neue Gewand Early Bird  mit einem dramatisch festlichen Violakonzert als Auftakt. Veronicas Stimme und die Viola umschlangen sich durch Höhen und Tiefen - das war mit fröhlichen Augenzwinkern vorgetragen. Ein weiterer neuer Song Jeanne D'Ark begann mit dem aufmunternden Spruch: Go on you can untangle much more than you thought über einer zunächst tonlosen Gitarrenbegleitung. Diese Farblosigkeit in der Begleitung wurde später aufgelöst mit der tonhaft umarmenden Viola und Sarah im Gesangsduett. So entließ uns das Lied in einer optimistischen und warmen Stimmung. Mit Winter Getaway,  Seaweed und Holdup endete das Konzert wieder mit vertrauten Melodien, verzaubert durch Violaklänge.
 


Natürlich mussten wir uns noch eine Zugabe erbitten. Da die beiden nicht mehr Stücke geprobt hatten, spielte Veronica uns ein Solostück über ihre Liebe zu Crème brûlée: I'm taken to heaven with you. Ein Stück Himmel hatten wir an dem Abend auch blitzen sehen.

Setlist:
01: Secret Love
02: Phonebooth
03: Lightning
04: Say Sea, Take Me
05: Will there really be a Morning?
06: Early Bird
07: Jeanne
08: Winter Getaway
09: Seaweed
10: The Holdup

11: The Golden Gourmande (Z)
 

Aus unserem Archiv:
Plumes, Darmstadt, 16.04.15
Plumes, Karlsruhe, 23.03.14
Plumes, Karlsruhe, 22.03.14
Plumes, Mainz, 26.04.13 


Tourdaten:


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