Montag, 7. August 2017

Schande, Ripley, 29.07.17


Konzert: Schande
Ort: Midlands Railway Butterley (Indietracks Festival)
Datum: 29.07.2017
Dauer: gut 25 min
Zuschauer: vielleicht 100 (vollgestopfte Kirche)



Nach einem Festival gehe ich immer noch einmal durch, welche Auftritte mich besonders beeindruckt haben. Bei einem Indietracks sehe ich zwischen 15 und 20 Konzerte und weil das das Festival ist, das meinen Musikgeschmack am besten beschreibt, sind die meisten davon toll. Trotzdem bleiben immer ein paar ganz besonders hängen. Beim diesjährigen Indietracks waren das neben den üblichen Verdächtigen zum Beispiel auch Evripidis and his Tragedies, Baby Arms, zu meiner großen Verblüffung The Hearing aus Helsinki und - gar nicht überraschend Schande.



Schande ist die Band von Jen Schande aus London. Jen stammt ursprünglich aus San Francisco, lebt aber jetzt in England (was gut ist, weil es näher ist, so ganz uneigennützig). Jen spielte Samstag um 19:15 h in der kleinen Kirche. Ein paar andere Konzerte (am Sonntag) guckte ich mir da aus Wettergründen an, zu Schande ging ich sehr gezielt. Und das war clever!

Jen wurde von Schlagzeuger Jez und Bassist Gio begleitet. Und die Namen passen gut zur Musik, auch die ist extrem knackig und wie echte Musikjournalisten gerne sagen "auf den Punkt." Jen, die eigentlich nicht Schande sondern Chochinov heißt, spielte beim Soundcheck, der schon voll vollen Kirchenbänken stattfand, aber erstmal nicht die Hauptrolle. Schlagzeuger Jez sang und überprüfte sein Mikro. Und das klang ziemlich schief, der Gesang, nicht das Mikro. Herrje, damit hatte ich nicht gerechnet. Weder damit, daß Jez offenbar eine größere Gesangsrolle spielen würde, noch daß es so viel mehr pavementish werden würde als gedacht.



Das Konzert begann dann aber mit dem fantastischen It's recently come to my attention, einem wahnwitzig guten Indierock-Lied, das meine Meinung über Rocksongs ändern würde, wären sie nur alle so gut. Es ging so weiter... Jen schrammelte auf der Gitarre, Jez drosch das Schlagzeug und Gio spielte stoisch Bass. Und ein Lied war besser als das andere! Schande sind für Leute, die die Japandroids, die Thermals, die Breeders oder auch die tollen Witching Waves mögen, eine sichere neue Lieblingsband. Ich kann das beurteilen, ich habe das gerade erlebt! 


Die letzten beiden Lieder des kurzen Konzerts waren noch einmal besonders erwähnenswert: What if it's in caligraphy stammt wie drei andere von der EP I wrote that und war der Song aus dem Vorprogramm. "We play a soundcheck song - but in the right tuning. It will be brandnew to you!" Jez brüllte auch bei der besser gestimmten Version, da aber nur als zweite Stimme (bzw. Geschrei). Der Schlußsong Fancy trolley begann langsam und ruhig, wurde aber kontinuierlich lauter und war ein fantastischer Abschluß eines enorm tollen knackig-kurzen Auftritts.

Setlist Schande, Indietracks Festival, Ripley:

01: It's recently come to my attention

02: 501
03: Clearly you do
04: Broken gavel
05: Who throws a shoe?
06: What if it's in caligraphy?
07: Fancy trolley




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