Donnerstag, 28. Oktober 2010

Heligoland, Paris, 26.10.10


Konzert: Heligoland

Ort: L'International, Paris
Datum: 26.10.10
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: ungefähr 40 Minuten


Auf Helgoland war ich noch nie. Meine Eltern sind früher immer mit mir auf eine andere Nordseeinsel, nach Norderney, gefahren. Dennoch führe ich die englische Übersetzung von Helgoland, Heligoland, in den letzten 12 Monaten regelmäßig im Munde, weil sich eine in Paris lebende australische Shoegaze-Band nach der Insel benannt hat. Seitdem ich sie im Pariser Glazart 2009 zum ersten mal sah, bin ich regelrecht süchtig nach ihrem melancholischen Dreampop. Hinzu kommt, daß die Bandmitglieder unglaublich nett und herzlich sind und immer ein Lächeln auf den Lippen tragen. Sängerin Karen Vogt hat es mir mit ihrem sehnsüchtig flehentlichen Gesang besonders angetan. Man merkt, daß das bei ihr aufrichtig gemeint ist, sie nicht schauspielert. Und Gitarrist Dave Olliffe hat schon in meinem Wohnzimmer musiziert, aber ich finde ihn nicht nur deshalb toll. Mit seinen melodischen Riffs schießt er mich regelmäßig auf den Mars.

Klar, daß ich kein Konzert von Heligoland verpassen will! Zu dumm nur, daß heute auch noch Peter Broderick in der Flèche d'or spielte und ich den Kerl auch auf keinen Fall auslassen wollte. Aber ich schaffte beides terminlich zu vereinbaren. Erst Peter Broderick und dann Heligoland im International. Dass ich die ersten beiden Songs der Australier versäumte war zu verschmerzen. Mit Nearness und Light Inside hatten sich mich nämlich schnell wieder rumgekriegt. Die Kombi aus dem wehklagenden Gesang von Karen und den unverschämt melodiösen und schönen Gitarrenparts von Dave wirkte besser als jedes Medikament und die traurige Musik verbesserte meine Laune schlagartig. Auch ein Jahr ohne Sonne, A Year Without Sunlight konnte meiner Psyche nichts anhaben, vor allem wenn es sich um ein famoses Lied von Heligoland handelt. Wahnsinn wie Karen mit ihrer berührenden Stimme die Seele massierte und Dave die Elektrische höher und höher stiegen ließ. Wie ein Heißluftballon, der sich immer weiter von der Erde entfernt. In solchen Momenten möchte ich am liebsten meine Euphorie rausschreien, wie ein Fußballspieler, der ein wichtiges Tor markiert hat. Vor meinem geistigen Auge laufen dann Bilder von Adlern ab, die majestätisch über die Felder gleiten und sich grenzenlos frei fühlen. Immer wieder fantastisch was Musik auf emotionaler Ebene anstellen kann. Und Heligoland drücken eben bei mir genau die richtigen Knöpfchen! Hach!



Wer Gelegenheit hat, die live zu viert auftretende Band in seiner Nähe zu sehen, sollte unbedingt da hin. Für meine Helden würde ich persönlich nämlich glatt nach Australien schwimmen. Aber das muss ich gar nicht, sie spielen ja oft genug in Paris und wer nicht grad um die Ecke wohnt, kann sich wunderbar mit ihrem neuen Album All Your Ships Are White trösten!



Setlist Heligoland, L'International, Paris:

01: Cabo De Gata
02: Kiss Kiss Bang Bang
03: Nearness
04: Light Inside
05. I'm In Love With A German Filmstar (The Passions Cover)
06: Mapping


Aus unserem Archiv:

Heligoland, Paris, 05.05.10
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