Samstag, 24. März 2007

Konzertrückblick: Tokyo Police Club, Köln, 25.02.07


Konzert: Tokyo Police Club

Ort: Underground, Köln
Datum: 25.02.2007

Kanadische Posterboys

An diesem nasskalten Sonntag im Februar bietet sich die Gelegenheit, ein ganz früher Vogel zu sein. Im Kölner Underground haben sich die Jungspunde von Tokyo Police Club angesagt, um ihrer zackige Debut-EP zu promoten. Glaubt man der virtuellen Gerüchteküche, so handelt es sich bei der Nachwuchskapelle aus Kanada um so etwas wie das nächste große Ding, so dass man gespannt ist, ob die Band den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

Zunächst muss man allerdings die lokale Vorband über sich ergehen lassen. Schön, dass diese anscheinend ihre gesamte Jahrgangsstufe eingeladen hat und so ist das Underground überraschend gut gefüllt. Weniger schön, dagegen die uninspirierte Gitarrenmusik der juvenilen Krawattenträger. Nach einer gefühlten Ewigkeit räumen sie schließlich die Bühne, um den kaum älteren Hauptdarstellern des Abends das Feld zu überlassen. Mit verwuschelten Haaren, zerschlissenen Jeans und knappen Shirts betreten die Posterboys der Zukunft das Rampenlicht.

Wie schon die EP, wird auch der Auftritt vom packenden Partysong Cheer It On eröffnet. Auf Pappschildern präsentiert die Band ihren Namen, gibt sich aber weiter nicht mit Nebensächlichkeiten ab, sondern spielt munter drauf los. Dies ist die erste Tour des Polizeivereins und so geht es in erster Linie darum, einfach mal Bühnenluft zu schnuppern. Man merkt der Band ihre Unerfahrenheit an, Sicherheit am Instrument sieht anders aus. Es gelingt anfangs kaum, den Klang zu entwirren, so dass man einen Brei aus zuckenden Gitarren überstehen muss, um im weiteren Verlauf dann doch von Stücken wie If It Works begeistert zu werden. Das im Durchschnitt recht junge Publikum folgt gerne der Aufforderung zum Mitklatschen und man kann der Band ihre Bühnenpräsenz nicht absprechen. Gegen Ende werden die Burschen immer sicherer und liefern folgerichtig mit Nature Of The Experiment ihren potentiellen Hit erst kurz vor Schluss.

Nach gut einer halben Stunde werden dann in Tokyo die Bürgersteine hochgeklappt. Von einer Zugabe keine Spur. Hierfür den stolzen Ticketpreis von 13 Euro zu verlangen grenzt fast an eine Frechheit. Insgesamt bringt der Abend die Gewissheit, dass man zwar gerade nicht Zeuge des ersten Auftritts der neuen Strokes geworden ist, Tokyo Police Club bei ihrem nächsten Besuch aber dennoch – entsprechendes Marketing vorausgesetzt – eine weitaus größere Halle ausverkaufen werden.

von Basti
mit freundlicher Genehmigung von alternativenation.de!


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