Konzerte: Tokyo Police Club & Trumans Water Orte: La Maroquinerie & L'International Datum: 25.11.2010 Zuschauer: jeweils recht viele, aber es gab noch Luft zum Atmen Konzertdauer: Tokyo Police Club 75 Minuten
Im November geht konzerttechnisch so tierisch die Post ab, daß man als Gigfreak gar nicht mehr weiß, wo man denn nun hingehen soll. Allein am heutigen 25. November gab es schon wieder ein nahezu unüberschaubares Programm in Paris. Two Door Cinema Club im Olympia, Foals im Elysée Montmartre, Imogen Heap im Divan Du Monde, My Bee's Garden in der Flèche d'or, Eliza Doolittle (die neue Lily Allen) chez Moune, Poney Express im Reservoir, Battant im Point Ephémère, OMD im Casino de Paris, Phantom Buffalo & Truman Water im International und Tokyo Police Club in der Maroquinerie.
Am meisten interessierten mich die beiden letztgenannten Konzerte. Aber beide gleichzeitig gucken ging wohl schlecht, oder? Ich entschied mich also für Phantom Buffalo und Trumans Water im International. Als ich dort ankam, spielte aber erst noch der Kanadier Moran und der war enorm zäh und lahm. Um viertel vor zehn hatte er immer noch nicht fertig. Ich langweilte mich wie Sau. Da kam plötzlich mein Freund Yves angeschneit, der mir erzählte, daß Tokyo Police Club in der nicht sehr weit entfernten Maroquinerie erst um 22 Uhr 10 angesetzt waren. Spontan wie ich bin, verließ ich kurzerhand das International, setzte mich in den blöden Bus und fuhr den Berg Richtung Maroquinerie hoch. Ein Ticket oder einen Gästelistenplatz für die Show hatte ich nicht, aber man ließ mich trotzdem umsonst rein, schließlich bin ich Oliver Peel!
Drinnen angekommen, sah ich noch das Ende des Sets der Engländer Little Comets. Sie spielten sehr frisch, flott und Laune machend auf. Ihr Sound war typisch für die ganzen jungen britischen Bands der 2000er Jahre. Hibbeliger Punk-Pop, absolut tanzbar, melodisch und catchy. Vergleiche zu den Good Shoes, Los Campesions! Maccabees etc, drängten sich förmlich auf, aber es gab auch einen gewissen Afro-Einschlag à la Vampire Weekend zu bemerken. Mit One Night In October hatten sie zudem einen veritablen Indie-Hit zu bieten.
Nicht schlecht also, diese Little Comets! Wir werden noch von ihnen hören.
Etwa zwanzig Minuten später dann der Einmarsch von Tokyo Police Club. Das unglaublich junge und in den meisten Fällen weibliche Publikum war entzückt, als der schelmisch grinsende Bandleader Dave Monks die Bühne betrat. Ein lustiger, absolut sympathischer Typ, der mit seiner verschmitzten Art extrem gut ankam. Er wirkt wie der typische Slacker, so etwa wie ein Thurston Moore in jung. Ich könnte mir gut vorstellen, daß er in zwanzig Jahren fast noch genauso aussieht. Auf jeden Fall hatte er sich kaum verändert, seitdem ich ihn im Februar 2007 das erste Mal mit seiner Band gesehen hatte...
Seit 2007 ist viel Zeit ins Land gegangen. Die erste EP von Tokyo Police Club, A Lesson In Crime und auch das erste richtige Album Elephant Shell habe ich seitdem immer mal wieder mit Freude laufen lassen, mit dem neuen Werk bin ich allerdings noch nicht vertraut. Von Champ (2010) kannte ich rein gar nix. Das war bei dem jungen Publikum in der Maroquinerie anders. Vor allem die Mädels sangen die Parolen komplett mit. Manche hatten ein Dauerginsen im Gesicht, daß bis zum Ende des Konzertes anhielt. War ja auch wirklich unterhaltsam, dieses flott abgeschossene Set der Kanadier! Da wurde nicht lange gefackelt und gezaudert. Stattdessen haute einem die Band die melodiösen Gittarenhits nur so um die Ohren und die Zeit verging wie im Fluge. Bei mir persönlich gab es immer wider aha- Momente, wenn die alten Sachen wie Tesselate oder Be Good geschmettert wurden, aber gegen Ende machte ich auch Anhieb einen Kracher vom neuen Album aus: Boots Of Danger. Eine Nummer, die auch die Strokes nicht besser hinbekommen hätten! Lässig aus der Hüfte geschossen, ungemein euphorisierend und mit einem Refrain ausgestattet, den man nicht mehr vergisst ("wait up, you never get nervous anymore"). So lange Julian Casablancas und Co. Tokyo Police Club die Bühne überlassen, vertrösten wir uns gerne mit so einem natürlichen Stimmungaufheller!
Die einzige Zugabe dann auch noch einmal ohrwurmig: Cheer It On ("operator give my the president of the world! this is an emergency!") hatte nichts von seiner Anziehunsgkraft verloren und begeisterte mich noch genauso wie im Februar 2007! An Christoph: Heute wurde seit langer Zeit mal wieder ausziehen (à poil) und David Bowie reingerufen!
Setlist Tokyo Police Club, La Maroquinerie, Paris: 01: Favorite Colour 02: Nature Of The Experiment 03: Graves 04: Top 5 05: Spark 06: In A Cave 07: Tessellate 08: Hands Reversed 09: Big Difference 10: Not Sick 11: Be Good 12: Bambi 13: Favourite Food 14: Citizens Of Tomorrow 15: Breackneck Speed 16: Wait Up (Boots Of Danger) 17: Your English Is Good
18: Cheer It On
Im Anschluß an die Show von Tokyo Police Club ging es für mich gleich munter weiter. Ich nahm meine Beine unter den Arm und rannte in einem Affenzahn den Berg der Rue de Menilmontant runter. Ich wollte ja schließlich noch ins International. Konzertjunkies wie ich kriegen schließlich nie den Hals voll genug. Vor der Tür des International hingen noch Freude und Bekannte von mir ab, die bei Labels oder Bookingagenturen arbeiten. Wenn solche "Profis" vor Ort sind, verheißt das oft ein Konzert für Insider. Ich war gespannt, schlug die Tür auf und hoppelte die Treppenstufen zum Kellgergeschoß runter, wo die Gigs hier stattfinden. Schon etwas angegraute Musiker spielten noisige, aggressive und hundsgemeine Indiesongs mit Hardcore Einschlag. Die Meute war aufgestachelt und johlte. Anscheinend kannten sie alle Trumans Water und hatten sich keineswegs zufällig hierhin verlaufen. Unter den Gästen war auch mein Freund Pascal, der die Band in den 1990er Jahren einmal in einem besetzten Schuppen im 12. Pariser Arrondissement gesehen hatte. Heldenhafte Dinge erzählte er von dieser kultigen Show, was meine Neugierde noch weiter anstachelte.
Dummerweise hatte aber mein Abstecher in die Maroquinerie so viel Zeit gekostet, daß ich nur noch die letzten beiden Lieder des Sets zu hören bekam. Plötzlich kam es zu einem lautstarken Wortwechsel zwischen dem Sänger von Trumans Water und einer Zuschauerin in der ersten Reihe. Sie gifteten sich auf englisch an und er gestikulierte im Stile eines John McEnroe, wenn dieser nicht mit dem Schiedsrichter zufrieden ist. Ich denke aber, es war nur Spaß, denn kurze Zeit später grinste der Heißsporn schon wieder. Normalerweise gibt es im International selten bis nie Zugaben, aber heute war das anders. Motiviert durch die am Ende Pogo tanzenden Zuschauer, verlängerten Trumans Water ihren Auftritt um satte 15 Minuten und drei bis vier Lieder. Was gespielt wurde, konnte ich beim besten Willen nicht sagen, da ich mich mit der Diskografie der Band null auskenne. Berichten kann ich allerdings, daß die Leute weiterhin abpogten wie verrückt und damit die aufgepeitsche Atmosphäre weiter verstärkten. Dann war aber wirklich Schluß.
Am Merch gab es einen reichen Gabentisch mit allerlei CDs und Vinylplatten der Band zu bewundern. Trumans Water haben mehr als ein Dutzend CDs veröffentlicht, darunter eine Peel Session (nein, keine Oliver Peel Session)! Mein Freund Pascal schlug wie immer herzhaft zu und trug 3 CDs und eine sehr schön aufgemachte Platte (das neue Werk O Zeta Zunis) aus dem Laden.
Eine coole Sache! Ist was für Fans von Sebadoh, Wire, Sonic Youth, etc. Pussies draußen bleiben!
Setlist Trumans Water, L'International, Paris:
01: ? 02: ...own Bo.. 03: Janellopy 04: We Fish 05: 5-7-10 Split 06: 665 07 Bev Toxin 08: ... New Rise + Fall 09: Long End Of A Firearm 10: Gibraltar 11: Sorry About The Blood
Ausgewählte Konzerttermine Trumans Water:
27.11.2010: Friese, Bremen 28.11.2010: Magasin 4, Brüssel 30.11.2010: Bang Bang Club, Berlin 01.12.2010: Kiel, Schaubude
Konzert: Tokyo Police Club Ort: Latitude Festival Datum: 16.07.2010 Zuschauer: vielleicht 1.000 Dauer: 35 min
Vor lauter sehenswerter Bands hatte ich unmittelbar vor dem Festival vergessen, daß ja auch Tokyo Police Club auftreten würden. Als ich irgendwann Freitag nachmittags anhand des Programmbuchs meinen Tagesplan machte, entdeckte ich die Kanadier zu meiner großen Freude wieder.
Und genau das war auch das Motto: ein mögliches Wiederentdecken, denn in den gut zwei Jahren, seit ich Tokyo Police Club zuletzt gesehen hatte, habe ich nicht furchtbar oft Musik der Band gehört. Aus den Augen, aus dem Sinn, vollkommen unverdient, aber wer nicht live präsent ist, fällt eben auch leichter bei mir hinten runter.
Freudig angespannt aber auch sehr schlecht vorbereitet, ging ich dann also in den Auftritt der Band, der der vorletzte meines ersten Latitude-Tages sein sollte. Vorher hatte Luna Belle sich auf der Sunrise Stage ausgetobt, sehr zur Freude der vielen Kinder im Publikum. Die blieben dann auch für Tokyo Police Club und pogten, was das Zeug hält (und mit Kindern meine ich Kinder, nicht etwa 20jährige!).
Das Konzert begann mit viel Unbekanntem, denn ich kannte Champ, das zweite Album der Band, bis da noch nicht. Da aber der Großteil der gespielten Lieder von der neuen Platte stammte, gab es viel zu entdecken.
Allerdings blieben die ganz großen Entdeckungen erst einmal aus. Mit Abstand am besten zogen nämlich mit Nature of the experiment, Tessallate und Your English is good drei alte Lieder. Auch wenn jetzt im Nachhinein, nach einigen Hördurchgängen die Platte bei mir mehr und mehr gewinnt, empfand ich die neuen Stücke live wenig aufregend. Es fehlten mir die hymnischen Qualitäten der alten Hits, die aber trotzdem schrullig genug sind, einen besonderen Charme zu versprühen. Favourite colour ist ein gutes Beispiel dafür. Live fand ich das Stück eine Ecke flacher als alle Songs von den Veröffentlichungen vorher.
Bambi, in das ich mich langsam reinhöre, war live vollkommen langweilig. Richtig überzeugt hatte mich eigentlich nur End of a spark.
Tokyo Police Club haben sicher sehr bewußt einen Schritt in Richtung weniger versponnen, also radiotauglich. Kein Wunder, daß sie mit Owl City auf Tour gehen sollten. Dafür muß man dann eben in Kauf nehmen, daß die Wildheit der ersten Konzerte dabei auf der Strecke bleibt. Wenn ich dann zum nächsten TPC Konzert gehe (das werde ich sicher), werde ich mit anderer Erwartungshaltung kommen, dann werde ich es mehr genießen, die Band mag ich nämlich immer noch sehr.
Setlist Tokyo Police Club, Latitude Festival:
01: Not sick (neu) 02: Nature of the experiment 03: Favourite colour (neu) 04: End of a spark (neu) 05: Bambi (neu) 06: Gone (neu) 07: Citizens of tomorrow 08: Tessellate 09: Breakneck speed (neu) 10: Boots of danger (Wait up) (neu) 11: Your English is good
Konzert: Tokyo Police Club Ort: Botanique, Brüssel Datum: 05.06.2008 Zuschauer: 100 - 120 Dauer: 50 min.
"Um Mitternacht sind wir wieder in Köln", da waren wir uns vollkommen einig - auf dem Weg nach Brüssel. Natürlich ging es bei unserem Konzertausflug um die Band, Tokyo Police Club haben schließlich nach einer fabelhaften EP in diesem Jahr ihre grandiose Debütplatte "Elephant shell" veröffentlicht, zu einem guten Teil aber auch um den Ort des Auftritts. Meine Mitreisenden hatten mir nämlich in höchsten Tönen von der Rotonde im Brüsseler Botanique vorgeschwärmt...
Zweimal hatte ich die Kanadier bisher gesehen, im Underground in Köln und im Cooky's in Frankfurt. Beide Konzerte liegen schon eine ganze Weile zurück, es wurde also höchste Zeit. Obwohl die Band aus Ontario an diesem Wochenende bei Rock am Ring und Rock im Park auftritt und anschließend einige Zeit in Europa verbringt, paßten keine zusätzlichen Deutschland-Termine in ihren Terminkalender. Brüssel war also (abgesehen von der No-Go-Area Rock am Ring) die geografisch nächste Gelegenheit für ein drittes knackig-kurzes Konzert der Kanadier. Denn so kurz wie ihre Alben sind auch die Gigs des Quartetts.
Weil wir keine riesige Lust auf die Mobius Band als Vorgruppe hatten (ich hatte sie in Krefeld vor den Editors erlebt) und der türkische Imbiss gegenüber des Botanique verlockender erschien, kamen wir erst um kurz nach acht in der Rotonde an. Dieser runde Gebäudeteil des alten botanischen Gartens der belgischen Metropole faßt 250 Zuschauer und ist einer von drei Sälen des Kulturzentrums "Botanique". Obwohl ich ja mit etwas Schönem gerechnet hatte, überraschte mich der Konzertraum noch, weil er so unendlich niedlich ist. Die Bühne nimmt fast die Hälfte der (Überraschung!) runden Grundfläche ein. Der andere Halbkreis hat einen Radius von vielleicht acht bis zehn Metern und steigt nach außen hin an. Vier hohe Stufen sorgen so zum einen dafür, daß Zuschauer hinten perfekte Sicht haben, und zum anderen für einen winzig kleinen Bereich unmittelbar vor der Bühne. Dazu kommen irre hohe Wände und eine Kuppel zum Abschluß. Eigentlich könnte der Raum gut und gerne auch ein kleiner Hörsaal sein, wer weiß, vielleicht fanden in der Rotonde früher Vorträge über seltene Pflanzen in Belgisch-Kongo statt.
Heute gibt es kein Grünzeug zu bestaunen sondern Bands. Die New Yorker Mobius Band spielte schon ein paar Minuten, als wir schließlich in den Saal kamen. Die drei Amerikaner passten musikalisch deutlich besser zum heutigen Hauptact als zu den Editors vor einigen Wochen. Besonders ihre Keyboards klangen oft gar nicht so furchtbar weit weg von Tokyo Police Club. Obwohl besser geeignet als Vorgruppe, riss mich die Mobius Band wieder nicht vom Hocker (bzw. von der Stufe). Mit machte es mehr Spaß, den ziemlich extrovertierten Musikern zuzusehen als ihnen zuzuhören! Verkehrt war das nicht, aber auch nicht begeisternd.
Um fünf nach neun (niedlich!) hatten dann die Hauptakteure ihre Instrumente und Gerätschaften aufgebaut, das Konzert konnte beginnen. Merkwürdigerweise brauchte ich einige Zeit, um "reinzukommen", etwas, daß ich bisher nicht kannte. Entweder waren Konzerte mies (oder ich nicht aufnahmefähig) oder sie begeisterten mich direkt. Es lag sicher nicht an der Band, anfangs dachte ich aber, daß ich enttäuscht nach Hause fahren würde. Und da, obwohl schon gleich drei Knaller gespielt wurden ("La ferrassie", "In a cave" und "Box"). Während "Box" schlug meine Stimmung vollkommen um, da war die riesige Freude an der Band wieder, die ich schon bei den ersten beiden Konzerten erlebt hatte.
Tokyo Police Club bestehen aus vier Musikern, Schlagzeuger Greg Alsop, Gitarrist Josh Hook, Sänger und Bassist Dave Monks und Keyboarder Graham Wright. Schlagzeuger und Gitarrist spielen ihre Parts solide, während die beiden anderen die Show bieten. Beide, Keyboarder und singender Bassist verziehen herrlch das Gesicht während sie singen oder schreien. Graham kneift dabei meist seine Augen zu und wirkt so ganz schrecklich angestrengt. Und kaum haben sie ein Lied begonnen, ist es auch schon vorbei...
Ich schätze, daß gut 100 Zuschauer gekommen waren, einige davon zweifelsfrei Nordamerikaner. Die Nato-Stadt Brüssel als ist sicher dankbar als Auftrittsort für kanadische Bands. Zu vielen Reaktionen ließ sich ein Großteil des Publikums aber nicht hinreißen. Immerhin tanzten und sangen diejenigen, die unten unmittelbar vor der Bühne standen ordentlich mit.
Da TPC kaum Ausfälle in ihrem Repertoire haben (haben sie überhaupt welche?), spielten Dave und Kollegen nur Hits. Neben dem wundervollen "Juno" war "Your English is good" ein erster richtiger Höhepunkt gegen Hälfte des Konzerts. Dieses erst auf "Elephant shell" veröffentlichte Stück, war auch im vergangenen Jahr fester Bestandteil der Sets - kein Wunder, da das Lied ein ganz großer Knüller ist.
Mit Abstand die beste Phase des Konzerts waren aber die Lieder 14 bis 19 (also die letzten gefühlten fünf Minuten...). Angeführt von "Tessallate", dem Überhit, rotzten die blutjungen Musiker einen Knaller nach dem anderen raus, um nach langen 50 Minuten mit "Cheer it on" mit der gebrüllten Zeile "Tokyo Police Club" abzuschließen.
ie haben mich wieder begeistert, gar keine Frage! Und sie haben mich auch zum Lachen gebracht. Da war zum einen Keyboarder Graham, der sich mit Gitarrist Josh einen Schellenkranz teilen mußte. Er rannte also regelmäßig über die Bühne, um das Instrument wegzubringen oder abzuholen! Sänger Dave entsorgte seine Getränke herrlich. Sobald er einen Schluck aus einer der Plastikflaschen getrunken hatte, klatschte er sie auf die Holzbühne. Flatsch! Und da lag sie dann...
Setlist Tokyo Police Club, Botanique, Brüssel:
01: La ferrassie 02: In a cave 03: Box 04: Sixties remake 05: If it works 06: Graves 07: Juno 08: Your English is good 09: Cut cut paste 10: Nursery, academy 11: Citizens of tomorrow 12: Centennial 13: New new song 14: Tessellate 15: Shoulders & arms 16: Nature of the experiment 17: Famous 18: Be good 19: Cheer it on
Konzert: Tokyo Police Club Ort: Cooky's Frankfurt Datum: 25.06.2007 Zuschauer: etwa 70
Im Februar habe ich die kanadische Band Tokyo Police Club im Kölner Underground gesehen. Damals hatte ich einen Narren an ihrer EP und vor allem einigen der Hits der Band gefressen, vor allem das fabelhafte "Nature of the experiment" war Anfang des Jahres eines meiner absoluten Lieblingslieder. Das Konzert im Underground war wild, laut und schnell - und auch schnell vorbei, denn die Band spielte die vierzehn Stücke sehr flott runter. Allerdings war es trotz der Kürze ein riesiges Vergnügen, denn der Einsatz, mit dem die Band ihre Stücke vorträgt, ist herrlich unterhaltsam.
Auf den Tag genau vier Monate später war Gelegenheit, Tokyo Police Club mit etwas Distanz noch einmal anzusehen. Die Band kam ins Cooky's in Frankfurt, nachdem sie am Wochenende beim Southside- und Hurricane-Festival aufgetreten war (sogar zu prominenter, nämlich recht später Uhrzeit). Im Gegensatz zu meinem ersten Konzert im Cooky's (Jamie T. und The Taste) war der Kellerclub diesmal ziemlich leer. Als Vorgruppe spielte eine Band namens Velveteen, die aus Frankfurt kommen soll (mindestens der Sänger ist aber Franke, zumindest nach der Art, wie er "ch" ausspricht, zu urteilen). Die vier Musiker spielen amerikanisch klingenden Indierock, der wie Sachen klingt, die man schon mal gehört hat. Das war sicher nett, hat mich aber nicht umgeworfen. Rechte Stimmung kam auch nicht auf, das lag aber sicher nicht an der Band, sondern am leeren Club.
Setlist Velveteen Frankfurt:
01: After the k.m. tapes 02: The loyalty report 03: Surprise, surprise... 04: The getaway 05: Northern song 06: I'm so tired 07: One with the merchants 08: Better be somewhere 09: And you miss the money 10: Your dead friend
Den Umbau erledigten die Bands selbst. Umbau heißt bei Tokyo Police Club in erster Linie, allerlei Spielzeug auf die Bühne zu stellen (Trommeln für nicht-Schlagzeuger, Rasseln, unfassbar viele Drumsticks, was man eben so braucht, um Lärm zu machen). Neben vielem gutklingendem Krach, sind viele kurze Lieder typisch für Konzerte der Kanadier. Diesmal waren es 17 Stücke, die in 35 Minuten gespielt waren. Neben den sieben Stücken der EP "A lesson in crime" (bzw. acht, mit dem Bonus-Lied "Cut cut paste") spielten TPC viele mir neue Lieder, u.a. die Single "Your english is good". Beim ersten (und eben schnellen) Hören war darunter aber kein so großer Hit wie "Nature of the experiment", "Cheer it up" oder "Be good". Aber das mag täuschen, denn viele Lieder sind eben schon vorbei, bevor man irgendetwas bemerkt, was ein gutes Lied ausmacht. In der Zeit, in der man den CD- oder mp3-Spieler noch mal zurückschalten würde, hat die Band live schon mindestens ein weiteres Stück gespielt.
Ob die neuen Sachen jetzt ähnlich gut ziehen oder nicht, wird sich bald zeigen. Sicher ist jedenfalls, daß Konzerte von Tokyo Police Club trotz der Kürze unterhaltsam sind. Keyboarder Graham zum Beispiel hat ein herrlich engagiertes Gesicht, während er auf sein Keyboard einprügelt. Gitarrist Josh hat eine eigene Trommel, auf die er ab und zu eindrischt, als ginge es um Leben oder Tod. Bei einer dieser Aktionen flog ein abgebrochener Drumstick quer durchs Publikum, das Geschoss traf aber glücklicherweise niemanden. Bei einem Lied nahm Josh die Trommel auch unter den Arm, um darauf rumzuprügeln.
Auf das Album bin ich sehr gespannt. Live war es wieder sehr lustig. Nicht umsonst waren Tokyo Police Club vergangenen Freitag auch auf der John-Peel-Stage in Glastonbury.
Setlist Tokyo Police Club Frankfurt:
01: La ferrassie 02: Cheer it up 03: Elephant 04: Sixties remake 05: Box 06: If it works 07: New song 08: Nursery 09: Cut cut paste 10: Harrowing 11: Citizens of tomorrow 12: Shoulders & arms 13: Centennial 14: Your english is good 15: Nature of the experiment 16: Famous 17: Be good
Konzert Tokyo Police Club Ort: La Boule Noire, Paris Datum: 16.02.2007
On the February 16th the Canadian band Tokyo Police Club had their first ever concert in Paris, at the Boule Noire. Normally when I go to concerts I am never the first person outside, this time I was. I must have been there at 17h. I spend quite some time waiting outside the door, with my CAKE! Ok, yeah you are probably asking yourself WTF is she doing at a rock concert with a damn CAKE? Well I made a CAKE because on the website of TPC I read that Graham, the keyboard player asked everyone to bring a CAKE for his birthday which was on the 16th of February.
When this guy from Jägermeister showed up and went inside I decided that I should just go inside myself, I was really getting bored waiting all alone outside the door. He talked to the guy that’s responsible for the club about the fact that he has got something for the band. He had received an email from Germany that stated that he should drop off the goody bag for the band, they were not around at that time. I asked at what time I could actually come in, I was told that I would have to wait until 20h!!
I must have waited for another hour, during this hour I went over to the magazine stand and purchased “Les Inrocks” I read every article that interested me, and there was also a review of TPC, well it only compared them to other bands, but did not really say if they are good or not.
I myself had only heard the song “Citizens of Tomorrow”, because it had been played on yrock, and because I had requested it every day of the week. I had heard bits of “Nature of the Experiment”.
The waiting fairytale ends with me actually being able to give my CAKE to Graham. I then had a great time with the band. All this great time resulted in me missing the opening band. I have to say that girl had an amazing voice!
I did not have to wait in line, nor did I have to wait during the opening band and TPC’s performance. Even buying my ticket had been a useless action, seen that I got in for free. The concert was just GREAT! I loved it, it’s true I normally do love concerts, but this one was special seen that I knew them a bit more than the other spectators in the room. I came out with me ears not being able to hear correctly for the next two days, but it was definitely worth it.
Believe me it was the CAKE and not the blonde hair and the long legs!
Konzert: Tokyo Police Club Ort: Underground, Köln Datum: 25.02.2007 Zuschauer: leider nicht ausverkauft
Auf dem Weg nach Köln wollte ich wegen einer unglaublichen Müdigkeitsattacke im Vorbeifahren bei McDonald's einen großen Espresso kaufen. Als ich das der Dame gesagt hatte, antwortete sie "Expresso haben wir nicht." Statt des Expressos einen Espresso zu ordern habe ich mir dann verkniffen, denn vorher hatte ich "Be good" von Tokyo Police Club gehört und betrachtete das als Auftrag.
Leider war nicht Field Music Vorgruppe der kanadischen Band. Denn nach den ersten Takten der Band, die im leider spärlich besuchten Underground auf die Bühne trat, war ich nach gestern wieder desillusioniert, was die Qualität von Vorgruppen angeht. Das (Helicopter aus Köln) war nichts für mich.
Um zehn nach neun (da war Samstag The View schon fertig) begann der Umbau. Alle Maßnahmen wurden vom Schlagzeuger von Tokyo Police Club detailliert auf Video festgehalten.
Die Band aus Ontario, die gerade ihre EP "A lesson in crime" veröffentlicht hat, trat dann um halb zehn auf. Als Begrüßung (und passend zu "Cheer it on" hielt die Band sehr zusammengestümperte Schilder "Tokyo", "Police" und "Club" hoch). Tokyo Police Club besteht aus Sänger und Bassist David, Gitarrist Josh, Schlagzeuger Greg und Keyboarder Graham. Graham erinnerte mich an das aufgedrehte Keyboard Rumpelstilzchen von The Automatic. Er hüpfte zwar nicht so wild in der Gegend rum, scheint aber ähnlich durchgeknallt zu sein. Dabei sieht er eher wie ein echter Nerd aus. Stille Wasser...
Obwohl TPC 14 Lieder spielte, war das Konzert nach 40 Minuten und ohne Zugabe vorbei. Das zeigt schon, daß die Lieder nicht furchtbar lang sind. Aber sie funktionieren live wunderbar. Ich glaube nicht, daß viele Zuschauer mehr als ein paar Lieder kannten (es waren auch wohl wenig Engländer da, nur ein paar Amerikaner). Trotzdem war die Stimmung in dem kleinen Club prima.
Auf der Bühne stand vor dem Schlagzeug noch eine Extra-Pauke, auf der ab und zu der Gitarrist oder der Keyboarder unterstützend mittrommelte. Irgendwann lief Joshmit einer roten Fahne über die Bühne, die er anschließend zwischen die Lüftungsrohre schmiß.
Ich hoffe, Tokyo Police Club wird erfolgreich sein. Denn die Band ist originell, unterhaltsam und sehr sympathisch. Sehr nett war nach dem Konzert Sänger David, der meine Souvenir-Setlist, auf der "TPC, Copenhagen Loppen, Feb 2007" stand, mit "Copenhagen Cologne David" unterschrieb.
Setlist Tokyo Police Club:
01: Cheer it on (auf der Setlist: "Cheese it on") 02: Graves 03: Tessellate 04: If it works 05: New song 06: Sixties remake 07: Box 08: Cut cut paste 09: Your english 10: Citizens of tomorrow 11: Shoulders & arms 12: La ferrasie 13: Nature of the experiment 14: Be good (Setlist "Brie Gouda")
Konzertbericht Tokyo Police Club Datum: 16.02.2007 Ort: La Boule Noire, Paris Zuschauer: ca.250, nicht ganz ausverkauft
Na also, geht doch! Ja, was denn überhaupt, mögt ihr Euch fragen - Na, ein gutes Konzert in der Boule Noire geboten zu bekommen. Bei meinem gestrigen Post hatte ich mich noch darüber beschwert, daß die Gigs in der "Schwarzen Kugel" immer lau seien und heute kriege ich dann, um mich Lügen zu strafen, einen Leckerbissen vorgesetzt! Nicht, daß die Stimmung überschäumend war, das nicht, aber trotzdem schafften es die jungen Kanadier von Tokyo Police Club gute Laune und pure Lebensfreude zu vermitteln. Dies lag zum einen daran, daß die vier "Slacker" grundsympatisch sind - vor allem der rot-blonde Sänger David Monks - aber auch an den hochmelodischen Gitarrenläufen, die man als Markenzeichen der aufstrebenden Band aus Ontario bezeichnen könnte. Schon der Opener, die aktuelle Singleauskopplung "Cheer it on", machte klar, daß hier aus einem Geheimtip für 2007 schon bald ein Publikumsmagnet erwachsen wird.
Drei weiße Schilder hochhaltend, auf denen in blutroter Farbe deutlich sichtbarTokyo Police Club geschrieben stand, waren die studentisch wirkenden Typen zuvor einmarschiert.
Der Name der Gruppe findet sich dann auch mehrfach als Songzeile in "Cheer iton" wieder. Ein bißchen Werbung in eigener Sache kann ja nie schaden, haben sie sich sicherlich gedacht. Aber ich denke, dies wird aufgrund der Hitqualitäten dieser jungen Herren bald nicht mehr nötig sein. Erinnert ihr Euch noch daran, als ihr zum ersten Mal die Strokes gehört habt? Welche Glücksgefühle man da hatte, wenn man "Is this it" rauf und runter laufen ließ? Ähnliche Gefühle stellen sich auch bei der ersten EP der Kanadier "A lesson in crime" ein. Ein catchy Song jagt den nächsten und dies war auch live so. Schade eigentlich, daß die meisten Titel so kurz waren, selten überschreitet ein Song die Drei-Minutengrenze. Wieder eine Parallele zum ersten Album der Strokes. Wer Tokyo Police Club aber deshalb für reine Kopierer hält, täuscht sich, denn sie spielen dermaßen schnell und mitreißend, daß für Lästereien gar kein Platz herrscht. Außerdem finden sich in ihrer Musik auch noch andere Einflüsse, ich denke da an Pavement und andere US Indierock-Bands der 90er Jahre. In den 90ern sind sie aber gerade nicht steckengeblieben, denn oft hatte ich das Gefühl, hier den Sound der Jetzt-Zeit zu hören. Dieses auf den Punkt gespielte, dieses Flotte, als hörte man hier den Soundtrack zur Generation MySpace. Ich bin froh, trotz meines fortgeschrittenen Alters dieser Generation noch anzugehören und überlasse die Generation Golfgerne den anderen...
Schade eigentlich, daß die Kanadier noch nicht mehr Titel im Repertoire hatten,ansonsten wäre der gelungene Abend noch etwas verlängert worden. So entließensie uns dann schließlich aber mit dem Smash Hit "Nature of the Experiment" als Trostpflaster in die Pariser Nacht.
Mein Zuhause. Mein Blog. ist als kleines privates Konzert- Tagebuch entstanden. Und weil es zur Zeit musikalisch so spannend ist, wächst unsere Sammlung schnell. Wir schreiben die Berichte spontan, unüberarbeitet und so zeitnah wie möglich. Die Reviews stehen meist noch in der gleichen Nacht online, spätestens jedoch am nächsten Tag. Musik ist für uns vor allem Spaß und keine Wissenschaft.
Wir sind: Oliver Peel aus Paris Christoph aus nicht weit von Köln Julius aus Wien Gudrun aus Karlsruhe Tanita aus Mainz Jens aus Stuttgart Ursula aus Frankfurt Michael aus Chemnitz Dirk aus Mönchengladbach Vielen Dank unseren Gastautoren!
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