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Samstag, 8. März 2014

Fanfarlo, Frankfurt, 07.03.14

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Konzert: Fanfarlo
Ort: Das Bett, Frankfurt
Datum: 07.03.2014
Dauer: Fanfarlo ca. 80 min, Lilies On Mars ca. 30 min
Zuschauer:  ca. 200



von Dirk von Platten vor Gericht

Zunächst sah es in Das Bett noch so aus, als würde auf der Bühne mehr los sein als davor. Auf der Homepage des Clubs war der Einlass mit 20:00 Uhr angegeben, das Konzert sollte eine halbe Stunde später beginnen. Doch zu diesem Zeitpunkt herrschte noch gähnende Leere und wir wurden ein wenig vom schlechten Gewissen geplagt, da wir über die Gästeliste (auf der noch reichlich andere Namen standen) freien Eintritt erlangt hatten und Clubbetreiber und Bands sicherlich jeden Euro gebrauchen konnten. Zumindest letzteren sicherten wir später am Merchandise-Stand noch ihr Einkommen. 


Den Auftakt sollte das italienische Duo Lilies On Mars bilden, das mit Hilfe eines Kickstarter-Projektes aktuell Geld einsammelt, um die gemeinsame Tour mit Fanfarlo über das europäische Festland, England und später die USA zu finanzieren. Das Wissen um diese Tatsache half dem Gewissen auch nicht besonders. 

Das Geheimwissen, dass der Auftritt von Lisa Masia und Marina Cristofalo erst um 21 Uhr beginnen sollte, hatten wohl die Frankfurter Konzertbesucher exklusiv, und so füllte sich Das Bett bis zu diesem Zeitpunkt doch noch recht ansehnlich. Das Duo betrat pünktlich die Bühne, stellte sich vor, was noch keine Reaktion des Publikums hervorrief, und erst der folgende Hinweis, dass Marina heute Geburtstag habe, sorgte für freundlichen Applaus. 

Lilies On Mars eröffneten ihr Set mit See You Sun und Entre-Temps, der erste Song wurde von Lisa gesungen, das zweite Lied war das einzige des Abends, das von Marina vorgetragen wurden. Die beiden jungen Damen sangen nicht nur, sondern bedienten zudem gleichzeitig Bass, Gitarre, Schellen sowie Vintage-Keyboards und ließen Rhythmen aus einem Drumcomputer hinzu kommen. 


Insgesamt war der Auftritt von Lisa und Marina im Vergleich zum aktuellen, dreampopigen Album Dot To Dot, in dem ständig die Synthies pluckern, etwas rockiger ausgefallen. Aufgrund des gehauchten, oftmals von einer Soundwelle verschluckten Gesangs, der zudem noch mit italienischem Akzent vorgetragen wurde, fiel das Zusammenstellen der Setliste nicht gerade leicht und konnte erst auf Nachfrage bei den beiden Lilies beendet werden. Mit No Way, Sugar Is Gone, SIDE ABCDE und Martians folgten in dem rund 30-minütigen Auftritt noch weitere Songs aus der aktuellen Platte, von der Marina später einen großen Stapel zum Merchandise-Stand (und später hoffentlich deutlich weniger wieder zurück) trug. 

Das Highlight hoben sie sich für den Schluss auf und trugen gemeinsam mit den beiden Damen von Fanfarlo einen tollen, rockigen und neuen Song namens Stealing vor. 

Setlist Lilies On Mars, Das Bett, Frankfurt: 

01: See You Sun 
02: Entre-Temps 
03: No Way 
04: Sugar Is Gone 
05: SIDE ABCDE 
06: Martians 
07: Stealing 

Stopp, „zwei Damen von Fanfarlo“? Bildeten nicht zuletzt vier Männer und Cathy Lucas (Geige, Keyboards, Gesang) die Band? Richtig, doch Ende 2013 verließ Amos Memon das Quintett und wurde am Schlagzeug durch Valentina Magaletti ersetzt. 

Die neu aufgestellten Fanfarlo betraten kurz nach 22:00 Uhr die Bühne und eröffneten ihr Set mit Ghosts und Life In The Sky und ließen recht schnell deutlich werden, wie toll der Abend werden würde, insbesondere die Titel, die Leon Beckenham mit der Trompete begleitete. Sänger Simon Balthazar, der auch Gitarre spielte und gelegentlich zum Saxofon griff, und Bassist Justin Finch, der als einziger im ständig wärmer werdenden Bett zu frieren schien, und daher seinen Wintermantel auch nicht ablegte, vervollständigten die Bühnenbesatzung. Modisch stachen zudem Simon Balthazar und Cathy Lucas heraus, die in ihrem Outfit auch in der Mitte der 80er Jahre auf jeder Bühne eine gute Figur abgegeben hätten. 


Die ausliegende Setliste zeigte im Vergleich zur vorherigen Internetrecherche, dass Fanfarlo ihre Konzerte mit einem bestimmten Repertoire an Songs bestreiten, bei denen nur gelegentlich die Reihenfolge ein wenig variiert wird. Der Hauptteil, der 13 Lieder andauern sollte, setzte sich gerecht aus den drei Alben Reservoir, Rooms Filled With Light und Let’s Go Extinct zusammen, und ließ nun dementsprechend Deconstruction, Cell Song und I’m A Pilot folgen. 


„Szenenapplaus“ erhielten zwischendurch der Trompeten-Einsatz von Leon Beckenham und auch Cathy Lucas an der Geige. Vor allem ihr Gesang kam deutlicher zum Tragen als auf den Studioversionen. Besonders gut gefielen mir an diesem Abend die zwei auf Bones und Luna folgenden Stücke: Das balladeske Vostok, I Know You Are Waiting, so erzählte uns Simon Balthazar, dreht sich inhaltlich um den Wostoksee, einen subglazialen See unter dem Eisschild der Antarktis. Dazu wechselte er an die Keyboards und die Rhythmusgruppe durfte für den Song, der sich nur auf der limitierten Box von Rooms Filled With Light befindet, Kurzarbeit antreten. 

Comets war ein weiteres Highlight, denn Cathy Lucas nahm hierzu auf einem Hocker Platz und begleitete das Lied an der singenden Säge. Live immer toll zu sehen und zu hören! Das folgende, vom Saxofon dominierte Tunguska war sicherlich der ungewöhnlichste Song des Abends und wurde dem Geburtstagskind Marina gewidmet. 

Mit Landlocked und A Distance spielten Fanfarlo, die zwar ihre Freude über die Rückkehr nach Frankfurt äußersten, aber ansonsten wenig mit dem Publikum kommunizierten, noch zwei weitere Titel aus dem aktuellen Album und beschlossen den Hauptteil mit Harold T. Wilkins. Da auch die Setliste mit diesem Lied abschloss, durfte man gespannt sein, ob noch die obligatorischen Let's Go Extinct und The Walls Are Coming Down folgen sollten, oder ob das recht begeisterte Frankfurter Publikum noch mehr erklatschen konnten. Um es kurz zu machen: Ja, sollten sie und nein, konnte es nicht. 

Wenn ich mir zuvor eine Setliste hätte wünschen dürfen, hätte sie nicht viel anders ausgesehen. Jedoch definitiv ein wenig länger, auf jeden Fall mit Replicate sowie den schnelleren Songs Drowning Men und Fire Escape

Am Merchandise-Stand wurden wir schließlich noch 60,- € und unser schlechtes Gewissen los. Die Band verkaufte und unterschrieb selbst ihre Platten, war überaus freundlich und Justin Finch sorgte später höchstpersönlich dafür, dass die noch fehlenden Unterschriften von Cathy und Simon auch auf meine Platte kamen. Dazu suchte und verfolgte er die beiden auf der Bühne und im Backstagebereich, was ihn wohl so ins Schwitzen brachte, dass er sich dann doch noch seines Mantels entledigte. 

Setlist Fanfarlo, Das Bett, Frankfurt: 

01: Ghosts 
02: Life In The Sky 
03: Deconstruction 
04: Cell Song 
05: I'm A Pilot 
06: Bones 
07: Luna 
08: Vostok, I Know You Are Waiting 
09: Comets 
10: Tunguska 
11: Landlocked 
12: A Distance 
13: Harold T. Wilkins, Or How To Wait For A Very Long Time 
14: Let's Go Extinct 
15: The Walls Are Coming Down 

Links:

- aus unserem Archiv:
- Fanfarlo, Paris, 13.09.12
- Fanfarlo, Wien, 18.08.10
- Fanfarlo, Paris, 14.05.10
- Fanfarlo, Paris, 08.03.10
- Fanfarlo, Köln, 24.01.10
- Fanfarlo, Paris, 21.01.10
- Fanfarlo, Paris, 13.06.08



Dienstag, 25. September 2012

Fanfarlo, 13.09.12

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Konzert: Fanfarlo
Ort: River King Boat, Paris
Datum: 13.09.12
Zuschauer: 40 oder so
Konzertdauer: etwa eine Stunde


Ist schon fast wieder zwei Wochen her, war aber eine Mordsgaudi. Fanfarlo exklusiv auf einem kleinen Hausboot auf der Seine zu sehen, eine ganz feine Sache, oder etwa nicht?!


Das Ganze war auf dem fruchtbaren Mist der Marke Pepe Jeans gewachsen, die Gratis-Plätze für dieses Ereignis verloste, wahrscheinlich um dieMarke bei der Jugend (zu der ich persönlich nicht mehr gehöre) bekannter zu machen und cooler erscheinen zulassen.

Wie auch immer, ich und einige meiner guten Freunde waren jedenfalls dabei, als das Boot tatsächlich in See stach. Mit Beginn des Konzertes schipperten wir los und fuhren an berühmten Mounumenten wie der Kirche Notre Dame und dem Eiffelturm vorbei. Der Motor machte dabei mächtig Lärm und erschwerte es der Band aus England ungemin, einen ordentlichen Sound zu gewährleisten. Das machte aber nichts, denn die netten Fanfarlos gingen mit viel Einsatz und Spielfreude zu Werke und störten sich auch nicht daran, daß wir höchstens 40 Leutchen waren und das Schiff hinten reichlich leer war. Eine sympathische Truppe!

Hits mit viel Stimmunsgpotential gab es jedenfalls reichlich. Allen voran seien die alten Nummern The Walls Are Coming Down und I'm A Pilot genannt, die nach wie vor die Endorphine strömen ließen und mich sogar dazu bewegten, daß Tanzbein zu schwingen. Auch die neuen Sachen wie Lenslife oder Deconstruction waren nicht übel, aber mir fehlte hier ein wenig die Geige und die sanfte Melancholie, die die Titel des ersten Albums umwehten. Stattdessen spielte die Violinistin Cathy nun verstärkt Keyboard, was das Soundbild moderner, aber auch eine Spur kühler und weniger folkig erscheinen ließ.

Toll war es immer, wenn die feine Trompete zum Einsatz kam, das verstärkte das kammperpoppige Moment und streichelte das Herz. Die Zeit schien jedenfalls auf dem Boote noch schneller als sonst zu vergehen, wir hatten gerade die Zeit, eine kleine Runde durch Paris zu drehen, da näherten wir uns schon wieder dem modernen 13. Arrondissement, wo das Boot gestarte war. Zum Abschluss gab es mit Shiny Things noch den flottesten Track des neuen Albums und zur Krönung des Ganzen als Zugabe auch noch einen meiner All Time Favoriten Harold T. Wilkins. Der klang zugebenermaßen noch stark nach Arace Fire (was bei den neuen Sachen nicht mehr der Fall ist), hatte aber einen so unwidersthlichen Drive und Rhythmus, das alle das Boot mit einem breiten Grinsen auf den Lippen (und einer geschenkten Jute-Tasche von Pepe Jeans) verließen.

Spitze!

Setlist Fanfarlo River King Boat, Paris

01: Lenslife
02: Tightrope
03: Feathers
04: I'm A Pilot
05: The Walls Are Coming Down
06: Tunguska
07: Comets
08: Deconstruction
09: Finish Line
10: Luna
11: Shiny Things

12: Harold T. Wilkins





Freitag, 20. August 2010

The National u.a., Wien, 18.08.10

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Konzert: The National (+ Kissaway Trail, Fanfarlo, The Low Anthem)
Ort: Arena Open Air, Wien
Datum: 18.08.2010
Zuschauer: ausverkauft – ca. 3000
Konzertdauer: The National 100 Min., die anderen Bands jeweils etwa 30-40 Min.


von Julius aus Wien

Wochen, Monate hatte ich mich auf das Konzert von The National in der Arena gefreut. Ein tolles neues Album, die vorangegangenen, ebenfalls lieb gewonnenen Alben und gleich drei erstklassige Support-Bands – die Vorfreude kam nicht von irgendwo her. Einziger Wermutstropfen schien der Ort zu werden. Als solcher war nämlich die große Halle der Arena auserkoren, ein ebenso alter wie hässlicher Ziegelbau.

Als die Schlange gegen fünf Uhr – Beginn war für sechs angesetzt – allmählich länger wurde, hörte man auf einmal den Soundcheck von Kissaway Trail. Und zwar so laut, dass einfach nur das Open Air-Gelände in Frage kam. Der gerade aufkommende leichte Niesel-Regen tat meiner Freude darüber keinen Abbruch. Es besteht einfach kein Vergleich zwischen dem Ostblock-Charme (indoor) und dem gemütlichen Park-Flair (outdoor), wenn auch keine zehn Meter voneinander getrennt.

Kissaway Trail, die pünktlich um sechs begannen, mussten dafür mit den weniger angenehmen Seiten des Geländes kämpfen. Durch dessen Größe nämlich nahm sich das bereits anwesende Publikum verschwindend gering aus. Stimmung wollte auch nicht so recht aufkommen. Kissaway Trail dürften das kennen. Als sie vor zwei Jahren für Sigur Rós um etwa dieselbe Uhrzeit auf der selben Bühne eröffnen durften, waren ähnlich wenige Besucher da. Unverdrossen spielten sie ihr Set, hauptsächlich von Sleep Mountain-Songs bestritten, um dann plötzlich anzukündigen, dass sie einen ihrer absoluten Lieblinssong darbieten würden. Durch das charakteristische „uh-uh“ am Anfang war auch sofort klar, was hier gespielt wurde. Sofort stieg auch die Mitmach-Bereitschaft vor der Bühne. Interessant der Gesang von Thomas Fagerlund bei diesem Klassiker. Weiß er, wessen Song er hier covert? Vermutlich schon, das stimmliche Ergebnis war dann aber wesentlich näher bei Placebos Brian Molko als bei Black Francis. Und das Placebo-Cover ist ja auch in der Tat ein sehr gelungenes, wieso also nicht nachahmen?

Mit einem eigenen Song, SDP, und unter diesmal mehr als höflichem Beifall schlossen die Dänen ihren Auftritt ab. Mein zweites Konzert von ihnen, leider bis jetzt nur auf Support-Slots. Auf den großen Moment mit Kissaway Trail warte ich noch. Vielleicht stellt sich dieser nur bei annähernder Dunkelheit ein...

Mit den Londonern Fanfarlo habe ich da schon mehr Erfahrung. Das melodiös-fröhliche Folk-Indie-Zwischending, das von unzähligen Instrumenten und den dazugehörigen Spielern schwungvoll umgesetzt wird, harmonierte aber ebenfalls nicht wirklich mit den Rahmenbedingungen. Nett anzusehen, teilweise recht kurzweilig und gut aufgelegt schafften sie es aber nicht, bei der großen Besuchermasse wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Erwähnenswert vielleicht noch die Tatsache, dass Sängerin Cathy Lucas es sich nicht nehmen hat lassen, ihre lange Hose, die sie während des Auftritts von Kissaway Trail getragen hatte, gegen ultrakurze Shorts zu tauschen. Was sie damit bezwecken wollte weiß ich nicht :)

Das Konzept, einen ganzen Haufen Vorbands mitzunehmen war dennoch ein sehr begrüßenswertes, kann man doch auch mit handwerklich tollen Auftritten, die halt etwas unglücklich verlaufen, sehr gut leben.

The Low Anthem nahmen die Geschwindigkeit, die Fanfarlo aufgebracht hatten, wieder aus dem Spiel. Und das angenehm unspektakuläre Auftreten der Oststaatler kam auch gut an. Dieser Flüstergesang, einzigartig instrumentiert gefiel auch mir, wenn ich The Low Anthem doch sonst nicht wirklich höre. Mit Charlie Darwin endete das Set, die Bühne war frei für die Band, auf die Wien seit drei Jahre gewartet hat. Eine recht kurze Umbauphase war noch zu überstehen, wohliges Kribbeln stellt sich ein.

Und dann kamen The National.

Spannung lag in der Luft, die kühl, ein bisschen regengeschwängert war, vor allem aber erwartungsvoll.

„We expected something, something better than before. We expected something more.” Die Erwartungen waren groß, man erwartete mehr als (je) zuvor. Waren sich The National dieser Erwartungen bewusst? Jedenfalls eröffneten sie mit dem wunderbaren Start A War, das ironischerweise mit der eben zitierten Zeile beginnt. Falls Hintergedanken dabei im Spiel waren, kann man von einem gelungenen Kunstgriff sprechen. Der Einstieg war so oder so erfolgreich. Mit den Stücken von Boxer ließ sich noch jeder Fan begeistern.

Der neueste Wurf nennt sich High Violet, dessen Release es mit ausgiebiger Tour zu feiern gilt. Und so verzeichnete man mit Anyone’s Ghost den ersten neuen Song, unmittelbar gefolgt von der ersten Single, Bloodbuzz Ohio. Beide zeichnen sich durch Dynamik und den erfolgreich beschrittenen schmalen Grat zwischen Melancholie und Pathos aus.

War der Auftritt bis jetzt von einer sehr guten Stimmung begleitet, steigerte sich die Laune mit den ersten Tönen von Mistaken For Strangers nochmals gewaltig. Matt Berninger quittierte die Begeisterung mit autistisch anmutenden Kreisbahnen, die er in der Lücke zwischen Schlagzeug und den Gitarristen-Zwillingen Dessner zog. Nicht das einzige, was mich an ihm an den weirden Thom Yorke erinnerte…

Es war aber nicht so, dass Berninger mit Ablehnung auf den Applaus reagierte, seine verrückten Tänze gehören wohl einfach dazu.

Einer der Dessners, an diesem Abend rechts postiert, tat dann kund, wie schön die Band das Areal denn fände. „Usually we play in small clubs underneath the train, like Chelsea or B72. We like those places too, but we really like it here. Next time in Vienna, we’ll come back here.”

So wie es angefangen hatte, ging es auch weiter – nämlich mit einer ausgewogenen Mischung alter, neuer und ganz alter Songs. Available mit einem Outro aus Cardinal Song wurde als “old song” angekündigt. „You may not recognize it, but, well … it’s loud. And it’s angry.”

Wunderschön einfühlsam wurde Little Faith dargeboten, in dem unter anderem von Priestern und Nonnen die Rede ist.

Ein in die Höhe gehaltenes Transparent im Publikum betrachtete Berninger einige Momente, um dann Hoffnungen zu enttäuschen: „We can’t play this song. Physically we can’t.“

Diese Rechnung hatte er aber ohne die beiden Dessners an den Flanken gemacht. Den ersten, der ihn drauf hinwies, dass nur er, Berninger, den Song nicht spielen wolle und zwar nicht physically sondern aus psychischen Gründen, parierte er, das Gehirn hätte ja auch mit dem Körper zu tun, er könne ihn also wirklich physisch nicht spielen. Beim zweiten Angriff war er dann machtlos. Denn der zweite Dessner sagte nur knapp: „This is for you.“ Und schon schrammelte er auf seiner Gitarre Conversation 16 los.

Traumhafte Momente stellte sich dann noch bei Apartment Story und vor allem bei Fake Empire (dem vielleicht populärsten National-Song?) ein. Lag in den Minuten vor dem Auftritt eine gewaltige Spannung in der Luft, so war diese nun voll Euphorie und Freude mit, über und von dieser Band.

Den nach Fake Empire aufbrandenen Beifall nutzten The National, um den Rückzug anzutreten. Dieser sollte jedoch nicht lange währen, nach mehrmaligen Sprechchören waren die Herren aus Ohio wieder back on stage.

Runaway und Boxers Slow Show waren schon grandiose Zugaben, als Matt Berninger bei Mr. November einen seiner legendären Ausraster kriegte, Equipment umwarf und mit dem Mikro die Galerie des Zuschauerraums erklomm. Von dort aus arbeitete (ich würde ja fast sagen ‚wütete’, aber das klingt dann doch zu destruktiv) er sich durch das ganze Gelände. Einer zum Anfassen, einer zum Liebhaben. Ein Berninger, den man so irgendwie gar nicht kennt. Sein Ausflug geriet zum Triumphzug, die wenigen, die The National davor noch nicht ins Herz geschlossen hatten, bekamen einen guten Grund, dies schleunigst zu ändern. Ein Besucher, der vor mir stand und schon während des ganzen Konzerts in eine Art Trance verfallen war, völlig vereint mit der Musik, wurde auf einmal lebhaft und umarmte Berninger. Um Sekunden später wieder in seine Trance zurückzufallen – diesmal mit einem unfassbar glückseligen Gesichtsausdruck.

Erschöpft kämpfte sich Berninger dann auf die Bühne zurück, um mit einem Puls etwa um120 Terrible Love zu keuchen.

Was für ein schöner Schlusspunkt eines einzigartigen Konzerts. Eine Band, die sich zwischen Distanz und völliger Nähe bewegt, keinerlei Zweifel an ihrem Talent lässt und sich völlig hingibt, ohne sich dabei zur Schau zu stellen.

Wollten The National eine große Band sein, wären sie es schon längst. Die Arenen wären größer, die Einnahmen ebenso. Aber The National wären nicht mehr The National.

Um aus Anyone’s Ghost zu klauen: „I don’t want anybody else.“

Wir wollen The National wie sie sind. Authentisch und herzerwärmend. Und kathartisch.

[Die großartigen Fotos stammen von Jiamin Xu, vielen Dank! Hier sind noch einige!]

Setlist The National, Arena Open-Air, Wien:

01: Start A War
02: Anyone's Ghost
03: Bloodbuzz Ohio
04: Mistaken For Strangers
05: Secret Meeting
06: Squalor Victoria
07: Afraid Of Everyone
08: Available/Cardinal Song
09: Little Faith
10: Conversation 16
11: Apartment Story
12: Sorrow
13: Abel
14: England
15: Fake Empire

16: Runaway (Z)
17: Slow Show (Z)
18: Mr. November (Z)
19: Terrible Love (Z)


Links:

- aus unserem Archiv:

- The National, Haldern-Festival, 14.08.10
- The National, Latitude Festival, 16.07.10
- The National (mit Pavement), Paris, 07.05.10
- The National, Haldern, 09.08.08
- The National, Montreux, 16.07.08
- The National, Köln, 27.11.07
- The National, Paris, 14.11.07

- The Kissaway Trail, Montreux, 16.07.08
- The Kissaway Trail, London, 17.06.07

- The Low Anthem, Ottersum, 05.02.10
- The Low Anthem, Paris, 26.09.09
- The Low Anthem, München, 15.09.09

- Fanfarlo, Haldern, 14.08.10 (folgt)
- Fanfarlo, Paris, 14.05.10
- Fanfarlo, Paris, 08.03.10
- Fanfarlo, Köln, 24.01.10
- Fanfarlo, Paris, 21.01.10
- Fanfarlo, Paris, 13.06.08



Donnerstag, 15. April 2010

Fanfarlo, Paris, 14.05.10

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Konzert: Fanfarlo

Ort: Le Trabendo, Paris

Datum: 14.05.2010

Zuschauer: nicht ausverkauft

Konzertdauer. etwa 70 Minuten




Ganz fest hatte ich mir vorgenommen, mich heute abend auszuruhen, aber es kam mir doch wieder ein Konzert dazwischen!

Spät in der letzten Nacht hatte ich eine E-mail von meinem Freund von Rockerparis bekommen und die Nachricht erhalten, daß eine Einladung für Fanfarlo auf mich wartet. Schwach wie ich bei solch verlockenden Angeboten nun einmal bin, sagte ich spontan zu! Dabei fühle ich mich im Moment wirklich wie eine ausgepresste Zitrone! Aber die Livebloggerei ist halt nichts für Mimosen, da kommen nur die Harten in den Garten. Oder so. Auf jeden Fall stand ich heute abend auf der Matte und ließ mir auch nicht von den Herrschaften am Empfang die Laune vermiesen. Fast willenlos ließ ich mir meinen Fotoapparat einkassieren, denn, so wurde mir erklärt, die Produktionsfirma dulde heute keine großen Kameras ohne speziellen Pass. Egal, so konnte ich endlich einmal ein Konzert in vollen Zügen genießen, ohne ständig auf der Jagd nach einem tollen Schuß zu sein! Und die Jungs und das eine Mädchen von Fanfarlo sahen auch noch genauso aus wie vor ein paar Monaten in der Maroquinerie. Hoch über dem Bauchnabel sitzende Bundfaltenhosen, frisch gebügelte Oberhemden und Bootsschuhe, im Falle von Sänger Simon kombiniert zu den inzwischen fast obligatorischen graßgrünen Socken. Dienstbekleidung sozusagen.

Frisch wie die Hemden klang auch nach wie vor die euphorisierende Musik der Indiepopper. Besonders Sängerin und Multiinstrumentalistin Cathy Lucas war bestens aufgelegt. Sie sang nicht nur die schmissigen Refrains aus voller Kehle, sondern fiedelte auch auf das Wundervollste und war für die Ansagen zwischen den Liedern zuständig. Enorm froh seien sie, nach ihrer kürzlichen Amerika Tour wieder europäischen Boden unter den Füßen zu haben, ließ sie wissen und erwähnte auch den Bummel zum Eiffelturm (da hätten wir uns glatt treffen können!) und die Besichtigung des beeindruckenden Geländes von La Villette, wo auch die heutige Location Le Trabendo liegt. Extrem cool sei es, in einem dieser Gebäude auf der Anlage zu spielen. Die Spielfreude merkte man den Fanfarlos an, selbst wenn Sänger und Gitarrist Simon selten eine Miene verzieht und man schwerlich seine Stimmung aus seinem Gesicht ablesen kann. Aktivposten war heute definitiv Cathy. Die wirbelte einfach überall. Egal ob sie Mandoline spielte, am Keyboard in die Tasten griff, auf die Trommelränder klöppelte (bei Atlas) oder ihre Violine virtuos befiedelte, immer war sie zur rechten Zeit an der richtigen Stelle und erledigte sämtliche Aufgaben mit Bravour! Ich war schwer angetan von ihr, dabei waren natürlich auch die Herren der Schöpfung enorm wichtig. Was wäre Fanfarlo schon ohne diese großartige Trompete? Und ist der Bassist mit seinen unzähligen Tattoos nicht der Coolste? Keine Frage, Fanfarlo sind ein Team und als solches inzwischen sehr gut eingespielt. Nach etlichen Konzerten weltweit flutschten die Hits wie The Walls Are Coming Down oder Harold T. Wilkins wie geschmiert und auch bei den beiden Neuheiten, , leisteten sie sich keinen Patzer. Besonders Waiting In The Wings hat massive Hitqualitäten und fetzte mit seiner elektrischen Gitarre und dem stampfenden Ryhthmus wie kaum ein anderer Titel des Abends. Auch der Trompetenpart ist bei diesem live bereits mehrfach gespileten Stück besonders gelungen. Da darf man auf das neue Album freudig gespannt sein, selbst wenn man sich sicherlich noch eine Weile gedulden muß. Bis dahin vertrösten aber Luna oder der als zweite Zugabe performte "Oldie" Fire Escape noch auf hervorragende Weise.

Ein schönes Konzert mit einer gut aufgelegten Truppe, die im Anschluß dann auch noch ihr Album Reservoir auf der Bühne verkaufte und signierte. Seltsamerweise ist es in Frankreich offiziell gerade erst erschienen, aber die Fans haben es natürlich schon längst.

Setlist Fanfarlo. Le Trabendo, Paris:

01: The Walls Are Coming Down
02: Finish Line
03: Harold T. Wilkins Or How To Wait For A Very Long Time
04: We Live By The Lake
05: Ghosts
06: Atlas (neu)
07: You Are One Of The Few Outsiders Who Really Understands Us
08: I'm A Pilot
09: Drowing Men
10: Waiting In The Wings (neu)
11: Comets
12: Luna

13: What Makes You Think You Are The One (Fleetwood Mac)
14: Fire Escape


Aus unserem Archiv:

Fanfarlo, Köln, 24.01.2010
Fanfarlo, Paris, 21.01.2010
Fanfarlo, Paris, 13.06.2008

Anmerkung: Bei den Fotos handelt es sich größtenteils (bis auf die Fotos von der After Show) um Archivaufnahmen.




Dienstag, 9. März 2010

Fanfarlo, Paris, 08.03.10

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Konzert: Fanfarlo pour L'Album de la semaine

Ort: Studio 104 de Canal +, Plaine Saint-Denis

Datum: 8.03.2010
Zuschauer: ausverschenkt, etwa 100



Résumé en français ci-dessous


Mein französischer Freund Philippe D war gestern abend bei der Liveaufzeichnung des Konzertes von Fanfarlo für die Sendung Album de la Semaine bei Canal +. Er hat uns netterweise einen Konzertbericht auf französisch mitgebracht (merci Philippe!). Für diejenigen, die die Sprache von Molière nicht beherrschen, sei erwähnt, daß es sich um ein ziemlich kurzes Konzert handelte, bei dem nur 7 Titel vorgetragen wurden. Trotz des neuen Ruhms (Fanfarlo waren kürzlich bei David Letterman eingeladen und hatten somit ein Millionenpublikum hinter den Bildschirmen), war die Truppe bester Laune und bot ein richtig gutes Set. Die lustigste Szene ereignete sich am Ende, als die Violinistin Cathy Lucas zu früh ihre Geige zur Seite gelegt hatte und der Song The Walls Are Coming Down noch einmal gespielt werden musste. Alle lachten sich halbtot!

Bassist Justin Finch verriet hinterher, daß die Band schon an neuen Liedern arbeite (darunter ein Fleetwood Mac Cover mit dem Titel What Makes You Think You're The One), aber in Kürze kein neues Album anstehe. Man wolle sich im Moment auf die Konzerte konzentrieren.

Pour nos lecteurs français (par Philippe D, merci beaucoup Philippe!)

Le groupe anglo-suédois Fanfarlo gagne petit à petit en notoriété. Après un passage rapide au festival des Inrocks (la Boule Noire, le 7 novembre 2009), puis un concert en tête d’affiche dans une Maroquinerie pleine à craquer (le 21 janvier 2010), Fanfarlo était hier à Paris pour participer à l’enregistrement de l’Album de la Semaine dans les studios de Canal +.

Entretemps, Fanfarlo a franchi l’Atlantique avec succès en assurant quelques dates aux Etats-Unis et surtout, sorte de consécration, en jouant le 15 février dernier sur le plateau de David Letterman (The Late Show) dont l’audience monstrueuse devrait leur fournir des bataillons de fans.
S’agissant ce soir d’un mini concert de 7 titres, aucune surprise dans la setlist qui s’est concentrée sur les meilleurs morceaux de l’excellent album Reservoir. Le groupe paraissait d’excellente humeur et la prestation fut très bonne (comme toujours). En guise de rappel, le premier titre fut rejoué une fois… et demie (la violoniste Cathy Lucas ayant reposé son violon un peu trop tôt, ce qui causa l’interruption du morceau dans l’hilarité générale).
Après le show, Justin Finch (le bassiste du groupe), nous a indiqué que Fanfarlo a quelques nouveaux titres (dont la cover de Fleetwood Mac What Makes You Think You’re The One), mais qu’aucun nouvel album n’est en préparation, le groupe se concentrant sur la scène… y compris un retour très prochain à Paris : ce sera le 14 avril au Trabendo !

Setlist Fanfarlo, Album de la Semaine, Canal +, Paris:


01:The walls are coming down
02:Finish line
03: Harold T. Wilkins
04: I’m a pilot
05: Ghosts
06: Comets
07: Luna


Rappel :

08: The walls are coming down

Links:

- English Review of this show by Rockerparis. Klick!
- Fotos by Oliver Peel. Sie stammen vom Konzert in der Maroquinerie.

- Video, Fanfarlo live bei Letterman. Cool! Klick!




Montag, 25. Januar 2010

Fanfarlo, Köln, 24.01.10

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Konzert: Fanfarlo
Ort: Studio 672, Köln
Datum: 24.01.2010
Zuschauer: vermutlich ausverkauft
Dauer: Fanfarlo knapp 60 min, Jeannel 40 min


Als mich auf der Rückfahrt alle empfangbaren Radiosender mit scheußlichem Mist zum Deutschlandfunk vertrieben, begann da gerade eine Kultursendung mit "die Musik heute stammt von Fanfarlo, einer Band aus London."

Im Kölner Stadtgarten war trotz des fiesen Wetters (die gefrorene Variante von Dauernieselregen) richtig viel los. Der Großteil der Besucher strömte in den großen Saal, aber auch vor der Tür des Studios im Keller sammelten sich viele Leute. Beginn 20.30 h pünktlich hieß es vorher, als wir um acht ankamen, lief allerdings drinnen noch der Soundcheck, eine gute Idee, wie sich später herausstellen sollte.

Als Vorgruppe des Abends trat Jeannel aus Köln auf. Auf ihrer myspace-Seite hatte die Band das als Secret Gig angekündigt. Mit Instrumenten großer Gruppen so souverän umzugehen, spricht für ein ordentliches Selbstvertrauen. Leider hielt die Musik dieses Versprechen nicht. Handwerklich war das sicher alles nicht verkehrt, die Mischung aus 80er Dramapop Marke Evanescence und mit stampfenden Technobeats unterlegtem Ladytron und -hawke light gefiel mir allerdings überhaupt nicht. Jeannel passte auch keinesfalls zu Fanfarlo und wurde dementsprechend verhalten aufgenommen; der Beifall am Ende der 40 Minuten war spärlich und vor allem der Höflichkeit geschuldet.

Bei Fanfarlo sollte sich dies natürlich gründlich ändern.

Zunächst erschienen nur Sänger Simon und Geigerin Cathy* und trugen Drowning men in einer akustischen Version vor, die schon einmal punktgenau begeisterte. Beide hatten die schon von Oliver hier beschriebenen aufeinander abgestimmten Outfits an; wie auch der Rest der fünfköpfigen Band, der nach Ende des Stücks die Bühne des knallvollen Studio 672 betrat. Durch komplette Besetzung kam dann auch der volle Sound der Engländer zur Geltung, der Fanfarlo an die vielzitierten Arcade Fire oder Noah And The Whale oder isländische Bands erinnert (und mich manchmal an Jens Lekman); Banjo, Trompete und Geige, dazu die wundervoll zueinander passenden Stimmen von Cathy und Simon.

Mich fasziniert an Fanfarlo neben Simons irrer Stimme ganz besonders die Vorliebe für marschierende Rhythmen und Melodiewechsel. Daher war Finish line ein ganz besonderer Höhepunkt der ersten Konzerthälfte. Der Bruch im Lied, die Handclaps, hach, das war schon großartig!

Der nächste Knüller war dann Ghosts, bevor mit Comets mein Liebling des Abends folgte! Aber da das knapp einstündige Programm keinerlei Hänger hatte und durchweg wundervoll war, ist es eigentlich müßig, beste Lieder rauszusuchen.

Die erste der Zugaben war eine Besonderheit. Wie in Paris** kündigte Simon ein altes Lied an, das in einer neuen Version gespielt würde. "Wir werden das morgen in Berlin aufnehmen."
Wie viel neben lustigem Vogelgezwitscher bei You are one of the few outsiders who really understands us neu war, weiß ich nicht genau, aber auch das "alte" Lied überzeugte vollkommen.

Und dann war da noch die Sache, die mir einen kalten Schauer einjagte... Bei Luna hatte Simon plötzlich das fieseste aller Musikinstrumente in der Hand, eine Klarinette. Ich habe bisher noch kein Konzert erlebt, bei dem dieses überflüssige Ding zum Einsatz kam, es war aber ehrlich gesagt weniger schlimm als gedacht. Warum erwähne ich das dann trotzdem? Um endlich mal den einzigen Witz über Musikinstrumente loszuwerden, den ich kenne: Wann klingt eine Klarinette am schönsten? Leise knisternd in einem Kaminfeuer...

Zwei Lieder (er)kannte ich nicht, eine Schande, weil besonders das zweite ganz ausgezeichnet war
[mittlerweile weiß ich, daß das Waiting in the wings war, vielen Dank für die beiden fehlenden Namen, Amos!]. Es hatte einen schleppenden, eigentlich nicht sonderlich aufregenden Rhythmus, aber einen ganz besonderen Reiz und ging dann in Comets über. Vielleicht waren das die beiden nicht-Album-Stücke, die Fanfarlo auch in Paris gespielt hatten.

Fanfarlo sind locker so gut wie ihr Ruf und bestätigen damit allen Wind, der um sie gemacht wird! Natürlich könnte man über den Originalitäts-Aspekt diskutieren. Man kann es aber auch guten Gewissens lassen und sich an der schönen Musik erfreuen. Bis Haldern dann, liebe Fanfarlos!

Setlist Fanfarlo, Studio 672, Köln:

01: Drowning men
02: I'm a pilot
03: Harold T. Wilkins, or how to wait for a very long time
04: We live by the lake
05: Finish line
06: Atlas
07: The walls are coming down
08: Ghosts
09: Waiting in the wings
10: Comets
11: Luna

12: You are one of the few outsiders who really understands us (Z)
13: Fire escape (Z)

* alles Gesehene ohne Gewähr; ich war zu weit hinten, um viel zu erkennen
** aber da war es ein anderes Stück



Freitag, 22. Januar 2010

Fanfarlo, Paris, 21.01.10

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Konzert: Fanfarlo & Lawrence Arabia & My Girlfriend Is Better Than Yours (Inrocks Indie Club)

Ort: La Maroquinerie, Paris
Datum: 21.01.2010
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: Fanfarlo gut eine Stunde, die anderen beiden etwa 40-45 Minuten



Wir vom Konzerttagebuch sind immer früh am Ball. Noah & The Whale (auf dem Foto), Mumford & Sons und die heutigen Headliner Fanfarlo, drei Bands über die in Deutschland und europaweit zur Zeit viel gesprochen und geschrieben wird, die wir schon bei ihren ersten zarten Gehversuchen auf Konzertbühnen außerhalb ihrer englischen Heimat beäugt haben. Den ersten Bericht über Noah & The Whale habe ich am 28. März 2008 verfasst, bei Mumford and Sons saß ich am 24.04.2008 in der ersten Reihe und Fanfarlo kamen mir schließlich bereits am 13.06.2008 unter.

Bei uns erfährt man also, wer 1 1/2 Jahre später für Furore sorgt! Nur das Klienicum ist (viel) schneller, aber nicht umsonst nennt man Eike den Speedy Gonzales von Oberbayern!*

So, nachdem ich uns mal unverschämterweise selbst gelobt habe (wenn es sonst schon keiner tut; Franzosen sagen in diesem Zusammenhang: "on est jamais aussi bien servi que par soi même" = man bedient sich selbst am besten), kann ich zum eigentlichen Thema kommen. Fanfarlo standen auf dem Programm und die junge Band hat in Indiekreisen inzwischen einen solch klangvollen Namen, daß die Pariser Maroquinerie ausverkauft war und aus allen Nähten platzte. Dabei erfinden sie streng genommen eigentlich nicht viel Neues, denn ihr Stil basiert auf dem heroischen Sound, den die Kanadier Aracade Fire 2004 aus Versatzstücken der Talking Heads, David Bowie und Joy Division geformt hatten. Funeral von Arace Fire war eine Art Initialzündung für das Aufkommen vielköpfiger Indie-Bands, die sich nicht mehr auf das Basisinstrumentarium aus Bass, Gitarre, Schlagzeug beschränkten, sondern vor allem der Geige einen wichtigen Platz einräumten. Und bei Fanfarlo gibt es nicht nur die wunderbare, von Cathy gespielte Geige, sondern vor allem auch die jubilierende Trompete und eine brillant eingesetzte Mandoline. Genau wie Beirut, Clap Your Hands Say Yeah oder auch Get Well Soon vorher, bauen also Fanfarlo auf dem Erfolg von Funeral auf, fügen dem Ganzen aber andere Elemente und vor allem etliche gute eigene Songs hinzu. Und gute Songs gibt es auf dem Debütalbum Reservoir wirklich zu Hauf. Geht man nach der Reaktion des Publikums, gab es eigentlich keinen einzigen Ausfall. Das rund einstündige Set flutschte wie geschmiert und die englische Band war perfekt aufeinander eingespielt. Da merkte man deutlich, daß sie in den letzten Monaten viel Routine hinzugewonnen haben, über die sie 2008 noch nicht in solch großem Maße verfügten. Dennoch ging von ihrem ursprünglichen Charme nichts flöten, sie wirkten immer noch wie die rein aus Spaß an der Freude agierende Indietruppe, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und am meisten darüber überrascht ist, daß es nun so gut für sie läuft. Keine großen Gesten, Posen oder Ansagen, all diese Marotten überlässt man anderen und konzentriert sich stattdessen auf das Wesentliche und das ist die Musik. Aber stopp! Halt! Eine Sache war doch anders als noch im Juni 2008 und das war das Bühnenoutfit, das aufeinander abgestimmt zu sein schien. Jedes Bandmitglied trug ein Hemd, das bei allen bis auf Ausnahme des Drummers bis auf den letzten Knopf geschlossen war. Der aus Schweden stammende Sänger Simon Balthazar und die Violinistin Cathy Lucas hatten zudem Bootsschuhe an. Diejenigen von Cahty waren weiß, die von Simon interessanterweise gelb/weiß/nachtblau, kombiniert zu grasgrünen Socken. Ein Hingucker! Witzig auch der stark an den Armen tätowierte Bassist, der mich mit seiner Pommadefrisur und dem Oberlippenbart kurioserweise an Gottlieb Wendehals erinnerte.

Eine bunte Truppe also, die nach einem sphärischen Intro loslegte wie die Feuerwehr! Einen der Oberknüller wie das euphorisierende und in die Beine gehende Harold T Wilkins ("hey, hey", die Schlachtrufe im Refrain) gleich an zweiter Stelle zu bringen, das zeugt von Vertrauen in sein restliches Sogmaterial! Aber sie wissen eben, das sie locker nachlegen können. Nicht nur die an Nummer 7 gespielte Single I'm A Pilot hatte trotz eines anfänglich eher gedrosselten Tempos Durchschlagkraft. Die Pariser goutierten diese berauschende Beschallung durch Mitsingen der Tetxe, freudestrahlende Gesichter und euphorischen Applaus. Keine Frage, Fanfarlo kamen sehr gut an, was wohl auch damit zusammenhängen dürfte, daß sie im vergangenen November in der kleinen Boule Noire ein viel umjubeltes Konzert abgeliefert hatten. Ob sie da wohl mit der heutigen Leistung rankamen? Ich selbst kann das nicht beurteilen, denn in der Boule Noire war ich damals leider nicht. Sicher sagen kann ich aber, daß Luna mich am Ende des regulären Sets hellauf begeisterte. Ich denke, das ist ihr bestes Lied, versüßt noch dadurch, daß der etatmäßige Trompeter Melodica spielte und Cathy im Verlaufe von der Mandoline zur Geige wechselte. Toll, toll, toll, dieses Luna!

Dann wurde der vorläufige Abgang geprobt, aber es gab natürlich noch Zugaben und zwar zwei an der Zahl. Die erste, Live By The Lake, bezeichnete Sänger Simon als sehr sehr altes Stück, ganz so als hätten Fanfarlo schon 27 Alben auf den Markt gebracht. Man findet es auf der B-Seite der damaligen Single Fire Escape, die heute leider gar nicht gespielt wurde. Zum krönenden Abschluß, dann noch das gar nicht so gespenstische Ghosts und spätestens jetzt war wohl allen klar, daß der Aufstieg von Fanfarlo gerade erst begonnen hat. Die Maroquinerie fasst 500 Leute, ich aber sehe in Paris Potential für das Bespielen einer Location mit einer Kapazität von mindestens 1000 Gästen.



Abschließend noch ein paar Sätze zu den beiden Vorgruppen. Das gemischte Pariser Duo My Girlfriend Is Better Than Yours hatte den indiepoppigen Konzertabend eröffnet und in Begleitung eines nicht etatmäßigen Drummers (Mathieu, ansonsten eigentlich Sänger bei der Band Chicros) bereits früh für gute Laune gesorgt. Dabei ist ihr vordergründig naiver und einfach zu konsumierender Pop mit einigen psychdelischen Tiefen versehen und musikalisch abwechslungsreich und voller überraschender Wendungen. Das Pärchen Laurie (Keyboard, Gesang) und Olivier (Gitarre, Gesang) verfolge ich nun schon seit etwa 2 1/2 Jahren und 11 Konzerten, aber sie schaffen es immer wieder aufs Neue,mich zu begeistern. Langweilig wird es allein deshalb schon nicht, weil sie ständig neue Lieder ins Programm aufnehmen, obwohl das erste richtige Album nach wie vor auf sich warten lässt. Vertrösten muß man sich mit einer EP (Foreplay EP), auf der auch der einzige auf französische gesungene Titel enthalten ist. Le Petit Chevalier (der kleine Reiter zu deutsch) heißt er und der ist so klasse, daß man sich fragt, warum die beiden nicht mehr Sachen in ihrer Landessprache aufnehmen. Größter Knüller ist und bleibt aber der das schwungvolle Set abschließende Track My Dictionary, der bisher unveröffentlicht ist. Und war Laurie mit ihrem weißen Kleid und den farblich passenden Stiefelchen nicht wieder entzückend?

Ach so, Lawrence Arabia. Witzige und auch musikalisch unterhaltsame Band,
die eigentlich das Ein-Mann- Projekt des rothaarigen und kauzigen Neuseeländers James Milne ist, der aber ein paar Begleitmusiker braucht, um vor allem die an die Beach Boys erinnernden Chorgesänge live CD-nah wiederzugeben. Musiker aus Neuseeland kommen einem ja eher selten unter*, aber warum sollen die da unten eigentlich keine gute Musik machen können? Schließlich haben sie auch dort Platten von den Beatles und Simon & Garfunkel gehört und das merkt man dem Sound von Lawrence Arbaia ganz klar an (besonders bei Bloody Shins). Überaschend war allerdings, daß das Ganze live wesentlich rockiger und druckvoller als auf dem (zweiten) Studioalbum Chant Darling dargeboten wurde. Bester Titel: I've Smoked To Much", von dem Keyboarder ironisch mit: "We just came from Amsterdam, you know?", angekündigt. Beste Songzeile eines anderen Liedes: "...drink expensive coffe", entnommen der gesanglich an David Bowie erinnernden Ballade Talk About Good Times. Wo man den wohl trinken kann, diesen teuren Kaffee? Bei Starbucks?


Setlist Fanfarlo, La Maroquinerie, Paris

01: The Walls Are Coming Down
02: Harold T. Wilkins or How To Wait For A Very Long Time
03: Atlas
04: Tuesday (You Come When We Call)
05: Finish Line
06: Drowing Men
07: Im A Pilot
08: Waiting In The Wings (neu)
09: Comets
10: Luna

11: We Live By The Lake
12: Ghosts

Ausgewählte Konzerttermine Fanfarlo:

23.01.2010: München
24.01.2010: Studio 672, Köln
26.01.2010: Magnet, Berlin
28.01.2010: Rocking Chair, Vevey
29.01.2010: Ziegel Oh Lac, Zürich
30.01.2010: Ancienne Belgique, Brüssel
01.02.2010: Prinzenbar, Hamburg


Setlist My Girlfriend Is Better Than Yours, La Maroquinerie, Paris:

01: From My Sofa
02: Oh My Lady!
03: My Girlfriend Is Better Than Yours
04: Winterfarmland
05: Le Petit Chevalier
06: Black Hole
07: Like A Rebirth
08: My Dictionary



Aus unserem Archiv:

Fanfarlo, Paris, 13.06.2008
Lawrence Arabia, Frankfurt, 01.06.08

My Girlfriend Is Better Than Yours, Paris, 15.04.09
My Girlfriend Is Better Than Yours, Paris, 14.03.09
My Girlfriend Is Better Than Yours, Saint Ouen, 30.01.09
My Girlfriend Is Better Than Yours, Paris, 24.10.08
My Girlfriend Is Better Than Yours, Paris, 03.09.08
My Girlfriend Is Better Than Yours, Paris, 02.09.08
My Girlfriend Is Better Than Yours, Paris, 03.07.08
My Girlfriend Is Better Than Yours, Paris, 20.07.07


Charmante Session: Fanfarlo- You Are One Of The Few Outsiders Who Understand Us

* das Klienicum berichtete (hier) bereits am 11. Mai 2007 zum ersten Mal über Fanfarlo. Euphorischer Kommentar damals: "Hier keimt was, Freunde!" "Wunderbarpop zum Niederkien"

* mir fallen auf Anhieb nur Cut Off Your Hands, The Ruby Suns und Liam Finn ein.



Sonntag, 15. Juni 2008

Fanfarlo, Paris, 13.06.08

4 Kommentare

Konzert: Fanfarlo
Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 13.06.2008
Zuschauer: ca.250
Konzertdauer: 43 Minuten (handgestoppt)


Ein Bekannter von mir, dessen Alter schon mit einer 4 vorne beginnt, fragte mich seit ein paar Tagen, ob ich mir nicht mit ihm zusammen die kultige britische Punk-Band The Damned im Gibus ansehen wolle.

Ich fand den Gedanken, Typen einmal live zu erleben, die damals mit den Sex Pistols auf Tour waren und stilprägende Punk-Alben herausgebracht haben, durchaus reizvoll. Letztlich entschied ich mich aber mit Fanfarlo für die Jugend und gegen die alten Säcke. Das verstand auch mein Bekannter und er vermutete vorher, dass ich wohl die bessere Wahl getroffen habe.

Wie sich The Damned letztlich geschlagen haben, weiss ich nicht, sicher ist aber, dass ich es keineswegs bereut habe, den jungen Londonern den Vorzug gegeben zu haben!

Von Freunden war ich netterweise darüber informiert worden, dass Fanfarlo erst gegen 23 Uhr starten würden und so musste ich mich nicht allzu früh in die Flèche d'or aufmachen. Trotzdem kam ich nicht wesentlich eher als um 11 am Ort des Geschehens an, sondern stiess die schwere Glastür erst 5 Minuten vor Konzertbeginn auf. Perfektes Timing, kein dummes Rumgestehe, so liebe ich das!

Fanfarlo hatten bei ihrem ersten Auftritt in Frankreich und ausserhalb des Vereinigten Königreiches ebenfalls keine Zeit zu verlieren und legten sofort los wie die Feuerwehr! Passend wäre es auch zu behaupten, sie starteten mit Pauken und Trompeten. Genauer gesagt mit Geigen und Trompeten (na gut, eigentlich war es nur eine Trompete und eine Geige) und zwar mit dem Song "We Live By The Lake". Zu sechst bevölkerten sie die Bühne und die fünf jungen Kerle und das eine Mädel (Cathy an der Geige), brachten eine frische Brise aus London mit nach Paris, dass es eine helle Freude war! Hochmelodisch hüpften die Gitarren durch jedes Lied und die flott gespielte Violine von Cathy trieb den Sound nach vorne, der durch die Trompete, in die Leon blies, zusätzlich noch eine wunderbar harmonische Note bekam. Hach, herrlich, Musik, nach der sich sogar David Bowie die Finger schleckt, bekam man hier und heute gratis geboten! Und wer die Statements von Herrn Bowie im Bezug auf neue Lieblingsbands in den letzten Jahren verfolgt hat, weiss, dass sich darunter Namen wie Arcade Fire und Clap Your Hands Say Yeah befinden. Die und auch noch ein paar andere Gruppen (z.B. Orange Juice, Divine Comedy, Beirut oder Islands) könnte man auch problemlos als Fanfarlo ähnlich klingend bezeichnen, aber mit der Einstufung als blosse Trittbrettfahrer würde man falsch liegen. Natürlich ist die Geige beim Indie-Pop der letzten Jahre nahezu allgegenwärtig geworden und auch mit Hörnern und Trompeten wurde man von Beirut reichlich bedient, aber mir sind diese wohlklingenden Instrumente allemal lieber als das omnipräsente Saxofon in den 1980er Jahren.

Und dann gibt es zudem noch bei einigen Liedern der Newcomer eine Mandoline und sogar ein Glockenspiel, auf dessen lieblichen Töne nicht nur mein Mitblogger Christoph abfährt! Und wem das nicht reicht, der wird grosszügig mit Hits bedient. Eigentlich bestand das gesamte Set aus solchen! "Outsiders" kapitulierte einen schon nach den ersten Klängen in die Wolken, bevor die Trompete auf das Schönste durch den Song tutete, "Sand And Ice" versüsste einem mit Glöckchen und Geigenklängen den Tag und "Harold T Wilkins" ist ein Lied, das Clap Your Hands Say Yeah vor Neid platzen lassen dürfte, weil sie zumindest auf ihrem zweiten Album nichts vergleichbar Gutes zu bieten hatten.

Kein Wunder, dass die Aufsteiger dieses Jahr schon in Glastonbury auftreten dürfen und auch für ein Festival in Göteborg gemeldet sind, was sie doppelt freuen dürfte. Zum einen erfährt man auf ihrer Myspace Seite, dass sie Schweden lieben und zum anderen, dass ihre Idole von den Flaming Lips auch dabei sind.

Schade eigentlich, dass sie nicht in Haldern aufkreuzen, schliesslich sind auch dort die brennenden Lippen gemeldet. Als ich dies dem Drummer nach dem Konzert erzählte, bekam er grosse Augen und bat mich, sofort den Namen des deutschen Festivals aufzuschreiben.
Spätestens 2009 sind sie dann auch am Niederrhein dabei, wetten? Und dann bitte schön endlich auch mit dem Debütalbum. Bisher gibt es nämlich lediglich die Single "Fire Escape" und auf Vinyl "Harold T. Wilkins".

Eine witzige Anmerkung noch zu dem Schlagzeuger. Er trug das blaue Trikot der französischen Fussball-Nationalmannschaft, die am Abend kläglich gegen Holland verloren hatte. Dummerweise hatte sich Sänger Simon während des Konzertes nach dem Ergebnis erkundigt, was ihm aber niemand im Publikum krumm nahm.

Warum auch, Fanfarlo haben wesentlich mehr Frische versprüht als eine formschwache "Equipe Tricolore" und bestimmt auch als die ollen The Damned!


Setlist Fanfarlo, La Flèche d'or, Paris (thanks to Amos from Fanfarlo!):

01: Fire Escape
02: We Live By The Lake
03: Reservoir
04: Ernetti (Arbeitstitel)
05: Sand And Ice
06: Pile It High And Sell It Low
07: Comets (Arbeitstitel, hier und heute zum ersten Mal live gespielt!)
08: You Are One Of The Few Outsiders Who Really Understands Us
09: Bike (Arbeitstitel)
10: Harold T. Wilkins




Links:

- Outsiders im super gemachten Videoclip
- Fire Escape Videoclip
- Talking Backwards
- eine dieser glänzenden Black Cab Sessions mit Fanfarlo
- Lesenwerte Bandbeschreibung von Eike. Wie immer war er extrem früh dran. Er berichtete auf seinem Klienicum schon im Mai 2007 von dem vielversprechenden Sextett!




 

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