Freitag, 5. Juni 2015

She Owl, Karlsruhe, 25.05.15

Konzert mit She Owl
Datum: 25. Mai 2015
Dauer: 85 min
Zuschauer: 12


Seit dem tollen Konzert mit My brightest Diamond in Paris hat die Eule bei mir eine weitere Rolle als mythisches Urtier eingenommen (immer verknüpft mit dem huhuhu-Refrain). Natürlich war ich damit einer Band namens She Owl sofort zugetan. In Europa ist das Quartett She Owl aus San Francisco als italienische Duo-Teilmenge unterwegs, nämlich Jolanda Moletta und Demian Endian. Man könnte She Owl allerdings auch zurecht als musikalisches Kind von Jolanda und einem Freundeskreis von Paten beschreiben.


An der Zimmer-tauglichen Umsetzung waren viele Instrumente beteiligt. Das Klavier durfte dabei sein, eine Autoharp, eine Kalimba, Tamburine, Tromme, Gitarre und viele Schellen. Die musikalische Heimat ist damit auch ein Stück weit sichtbar, denn eine Autoharp auf der Bühe sah ich zum ersten Mal bei PJ Harvey und die Kalimba bei My Brightest Diamond. 


Das erschuf Darbietungen von Delikatesse und Kraft zugleich. Nicht unbedingt so, wie gewohnt, aber doch direkt zugänglich für unsere Herzen. Sehr großer Vorteil unserer Live- Begegnung im Vergleich zur Musikkonserve war der Einblick, den Jolande in die Inspiration zu ihren Liedern aus Büchern und Geschichten gewährte. Oder wenn sie von der Zeit im Schnee in Norditalien erzählte. 


Das Konzert begann mit den  zwei ersten Stücken ihres 2013er Debut-Albums She Owl: Homewoods und das meditative She Owl. Beide setzten zunächst einen eher dunklen Rahmen. She Owl arbeitet mit leeren repetitivem Piano-Akkorden, Schellen und bedrohlich paukenden Schlägen bis die beschwörende Melodie einsetzte, die nicht sehr eingängig ist. Auch das Thema in Nightingale war eher keine leichte Kost, beschreibt Jolanda darin doch, wie eine Frau selbst zum Vogel zu werden in Kauf nehmen muss, um ihren Liebsten zu retten. 

Richtig gespenstisch wurde es bei der Beschwörung des Wolfes aus seinen Knochen in Over the bones. Es wurde durch die Geschichte Women Who Run With The Wolves von Clarissa Pinkola Estés angestoßen. Hier rief die Trommel, dann tänzelnde das Piano  und Jolandas Stimme lockte schließlich triumpfal It's alright! Das nächste Lied war Fisherman Queen. Es präsentierte sich sehr elegisch mit der Autoharp und ruhiger E-Gitarre und dramatischem Ende. In der zugehörigen Geschichte gibt die Königin nämlich ihre Augen weg, damit ihr Geliebter, der auf See in Not ist, gefunden werden kann - und muss anschließend blind weiterleben.


Auch der Song Wolftale hatte eine sprechende Musik, die die Flucht des Wolfes vom Tamburin getrieben fast lautmalerisch umsetzte. Das singenende Beschwören der Seele der Bäume (inspiriert durch Gustav Theodor Fechner) fanden wir alle irgendwie besonders passend in der Waldstadt, zumal wir die Bäume vor dem Fenster in der Abenddämmerung noch wie Konzertgäste in unserer Runde um die Künstler hatten. Sehr nachdenklich und sehnlich neigte sich das Set schließlich auf das Ende zu mit Behind the Stars und einem Lied über Herzensbrecher Decembers mit perlenden Klavierklängen.


Setlist:
01: Homewoods
02: She Owl
03: Nightingale
04: Over the Bones
05: Fisherman Queen
06: Wolftale
07: Nanne
08: About the Sea
09: Munla
10: Dreamwalk
11: Child Bride
12: Behind the Stars
13: Decembers

14: After Dark (Z)


Tourdaten in Deutschland:
21.05. Brüssel – La Porte Noire
22.05. Utrecht - private show
23.05. Antwerp - Den Hopsack
24.05. Offenbach - Hafen 2
25.05  Karlsruhe - Wohnzimmerkonzert
26.05. Chemnitz - KaffeeSatz
27.05. Halle - Theater Mandroschke
28.05. Göttingen - Vinyl-Reservat
29.05. Dortmund - Nordakustik
30.05. Ahlen - Marktplatz with Christine Owman!
31.05. Köln - Kulturcafe Lichtung
02.06. Würzburg - Wunschlos Glücklich
03.06. Herrenberg - Jugendhaus Herrenberg
04.06. Thun  - AkuT




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