Freitag, 10. Juni 2011

Herman Dune & La Femme, Paris, 09.06.11


Konzert: Herman Dune & La Femme (The Shining Twins)

Ort: Le Trianon, Paris
Datum: 09.06.2011
Zuschauer: geschätzte 650
Konzertdauer: 1 Stunde 20 Minuten Herman Dune


Wow, was für ein absolut großartiger Konzertabend!! Herman Dune waren in Bestform (so gut habe ich sie noch nie gesehen!), der Sound brillant, die neuen Songs des aktuellen Outputs Strange Moosic auf Anhieb berauschend und die Stimmung prima.



Zuvor hatte eine französische Neo New Wave Band mit französischen Texten einen fabelhaften Auftritt hingelegt. La Femme heißt die Gruppe, in der es trotz des Namens aber nur eine Frau (dafür ist sie aber sehr sexy) und drei Männer gibt. Ein Hammer!



Dabei hatte ich an diesem verregneten 9. Juni gar nicht vorgehabt auszugehen. Aber per Facebook flatterte mir eine Einladung ins Haus. Ein eifriger Konzertgänger- Freund berichtete mir, daß er zwei Gästelistenplätze gewonnen hätte und bot mir freundlicherweise an, ihn ins Trianon zu begleiten. Da zögerte ich nicht lange, denn Herman Dune hatte ich eine Weile nicht mehr gesehen und von dem neuen Album Strange Moosic in der Presse wurden positive Dinge berichtet.

David-Ivar aka Yaya, den Chef von Herman Dune (der Band), traf ich witzigerweise bereits am Eingang. Ich traute mich aber nicht, ihn anzusprechen und ihm zu erzählen, daß ich Julie Doiron (Foto) kürzlich bei uns beherbergt hatte, nachdem die gute Julie zuvor drei Nächte bei Yaya verbracht hatte. Die beiden kennen sich gut, schließlich hatte Julie auf dem vorzüglichen Album Not On Top Background Vocals beigesteuert.

Ich erklomm die Stufen des wunderbar renovierten Theaters und drang in den oben gelegenen Konzertssal ein. Auf der Bühne war die fünfköpfige französische Band La Femme bereits in voller Aktion. Bis auf den Schlagzeuger standen sie alle fein säuberlich in einer Linie hinter ihrem Keyboard, aber der Sound war trotz des synthetischen Anteils organisch und vital. Wavige Töne erklangen und die Band drückte gewaltig aufs Tempo. Das gesamte Set war schmissig, äußerst tanzbar und in hohem Masse Rausch auslösend. Den Gesangespart teilten sich eine Pagenschnitt tragende Brünette und ein kurzgeschorener Draufgänger. Ich bervorzugte es, wenn sie sang, denn ihre Stimme war frech, provozierend und bissig.

Auch die Lieder hatten es in sich, man hatte das Gefühl ,der Sound von Indochine sei auf den neusten Stand gebracht und mit viel mehr Pfiff, Spielfreude und Indiespirit neu interpetiert worden. Die Zuschauer hatten jedenfalls ihre Helle Freude, gleich neben mir tanzten zwei sexy Pariserinnen zu jedem Stück wie wild ab.

Schade allerdings, daß man noch keinen Tonträger von La Femme erwerben konnte. Es gab wohl bereits eine EP mit vier Stücken, die aber ausverkauft ist. Ein erstes richtiges Album soll dann etwas später folgen. Ich kaufe es blind, denn frischer und ansteckender kann auf französisch gesungene Musik kaum klingen!

In der Umbaupause konnte man zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem kleinen blauen Plüschmonster (Baby Blue) schließen, das man auch in dem Video zu Herman Dunes Song Tell Me Something I Don't Know bewundern kann. Tontechniker hatten es auf eine Box gestellt und es stand fortan da wie ein Maskottchen, das der Band Glück bringt. Und der Aberglaube sollte wirken, denn von Anfang an spielten die drei Musiker (David-Ivar Herman Dune: Gitarre, Gesang, Ben Pleng: Bass und Neman Herman Dune: Schlagzeug, Backgroundgesang) wie aus einem Guss. Alles lief wie geschmiert und die neuen Stücke The Rock und Lay Your Head On My Chest zündeten auf Anhieb. Mit My Home Is Nowhere Without You kam dann der erste Titel aus dem Backkatalog, neben den sich später noch, With A Fistful Of Faith (Album Mas Cambios) Your Name/My Game, Not On Top und Good For Noone gesellen sollten.

Auffällig heute die Gitarrenparts von Yaya. Ausgedehnte Soli gab es quasi in jedem Lied, aber dennoch schafte es der Bart-und Hütchenträger, seine Elektrische nicht antiquiert klingen zu lassen. Viemehr entfloss seinen Riffs der Duft sonnengereifter Apfelsinen, alles war herrlich luftig und heiter und man wähnte sich bisweilen in der Karibik. Besonders gut gefiel mir zudem der aus der Schweiz stamende Drummer Neman. Er spielte ungemein inspiriert und variabel auf, es war eine Freude ihm zuzusehen, wie er da ackerte, vorantrieb und mit vollem Köpereinsatz hieb und stach.

Ja und dann gab es auch noch den eigentümlichen Tanz von Yaya. Er trippelte leichtfüßig über die Bühne und schuf fast seinen ganz eigenen Moonwalk. Das war irre amüsant und irgendwann bequam ich mein Grinsen nicht mehr aus der Fresse. Einfach zu komisch!

Aber es wurde nicht nur gelacht und zu den sonnendurchfluteten Stücken geschwoft, sondern an der ein oder anderen Stelle kam auch die Melancholie nicht zu kurz. Insbesondere Magician bestach durch sentimentale Gitarrenparts und eine Prise Schwermut, die das Herz erwärmte. Nichts ran kam allerdings an Good For Noone (vom Album Not On Top), mit dem das reguläre Set perfekt abgeschlossen wurde. Wahnsinn, was Yaya da aus seiner Elektrischen rausholte, wie eunuchenhaft hoch er an der einen Stelle sang und wie gut das Stück einschlug!

Eine Zugabe gab es noch, dann war die Messe gelesen und die Zuschauer verschwitzt, aber ungemein glücklich.

Erstklassiges Konzert! Sahnehupferl obendrauf: die Mädchen sehen bei Herman Dune immer wie Models aus, zumindest in Paris. Mann, was waren da für Grazien unterwegs!

Setlist Herman Dune, Le Trianon, Paris:

01: The Rock
02: Lay Your Head On My Chest
03: My Home Is Nowhere Without You
04: Tell Me Something I Don't Know
05: With A Fistful Of Faith
06: Your Love Is Gold
07: Strange Moosic
08: Your Name/My Game
09: In The Long Long Run
10: Just Like Summer
11: ?
12: Not On Top
13: My Joy
14: Good For Noone

15: ?

Konzerttermine Herman Dune (ohne Gewähr):

14.06.2011: Festsaal Kreuzberg, Berlin (mit Wye Oak und Waters)
15.06.2011: Chelsea, Wien
17.06.2011: B-Sides Festival Sonnerberg, Schweiz
19.07.2011: Boomtown Festival Handelsbeurs, Gent, Belgien

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- Schöner Post von Plattenvorgericht zu Herman Dune-Strange Moosic, klick!



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