Mittwoch, 6. April 2011

Gablé & Arch Woodmann, Paris, 05.04.11


Konzert: Gablé & Arch Woodmann (Piano Chat)
Ort: Café de la Danse,Paris
Datum: 05.04.11
Zuschauer: fast ausverkauft
Konzertdauer: Arch Woodmann ugefähr 40, Gablé fast 80 Minuten


"Concert de ouf!!!", wie die Franzosen umgangssprachlich zu sagen pflegen, wenn ein Konzert ganz besonders gelungen war.

Und dies war heute definitiv der Fall, denn das hochkreative Trio Gablé aus der Normandie begeisterte mit hunderttausend lustigen Ideen, Gimmicks und Finten. Eine experimentelle Band, die man in keine Schublade zwängen kann. Freakfolk, Hip Hop, Indierock, Gangstarap. Elektropop, Noiserock und noch einige andere Stilrichtungen werden bei ihnen in einen Topf geworfen und zu einem wohlschmeckenden und spritzigen Mahl angerichtet. Rund 80 Minuten lang pluckerte, fiepte, schrammelte, wieherte, klapperte und bollerte es aus jeder Ecke. Zwei bärtige und eher rustikale Typen an Gitarre und Schlagzeug und ein süßes Mädel am Keyboard ( + Glockenspiel, Glöckchen, Glasbecher, giftgrüner Flöte etc.) ließen Funken sprühen und brachten die Leute zum Lachen, Tanzen und Staunen. Songs, die trotz ihrer ständigen Brüche und Stiländerungen wahnsinnig catchy und euphorisierend waren, ließen mich mit der Zunge schnalzen. Animal Collective oder Panda Bear wirken gegen Gablé wie Coldplay. Keine noch so abwegige Idee wurde bei den genialen Franzosen ausgelassen, sie gackerten wie die Ziegen, imitierten die Rufe eines Esels und das Mädel spielte Indianer und stieß Kampfrufe wie ein angriffsbereiter Appache aus. Erstaunlich, daß man aus diesen skizzenhaften Gedankesblitzen (Schnapsideen?) so packende und melodische Stücke hinbekam, die sich allesamt voneinander unterschieden. Hinzu kamen hochkomische und absurde Texte ("eat your legs with mayonnaise" hieß es in einem Stück), ein in perfektem englisch vorgetragener Sprechgesang bei einem der Sänger oder ein naiv kindlicher Gesang mit dem typisch französischem Akzent bei der jungen Dame.





Das Set war so großartig und farbenfroh, daß die aufgestachelten Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute johlten und tanzten und das Trio zu zwei Zugaben zurückklatschte. Gablé hatten einen veritablen Triumph gefeiert und ihren Aufstieg von einer kleinen Undergroundband hin zu einem Publikumsmagneten (heute waren sicherlich 500 Leute da) eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Definitiv die kreativste Indieband Frankreichs. Zwar kann man mit etwas Phantasie Referenzen wie Why, Coco Rosie, die Pixies oder The Chap zitieren, aber dennoch klingen die Nordfranzosen verblüffend eigenständig und absolut neuartig.

"Concert de ouf!" sagte ich doch! Und auch die CDs sind geil, zumindest die letzten drei Outputs 7 Guitars With A Cloud Of
Milk (2008), I'm Ok (2010) und Cute Horse Cut (2011) sollte man sich unbedingt zulegen (einen guten Überblick über die Diskografie gibt es hier)

Auch Arch Woodmann wussten mit ihrem sphärischen Indierock vorher enorm zu gefallen- Zu ihnen möchte ich in Kürze noch mehr erzählen. Stay tuned!

Setlist Gablé, Café de la Danse, Paris

01: ?
02: Hawaii
03: Unbeatable
04: Who Tells You?
05: Haunted
06: Day
07: Georges Perrier
08: Cyanure
09: Drun Fox
10: Purée Hip Hop
11: Chasse
12: Pills
12: Samba De La Muerte
13: Food
14: Chicken
15: Drunk Fox
16: Charly
17: Boring

18: Walking
19: My Diamond Pond

20: Bunch

Aus unserem Archiv:

Gablé, Paris, 24.11.09
Arch Woodman, Paris, 21.05.09
Arch Woodman, Paris, 04.03.09



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