skip to main
|
skip to sidebar
um
15:06
Konzert: Julien Baker
Ort: Evangelische Friedenskirche, Darmstadt (Bedroomdisco)
Datum: 03.06.2017
Dauer: Julien Baker knapp 60 min, Lauren Denitzio 25 min, Allman Brown 35 min
Zuschauer: 120 vielleicht (volle Kirche)
Irgendwann (nach meinem Lottogewinn) werde ich eines meiner Lieblingsprojekte umsetzen und den durchschnittlichen Musikgeschmack in Deutschland näher untersuchen. Besonders interessiert mich, wie äußere Einflüsse diesen Geschmack beeinflussen. Wie mies (Hypothese) er also in der Eifel (Rock am Ring) und "SWR3-Land" ist, wie folkig rund um Haldern und wie gut in Rüsselsheim (Phono Pop Festival) oder Darmstadt. Wer Interesse an dieser Studie hat und nicht auf meinen überfälligen Lotteriegewinn warten will: teile meine Paypal- und Kontoverbindung gerne auf Anfrage mit.
Darmstadt ist musikalisch so viel spannender als Frankfurt beispielsweise, weil es dort seit einigen Jahren die Bedroomdisco gibt, eine private Initiative, die u.a. Wohnzimmerkonzerte veranstaltet. Neben den Konzerten, die lange den Rahmen von Wohnzimmern sprengen, veranstaltet die Bedroomdisco auch Kirchenkonzerte. Ich war bisher leider erst bei einem, das von Lanterns On The Lake und Sophie Jamieson war aber umso toller!

Julien Baker hatte ich im vergangenen Jahr mehrfach gesehen, zum ersten Mal beim Primavera Sound Festival in Barcelona. Das Konzert später in Frankfurt fand ich nicht mehr so spannend wie das erste in Barcelona, vermutlich lag das aber an der Tagesform (meiner). Als die Bedroomdisco das Kirchenkonzert ankündigte, war meine Vorfreude jedenfalls groß.
Die evangelische Friedenskirche in Darmstadt war wie alle Bedroomdisco-Veranstaltungen, bei denen ich war, ausverkauft (also die kostenlose Version von ausverkauft). Um 19 Uhr kam die erste Band auf die Bühne, also den Altarraum, der mit einer Dornenkranz-Skulptur und einem rotbeleuchteten Kreuz schlicht aber dramatisch dekoriert ist / war (Game of Thrones Stil). Den Auftakt machte Allman Brown, ein englischer Singer / Songwriter, der von einem zweiten Gitarristen und einem Percussionisten, der auf einer Box saß, auf der er trommelte, begleitet wurde. Einen seiner Songs beschrieb Allman als "von Bruce Springsteen beeinflusst - aber viel schlechter", in meinen Ohren klang die Musik wie diese vielen Singer / Songwriter der letzten vielen Jahre eben klingen. Das kam gut an, wird sicher sehr erfolgreich sein, ließ mich aber vollkommen kalt. Meine Aufmerksamkeit hatte der Künstler bei der Ansage seines Lieds Foolish love, das er in einer Phase geschrieben habe, als mit gebrochenem Herzen alle Folgen Lost gesehen habe. "I have no idea what this song is about, much like Lost. The polar bears!"

Danach wurde es viel spannender! Der nächste Programmpunkt war Lauren Denitzio, die Sängerin der New Yorker Punkband Worriers. Lauren spielte nur mit E-Gitarre und leicht schiefem und dadurch wundervollem Gesang Lieder ihrer Band ("alternative Versions"), die so klangen, als covere die Schwester von Stephen Malkmus sehr gekonnt Torres. Ich mochte das sehr, auch Lauren kam gut an, mit meiner großen Begeisterung stand ich aber vermutlich etwas alleine da.
Lauren spielte Songs vom 2015er Album Imaginary life, von einer 2013er Single (Sinead O'Rebellion), ein neues und ein wundervolles Robyn Cover. Mit der Schwedin kann ich nicht viel anfangen, das von allem Schnickschnack befreite Hang with me macht mich aber ein wenig zum Robyn Fan.
Doof war, daß das Konzert nach 25 min vorbei war, mehr konnte Lauren solo wohl nicht spielen. Aber auch 25 min können eben eine Fahrt nach Darmstadt und einen Abend in einer Kirche locker rechtfertigen. Strenggenommen hätte dafür Precarity rules ausgereicht!
Setlist Lauren Denitzio, Bedroomdisco, Damstadt:
01: Jinx
02: Good luck
03: Precarity rules
04: Chasing
05: Happy here
06: Hang with me (Robyn Cover)
07: (neu)
08: Sinead O'Rebellion
09: They / them / theirs
Nach Pflicht und Kurzprogramm kam um zehn vor neun Julien Baker auf die Bühne. Der Auftritt der Sängerin aus Memphis unterschied sich auf den ersten Blick nicht von den Konzerten im vergangenen Jahr. Er wirkte auf mich aber von Beginn an eine Spur souveräner. Aufmerksamere Kenner der Künstlerin wiesen mich auf die vielen kleinen Gesten von Julien hin, die eben vor einem Jahr nur still hinter ihrer Gitarre stand und ihre traurigen Lieder vortrug. Jetzt ist da etwas mehr "Performance", allerdings in kleinsten Portionen. Aber die Sängerin wirkt, als fühle sie sich wohler bei dem, was sie tut. Und das das nicht ganz einfach ist, kann man sich leicht vorstellen, wenn man auf die Texte ihrer Lieder achtet. Wenn auch nur ein Teil ihrer Texte auf ihrem eigenen Leben basiert, hat Julien viel Tristesse erlebt. Dies in Liedern zu verarbeiten, ist die eine Seite der Medaille, es vor fremden Leuten vorzutragen, eine ganz andere.

Mich überzeugte Julien Baker wieder von Beginn an. Heute passte alles, das aufmerksame, vollkommen stille Publikum, der souveräne, nie aber abgezockt wirkende Auftritt und vor allem die Lieder. Die ersten drei kannte ich. Everybody does, Sprained ankle und Vessels stammen vom 2015er Debüt Sprained ankle.
Das neue Lied danach - Happy to be here - wird auf dem neuen Album sein, das im Oktober erscheint. Das Lied begann mit sphärischen Gitarrenklängen, die mich an Streicher erinnerten - wundervoll! Es war für mich das beste Stück des Abends. Julien spielte noch zwei andere Lieder, die nach der ersten Platte entstanden sind, Funeral pyre, das auf eine Single erschienen ist und Turn out the lights vom neuen Album. Bei Turn out the lights brüllte die junge Amerikanerin den Refrain, ein neues Stilmittel. Wenn die beiden neuen Lieder repräsentativ für die Platte sind, wird die ein großer Wurf!
Julien Baker spielte zwar nur neun Lieder und eine Zugabe (Go home), das Konzert dauerte aber ziemlich genau eine Stunde. Lauren Denitzio brauchte für neun Songs nicht mal die Hälfte. Juliens Geschichten sind eben weniger schnell erzählt als ein Punksong.
Ich hätte Allman Brown nicht gebraucht, der Rest des Abends war aber - Bedroomdisco Standard - hervorragend! Ich bin sehr sicher, meine Studie wird ergeben, daß Darmstadt eine Insel des guten Musikgeschmacks ist. Dafür braucht es nicht viel Wissenschaft.
Setlist Julien Baker, Bedroomdisco, Darmstadt:
01: Everybody does
02: Sprained ankle
03: Vessels
04: Happy to be here (neu)
05: Funeral pyre
06: Turn out the lights (neu)
07: Rejoice
08: Good news
09: Something
10: Go home (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Julien Baker, Barcelona, 02.16.16
um
21:42
Konzert: Desperate Journalist (& Dynarchy)
Ort: Tag & Nacht Studio, Darmstadt (Bedroomdisco)
Datum: 08.04.2017
Dauer: Desperate Journalist gut 55 min, Dynarchy gut 40 min
Zuschauer: ca. 120
Die Bedroomdisco in Darmstadt ist ein großartiger Musik-Gemischtwarenladen, den man gar nicht genug loben kann. Besonders das Golden Leaves Festival im Herbst (das es seit 2012 gibt) und die Wohnzimmerkonzerte sind fantastisch!
In Wohnzimmern finden diese Konzerte wohl kaum noch statt, dafür ist der Rahmen zu groß geworden. Die Gewinner der Tickets erfahren erst kurz vorher, wo sie stattfinden. Das Tag & Nacht Studio als Auftrittsort für Desperate Journalist sagte mir nichts, "Studio" ist schließlich dehnbar. Auf die naheliegendste Antwort, es könne sich um ein Tonstudio handeln, war ich nicht gekommen. Da das Wetter schön war, hatten die Veranstalter kurzerhand entschieden, statt im Studio im Hof spielen zu lassen. Dadurch konnte ein ganzer Schwung weiterer Zuschauer zugelassen werden.
Desperate Journalist! Seit 2015 verfolge ich die Band aus London und ihren steigenden Erfolg. Live hatte ich das Quartett erstmals (natürlich) auf dem Indietracks gesehen. Das nächste Konzert war schon ein selbst veranstaltetes im Tsunami-Club in Köln und dann zuletzt im letzten Sommer in York.
Vor zwei Wochen erschien Grow up, das zweite Album der Desperate Journalists, das in England hervorragende Kritiken erhielt. Die Vorabsingles liefen regelmäßig im britischen Radio und wurden dort besprochen. Grow up passt also. Am deutlichsten zeigte sich das wohl vor ein paar Tagen, als die Band ihr bisher größtes eigenes Konzert in der Scala in London spielten, zu dem rund 550 Leute kamen.

Im Hof des Tag & Nacht Studios waren keine 500 aber immerhin gut 120 Zuschauer. Um kurz nach acht begann zunächst eine lokale Vorgruppe. Nein, Unsinn! Dynarchy kommen zwar aus Mainz, klangen aber überhaupt nicht nach 0815-Support. Stilistisch erinnern Dynarchy offenbar an London Grammar, die ich bisher ignoriert habe, daher ist das Hörensagenwissen. Da London Grammar aber so eindeutig von Daughter beeinflusst wurden und ich die immer mal wieder in den Dynarchy-Liedern raushörte, scheint der Vergleich nicht ganz falsch zu sein. Ähnliche Musik machen auch Kafka Tamura, die ich sehr schätze. Diese tollen verträumt-sphärischen Gitarren, dazu die elektrischen Beats und die leicht soulige Stimme von Sängerin Nadjana Gaffron, das hat eine ganze Menge Charme und sicher auch Potential.

Nadjana spielt auch Bass und Keyboard, dazu kommen Gitarrist Daniel Schmidt Schlagzeuger Ruben Hartwig, der dem Frühling nicht richtig traute und T-Shirt und Schal trug. Die neun Lieder plus Zugabe stammten zum Großteil vom Debüt der Band, das bereits 2015 erschienen ist und sich lohnt!
Setlist Dynarchy, Bedroomdisco, Darmstadt:
01: Lumina
02: Warrior
03: Lay me down
04: Gravity
05: Aleph
06: Blossom
07: Moving
08: Iceland
09: Kyra
10: Mantra of courage (Z)
Im August in York hatten Desperate Journalist schon vier neue Lieder gespielt, eines davon war I try not to, mit dem sie auch heute begannen. Dabei war der Ton noch etwas zurückhaltend leise, trotz der guten Soundanlage des Tonstudios hörte es sich nach angezogener Handbremse an. Das gab sich aber glücklicherweise schnell, denn Desperate Journalist sind eine Band, die man am besten laut hört. Die Konzerte der vier Musiker sind gerade deshalb so toll, weil die Lieder so druckvoll gespielt werden. Hauptschuld daran hat natürlich Jo Bevans irre tolle Stimme aber es wäre idiotisch, sich nur auf die zu konzentrieren, weil da drei fabelhafte Musiker neben der kurzhaarigen Sängerin auf der Bühne stehen: Schlagzeugerin Caz Hellbert, Gitarrist Robert Hardy und Bassist Simon Drowner.

Einen Unterschied zwischen dem ersten Album und Grow up hört man live besonders gut, die treibenden Beats vieler der Lieder. Bei Why are you so boring? ist das besonders deutlich. Dadurch sind Desperate Journalist einen Tick popiger geworden als auf dem ersten Album. Die wavigen Gitarre und Bass dazu - und Jos Stimme - verhindern aber, daß es ein zu krasser Stilwechsel wird.

Nach I try not to und dem grandiosen Happening vom Debüt spielten die Londoner Hollow, eine der Vorabsingles, die immer besser wird, je öfter ich sie höre. Dann Why are you so boring? und Lacking in your love. Mit zwei Alben und einer EP (bisher) hat die Band mittlerweile ein Repertoire, das Nur-Hits-Konzerte ermöglicht. Mal kurz rausgehen, um eine zu rauchen (gut, das ist bei Open-Air-Konzerten eh nicht so relevant), geht nicht mehr.
DJ spielten fast das ganze neue Album. Und jedes Lied hat totale Liveberechtigung, sie sind alle toll. Zwar waren die offensichtlichen (Hollow, Resolution) besonders gut, aber die nahmen sich alle nichts. Be kind ("I don't wanna be kind", darüber freue ich mich bei jedem Hören). Dazwischen kamen immer mal wieder Stücke der ersten Platte - auch da die Hits, Cristina, Happening, Control und Distance in einer neuen Version mit ähnlichem Beat wie bei einigen der neuen Songs.

Zur ersten Zugabe kamen erst nur Rob und Jo zurück. Da mußte man nicht lange überlegen, welches Lied das werden würde, Radiating, das letzte Lied der Platte ist eine mit Klavier instrumentierte Ballade. Klavier gab es keins, also spielte Rob Gitarre. Die Version gefiel mir auch so hervorragend! Danach kamen die beiden anderen zurück und spielten das logische Abschlußlied Resolution (über Neujahrsvorsätze). Gottseidank hörten sie aber das "sie haben mein Lieblingslied Organ nicht gespielt" neben mir und beendeten damit das Konzert.
Desperate Journalist werden noch weiter wachsen, und es ist sehr verdient!
Setlist Desperate Journalist, Bedroomdisco, Darmstadt:
01: I try not to
02: Happening
03: Hollow
04: Why are you so boring?
05: Lacking in your love
06: Be kind
07: Control
08: Your genius
09: Distance
10: Cristina
11: All over
12: Radiating (Z)
13: Resolution (Z)
14: Organ (Z)
Links:
- aus unserem wachsenden Desperate-Journalist-Archiv:
- Desperate Journalist, York, 05.08.16
- Desperate Journalist, Köln, 30.03.16
- Desperate Journalist, Ripley, 25.07.15
Tourdaten Desperate Journalist:
09.04. Freiburg, Slow Club
11.04. Stuttgart, Goldmarks
12.04. Köln, Blue Shell
13.04. Hamburg, Grüner Jäger
14.04. Leipzig, Ilses Erika
15.04. Bremen, Lagerhaus
um
11:54
Kirchenkonzert der Bedroomdisco Darmstadt
mit Musée Méchanique und Einar Stray Orchestra
Datum: 16. Mai 2015
Dauer: 50 min + 80 min
Zuschauer: knapp 300
Alle wunderbaren Bilder von Guido - vielen Dank!
Das Jahr 2014 hatte ich mit einem ganz besonderen Neujahrskonzert in Berlin begonnen. Seitdem war für meinen Geschmack viel zu viel Zeit vergangen ohne ein Konzert mit Einar Stray (bzw. dem Einar Stray Orchstra). Irgendwie waren wir im Herbst 2014 nicht mehr zusammengekommen und beim lesen der Mai-Tour Stops hatte ich das Gefühl, dass das wieder nichts wird. Aber dann hatte meine Schwester zugesagt, dass wir das zusammen machen können und damit war Darmstadt der gesetzte Ort. Auch, weil wohl die Darmstädter Kirche einfach die beste Location und das beste Publikum der Tour bieten würde.
Vor Einar Stray hatte das Team der Bedroomdisco noch Musée Méchanique auf dem Programm des Kirchenkonzertes, die ich während ihrer aktuellen Tour eigentlich bequem in Karlsruhe hatte sehen wollen. So trafen wir uns also auf ihrer ersten deutschen Station 2015 und mit (wie sich später herausstellte) längerem Zeitslot. Sie waren auf der Bühne mit vier (nicht fünf) Personen. Wahrscheinlich in der Besetzung
Sean Ogilvie & Micah Rabwin: Gitarre, Piano und Gesang
Matt Berger: Schlagzeug
Brian Perez: Glockenspiel, Synthie, Glocken, Steelgitar, Tasten.
Man liest schon aus der Instrumentenliste heraus, dass mit Klangfarben nicht gespart werden sollte und die Songs sehr sorgfältig möbliert waren. In O, Astoria sorgte auch gleich ein sehr filigraner Beat-Teppich für ein aufhorchen meinerseits. Es wurden vor allem die Stücke der aktuellen Platte From Shores of Sleep geboten und die Live-Fassungen waren denen auf der CD bei mir zu Hause sehr ähnlich.

Ein bisschen musste ich schmunzeln, weil natürlich Sean und Brian so eine Vielzahl an Instrumenten zu spielen hatten, dass sie mitunter hoch konzentriert sein mussten und auch nicht klar war, ob die Arme von Sean mit der Gitarre vorm Bauch noch auf das hintere Keyboard reichen. So holte er sich im dritten Song The open sea mit dem Akkordeon die Tasten näher heran... Es war ein etwas verwegener (aber typischer) Stilmix mit triumphalem Finale. Ganz das, was man an der Band lieben muss. Die Ansagen teilte sich die Band auf mit etwas Deutsch und Spanisch eingemischt. Sie sorgten dafür, dass wir die Musiker als nette Zeitgenossen kennen lernten, die wohl auch den besonderen Ort sehr genossen.

Im letzten Drittel wurde für A wish we spoke auf das aktuellste Video von Rachel Blumberg hingewiesen. Für mich persönlich am überraschendsten war das Bekenntnis, dass das letzte Stück des Sets The old Shaker's Cask direkt durch Robert Schumanns Kinderszenen angeregt ist (konkret durch Der Dichter spricht). Die knappe Stunde mit Musée Mécanique war gut und unterhaltsam und ich kann also die Konzerte nur wärmstens ans Herz legen, wenngleich es auf Dauer vielleicht auch zu wenig abwechslungsreich ist.
Setlist:
01: O, Astoria
02: The Lighthouse and the Hourglass
03: The open sea
04: Like home
05: Castle walls
06: A wish we spoke
07: The man who sleeps
08: The old Shaker's Cask
Tour Musée Méchanique
16.05. Darmstadt – Bedroomdisco
17.05. Karlsruhe – Jubez
18.05. Dresden – Beatpol
21.05. Hasselt – Muziekodroom
22.05. Beverungen – Orange Blossom Special
23.05. Mannheim – Maifeld Derby
24.05. Hamburg – About Songs
25.05. Jena – Glashaus
26.05. Leipzig – Goldhorn
27.05. Nürnberg – MUZ
28.05. Hannover – Feinkostlampe
29.05. Köln – Die Wohngemeinschaft
30.05. Nijmegen – Merleyn
31.05. Leuwarden – Fries Straatfestival
01.06. Zürich- Bogen F
02.06. Freiburg – White Rabbit
03.06. St.Gallen – Folk Café
04.06. Le Port Franc
Nach dem nötigen Umbau begann schließlich der Teil des Abends auf den ich so gespannt war. Die Bühne nahmen nämlich
Maja Gravoermoen Toresen: Violine & Gesang
Ofelia Østrem Ossum: Cello & Gesang
Einar Stray: Piano/E-Gitarre & Gesang
Lars Fremmerlid: Schlagzeug & Gesang
Simen Aasen: E-Bass guitar & Gesang
in Beschlag und damit die mir schon wohlbekannte Besetzung von Einar Stray. Den starken Auftakt durfte das acapella Stück For the Country liefern. Damit war in wenigen Sekunden auch das letzte Schwatzen oder Flüstern im Raum erstorben.
Anschließend folgte Pockets full of Holes, das Lied wo ich unwillkürlich den vor dem Berliner Konzert noch geübten Refrain wieder mitsingen musste: Will I die inside before I die. Was für ein expressives Stück! Leider wurde spätestens im dritten Stück klar, dass wir vom Bass eigentlich nichts hörten. Das änderte sich auch über den Abend nicht. Für Politricks wechselte Einar an die Gitarre und nutzte den Moment für eine erste Ansage. Die Stücke des aktuellen Albums Politricks würden den Abend prägen und davon handeln, was sie für Erfahrungen mit dem
erwachsen werden machen.

Für Aleksander gab es ein herrliches Geigenintro, in das zunächst das Cello einstimmen durfte und erst dann entwickelte sich der Song in der Livefassung. Anschließend setzte Chiascuro einen brillianten Glanzpunkt im Programm. Welche Dynamik und welche Energie! Schließlich gab es als besonderes Geschenk noch ein als Experiment bezeichnetes neues Stück Last light, das sehr elegisch und mit wie ein Metronom schlagendem Beat gleich mein Herz eroberte.
Auch wirklich grandios das letzte Stück des Sets: We were the core seeds. Da ging mir das Herz ganz auf. Zum Glück aber gab es noch zwei Zugaben und der Abend endete auf einer jubilierenden Note mit einem wunderschönen Caressed nach eigentlich zu schnell vergangenen 80 min. Die Fahrt nach Darmstadt hatte sich mal wieder mehr als gelohnt!
Setlist
01: For the country
02: Pockets full of holes
03: Honey
04: Politricks
05: Aleksander
06: Chiaroscuro
07: Thrasymachus
08: Last light (neu)
09: Montreal
10: We were the core seeds
11: Teargas Plateglass
12: Caressed
Tour Einar Stray
14.05. Waldsee, Freiburg
16.05. Bedroomdisco, Darmstadt
17.05. Bedroomdisco, Nürnberg
18.05. FZW, Dortmund
20.05. Schon Schön, Mainz
21.05. Rosenkeller, Jena
23.05. MAU, Rostock
24.05. About Songs Festival, Hamburg
18.06. Schillertage Festival, Mannheim
23.06. Bremen, Lagerhaus
24.06. Berghain Kantine, Berlin
Aus unserem Archiv:
Musée Mécanique, Paris, 24.09.10
Musée Mécanique, Paris, 16.03.10
Musée Mécanique, Heerlen, 07.03.10
Einar Stray, Berlin, 01.01.14
Einar Stray, Köln, 20.06.12
um
15:52
Konzert: Lanterns On The Lake & Sophie Jamieson
Ort: Evangelische Friedensgemeinschaft Darmstadt (Bedroomdisco)
Datum: 25.01.2014
Dauer: Lanterns On The Lake knapp 65 min, Sophie Jamieson 40 min
Zuschauer: 370 (ausverkauft)
"You're a little bit scary!" Sophie Jamieson, die junge aus London stammende Musikerin, die das erste Kirchenkonzert der Bedroomdisco eröffnete, war sichtlich beeindruckt von der vollen Kirche der evangelischen Friedensgemeinde. Sie habe mit ihrer Band schon ein paar Konzerte in Kirchen gespielt, dies sei das größte - und überhaupt das größte Publikum.
Sobald die Lieder begannen, war von Sophies Nervosität nichts mehr zu spüren. Ihre Stücke, die an Daughter erinnern, leben von der ungewöhnlich tiefen Stimme der Sängerin und den enorm spannenden Arrangements.
So hatte das Spiel des Schlagzeugers Amos immer wieder Pausen. Er trommelte kaum wirklich lange Passagen. Mir fallen Schlagzeuger selten auf, da bin ich recht ignorant, Amos' Art, seine Instrumente zu bedienen, faszinierten mich aber sehr. Vielleicht hat er aber auch ein wenig betrogen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, die abstehenden Fasern seines Wollpullovers wurden von einem Strahler hinter ihm nämlich angestrahlt, sodaß er eine Art blaue Auro um sich hatte.
Zu Sophies Band gehören außerdem Gitarrist Liam und Bassist Alex, die sicher genausoviel Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten! Bei Stain (einem wohl unveröffentlichten Stück, es ist jedenfalls nicht auf der Debüt EP Where) spielte Liam eine ganz großartige Gitarre, sehr toll!
Sophies Stücke sind melancholisch und sicherlich nicht so (im Indierahmen) massentauglich wie die von Daughter, um noch einmal diesen vielleicht arg konstruierten Vergleich zu bemühen. Aber sie sind vor allem wunderschön und kamen sehr zu recht beim furchterregenden Publikum (und mir) hervorragend an!
Setlist Sophie Jamieson, Bedroomdisco, Darmstadt:
01: The weight comes (?)
02: Dinah
03: I don't
04: Stain
05: Other
06: ?
07: Ode to the east
08: Waterloo
Bei Lanterns On The Lake wusste ich, was mich erwartet. Am Donnerstag hatte ich die Band aus Newcastle in Köln gesehen und war begeistert. 2011 hatte ich schon einmal ein Lanterns On The Lake Konzert in Köln erlebt, ohne vorher viel von der Band zu kennen. Eine weitere englische Folkband hatte ich erwartet, die Postrock-Elemente, teilweise mit drei Gitarren gespielt, hatten mich überrascht und umgeworfen!

In den letzten zweieinhalb Jahre hat die Band einiges erlebt. Zwei Gründungsmitglieder, die beiden Brüder Adam und Brendan Sykes, verließen die Gruppe, die anderen entschieden sich, ihre Jobs aufzugeben und sich ganz auf ihre Musik zu konzentrieren. Adam war einer der Sänger. Auf der ersten Platte gab es Lieder, bei denen er die erste Stimme singt. Also änderte sich auch der Stil der Musik ein wenig. Zwar singen auch Schlagzeuger Oliver und Gitarrist Paul. Vor allem Paul macht dies aber sehr ungern bei Konzerten. Und weil er auch beide Platten produziert hat, regelt er auch auf Platte seine Stimme runter, wie mir Sängerin Hazel und Oliver vor dem Konzert in einem Interview verrieten. Ich mag Duett-Elemente bei Bands enorm gerne, die der Nordengländer erinnerten mich manchmal an The xx beim ersten Konzert. Das gibt es jetzt nicht mehr, es fehlt mir aber zu meiner großen Überraschung gar nicht. Sowohl die zweite Platte, als auch die beiden Konzerte in neuer Konstellation gefielen mir noch besser als die ersten.

Das Konzert in dem großen, sehr schlichten aber eleganten Kirchengebäude begann gleich wie das in dem winzigen Theater der Wohngemeinschaft in Köln. Nur saß Hazel Wilde nicht am Klavier sondern am Keyboard. Picture show stammt vom im vergangenen Jahr erschienenen Album Until the colours run und ist auf den ersten Blick nicht eines der zwei, drei auffälligsten Lieder der Platte. Aber es wird immer besser, vor allem live. Die Gitarre von Paul, die das Klavierspiel begleitet, ist grandios! Nach meinem ersten Konzert hatte ich die Ausbrüche, in die einige der Lieder münden und bei denen drei Gitarren zum Einsatz kamen, mit Bands wie Explosions In The Sky vergleichen, obwohl dies absurd erscheint. Allerdings sind diese Postrockelemente durchaus ähnlich. Aber auch bei einem eher ruhig verlaufenden Stück wie Picture show klingt Pauls manchmal wahnwitzig schnell gespieltes Instrument so gar nicht nach einer Band, die man irgendwie mit Folk verbindet (was ich getan hatte, bevor ich sie live gesehen habe). Lanterns On The Lake klingen durch die Kombination stillerer Elemente, Hazels wunderbare Stimme, das meist sehr zurückhaltend gespielte Schlagzeug und die schnellen Gitarren - und natürlich die immer wieder eingesetzten Krachelemente - vollkommen eigen und enorm toll! Je häufiger ich die Band höre, desto spannender wird sie. Und das ist wirklich eine Seltenheit.

Natürlich überraschte es mich nicht, als ich neulich gelesen habe, daß Lanterns On The Lake Explosions In The Sky in Großbritannien supportet haben.
Einer der großen Hits (der besonders großen Hits) folgte danach, Elodie, das einen symphonischen Beginn hat. "Cinematic post-pop" hat das irgendwer mit mehr Ahnung genannt. Mir sind solche Genrebezeichnungen oft vollkommen egal, diese (wenn ich sie richtig verstehe) trifft die Art der Musik aber gut. Und sie klingt toll! Bei Elodie war mir das Schlagzeug bloß einen Tick zu laut (auch schon in Köln), das einzige klitzekleine Haar in der Kirchenkonzert-Suppe.
Eines der besten Stücke des Abends war A kingdom von der ersten Platte. Dabei spielt Hazel Mundharmonika, allerdings auf eine solch zurückgenommene Art, daß ich, wenn ich es nicht gesehen hätte, das Instrument nicht erkannt hätte. Bassist Andrew bediente ein Harmonium (denke ich), und das Stück mündete in einem dieser lauten Enden mit Gitarrist Paul, der auf die Becken einschlug, um am Schluß die drei Altartreppen runterzuspringen, um an seinen Platz zurückzukommen. Großartig!
Ships in the rain, Another tale from another English town, The ghost that sleeps in me... alles wundervolle Lieder, die im Wechsel alles Lieblinge sind.
Im Vergleich zu Köln waren zwei zusätzliche Stücke im Programm, Tricks vom Debüt und The buffalo days vom zweiten Album. Bei The buffalo days hatte ich irgendwann nur noch Augen für Paul, der in einer absurden Geschwindigkeit Gitarre spielte. Dieser sich selbst enorm toll findende Geiger David Garrett ist angeblich der schnellste Violinist der Welt (mit Guinness Rekord). Gegen Pauls Geschwindigkeit ist er nicht nur albern sondern auch lahmarschig.
Wie in Köln war auch das herrliche Sapsorrow (von der Lungs quicken EP von 2010) Teil des Programms ("that's the one, where the drummer sits behind the drumset!"). So weit, so gut. Aber die besten Stücke kamen am Ende...
Not going back to the harbour beendete das reguläre Set. Der Schluß des Lieds war für mich nicht mehr überraschend, aber es war wieder so unendlich schön! Am Ende des Stücks, wenn bei anderen Lieder die Lautstärke explosionsartig ansteigt, wird es in der Liveversion dieses Stücks plötzlich leise. Hazel, Paul und Oliver singen unverstärkt die letzten Zeilen. "I'm not going back to the harbour, I'm not going back to my old life." Der Text entstand, als die Band entscheiden musste, wie es weitergeht und sich Hazel, Geigerin Sarah, Paul und Oliver festlegten, die Band zum Beruf zu machen. Wenn nur alle schwierigen Entscheidungen solch wundervolle Folgen wie dieses Lied hätten!
Die erste Zugabe war Green and gold, ein Solo-Piano Stück, auf dessen Studioversion man laut Hazel den Staubsauger der Reinigungskraft des Proberaums hört. Die Band kam anschließend zurück, um mit Until the colours run und I love you, sleepyhead die (jetzt wirklich) besten Stücke des Abends zu spielen. Die langsame Lautstärken-Steigerung bei I love you... ist das perfekte Ende eines solchen Konzerts!
Das Wagnis, die Wohnzimmerkonzerte des Bedroomdisco in eine mit fast 400 Leuten besetzte Kirche auszudehnen, ist vollauf geglückt. Wieder einmal hat das Darmstädter Team einen wundervollen Konzertabend veranstaltet. Ich kann die Events der Bedroomdisco nur wärmstens empfehlen!
Setlist Lanterns On The Lake, Bedroomdisco, Darmstadt:
01: Picture show
02: Elodie
03: A kingdom
04: Ships in the rain
05: Another tale from another English town
06: The ghost that sleeps in me
07: The buffalo days
08: Sapsorrow
09: Tricks
10: Not going back to the harbour
11: Green and gold (Hazel solo) (Z)
12: Until the colours run (Z)
13: I love you, sleepyhead (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Lanterns On The Lake, Köln, 23.01.14
- Lanterns On The Lake, Köln, 09.11.11
- Lanterns On The Lake, Paris, 05.11.11
- Lanterns On The Lake, London, 07.09.11
um
22:23
Konzert: Troy Von Balthazar & The Loodies (Bedroomdisco)
Ort: Café Hoppenworth & Ploch, Frankfurt
Datum: 13.04.2013
Zuschauer: ca. 120
Dauer: Troy Von Balthazar gut 60 min, The Loodies 47 min
"I do make friends easily.
I put them to work like machines for me.
They're always home and always free" oder "You're just like the rest of us, you're colorless" sang Troy Von Balthazar mit leidender Stimme, bevor er etwas anderes ankündigte. "Now I wanna play a sad song. The ones before were so happy!"
Wenn man den zierlichen Amerikaner nicht kennt, käme man nicht auf die Idee, den Urheber dieser schrecklich düsteren aber auch wunderschönen Musik vor sich zu haben. Als Troy vor seinem Auftritt in seiner komischen grünen Jacke durch das Café Hoppenworth & Ploch auf dem Campus der Frankfurter Universität lief, hätte man ihn auch für den Pastor der ESG halten können, zumindest aber für einen freundlichen, vielleicht ein wenig langweiligen Mann. Nicht für den Rockstar und Frontmann von Chokebore, der Band, die Nirvana auf ihrer letzten US-Tour supportet hat (und deren T-Shirts Kurt Cobain getragen hat).
Als sich Troy seine E-Gitarre umschnallte und Took some $$ von seinem 2006er Album begann und mit Hilfe seiner Loopmaschine und seiner außergewöhnlichen Stimme dieses wundervolle Stück vortrug, merkte man, daß der Versicherungsvertreter, der dieser schüchterne Mann auch hätte sein können, spätestens jetzt verschwunden war.
Die ersten Lieder spielte Troy Von Balthazar so - am rechten Rand der Bühne mit seiner E-Gitarre und geloopten Melodien. Seit einigen Jahren ist dieses Live-Aufnehmen von kleinen Liedteilen, die dann schichtweise die Stücke aufbauen ja weit verbreitet. Owen Pallett, Dear Reader und viele andere setzen diese Technik gerne ein. So perfekt wie beim Auftritt des aus Hawaii stammenden Sängers habe ich aber noch kein Geloope erlebt. Dabei loopte Troy nicht nur seine Gitarre sondern auch ein auf dem Boden liegendes Keyboard und Gesangsteile.
Noch viel großartiger - aber genauso unauffällig - war die Art, wie Troy seine Lieder beendete. Die meisten Titel ließ er ausfaden. Er spielte und sang sie immer leiser, benötigte keine Absprachen mit seinem Soundmann. Toll war das!
Das als traurig angekündigte Stück war Tone clusters - und es war unfassbar schön! Am Ende hob Von Balthazar den Arm in die Höhe und blickte (besonders) leidend nach oben.
Danach setzte sich der Sänger auf einen Stuhl, knipste eine Tischleuchte an und spielte dort weiter. Zunächst lief aber eine Frauenstimme von Band, die das, was Troy eine Ecke später in seinem Song The tigers singen sollte, wiedergab. "I love the music but I hate the pain. I drink to keep the tigers away." Als der Amerikaner die Frauenstimme ablöste, sang er von einem Dämonen, der ihn begleitete und von seinem bedeutungslosen Leben. Draußen schien da noch die Sonne an diesem ersten schönen Tag des Jahres.
Applause vom aktuellen Album spielte Troy auf einem "für einen Zwerg oder ein Kind gebauten" Klavier. Zeilen wie "we deserve an award for being so evil" zu einer Spielzeug-Piano Melodie, das fasst den Auftritt von Troy Von Balthazar gut zusammen.
Daß auch ein Lied, das Tropical heißt und von seiner Heimat Hawaii handelt, sich dann überhaupt nicht nach Sommer anhörte, war dann auch nicht mehr überraschend. In dem Stück heißt es eben nicht "I am tropical" sondern "I wanna be tropical." Und die wahnwitzig traurige Melodie, zu der ein lautes Metronom klackte, erinnerte an I Like Trains, über die Konstantin Gropper einmal sagte, daß seine Band dagegen nach Mallorcamusik klinge.
Als sich Troy wieder hinstellte, spielte er die besten Lieder des Auftritts. Queen of what? von neuen Album beeindruckte mich sehr. Spektakulärer war nur noch das schon früh angekündigte The tigers, zu dem Troy (der eigentlich Bruno heißt bzw. als Bruno auf die Welt kam) auf den Verstärker stieg, einen kleinen Ghettoblaster und Schellen in die Hände nahm und sich wie ein Bobybuilder aufbaute. "I drink to keep the tigers away." Großartig!
Und dann gab es doch noch ein fröhliches Lied, für das sich Troy fast entschuldigte. "I wrote once a happy song. I woke up and there it was."
Ein wirklich eindrucksvoller Auftritt des enorm sympathisch wirkenden Manns, der in seinem Leben offenbar so viel mehr erlebt hat, als man ihm ansieht. "I wrote this song while I was living in my car," kündigte er die zweite Zugabe Wings an. Aber die Sitze seien bequem gewesen.
Setlist Troy Von Balthazar, Bedroomdisco, Frankfurt:
01: Took some $$
02: Tiger vs. pigeon
03: Rainbow
04: Communicate
05: Tone clusters
06: I block the sunlight out
07: White sailboat
08: Purple gold eye
09: Applause
10: Tropical
11: Magnified (?)
12: Zeros
13: Queen of what?
14: The tigers
15: Heroic little sisters
16: You, when you're drunk (Z)
17: Wings (Z)
Die Band, die ursprünglich vor Troy auftreten sollte, The Loodies aus Montréal, hatte den Auftritt des Hawaiianers auf einem Sofa links neben der Bühne angesehen. Als Chokebore mit Nirvana auf Tour waren, waren die Kanadier noch nicht auf der Welt, sie sind 18. Die Frisur des Sängers verdeutlichte dies. Sobald sie ihr erstes Lied angestimmt hatten und das irgendwann einen Bruch erlebte und herrlich dramatisch weiterging, standen die ersten Münder offen. Diese Musik stammt von so einer jungen Band? Mich erinnerten die Stücke der Loodies mal an ihre Landsleute Malajube, mal an British Sea Power.
Genauso großartig wie das erste Stück Hidden youth (sie treffend!) war Black waves, das auch von Debüt der Band stammt - oder das neue Lied, das sie als dritten Song spielten, und das noch keinen Text hat.
Womit ich mich etwas schwer tat, waren die Stimmen von Sänger Ludovic und Keyboarderin Lysandre Ménard, die gewöhnungsbedürftig sind. Je häufiger ich ihre Lieder auf Platte höre, desto besser gefallen sie mir. Beim Konzert überzeugten mich die Kompositionen und das professionelle Spiel der fünf Kanadier mehr. In dem Zusammenhang ist übrigens "Keyboarderin" Unsinn. Lysandre spielte so virtuos auf ihrem Nord-Piano, daß ich davon ausgehe, daß die junge Frau ausgebildete Pianistin ist. Auch ihre Begleiter klangen alle so, als könnten sie sofort jeden Part in Bands wie Arcade Fire, Sigur Ros oder Get Well Soon übernehmen. Wenn sie nicht alles falsch machen, werden die Loodies (im Indie Genre) Karriere machen!
Besonders toll wurde es immer, wenn Gitarrist Jérémy seine Gitarre wegstellte und zur Trompete griff! Er trug zwar am Anfang den schauderhaftesten Pulli, den ich je gesehen habe, spielt aber musikalisch eine wichtige Rolle.
Im Gegensatz zu Troys Stücken endeten die der Loodies oft sehr plötzlich - das Konzert aber nicht. Auch die eigentliche Vorgruppe spielte zwei Zugaben, auch eine auf französisch, und wurden danach vom vollen Café gefeiert.
Toll, toll, toll, wie stilsicher die Bedroomdisco-Macher den Abend wieder einmal zusammengestellt haben!
Setlist The Loodies, Bedroomdisco, Frankfurt:
01: Hidden youth
02: The jugger
03: (instr.) (neu)
04: Coline
05: Black waves
06: Sunday
07: Hour of the wolf
08: Help me on
09: The anchor
10: ?
11: La petite mort (Z)
12: The thief (Z)
Links:
- aus unserem Archiv:
- Troy von Balthazar, Paris, 20.03.13
- Troy von Balthazar, Karlsruhe, 28.11.12
- Troy von Balthazar, Paris, 15.04.11
- Troy von Balthazar, Paris, 31.03.11
- Troy von Balthazar, Paris, 23.11.09*
- Troy von Balthazar, Paris, 18.04.09
- Troy von Balthazar, Paris, 04.12.06
um
00:22
Konzert: Sea + Air (Bedroom Disco)
Ort: Oetinger Villa, Darmstadt
Datum: 03.03.2013
Zuschauer: 120 bis 150*
Dauer: knapp 85 min
Der 03.03.13 muß einer der ereignislosesten Tage der letzten Jahre sein. Weil ich auf der Hinfahrt nach Darmstadt nicht recht wusste, auf welche Musik ich gerade Lust hätte (mein iPod war wie ein voller Kleiderschrank, in dem nichts anzuziehen hängt), blieb das Radio. DLF geht schließlich immer - außer auf der A3 auf Höhe von Wiesbaden. Es blieb SWR 3 und deren 19 Uhr Nachrichten. Und die waren (ungekürzt und in dieser Reihenfolge):
1) Auslosung DFB Pokal
2) Ergebnisse Fußball-Bundesliga
3) Ergebnisse 2. Liga
4) die Volksabstimmung in der Schweiz
5) Proteste gegen den Mauerabriss in Berlin
6) Stabhochsprung bei der Leichtathletik Hallen-EM
7) Wetter
Kein Euro, kein Syrien, kein Italien, keine Verdi-Streiks, ein offenbar vollkommen langweiliger Tag.
Und was macht man an langweiligen Tagen? Ich gehe dann zu einem Konzert. Heute war das Sea + Air im Rahmen der Darmstädter Bedroom Disco. Mit Sea + Air, dem Paar Eleni und Daniel, verbinde ich bisher eine einzige Konzerterfahrung - und die war etwa genau das Gegenteil der heutigen Nachrichtenlage. Das Konzert im Blue Shell in Köln war musikalisch toll und eine großartigen Ansammlung von schrecklich charmanten Pannen. Der Abend machte mir enorm viel Spaß! Und wenn mir eine Band live Freude bereitet, möchte ich sie gerne wiedersehen.
Gestern kam das mail, daß ich einen Platz für das Bedroom Disco Konzert des Duos gewonnen hätte. Als Ersatz-Wohnzimmer wurde die Oetinger-Villa in Darmstadt angekündigt, von der ich bisher nur gehört hatte. Die Villa, die offenbar zur Uni gehört und studentisch selbstverwaltet ist, war schon ganz gut gefüllt, als ich ankam. Wir sollten Kissen mitbringen, stand im Bestätigungsmail. In der großen Halle im Erdgeschoß mit holzvertäfelten Wänden und großem Kamin war schnell kein Platz mehr unbesetzt. Wenn jemand rauswollte, um Getränke zu kaufen, erinnerte mich das vorsichtige Durchqueren des Raums an Die Vögel.
Wie komme ich jetzt von Die Vögel auf Sea + Air, ohne Witze über komische Vögel zu machen? Wohl gar nicht. Also weiter ohne eleganten Übergang, was mir besonders unangenehm ist, weil mit Linus Volkmann von der intro jemand, das Vorprogramm bestritt, der Geld mit elegantem Formulieren verdient. Er mache das, weil es mit der eigenen Band (Bum Khun Cha Youth) nicht funktioniert habe. Statt aus seinem aktuellen Buch Kein Schlaf bis Langenselbold zu lesen, erzählte er vom Auftrag des Verlegers, eine Homestory über Sea + Air zu verfassen, über diesen Typen, der aussehe wie Luigi von Super Mario und einem schlanken R2D2 mit Perücke. Das war kurzweilig und schnell vorbei. Nach 15, höchstens 20 Minuten fragte er die Gastgeber "wie lange muß ich, um das Geld zu bekommen?", es reichte offenbar, ich hätte gerne noch etwas mehr gehört.
Für Sea + Air war bereits aufgebaut. Eleni und Daniel brauchen zwar nicht viele Instrumente, um ihren besonderen Sound zu erzeugen, ihr wichtigstes Element ist allerdings ein Cembalo, das sie auch live nicht durch Keyboards (oder eine iPhone App) ersetzen. Das barocke Tasteninstrument macht nicht nur viel her, es füllte die Bühne, die an einer der kurzen Seiten des Raums aufgebaut war, auch gut aus. Eleni hatte zwar auch ein Keyboard dabei, das kam allerdings nur bei ein, zwei Stücken zum Einsatz (The sea after a storm).
Daniel Benjamin, der ein ärmelloses T-Shirt trug, spielt vor allem Gitarre. Da Sea + Air Sea + Air und nicht Sea + Air + Air heißt, müssen die beiden Musiker auch Schlagzeug spielen. Das sah dann so aus, daß vor allem er gleichzeitig Gitarre und Schlagzeug spielte. Bei Do animals cry spielte Eleni mit der rechten Hand Cembalo, mit der linken trommelte sie über Kreuz! Bei Mery Street, dem Lied, dessen Anfang mich an Red Rain erinnert, spielte ihr Mann sogar streberhaft Cembalo, Gitarre und Schlagzeug.
Das Cembalo könnte man auch für Angeberei oder Strebertum halten, es ist aber alles andere als das. Die dadurch erzeugten Melodien sind zwar ein wenig versponnen, sie machen aber den besonderen Pfiff vieler der Stücke aus. You don't care about me ist ein schönes Beispiel dafür. Wie wundervoll da doch dieses antike Instrument aufblüht!
Das Konzert war weit weniger chaotisch als das vor sechs Monaten in Köln. Aber ganz ohne geht es wohl nicht (juchuu!). Da flogen mal Drumsticks hin und her, um dann beim nächsten Lied zu fehlen. Dann scheiterte der sorgsam mit Uh-Uh-Gesang erzeugte Übergang zwischen Yeah I know und Safe from harm dadurch verpatzt, daß Daniel mit dem Stimmen der Gitarre noch nicht durch war, als Eleni zum neuen Stück ansetzen wollte - herrlich!
Nach einer guten Stunde und einer schönen Bandansage "Informationen für Konzertbesucher", spielten Eleni und Daniel noch zwei Zugaben (eine mir unbekannte mit Mitmach-Teil - wir sollten rhythmisch mit unseren Schlüsseln rasseln - und dem wundervollen akustischen Duett You are) endete das Konzert nach fast anderthalb Stunden. Es ist ohnehin sinnvoll, Künstler unmittelbar nach dem Konzert zu unterstützen, indem man Merch kauft oder - wie bei der Bedroom Disco - die Gage in den Sammelkorb gibt, nach solchen Abenden geschieht dies aber noch eine Portion lieber!
Setlist Sea + Air, Bedroom Disco, Darmstadt:
01: Take me for a ride
02: You & I
03: Do animals cry?
04: Mery Street
05: You don't care about me
06: Yeah I know
07: Safe from harm
08: Dirty love
09: The sea after a storm
10: Heart of a rainbow
11: ? (Z)
12: You are (Z)
Links:
- Sea + Air, Köln, 24.10.12
Bilder folgen!
* ich kann doch nicht schätzen
um
01:38
Konzert: Pascal Pinon & Amy Schmidt (Bedroomdisco)
Ort: Agentur quäntchen & glück, Darmstadt
Datum: 21.02.2013
Zuschauer: 80 bis 90
Dauer: Pascal Pinon 55 min, Amy Schmidt 50 min

Wenn ich es recht bedenke, war der Abend bei der Bedroomdisco in Darmstadt ziemlich ärgerlich. Nicht, weil die Bands etwa schlecht gewesen wären. Amy Schmidt aus Nebraska, die so herrlich traurige Lieder über ihre Heimat in Nebraska oder über das Reisen sang, und die isländischen Schwestern Pascal Pinon mit ihren wundervollen auf Isländisch, Englisch und Schwedisch gesungenen Stücken waren perfekt! Es lag auch nicht an der Atmosphäre oder den Besuchern. Der Raum in der Darmstädter Internetagentur quäntchen & glück war schön, die Macher der Bedroomdisco wahnsinnig freundlich und das Publikum aufmerksam, ruhig und begeisterungsfähig. Nein, ich hatte eine Stinkwut, weil ich so viele andere Konzerte in ähnlichem Rahmen bisher verpasst habe. Unter dem Label Bedroomdisco finden nämlich seit einiger Zeit solche Wohnzimmerkonzerte im Rhein-Main-Gebiet, meist aber in Darmstadt statt. Das nächste wird von den fabelhaften Sea + Air bestritten, auch das wird vorzüglich, dafür braucht es nicht viel Phantasie.
Ich hatte mich Dienstag angemeldet bzw. per mail beworben, weil die Karten für die Konzerte begehrt sind und verlost werden. Mittwoch kam das Bestätigungsmail mit Informationen zum geheimen Veranstaltungsort. Weil im mail der Hinweis steckte, daß 19:50 Uhr der letzte Einlass sei und die A3 gerade nicht meine Lieblingsautobahn ist, war ich zeitig in Darmstadt. Das Büro der Agentur ist eine Art Loft mit blankem Betonboden, das heute zum Wohnzimmer umfunktioniert wurde. Es gab eine Bar mit Muffins und Getränken.
Der Abend begann um 20:15 Uhr mit Amy Schmidt. Wir haben zwar hier bereits über drei Konzerte der Amerikanerin berichtet, ich kannte die Musik der Singer/Songwriterin bisher aber nicht. Ich hatte mir das nach den euphorischen Berichten immer wieder vorgenommen, aber auch immer wieder vergessen. Da ich aber Bands ohnehin am liebsten live kennenlerne, kann ich mir solchen Versäumnisse schnell schönreden.

Amy wirkte erst ein wenig schüchtern, als sie mit ihrer akustischen Gitarre ans Mikro trat. Vielleicht lag das an der für ein Wohnzimmerkonzert doch großen Kulisse. Aber wenn Unsicherheit da war, legte die sich sehr schnell. Und genauso schnell hatte mich Amys Musik erwischt. Die junge Frau aus dem mittleren Westen der USA erklärte vor den meisten Stücken, wovon sie handelten. Vom Leben mit den Stürmen, auch gerade fege einer über Nebraska, vom Job auf einer Touristenranch in Wyoming, von Süchten, dem Herumreisen. Mir sind Liedtexte weit weniger wichtig, als sie wahrscheinlich sein sollten, miese Lyrics versauen aber auch die schönsten Lieder. Amys Texte waren wohltuend clever und zeugen von großem Talent der Sängerin. Für ihre Melodien galt das gleiche, wobei mir besonders gefiel, wenn Amy ganz energisch und laut spielte. Selbst die Einsätze einer Mundharmonika bei zwei Liedern konnten das nicht ändern, eines dieser Stücke (Hill country) war neben Grateful das beste des Sets!
Zur Zugabe Hey John bat Amy um Mithilfe. Das Lied hat eine Pfeifpassage, an der wir uns alle beteiligen sollten. Wer jemanden neben sich sehe, der nicht pfeife, solle den einen Ellbogenstoß geben (mein Nachbar traute sich nicht). Hey John ist ein Lied mit einer enorm fröhlichen Melodie aber einem schrecklich traurigen Text.
Wow, diese 50 Minuten hatten es in sich! Amy ist noch eine Weile in Deutschland, bevor sie in die USA zurückreist. Dringend ansehen!
Setlist Amy Schmidt, Bedroomdisco, Darmstadt:
01: Grateful
02: Miles between
03: Fireworks in the house
04: Moonshine
05: Weighs you down
06: Hill country
07: Storm
08: Glass jars
09: Geography
10: Hey John (Z)
Nach Amy Schmidt bauten sich die Zwillingsschwestern Ákadóttir aus Island hinter einem Multiinstrumente-Tisch auf. "Den Tisch haben wir selbst gebaut. Unsere Bassistin konnte nicht mitkommen, also mussten wir einen Ersatzbass finden." Eines dieser monströsen Instrumente eines Kirmeszelt-Alleinunterhalters bot die Lösung. Jófrídur und Ásthildur haben des Basselement demontiert, umgebastelt und programmiert und hatten das fehlende Instrument. Die Mikros hatten die Ákadóttirs mit Klebeband umwickelt. "Wir bekamen dauernd Stromschläge, irgendwie ist die Gitarre seit unserem Flug aufgeladen." Ich habe Physik zu früh abgewählt, es brauchte aber nicht viel Phantasie, um den Plastikfransen-Pullover von Jófrídur als Quelle elektrostatischer Aufladungen auszumachen. Schon vom Zusehen standen mir die Haare zu Berge.
Das klang und wirkte jedenfalls schon einmal sehr vielversprechend!
Das erste Lied Bloom vom zweiten Album der Schwestern (Twosomeness), das im Januar bei Morr Music erschienen ist, spielten Jófrídur und Ásthildur an ihren Gitarren (akustisch und elektrisch). Dazu sangen beide, wobei es das nicht ausreichend beschreibt. Besonders beim Gesang der Schwestern ist, daß sie unterschiedliche Melodien singen, also nicht mit- sondern nebeneinander. Das ist eine ganz dumme Ansammlung von Stereotypen, der Gesang der Zwillinge klingt aber typisch Isländisch und ein wenig nach Björk.
Jófrídur, die rechts stehende Schwester, ist offenbar (mehr Vorurteile) die ältere der beiden. Sie sprach nicht nur davon, daß sie die Lieder geschrieben habe, sie gab ihrer (jüngeren) Bandkollegin auch immer wieder Anweisungen. Mal zeigte sie, wann die einzusetzen habe, mal - energischer - daß sie am falschen Knopf drehe. Am schönsten war es aber vor der letzten - offenbar ungeplanten - Zugabe Moi: Ásthildur und Jófrídur kamen eigentlich nur noch einmal raus, um mitzuteilen, daß sie nichts mehr spielen könnten, das ihr Repertoire erschöpft sei. Sie ließen sich aber erweichen und reagierten auf den Zuruf "Moi" mit "das können wir machen." Sie waren sich aber nicht einig, unterhielten sich intensiv, schienen sogar zu streiten, bis die ältere die jüngere an ihr Keyboard beorderte. "Geh jetzt!" Auch wenn sie die Zugabe ein wenig verpatzten (einen Tempowechsel versuchten, der nicht ganz klappte), war auch dieser Abschluß schön wie alles zuvor!
Die meisten ihrer Lieder haben isländische Texte. Die beiden sagten oft, wovon die Stücke handelten, nachvollziehen konnte ich das natürlich nicht. Wenn sie uns darin verspottet haben (so wie Tätowierer, die den Wunsch jungegebliebener Frauen aus Herne nach einer asiatischen Weisheit auf der Schulter neben dem Delphin mit den chinesischen Schriftzeichen für Bronchitis erfüllen), werde ich das nicht herausfinden. Aber auch bandintern war man sich nicht immer sicher... Einmal sagte auch Ásthildur ein Lied an (Somewhere): "It's about... - what is it about?" - "She doesn't know, I wrote it. It's a secret song!"
Fernando sangen die beiden auf Schwedisch. Ein Freund habe den Text geschrieben. "I don't really speak Swedish and I don't even like Sweden." Das Konzert hatte enorm viel Charme, auch zwischen den Liedern!
Alles war wahnsinnig gut, selbst das kleine Kanye West-Liedchen, das in das eigentlich instrumentale Annar Logi eingebaut war. Der Refrain war aus einer Jamsession mit einer Freundin, die nicht singen könne, Kanye West liebe und ihm zu Ehren rappen wollte (was sie aber auch nicht könne) und einem dahingedaddelten Text von Jófrídur entstanden. Der Rap sei mies gewesen - "but I decided the chorus was good!"
Neben all den anderen Schönheiten ragte aber 53 raus, ein Lied, das nicht auf den Alben ist und das Jófrídur für einen Freund, dessen Mutter mit 53 gestorben war, geschrieben hat. Ich empfinde es als anmaßend, solch ein höchst persönliches Lied ganz besonders zu mögen, aber es war in all seiner Traurigkeit ein ganz besonderer Höhepunkt.
Pascal Pinon sind noch eine Weile auf Tour. Das darf man nicht verpassen! Genauso wenig wie künftige Bedroomdiscos!
Setlist Pascal Pinon, Bedroomdisco, Darmstadt:
01: Bloom
02: Ekki Vanmeta
03: Evgeni kissin
04: Somewhere
05: Fernando
06: I wrote a song
07: Rifrildi (?)
08: Annar Logi (mit Kanye West)
09:
Þerney (one thing)
10: 53 (Z)
11: Moi (Z)
Tourdaten Amy Schmidt:
22.02.: Café Tagtraum, Ingolstadt
23.02.: Café Haag, Tübingen
24.02.: Bern, tba
26.02.: Ulm, tba
27.02.: Ausschank OST, Stuttgart
28.02.: Engelsburg, Erfurt
Tourdaten Pascal Pinon:
22.02.: Café Nun, Karlsruhe
23.02.: St. Gallen
25.02.: Der Tag, Wien
05.03.: Le Lux, Neuchâtel
06.03.: Milla, München
07.07.: Club KimTimJim, Stuttgart
08.03.: Hafen2, Offenbach
Links:
- aus unserem Archiv:
- Amy Schmidt, Stuttgart, 24.01.13
- Amy Schmidt, Karlsruhe, 22.01.13
- Amy Schmidt, Freiburg, 30.04.12