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Mittwoch, 20. Mai 2015

Einar Stray Orchestra, Darmstadt, 16.05.15

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Kirchenkonzert der Bedroomdisco Darmstadt
mit Musée Méchanique und Einar Stray Orchestra
Datum: 16. Mai 2015
Dauer: 50 min + 80 min
Zuschauer: knapp 300


Alle wunderbaren Bilder von Guido - vielen Dank!

Das Jahr 2014 hatte ich mit einem ganz besonderen Neujahrskonzert in Berlin begonnen. Seitdem war für meinen Geschmack viel zu viel Zeit vergangen ohne ein Konzert mit Einar Stray (bzw. dem Einar Stray Orchstra). Irgendwie waren wir im Herbst 2014 nicht mehr zusammengekommen und beim lesen der Mai-Tour Stops hatte ich das Gefühl, dass das wieder nichts wird. Aber dann hatte meine Schwester zugesagt, dass wir das zusammen machen können und damit war Darmstadt der gesetzte Ort. Auch, weil wohl die Darmstädter Kirche einfach die beste Location und das beste Publikum der Tour bieten würde.


Vor Einar Stray hatte das Team der Bedroomdisco noch Musée Méchanique  auf dem Programm des Kirchenkonzertes, die ich während ihrer aktuellen Tour eigentlich bequem in Karlsruhe hatte sehen wollen. So trafen wir uns also auf ihrer ersten deutschen Station 2015 und mit (wie sich später herausstellte) längerem Zeitslot. Sie waren auf der Bühne mit vier (nicht fünf) Personen. Wahrscheinlich in der  Besetzung 

Sean Ogilvie & Micah Rabwin: Gitarre, Piano und Gesang 
Matt Berger: Schlagzeug
Brian Perez: Glockenspiel, Synthie, Glocken, Steelgitar, Tasten.


Man liest schon aus der Instrumentenliste heraus, dass mit Klangfarben nicht gespart werden sollte und die Songs sehr sorgfältig möbliert waren. In O, Astoria sorgte auch gleich ein sehr filigraner Beat-Teppich für ein aufhorchen meinerseits. Es wurden vor allem die Stücke der aktuellen Platte From Shores of Sleep geboten und die Live-Fassungen waren denen auf der CD bei mir zu Hause sehr ähnlich.


Ein bisschen musste ich schmunzeln, weil natürlich Sean und Brian so eine Vielzahl an Instrumenten zu spielen hatten, dass sie mitunter hoch konzentriert sein mussten und auch nicht klar war, ob die Arme von Sean mit der Gitarre vorm Bauch noch auf das hintere Keyboard reichen. So holte er sich im dritten Song The open sea mit dem Akkordeon die Tasten näher heran... Es war ein etwas verwegener (aber typischer) Stilmix mit triumphalem Finale. Ganz das, was man an der Band lieben muss. Die Ansagen teilte sich die Band auf mit etwas Deutsch und Spanisch eingemischt. Sie sorgten dafür, dass wir die Musiker als nette Zeitgenossen kennen lernten, die wohl auch den besonderen Ort sehr genossen.


Im letzten Drittel wurde für A wish we spoke auf das aktuellste Video von Rachel Blumberg hingewiesen. Für mich persönlich am überraschendsten war das Bekenntnis, dass das letzte Stück des Sets The old Shaker's Cask direkt durch Robert Schumanns Kinderszenen angeregt ist (konkret durch Der Dichter spricht). Die knappe Stunde mit Musée Mécanique war gut und unterhaltsam und ich kann also die Konzerte nur wärmstens ans Herz legen, wenngleich es auf Dauer vielleicht auch zu wenig abwechslungsreich ist.

Setlist:
01: O, Astoria
02: The Lighthouse and the Hourglass
03: The open sea  

04: Like home
05: Castle walls
06: A wish we spoke  
07: The man who sleeps
08: The old Shaker's Cask

Tour Musée Méchanique
16.05. Darmstadt – Bedroomdisco
17.05. Karlsruhe – Jubez
18.05. Dresden – Beatpol
21.05. Hasselt – Muziekodroom
22.05. Beverungen – Orange Blossom Special
23.05. Mannheim – Maifeld Derby
24.05. Hamburg – About Songs
25.05. Jena – Glashaus
26.05. Leipzig – Goldhorn
27.05. Nürnberg – MUZ
28.05. Hannover – Feinkostlampe
29.05. Köln – Die Wohngemeinschaft
30.05. Nijmegen – Merleyn
31.05. Leuwarden – Fries Straatfestival
01.06. Zürich- Bogen F
02.06. Freiburg – White Rabbit
03.06. St.Gallen – Folk Café
04.06. Le Port Franc

  

Nach dem nötigen Umbau begann schließlich der Teil des Abends auf den ich so gespannt war.  Die Bühne nahmen nämlich 

Maja Gravoermoen Toresen: Violine & Gesang
Ofelia Østrem Ossum: Cello & Gesang
Einar Stray: Piano/E-Gitarre & Gesang
Lars Fremmerlid: Schlagzeug & Gesang
Simen Aasen: E-Bass guitar & Gesang


in Beschlag und damit die mir schon wohlbekannte Besetzung von Einar Stray. Den starken Auftakt durfte das acapella Stück For the Country liefern. Damit war in wenigen Sekunden auch das letzte Schwatzen oder Flüstern im Raum erstorben.


Anschließend folgte Pockets full of Holes, das Lied wo ich unwillkürlich den vor dem Berliner Konzert noch geübten Refrain wieder mitsingen musste: Will I die inside before I die. Was für ein expressives Stück! Leider wurde spätestens im dritten Stück klar, dass wir vom Bass eigentlich nichts hörten. Das änderte sich auch über den Abend nicht. Für Politricks wechselte Einar an die Gitarre und nutzte den Moment für eine  erste Ansage. Die Stücke des aktuellen Albums Politricks würden den Abend prägen und davon handeln, was sie für Erfahrungen mit dem erwachsen werden machen.


Für Aleksander gab es ein herrliches Geigenintro, in das zunächst das Cello einstimmen durfte und erst dann entwickelte sich der Song in der Livefassung. Anschließend setzte Chiascuro einen brillianten Glanzpunkt im Programm. Welche Dynamik und welche Energie! Schließlich gab es als besonderes Geschenk noch ein als Experiment bezeichnetes neues Stück Last light, das sehr elegisch  und mit wie ein Metronom schlagendem Beat gleich mein Herz eroberte.


Auch wirklich grandios das letzte Stück des Sets: We were the core seeds. Da ging mir das Herz ganz auf. Zum Glück aber gab es noch zwei Zugaben und der Abend endete auf einer jubilierenden Note mit einem wunderschönen Caressed nach eigentlich zu schnell vergangenen 80 min. Die Fahrt nach Darmstadt hatte sich mal wieder mehr als gelohnt!


Setlist
01: For the country
02: Pockets full of holes
03: Honey
04: Politricks
05: Aleksander
06: Chiaroscuro
07: Thrasymachus
08: Last light (neu)
09: Montreal
10: We were the core seeds

11: Teargas Plateglass
12: Caressed


Tour Einar Stray
14.05. Waldsee, Freiburg
16.05. Bedroomdisco, Darmstadt
17.05. Bedroomdisco, Nürnberg
18.05. FZW, Dortmund
20.05. Schon Schön, Mainz
21.05. Rosenkeller, Jena
23.05. MAU, Rostock
24.05. About Songs Festival, Hamburg 

18.06. Schillertage Festival, Mannheim
23.06. Bremen, Lagerhaus
24.06. Berghain Kantine, Berlin

Aus unserem Archiv:
Musée Mécanique, Paris, 24.09.10
Musée Mécanique, Paris, 16.03.10
Musée Mécanique, Heerlen, 07.03.10

Einar Stray, Berlin, 01.01.14
Einar Stray, Köln, 20.06.12



Donnerstag, 1. Januar 2015

Marissa Nadler, Karlsruhe, 23.09.14

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Konzert: Marissa Nadler und Mick Turner
Ort: Jubez in Karlsruhe
Datum: 23. September 2014
Dauer: 40 min Mick Turner und 65 min Marissa Nadler
Zuschauer: etwa 60-70

(c) Guido Engler
Lange schon war mir der Name Marissa Nadler bekannt und irgendwie verwoben mit der Musik von Emily Jane White. Obwohl das wohl mehr so ein Bauchgefühl als sachlich begründbar ist, denn von Emily Jane White stehen alle Alben vielbenutzt in meinem Regal, von Marissa Nadler hatte ich gar nichts vorrätig. Dabei veröffentlicht sie schon seit 2004 Musik und war mir zuletzt durch das klienicum (2011, u.a. auch mit Hinweis auf ein OBS Konzert 2009) bzw. durch den Hinweis von Lieinthesound im April diesen Jahres explizit wieder in mein Bewußtsein geschoben worden.
 
(c) Guido Engler
Deshalb freute ich mich, sie nun in Karlsruhe live erleben zu können und war sehr gespannt. Dass es als Doppelkonzert mit Mick Turner organisiert war, hatte ich erst nicht richtig wahrgenommen und auch am Abend selbst wurde nicht so richtig klar, inwieweit das gemeinsame Label BellaUnion eine Kombination ihrer Künstler für so angeraten hielt (die Kombination war für insgesamt drei Abende der Künstler in Europa gebucht).


(c) Guido Engler
Mick Turner ist wohlbekannt als einer der Dirty Three und war im September unterwegs durch Europa mit dem Melbourner Kollegen Ian Wadley an Drums. Er steht für kunstvolle und anspruchsvolle E-Gitarrenstücke, die sich über 10 Minuten oder länger entwickeln. Normalerweise hätte ich ein Konzert mit diesem Programm gemieden und ich hatte das Gefühl, dass auch sonst im Publikum ein klarer Bruch erkennbar war. Einige blühten bei derartiger Kunstfertigkeit auf und feuerten auch lautstark an, andere sahen sich augenverdrehend an und hatten auch in der Pause noch kein Verständnis, was das jetzt zu Musik gemacht hat. Ich selbst brauchte etwa die Hälfte des 20 minütigen Sets bis bei mir der Schalter anging und ich zwischen Gitarre und Schlagwerk überhaupt ein Zusammenspiel spürbar wurde. Dann war ich aber wirklich positiv überrascht und sehr angetan.


 

Trotzdem wartete ich natürlich wesentlich vorfreudiger auf den weiblichen Musikanteil im Konzert, der zum Glück nach relativ wenig Umbauzeit starten konnte. Marissa Nadler spielte selbst Gitarre und hatte Janel Leppin am Cello dabei. Auf der Setlist fand sich vor allem ihr Album July, das im Februar bei BellaUnion erschienen ist.

Der Gesang war sehr sphärisch und jenseitig und es gab auch keinerlei Ansagen. Marissa sagt von sich selbst, dass sie das Scheinwerferlicht lieber meiden würde und mehr Spaß daran hat, die Musik zu komponieren und aufzunehmen. Das merkte man dem Konzert an... Ich fand es einerseits sehr faszinierend, andererseits war es nach einiger Zeit auch etwas einförmig und mit einer Stunde war meine Aufnahmefähigkeit ausgeschöpft.

Alles in allem ein sehr interessanter Abend, der aber mehr Denkanstöße als einfachen Genuss geliefert hat. Schön, dass das Jubez für Karlsruher solche Angebote machen kann. Wenn man die Tourdaten durchsieht finde ich das schon bemerkenswert!

(c) Guido Engler


Setlist:
01: 1923
02: Dead City Emily
03: Firecrackers
04: Drive
05: Anyone Else
06: Was It a Dream

07: The Wrecking Ball Company (*)
08: I've Got Your Name
09: We Are Coming Back
10: Desire

11: Your Heart Is a Twisted Vine (*)
12: Fifty Five Falls (*)

13: Holiday In
(Z)
       (*) nicht vom aktuellen Album July

Europäische Tourdaten
Mick Turner:
11.09.  L’Usine, Genf   w/ Marissa Nadler
12.09.  Interzona,  Verona 
14.09.  Freakout Club, Bologna
15.09.  Cas’Aupa, Udine
17.09.  Monarch, Berlin
19.09.  Incubate Festival, Tilburg 
20.09.  King Georg, Köln
22.09.  Trix, Antwerpen   w/ Marissa Nadler
23.09.  Jubez, Karlsruhe  w/ Marissa Nadler
 

Marissa Nadler: 
02.09. London
03.09. Soup Kitchen, Manchester
04.09. Broadcast, Glasgow
05.09. Button Factory, Dublin
07.09. Deep in the Woods Festival, Heer-sur-Meuse
08.09. Bad Bonn, Dudingen
09.09. El Lokal, Zürich
10.09. Treppenhaus, Rorschach
11.09. L'Usine, Genf
21.09. Incubate Festival, Tilbur
22.09. Trix Centrum voor Muziek, Antwerpen
23.09. Jubez, Karlsruhe
24.09. King Georg, Köln
26.09. Hana–Bi, Ravenna
27.09. Palazzo Del Governatore, Parma
28.09. Anfiteatro del Venda, Padua
30.09. The Rowing Sessions, Turin
03.10. Villa Manuela, Madrid
04.10. Amplifest, Porto
05.10. ZDB, Lissabon
07.10. LA2, Barcelona
08.10. Six Dogs, Athen
11.10. BLA, Oslo
13.10. Arena, Wien  


(c) Guido Engler

Aus unserem Archiv:
Marissa Nadler, Paris, 11.05.09
Marissa Nadler, Paris, 20.05.08
Marissa Nadler, Paris, 24.04.07



Ankündigung des Jubez

Empfehlenswerte Stunde Marissa Nadler im Gespräch und Musik






 

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