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Montag, 24. Februar 2014

Cheesecakes & Mixtapes, Mannheim, 23.02.14

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Konzert: Bled white im Rahmen von Cheesecakes & Mixtapes
Ort: Café in der Alten Feuerwache, Mannheim
Datum: 23. Februar 2014
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 40


(Noch mehr) Lust auf das Maifeld Derby wollte ich mir doch nur zu gern machen lassen. Deshalb habe ich mich an diesem wunderbar frühlingshaften Sonntag Nachmittag in den Zug nach Mannheim gesetzt. Seit Oktober 2013 laden Jan Zipperer und Dieter Schwengler einmal pro Monat in das Café in der Alten Feuerwache. Dort gibt es handverlesene Musik, Dönekes und Livemusik. 


Diesmal war versprochen, dass Timo Kumpf dabeisein würde und es um Hintergründe und Musik gehen würde, die mit dem Maifeld zu tun haben. Außerdem war die für den Nachmittag angekündigte Band Bled White(*) ganz meine Wellenlänge. Reihum haben die Herren auf der Bühne Songs angespielt und etwas dazu erzählt. Anschließend konnte das Publikum mit grün oder rot signalisieren, ob der Song was taugt oder nicht. Alles, was mehrheitlich befürwortet wurde, kam auf das Mixtape des Tages.


Was für ein schöner Auftakt, dass es direkt mit einem meiner allerliebsten Lieder losging und mit einer Band, auf die ich mich 2014 in Mannheim ganz besonders freue: Wye Oak mit Civilian. Ähnlich toll in meinen Augen auch der Song Apples von Efterklangs Piramida, der mich auch gleich wieder an das ergreifende Konzert im Zirkuszelt letztes Jahr erinnerte und an das Burning Eagle (träum!). Aufmerker für mich Hozier (noch nicht gekannt und gleich sehr gemocht), wo es geheimnisvolle Andeutungen gab...


Wunderbares musikalisches Vergnügen waren für mich auch Clickclickdecker und Son Lux (auch hier Vorfreude auf's Maifeld!). Der Auftritt von Bled White war kurz und knackig und für mich voll überzeugend. Werde mir die Jungs wohl nächstens noch einmal genauer ansehen müssen. Die Gelegenheit dazu gibt es bald auch in Karlsruhe.



Persönliches Resüme - ein vergnüglicher Nachmittag, prima Konzept, der Kuchen war lecker und tatsächlich habe ich jetzt schon total Bock auf das Maifeld Derby!

Setlist:
 
Wye oak: Civilian
The Notwist: Kong
Bilderbuch: Maschin
Efterklang: Apples
Breton: Envy
Clickclickdecker: Und darüber nachdenken nicht nötig
St Vincent: Birth in reverse
Höchste Eisenbahn: Egal wohin
Bedouin Soundclash: Brutal hearts
 

Liveauftritt Bled white
 

Son Lux: Lost it to trying
Ohmega Watts feat. DJ Manwell: Ode to Brooklyn

Phantogram: Nothing but trouble
Hozier: Take me to church

Nächster Termin für Cheesecake & Mixtapes
23. März

Konzerttermine Bled white:
28.02. Heidelberg - Karlstorbahnhof  (support für OF MONTREAL)
10.03. Berlin - Urban Spree (support für LOW ROAR)
11.03. Karlsruhe - Jubez (support für SHE MAKES WAR)
16.05. Karlsruhe - Tempel (Support: Petite Rouge)


Aus unserem Archiv:
I Confess, Köln, 27.10.12
I Confess, Frankfurt, 26.10.12



Wye Oak, Haldern, 10.08.12
Wye Oak, Wien, 12.06.11
Wye Oak, Paris, 07.09.09
Wye Oak, Paris, 05.11.08

The Notwist, Düsseldorf, 03.10.12
The Notwist, Düsseldorf, 03.10.12
The Notwist, Frankfurt, 22.06.12
The Notwist, Nijmegen, 22.01.12
The Notwist, Paris, 20.01.12
The Notwist, Köln, 14.04.09
The Notwist, Hamburg, 23.08.08
The Notwist, Melt!, 19.07.08

Efterklang, Mannheim, 01.06.13
Efterklang, Mannheim, 01.06.13
Efterklang, Paris, 13.12.12
Efterklang, Berlin, 05.12.12
Efterklang, Wien, 08.03.11
Efterklang, Eindhoven, 18.02.11
Efterklang, Haldern, 14.08.10
Efterklang, Paris, 28.04.10
Efterklang, Paris, 03.11.09
Efterklang, Paris, 07.04.08

Bréton, Paris, 01.11.12
Bréton, Rüsselsheim, 20.07.12
Bréton, Rüsselsheim, 20.07.12
Bréton, Düsseldorf, 30.06.12
Bréton, Frankfurt, 22.06.12

ClickClickDecker, Beverungen, 25.05.12
ClickClickDecker, Bochum, 09.04.07

St. Vincent & David Byrne, Larmer Tree Gardens, 30.08.13
St. Vincent, Paris, 09.07.12
St. Vincent, Paris, 26.02.12
St. Vincent, Paris, 30.11.11
St. Vincent, Köln, 19.11.11
St. Vincent, Paris, 26.04.09
St. Vincent, Köln, 02.12.07
St. Vincent, Köln, 10.11.06

Höchste Eisenbahn, Stuttgart, 11.01.14
Phantogram, Paris, 24.02.12

(*) formerly known as I confess.




Sonntag, 28. Oktober 2012

Sizarr, Köln, 27.10.12

1 Kommentare

Konzert: Sizarr
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 27.10.2012
Zuschauer: fast ausverkauft
Dauer: gut 70 min

 


Auf der Hinfahrt nach Köln fehlten mir die Ideen, welche Musik ich hören könnte, also blieb die beste Alternative, der Deutschlandfunk. Da diskutierten gerade Denis Scheck und Buchkritikerkollegen mit der Schriftstellerin Jenny Erpenbeck deren Buch "Aller Tage Abend". Dabei kam die Frage auf, wie man als endliches Wesen seine Lebenszeit freiwillig damit verbringen könne, drei Jahre an einem Roman zu arbeiten - oder als Kritiker schwierige (und oft schlechte) Bücher zu lesen und darüber zu schreiben. Solange ich Konzerte nur zum Spaß und nebenher angucke, gibt mir das die Sicherheit, daß dies nicht die unsinnigste Beschäftigung ist, mit der ich meine Lebenszeit verbringe. Kein Grund also auch, nicht zu Sizarr zu fahren und an der nächsten Ausfahrt zu wenden.

Allerdings hatte ich auch keine großen Zweifel daran, daß das Konzert gut werden würde. Die Debütplatte der Landauer, die so gar nicht nach Pfalz klingen (wenigstens wenn sie singen), ist schließlich sehr hörenswert.

Als ich um neun ankam, spielte der Support I Confess schon. Eine gute Viertelstunde des Sängers, der seine Songs mit akustischer Gitarre und Keyboard begleitete, bekam ich noch mit, das war nett, aber nicht ausreichend für ein richtiges Urteil. Beim Bericht vom Frankfurter Konzert gibt es mehr zu I Confess!

Christian Kühn (I Confess) war um Viertel nach neun durch. Da Sizarrs Equipment schon aufgebaut war, ging deren Vorbereitung erfreulich flott über die Bühne. Es war nämlich warm im Gebäude 9. Der WDR Rockpalast war da, um das Konzert aufzuzeichnen und hatte LKW-Ladungen Scheinwerfer mitgebracht. Dafür sind Kameras heutzutage erfreulich klein geworden. Noch vor kurzem bedeuteten Konzerte mit dem Rockpalast miese Sicht, weil überall diese lokomotivgroßen Monster standen. Heute scheinen Kameraleute nur noch mit aufgemotzten Spiegelreflexkameras zu filmen, es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sie die gegen Smartphones eintauschen. Die WDR Leute standen als nicht im Weg, also bestand die Haupteinschränkung der Filmerei darin, auszuweichen, um nicht im Bild zu sein. 


Blöderweise hatte man beim Sounddesign offenbar mehr ans Fernsehen als an die zahlenden Besucher gedacht. Wenigstens am Anfang war der Klang vorne immer wieder mies, viel zu basslastig, und der Gesang kaum verständlich. Das wurde besser, aber es gab immer wieder Aussetzer.

Das schöne Licht entschädigte aber für die anderen Einschränkungen. Es war schon manchmal fast zu hell, bei einigen der Fotos dachte ich vorhin, ich hätte irgendwelche Hinterköpfe erwischt, es war aber nur sehr helles Scheinwerferlicht.


Sizarr hatte ich bisher nicht gesehen. Der Name macht schon eine ganze Weile die Runde. Beim Maifeld-Derby waren Sizarr auf der Openair-Bühne angesetzt, mussten aber wegen eines heftigen Unwetters gestrichen werden, was Festival-Chef Timo Kumpf (Get Well Soon) sehr niedergeschlagen ankündigen musste. Damals kannte ich noch nichts von Sizarr, sie hatten mich aber auf dem Papier sehr gereizt. Sizarr stammen aus Landau und bestehen aus Fabian Altstötter (Gesang, Gitarre), Philipp Hülsenbeck (Gitarre, Keyboard) und Marc Übel (Schlagzeug). Das Cover ihrer Debütplatte Psycho Boy Happy erweckt noch den falschen Eindruck, es handele sich um Rockmusik mit psychedelischen Einschlag, womit man mich jagen kann. Glücklicherweise ist Sizarr deutlich spannender - aber auch schwieriger zu beschreiben. Live drängte sich mir immer wieder Wu Lyf als vergleichbare Musik auf, nicht nur wegen Fabians toller (und dreckiger) Stimme. Bands aus meiner Musiksammlung wie Bréton, die Maccabees oder die Foals sind auch nicht schrecklich weit von Sizarr entfernt. Nur eins hört man sicher bei ihnen nicht raus: die rheinland-pfälzische Provinz, aus der sie stammen. Das gilt allerdings nur für die Lieder, in den Pausen dazwischen redete Fabian viel und mit pfälzischen Einschlag. Das - und das Bemühen, dabei möglichst cool zu klingen, waren deutlich sympathischer, als dies sich hier anhört. Die Situation war für die Band sicher herausfordernd. Ein fast ausverkauftes Gebäude 9, dazu die Fernsehaufzeichnung mit den vielen hellen Scheinwerfern und (wichtigen WDR-Mitarbeitern) sind sicher nicht nervenneutral. Sizarr meisterten dies hervorragend. Allerdings waren die Umstände nicht nur erschwerdend, das Publikum kannte die Band zum Großteil gut und schien sie im Gegensatz zu mir schon häufiger gesehen zu haben. 


Sizarr spielten alle Titel vom Album sowie Fake foxes, das es nicht auf die Platte geschafft hatte, wofür sich der Sänger entschuldigte. Auf die Zugabe nach rund einer Stunde war ich durch Ursulas und Dirks Bericht aus Frankfurt schon vorbereitet. Would I lie to you von Charles und Eddie, eines der scheußlichsten Stücke der Popgeschichte und von mir bis Samstag erfolgreich verdrängt, klang zwar von Sizarr schon besser, blieb aber sehr fies. Wirsing bleibt ja auch widerlich, wenn er von einem Sternekoch zubereitet wird. 

Die Single Boarding time beendete das sehr kurzweilige Konzert. Ich bin ziemlich sicher, daß wir von Sizarr noch viel hören werden. Auch was das Styling angeht sind die drei schon auf größere Auftritte vorbereitet, alle schienen frisch frisiert und Schlagzeuger Marc hatte mit seinem Hündchen-Shirt auch modisch alles richtig gemacht!

Setlist Sizarr, Gebäude 9, Köln:

01: Mushin 
02: Word up 
03: Pocket Walt
04: PBEW
05: Run dry 
06: Fake foxes 
07: Cat mountaineer 
08: Blade 
09: Icy Martini 
10: Mulo 
11: Tagedieb 
12: Purple fried

13: Would I lie to you (Charles & Eddie Cover) (Z)
14: Boarding time (Z)



Samstag, 27. Oktober 2012

Sizarr, Frankfurt, 26.10.12

3 Kommentare

Konzert: Sizarr
Datum: 26.10.2012
Ort: Zoom, Frankfurt
Zuschauer: ca. 300
Dauer: ca. 60 Minuten Sizarr, ca. 30 Minuten I Confess


von Ursula von neulich als ich dachte und Dirk von Platten vor Gericht


Sizarr sind mir namentlich seit dem diesjährigen Maifeld-Derby ein Begriff. Die sehr junge deutsche Band war für einen Zeitpunkt eingeplant gewesen, an dem ein gewaltiges Gewitter jegliche Musikausübung verhinderte. Letztlich musste der Auftritt ganz abgesagt werden.

Fürs nächstjährige Maifeld Derby haben wir nun auch schon „Überraschungstickets“ (es sind noch keine Bands bestätigt), vielleicht wird es dann ja etwas mit Sizarr. Allerdings kenne ich die Band mittlerweile sowieso, denn inzwischen erschien das Debütalbum, und gestern trat sie im Rahmen ihrer ersten Tournee im Frankfurter Zoom auf.

Der Merchandise-Stand am Eingang verfügte neben dem normalen Sortiment von T-Shirts, CDs, Platten und Jutetaschen auch über Ungewöhnliches wie Jo-Jos, Turnbeutel und sogar Bandwein.  Nicht nur die Jo-Jos erinnerten mich an meine Schulzeit, auch das Publikum schein sich frisurentechnisch und modisch in dieser Epoche sehr wohl zu fühlen – es sah aus, als hätte es vor dem Konzert noch schnell einen Gruppenausflug zu „Urban Outfitters“ gegeben.

Als Sizarrs Vorband zu spielen begann, füllte sich langsam aber sicher der Zuschauerraum vor der Bühne. I Confess, der mit echtem Namen Christian Kühn heißt, ist ein 23jähriger Singer / Songwriter, der seine zumeist ruhigen Songs zu Gitarre und gelegentlichen Beats aus dem Laptop vortrug.  Ein Album  hat I Confess noch nicht.  Seine verhuschten Ansagen waren nur schwer verständlich, so konnte der Name erst durch eine Internetrecherche geklärt werden. Er tritt bei 4 Konzerten im Vorprogramm von Sizarr auf, die sich sein Konzert von vor der Bühne aus ansahen. Philipp bekam auch eines seiner Lieder gewidmet.

Der Hauptact Sizarr war zunächst wenig zeremoniell mit dem Aufbauen beschäftigt, so dass es keinen beklatschen Einzug gab, sondern die Band, als alles fertig war, einfach mit „Mushin“ begann. Die drei  Musiker waren live, anders als nach dem Hören des recht elektronischen Albums befürchtet, viel mit ihren „richtigen“ Instrumenten zugange: Fabian (Gesang, Gitarre) machte sich gelegentlich auch am Synthesizer zu schaffen und schwang Rasseln, Philipp (Synthesizer, Gitarre) und Marc (Schlagzeug) waren sowieso mit ihren Instrumenten beschäftigt, wobei Philipp auch mitsang.

Die Band wies zwischendurch darauf hin, dass heute Abend viele Freunde von ihnen gekommen seien (diese bekamen auch ein Lied gewidmet), auch sonst wäre uns aufgefallen, dass viele der Anwesenden die Bandmitglieder zu kennen schienen. Das war vielleicht der Grund für die etwas widersprüchliche Stimmung im Zoom: Mir erschien die grundsätzliche Begeisterung für die Band sehr groß zu sein, gleichzeitig wurde aber gerade beiden ruhigen Liedern unglaublich viel geredet, so dass ich den Eindruck bekam, das Interesse an diesem konkreten Auftritt sei nicht gerade riesig.

Das folgende Lied wurde dem gesamten Publikum („also allen unseren neuen Freunden“) gewidmet, außerdem wurden wir aufgefordert, an einem Fotowettbewerb teilzunehmen, in dessen Rahmen man Bilder zu dieser Tour (aber nicht von der Band) einreichen soll.  Und wir bekamen erklärt, dass Fabians Vater Winzer sei, was den Sizarr-Wein am Merchandise-Stand erklärte.

Bei Bands mit nur einem Album fallen die Liveauftritte materialmangelbedingt immer recht kurz aus, und tatsächlich wurde jeder Song von „Psycho Boy Happy“ plus ein zusätzlicher („Fake Foxes“) gespielt. Mit der besonders umjubelten Single „Purple Fried“ endete das reguläre Set, natürlich kam aber auch noch eine Zugabe. Als eine Coverversion angekündigt wurde, rechneten wir bereits fest mit Radioheads „Lucky“, das die Band für einen Musik Express-Beileger aufgenommen hatte, stattdessen hörten wir das im Original unsägliche „Would I Lie To You“ von Charles & Eddie, das aber in der gespielten Version zu einem geradezu guten Song mutierte. Danach folgte noch die ebenfalls stark umjubelte erste Single „Boarding Time“.

Die erste Reihe des Publikums bestand übrigens ausschließlich aus sehr jungen Mädchen, so dass möglicherweise auch das Teenie-Segment fantechnisch erschlossen werden kann – wobei ich vermute, dass die Band das nicht möchte.


Setlist Sizarr, Zoom, Frankfurt:01: Mushin02: Word Up03: Pocket Walt04: PBEW05: Run Dry06: Fake Foxes07: Cat Mountaineer08: Blade09: Icy Martini10: Mulo11: Tagedieb12: Purple Fried

13: Would I Lie To You (Charles & Eddie Cover) (Z)
14: Boarding Time (Z)


 

Konzerttagebuch © 2010

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