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Dienstag, 7. Juni 2016

We Invented Paris, Leipzig, 03.06.16

1 Kommentare

Konzert: We Invented Paris
Ort: Moritzbastei Leipzig
Datum: 03.06.2016
Dauer: ca. 100 min
Zuschauer: ca. 50

Als wir am frühen Freitagabend in Leipzig ankommen ist das Stadtzentrum voller Riesenräder, Bühnen und Menschen. Ein Blick und aha – laut Suchmaschinen ist an diesem Wochenende Stadtfest. Die Tonne in der Moritzbastei füllt sich daher auch langsam und nachher sind immerhin gut 50 Gäste im Publikum. Eine spätere Befragung durch Flavio, den Sänger zeigte, dass die meisten bereits auf We Invented Paris-Konzerten gewesen sind.
Zu Beginn gegen 22 Uhr saßen alle noch wie in den ganz alten Zeiten in der Disco am Rande des Saales, begaben sich aber mit den ersten Tönen in die Mitte und vor die Bühne.



We Invented Paris hatten kein neues Album im Gepäck, dafür einige neue Lieder. Ihre Musik sorgte schon immer für viel Bewegung – sowohl auf der Bühne als auch davor. Die bekannten Songs gehen sofort ins Ohr und in die Glieder, die neuen erscheinen einen Zacken schärfer, soll heißen, sie sind schneller und treibender.



Dazu bringt Flavio neues Instrument zum Einsatz. Fast ist er ein wenig beschämt als er es ankündigt: Er hatte beim Schreiben der neuen Songs einfach mal keine Lust auf Gitarre. Und so hat er sich mit diesem zwischen hammergeil und oberpeinlich aussehenden Teil einen Wunsch erfüllt. In den Nachschlagewerken der Welt wird es als Keytar geführt. Mit sichtlichem Spaß fegt Flavio manchmal wie ein Derwisch über die Bühne, egal ob singend oder spielend. Und mit dem neuen Instrument geht es teilweise in Richtung Dance und Disco, dazwischen streuen die Songs von „Rocket Spaceship Thing“ immer wieder eine Brise Melancholie.



We Invented Paris sind eine der empathischsten Bands, die ich kenne. Sie haben ein beinahe unheimliches Gefühl für Melodien. Und die Rhythmussektion wird auch schon mal mit Kisten und Drumsticks ausgedehnt auf Gitarrist und Bassist.



Insgesamt erleben wir ein sehr abwechslungsreiches und kurzweiliges Konzert. Als weiteren Kontrast setzt sich Flavio ins Publikum, die Band hat kurz Pause und Flavio spielt auf einem Spielzeug-Keyboard umringt von den Zuschauern den Titel Lost With You. Und weiter ging es mit Band und alten und neuen Songs. Dazwischen keine Ansage, ob und wann ein Album in Arbeit ist, man kann es nur vermuten, dass We Invented Paris diese Tour nutzen, um die neuen Songs und den frischen Sound der Band auszutesten. 



Das Publikum jedenfalls empfängt die neuen Songs mit offenen Armen und Ohren. So ist es folgerichtig, dass mehrere Zugaben vom Publikum gefordert werden. Für das letzte Stück „Silence“ verlässt die Band wieder die Bühne und spielt rein akustisch umringt vom Publikum. Dies ist der Gute-Nacht-Gruß der Musiker mit dem Versprechen, wiederzukommen.



Hoffentlich bleibt diese Nähe, die sich am Merchandising-Tisch fortsetzt erhalten.

Setlist
01. The Busker
02. Mont Blanc
03. Bubbletrees
04. Polarbears
05. Spiderman
06. Fuss
07. Auguste Piccard
08. Catastrophy
09. Touriste
10. Lost With You
11. Dane On Water
12. Sleeptalker
13. Kaleidoskope
14. Farmer
15. Iceberg
16. Air Raid Shelter (Z)
17. Nothing To Say (Z)
18. More (Z)
19 Silence (Z)



Aus unserem Archiv
We Invented Paris, Mannheim, 19.02.2014
We Invented Paris, Wiesbaden, 24.04.2014
We Invented Paris, Mannheim, 19.12.2012



Sonntag, 17. August 2014

1. Seebühnenregatta, Mannheim, 10.08.14

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Konzert: L'Aupaire, Spaceman Spiff, Enno Bunger, We Invented Paris
Ort: Mannheim, Luisenpark
Datum: 10.08.2014
Dauer: L'Aupaire ca. 30 Minuten, Spaceman Spiff ca. 50 + 15 Minuten, Enno Bunger ca. 60 Minuten, We Invented Paris ca. 60 Minuten
Zuschauer: ca. 700




Dasselbe Team, das Konzertbesucher nun bereits seit vier Jahren mit dem an Pferdemetaphern reichen Maifeld Derby versorgt, hat diesen Sommer zu einer anderen reichhaltigen Bildsprache gegriffen, um ein kleines, sommerliches Eintagesfestival in einem Mannheimer Park zu präsentieren: Die Seebühnenregatta. Lange zögerten wir, ob uns das Event die doch recht langwierige Anreise wert sein würde, denn mit Spaceman Spiff, Enno Bunger und We Invented Paris spielten gleich drei absolut sehenswerte Acts, die ich aber entweder dieses Jahr bereits gesehen hatte oder 2013 gleich zweimal (gut, für meinen Begleiter war das keinerlei Hinderungsgrund).

Letzten Endes entschlossen wir uns dann am Tag selbst doch noch für die Reise nach Mannheim, das allerdings bereits in dem Wissen, dass der Open Air-Charakter des Festivals leiden würde, denn es war Regen gemeldet und die Hauptacts würden in einer Halle spielen.


Bei unserem Eintreffen waren die Welt und das Wetter aber noch in Ordnung. Der Veranstaltungsort Luisenpark entpuppte sich als weitläufiges Gelände, auf dem man nicht nur den Park und dessen Pflanzenwelt genießen und sich auf großen Wiesen ausruhen kann, es gibt auch Käfige und Volieren mit Eulen, Schildkröten, Pinguinen, Flamingos, einem Nasenbär und vielem mehr. Über allem thronen nicht weniger als drei Storchennester, aktuell allesamt mit Pärchen dieser Vogelart besetzt, zusätzlich gibt es noch ein paar Single-Störche.

Die Seebühne, nach der die Regatta benannt wurde, und die ursprünglich für die Bundesgartenschau 1975 erbaut wurde, entpuppte sich ebenfalls als wunderbar malerisch, zwischen Zuschauern und Bühne befindet sich etwas Wasser, während man hinter den Künstlern einen großen See samt vorbei ziehenden Gondolettas sehen kann. Bei unserer Ankunft spielten bereits L'Aupaire, aber viel von ihrem Set haben wir sicher nicht verpasst. Die drei jungen Männer boten Folk-Pop irgendwo zwischen Bob Dylan und Mumford & Sons ohne Banjo.


Obwohl mich die Musik nicht wirklich fesseln konnte - Folk ist einfach nicht mein Ding - war das Ambiente der Freiluftbühne ganz wunderbar, allerdings zeigte ein bald einsetzender, zunächst sehr leichter Regen, dass die Entscheidung, spätere Musiker drinnen auftreten zu lassen, richtig gewesen war.

Nach L'Aupaire trat, quasi als "Pausenunterhaltung" eine junge Mannheimer Sängerin namens Inah auf. Nach drei ihrer getragenen Gitarrensongs - sie hatte angekündigt, viele unterschiedliche Lieder zu spielen, was sich zumindest im von uns verfolgten Teil nicht bestätigte - mussten wir aber, dachten wir zumindest, in Richtung der Baumhain-Halle, in der bald das Set von Spaceman Spiff beginnen sollte. Allerdings hatte sich der Zeitplan ein wenig verschoben, so dass zunächst Warten angesagt war.


Übrigens hatte am Einlass der Seebühne niemand unsere am Parkeingang erworbenen Festivalbändchen kontrolliert, weshalb man im Publikum neben den üblichen Musikfreunden auch einige Zaungäste in sehr fortgeschrittenem Alter hatte sehen können - sicherlich Senioren mit Dauerkarten für den Park, die einfach der Musik gefolgt waren und nun zufrieden zuhörten. Und auch in die Halle folgte uns ein älterer Herr ohne Bändchen - ich weiß nicht, ob er später vielleicht noch aussortiert wurde. Insgesamt gefiel mir diese ungeplante Vereinigung der Generationen aber sehr gut.

Spaceman Spiff trat dieses Mal nicht allein mit seiner Gitarre auf, sondern hatte neben seinem "Personal" Jonny König (den Besucher des Maifeld Derbys zumindest als vom Sänger angesprochenes Publikumsmitglied kannten) sondern auch eine Cellistin dabei. Den Tischtennisschläger-Talisman, der sich doch bereits beim Maifeld Derby als komplett nutzlos erwiesen hatte, klebt er immer noch an seinen Mikrophonständer.


Was den Konzertgenuss zumindest am Anfang doch recht stark trübte, war die Halle, die nicht nur vom Ambiente her sehr altbacken Mehrzweckhallen-mäßig wirkte und uns die schöne Seebühne schmerzlich vermissen ließ, auch der Sound klang merkwürdig flach - und das fiel selbst mir auf, die so gut wie nie die Beschallungskritiken anderer nachvollziehen kann. Mit der Zeit muss der Ton aber besser geworden sein, oder aber, ich hatte mich dran gewöhnt. Nicht gewöhnen konnte ich mich dagegen an die "Lichtshow", die es darauf anzulegen schien, die Zuschauer zum Erblinden zu bringen - stellenweise konnte ich gar nicht zur Bühne schauen!

Nur fünf der dargebotenen zehn Lieder hatte ich bereits beim Maifeld-Konzert gehört, der Rest war mir neu. Hinzu kam die neue Instrumentierung, denn der Schlagzeuger griff bei zwei Liedern ("Ab heute immer jetzt" und "Hamburg") zum Akkordeon bzw. Glockenspiel, während die Cellistin, sowieso eine Neuheit und anscheinend bei ihrem allerersten größeren Bühnenauftritt, bei "Teesatz" auch mitsang.


Wie bei meiner ersten Begegnung fand ich auch dieses Mal die Authentizität des Künstlers geradezu auffällig, wie auch seine scheinbare Überraschtheit, wenn jemand (oder gar einem ganzen Publikum) gefällt, was er macht. Wegen der stark veränderten Setliste und der neuen Instrumentierung hat sich in diesem Fall ein zweiter Konzertbesuch definitiv gelohnt.

Setliste:

Vorwärts ist keine Richtung
Ab heute immer jetzt
Milchglas
Photonenkanonen
Egal
Hamburg
Schnee
Teesatz
Mind the gap
Straßen (wo wir hingehen brauchen wir keine Straßen)

Aber es sollte noch weiter gehen, denn als später das Set von Enno Bunger vorbei war, hörte man im Anschluss draußen im Foyer etwas, das wiederum stark an Spaceman Spiff erinnerte ... und auch Spaceman Spiff war. Nun wieder mit der Gitarren-Minimalausstattung ließ es sich der Sänger, während mittlerweile das angekündigte Gewitter aufs nicht völlig wasserdichte Glasdach prasselte, nicht nehmen, noch ein paar weitere Lieder zu singen. Dass er dieses Mal die etwas lieblose "Bühne" im Hallenfoyer mit einem Mülleimer teilte, irritierte ihn kurzzeitig, aber er schien sich besser zu fühlen, nachdem er erfolgreich aus dem Publikum etwas zum Wegwerfen eingefordert hatte.


Zum Foyer an sich könnte man neben der mangelnden Wasserdichtheit auch sonst noch einiges Kritisches sagen, denn es war ein Durchgangsbereich und generell sehr laut, dennoch traten hier auch weitere "Pausenkünstler" auf, nachdem der Regen draußen eingesetzt hatte. Sicherlich gab es einfach keine weitere Alternative, die nun schon einmal gebuchten Künstler - Spaceman Spiff ersetzte hier wohl spontan eine Band, die offenbar doch nicht kommen konnte - spielen zu lassen.

Setliste:

Yellow brick road
Hier und der Wahnsinn
Wände
Der Tag an dem ich nicht verrückt wurde
100 000 Kilometer

Aber kommen wir zu Enno Bunger. Damals beim heute schon mehrfach erwähnten Maifeld-Auftritt hatte ich mich durch Spaceman Spiff sehr an Enno Bunger erinnert gefühlt, obwohl der eine zur Gitarre und der andere zum Klavier singt. Als ich gelesen hatte, dass beide Sänger hintereinander spielen würden, war ich gespannt gewesen und hatte mich - nicht ganz ernsthaft - gefragt, ob die beiden sich wohl kennen oder ob sie bei ihrer Erstbegegnung begeistert voneinander sein würden. Oder aber, ob es eine Schlägerei geben würde, bei der sich beide als Nachahmer beschimpfen.


Meine Neugier wurde gestillt, denn als bereits alles für den Enno Bunger-Auftritt aufgebaut war, sprang mit einem Mal Spaceman Spiff nochmals auf die Bühne und kündigte begeistert Enno Bunger an - und der umarmte ihn zum Dank und beteuerte im Gegenzug seine Begeisterung von Spaceman Spiff. Schön, dann wäre das ja geklärt!

Kurz vorher hatte ich bereits einen "alten Bekannten" gesehen, denn am Aufbau für Enno Bunger waren erstaunlich viele Menschen beteiligt gewesen, darunter auch Onno, den ich als Bungers Begleitmusiker in der Offenbacher Weinstube kannte. Als das Konzert schließlich begann und Bunger gemeinsam mit einer ganzen Band die Bühne bestieg und "Am Ende des Tunnels", eines von drei neuen Liedern, vortrug, war von Onno aber zunächst nichts zu sehen.


Und während uns Enno noch mit der Aussage begrüßt hatte, dass er Wut möge, sie sei das Viagra für den ausgestreckten Mittelfinger, kam es für Song Nummer drei zu einer überraschenden Stiländerung: Onno erschien auf der Bühne und übernahm das Keyboard, hinter dem Enno Bunger nun mit dem Mikrophon hervortrat und einen neuen Song vortrug, der laut Bungers Aussage noch nicht einmal einen Titel hat. Die neue Rolle als gut gelaunter Entertainer am Bühnenrand war ihm sichtlich ungewohnt und mein Freund meinte "Man merkt, dass er sich immer wieder umsieht und fragt, was die Leute darüber denken, dass er plötzlich Coldplay ist!" Nach dem Song erklärte Enno Bunger, er habe einmal ein Lied über gute Laune schreiben wollen. "Aber dafür seid ihr ja nicht hier!"


Also ging es weiter mit den Trennungsliedern der aktuellen Platte "Wir sind vorbei". Die in der Baumhain-Halle dargebotenen Songversionen waren insgesamt häufig länger als gewohnt ("Roter Faden", "Herzschlag") und hatten ausgedehnte Instrumentalteile. Sonst wurde auch wenig gesagt, denn, das erfuhren wir nach "Herzschlag", die Begleitband sei zu gut und auch zu teuer, um sie nicht ausgiebig zu nutzen. Als zusätzliche Musikerin war die Keyboarderin der Band Joco dabei, deren Sängerin jubelnd im Publikum saß beziehungsweise beim dritten Song mitsang.

Was mich allerdings überraschte, war die Aussage, "Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung" sei auf dem Album ein Duett mit Festival-Headliner Alin Coen, diese sei aber gerade zu müde, um ihren Part zu singen. Da muss ich noch einmal nachhören. Nach "Blockaden" und einem weiteren neuen Song folgte zuletzt "Regen", mit dem Enno möglicherweise das nun draußen beginnende Unwetter herbei gesungen hat.


Ach ja, und nachdem ich mich schon fast damit abgefunden hatte, dass das Konzert ganz ohne Kalauer ablief, kam doch noch einer: "Ich bin dann anschließend am Merchandise, da gibt's auch Jutebeutel, falls das in Euer BEUTELschema passt." Ging doch, Enno!

Setliste:

Am Ende des Tunnels
Die Flucht
(Neu)
Leeres Boot
Roter Faden
Herzschlag
Ich möchte noch bleiben, die Nacht ist noch jung
Blockaden
Scheitern
Regen


Selbige Beutel, also die seiner eigenen Band, pries der We Invented Paris-Sänger Flavian beim anschließenden Auftritt ebenfalls an, allerdings sprach er als Schweizer von "Hipstertäschli". Auch sehr schön.

Die Gruppe hatten wir erst im April in Wiesbaden gesehen, weshalb auch sofort auffiel, dass dieses Mal ein anderer Gitarrist mit von der Partie war, Bruce Klöti war heute nicht zu sehen, stattdessen war Matthias Rückert dabei. Soweit ich Wikipedia verstehe, hat die Band, die in Wirklichkeit ein Künstlerkollektiv ist, aber ohnehin ein wechselndes Lineup, also war das wahrscheinlich völlig normal.


Begrüßt wurden wir zunächst auf Schweizerdeutsch, in verständlicherer Aussprache teilte uns Flavian dann mit, es handele sich zwar um ein bestuhltes Konzert, es seit aber durchaus auch erlaubt, von den Stühlen aufzustehen und zu tanzen. Das erfolgte von Anfang an, wenn auch zunächst eher vereinzelt. Ausgerechnet vor dem in meinen Augen gar nicht sonderlich tanzgeeigneten "Philosopher" folgte dann nochmals die Aufforderung, zu diesem Lied aber nun wirklich zu tanzen, was dann auch von allen umgesetzt wurde.


Viele "Konzertabschnitte" kannte ich bereits aus Wiesbaden, etwa den Konzertauftakt, bei dem Gitarrist und Bassist auf Holzkisten trommelten, Flavians Geschichte über die früheren Wohnzimmerkonzerte, Luftballons (die diesmal allerdings, passend zur Seebühnenregatta, Wasserbälle waren), die das Publikum während "Bubbletrees" in der Luft halten sollte (was sich ein weiteres Mal als ziemlich stressig erwies und den Spaß am Lied ein wenig nahm) sowie das von Flavian allein im Publikum und zum Akkordeon vorgetragene "Requiem".

Trotz der Wiederholungen ein schönes Konzert mit einer offenbar sehr motivierten Band, und als Matthias beim Schluss-Song "More" plötzlich hinter der Bühne eine riesiges Behältnis holte, um darauf herum zu hüpfen und wie wild an diversen Effektgeräten zu drehen, hatte ich auch etwas mir Neues von We Invented Paris gesehen.


Setliste:

Sleeptalker
Auguste Piccard
A View That Almost Kills
Philosopher
Polar bears
Bubbletrees
Bohème
Requiem Mitte
Mont Blanc
Everyone knows
Farmer
Iceberg
Nothing to say
More


Alin Coen & Band mussten wir angesichts einer bevorstehenden langen Rückfahrt ausfallen lassen, nach einem kurzen Besuch bei den Pinguinen verließen wir den Park und kurz darauf auch Mannheim - nicht, ohne anhand zahlreicher in der Zwischenzeit sturmbedingt herabgefallener Äste die Entscheidung, nur zwei Künstler draußen spielen zu lassen, gut zu heißen. Auch ohne den Headliner gesehen zu haben, konnten wir hinsichtlich der ersten Seebühnenregatta ein positives Fazit ziehen: Ein wirklich sehr angenehmer Festivalort, dem zusätzlich zum guten Lineup und dem angenehmen Preis-Leistungs-Verhältnis (ein Ticket kostete an der Tageskasse 25 Euro) im kommenden Jahr auch besseres Wetter zu wünschen wäre!

Links:

- aus unserem Archiv:
- 1. Seebühnenregatta - Bericht von Gudrun, dort sind etliche Berichte zu den Einzelkünstlern und sogar Tourdaten verlinkt.

Bilder: Dirk von Platten vor Gericht





Dienstag, 12. August 2014

1. Seebühnenregatta, Mannheim, 10.08.14

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1. Seebühnenregatta - Meine Konzerte:
  L'Aupaire (50 min)
  Inah (30 min)
  Spaceman Spiff (50 min)
  Enno Bunger (60 min)
  Spaceman Spiff (akustisch, 15 min)
  We invented Paris (60 min)
  Lucid (30 min)
  Alin Coen Band (75 min)

Ort: Luisenpark in Mannheim
Datum:  10. August 2014
Zuschauer: knapp 700


Dieser Bericht wird wohl länglich. Deshalb beherzige ich heute den Ratschlag meines akademischen Lehrers: Das Hauptresultat gehört in die Einleitung - sonst liest das niemand.  Also mein Fazit vorab: Bitte unbedingt eine Zweite Seebühnenregatta planen! 

Für mich sah die Idee von Anfang an super aus: An einem Sommersonntagnachmittag Konzerte an einem bezaubernden Ort anbieten. Gut erreichbar, mit anderen Aktivitäten kombinierbar und so, dass man keinen zu großen Kredit am Montag nehmen muss. Die avisierten Bands waren auch ganz nach meinem Geschmack und so war ich voll hoher Erwartungen. 



Dem schönen Plan stellten sich zwei echte Probleme in den Weg. Die Bahnverbindung nach Mannheim ist gekappt - das ließ sich aber zum Glück durch eine Fahrgemeinschaft beheben. Doch die Gewitterfront konnten wir leider nicht mit guter Laune und bester Musik um Mannheim herumlotsen. In gewisser Weise war es süß und sauer zugleich, mit L'Aupaire und Inah auf der wunderschönen Seebühne zu beginnen und ihren Charme dann anschließend um so mehr zu vermissen im zwar wasserdichten aber doch profanen Quartier der Festhalle Baumhain. Es erwies sich als die absolut richtige Entscheidung, denn später gingen gleich mehrere und ausdauernde Regengüsse auf Mannheim und den Luisenpark hernieder, was uns aber in der Halle egal sein konnte.



Es waren schon zum 15:00 Uhr Termin mit L'Aupaire genug Menschen erschienen, um den überdachten Bereich der Seebühne als besetzt zu empfinden. Die Atmosphäre war locker und entspannt. Auf Picknickdecken wurden um den kleinen See zwischen Bühne und Zuschauerraum noch Plätze hinzudefiniert und immer wieder schweifte mein Blick zu den hinter der Bühne kreuzenden kleinen gelben Booten, von denen einige erstaunte Blicke das Geschehen zu deuten versuchten und in den kostenlosen, wenngleich kurzen Genuss von richtig guter Musik kamen.



L'Aupaire hatten sichtlich Spaß an der Art des Auftritts und spielten die Stimmung spiegelnd sehr entspannt und sommerlich auf. Mir hatten sie ja schon als Vorband von We invented Paris im Februar richtig gut gefallen und auch beim Maifeld im Parcour d'Amour. So gab es keine große Überraschung, aber gute musikalische Kost auf gewohnt hohem Niveau. 




Überraschend war dann schon der Auftritt von Inah. Mit ihrer Gitarre zog sie das Auditorium in den Bann und nur ein Teil des Publikums wagte es, nach etwa 15 min schon in die Halle umzuziehen, um sich dort gute Plätze zu sichern. Die meisten blieben bis zum letzten Lied und spendeten ordentlich (verdienten) Applaus. Eine präsente Stimme und solide Lieder waren wie gemacht für diesen Zwischenslot. Das war in meinen Augen eine sehr gute Idee der Veranstalter gewesen. 


Inah sucht noch Bandkolleg_en in Mannheim - vielleicht hat ja wer Lust, der das hier liest!

Setlist Inah:
01: Dear Mom
02: Felsenfest
03: Breath
04: Alles Gute
05: Paradise
06: Beautiful
07: Trumpets for Anna



Ich war sehr gespannt auf Spaceman Spiff - es war sozusagen meine zweite Chance. Denn beim Maifeld war ich erst sehr spät in den Zugabenteil gestolpert und doch etwas überrascht, wie aufgeheizt die Stimmung war, wo doch "nur" ein Mann mit Gitarre seine Lieder zum besten gab. Diesmal konnte ich von Anfang an dabeisein und im Unterschied zu unserem halb verfehlten Treffen im Mai gab es ein Trio auf der Bühne (Überraschung!) und Unterstützung an Schlagzeug und Cello. Das tat den Songs im Großen und Ganzen gut. Besonders das Cello fand ich toll! Es machte dem Sänger auch sichtlich Spaß (was ja als Publikum auch immer nett zu sehen ist). Mein privater Höhepunkt des Sets war vielleicht Photonenkanonen, wobei es schwer ist, besonderes heraus zu greifen, weil mindestens 3/4 der Songs echte Knüller sind.




Als Ersatzmann mit einem Akustikset im Foyer wenig später (die vorgesehene Frau war wohl ausgefallen - ich habe nicht nachgefragt) bewies der Spaceman auch noch, dass er uns auch nur mit Gitarre locker um den kleinen Finger wickelt. Dort hat man ihn auch gut verstanden. Leider war das in der Halle ein Problem, denn der Sound war bis in die Mitte des Sets ziemlich spacig und man hat auch die relativ deutlichen Ansagen fast nicht verstehen können. Das besserte sich, war aber für den ganzen Abend in der Halle nicht wirklich optimal. Ebenso war es einfach furchtbar, wie sehr man von den Scheinwerfern geblendet wurde. Ich verstehe ehrlich nicht, was der Hintergrund für diese Art der Beleuchtung war.





Setlist Spaceman Spiff
01: Vorwärts ist keine Richtung
02: Ab heute immer jetzt
03: Milchglas
04: Photonenkanonen
05: Egal
06: Hamburg
07: Schnee
08: Teesatz
09: Mind the gap
10: Yellow brick road
11: Straßen 



Währen Enno Bunger auf der Bühne aufbaute, hatte ich Kolleg_en getroffen und wir frotzelten ein bisschen, ob es wohl heute noch eine witzige Ansage geben könnte, die wir nicht kennen (man sehe sich nur die ausführliche Liste der Berichte an und versteht, was wir damit meinten - wir lieben ihn ja heiß und innig - sonst würden wir auch nicht immer wiederkommen). 



Aber diese Überlegungen erwiesen im Anschluss als einigermaßen absurd, denn es kam tatsächlich ganz anders. Es gab fast keine Ansage, dafür Enno Bunger mit Großem Ensemble. Wir hatten über dem Schwatzen nicht genau verfolgt, was da auf der Bühne alles aufgefahren wurde. Zwei Pianos, Gitarren und Schlagzeug - alles nicht zu knapp. Im Set spielten sie meist zu fünft auf, für einige Songs waren sieben Personen auf der Bühne (leider Onno viel zu kurz...). Das verlieh den gewohnten Liedern einen ganz neuen und wirklich überraschenden Glanz und es war eine richtig tolle und komplett gelungene Überraschung. Vielleicht in dieser Beziehung mein Lieblingsset des Abends voller Euphorie und mich komplett in seinen Bann ziehend. 



Und es war so wunderbar, Enno Bunger so dermaßen strahlen und total abgehen zu sehen!



Dem Auftritt der Pariserfinder hatte ich mit der größten Freude und Erwartung entgegengesehen. Er wurde vom Publikum auch ordentlich gefeiert. Nach nur wenigen Lieder standen alle und tanzten und später wurde auch mit den Bällen gespielt und geklatscht und für den Part in der Mitte des Publikums (zum Song Requiem) ganz andächtig gelauscht. Ich hatte den Eindruck, dass nicht wenige den Auftritt als Höhepunkt empfanden.




Für mich war er das leider nicht. Es war viel zu laut - ich brauchte Hörschutz (nur für dieses Set) und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ein Déjà-vu zu erleben. Genau das gleiche Konzert hatte ich im Februar in der Alten Feuerwache erlebt (die Setliste leicht variiert aber im Kern gleich). Und das fühlte sich total seltsam an. So als würden die Jungs nur ihr Programm aus der Retorte abspulen mit einstudierten Worten, Tänzen und Witzen und wären in Gedanken schon wieder woanders und als würden sie auch nach anderem Publikum suchen als noch zu Zeiten der TV-Noir-Tour, wo ich sie als so geerdet und wunderbar spontan erlebt und ins Herz geschlossen hatte.  



Setlist We invented Paris
01: Sleeptalker
02: Auguste Piccard
03: A view that almost kills
04: Philosopher
05: Polar Bears
06: Bubbletrees
07: Bohème
08: Requiem
09: Mont Blanc
10: Everyone Knows
11: Farmer
12: Iceberg
13: Nothing to say
14: More


Die Umbaupause zu Alin Coen und ihrer Band wurde im Foyer von Lucid gefüllt und brachte mir damit noch einmal ein wunderbares und zauberhaftes Geschenk. Was für wunderbare und ans Herz gehende Musik! Eine wahre Entdeckung.


Leider begann im Saal schon das erste Stück von Alin Coen während wir noch das schönste Stück im Set von Lucid zu Ende hörten und ich konnte gar nicht mehr die CD mit heim nehmen. 

Setlist Lucid
01 Mr Y
02 Tuesday Walz
03 Wave
04 Sailboat
05 Berlin
06 Scripted Reality
07 Beautiful Mind 



Alin Coen war ein perfekter Abschluss für diesen Nachmittag und Abend voller Herzensmusik für mich. Sie und ihre Band spielten wunderbar lebendig und da-seiend auf und es war einfach nur eine Freude, sie von Song zu Song vorangehen zu sehen und ihr bereitwillig zu folgen. 


In den Ansagen merkte man ihr an, dass ihr wichtig war, was sie sagte und sie zeigte sich tagesaktuell mit der Empfehlung eines Artikels  über die Wege von Elektroschrott in der ZEIT-Ausgabe des Wochenendes. Es gab einige der mir so lieb gewordenen Lieder wie A No is a No, Wolken, Hol mich ein, Ich war hier und im Zugabenteil schließlich auch Alles was ich hab


Es war wunderwunderbar und wir gingen mit einem Alles was ich hab auf den Lippen in die Nacht und bewunderten den besoffen am Himmel hängenden Mond. Ein Abend voll toller Musik mit vielen sehr netten und überraschenden Begegnungen ging zu Ende und es blieb tatsächlich nur ein wichtiger Wunsch übrig: bitte noch einmal versuchen  - vielleicht klappt es ja dann mit der Seebühne?!
 
Setlist Alin Coen
01: Wer bist Du?
02: Hold
03: All it takes
04: High Expectations
05: A no is a no
06: Disconnected
07: Rifles
08: Wolken
09: Kein Weg zurück
10: The Ones
11: Einer will immer mehr
12: Hol mich ein
13: Ich war hier

14: Festhalten (Z, solo)
15: Alles was ich hab (Z)
16: Das letzte Lied (Z) 



Tourdaten 
L'Aupaire
28.10. Frankfurt am Main Ponyhof
30.10. Gießen Ulenspiegel
31.10. Augsburg Grand Hotel
01.11. Berlin Bang Bang
03.11. Hamburg Kleiner Donner
05.11. München Milla
06.11. Mannheim Forum
07.11. Zürich Bar Rossi
08.11. Stuttgart POPNOTPOP Clubfestival


Spaceman Spiff:
15.08. Bad Kissingen - Schmuckhofserenade (trio)
21.08. Berlin - Sommerloft
22.08. Königswusterhausen - Bergfunk Open air
23.08. Oldenburg - Freifeld Festival
18.11. Düsseldorf - Forum Freies Theater (solo)
19.11. Ulm - Roxy (solo)
20.11. Graz - Autumn leaves festival (solo)
21.11. Insbruck - Die Bäckerei (solo)


Enno Bunger:
23.08. Stuttgart - Merlin Klinke Festival
13.09. Neustadt a Rbge - Schloss Landestrost (solo)




We invented Paris:
22.08. Brandenburg Bergfunk Open Air 2014
23.08. Hannover Internationaler Feuerwerkswettbewerb
06.09. Basel Binningen
24.10. Harmonie Bonn
18.11. Kantine Augsburg
19.11. Centralstation Darmstadt
20.11. Hotel Shanghai Essen
21.11. Kulturetage Oldenburg


Alin Coen:
03.09. Düsseldorf, Treibgut
05.09. Leipzig, Parkbühne Clara Zetkin Park
06.09. Dresden, Saloppe




Aus unserem Archiv:
Seebühnenregatta-Bericht von U.
L'Aupaire und Spaceman Spiff, Mannheim, 31.05.14 
Spaceman Spiff, Mannheim, 31.05.14
L'Aupaire und We invented Paris, Mannheim, 19.02.14
Spaceman Spiff, Stuttgart, 04.06.13
Enno Bunger, Frankfurt, 11.11.13
Enno Bunger, Mannheim, 31.05.13
Enno Bunger, Offenbach, 09.05.13
Enno Bunger, Stuttgart, 19.03.13
Enno Bunger, Karlsruhe, 31.01.13
Enno Bunger, Darmstadt, 27.01.13 

We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Mannheim, 19.05.12

Alin Coen Band, Karlsruhe, 04.07.13
Alin Coen Band, Karlsruhe, 19.09.12  





Samstag, 3. Mai 2014

We Invented Paris, Wiesbaden, 24.04.14

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Konzert: We Invented Paris
Ort: Schlachthof, Wiesbaden (Räucherkammer)
Datum: 24.04.2014
Dauer: 85 Minuten
Zuschauer: ca. 120



We Invented Paris ist eine Band, deren Bekanntheit und Erfolg ich nicht so recht einschätzen kann. Ich sah die jungen Schweizer erstmalig beim Maifeld Deby 2012, mittlerweile ist schon ein zweites Album erschienen. Der Schlachthof hatte ihnen als Konzertsaal die kleine "Räucherkammer" zugedacht, was nicht dafür sprach, dass mit gewaltigem Andrang gerechnet wurde. Der kleine Saal füllte sich dann immerhin bis zum Auftritt der Vorband Abel & Cain recht ordentlich. Zu besagter Vorband habe ich wenig zu sagen, ihre Musik erschien mir belanglos und das Publikum geradezu übertrieben freundlich gesinnt - obwohl von Begeisterung wenig zu spüren war, kam man den Jubelaufforderungen des Sängers höflich nach und posierte bereitwillig mit dem Tourmaskottchen, einem Weinkühler.



Als dann - leider erst gegen 22 Uhr - We Invented Paris die Bühne betraten, stieg die allgemeine Begeisterung deutlich an, und gerade in den ersten Reihen fanden sich zahlreiche textsichere junge Mädchen, die offensichtlich Sänger Flavian Graber ziemlich gerne mochten. Man kann also festhalten: We Invented Paris haben eine deutsche Fanbasis.

Was dann folgte, war neben einem Konzert auch so eine Art Medley aller Extras, die man in einem Konzert als Band auf einmal bringen kann: Nach "Sleeptalker", zu dem Gitarrist Bruce Klöti und Bassist Fabian Langer den Rhythmus auf Holzkisten schlugen, erzählte Sänger Flavian Gerber zu den folgenden Liedern einfach ein bisschen, etwa, über den schweizerischen Wissenschaftler Auguste Piccard aus dem gleichnamigen Lied, oder (vor "Mont Blanc") darüber, dass man als Promotion für das zweite Album "Rocket Spaceship Thing" in Karlsruhe Luftballons mit Postkarten aufsteigen ließ, deren Finder das Album umsonst bekommen sollten - und die sich sogar aus Schweden und Italien meldeten.



Zu "Bubbletrees" bekamen wir dann selbst Ballons, die massenhaft Richtung Publikum geworfen wurden und während des Songs in der Luft gehalten werden sollten, was auch sehr eifrig beherzigt wurde. In einem derart kleinen Raum führte das zu echtem Stress und einer Art Massentanz.

Nachdem uns vor "Bohème", dessen französischer Refrain mir seltsamerweise noch heute, drei Tage später, im positiven Sinne durchs Gehirn spukt - vielleicht, weil er so oft wiederholt und besonders eifrig mitgesungen wurde - erzählt worden war, dass We Invented Paris ihre Musik zu Beginn im Rahmen von Wohnzimmerkonzerten bekannt gemacht hatten, wurde es nach dem ebenfalls augelassenen "Philosopher" Zeit für eine weitere Abwechslung: Die Band verließ die Bühne, und Flavian gab in der Mitte des Raums und alleine, an einem Akkordeon, das er sich angeblich vor acht Jahren geliehen hatte, "Requiem" zum besten. Dafür hatten sich nahezu alle Zuschauer auf den Boden gesetzt.



Danach ging es zurück auf die Bühne, wo mit "Treeless", "Polar Bears", "Farmer" und "Iceberg" noch vier weitere Songs vorgetragen wurden, dann war aber natürlich noch nicht Schluss.

Mit "Zeppelins" kehrte die Band nochmals zurück auf die Bühne und spielte mit "Nothing to say" und "More" noch zwei weitere Songs, wobei das Quartett zu "More" zunächst gemeinsam das Schlagzeug bearbeitete und Flavian selbst im Publikum mittanzte. "More" wollte anschließend auch das Publikum und erklatschte einen weiteren Song, den We Invented Paris gemeinsam wieder in der Mitte des Raums a capella vortrugen, nämlich "Silence" - auch hier war der Name Programm, denn anschließend war endgültig Schluss - nicht ohne die Aufforderung, das neue Album am Merchandisestand zu kaufen, an dem es auch "so Hipsterkram" zu kaufen gebe, und herzlichen Dank an Soundmann, Vorband, Management und Publikum.

Insgesamt ein schöner Konzertabend mit einer freundlichen Band, der nur vielleicht allzuviel Abwechslung zwischen schnellem Abrocken auf der Bühne und a capella-Stücken aufwies.



Setliste We Invented Paris, Schlachthof, Wiesbaden:

01: Sleeptalker
02: A View That Almost Kills
03: Auguste Piccard
04: Everyone Knows
05: Dance On Water
06: Mont Blanc
07: Bubbletrees
08: Bohème
09: Philosopher
10: Requiem
11: Treeless
12: Polar Bears
13: Farmer
14: Iceberg

15: Zeppelins (Z)
16: Nothing To Say (Z)
17: More (Z)

18: Silence (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
We Invented Paris, Mannheim, 19.02.14
- We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
- We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
- We Invented Paris, Mannheim, 19.05.12

Bilder: Dirk von Platten vor Gericht




Freitag, 21. Februar 2014

We invented Paris, Mannheim, 19.02.14

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Konzert: We invented Paris mit Support L'Aupaire
Ort: Alte Feuerwache in Mannheim
Datum: 19. Februar 2014
Dauer: 30 min + 85 min
Zuschauer: 400-500


Won't you come and dance on water with me

Das habe ich schon seit fast zwei Wochen als Dauerohrwurm. Und natürlich bin ich dem musikalischen Charme von Flavian Graber willenlos erlegen. Keine Frage also, dass ich jederzeit Pfützen mit ihm leertanzen würde und voller Vorfreude nach Mannheim aufbrach, zumal die Alte Feuerwache dort ein für das Publikum sehr angenehmer Ort ist.


Als Vorprogramm hatte ein glückliches Händchen L'Aupaire gewählt. Ein noch recht junges Projekt des Gießener Multiinstrumentalisten Robert Laupert, der mit Jonathan Reiter an Drums (und einmal auch Melodica im Duett mit Trompete sehr witzig vermischt) und Karsten Brudy an Pedalsteel, Trompete und E-Gitarre die ganze Tour von We invented Paris begleitet. Das Projekt hatte seinen ersten Auftritt ausgerechnet im Karlsruher Tollhaus (31. 10. 2013 als Support für Johannes Falk).



Die Songs wurden hymnisch und warm präsentiert. Die manchmal regelrecht schmutzige Stimme von Robert Lauper stand im Mittelpunkt und die Verwendung der Steelgitarre gab allem eine erdige Note. Das Schlagzeug wurde für meinen Geschmack wunderbar dezent eingesetzt, sodass es ein filigranes Netz um die Songs webte. Alles in allem für mich eine schöne halbe Stunde, wenngleich ich vom relativ lauten Geräuschpegel der ungeniert bis ganz vorn schwatzenden Leute etwas abgelenkt war.

Setlist:
1: Keep on steppin' boy
2: Rollercoaster Girl
3: Start all over again
4: Good old fashioned
5: Hold on
6: Always travelling 

Hier entlang zu einem Konzertbericht aus Berlin


Gespannt war ich natürlich nun auf die Pariserfinder - der Umbau ging superfix vor unser aller Augen vonstatten, aber dann passierte nix. Es wurde schon 21:15 Uhr und ich hibbelig - too many worries and little peace. Aber alles war vergessen, und my eyes wide open als es dann mit Sleeptalker (dem letzten Song des aktuellen Albums) endlich losging. Eigentlich ein stiller Song, eröffnet durch einen treibenden Rhythmus - auf Holzkisten geklopft, der sich schließlich in einen irgendwie erlösenden und tröstlichen Refrain auflöste If you're not asleep at least you should be dreaming.


Tänzerisch und mit Tempo präsentierten uns We invented Paris als nächstes einen Hit vom ersten Album und auch Auguste Piccard trieb uns mit stampendem Beat und Gitarrenläufen vor sich her. Alle Ängste of wasting our lifes für mich an diesem Abend ausgeräumt. Selbst das eigentlich im Text harsche Everyone Knows so fröhlich beim zuhören.


Spätestens beim Song Mont Blanc It's time to feel my own heartbeat. Ich habe bis dahin schon so viel getanzt und so viele Emotionen durchlebt - ordentlich Arbeit für mein Herz. Beim altvertrauten  Bubbletrees darf es noch einmal fliegen wie es nur die erste Liebe (und die Erinnerung daran) schenkt. Bei jedem Wiederhören klappt das; und auch der Zauber von Bohème wird sich wohl nicht verlieren:

Bohème, je t'aime
Bohème, je t'aime
C'est toujours la même chose
On va chanter des chansons d'amour
On va danser jusqu'a la nuit  

 

Was sollte ich dazu sagen - außer es aus vollem Herzen mitzusingen?! Philosopher begann anschließend mit geklatschtem Rhythmus und blieb bei der Einladung sing your song, dance all night long. Nichts lieber als das! Doch die Runde für die tanzwütigen Konzertbesucher wurde an dieser Stelle unterbrochen und der magischste Moment des Abends entstand als sich Flavian mitten ins Publikum setzte für Requiem. Alle fixiert auf diesen Punkt in der Mitte, diese Lichtgestalt, perfekte Ruhe und Mitgefühl für einen traurigen Abschied.

 
Die Reihe der neuen Songs wurde anschließend auf der Bühne weitergeführt und mit Polarbear gab es wieder einen Rhythmus zum klatschen und ordentlich in die Füße gehende Beats.  Als Schlusslied durfte sich noch einmal Iceberg vom Debut in den Ablauf schieben. Natürlich gab es von Anfang an in der recht vollen Feuerwache ordentlich Applaus und sonstige Anteilnahme am Programm. Hier waren viele Fans versammelt und sicher auch so einige Aktionäre. Und so war eigentlich klar, dass dies noch nicht das Ende des Abends sein würde.


Der Zugabenteil nahm mit Zeppelin den Faden noch einmal etwas nachdenklich auf, aber spätestens bei Nothing to say wurde der Rhythmusteppich schließlich zu einer wahren Hexenaustreibung und auch More setzte diese aufgewühlte Stimmung fort. 


Richtig ergreifend wurde es aber im allerallerletzten Zugabenteil, als die ganze Band akustisch in der Mitte des Publikums stehend Silence zelebrierte. Ganz bei sich und ganz bei uns. Der Moment Standing here Watching this hour fading der absoluten Ruhe - das sind die Momente, für die ich diese Band weiter heiß und innig lieben werde.




Setlist:
1: Sleeptalker (RSS)
2: A view that almost kills (WIP)
3: Auguste Piccard (RSS)
4: Everyone Knows (RSS)
5: Dance on Water (RSS)
6: Mont Blanc (RSS)
7: Bubbletrees (WIP)
8: Bohème (WIP)
9: Philosopher (RSS)
10: Requiem (RSS)
11: Treeless (RSS)
12: Polar Bears (RSS)
13: Farmer (RSS)
14: Iceberg (WIP)

15: Zeppelins (RSS) (Z)
16: Nothing to say (WIP) (Z)
17: More (WIP) (Z)

18: Silence (WIP) (Z)

RSS: Rocket spaceship Thing (2014)
WIP: We invented Paris (2011)



weitere Konzerte:

21.02. Köln  Luxor
22.02. Hannover  Pavillon
24.02. Berlin  Bi Nuu
27.02. Leipzig  Werk2
28.02  Jena - Cafe Wagner
01.03. Ulm - ROXY


Aus unserem Archiv:
We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Rüsselsheim, 20.07.12
We Invented Paris, Mannheim, 19.05.12 

 

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