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Sonntag, 23. Juni 2024

The Cardigans & Shout Out Louds, Mannheim, 22.06.24

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Konzert: The Cardigans & Shout Out Louds
Ort: Maimarktgelände Mannheim (Zeltfestival Rhein-Neckar)
Datum: 22.06.2024
Dauer: The Cardigans 90 min, Shout Out Louds knapp 65 min
Zuschauer: rund 1.800



Sollte ich irgendwann größenwahnsinnig werden und ein Buch über mein Leben schreiben, wird es "A life more or less ordinary" nach dem fast gleichnamigen Film mit Cameron Diaz und Ewan McGregor heißen, das steht schon ewig fest. A life less ordinary erschien 1997 und war (damals) fantastisch. Da ich ihn seit mindestens 20 Jahren nicht gesehen habe, erinnere ich mich an wenig und weiß nicht, wie gut er gealtert ist. Ich erinnere mich aber an die Musik, an den Titelsong von Ash und an die Cardigans.

Da ich in den 90er Jahren kaum Konzerte gesehen habe, hatte ich mir nie Hoffnungen gemacht, die Cardigans irgendwann einmal live zu sehen. Am nächsten kam ich dem vor einigen Jahren, als Nina Perssons Seitenprojekt A Camp in Köln spielte. Was für ein Glücksgriff, dass das Team des Maifeld Derbys in Mannheim die Schweden für ihre Zugaberunde, das Zeltfestival Rhein-Neckar buchten! Mein Glück komplett machte die Bestätigung der Shout Out Louds.


Im April waren die Shout Out Louds Headliner unseres Cologne Popfests. Dort spielten sie ihr wundervolles erstes Album Howl Howl Gaff Gaff komplett. Wir hatten schon vor Jahren versucht, die Band fürs Popfest zu buchen, waren aber auch schon da größenwahnsinnig ( -> A life more or less ordinary...). Als wir es für 2024 versuchten, war das trotz des größeren Saals auch erst noch vollkommen unrealistisch. Unsere Anfrage hatte die Band aber auf die Idee gebracht, eine kleine Jubiläumstour zur ersten Platte zu machen. Wir waren wieder im Spiel. Bis zum Popfest-Freitag mussten wir uns unzählige Male kneifen, ob die Band wirklich auf unserer Bühne stehen würde. Das Popfest-Konzert war wohl toll, ich aber viel zu hibbelig, um davon etwas mitzubekommen. Wie gut, dass es das Maifeld-Derby in Mannheim gibt!


Die erste Band des Abends, Telquist aus München, hatte ich verpasst. Mein Programm begann mit den Shout Out Louds aber auch schon um 18:30 Uhr. Anders als in Köln war nicht mehr der ursprüngliche Schlagzeuger der Band mit dabei. Für die ersten Termine wurde Eric Edman reaktiviert, diesmal war ein anderer Musiker dabei. Auch Keyboarderin Bebban Stenborg fehlte. Ihren Job übernahm Jennie Abrahamson (die 2012 bis 2014 Peter Gabriel auf dessen Welttour supportet hatte). 


Gleich war der Aufbau des Konzerts: im Mittelpunkt stand Howl Howl Gaff Gaff - von The comeback bis Seagull, gefolgt von den beiden späteren Hits Impossible und Tonight I have to leave it. 

Die Shout Out Louds schienen großen Spaß zu haben. Natürlich merkten sie auch, daß sie nicht bloß Vorgruppe waren. Überall wurde mitgesungen, in den ersten Reihen Konfetti geschmissen (Du hast nicht gekehrt, Jochen!). Hinterher war der Merchstand geplündert, die Platte ausverkauft. 

Puh, jetzt weiß ich noch mehr, was ich beim Popfest verpasst habe. Was für eine tolle Band (wusste ich vorher) und was für eine toll gealterte Platte (auch)!

Setlist Shout Out Louds, Zeltfestival Rhein-Neckar, Mannheim:

01: The comeback
02: Very loud
03: Oh, sweetheart
04: A track and a train
05: Go sadness
06: Please please please
07: 100°
08: There's nothing
09: Hurry up let's go
10: Shut your eyes
11: Seagull

12: Impossible
13: Tonight I have to leave it


Rund ums Zirkuszelt gab es die Ess-, Waffel- und Getränkestände vom Maifeld Derby, perfekt! Auch der Zeitplan war gut durchdacht. Weil das Konzert der Cardigans das einzige in Deutschland war, reisten dafür natürlich Leute weit an. Denen noch die Chance zu bieten, zeitig wegzukommen, ist eine von so vielen Annehmlichkeiten, die belegen, dass die Derby-Macher um Timo Kumpf es ihren Gästen angenehm machen wollen. In Deutschland ja leider alles andere als Standard.


Die Cardigans kamen um kurz nach acht auf die Bühne. Ich hatte keine Vorstellung, wie die anderen Bandmitglieder aussehen würden. Ich wusste, dass eines der verbleibenden Gründungsmitglieder einen Metal-Hintergrund hat und war überzeugt, dass das der Gitarrist mit dem umgekehrten Kreuz-Ohrring sein würde (Oskar Humlebo). Falsch. Der Bassist mit dem bunten Hemd und der Ähnlichkeit zu den Camera-Obscura-Männern war es (Magnus Sveningsson).


Die rockige Herkunft hört man live immer mal wieder raus, im Mittelpunkt steht aber natürlich Nina Perssons Stimme. Die Frontfrau trug erst einen grasgrünen Hosenanzug mit großer weißer Schleife um den Hals. Später im Konzert zog sie sich um und trug einen Spitzenrock (nein, wir werden nie ein Modeblog werden). 


In das anderthalbstündige Konzert packten die Cardigans ganze 21 Lieder, darunter ihre unzähligen Hits. Ich muss gestehen, dass ich die Platten ewig nicht mehr gehört habe, trotzdem erkannte ich viel mehr als gedacht. Ach, es war toll. Wäre Popmusik doch heute noch so gut! 

Das Konzert hätte ein viel größeres Publikum verdient, verdammt! Die Cardigans waren ewig nicht mehr in Deutschland und sind es vielleicht auch eine Weile nicht mehr. Dieses tolle Konzert zu verpassen, wäre wirklich dämlich gewesen. 

Auch die Cardigans spielten ohne Zugaben. Stattdessen liefen nach My favorite game über die beiden Leinwände "end credits", bei der neben den Bandmitgliedern auch alle anderen Teile des Teams genannt wurden, inklusive Stylistin und Fahrer. Alles in Schriftart "Cardigans", auch das stand dort. Wie liebevoll und wie repräsentativ für dieses Konzertereignis!

Setlist The Cardigans, Zeltfestival Rhein-Neckar, Mannheim:

01: Losing a friend
02: Step on me
03: Erase / rewind
04: Communication
05: And then you kissed me
06: Slow
07: For what it's worth
08: Happy meal
09: Carnival
10: Marvel Hill
11: Junk of the hearts
12: Live and learn
13: You're the storm
14: Feathers and down
15: Good morning Joan
16: Hanging around
17: Give me your eyes
18: Higher
19: Lovefool
20: I need some fine wine and you, you need to be nicer
21: My favorite game


Links:

- aus unserem Archiv:
- Shout Out Louds, Paris, 03.04.13 
- Shout Out Louds, Frankfurt, 26.03.13 
- Shout Out Louds, Wien, 22.10.10 
- Shout Out Louds, Köln, 20.08.10 
- Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10 
- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08 
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07 
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07
- A Camp, Paris, 26.04.09
- A Camp, Köln, 13.04.09


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Shout Out Louds, Mannheim, 01.10.13

2 Kommentare

Konzert: Shout Out Louds (& Empire Escape)
Ort. Alte Feuerwache, Mannheim
Datum: 01.10.2013
Dauer: Shout Out Louds 80 min, Empire Escape 35 min
Zuschauer: ca. 450



Die Shout Out Louds aus Stockholm sind eine dieser Gruppen, mit der man nun wirklich nichts falsch machen kann. Ich hatte die Band um den immer traurig guckenden Sänger Adam Olenius 2007 in Haldern lieben gelernt und danach noch ein paarmal gesehen und nie ein schlechtes Konzert erlebt. Trotzdem hätte ich die aktuelle Shout Out Louds Tour nicht unbedingt gesehen, weil ich die Schweden ein wenig aus den Augen verloren hatte und gerade nicht unter Konzertarmut leide. Als der Support bekannt gegeben wurde, änderte sich meine Planung: die hochspannenden Empire Escape aus Berlin wollte ich nämlich ganz dringend wiedersehen, je früher desto besser. So kam ich nach Mannheim.


In Mannheim entsteht rund um das Maifeld Derby eine Musik- und Konzertszene, deren neuestes Kind der Derby Herbst ist. Der Abend mit den Shout Out Louds war die Eröffnungsveranstaltung dieser Reihe in der Alten Feuerwache. Ich wollte als Kind nie Feuerwehrmann werden, hätte ich diese Feuerwache schon gekannt, hätte ich vielleicht diesen Berufswunsch gehabt (statt Zöllner). Der große Saal, der früher die Garage war (oder wie auch immer man das nennt), ist einer der schönsten Konzerträume, die ich kenne. Alleine dafür hatte sich die Tour gelohnt. Als Zuschauer steht man an der Stelle, an der früher die Löschzüge auf Einsätze warteten, die Ausfahrttore an der rechten Außenwand sind noch vorhanden. Großartig!

Großartig ist ein schöner Übergang... Denn das beschreibt die Musik von Empire Escape auch sehr gut. Die Berliner Band hat Mitte September ihr Debüt Colours veröffentlicht und ist für mich die zur Zeit spannendste deutsche Band. Als ich Silhouettes zum ersten Mal gehört habe, war mein erster Gedanke, daß das Lied auch den Editors gut stünde. Als dann deren Album erschien, tat mir der Vergleich leid, weil die Engländer sich aus meiner Gunst gespielt hatten und ich ein so tolles Lied wie Silhouettes nun wirklich nicht mit den flachen neuen Stücken der Editors vergleichen wollte. Mittlerweile - nachdem ich auch die vor ein paar Tagen noch einmal atemberaubend gut erlebt habe - sehe ich vielmehr Gemeinsamkeiten mit Motorama beispielsweise. Dieser sagenhafte Melodienreichtum, die düsteren - aber nicht zu dunklen Lieder, die tiefe Stimme des Sängers - die Stücke machen mir kaum weniger Spaß als die der Russen. Es war also nur konsequent, daß mich auch Empire Escape live begeistert haben!

Empire Escape sind Sänger und Gitarrist Hendrik Schäfer, Gitarrist Julius Rothlaender, Bassist Ihno Homma, Schlagzeuger Michael Jobs und Live-Keyboarderin Katja Hubrich. Alle fünf trugen einheitlich schwarze Kleidung mit goldenen Quer- oder Längsstreifen. 


Das Konzert begann mit Oui vom Debüt-Album und mit vielen wunderbaren Gitarren! Besonders gut gefiel mir aber auch etwas, auf das ich sonst wenig achte: das energische Schlagzeugspiel. Der perfekt ausgemischte Sound rundete dies ab. Beim großen Hit Silhouettes danach wirkte das Schlagzeug noch wuchtiger, nicht dumpf oder nur laut, wuchtig. Das Stück ist aber ohnehin hervorragend und für mich eines der Lieder des Jahres.


Bei New York movie fiel mir erstmals die zweite Stimme von Gitarrist Julius auf, auch das ein fabelhaftes Element (wenn jetzt auch noch die Keyboarderin singen würde, wäre mein Glück vermutlich perfekt). Auch beim zweiten großen Hit The chemistry of colours sang Julius eine Zweitstimme. New York movie endete übrigens mit mogwaischen Gitarren. 

Vor Feathers sprang Hendrik ins Publikum, um eine CD zu verschenken. Sie machten das bei jedem Konzert. Beim ersten Auftritt, als sie noch nichts Eigenes hatten, bekam ein Glückspilz eine Roxette-Platte...

Als vorletztes spielten Empire Escape ein neues Stück (A sip of beauty), bei dem Sänger Hendrik plötzlich ausbrach und schrie! Wenn eine Band kurz nach der Veröffentlichung des Debüts live solche Perlen auspacken kann, ist das enorm velversprechend.

Bis dahin war das Konzert von vielen Gitarren und von einiger Lautstärke beherrscht. Das letzte Stück The past is a strange place fiel im Vergleich dazu aus der Reihe. Julius setzte sich ans Klavier, Keyboarderin Katja und Bassist Ihno stellten sich mit Handglockenspielen auf dessen Platz und spielten Doppelglockenspiel bei diesem ruhigen Abschlußsong. Er war ganz anders als der Rest, er war aber keinen Deut schlechter. Zwei Glockenspiele! Zwei!


Ein rundum großartiges Konzert! Wenn ich so besonders begeistert von einer Band bin, die noch zu wenige kenne, frage ich mich oft, ob ich hier richtig liege. Bei Empire Escape habe ich diese Zweifel wirklich nicht. Der Applaus der Leute um mich rum in der Feuerwache gab mir da recht. Ihr könntet das bitte auch überprüfen: seht euch Empire Escape bei ihrer Tour an, die Termine stehen unten!

Setlist Empire Escape, Alte Feuerwache, Mannheim:

01: Oui
02: Silhouettes
03: New York movie
04: Divine
05: Feathers
06: The chemistry of colours
07: A sip of beauty
08: The past is a strange place

Bericht Shout Out Louds folgt!

Setlist Shout Out Louds, Alte Feuerwache, Mannheim:

01: Sugar
02: Fall hard
03: Walking in your footsteps
04: Parents living room
05: Normandie
06: 14th July
07: Impossible
08: Very loud
09: Chasing the sinking sun
10: Hermila
11: Tonight I have to leave it

12: Walls (Z)
13: Please please please (Z)

14: Go sadness (Z)



Links:

- aus unserem Archiv:
- Shout Out Louds, Wien, 22.10.10
- Shout Out Louds, Köln, 20.08.10
- Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10
- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07 
- Empire Escape, Köln, 16.09.12

Tourdaten Shout Out Louds mit Empire Escape:

02.10.13: Stuttgart, Wagenhallen  03.10.13: CH-Aarau, KiFF
04.10.13: AT-Graz, PPC
05.10.13: AT-Linz, Posthof

Tourdaten Empire Escape:

10.10.13: Oberhausen, Druckluft 
11.10.13: Münster, Eule 
12.10.13: Dortmund, Subrosa 
13.10.13: Offenbach, Hafen 2 
14.10.13: Hannover, Kulturpalast Linden 
15.10.13: Göttingen, Pools 
16.10.13: Oldenburg, Polyester 
17.10.13: Hamburg, Astra Stube 
18.10.13: Kiel, Die Pumpe 
19.10.13: Lübeck, Tonfink 
21.10.13: Halle, Goldene Rose 
22.10.13: Mainz, Schon Schön 
23.10.13: Ilmenau, BD Club 
24.10.13: Berlin, Privatclub 
26.10.13: Chemnitz, Weltecho 
27.10.13: Leipzig, Werk 2 (+ I AM IN LOVE) 

2014:
01.02.14: Dresden, Ostpol 
04.02.14: AT-Wien, B72 
05.02.14: AT-Graz, Spotting @ Postgarage 
06.02.14: München, Milla 
10.02.14: AT-Innsbruck, Weekender 
11.02.14: Reutlingen, franz.K 
12.02.14: Stuttgart, Café Galao 
13.02.14: Nürnberg, Club Stereo 
14.02.14: Saarbrücken, Sparte4 
15.02.14: Karlsruhe, Kohi 
16.02.14: Köln, Tsunami Club 
13.03.14: Hagen, Pelmke Noir 
15.03.14: Aachen, AZ 
21.03.14: Jena, Kassablanca 
22.03.14: Wolfsburg, Sauna Klub





Sonntag, 7. April 2013

Shout out louds, Paris, 03.04.13

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Konzert: Shout Out Louds, Support: Ben Ellis
Ort: Café de la Danse in Paris
Datum: 03. 04. 2013 
Zuschauer: circa 450
Dauer: 40 min + 80 min



Bin ich vielleicht ein Snob? Eigentlich hatte ich mich nämlich entschieden, in Paris das Olympia kennen zu lernen, wo am 3. April Razorlight spielten. Es lag so schön in fußläufiger Entfernung zu meinem Quartier. Als ich dann jedoch vor dem Aufbruch noch näher ins Programm sah und vier Supportacts fand, stöhnte ich innerlich auf: So lange stehen nach einem Tag rumlaufen in Paris war einfach zu viel! Und die Umbaupausen! Noch auf dem Weg entschied ich mich, doch mit der Metro ins Café de la Danse zu fahren, wo die Shout out louds mit einem Support auf dem Programm standen. Die hatte ich in Karlsruhe kürzlich verpasst.Warum das also nicht nachholen?



Als ich fast punktgenau noch mit etwas klopfendem Herzen ob der spontanen Entscheidung 19:30 Uhr ankam, stand eine Schlange vor dem Gebäude. Aber ziemlich bald begann der Einlass und die Schlage wurde recht flott abgearbeitet. An der Kasse fand ich dann (zum Glück) Bestätigung für mein Bauchurteil: 20 Uhr schon sollte die Musik beginnen und strikt 22:30 Uhr müsste alles vorbei sein. Genau das richtige für mich an diesem Abend! Vom Venue selbst war ich sofort sehr positiv angetan. Mittelgroß, freundlich, mit Steh- und Sitzplätzen und an diesem Abend recht gut gefüllt, wahrscheinlich fast ausverkauft.



Eigentlich ist mir ja die Musik der Shout out louds etwas zu glatt. Aber live versprach ich mir davon gute Unterhaltung. Und diese wurde schon von der ersten Band aufs beste abgeliefert: Ben Ellis. Irgendwie die jüngeren Geschwister der Schweden mit fast identischer Aufstellung und musikalischer Ausrichtung, aber damit eben auch erfrischend und enthusiastisch.



Sie hinterließen einen rundum guten Eindruck als sympatische und mitreißende Lifeband ohne jedoch Anwartschaft auf ein Top-Konzert des Jahres bei mir anzumelden. Es machte mir besonders große Freude, dem Frontmann zuzusehen.



Der Umbau für die Hauptband wurde von jeder Menge Personen anscheinend professionell und zielgerichtet angepackt, brauchte aber trotzdem ganz schön  lang...



Dafür wurde aber auch die Bühne sofort von den Shout out louds übernommen, nachdem alles umgeräumt war. Der Frontmann zog das Gros der Aufmerksamkeit auf sich und übernahm auch die Interaktion mit dem Publikum. Es musste kein Eis gebrochen werden, denn rings um mich wurde von Anfang an textsicher mitgesungen und die Songs beklatscht. Am Ende saß kaum noch jemand auf den Plätzen. Die Band genoss das sichtlich und spielte entspannt und spielfreudig auf.



Während des letzten Zugabensongs Tonight I have to leave it kam Adam Olenius in die oberen Sitzreihen geklettert und ließ die Herzen aller Zuschauer dahinschmelzen während er das Lied von da schmetterte.



Damit wollte er wohl auch zeigen, dass er kein Snob ist, oder was denkt ihr?


Setlist:

Sugar
Walking in your footsteps
Fall hard
Normandie
Impossible
Where you come in
The comeback
Chasing the sinking sun
Please please please
Blue ice
Hard rain
Illusions
14th July
Very loud

Destroy
Walls
Tonight I have to leave it


Aus unserem Archiv:

Frankfurt, 26.3.2013 (Tanita) 
Wien, 22.10.2010 (Julius) 
Köln, 20.8.2010 (Christoph) 
Frankfurt, 29.3.2010 (Ursula) 
Paris, 1.4.2008 (Oliver) 
Köln, 18.9.2007 (Christoph)
Haldern 4.8.2007 (Christoph)



Mittwoch, 27. März 2013

Shout Out Louds, Frankfurt, 26.03.13

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Konzert: Shout Out Louds 
Ort: Gibson Frankfurt
Datum: 26.03.2013 
Zuschauer: circa 900; nicht ganz ausverkauft 
Dauer: Shout Out Louds 90 min, Mighty Oaks 40 min


von Tanita


Nach einer extrem regnerischen und matschigen Begegnung beim Zürich Open Air 2010 konnte ich mich lediglich daran erinnern, dass die Shout Out Louds „ganz nett“ waren, und vor allem der Sänger und Frontmann Adam ganz gut aussah. Bei diesem traurigen Level von Meinungsfindung, was die Shout Out Louds angeht, sollte es natürlich nicht bleiben und umso gespannter war ich auf den Auftritt der Band im Frankfurter Gibson, die nach 3 Jahren im Februar mit ihrem vierten Studioalbum „Optica“ ihr Comeback gewagt hatten. Das Gibson, das direkt auf (ja, auf, nicht an) der höchst-prätentiösen Frankfurter Zeil gelegen ist, ist an sich eine wirklich tolle Location, die innen mit feinstem Industrie-Chic glänzt, man allerdings aufpassen muss, dass man sich weder im Halbdunkel verläuft, noch über einen der vielen Treppenabsätze stolpert. Normalerweise handelt es sich beim Gibson um einen der vielen pseudo-prestigeträchtigen Frankfurter Clubs inklusive der Gorilla-Securities in Anzuguniform, aber sobald das Gibson seine Pforten für Konzerte öffnet ist mir der Club extrem sympathisch, der trotz der Tatsache, dass er von der Söhne Mannheims AG (!) betrieben wird mit tollem Booking von Kasabian bis Rufus Wainwright besticht. 


Ungewöhnlicherweise war der Einlass erst für 20 Uhr geplant, so dass sich der Abend zwangsläufig und v.a. unnötigerweise in die Länge ziehen musste und es erst kurz vor 21 Uhr mit dem Support Act losging. Ich hatte mich im Vorfeld kurz über die drei Jungs aus England, Italien und den USA informiert, die gemeinsam die in Berlin ansässige Indie-Folk-Formation „Mighty Oaks“ bilden. Vom Namen der Band und der interessanten Mischung an Mitgliedern bereits neugierig gemacht, war ich sehr auf den Auftritt gespannt und wurde glücklicherweise nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil! Ganz Indie, in Holzfällerhemd und mit Hipstermütze, begeisterte der Frontmann Ian nicht nur mit Charme und Optik, sondern vor allem mit seiner gefühlvollen, kratzigen und einfach nur schönen Stimme. Man merkte förmlich, wie „Mighty Oaks“ es schafften mit ihrem Sound innerhalb weniger Songs so zu überzeugen, dass die meisten Anwesenden gebannt zuhörten und begeistert mitwippten und mitklatschten. Natürlich klingen die Songs meist etwas ähnlich und erinnern an große Brüder wie Arcade Fire oder Mumford and Sons, aber Ians Stimme war dem voll und ganz gewachsen und sorgte bei mir mehrfach für Gänsehaut und vor allem für kitschige, aber trotzdem sehr schöne innere Bilder von weiten Straßen, Küsten und Sonne – und das obwohl er eigentlich aus dem eher grauen Seattle stammt, was mich auch spontan begeisterte, da die Stadt, die u.a. Nirvana und Pearl Jam vorbrachte, auch ganz andere Musikstile zu inspirieren scheint. Die charmanten deutsch-englischen Ansagen führten nach dem Konzert zu einem wohlverdienten Ansturm bei den Jungs am Merchandisestand, die auch nicht versäumten darauf aufmerksam zu machen, dass sie am 16.05. bei der INTROducing Tour im Zoomclub spielen werden, wo sie hoffentlich auch schon ihre neue EP dabei haben werden, die ebenfalls im Mai erscheinen soll. Ich persönlich kann die von der Zeitschrift INTRO präsentierte Veranstaltung nur wärmstens empfehlen: einfach online anmelden, nichts dafür bezahlen und meistens gleich 3 Bands an einem Abend in einer kleinen Location sehen – meiner Meinung nach eine sehr gute Sache! 


Kurz vor 22 Uhr ging es dann endlich mit den Shout Out Louds los – ich muss ehrlich gestehen, ich war etwas ungeduldig, da ich einfach schon so auf den gewöhnten 19 Uhr Einlass etc. Ablauf konditioniert bin und schon etwas müde und genervt war, da die Luft im Gibson, das im Keller gelegen ist, auch nicht unbedingt besser wurde. Das Warten sollte sich allerdings lohnen, da die Shout Out Louds sofort mit dem ersten Song „Sugar“ vom neuen Album klarmachten, dass sie gekommen waren, um allen eine gute Zeit zu bereiten. In der relativ intimen Atmosphäre des Gibson wirkte das Stagesetup mit großem Shout Out Louds Schriftzug auf albuminspiriertem Hintergrund gelungen und die halbbogenförmigen Scheinwerfer, die im Laufe des Sets passend in verschiedensten Farbverläufen aufleuchteten, waren einerseits schön anzusehen, stellten aber auch sofort subtil klar, dass man es hier nicht mit Amateuren zu tun hatte. Ganz im Gegenteil: bereits seit 10 Jahren zusammen unterwegs und mit mittlerweile 4 Studioalben bewaffnet, machte sich die Professionalität der Shout Out Louds auf angenehme Art und Weise bemerkbar. Vor allem Frontmann Adam begeisterte mit Charme und Souveränität an Gitarre, Bass und verschiedensten Percussioninstrumenten, ohne dabei auch nur einmal den Kontakt zum Publikum zu verlieren, das stets auf unaufdringliche, aber doch bestimmte Art, zum Mitmachen animiert wurde, was aber meist gar nicht nötig war, da alle sichtlich ihren Spaß hatten. 


Die beschwingte und fröhliche Laune, die sich im Gibson ausbreitete war wirklich schön anzuschauen und wurde während des gesamten Sets aufrechterhalten. Mit Songs wie „Walking in your footsteps“ und älteren Mitsingsongs wie „Fall Hard“ und „Please Please Please“ wurde das Publikum souverän um den Finger gewickelt und auch die neuen Stücke schienen bereits vom Publikum ins Herz geschlossen worden zu sein, das sich von „Glasgow“, „14th of July“, „Blue Ice“ und „Illusions“ sichtlich begeistert zeigte. Eine positive Überraschung für mich, dass „Illusions“ live nicht die Spur langweilig war, sondern, und daran mag es vielleicht liegen, gesanglich stärker von Adam dominiert wurde und dadurch die etwas fade, repetitive „Illusions, Illusions“-Gesangseinlage, die ich auf Platte nicht so umwerfend fand, glücklicherweise in den Hintergrund gedrängt wurde. Ebenso nett, die „Double-Bass-Action“ bei „14th of July“, das live trotz Zeilen wie „Is there a special bond?/ Is she an actual blonde?“, die bei mir für dezentes Kopfschütteln gesorgt hatten, absolut großartig war. 


Insgesamt lieferten die Shout Out Louds eine musikalisch sehr versierte Show und konnten unter Beweis stellen, dass das „Optica“ live sehr gut funktioniert und gut mit den älternen Stücken harmoniert. Zugegebenermaßen sind sich einige Stücke klanglich sehr ähnlich, was bei mir persönlich gerade auf Platte schnell zu Langeweile führt, doch dieser charakteristisch schwedische, aber doch sehr eigene Sound der Shout Out Louds, die durch wirklich großartiges Zusammenspiel absolut überzeugten und allen Anwesenden gute Laune bereiteten, ist einfach prädestiniert dafür, live erlebt zu werden! 

Setlist Shout Out Louds, Gibson, Frankfurt:

01: Sugar 
02: Walking in your footsteps 
03: Fall Hard 
04: Normandie 
05: Impossible 
06: Glasgow 
07: Chasing the sinking sun 
08: Please Please Please 
09: Blue Ice 
10: Hard Rain 
11: Illusions 
12: 14th Of July 
13: Very Loud 

14: Destroy (Z) 
15: Walls (Z) 
16: Tonight I have to leave it (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Shout Out Louds, Wien, 22.10.10
- Shout Out Louds, Köln, 20.08.10
- Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10
- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07

Tourdaten Shout Out Louds: 

27.03. - Köln, Live Music Hall 
28.03. - München, Muffathalle 
29.03. - Leipzig, UT Connewitz 
30.03. - Berlin, Astra 

Weiterführende Links: 

https://soundcloud.com/mightyoaksmusic
http://www.mightyoaksmusic.com/ 
http://www.introducing.de/



Samstag, 23. Oktober 2010

Shout Out Louds, Wien, 22.10.10

0 Kommentare
Konzert: Shout Out Louds, Dag För Dag
Ort: WUK, Wien
Dauer: Dag För Dag 40 Minuten, SOL 90 Minuten
Datum: 22.10.2010
Zuschauer: alles voll, 500


Es ist ja wirklich was Schönes, alle paar Tage auf ein Konzert gehen zu können, aber die Vorfreude geht so sehr leicht verloren. Früher war das doch anders, da hat
man wochenlang auf den Abend hingefiebert, die jeweilige CD zu Dauerrotation verdammt...

Ein Gefühl, dass ich in letzter Zeit nicht mehr oft hatte. Bei den Shout Out Louds schon.

Es war im kalten Winter 2008 und es war im WUK. Mein erstes Konzert, genau die gleichen Bands wie heute. Es war ein toller Abend. Einer, an den nur ganz wenige danach herankamen, einer, dem die Shouties auch bei ihren Festivalauftritten nicht das Wasser reichen konnten.

Auf ihrer Tour zu
Work im Frühjahr schaute für Wien dann leider "nur" eine exklusive Radio-Session im Funkhaus raus, hierfür Tickets gewinnen: mission impossible.

Karten fürs Frequency Festival zu bekommen stellt dagegen zwar kein Problem dar, ob man sich mit dem Massenauflauf in der Provinz aberein Freude macht ist die andere Frage. Jedenfalls wurde nach dem Auftritt der Shout Out Louds, dem ich als Teil des Massenauflaufs beiwohnte und den ich ein wenig leidenschaftslos fand, ein neuer Wien-Termin verlautbart. Eine schöne Sache!
Wieder im WUK, wieder mit Dag För Dag. Auch die Außentemperaturen gaben ihr Bestes, den Abend jenem 08 möglichst ähnlich (brr, kalt) zu gestalten. Auf diesen Aspekt hätte man zwar liebend gerne verzichtet, aber man sollte ja noch ordentlich ins Schwitzen kommen.
Und im Foyer war es auch warm.

Vor einer bereits gut gefüllten Halle begannen dann Dag För Dag als Trio ihr Set, einen Schlagzeuger hatte ich allerdings nicht in Erinnerung. Wenn ich mich recht erinnere, hatte man es bei Dag För Dag früher mit dem schwedisch-amerikanischen Geschwisterpaar Sarah und Jacob Snavely zu tun. Der Drummer, ob neu oder nicht, sorgte jedenfalls für ziemlich Dampf, während Sarah in einem 80ies/Disco/Retro-Kleid herumglitzerte und mit Jacob scherzte.
Der erste Song war ein instrumentales Intro, das auch ein bisschen die Marschroute vorgab. Esklang alles schwer nach shoegaziger Ungehobeltheit, eigentlich klingt das ganze Album so, mein Fehler, dass ich nur ihre erste EP besitze. Auf dieser fanden sich vier nette, zierliche Songs, die mir sehr gefallen. Mit der neuen Lage musste ich mich erst arrangieren, das dauerte aber zum Glück nicht lange. Das neue Boxed Up In Pine gefiel mir so z.B. ganz gut, während die beiden Geschwister Instrumente tauschten fanden sie auch immer wieder Zeit für kleine Scherzchen, so beklagten sie etwa, dass Wien derart weit im Osten läge, um im nächsten Moment skurrile Vampir-Geschichten zu erzählen. Sehr erheiternd, aber vielleicht wähnten sich die Schweden gar in Transsylvanien? Jedenfalls luden sie alle, die sich blutsaugerisch veranlagt fühlten, ein, nach dem Konzert zum Merch-Stand zu kommen, um dort ein bisschen zu plaudern.
Es täte ihnen sehr leid, dass sie durch Sarahs Schwangerschaft nicht unmittelbar nach Erscheinen des Albums getourt hätten, deshalb hätten sie jetzt noch mehr Freude am ganzen Tourleben. Ted von SOL durfte das bestätigen, war er doch "zufällig" gerade auf der Bühne.
Nach 40 Minuten endete die Freude dann mit - dem alten - Ring Me, Elise. Ein Abschluss, der mir fast am Besten gefiel. Dag För Dag haben ihre Chance als Support für die großen Geschwister von den Shout Out Louds wieder gut genützt und einige schöne Songs ausgepackt.

Auf den Hauptact musste das mittlerweile prall gefüllte WUK allerdings noch ein wenig warten. Ein einziger Roadie nahm seine Arbeit ernst und bereitete gewissenhaft alles für das Hochfest vor. Die Stimmung war bereits blendend, von Kälte auch keine Spur.

Begeisterungsstürme gabs dann schon, als der Fünfer aus Stockholm die Stiegen hinabkam. Die höchst ansehnliche Bebban voran wurde Platz genommen, um gleich loszulegen. Hierfür auserkoren ward Candle Burned Out, ein Song des aktuellen Albums.
Eine gute Wahl für den Beginn, eine klassische Aufwärmübung. Denn als die ersten Töne von Tonight I Have To Leave It, vor zwei Jahren übrigens Opener gewesen, erklangen, gab es kein Halten mehr. So demonstrativ wurde mit schwedischen Mini-Fahnen vor Sänger Adams Gesicht herumgewachelt, dass dieser gar nicht anders konnte, als es sich im Publikum bequem zu machen. Die alten Songs, speziell aus der Hitfabrik „Our Ill Wills“, kommen einfach am Besten an. Besonders das Intro mit den Kuhglocken ist immer was Tolles.

Weiter ging es mit einem neuen Song, bezeichnenderweise Show Me Something New. Darin ist unter anderem vom jünger werden die Rede, was zumindest auf das Publikum nicht zutraf. Genauso, wie die neuen Songs reifer und erwachsener klingen, ist auch die Zuhörerschaft mitgealtert. Wenn jemand behauptet hätte, es wären eins zu eins die selben Leute im Publikum wie beim letzen Konzert, hätte ich das sicher nicht hinterfragt. Zwei Jahre älter und wieder einen derartigen Spaß an den Tag gelegt, das gefällt.

In dieser Art und Weise ging es weiter, Altes, Neues und ganz Altes wurde gespielt, gegen Mitte des Sets dann auch Normandie. Ein absolutes Lieblingslied. Und auch ein wenig programmatisch, heißt es da doch „how can such a nordic city make me sweat“. Eine schöne Umschreibung des Hier und Jetzt. Draußen kalt, drinnen die Sauna in blau-gelb.

Mit Fall Hard kam dann auch das erste Stück des neuen Albums, das richtig ausgelassen betanzt wurde, unmittelbar danach The Comeback. Danach gabs zum Ausruhen ein paar gelassenere Songs, bis mit Impossible, und zwar wirklich der ganzen siebenminütigen Version, nicht der kürzeren Live-Version. Verständlich, dass sich die Band danach zurückzog und nach mehreren Minuten intensiver Beifallsbekundungen ihr eigenes Comeback vollbrachten.

Das sich Please Please Please in der Zugabe wiederfand, war wohl keine große Überraschung. Aber schön. Mit Seagull und Walls endete dann ihr Set, das um einiges länger war, als an den Abenden zuvor.

Und so ließ man im Foyer, mit den Schweden, ein schönes Konzert ausklingen, dass die Vorfreude vollkommen rechtfertigen konnte und das vor allem gezeigt hat, dass Band und Publikum, auch wenn sie gereift sein mögen, einander immer noch lieben.

Eine Freundin zitierte hernach die Band und sagte, das Konzert sei "like a punch in the face"gewesen, ein Schlag ins Gesicht also, so gut war es. Mag die Musik vielleicht nicht die anspruchsvollste unter der Sonne sein, mit guter Laune und unverbogener Ehrlichkeit kann man so einiges wett machen. Wien und das WUK wurden ihrem Ruf als Heimspiel der Shouties jedenfalls wieder gerecht, bleibt nur zu hoffen, dass bis zum nächsten regulären Konzert nicht wieder zwei Jahre vergehen...

your love is just...impossible...

Danke für die Bilder an Patrick!

Setlist Shout Out Louds, WUK, Wien:


01: Candle Burned Out
02: Tonight I Have To Leave It
03: Show Me Something New
04: South America
05: Very Loud
06: Four By Four
07: Normandie
08: Paper Moon
09: Fall Hard
10: The Comeback
11: Throwing Stones
12: 1999
13: There's Nothing
14: Shut your Eyes
15: Impossible

16: Please Please Please (Z)
17: Seagull (Z)
18: Walls (Z)

Aus unserem Archiv:

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Shout Out Louds, Köln, 20.08.10
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Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10
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Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
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Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
-
Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07



Freitag, 20. August 2010

Shout Out Louds, Köln, 20.08.10

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Konzert: Shout Out Louds
Ort: gamescom-Festival, Hohenzollernring, Köln
Datum: 20.08.2010
Dauer: 70 min
Zuschauer: eine ganze Menge, keine Ahnung, wie viele
Erster Konzertbericht bei uns: 04.08.07 (Haldern)


Gerade findet in Köln die gamescom, die weltgrößte Daddel-Messe statt. Obwohl ich persönlich weniges abwegiger als Computerspielemessen finde, lockte mich die Veranstaltung trotzdem. Unter dem Namen gamescom-Festival bieten die Zocker den Mitspielern nämlich ein fabelhaftes musikalisches Rahmenprogramm auf dem abgesperrten Hohenzollernring an. Heute spielten die Shout Out Louds, die uns vor drei Jahren in Haldern sehr viel Freude gemacht hatten.

Anfang des Jahres erschien die dritte Platte der
Schweden, die ich auf der Hinfahrt zum ersten Mal gehört habe. Überzeugt hatte sie mich noch nicht - vermutlich, weil mir die ganz großen Popsongs, die auf den ersten beiden Alben reichlich vorhanden sind, noch fehlten. Aber bekanntlich lernt man Musik ja am besten live kennen - vielleicht dann auch einige der neuen Lieder lieben.

Ich war spät dran, verpasste aber nichts, weil sich das Programm auf der Bühne verzögert hatte. Dúné lief da noch, und wenn das letzte halbe Lied Maßstab für die Band ist, ist das so wirklich gar nichts für mich.

Die Bühne des gamescom-Festivals steht auf dem Ring, auf Höhe der Ehrenstraße. Es gibt keine Absperrungen und keine Einlasskontrollen. Das ist herrlich entspannt und angenehm und bringt den Bands sicher so auch einige Besucher, die einfach mal zur Bühne gehen und gucken wollen. Der Nachteil eines solchen Konzepts zeigte sich hinterher, denn da lagen überall auf dem Boden hunderte leerer Kölschflaschen, auf denen man sich schnell alle Bänder abreißen konnte.

Gegen neun ging es schließlich los mit den Shout Out Louds. Die Band spielt noch in der gleichen Besetzung wie 2007, zumindest waren wir uns sicher, alle Musiker wiedererkannt zu haben. Frontmann ist Adam Olenius, der Meister der leidenden
Gesichtsausdrücke. An seiner Seite stehen Gitarrist Carl, Bassist Ted (unnützes Indiewissen: der einzige Vater in der Band und der Regisseur des Young Folks Videos), Schlagzeuger Eric und Keyboarderin Bebban.

Der Startsong 1999 war mir wegen des lustigen Singens der Zahl auf Platte schon aufgefallen. "191999" singt Adam da nämlich, warum auch immer. Das Lied gefiel mir live ziemlich gut. Es sollten einige Stücke von der dritten (aktuellen) Platte Work folgen, nicht alle überzeugten mich, 1999, Walls und Fall hard zum Beispiel waren aber schon einmal sehr ordentliche Lieder, auch wenn keines von denen an die Ohrwürmer des zweiten Albums Our ill wills herankommt.

Die Shout Out Louds sind eine dankbare Festivalband, weil sie auch Leute, die nichts
von ihnen kennen, schnell mitreißen. Sie hatten das Publikum ruckzuck erobert und schafften eine prima Stimmung. Natürlich guckte Adam trotzdem extrem qualvoll, aber das gehört nun mal dazu.

Bei Please please please gab es dann sogar Crowdsurfing! Das war auch nicht unbedingt
erwartbar - aber lustig.

Ganz besonders lustig waren aber ein paar Dinge, die auf der Bühne passierten. Das kleine Walk like an Egyptian Sample in Very loud machte den Anfang. Bei Throwing
stones wurde es noch besser. Da trommelte Bebban auf dem Boden sitzend auf eine Trommel ein. Wie sie da saß und trommelte, war herrlich anzusehen! Am besten gefiel mir aber, daß bei einem der letzten Stücke zwei der Roadies ganz hinten am Rand saßen und Percussions spielten! Wie herrlich!

Ein tolles Konzert, auch wenn meine Shout Out Louds Euphorie in den vergangenen Jahren eingeschlafen ist. Der Ausflug nach Köln hatte sich aber trotz dieses nachgelassenen Interesses alleine wegen der Kracher The comeback, Impossible, You are dreaming und Tonight I have to leave it sehr gelohnt!

Setlist Shout Out Louds, gamescom-Festival, Köln:


01: 1999
02: Very loud
03: Paper moon
04: Please please please
05: Throwing stones
06: Candle burned out
07: The comeback
08: Play the game
09: Fall hard
10: South America
11: Tonight I have to leave it

12: Impossible (Z)
13: You are dreaming (Z)
14: Walls (Z)

Aus unserem Archiv:

- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07

Ausgewählte Konzerttermine der Shout Out Louds, Herbst 2010 (ohne Gewähr):

27.08.2010: Zürich Open Air
13.10.2010: La Maroquinerie, Paris
14.010.2010: Ubu, Rennes
15.10.2010: Nancy Jazz Pulsation Festival, Nancy
16.10.2010: Marche Gare, Lyon
18.10.2010: Modernes, Bremen
19.10.2010: Astra Kulturkaufhaus, Berlin
20.10.2010: Löwensaal, Nürnberg
21.10.2010: Ostwerk, Augsburg
23.10.2010: Alte Feuerwache, Mannheim
25.10.2010: Steintor Variété, Halle
26.10.2010: Capitol, Hannover
27.10.2010: Rosenhof, Osnabrück
28.10.2010: Rockhal, Luxemburg
30.10.2010: Les Docks, Lausanne
01.11.2010: Rotonde, Brüssel
02.11.2010: Melkweg, Amsterdam



Dienstag, 30. März 2010

Shout Out Louds, Frankfurt, 29.03.10

2 Kommentare

Konzert: Shout Out Louds
Datum: 29.03.2010
Ort: Mousonturm, Frankfurt


In der schwedischen Sauna

- von Ursula von Neulich Als Ich Dachte -

Ich mag den Mousonturm als Konzertveranstaltungsort eigentlich recht gerne. Seine Vorteile zeigen sich insbesondere im Vergleich zu anderen Hallen im Rhein-Main-Gebiet:

  • Leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (vgl. Brotfabrik)
  • Man kann von den meisten Standorten aus die Bühne sehen (vgl. Batschkapp, Schlachthof)
  • Atmosphärisch angenehm (vgl. Hugenottenhalle)
  • Nicht in Offenbach (vgl. Capitol)

Was ich bei diesen vorteilhaften Vergleichen aber immer wieder vergesse, ist die Eigenart des Mousonturms, sich bei vielen Konzerten auf ca. 1 Million Grad aufzuheizen. Man sitzt oder steht da, vermeidet jede überflüssige Bewegung, der Schweiß läuft an einem herab und man versucht verzweifelt, sich auf die winterlichen Temperaturen draußen zu konzentrieren und nicht auf die Frage, in wie vielen der anwesenden Lungen die feuchte und sauerstofflose Dampfbadluft, die man gerade atmet, wohl bereits gewesen ist.

Wie schlimm muss es wohl erst sein, wenn man als Band in solchen Temperaturen auftreten muss? Glücklicherweise stammen sowohl die Shout Out Louds als auch ihre Vorband Nervous Nellie aus Skandinavien, weshalb sie sicher seit Kindheitstagen an Saunabesuche gewöhnt sind und auch gut vorbereitet Handtücher dabei hatten.

Die Temperaturen erklären dennoch sicher, dass die freundlichen Shout Out Louds dem Publikum am Montagabend außer „It’s so hot!“ zwischen den Songs eher wenig zu sagen hatten. Immerhin wurde angemerkt, dass der letzte Frankfurter Auftritt im Nachtleben stattgefunden habe (in dem es sicher, dank seinem Fassungsvermögen von ca. 50 Gästen, kühler war). Ihre Energie verwendete die Band dann lieber darauf, vor begeistertem Publikum ihr neues Album Work annähernd komplett zu spielen – inklusive einiger Langweilersongs, die bei zukünftigen Tourneen sicher daheim bleiben müssen (Too late too slow). Aus den ersten beiden Alben wurden dann auch nur die Knaller á la Tonight I have to leave it (mit diesem komischen Hand-Schlaginstrument, dessen Namen ich nicht kenne) oder The Comeback (mit ungewohnten Keyboard-Passagen) serviert, außerdem Your Parents‘ Living Room mit einer Akkordeonanlage von Keyboarderin Bebban. Vermisst wurde nur das zu diesem Abend perfekt passende 100°.

Nach drei Zugaben wurden die Frankfurter Fans über den mittlerweile kondenswasserfeuchten Boden nach draußen geschickt, wo es dann wieder Sauerstoff zu atmen gab – schön war’s aber trotzdem in der schwedischen Sauna.

Setlist Shout Out Louds, Mousonturm, Frankfurt:

01: 1999

02: Throwing Stones
03: Please Please Please
04: Play The Game
05: Tonight I Have To Leave It
06: Paper Moon
07: Fall Hard
08: Candle Burned Out
09: Comeback
10: Your Parents Living Room
11: South America
12: Very Loud
13: Too Late Too Slow
14: Show Me Something New
15: Hard Rain

16: Impossible (Z)
17: You Are Dreaming (Z)
18: Walls (Z)

Ausgewählte Konzerttermine der Shout Out Louds (ohne Gewähr):

30.03.2010: Live Music Hall, Köln
31.03.2010: Wagenhallen, Stuttgart
01.04.2010: Rockhouse, Salzburg
02.04.2010: Radio Kulturhaus, Wien
03.04.2010: Lille Vega, Kopenhagen
19.04.2010: Le Scopitone, Paris (ausverkauft)
20.04.2010: Paradiso, Amsterdam

Links:

- Shout Out Louds, Paris, 01.04.08
- Shout Out Louds, Köln, 18.09.07
- Shout Out Louds, Haldern, 04.08.07



Fotos folgen!




Mittwoch, 2. April 2008

Shout Out Louds, Paris, 01.04.08

3 Kommentare

Konzert: Shout Out Louds

Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 01.04.2008
Zuschauer: ein paar Hundert
Konzertdauer: 32 Minuten


"C'est pour les filles" - Das ist Musik für Mädchen!

Mein französischer Bekannter Pascal redete nach dem kurzen Konzert der Shout out Louds Klartext. Recht hatte er! Ich hätte es ähnlich formuliert und noch hinzugefügt: Musik für blonde, blauäugige Mädchen mit rosigen Wangen. Typ nette fleißige Schülerin oder Studentin im frühen Semester, die immer gut zuhört und alles brav notiert, was der Herr Professor erzählt. Von solchen Mädchen konnte man damals in der Schule immer gut abschreiben; sie gaben zwar ihr Heft nicht so gerne weiter, weil sie Angst hatten, das würde auffallen, wenn man nett gefragt hat, bekam man es aber dann doch.

Stimmt denn dieses Klischee mit den netten, blonden Mädchen? Aber na klar! In der propevollen Flèche d'or, in die das Konzert der Shout out Louds verlegt wurde (ursprüngliche Location: La Boule Noire), war ich eingekesselt von niedlichen und brav aussehenden Schwedinnen. Sie machten einen Großteil des Publikums aus. Der andere Teil stammte... aus Deutschland! Vor mir und hinter mir wurde meine Muttersprache geredet. Interessant, interessant, auf die Shout Out Louds fahren also hauptsächlich Deutsche und Schwedinnen ab! Klar, ein paar Männer waren auch da, allerdings überwiegend vom Typus: "rauche milde Sorte (wenn überhaupt) und rasiere mich elektrisch". Warmduscher könnte man auch sagen, aber diesen Ausdruck mag ich nicht sonderlich. Okay, mein guter Freund Philippe war auch da, aber der ist überall und außerdem steht er nicht auf Frauen. Macht ja nix, ich war schließlich auch dabei.

Allerdings gefiel es mir weniger gut als Philippe, der mir zuvor einen Aprilscherz aufgetischt hatte, als er sagte, ich käme zu spät, die Shout Out Louds hätten schon gespielt. Er war mal wieder eher da als ich und nutzte die Gelegenheit, um mich zu veräppeln. Genau wie die Schwedinnen um ihn rum, wippte der gute Phil während des Konzerts bei jedem Lied mit seinem Köpfchen mit und hatte seine helle Freude. War ja auch flott und melodiös, was da gespielt wurde, keine Frage. Allerdings auch ziemlich glatt und radiotauglich, sehr poppig halt eben. Wie so vieles, was aus Schweden kommt, es scheint als hätten die Leute da im hohen Norden Abba schon mit der Muttermilch aufgesogen. Abba habe ich schon als Kind gehasst und dieser Benny mit seinem Seitenscheitel war der erste Typ aus dem Fernsehen, dem ich gerne eine Sahnetorte ins Gesicht geklatscht hätte. Der alte Dauergrinser! Wurde später nur noch von Dieter Bohlen getoppt...

So mies und kitschig wie Abba sind die Shout out Louds natürlich bei weitem nicht. Allerdings gibt es auch hier einen Hauch Bubblegum-Pop, der mir nicht so richtig zusagt. Alles klingt ein wenig wie The Cure aus der "Close To Me" Phase. Und das ist die "happy"- Phase von The Cure. Ich steh nun einmal eher auf die depressiven Erstwerke. Ein bißchen Melancholie und Schwermut ist ja auch bei den Shout out Louds drin. Allerdings geht diese nie so weit wie bei Robert Smith und Konsorten. Hier wird eher geschmachtet als wirklich gelitten.

Kurzum: Die Shout Out Louds sind wie ihre Fans. Nett, brav, wohlerzogen. Sehr angenehm zu hören, da stört keine knarzende Gitarre. Aber wo bleibt das Feuer, die Leidenschaft?

Ich bevorzuge bei den schwedischen Künstlern eindeutig Loney, Dear. Der Mann gibt immer alles, ein Pfundskerl dieser Emil! Adam Olenius sieht allerdings besser aus. Fast wie ein Arzt, dem die Frauen vertrauen. Er sollte sich mal für eine Serie bewerben, falls die Band irgendwann keine CDs mehr verkauft.

Achso: Die beste schwedische Band heißt übrigens The Soundtrack Of Our Lives. Ist aber nur etwas für Naßrasierer und freche Mädchen!

Setlist Shout Out Louds, La Flèche d'or, Paris:

01: South America
02: Impossible
03: The Comeback
04: Your Parents' Living Room
05: durchgestrichen!
06: Normandie
07: Very Loud
08: Tonight I Have To Leave it

Anmerkung: Damit mich niemand fragt, warum ich denn dahin gehe, wenn ich nicht so auf die Band stehe: Konzerte in der Flèche d'or sind gratis! Und außerdem mag ich die Shout out Louds ja, die sind doch so...nett!

Links:

- die Shout Out Louds in Haldern 2007
- und in Köln im Stollwerck
- mehr Fotos von Adam und den Shout out Louds hier

Konzertbesucher der Shout Out Louds könnten auch mögen:

- Stars im Gloria in Köln 2008 (mit Links zu anderen Konzerten der Kanadier)
- Voxtrot in Frankfurt





 

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