Montag, 25. Juni 2007

Konzert: Art Brut, Luxemburg, 24.06.07


Konzert: Art Brut

Ort: Bettembourg bei Luxemburg (Rock A Field Festival)
Datum: 24.06.2007
Besucher: vielleicht 3.000


Das Line-Up des "Rock A Field" Eintagesfestival auf einer Wiese zwischen Luxemburg Stadt und der französischen Grenze las sich wie ein musikalischer Gemischtwarenladen: Die Queens of the Stone Age mit den Hives und Billy Talent (das paßte ja gut), als Headliner die Killers und dazu Juli und Art Brut... Zumindest für mich war Art Brut der ausschlaggebende Grund, das Festival zu besuchen. Allerdings war der Schrecken dann groß, als der Zeitplan veröffentlich wurde, denn Art Brut war um 13.40 Uhr angesetzt. Für eine Band, deren jetzt erscheinendes zweites Album im NME hoch gelobt und besser als die zweiten Platten der anderen 2005 aufgetauchten Bands bewertet wurde, erschien uns das viel zu früh. Für unsere Anreiseplanung auch. Anhand der T-Shirts (und sonstigen Outfits), die auf dem Gelände vertreten waren (die Mädchen trugen fast ausschließlich ihre Ausgeh-Killers-Shirts, bei den Jungs waren Billy Talent Hemden und Heavy Shirts aller Art vertreten, gerne ACDC, Iron Maiden, Slipknot und artverwandte), war die Ansetzung aber wohl zielgruppenorientiert. Auf dem großen Sammelparkplatz dominierten Kennzeichen aus Deutschland, es waren zwar auch vereinzelte französische Wagen da, in erster Linie aber deutsche - und die meist dreistellig. Die Heavy-Shirt-Träger kamen also zu einem großen Teil aus Deutschland.

Also gut, 13.40 Uhr war nun mal so. Das Gelände war zu dem Zeitpunkt noch so wenig gefüllt, daß man bequem hin und her gehen konnte. Als Eddie Argos und
Kollegen dann pünktlich auftraten, hatten sich aber doch verhältnismäßig viele Zuschauer vor der Bühne versammelt. Wie schon in Köln vor ein paar Wochen begann die Band mit dem neuen "Pump up the volume". Auch wenn neben mir ein verbittert guckender 15jähriger stand, der meinte, die angemessene Reaktion auf die "Masters of pop hits" seien seine ausgestreckte Mittelfingerchen, kam das Lied recht gut an (es war unbekannt und die Leute nicht wegen Art Brut da). Ich fand es glänzend. Wie ich auch das ganze Konzert glänzend fand. Es macht mir einfach unfassbar viel Spaß, der Band zuzusehen und Eddie zuzuhören. Gitarrist Jasper Futures (verwandt mit Cpt. Future???) Verrenkungen und Hüpfereien sind allein schon köstlich. Allerdings bekam der blonde Engländer, der ein Playboy T-Shirt trug, schnell einen Dämpfer seines Sängers. Nach dem ersten Stück sagte Eddie: "Mr. Soundman, please turn down Jaspers microphone. He's got a disgusting voice!" Mir ist allerdings aufgefallen, daß bei vielen der neuen Lieder Jasper und Gitarrist Ian den Backgroundgesang machen. Es geht also irgendwie...

A propos neue Songs: Wie schon in Köln spielte Art Brut einiges vom neuen Album. Neben den schon länger
bekannten "St. Pauli" und "Nag nag nag nag" waren das "Pump up the volume", "Late sunday evening", "I will survive", "Jealous guy" (das Gegenteil von "Rusted guns of Milan" laut Eddie) und die besonders guten "Post soothing out" und "Direct hit". Dazu die vielen großen Hits des ersten Albums und Eddies herrliche Ansagen ergaben ein großartiges Konzert. Glücklicherweise kam das dann doch auch viel besser an als befürchtet. Vor allem "My little brother" wurde von vielen mitgebrüllt. Da war dann trotz der doofen Uhrzeit schon ordentliche Festivalstimmung.

Die meisten Lieder der Band handeln von Beziehungen. Eddie konkretisierte das nach "Post soothing out"
dann noch: "This song was like most of our songs about an ex girlfriend. The next song is about my favourite ex girlfriend." Im Publikum brüllte dann jemand "Emily Kane", worauf Eddie verwundert antwortete: "Ah! You know her!"

Nach "Emiliy Kane" kamen die beiden riesigen Kracher "Nag nag nag nag" und "Direct hit" (für mich der Indiesong des Jahres!) und zum Abschluß der Nummer 1 Hit (in der Türkei, Mexiko, Brasilien, Disneyland, Narnia & dem ehemaligen Jugoslawien) "Good weekend".

Wie jedes meiner Art Brut Konzerte war es glänzend, trotz der Uhrzeit. Art Brut macht mir live unglaublich viel Spaß, weil die Lieder sitzen, weil Eddie ein Entertainer von Format ist, weil es Vergnügen bereitet, der fabelhaften und scheinbar immer gut gelaunten Bassistin Freddy Feedback zuzusehen und weil auch Schlagzeuger Mikey, Gitarrist Ian und vor allem Gitarren-Kollege Jasper eine wilde Show abliefern.Vielleicht kommen Art Brut im Herbst noch einmal nach Deutschland. Da bin ich ganz sicher wieder dabei.

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Setlist Art Brut Rock A Field:

01: Pump up the volume
02: Bad weekend
03: Bang bang rock and roll
04: Modern love
05: St Pauli
06: Rusted gun of Milan
07: Late sunday evening
08: 18000 Lira
09: I will survive
10: Moving to LA
11: Jealous guy
12: My little brother
13: Post soothing out
14: Emily Kane
15: Nag nag nag nag
16: Direct hit
17: Good weekend

Links:

- Interview mit Art Brut
- Art Brut live: in Köln (04.10.07)
- in Frankfurt (30.09.07)
- in Köln (05.06.07)
- in Paris (18.11.06)
- mehr Fotos: Frankfurt
- Fotos aus Luxemburg




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