Freitag, 15. Juni 2007

Constance Verluca, Paris, 14.06.07


Konzert: Constance Verluca

Datum: 14.06.2007
Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Zuschauer: gut gefüllt (viele Freunde von Constance?)


Constance Verluca war neulich Gesprächsthema während eines Picknicks am Champs-de-Mars. Ich war nicht dabei, mir wurde aber von meiner Frau zugetragen, daß ehemalige Schulkameradinnen von Constance erzählten, daß die hübsche Pariserin jetzt Sängerin geworden sei und Konzerte gebe. Matteo, ein Pariser Freund von uns, war auf der gleichen Schule - einem renomierten Privatgymnasium - konnte sich aber nicht an Constance erinnern. Da er von mir weiß, daß ich auf unzählige Konzerte gehe, bat er darum, daß ich doch mal überprüfen solle, was ihre Musik denn so wert sei...

Das machte ich doch gerne, schließlich sah die 32-jährige auf den Plakaten, die in diversen Metrostationen aushingen, um für ihr Konzert im Nouveau Casino zu werben, schon mal sehr attraktiv aus. Zudem klangen auch die Stücke, die man auf ihrer MySpace Seite hören kann, gar nicht so übel.

Bereits im Vorprogramm von Blonde Redhead hätte ich sie kürzlich erleben können, kam dafür aber zu spät. Um Gorbatchow zu beweisen, daß das Leben die Zuspätgekommenen doch nicht bestraft, nahm ich somit meine zweite Chance war. Als ich das Nouveau Casino im hippen Ausgehviertel Oberkampf betrat, war der Laden schon recht ordentlich gefüllt und es spielt noch die Vorgruppe Robert Leduc & The Peacemakers. Das Publikum schien mir zum Großteil aus alten Schulfreuden und Verwandten und Bekannten von Constance zu bestehen, alles sehr kultivierte, gutgekleidete Leute, zum Teil aber auch ein kleines bißchen spießig...

Wen wundert's schließlich kommt Constance aus gutem Hause, was immer das sein mag. Aber anstatt Zahnärztin, Rechtsanwältin, oder Unternehmensberaterin geworden zu sein (oder was man halt so wird, wenn man Privatschulen besucht...) hat sie sich glücklicherweise dafür entschieden, kreativ tätig zu sein und zu singen. Was wohl ihre Eltern dazu sagen? Ich glaube, sie sind stolz und glücklich, vermute ich zumindest, denn wenn mich nicht alles täuscht, stand ihr grauhaariger Vater neben mir und hat alles gefilmt. Vielleicht war es aber auch nur ein Bewunderer ihrer Schönheit, wer weiß?

Wie auch immer, pünktlich um 21 Uhr trat Fräulein Verluca, ganz in weiß gekleidet, auf die Bühne. Musikalisch unterstützt wurde sie amüsanterweise von der zuvor aufgetretenen Vorgruppe, aber das ist in Paris keine Seltenheit. Den Drummer habe ich zum Beispiel schon mit der fabelhaften Band Hopper, aber auch schon mit The Rodeo gesehen, das ist alles eine große Familie (Tahiti Boy & The Palmtree Family).

Begonnen wurde das Set mit "Ding Dang Dong" und "C'est faux" und sogleich war die Stimmung heiter und familär. Besonders angetan war ich aber vor allem von Lied Nummer 3, "Les trois copains" (die drei Kumpel). Wer sind diese drei Kumpel? Heißen sie etwa Pierre, Matthieu und Jéremy? Nein, weit gefehlt, es sind Schokolade, Heroin und Wodka! Im Text heißt es: "Quand vous êtes tout pourri, que personne ne veut être votre ami (...), que votre métier est à chier (...), vive le chocolat, l'héroine et la vodka! (Wenn du am Ende bist, keiner dein Freund sein will, dein Job beschissen ist, dann lebe Schokolade, Heroin und Wodka).

Zu diesen süß-sauren Texten bewegte sich Constance lasziv und sinnlich und kokettierte mit ihrem attraktiven Äußeren. Da es sehr heiß war, wischte sie sich mit einem kleinen Handtuch den Schweiß von der hübschen Stirn ab, woraufhin ein Herr aus dem Publikum irgendeine Bemerkung machte. Die Chanteuse ragierte schlagfertig und warf das feuchte Teil dem Verehrer zu. Der bedankte sich und hielt es stolz ein paar Minuten in den Händen, bevor er es irgendwann zurückfeuerte. Constance schnappte sich das Tuch, wischte sich erneut die Stirn ab und tat danach so, als würde sie sich damit auch die Poritze abtrocknen! Es war köstlich, ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, zumal die Pariserin auch von hinten sehr ansehnlich war.

Nächstes textliches Highlight war dann "Je simule" (ich täusche vor) mit der witzigen Textzeile "Ma mère est morte hier me laissant heureusement son trésor le plus chér, un jeans très très moulant" (meine Mutter ist gestern gestorben und hat mir ihr wichtigstes Teil vererbt, ihre hautenge Jeans!) All dies amüsierte mich köstlich, zumal auch die Musik dazu stimmunsvoll war, eine Mischung aus Jane Birkin ( für das hingehauchte in der Stimme), Carla Bruni (für die Modelfigur) und Vanessa Paradis (für die kindlich-naive Art).

Der wie ein Kinderlied anmutende Titel "Dominique" gefiel schließlich Constance selbst so gut, daß sie ihn nach Verklingen, mehrfach erneut anstimmte...

Abgeschlossen wurde das relativ kurze Set dann mit einer schwärmerischen Hymne auf ein Idol junger Mädchen: "Matt Dillon". Wer kennt den eigentlich noch? Ich schon, aber auch die jüngere Generation? Ich glaube heute ist eher Jude Law angesagt, oder?

Nun ja, bei mir ist auf jden Fall von nun an Constance Verluca angesagt, ob wegen des tollen Äußeren, oder der Musik lasse ich mal bewußt dahingestellt...

Setlist Constance Verluca Paris:

01: Ding Dang Dong
02: C'est Faux
03: Les Trois Copains
04: Argent
05: Judas
06: Blues
07: Donne Moi Ta Vie
08: Majeure
09: Je Simule
10: Dominique
11: Mourir
12: Tu Es Laide
13: Matt Dillon

P.S: Die lautstark geforderte Zugabe fiel aus, Constance hatte schlichtweg kein anderes Lied mehr, was sie hätte spielen können...

von Oliver


2 Kommentare :

Christoph hat gesagt…

"Ding, Dang, Dong"? Vielleicht war das ein Rita Mitsouko Cover?

oliver r. hat gesagt…

Die Vorgruppe hieß Robert Le Duc & The Pacemakers und nicht Peacemakers, wie ich fälschlicherweise geschrieben hatte...
Und die sind nicht schlecht!

 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates