Posts mit dem Label zakk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label zakk werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 27. Januar 2018

Blumfeld, Düsseldorf, 16.12.2017

0 Kommentare

Konzert: Blumfeld
Ort: Düsseldorf, zakk
Datum: 16.12.2017
Dauer: ca.100min
Zuschauer: ca.800 ausverkauft


Das ehrwürdige zakk in Düsseldorf veranstaltete bereits zum zweiten Mal das Lieblingsplatte-Festival. Zur Aufführung kommen wichtige, deutsche Alben in voller Länge.

In diesem Jahr waren Blumfeld eingeladen worden ihr Frühwerk "Ich-Maschine" zu präsentieren. Die Band, eigentlich ja aufgelöst, hatte vor Jahren ja eine kurze Reuniontour vollzogen, seitdem gab es leider, außer Distelmeyers Solo-Aktivitäten keine weiteren Lebenszeichen mehr.

Jetzt also der Monolith der Hamburger Schule in Düsseldorf. Blumfeld haben im Laufe ihrer Tourneen oft das zakk besucht, das "Ausverkauft" Schild war daher Formsache und der Altersdurchschnitt im Publikum lag auch deutlich über 35 Jahre.

Distelmeyer kommt auf die Bühne und beginnt, wie eigentlich immer, mit einem mehr minütigen Stimmen seiner Gitarre. (Seit jeher ein fester, aber nahezu unergründlicher Bestandteil jeder Blumfeld-Show). 

Ich-Maschine wird sofort nonstop präsentiert. Jede der auf dem Festival spielenden  Band gestaltet den Ablauf anders. Leider ist der Sound an diesem Abend etwas sehr rau, die so wichtige Stimme wirkt laut und hart und scheint sich gegen die anderen Instrument behaupten zu müssen. 


Das ist schade, denn die große Stärke der Blumfeld Songs liegt ja gerade darin, dass sie auch nach x-maligem Hören nicht langweilig werden, was mir  bei deutschen Texten ja sehr selten passiert. Jochen ist jedenfalls bester Laune, preist sich "Ich bin der geilste" (ironisch) und das kleine Festival, erzählt wie immer Herrenwitze und bedankt sich überschwänglich bei seinen Mitmusikern.

Diese, so betont er, haben sich seit Jahren "nicht mal mehr zum Kaffee" getroffen. Vielleicht wirkt auch deshalb dieser erste Teil der Show etwas hölzern. Nur ganz selten weichen die Versionen von denen der Platte ab, alles wirkt sehr konzentriert. 

Das ist der Preis, den man für die Exklusivität der Lieblingsplatten manchmal in Kauf nehmen muss. Es ist eben nicht die übliche Standardshow. Das kann toll sein, aber auch anstrengend. 


Blumfeld bekommen aber anschließend noch spielend die Kurve. Sobald die Pflicht erfüllt ist startet ein Best-of Programm, welches die alten Stärken sofort markant aufblitzen lässt. "Ich, wie es wirklich war" und "Diktatur der Angepassten"  lassen selbst die letzten Zurufe aus dem Publikum verstummen. Selbst das tot gespielte "Verstärker" strahlt hier nochmal mit seinem pumpenden Bass und vertracktem Arrangement.

Als Rausschmeißer dient heute "Kommst du mit in den Alltag", eine von Distelmeyers schönsten Liebeserklärungen an die Zeit nach der großen Verliebtheit, hier mit einem Snippet von Dylans "You`re a big girl now" veredelt.

"Quo vadis ?" Blumfeld, bleibt die letzte offene Frage nach dem Konzert....die Rückbesinnung auf alte Stärken ist erfolgt, warum dann nicht auch wieder zusammen in die Zukunft blicken ? 


Donnerstag, 22. Dezember 2016

Michael Rother, Düsseldorf-Lieblingsplatte Festival, 14.12.2016

0 Kommentare

Konzert: Michael Rother
Ort: Düsseldorf, zakk, Lieblingsplatte-Fetival
Datum: 14.12.2016
Dauer: ca.120min
Zuschauer: ca.600


Zweiter Pflichttermin nach "The Notwist" war der Besuch eines der seltenen Konzerte von Michael Rother. Hier stand die Weltpremiere der Live-Umsetzung seines wohl bekanntesten Albums "Flammende Herzen" an. Bei einem Werk das nun schon fast 40 ! Jahre alt ist, eigentlich sehr ungewöhnlich.

Michael Rother ist 1950 geboren, sieht heute Abend aber aus wie Ende 40. Ein unglaublich sympatischer Mensch, immer noch überrascht wie viele Menschen sich hier zusammengefunden haben. 

Ja, es ist schon eine ziemlich verrückte Mischung aus Düsseldorfer Elektronikszene, gealterten Musikfreunden und zum Teil extrem jungen Menschen, die wohl in irgendwelchen Playlists ihrer aktuellen Helden immer wieder über den Namen Rother stolperten.

Musikalische Verdienste gelten im eigenen Land ja meistens wenig. Das trifft auch auf die elektronischen Pioniere in Deutschland zu. Während viele US und GB-Bands seit Jahren mit Namen wie "Harmonia" und "NEU!" als angebliche Vorbilder um sich werfen, fragt man sich hier oft, wo diese Musik denn hier geblieben ist.


Erst Herbert Grönemeyer musste sich des Back-Katalogs von "NEU!" annehmen, bevor dieser endlich wieder erhältlich war. Einzig "Kraftwerk" werden weiterhin als angeblich "einzige" Inspiration im eigenen Land wahrgenommen.

Wenn man nur bedenkt, das Michael Rother bei allen oben genannten Bands beteiligt war und er bis heute respektable Musik veröffentlicht ist das schon sehr schade.

Das alles wäre allerdings wirklich vergänglich, wenn dieser Abend nicht so unfassbar beeindruckend gewesen wäre, ohne jemals nostalgisch zu wirken.

Rother betritt die Bühne mit seinem langjährigen Begleiter Hans Lampe am Schlagzeug und einem jungen, schlacksigen Gitarristen den ich Glaube von der Berliner Postrockband "Camera" zu kennen, jedenfalls spielte er ähnlich gut.



Wer jetzt einen krautrockartigen Synthieabend mit Nebelmaschine und Lavaprojektionen erwartet hatte, konnte sofort den Saal verlassen. Rother spielte fast durchgängig E-Gitarre hinter seinem Laptop-Pult und begann zum Aufwärmen mit fünf Eigenkompositionen der neueren Alben.

Der Sound war exzellent abgemischt und die Gitarren perlten nach Rother Art durch den Raum. Sein Stil, die Gitarre wie einen Loop innerhalb der Songs immer wieder zu variieren, aber damit nie zu langweilen, funktioniert live noch viel besser als erwartet. 

Danach dann zum ersten Mal "Flammende Herzen" komplett. Und auch hier ist der Gewinn der aktuellen Liveumsetzung so viel besser, als die etwas angestaubte Platte von damals. Alle Melodien gehen von den beiden Gitarren aus, die trockenen, aber punktierten Schlagzeugrhythmen und er mit An- und Ausschalter von Rother betätige Laptop bilden nur den Rahmen.

Zum Abschluss dann noch ein ausgiebiger Zugabenteil aus alten "Hits", den es für meinen Geschmack gar nicht mehr gebraucht hätte.

Bleibt zu hoffen, das Rother, der in den letzten Jahren im Ausland endlich vermehrt Konzerte gegeben hat, die Lust verspürt dieses Album auf einer kompletten Tour weiter vorzustellen. 

Auch hier bewiesen die Macher des Festivals ein perfektes Händchen und glücklicherweise ein Booking ohne Scheuklappen.  Festivals mit überspielten, gelangweilten aktuellen Bands gibt es ja schließlich genug. Manchmal ist auch der Blick in den Rückspiegel wichtig, um dann wieder nach vorne schauen zu können. Es gibt viel zu sehen.   


























]


Mittwoch, 21. Dezember 2016

Lieblingsplatte-Festival / The Notwist, Düsseldorf, 12.12.2016

0 Kommentare

Konzert: The Notwist
Ort: ZAKK-Düsseldorf /Lieblingsplatte-Festival 
Datum: 12.12.2016
Dauer: ca.120min
Zuschauer: 800 ausverkauft



Düsseldorf entwickelt sich in den letzten Jahren immer mehr zur Ideenschmiede für neue Festivalkonzepte. Neben dem "New Fall Festival" und dem besonders schönen Freiluftevent "Open Source", dehnt das "zakk" nun die Festivalzeit endgültig von Januar bis Dezember und präsentiert das neue "Lieblingsplatte-Festival". 

Eine ganze Woche stellen deutsche Künstler ihre "wichtigsten" Alben auf der Bühne komplett vor. Wer den Booking-Aufwand für normale Konzerte kennt, kann nur ahnen, wieviel Arbeit und Überredungskunst hier nötig sein durfte, um diese Konzertreihe stemmen zu können.

Die meisten Alben wurden so noch nie auf die Bühne gebracht und entfalten aber gerade durch die noch nie, oder selten gehörten Tracks eine ganz neue Dimension und erinnern an die Hörgewohnheiten früherer Jahre. Gerade bei Notwists "Neon Golden" schießen sofort Gedanken durch den Kopf . Wo und wann hat man dieses Album eigentlich immer gehört ?

Die "Hits" sind bekannt, aber bei den selteneren Songs kommt die Erinnerung erst langsam wieder. "The Notwist" sind eine der wenigen Bands, die ihr Album bereits komplett in dieser Form aufgeführt haben, trotzdem schadet es dem Konzert überhaupt nicht. 

Wiederholung ist für die Band ja noch nie eine Option gewesen und daher ist sowieso jeder Auftritt der Weilheimer eine Premiere. Hier beginnen sie mit dem kompletten Album, allerdings in veränderter Reihenfolge und schnell wird klar, warum diese Band bis heute nichts von ihrer Spannung verloren hat. 

Perfekt eingespielt, nach einer langen Tour und dem gerade erschienenen Live-Album, ist die musikalische Bandbreite fast unerschöpflich. Etwas weniger Gitarren sind im ersten Teil zu vernehmen, doch das ändert sich nach dem Ende von "Neon Golden" schlagartig. 

Wer vermutet hatte, es würde bei dem vorzustellenden Album bleiben, sah sich zum Glück getäuscht. "The Notwist" traten in großartiger Spiellaune an und kamen am Ende auf fast zwei Stunden Spielzeit. 

Auch wenn Markus Acher immer noch aussieht wie der Anti-Frontmann einer Band ist seine Leistung für die deutsche Musikszene, elektronische Sounds und Indierock zu vereinen, unbezahlbar. 

Es muss an diesem Abend oft an Radiohead gedacht werden, so wie er wahlweise die Gitarre bearbeitet und dann wieder, anscheinend gedankenverloren, die traurigsten Liebeslieder in sein Mikro haucht.

Fast alle Hits folgen noch, "One dark love Poem und "Kong" füllen die Halle mit perfekten Arrangements und großartigen Melodienfolgen und entlassen die Besucher mit einem warmen Gefühl im Bauch in die triste Dezember Nacht. 

Den Veranstaltern ist hier ein großer Wurf gelungen. Wenn das Konzept im nächsten Jahr evtl. noch um internationale Acts (Afghan Whigs, Mercury Rev o.ä. würden sich anbieten) erweitert werden kann und auch die Möglichkeit einer Art "Dauerkarte" geboten würde, wäre alles perfekt.


Dienstag, 19. April 2016

Jochen Distelmeyer, Düsseldorf, 18.04.2016

0 Kommentare

Konzert: Jochen Distelmeyer
Ort: Düsseldorf - ZAKK-Club
Datum: 18.04.2016
Dauer: 90min
Zuschauer: 350(ausverkauft)

Meine erste Begegnung mit Jochen Distelmeyer war eine SPEX-Ausgabe aus dem Jahr 1992, in der ein Interview zur Debüt-Platte "Ich-Maschine" erschienen war. Für mich war der Text damals nur außerhalb der Substantive als deutsche Sprache erkennbar, verhandelt wurden die hohe Kultur und Politik, sowie philosophische Kniffe in Blumfelds Texten.

Ich legte das Interview und das Album zur Seite und wurde erst mit "L`etat et moi" Fan der Band. Entscheidende 2 Jahre älter Verstand ich immer noch wenig von dem, was Distelmeyer der Welt mit seinen Songs sagen wollte, aber die Musik packte mich durchgängig. So dringlich und intensiv hatte ich deutsche Musik bis dahin nicht wahrgenommen.

Blumfelds weiterer Weg war konsequent und mutig. Jede Platte die folgte, war eine Schritt hin zum Ende des Tunnels, so als wäre alles von langer Hand über die fast 14 Jahre geplant worden. Es wurde poppiger, dann unpolitischer, liebevoller und am Ende stand der "Apfelmann". Sinnbild des in sich ruhenden Künstlers, der von seinem Ego "Ich" zur Natur und zur Fabel gefunden hatte.

Ein weiter Weg. Immer wieder wurde versucht, auch in den späteren Texten politische oder kulturelle Sinnbilder und versteckte Deutungen zu finden, ob es sie wirklich gab kann nur der Künstler beantworten. Dabei wurde die Musik nie belanglos. Komponieren und seine warme, markante Stimme blieben immer sein Trumpf.

Nachdem das Kapitel Blumfeld sinnvoll beendet war, gab es erstmals einen Bruch in Distelmeyers Werk. Ein Soloalbum folgte, schön zwar, aber ohne greifbaren, neuen Ansatz. Danach folgte, was vielen Künstlern in einer solchen Situation einfällt: Ein Buch, eine kurze Reunion und dann als zweites Soloalbum, eine CD mit Coverversionen.



Auch wenn Distelmeyer mit Sicherheit Monate mit der Zusammenstellung verbracht hat, rund klang es nicht wenn auf Britney Spears, Radiohead folgt und die Platte nur spärlich instrumentiert ist. Um so erstaunter war ich als die jetzt laufende Akustik-Tournee angekündigt wurde. Würde das Konzept tragen ? 

In Düsseldorf brauchte sich der Künstler darüber wenig Gedanken machen. Auf fast jeder Tour ist er hier zu Gast, das Kulturzentrum ZAKK (diesmal wurde der kleinere Saal gebucht) ist eine feste Größe aus Blumfelds Zeiten, auch auf seiner Lesereise machte er hier Station. Das Konzert beginnt auf die Minute pünklich, ohne Vorband um 20:30 Uhr.

Zum Glück hat Distelmeyer einen Keyboarder mitgebracht, dies sollte dem Sound des Abends sehr gut tun. Der Künstler ist bester Laune, scherzt von Beginn an mit den Zuschauern und startet mit dem Aztec Camera Song "On the Avenue". Danach sofort das erste Highlight: "Tragedy" von den Bee Gees, leider nicht auf dem Album, entfaltet eine ganz eigene Stimmung.

Die ruhige Version ist äußerst gelungen, die Stimme Distelmeyers und das Keyboard schmeicheln dem Song und es passiert das, was bei einer guten Coverversion passieren muss: Es wird zu seinem Song. 

Supertramps "Take the long way home" ist dagegen eine zu einfache Wahl, den Song kann nun wirklich keiner mehr hören, doch danach wird es direkt wieder besser. Mit "Toxic" von Britney Spears gelingt die zweite Kunst des guten Covers.

Er skelettiert den Song, bis nur noch die Stimme (der Text) und der Rhythmus übrig sind. Laut Distelmeyer steht dieses Stück für ihn im Kontext zu dem folgenden, Radioheads "Pyramid Song", der textlich das Motto der "giftigen" Sirene aufgreift und weiterführt: "I jumped into the river, black eyed angels swam with me". 

Hier will der Funke nicht überspringen. Die Version von Radiohead wirkt bedrohlicher, und so singen wie Thom Yorke kann nicht mal Jochen Distelmeyer. Das ganze Set bis zur Zugabe besteht nur aus Coverversionen, das ist mutig aber auch konsequent. Neben einigen weiteren, schwächeren Songs ist Lana del Rey`s "Video Games" das vielleicht schönste Stück des Abends.

Hier passt alles: Stimme, Text und Instrumentierung machen den Song intensiver und stärker. Als Zugaben folgen vier Blumfeld Songs ("Murmel" stand auf der Setlist, wurde aber nicht gespielt). Das lange nicht gehörte "Wir sind frei" und "Ich, wie es wirklich war" erinnern daran, dringend nochmal alte Blumfeld CD`s zu hören. 



Als zweite Zugabe dann noch "April" und der Beatles-Song "Free as a bird". Als Lied zwar keine Heldentat, für Distelmeyer (lt. Ansage) aber ein Song der zeigt, das Freundschaft über den Tod (von Lennon) hinaus für ihn ein besonderes Gut ist. Die Beatles stehen für ihn beispielhaft dafür.

Am Ende dieser Tour (die noch das ganze Jahr läuft) wird sich endgültig die Frage stellen, ob der so talentierte Künstler noch die Kraft und die Songs hat, ein weiteres, relevantes Album zu veröffentlichen. Ohne das ich den gestrigen Abend missen möchte: Es ist lange her.


Samstag, 4. April 2015

Antilopen Gang, Düsseldorf, 02.04.15

1 Kommentare

Konzert: Antilopen Gang
Ort: ZAKK in  Düsseldorf
Datum: 2. April 2015
Zuschauer: 1000 ausverkauft


Bericht von Dirk aus Mönchengladbach - Vielen Dank!

Deutscher Rap und das Konzerttagebuch sind sich bisher eher selten näher gekommen. Hier soll aber eine berechtigte Ausnahme der Regel erfolgen. Doch beginnen wir am Anfang.

Den ersten Kontakt mit der Antilopen Gang hatte ich vor vielen Jahren als die damals schon nicht jungen Musiker mir auf dem Open-Source-Festival in Düsseldorf begegneten. Sie spielten damals keineswegs auf einer der noch so kleinen Bühnen, und so entstand Ihre Idee sich auf dem kleinen Markt des Festivals selber in einem Party-Pavillion zu präsentieren. Anstatt CDs oder Jutetaschen an den Mann bringen zu wollen, boten die Antilopen die Präsentation von Songs gegen Geld. Zusätzlich bestand die Möglichkeit sich von der Band gegen eine Spende 2 Minuten mit spontanen Raps dissen zu lassen. 



Diesen Spaß konnte ich nicht ablehnen, und  es hat sich gelohnt. Bestimmt für beide Seiten, denn nicht nur mir blieb diese clevere Aktion noch lange im Gedächtnis. Eine “echte” CD erschien leider auch in Folge nicht. Erst als ich las, das die Antilopen nun bei JKP (dem Label der TotenHosen) unterschrieben hätten, nahm das Ganze fahrt auf.

Der Bezug zu den Hosen mag zunächst abwegig klingen, aber es gibt diverse Punkte die die beiden verbinden. Beide aus Düsseldorf, der Name Anti-(l)ope(l)nGang ist wohl eine Hommage an den Titel der ersten Hosenplatte Opel Gang, der Bezug zum Punk in diversen Zitaten (“Deutsch-Rap muss sterben, damit wir leben können”) und auch die Songstrukturen. 



Die Liste der Anspielungen und Referenzen ist zu lang um sie hier ausführlich zu behandeln. Fakt ist: Die CD der Antilopen Gang ist wirklich sehr gelungen, selten hörte ich bessere deutsche Texte voller Ironie und messerscharfem Verstand. 

Und so spielte die Gang gestern das zunächst letzte Konzert Ihrer ersten größeren Deutschland-Tour im ZAKK. Lt. Bühnenansage mit rund 1000 Menschen das bisher größte der Bandgeschichte. Der Aufbau eher karg 3 Mikrofone, ein Keyboard und ein aus alten Ölfässern gezimmertes Schlagzeug.



Das Publikum eine herrliche Mischung aus Rastalockenmädchen, coolen Jungs, uncoolen Jungs, Typen mit Slime T-shirts und alten Männern. Der Verlauf des Konzertes war bizarr. Auf der Bühne Rap und im Publikum Pogo der alten Schule. Der ganze Saal tanzte und sprang als gäbe es kein Morgen. Hier werden wirklich Genregrenzen gesprengt, das ganze noch mit politisch hochkorrekten Texten. Wie vom Punk gewohnt ist es sehr linkslastig, aber selbst dies immer mit einem Augenzwinkern. Die Band präsentiert sich als “AntlopenOutlaws, ja wir sind die Aussenseiter” und es klingt weder anbiedernd noch arrogant.

Alte und neue Songs bilden einen gesunden Mix. Ein Track wird mit The Way it is von Bruce Hornsby neu interpretiert, was sich den jüngeren im Publikum nicht erschlossen haben dürfte. Am Ende noch die Single Beate Zschäpe hört U2 und Tracks aus dem Aschenbecher Album.



Danach ist Schluss, der Schweiß wird getrocknet und alle wünschen diesen schon jetzt in Würde gealterten, mitten im Leben stehenden Musikern….j a was wünscht man Ihnen: Größere Hallen, oder einfach nur weiter von dem Leben zu können, was Sie seit Jahren auch bereits in kleinstem Rahmen präsentiert haben. Deutschen Rap ohne Peinlichkeiten, falschen Egos und dummen Idealen. Diese Band empfiehlt der Vater seinen Kindern und hat selber Spaß dabei.    



Freitag, 27. September 2013

The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13

0 Kommentare

Konzert: The Wedding Present (play The Hit Parade)
Ort: zakk, Düsseldorf
Datum: 26.09.2013
Dauer: knapp 90 min
Zuschauer: vielleicht 250




Leute sammeln Zollstöcke, Plastikpommesgabeln, Jugendstil-Fliesen, Nilpferde, Überraschungsei-Figürchen, Stadionbesuche in der 4. bulgarischen Liga, Gartenzwerge, Flugzeug-Kotztüten, PEZ-Spender, Obstaufkleber, Sand oder leere Zigarettenschachteln.* Meine aktuelle Sammelleidenschaft ist langweiliger (und harmloser): ich sammele live gespielte The Wedding Present Alben.

Vor ein paar Jahren hat die Band aus Leeds ihr Debütalbum George Best in voller Länge aufgeführt. 2010 folgte Bizarro, im vergangenen Jahr Seamonsters. Zwischen Seamonsters (1991) und Watusi (1994) veröffentlichte die Gruppe um David Gedge ein als The Hitparade zusammengefasstes Projekt: 12 Singles, eine pro Monat, mit einem eigenen Lied als A-Seite und einem Cover auf der Rückseite. Die Hit Parade Singles erreichten allesamt Top 30 Platzierungen in England (Musikparadies!) und wurden anschließend auf zwei Platten bzw. einer Doppel-CD zusammengefasst.

Da sich ein echter Sammler keine Kotztüte oder keinen Birnenaufkleber entgehen lässt, konnte ich einfach nicht zu den ebenfalls verlockenden Built To Spill ins Gebäude 9 gehen, meine Sammelbörse fand im zakk in Düsseldorf statt, im kleinen Saal, dem Club. Der große wurde nämlich von Tango tanzenden Menschen bevölkert. Der Weg durch die elegant gekleideten Paare war das erste Erlebnis mit Tänzern an diesem Abend, aber bei weitem nicht das bizarrste.


Der Club war ganz gut besucht. Knapp 250 Leute mögen dagewesen sein. Vorgruppenlos kam David Gedge mit zum Teil neuer Band auf die Bühne. Drummer Charlie Layton hatte ich schon erlebt, Bassistin Katharine Wallinger war mir neu, bei Gitarrist Patrick Alexander (mit Gleis 22 T-Shirt) bin ich nicht sicher. 


Wie bei allen Konzerten dieser "The Wedding Present plays... Reihe" startete der Abend mit einem Warmlaufen mit Liedern von anderen Platten. Dabei war die Auswahl heute besonders schön! Es begann mit einem langen Interstate 5 (sehr toll!), ging quer durch die Bandgeschichte und endete mit der aktuellen Single Two bridges. "We never played it before" kündigte David an. Was gelogen war, weil es auf der aktuellen Tour im Programm ist. Bevor ich dazu einen bösen Kommentar in mein Büchlein schreiben konnte, schob der Sänger ein leises "in Düsseldorf" nach. 


Der Frontmann war erkältet. Aber sie hatten das nicht deshalb absagen wollen. Klee-Sängerin Suzie habe ihn mit Medikamenten versorgt, jetzt gehe es. Später stand dann statt eines Biers eine Tee-Tasse auf der Bühne. Geschadet hatte die Krankheit Davids Musik nicht. Er selbst urteilte hinterher, er habe "a little bit sexy" geklungen, mit seiner "late night voice."


Die Klee-Sängerin war übrigens auch im Publikum. Beide Bands verbindet eine lange Freundschaft, sie haben sich gegenseitig gecovert und in allerlei Hinsicht unterstützt. David Gedge hat bei einem Klee-Konzert im Gloria zum Beispiel den Job des Gitarrentechnikers übernommen. Schlagzeuger Charles scheint außerdem Tourmanager der Kölner Band zu sein.


Nach Two bridges begann dann der Single-Teil. Manche der Songs kommentierte der Frontmann ("wir sind jetzt im April" oder "das Video zu dem Song könnte bei euch Schäden anrichten. Aber das Lied ist trotzdem gut, denke ich"). Natürlich war nicht nur Love slave hervorragend, alle waren es. Wedding Present sind schließlich eine der Bands, die immer alles richtig machen und keine schlechten Songs schreiben. Hoffentlich behält David Gedge den Spaß an seinem Album für Album Konzept. Ich möchte auch alle anderen Studio-Alben live erleben, komme, was wolle. Meine zwei letzten Begegnungen mit dem Mann waren übrigens auch erzählenswert. Mein letztes Wedding Present Konzert war eines als Pausen-Unterhaltung beim Primavera Festival im Mai in Barcelona. Da spielte die Band unangekündigt für die wartenden Menschen vor der Hauptbühne auf einem Containerdach drei Songs. Vor zwei Wochen war David dann in Köln als Zuschauer bei My Bloody Valentine. Das ist ja schließlich auch so eine Band, die keine schlechten Songs schreiben kann - auch wenn sie für die guten länger braucht als der Mann aus Leeds.

Vielleicht erkennt man zwischen den Zeilen, wie sehr ich diese Band mag. Da ist nichts mehr nötig, um mich zu gewinnen. Aber meine Liebe ist noch ein großes Stück gewachsen, als David die beiden betrunkenen Spinner (ich hoffe es für sie, daß sie betrunken waren) im Publikum kommentierte. Die Zuschauer, in der Regel in gesetzterem Alter, tanzten, wie man das bei solchen Bands eben macht, nicht sehr ausgelassen aber stetig. Wedding Present Lieder laden glücklicherweise weder zum Mitklatschen noch zu Tanzstilen ein, die man sonst nur bei Raveabenden in Großraumdiscos in Ratingen erlebt. Wenn zwischen den angetan angemessen wippenden Musikfreunden dann ein Ausdruckstänzer rumhampelt, kann das nerven. Wenn er, die Spaßkanone, dabei alle anderen bewußt antanzt, spielerisch anstößt und schubst, nervt dies ganz gewaltig. Da keines der Opfer dieses ADHS-Tänzers auf Krawall gebürstet war, gingen die lieber einen Schritt zur Seite oder nach hinten. In der Mitte des Konzerts bildete sich ein immer größerer halbkreisförmiger Freiraum. Währenddessen tanzte der sich comichaft bewegende Typ und sein etwas harmloserer Kumpel in irgendeiner anderen Ecke des Saals Leute an und um.


Bei Three mochte wohl auch David nicht mehr vor leerer werdendem Saal spielen. "Kommt doch wieder weiter nach vorne!" - "Don't give them the space to be idiots!"

Watusi's next! Hoffentlich!

Setlist The Wedding Present, zakk, Düsseldorf:

01: Interstate 5
02: Spider-Man on Hollywood
03: Brassneck
04: Ringway to SeaTec
05: 524 Fidelio
06: Niagara
07: Montreal
08: Two bridges

The Hit Parade:

09: Blue eyes
10: Go go dancer
11: Three
12: Silver shorts
13: Come play with me
14: California
15: Flying saucer
16: Boing!
17: Love slave
18: Sticky
19: The queen of outer space
20: No christmas

21: Pleasant Valley sunday (The Monkees Cover)

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07 


* alles so gefunden!


Montag, 22. August 2011

Iron and Wine, Düsseldorf, 20.08.11

0 Kommentare

Konzert: Iron and Wine
Ort: Zakk Düsseldorf
Datum: 20.08.2011
Zuschauer: 500?
90 Minuten + Zugabe


Von Micha von firstlovelastlove

Sam Beam konnte sich noch gut an sein Gastsspiel vor fast genau einem Jahr im Zakk erinnern. Seine Frage ins Publikum, wer im letzten Jahr dabei gewesen ist, war gar nicht so unclever, so bemerkte der Frontmann von Iron & Wine an, das es sich an diesem Abend um ein komplett unterschiedliches Konzert handeln würde. Da waren schon 45 Minuten gespielt.


Im letzten Jahr kam er alleine nach Düsseldorf, das Konzert war bestuhlt, es herrschte eine intime Atmosphäre. Für mich war das mein Konzert des Jahres, das wusste ich nach wenigen Momenten, er spielte sich in die Herzen seiner Zuhörer.

Ohne Vorband sollte es in diesem Jahr alles ganz anders werden. Ich glaube zu wissen, das Sam Beam ein Perfektionist ist. Jeder von den neun Musikern auf seiner Bühne beherrscht sein Instrument. Ich kann mir vorstellen, wie die Stücke immer und immer wieder bis zur Endlosigkeit geprobt werden, um wieder ein kleines Stück an der Struktur zu verändern.

Die Lieder fangen meistens bekannt an, dann meistens ab der zweiten Strophe, spielt die Band ihr Potential aus, das ist ein Genuss für jeden, der Veränderung auf Konzerten möchte.

Iron & Wine spielten an diesem Abend, wie schon im Frühjahr im Kölner Gloria, ein gemixtes Set aus mehr alten und weniger neuen Liedern. Die stärksten Momente sind immer dann zu finden wenn Sam Beam mit dem Publikum kommunizert, er zieht das Publikum dann geschickt auf seine Seite. Am heutigen Abend ist das leider viel zu selten passiert.

Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen, ich wünsche mir das in Zukunft die Songs reduzierter dargeboten werden. Sam Beam muss niemanden mehr beweisen, dass er ein guter Musiker ist. Seine Stimme ist unverwechselbar. Diesen Trumpf sollte er mehr ausspielen.


Freitag, 23. Oktober 2009

Eskimo Joe, Düsseldorf, 20.10.09

0 Kommentare

Konzert: Eskimo Joe (& The Alexandria Quartet)
Ort: ZAKK, Düsseldorf
Datum: 20.10.2009
Zuschauer: nicht ausverkauft, aber gut gefüllt.
Dauer: ca. 90min.


Setlist Eskimo Joe, ZAKK, Düsseldorf:

01: Foreign Land
02: Inshalla
03: Sarah
04: New York
05: London bombs
06: Sydney song
07: Preassure
08: Childhood behaviour
09: Falling for you (Intro)
10: Falling for you
11: Losing my mind
12: Losing friends over love
13: Don't let me down
14: Wake up
15: Older than you
16: Black fingernails, red wine

17: I'm so tired (Z)
18: From the sea (Z)



Dienstag, 29. September 2009

Dear Reader & Ramona Falls, Düsseldorf, 28.09.09

1 Kommentare

Konzert: Dear Reader & Ramona Falls
Ort: zakk, Düsseldorf
Datum: 28.09.2009
Zuschauer: etwa 150
Dauer: Dear Reader 60 min, Ramona Falls 45 min


Als wir vor dem Konzert mit Brent Knopf, dem Sänger von Menomena und Ramona Falls sprachen, wollte er noch nicht damit rausrücken, wer ihn als Band auf seiner Tour durch Europa begleiten würde. Die ersten allerersten Konzerte seines neuen Soloprojekts Ramona Falls hatte Brent in den USA gemeinsam mit drei Freunden bestritten und dabei unter anderem Los Campesinos! supportet. Jaja, die Welt ist klein. Und die kleiner werdende Welt ist auch ein gutes Stichwort, denn ein wenig hatte ich schon damit spekuliert, daß Dear Reader aus Südafrika - der Hauptact des Abends - auch Brents Band sein könnten, weil das zum einen pragmatisch wäre, zum anderen aber auch eben ganz wunderbar zur gemeinsamen Geschichte von Brent und Dear Reader passen würde.

Dear Reader hatten - damals noch zu zweit - Songs geschrieben für ein erstes Album unter diesem Namen. Vorher hatten Darryl Torr und Cherilyn MacNeil bereits als Harris Tweed musiziert. Ein Streit mit dem Rechtebesitzer des Namens führte zu
Dear Reader; es entstanden neue Songs, die einen Produzenten erforderten. Cherilyn machte das, was auf der Hand liegt. Sie schrieb ihre Lieblingsband Menomena an und fragte, ob die das nicht machen wollten. Brent, auch das die natürlichste Sache der Welt, stieg ins Flugzeug, um 16.600 km zurückzulegen und die Platte zu machen.

Daraus wurde ein wundervolles Album und höchster gegenseitiger Respekt der Künstler. So entstand die Idee, Ramona Falls als Support auf die Dear Reader Herbsttour mitzunehmen. Und weil sich (fast) alle musikalisch so gut kennen, bildeten die Südafrikaner dann auch Brents Tourband, Michael setzte sich an sein Schlagzeug, Darryl nahm sich einen Bass, Neumitglied Jean-Louise ihre Viola und Cherilyn ihre Gitarre. Und obwohl sie in dieser Konstellation nur drei Tage geprobt hatten und die Songs von Ramona Falls alles andere als einfach gestrickt sind, klang es sofort fabelhaft!

Ich hatte ehrlich gesagt keine Gelegenheit, auf Unterschiede zwischen Album und Liveversionen zu achten, dafür kenne ich Intuit noch nicht gut genug. Ich hatte aber
auch keine Lust, irgendwie analytisch an den Auftritt ranzugehen, wollte vielmehr die wundervollen Arrangements auf mich wirken lassen. Und das taten sie! Wichtige (Gast-) Rollen spielten vor allem Jean-Louises Viola und Cherilyns Background Gesang. Oft war der zwar bloß textlos, er gab den Stücken aber einen ganz gehörigen Pfiff!

Die einzigen Anzeichen dafür, daß man so noch nicht häufig miteinander gespielt hat, waren Brents häufige Blicke zu seinen Mitstreitern und einige kleine Lachausbrüche von Cherilyn, wenn irgendetwas offenbar nicht geklappt hatte. Gehört habe ich diese Vielleicht-Pannen allerdings nie. Kurzum, den
fünf Musikern mit diesen grandiosen Liedern zuzuhören, war ein echtes Vergnügen!

Beste Stücke waren für mich The darkest day, Russia und Melectric. Aber mit hauchdünnem Vorsprung. Ein ganz vorzüglicher Auftakt, der wie selten etwas zuvor den Namen Co-Headliner verdient! Und der sicher für mich nicht einmalig bleibt; das will ich noch einmal sehen.

Setlist Ramona Falls, zakk, Düsseldorf:

01: Salt sack
02: Clover
03: The darkest day
04: Bellyfulla
05: Russia
06: Always right
07: I say fever
08: Going once, going twice
09: Melectric

Eine halbe Stunde nachdem Brent Knopf und Dear Reader verschwunden waren, kamen Dear Reader und ... Brent Knopf zurück. Die vier Südafrikaner hatten ihrem Produzenten eine Gitarre gegeben, er kannte schließlich die Stücke!

Cherilyn und die anderen hatten sich ein wenig umgestylt. Sie trugen jetzt 1a Schnauzbärte. Vergangene Woche in der Schweiz habe ich viele dieser Modelle in natura erlebt, der Sängerin aus Johannesburg stand der Haarschmuck aber auch außerordentlich gut!

Musikalisch begann es weniger außergewöhnlich; die ersten Lieder scheinen für den Start gesetzt zu sein. Allerdings klangen sie alle ein wenig anders. Das zusätzliche
Bandmitglied war auch hier eine hörbare Bereicherung. Bei Bend, dem phänomenalen Folksong, steuerte der amerikanische Gast zum Beispiel tolle "badada" Gesänge bei. Wenn er wie da auch Keyboard-Parts übernahm, mußte Brent natürlich nach vorne. Ansonsten stand der Menomena Mann allerding links in der Ecke, ganz oft sogar mit dem Rücken zum Publikum, ohne sich irgendwie in den Mittelpunkt zu spielen.

Wie toll diese Konzerte gemeinsam mit ihrem Lieblingsmusiker für die Sängerin sein müssen! So als würde Lukas Podolski sonntags zum Kick unter Freunden dazukommen.

Auch The same erschien mir ein wenig abgewandelt. Die Mitte des Lieds hörte sich ungewohnt an.

Der Rest des Sets bestand aus Liedern des Albums, u.a. dem bei Festivals nicht gespielten
Everything is caving, Heavy, dem iTunes-Bonustrack und ihrem in letzter Zeit immer gespielten Better than this aus Harris Tweed Zeiten. Und auch wenn ich die meisten Lieder mittlerweile mitsingen könnte, wenn ich singen könnte, habe ich mich keine Sekunde gelangweilt. Dieser Band zuzusehen, macht einfach großen Spaß! Wenn die Sängerin lacht, was sie oft tut, ist das herrlich ansteckend. Wenn es Pannen gibt (selten), sind die hochunterhaltsam. Schlagzeuger Michael, der sich in Haldern den Ruf erarbeitet hat, einen guten Wortschatz an schmutzigen deutschen Begriffen zu haben, verpatzte den Einsatz bei Out out out. Während Cherilyn lachte, setzte Brent zu einem fabelhaften Sweet Home Alabama Gitarrensolo an, laut und mit Rockstarposen! Meine Lieblingsszene!

Köstlich auch ein kleiner Dialog. Cherilyn hatte gefragt, ob wir alle aus Düsseldorf seien. Irgendjemand rief Cologne, was Brent zu einem Cologne-Wortwitz brachte, der in einer Cologne / Eau de toilette Diskussion endete.
Die Sängerin wies ihn darauf hin "girls don't wear Cologne", was Brent mit "mustaches neither" beantwortete.

Nach dem Zugabeklatschen kam die Supergroup zurück. "You did your job, now we'll do our's." What we wanted spielten sie als Bonustitel. Aber auch danach wurden sie sichtbar verlegen zurückgeklatscht. "Wir haben aber leider nichts mehr!" Das machte nichts, es war auch so wieder großartig! Toll diese Band, und toll dieser Abend!

Setlist Dear Reader, zakk, Düsseldorf:

01: Never goes
02: Dearheart
03: Bend
04: Way of the world
05: The same
06: Everything is caving
07: Out out out
08: Heavy
09: Release me
10: Great white bear
11: Better than this (Harris Tweed "Cover")

12: What we wanted (Z)

Links:

- Interview mit Dear Reader
- aus unserem Archiv:
- Dear Reader, Haldern, 15.08.09
- Dear Reader, Berlin, 07.08.09
- Dear Reader, Paris, 06.05.09
- Dear Reader, Nijmegen, 25.04.09
- Dear Reader, Köln, 18.04.09
- Dear Reader, Paris, 19.02.09
- Dear Reader, Köln, 12.02.09

- mehr Fotos

Konzerttermine:

29.09.09: Café Zapata, Berlin (nur Ramona Falls!)
30.09.09: Scheune, Dresden,
Dear Reader und Ramona Falls
01.10.09: Lagerhaus, Bremen, Dear Reader und Ramona Falls
02.10.09: Café Glocksee, Hannover, Dear Reader und Ramona Falls
03.10.09: Schaubühne, Leipzig, Dear Reader und Ramona Falls
04.10.09: Café Zentral, Weinheim, Dear Reader und Ramona Falls
05.10.09: Kamikaze, Freiburg, Dear Reader und Ramona Falls
06.10.09: KFZ, Marburg, Dear Reader und Ramona Falls
08.10.09: Chelsea, Wien, Dear Reader und Ramona Falls
11.10.09: Kiff, Aarau, Dear Reader und Ramona Falls









Mittwoch, 20. Mai 2009

Bon Iver & The Acorn, Düsseldorf, 19.05.09

14 Kommentare

Konzert: Bon Iver (& The Acorn)
Ort: zakk, Düsseldorf
Datum: 19.05.2009
Zuschauer: knackvoll
Dauer: Bon Iver 70 min, The Acorn 50 min


"Pasta? I love Pasta! But I don't understand...!" Rolf Klausener, kanadischer Sänger der Band The Acorn mit scheinbar deutschem Migrationshintergrund (offensichtlich aber ausgewandert, bevor man dafür von Privatsendern bezahlt wurde) sprach zwar ein vollkommen akzentfreies und gutes Deutsch; flüssige Unterhaltungen mit dem zakk Publikum kamen aber trotzdem nicht zustande. Der Pasta-Dialog in dem vermutlich ausverkauften Club hatte nämlich ganz anders angefangen. "Kann man in Düsseldorf hinterher gut ausgehen? Oder wollen wir hier gemeinsam tanzen?" - "In Köln geht die Post ab!" - "Pasta?"... und auf die Antwort aus einer anderen Ecke, die ich nicht verstanden hatte: "You don't like beards in Düsseldorf?" Das verunsicherte Rolf sichtlich. Er und seine Band hatten einen hohen Bart-Anteil. Nur Gitarrist Howie Tsui und einer der beiden Schlagzeuger (der ruhige) hatten offenbar einen Rasierer auf ihre Europatour mitgenommen.

The Acorn, die ihren Stil als Folk rock bezeichnen, waren zu sechst nach Düsseldorf gekommen. Neben Sänger und Gitarrist Rolf waren dies Howie und Jeff Debutte (Gitarre und Bass), Mike Dubue (Keyboard, Bass und Gitarre) und die beiden Schlagzeuger Jeffrey Malecki und Pat Johnson (müsste er gewesen sein). Bei Pat Johnson bin ich mir deshalb nicht sicher, weil ich im Internet kein anständiges Foto zum Vergleich finden konnte. Das aber spricht wieder für meine Theorie, schließlich schien der Schlagzeuger zumindest am Anfang niemals ruhig zu sitzen und war damit unfotografierbar. Sein Spiel erinnerte mich an Aufziehpuppen oder wackelndes Blechspielzeug, ihm zuzusehen war eine wahre Freude! Er drosch aber nicht nur lustig sondern auch heftig auf sein abgespecktes Schlagzeug ein. Recht schnell mußte eine Trommel ausgetauscht werden!

Die meisten der gespielten Lieder stammen vom 2007er Album Glory Hope Mountain. Einzige Ausnahmen waren Dents von der Tin fist EP und ein Lied, das ich nicht erkannt habe, im Text war von "morning light" die Rede. Schade, schade, denn das Lied war eines der schönsten des Abends! Im durch und durch tollen Set waren außerdem Dents und vor allem
Crooked legs überragend! Auch die Afrobeat-Elemente haben mich nicht weiter gestört. Fabelhaft (aber auch nicht überraschend), wie gut die Band bei ihrem ersten Konzert in Deutschland angekommen ist! Selten habe ich erlebt, daß eine Vorgruppe so gefeiert wurde!

Auch wenn die Musik Mist gewesen wäre, hätte es sich gelohnt, im Saal zu bleiben, um das Gesicht des Gitarristen Jeff zu beobachten. Herrlich, wie leidend er mit jedem Akkord mitgegangen ist! Seiner Mimik sah man jeden Tropfen Gefühl an, den die Kanadier in ihre Musik stecken. Köstlich, das zu beobachten! Vielleicht litt er aber auch unter dem Gefühl, etwas zu verpassen. Als er bei einer der langen Ansagen fragte, über was Rolf rede, antwortete der: "Wir sprechen über dich!" - "Wirklich? Redet er über mich?" Wir haben das bejaht...

Setlist The Acorn, zakk, Düsseldorf:

01: Hold your breath
02: Crooked legs
03: Glory
04: Oh Napoleon
05: Even while you're sleeping
06: Dents
07: ?
08: Low gravity
09: Flood

Als die beiden Acorn-Schlagzeuge weggeräumt waren, blieben noch zwei übrig, denn auch Bon Iver spielt mit Doppel-Getrommel. Vier Drumkits auf einer Bühne hatte ich noch nie gesehen, beeindruckend!

Diese Doppel-Schlagzeuge sollten dann auch schon richtungsweisend sein. Denn live klingt Bon Iver viel druckvoller, manchmal lauter, vor allem aber beeindruckender als von Platte. Ich hatte keine richtigen Vorstellungen vorher, wie es werden könnte, hatte Justin Vernons gefeierten Auftritt Ende letzten Jahres in Köln verpasst. Meine Vorstellung war eher die eines ruhigen, sehr akustischen Abends. Ich lag daneben.

Nachdem offenbar größere Probleme an Justins rotem Keyboard behoben waren, die Roadies teilweise zu dritt daran gearbeitet hatten, ging es um zehn recht unspektakulär los. Justin Vernon setzte sich an sein im 90°-Winkel zum Bühnenrand stehendes Instrument und klimperte ein wenig drauflos. Erst nach ein paar Minuten stiegen die anderen Musiker ein, das Lied Babys von der Blood Bank EP, der letzten Veröffentlichung der Band aus Wisconsin, blieb aber zunächst noch ruhig.

Erst in den folgenden Stücken kamen verstärkt Gitarren und Schlagzeuge zum Einsatz, es wurde lauter. Neben Kopf Justin bestand die Band aus dem Gitarristen Mike Noyce, der zusätzlich ein Standtom bediente (und dabei so heftig auf die Trommel eindrosch, daß der Filz vom Schlägel wegflog!) und den beiden Schlagzeugern Matt und Sean (wenn ich es richtig verstanden habe), die beide noch weitere Instrumente spielten (Bass, Synthesizer, Gitarre).

Nach einem neuen Lied (Beach baby - eher ruhig) folgte mit Skinny love das erste richtig energisch gespielte Lied der Amerikaner! Vor allem in der zweiten Hälfte des Stücks ging es auch nicht anders als laut, denn Justin, der seine metallene Gitarre spielte, wurde da von drei Schlagzeugern begleitet! Man kann mich mit Schlagzeugsoli Marke 70er Jahre oder mit Trommelshows (wie auch mit steppenden Kelten) jagen und mir jeden Spaß an Musik nehmen. Aber wenn Schlagzeuger so eingesetzt werden wie beim Waldschrat aus Wisconsin, lasse ich mir das sehr gerne gefallen! Der Höhepunkt seines Sets!

Den Waldschrat sollte ich erklären: Folkmusiker haben ja gerne etwas Naturverbundenes. Justin Vernon ist allerdings anders schratig. Wenn er Holzfällerhemden trägt, liegt das daran, daß er auch sonst absolut nach Waldmensch aussieht und nicht nach einem Bostonian, der auf seiner Gitarre klimpert und einen Bart zum Karohemd trägt. Ich war nicht in Riechweite, bin aber ganz sicher, daß Justin nach Kettensägenöl roch. Der Sänger hatte eine Cargohose und ein passendes Militär-Muskelhemd an und sah nach Football-Publikum und nicht nach Folkkünstler aus. Aber die Hülle ist ja egal, wenn der Inhalt stimmt. Und der stimmte außerordentlich!

Ein weiteres Highlight kam in seinem Samplerbeitrag für die wundervolle Dark Was The Night Sammlung, seinem
Brackett, WI, über eine Nachbarstadt seines Heimatorts.

re: Stacks spielte Justin wieder alleine; die Band verschwand kurz hinter dem Vorhang. Aber stärker war der Abend, wenn die Mitmusiker dabei waren und Krach machten. Und so endete es dann auch. For Emma und The wolves gefielen mir zum Abschluß ganz hervorragend! The wolves hatte Justin um einen Mitmachpart erweitert: den Refrain im zweiten Teil ("what might have been lost") sollten wir immer lauter werdend mitsingen, bis wir auf ein Zeichen hin ("wir gucken uns dann hier vorne kurz an") laut schreien sollten. Meist funktioniert so etwas ja nicht, das zakk Publikum brüllte aber wie am Spieß, sensationell war das!

Eine Zugabe - Creature fear - bildete den Abschluß nach 70 Minuten. Dabei fiel mir besonders der Wechsel zwischen Justins Kopf- und seiner normalen Stimme auf; und die vielen Trommeln, die den schneller werdenden Rhythmus für einiges Gefrickel auf den Effektpedalen markierten.

Und so endete der Abend mit einigen Erkenntnissen:

  • Bon Iver wird wohl die Rolle eines der Headliner des diesjährigen Haldern-Festival übernehmen - zurecht!
  • Folk kann mächtig laut sein
  • wenn ein Künstler sagt: "we have a couple more songs", meint er nicht paar sondern Paar - es kommen immer genau zwei nach der Ansage (ein neues Konzertgesetz, universell gültig)
  • mich kann man auch schon mit anderen Sachen glücklich machen - mit der schönsten Szene des Abends... eine der leisen Pausen nutzte eine Frau, um quer durch den Saal ihre Freundin anzubrüllen, ob die ihr Handy habe. Wunderbar! Auch wenn Justin verunsichert war, was das nun solle
Setlist Bon Iver, zakk, Düsseldorf:

01: Babys
02: Blood bank
03: Lump sum
04: Beach baby
05: Skinny love
06: Brackett, WI
07: re: Stacks
08: Mercury (Kathleen Edwards Cover)
(08b:) eine kurze unbenannte Polka
09: For Emma
10: The wolves (Act I and II)

11: Creature fear (Z)

Fotos folgen!


Freitag, 10. April 2009

The Whitest Boy Alive, Düsseldorf, 09.04.09

3 Kommentare

Konzert: The Whitest Boy Alive (& The New Wine)
Ort: zakk, Düsseldorf
Datum: 09.04.2009
Zuschauer: 800 - 900 (ausverkauft)
Dauer: The Whitest Boy Alive 90 min, The New Wine 30 min


2009 wird als das Jahr der Reunions in die Musikgeschichte eingehen. Faith No More, Blink Dingsbums, Skunk Anansie, Michael Jackson und Bubbles, die Specials, Guano Apes, Limp Bizkit, die halben Beatles scheinen sich sicher zu sein, Stone Roses, und Libertines zieren sich noch. Zwischen diesen nur zum Teil erfreulichen Wiedervereinigungen stechen zwei Comebacks heraus: zum einen natürlich Blur, die ich im Sommer zweimal sehen werde (bei ihrer offiziellen Reunion am 3. Juli im Hydepark und beim Zusatzkonzert am Tag vorher...). Und zum anderen The Whitest Boy Alive, die Band um den Norweger Erlend Øye, der vor kurzem ausgestiegen war, um sich wenig später mit seiner Gruppe wieder zusammen zu tun.

Im Rahmen ihrer Vereinigungs-Tour gastierten The Whitest Boy Alive an Gründonnerstag im zakk in Düsseldorf. Die Hauptstadt NRWs ist für mich als Wäregernkölner außerhalb der üblichen Konzertwahrnehmung. Nur sehr selten hatte ich bisher Konzerte dort gesehen, das zakk kannte ich zum ungläubigen Erstaunen meiner Konzertbegleiter bisher nicht. Dabei ist der Club wirklich sehenswert und herrlich angenehm. Der Saal scheint breiter als lang und wirkt dadurch luftig. Oder fluffig, wenn wir ein Kochblog wären.

Um neun war es noch nicht schrecklich voll; viele nutzten den lauen Frühlingsabend noch zum Rauchen außerhalb. Und die verpassten dann eine sehr hörenswerte Vorgruppe. Bei meiner einen bisherigen Beinahebegegnung mit The Whitest Boy Alive (in dem kleinen Gebäude beim Melt! Desaster, in das 20.000 reinwollten aber nur 1.000 reinkonnten, koordiniert von vorsichtig ausgedrückt heimatverbundenen Sicherheitskräften) hatte ich Erlend zumindest kurz live gesehen. Er sagte da die Band Kakkmaddafakka an. Dieser schöne Sitte kam er auch im zakk nach. Bevor The New Wine auf die Bühne kamen, erschien der schlacksige Sänger und kündigte seine Bergener Landsleute an. Wir sollten allerdings gewarnt
sein, die Band habe sich in den Tagen vorher an fremdländischen Essen den Magen verdorben, in der Schweiz. Wenn einer der Musiker umfalle, sei das Konzert sofort beendet!

Es ging aber alles gut; sehr gut sogar, denn The New Wine (aka Federweißer) lieferten einen sehr ordentlichen Auftritt. Ihre Nähe zu The Whitest Boy Alive war unverkennbar, sowohl Instrumentierung als auch Stil glichen der Berliner Band auffallend. Aber wieso sollte das schlecht sein, "similar artists" vorher auf die Bühne zu schicken. The New Wine sorgten mit ihrer Version tanzbaren und funkigen Indie-Pops für ausgezeichnete Stimmung und für einen wirklich guten Eindruck bei mir. Die vier
Bergener machten viel Spaß! Und sie hielten durch, keiner kippte um. Sie konnten also die kompletten 30 Minuten durchspielen. Bassist Johan Hatleskog ging allerdings nicht mit einer Flasche oder einem Glas von der Bühne, er hatte eine kleine Müslischüssel in der Hand - vermutlich mit Haferschleim!

Nach den ersten Norwegern füllte sich der Saal schnell. Aber obwohl ausverkauft war es alles andere als unangenehm zugestopft. Kurz vor halb zehn stellte bzw. setzte sich dann die Hauptgruppe an die kaum umgebauten Plätze. Nur kleinere Umbauten waren nötig gewesen.

Wie üblich war der Opener der Platte das erste Lied des Konzerts.* Keep a secret ist eines der tollsten Stücke von Rules, der zweiten Platte des Quartetts. Und es ist
typisch für die Musik von Whitest Boy Alive, für die alternative Tanzmusik mit den wie selten sonst dominierenden Instrumenten Bass und Schlagzeug. Erlend spielt zwar häufig Gitarre, die ist aber bei weitem nicht so wichtig wie sein Gesang oder die Rhythmus gebenden Instrumente. Der Bass schien mir live allerdings weniger laut zu sein als auf Platte. Aber das tat absolut nicht weh. Auch die abgewandelten Versionen der Lieder im Vergleich zu den Albumsachen, die vielen Übergänge, machten das Konzert natürlich eher spannender als enttäuschend.

Anfangs kamen nur Lieder vom diesjährigen Album. Erst das siebte Stück Above you stammte vom Debüt Dreams. Während bis auf Timebomb und Rollercoaster ride alle Songs von Rules gespielt wurden, spielte die erste Platte eine merklich untergeordnete Rolle. Dabei stammte das große Highlight des Abends vom Erstling.
Denn trotz des homogen guten Konzerts leuchtete für mich Burning besonders hell. Das Lied ist toll, keine Frage! Aber mittendrin wechselten die vier recht nerdig-aussehenden Musiker ihre Instrumente, ohne daß ein Bruch zu merken gewesen wäre! Irre! Erlend ging zu Keyboarder Daniel, der zog sich die Gitarre um, der Sänger setzte sich an die Pianos. Bassist Marcin griff sich Ersatz Drumsticks, gabe Trommler Sebastian den Bass und trommelte dabei schon den Rhythmus. Daniel sagte hinterher, daß das Premiere gewesen sei. Und was für eine! Von der Selbstironie und Lockerheit sollten sich all die Mando Diaos dieser Welt fette Scheiben abschneiden, es stünde ihnen!

Auch Erlends Tanzeinlagen sind köstlich! Ab und zu stieg er auf ein Podest und zappelte da, ruderte mit seinen langen dünnen Armen.

Mit Fireworks endete nach etwa einer Stunde der normale Teil des Konzerts.
Während die anderen nach dem Lied von der Bühne gingen, blieb Keyboarder Daniel ein wenig fassungslos, dann aber laut lachend zurück. Irgendwie war der weitere Verlauf wohl anders abgesprochen gewesen. Noch immer lachend ging auch er backstage. Kurz später öffnete sich der Vorhang wieder. Es kamen aber nicht The Whitest Boy Alive zurück, The New Wine begannen wie selbstverständlich die erste Zugabe - Golden cage - dann aber schnell begleitet von den anderen vier Musikern. Beide Bands spielten das Lied zu Ende, erst dann war der Arbeitstag der blutjungen Supportgruppe beendet.

Während der dritten Zugabe, einem Instrumentalstück, zu dem Erlend nur ab und zu
"Oh Oh" sang, zertrümmerte Daniel noch eines der vielen Percussion-Instrumente, eine Rassel, die er ein wenig zu feste auf sein Keyboard schlug.

Diese vielen kleinen Soundeffekte (wenn sie ganz blieben), machten eine Menge des Charmes des Konzerts aus. Schlagzeuger Sebastian legte dauernd irgendetwas auf seine Instrumente, eine Kette, zusätzliche Becken... herrlich!

Nach den ersten drei Zugaben tauchten die Vier noch einmal auf und spielten ihr Robin S. Cover
Show me love, und ein zweites kurzes Instrumentalstück. Es war toll! Anderthalb Stunden beste Tanzmusik mit einer sehr sympathischen Band! Kein Wunder, daß die meisten der kommenden Konzerte ausverkauft sind. Solltet ihr trotzdem eine Chance habe... hingehen!

Setlist The Whitest Boy Alive, zakk, Düsseldorf:

01: Keep a secret
02: High on the heels
03: Dead end
04: Intentions
05: Promise less or do more
06: Gravity
07: Above you
08: Burning
09: Courage
10: Island
11: U don't know me (Armand van Helden Cover)
12: Inflation
13: Fireworks

14: Golden cage (Z) (mit The New Wine)
15: 1517 (Z)
16: ? (Z)

17: Show me love (Robin S. Cover) (Z)
18: instr. (Z)

Links:

- mehr Fotos


* bei aller üblichen Bescheidenheit erlaube ich mir als Entdecker dieses Phänomens, es künftig das Christophsche Gesetz zu nennen.





 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates