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Mittwoch, 24. Oktober 2018

The Wedding Present, Paris, 22.09.18

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Konzert: The Wedding Present
Ort: Point Ephémère, Paris
Datum: 22.09.18
Zuschauer: zwischen 250 und 300



Wenn man die Konzertreisen von The Wedding Present in den letzten 10 Jahren mitverfolgt hat, konnte man schön sehen, wie die eigene Lebenszeit verstreicht. Da sie etwa ein mal pro Jahr nach Paris kommen, stellt man immer wieder erstaunt fest, wie schnell ein Jahr vergeht. Waren sie nicht erst kürzlich hier? Um 30 Jahre George Best zu feiern? Ach so, das war im November 2017! Auch schon wieder 10 Monate her, verrückt wie die Zeit fliegt!




Und witzigerweise stammte dann auch gleich das erste Lied des Abends von Georg Best. Everyone Thinks He Looks Daft ist ein Klassiker, ein veritabler Ohrwurm, der das Konzert auf schwungvolle Wiese lancierte. Aber die Weddos können auch gar nicht anders als schwungvoll und dynamisch. Ihre Konzerte ähneln mehreren hintereinanderfolgenden Sprints, jedes Lied ist noch schneller als das vorangegangene und Dave Gedge bearbeitet seine Gitarre immer wie ein gedopter Leichtathlet. Ich glaube der Mann braucht das einfach. Dieses sich Abschrammeln an seiner Elektrischen. Ein Lebenselixier für ihn. Eigentlich könnte er sich ja langsam zur Ruhe setzen oder zumindest etwas kürzer treten, aber Gedge zieht sein Tourprogramm Jahr für Jahr gnadenlose durch. Etliche Begleitmusiker konnten seinem Tempo nur eine Weile lang folgen, Wechsel im Personal gab es in der Historie der Band reichlich.





Auch heuer wieder wurden wir mit einem neuen Line Up überrascht. Anstatt der blonden Danielle Wadey, die inzwischen Gitarre spielt, zupft nun die brünette, bereits auf Studioaufnahmen von Going Going präsente Melanie Howard den Bass. Eine hübsche junge Frau mit zarten Gesichtszügen und einem gothisch angehauchten schwarzen Look, die sehr dezent, fast schüchtern, agierte. Drummer Charles Layton, der schon seit 13 Jahren dabei ist, ging da ganz anders zu Werke. Er knallte drauf wie ein Besessener und zog auch wieder urkomische Grimassen. Danielle Wadey schien ihre Funktion als Gitarristin zu geniessen. Ihre Rolle in der Band ist wichtiger geworden, sie steht jetzt mit Dave an vorderster Front und sang auch immer wieder ein paar Vocalparts. Hübsch anzusehen ihre Kleidung, ein güldenes enges Kleid und flache Glitzerschuhe.


Die Ansagen und Kommentare zwischen den Songs machte aber immer nur der Chef persönlich. Nicht, dass er ausufernde Reden hielt, das nicht, aber er gab immer mal kurze Erklärungen zur Genese der Stücke und von welchem Album sie stammen. In einer recht witzigen Szene zeigte er auch seinen zynischen Humor, als er nach einem Zug aus der Pulle seine edelstählerne Trinkflasche anschaute und grinsend sagte: "Ist nicht aus Plastik. Ich vermeide jetzt Plastik. Ok, ich mache ab und zu Flugreisen, aber zumindest versuche ich umweltfreundlicher zu sein."

Sprachs augenzwinkernd, schnappte sich seine Gitarre und schrammelte wieder drauf los.


Die Setlist ging diesmal quer durch den Garten, quasi jedes Album wurde mit mindestens einem Song bedacht, Bizarro sogar mit drei an der Zahl. Don' Talk Just Kiss, in der Anfangsphase gespielt, stammte z. B. von jenem Machwerk. Nach wie vor ein dufte Titel, der teilweise sehr grungig und aggressiv wird und wurde, aber auch immer mal wieder mit Tempowechseln aufwartete. "I wann wake up in you." sang Dave an einer Stelle. Wie er das wohl meinte? Ob das jugendfrei war?

Lovenest stach ebenfalls hervor. Ein Song mit einem langen Intro , eher mittelschnell als rasant, aber sehr punkig und mit vielen überraschenden Wendungen.

Und dann gab es auch Lieder von seltener gespielten Alben: Ringwall To Seatac von Take Fountain, Boo Boo von El Rey, oder Bear von Going, Going.

Die packendsten Tracks hatten die Weddos aber in die Schlussphase gepackt, da kamen  altbekannte Kracher wie My Favourite Dress, Kennedy ("too much apple pie") und Take Me! hintereinander weg. Das letzte Stück endete in einer irre langen Instrumentalphase und wurde voll ausgekostet.

Zugaben gab es danach natürlich keine, das sind wir von The Wedding Present auch nicht anders gewohnt.

Wieder mal ein starker Auftritt der Briten, die danach auch noch durch Deutschland tourten. Vielleicht wart ihr dabei und könnt uns eure Eindrücke schildern? Im Gebäude 9 in Köln war es sicherlich toll, davon gehe ich mal aus!



Setlist

Everyone Thinks He Looks Daft

Once More
Don't talk, Just Kiss
Blue Eyes
Lovenest
Ringway To Seatac
You Should Always Keep in Touch With Your Friends
Boo Boo
Gazebo
Heather
Pourquoi es tu devenue si raisonnable?
You Jane
Niagara
Getting Nowhere Fast
Bear
Flying Saucer
My Favourite Dress
Kennedy
Take Me!




Sonntag, 22. Oktober 2017

The Wedding Present, Heerlen, 21.10.17

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Konzert: The Weding Present (30 Jahre George Best)
Ort: Nieuwe Nor, Heerlen
Datum: 21.10.2017
Dauer: knapp 85 min
Zuschauer: vielleicht 150



The National in der Elbphilharmonie, die Railway Children beim Jubiläum von Firestation Records, Godspeed you! Black Emperor oder The Wedding Present mit ihrem George Best Jubiläum... der 21. Oktober war seit Monaten ein Hass-Tag. In so Fällen geht immer Herz vor Verstand, also waren die Railway Children gesetzt. Das klappte dann kurzfristig aber dann leider doch nicht, also blieb der beste vorstellbare Trostpreis, The Wedding Present in Heerlen. Die Band von David Gedge ist wieder einmal auf George Best Tour. 2007 wurde die erste Platte der Engländer 20, damit begann eine Serie von Konzerten, bei denen The Wedding Present Platten komplett spielten. Zwischendurch hatte ich Sorgen, daß damit Ende sei, weil Saturnalia nicht richtig betourt wurde, das rettete aber Olivers Wohnzimmerkonzert-Jubiläum, bei dem 2015 Cinerama spielten und The Wedding Present als Vorgruppe ihre fünfte Platte vortrugen. Bevor es irgendwann hoffentlich mit Take fountain weitergeht, wird bei Davids Festival At the edge of the sea der Sampler Tommy gespielt.

George Best also wieder, das nach dem nordirischen Star von Man United benannte Album. Bevor Sonntag die Deutschland-Schleife der Tour beginnt, fand das erste Konzert auf dem Kontinent 20 km vor Aachen statt. Damit war es nicht nur gut erreichbar sondern auch in einem Land, das Popmusik ganz anders wertschätzt als Deutschland - wobei das vermutlich jedes macht. In den Niederlanden (wie in Belgien) hat nach meiner Wahrnehmung jede mittelgroße Stadt eigens dafür gebaute Popmusik-Säle (die mit "Poppodium" sogar einen eigenen Namen haben). Im Nieuwe Nor ("neues Gefängnis") war ich vor Jahren schon einmal bei Get Well Soon. Und wie üblich hatte ich die Größe des Clubs falsch in Erinnerung, er ist viel kleiner als gedacht. Im Eingangsbereich zeichnete David Gedge gerade noch die Preise der unzähligen Platten, Bücher, Comics und Shirts aus. 

Einige Minuten später um halb neun begann das Vorprogramm, dem ich eine ein Lied dauernde Chance geben wollte, um mich dann in die hauseigene Bar zu setzen. Da standen alte Männer auf der Bühne, die vermutlich entsetzlich sein würden. Das erste Lied (und Google) machten mich aber neugierig, also blieb ich. Struggler sind eine Punkband aus dem belgischen Limburg, die seit 1979 besteht. Sänger Rene Hulsbosch hat eine Stimme mit viel Punk-Vibrato (oder Tremolo, bin nicht sicher), dadurch hörte ich immer mal wieder die Dead Kennedys raus. Das halbstündige Konzert war sehr kurzweilig, einige Lieder wirklich enorm gut, ich hätte etwas verpasst, wenn ich gegangen wäre. Dabei hatte der DJ vor dem Support mit Songs von den UK Subs oder Sham 69 darauf hingewiesen, was kommen würde. Das DJ Set war wundervoll, wären alle so, hätte ich keine Angst mehr vor DJs vor Konzerten.

Nach ein paar Liedern legte Rene die Gitarre ab und übergab an einen jungen Gitarristen, der die gleiche Sideshow-Bob-Frisur wie er hatte - ganz sicher sein Sohn. Rene sang in der zweiten Hälfte des Konzerts nur, Rene II spielte Gitarre. Nach gut 30 min war Schluß. Ob Struggler so legendär ist, wie das Internet sagt, weiß ich nicht, sie waren aber aber sehr kurzweilig und gut.


Der Umbau verriet schon das Lineup der Hauptgruppe, denn bis auf den Chef richten alle Bandmitglieder ihre Arbeitsplätze selbst ein. Gitarrist Marcus Kain aus Australien war wieder dabei, was mich überraschte, was ich aber bei meiner Platzwahl eingeplant hatte. Beim Indietracks stand ich vor dem jungen Musiker und verfolgte gemischt entsetzt und fasziniert sein Rocker-Gepose. Als er irgendwann über die Monitor-Box kletterte, guckte auch David verwirrt, und der hat in seinem Leben vermutlich alles schon gesehen. Ich war sicher, daß Marcus nicht mehr dabei sein würde ("the Weddos don't do this"), er war aber. Sicherheitshalber stand ich aber bei Bassistin Danielle.

Bevor die Band endgültig auf der Bühne erschien, kam das erste WP-Lied aus der Konserve, Marblehead vom letzten Album Going, going... von 2016. Das erste Livelied war dann nicht Everyone thinks he looks daft, der Startsong von George Best sondern Once more, eine der frühen Singles, die auf Tommy gesammelt sind. Bei diesen Platten-Konzerten spielen TWP mal die Platte am Anfang, mal am Ende. Aufgefüllt wird mit Hits aus dem riesigen Katalog der Gruppe. In diesem Best-of-Teil, der eine gute halbe Stunde dauerte, kamen Stücke aus allen Karriephasen, darunter Corduroy (Seamonsters), Lead vom neuen Album und The girl from the DDR von Valentina (die Platte, die Davids Zweitband Cinerama 2015 komplett gecovert hat). Mir unbekannt war das Instrumental-Lied England, das auf einer neuen EP, auf der sich auch Wales befindet. Mein Highlight der ersten Konzerthälfte war aber Perfect blue (Take fountain). David kündigte das an, was wenig Reaktionen hervorrief. "Perfect blue... not very well known here."

Bei The girl from the DDR sang Danielle die deutsche Zweitstimme. "Ihr sprecht hier zwei Sprachen, oder? Niederländisch und Deutsch?", fragte der Sänger, was zu den erwartbaren Reaktionen führte. Allerdings waren auch viele Deutsche im Publikum, die sich da outeten. Die Landsleute in meiner Nähe hatten das vorher schon, die unterhielten sich nämlich sehr laut im ersten Teil des Sets. Deutsche im Ausland... genauso schlimm wie im Inland. Später fiel der lauteste Redner noch einmal auf, als er in Davids Ansage eines George Best Songs sich brüllend Felicity wünschte. "You've come to the wrong album." Vielleicht sogar zur falschen Band, er trug ein Motörhead-Shirt.


George Best spielte die Band wie üblich in der richtigen Reihenfolge ("the vinyl version, not CD or cassette"). Musikalisch war da nichts überraschend, das ist aber ja auch gut so. Natürlich ist George Best immer noch so gut gealtert wie vor zehn Jahren. David Gedge verschleißt wie üblich Gitarre über Gitarre, wenn er mit irrem Tempo über die Saiten schrammelt. Das wird mich nie langweilen. 

Nach You can't moan, can you?, dem letzten Lied von George Best ("vinyl, not CD or cassette") folgte noch Bewitched (Bizarro), Zugaben spielt die Band nie. Es gab allerdings ein neues Feature stattdessen: den Wedding Present Fact of the day, den Danielle vortrug. Heerlen sei die Stadt mit dem weltweit ersten Kraftwerk, das ehemalige Minen für Tiefenwärme nutzt.

Der Saal ist toll, der DJ war klasse, die Vorgruppe unterhaltsam, The Wedding Present wie immer (großartig), wie kann ich da von einem Trostpreis sprechen?

Setlist The Wedding Present, Nieuwe Nor, Heerlen:

01: Once more
02: Yeah yeah yeah yeah yeah
03: Lead
04: Corduroy
05: The girl from the DDR
06: No
07: Perfect blue
08: England

George Best:
09: Everyone thinks he looks daft
10: What did your last servant die of?
11: Don't be so hard
12: A million miles
13: All this and more
14: My favourite dress
15: Shatner
16: Something and nothing
17: It's what you want that matters
18: Give my love to Kevin
19: Anyone can make a mistake
20: You can't moan, can you?

21: Bewitched

"The Wedding Present don't do encores." 


Links: 

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Ripley, 29.07.17
- The Wedding Present, Paris, 05.11.16
- The Wedding Present, Luxemburg, 24.10.16
- The Wedding Present, Paris, 17.07.15
- The Wedding Present, Arlon, 20.11.14
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.14
- The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07




Samstag, 26. August 2017

The Wedding Present, Ripley, 29.07.17

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Konzert: The Wedding Present
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 29.07.2017
Dauer: 80 min
Zuschauer: alle




Vor zwei Jahren waren Cinerama einer der Headliner des Indietracks, dieses Jahr David Gedges andere Band. The Wedding Present sind trotz der bestmöglichen Tweepop-Credibility - sie waren schließlich auf dem C86-Tape - keine typische Indietracks-Band, dafür sind sie meines Erachtens zu groß und zu rockig. Aber jedes Festival braucht Headliner und der Pool der wirklich zum Indietracks passenden großen Künstler ist überschaubar (zumal Camera Obscura nicht mehr auftreten und Belle & Sebastian seit Jahren zu teuer sein dürften). Mir war das gleich, ich liebe The Wedding Present und war froh, sie auch dieses Jahr sehen zu können.


Eigentlich tourt die Band gerade wieder einmal mit ihrem Album George Best (30), was sie auch 2007 schon gemacht hatten (bis auf Take fountain, El rey und Valentina haben sie jedes Album live gespielt). Ich war nicht sicher, ob sie das auch bei einem Festival machen würden. Nach dem ersten Lied war die Frage beantwortet, denn das war Give my love to Kevin von George Best, Lied 4 der B-Seite, es war also kein Album-Konzert. Und das machte alles sehr viel spannender für mich.


Ich kann mir gut vorstellen, wie die Vorbereitung der Band auf dieses spezielle Festival lief. "Kennen die uns da? Wer ist denn noch Headliner? Martha und Cate Le Bon? Dann kennen die uns eher nicht, lass ein Best-Of spielen." Die Setlist hatte Schlagzeuger Charles Layton geschrieben, erzählte David, als er später die Band vorstellte. 


In Ripley standen wie zuletzt Bassistin Danielle Wadey und Gitarrist Marcus Kain an seinen Seiten. Marcus Kain ist aus Australien und vermutlich jetzt Ex-Wedding-Present-Mitglied. Ich habe selten einen größeren Poser gesehen. Wenn man weiß, wie David Gedge seine Gitarre runterschrammelt und wie wenig er auf alles außerhalb der Musik wert zu legen scheint, kann man sich vorstellen, wie wenig er für Musiker mit Beinen auf Monitorboxen übrig hat. Als Marcus bei Flying saucer vor der Monitorbox stand und poste, bemerkte sein Bandleader das und strafte ihn mit einem bösen Blick, mein Herz ging auf!

Natürlich war das Konzert hervorragend, anders können die das ja auch nicht. Wenn der Fokus dann noch auf Hits liegt (und sie haben alle gespielt, Interstate 5, Brassneck, Kennedy, Dalliance, My favourite dress...), und davon hat David Gedge so viele, sind so 80 Minuten auch trotz Regens schnell vorbei. Trotz allen Lobs hatte der Auftritt ein Problem: er fand auf dem Indietracks statt. Und da spielen mehrheitlich Super-Bands, da reicht ein hervorragendes Konzert nicht, um das Wochenende zu gewinnen. Rachel von der letzten Platte stellte David als den besten Popsong vor, den wir am Wochenende hören würden. Jein.




Irgendwann sind The Wedding Present meine meistgesehene Band, ganz sicher. Und das ist völlig in Ordnung!


Setlist The Wedding Present, Indietracks, Ripley:

01: Give my love to Kevin
02: Come play with me
03: What have I said now?
04: You should always keep in touch with your friends
05: Interstate 5
06: Rachel
07: Two bridges
08: Go out and get 'em boy
09: Love slave
10: Everyone thinks he looks daft
11: Brassneck
12: Dalliance
13: Dare
14: Bear
15: Flying saucer
16: My favourite dress
17: Kennedy

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Paris, 05.11.16
- The Wedding Present, Luxemburg, 24.10.16
- The Wedding Present, Arlon, 20.11.14
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.14
- The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07



Dienstag, 8. November 2016

The Wedding Present, Paris, 05.11.16

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Konzert: The Wedding Present
Ort: Le Batofar, Paris
Zuschauer/ etwa 250, so gut wie ausverkauft
Konzertdauer: etwa 85 Minuten

The Wedding Present scheinen Gefallen an Konzerten auf Pariser Hausbooten gefunden zu haben ! Knapp 1 1/2 Jahre nach ihrem 2015er Gig auf dem modernen Petit Bain war die Band um Dave Gedge nun auf dem älteren, rustikaleren, aber auch technisch weniger guten Batofar zu Gast. Dabei hat die Musik der Weddos an sich wenig mit Seefahrermelancholie zu tun, wenngleich ein paar Stücke von Cinerama durchaus ein wenig in diese Richtung gehen. Hier und heute gab es aber nicht wie 2015 die Weddos und Cinerama im Doppelpack, sondern lediglich einen Gig von Daves bekannterer Band. Vorgruppe war irgendein (anscheinend nicht wirklich guter) Act aus Frankreich, den ich bewusst ausgelasen hatte, um genug Kraft und Ausdauer für das etwa 85 minütige Set von The Wedding Present zu haben.


Die Band liess erst ein Intro zum neuen Album Going Going vom Band laufen, bevor sie unter laten Jubelrufen die Bühne betrat. Das Line up hatte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr erneut geändert. neuer Gitarrist (namens Marcus Kain) neue Bassistin (Danielle Waddey), die die attraktive Katharina Wallinger abgelöst hatte. 


Im Mittelpunkt aber wie immer der Chef David Gedge, der guter Laune zu sein schien, selbst wenn er wie immer etwas stoisch war und eher selten lächelte. Seine Art von Humor ist ziemlich schwarz, leicht zynisch, aber nie wirklich böse und mit Komplimenten an sein eigenes Projekt sparte er wie üblich auch nicht ("oh, this was a great version of this song", rief er einmal entzückt aus, "sorry we only have time for two more songs, I know, there are way too many classics that we could play", lobte er an einer anderen Stelle den Backkatalog). 



Witzig auch seine Anmerkung dass Paris zwar die grösste Stadt Frankreichs sei, aber es hier die kleinsten Handtücher zum Abtrocknen gäbe (was stimmte, sie waren nicht viel grösser als Waschlappen!). Beim körperlichen Einsatz von Gedge sind Handtücher sehr wichtig, der drahtig kräftige Mann mit dem Kurzhaarschnitt schont sich nie und fetzt trotz seines inzwischen etwas gehobenen Alters gnadenlos über die Bühne. Aber es war auch wirklich viel zu warm auf dem Batofar, gerade in meiner Ecke, wo die Heizung auf Hochtouren bollerte, obwohl 250 eng an eng stehende Körper eigentlich für dicke genug Wärme sorgten. Und dann war es auch noch zu laut ! Viel zu laut! Sorry dass ich mit den negativen Aspekten anfange, aber die Lautstärke in meiner Ecke war auf jeden Fall mehr als grenzwertig, die Dröhnung die aus den Boxen kam war höllisch und sorgte bei mir für einen nachhaltigen Tinnitus. Wobei der Fehler diesbezüglich alleine bei mir liegt, zu einem Rockkonzert sollte man eben mit vernünftigen Ohrenstöpseln auflaufen und nicht ungeschüzt daherkommen wie ich.


Am Set gab es nichts auszusetzen, im Gegenteil, alles kam druckvoll und mit viel Spielfreude rüber, die Setlist war eine gelungene Mischung aus alten Klassikern wie dem Opener Give My Love To Kevin, dem sehr direkten Hit Brassneck, dem  grungig-punkigen Dalliance (welch ein  rasanter Gitarrenwirbel im Mittelteil!) , meinem alten Liebling My Favourite Dress. und Stücken des Neulings Going Going. Ein neues Album, dass die ersten vier experimentellen, dreamigen Lieder lang die Altfans überraschte, mit Two Bridges dann aber gewohntere Pfade einschlug. Und Two Bridges war auch in der Liveversion ählich gut wie das alte Material. Es bestach durch ein paar wirklich gelungene Gitarrenparts und auch ein sehr explosives Schlagzeugspiel. Am Ende schrammelte Gedge wie ein Besessener auf seiner Gitarre rum. Klasse von den neuen Songs war auch das dröhnende und rifflastige Birdsnest und das zart-melancholsiche Bear, zu dem Danielle sehr sanfte Gesänge beisteuerte.


Die Schlussphase auch noch mal sehr stark. Das bereits erwähnte alte My Favourite Dress, dann das fulminante Flying Saucer und der sehr langsam und verträumt startende Neuling Santa Monica, der logischerweise phasenweise auch sehr lautstark und schnell wurde, wie das eben bei The Wedding Present so ist. Langsame Phasen dienen in der Regel nur zum kurzen Luftholen, bevor wieder ungestüm losgeballert wird.


Und noch etwas ist bei den Weddos immer gleich. Es gibt keine Zugaben. So auch diesmal nicht. Gegdge verliess bereits die Bühne während seine Musiker noch eine Weile instrumental weiterspielten.

Erneut duftes Konzert von The Wedding Present! See you next time! Vielleicht dann ja wieder auf einem Hausboot ?

P.S.: Unnötiges Wissen: wie viele Stoppschilder gibt es in Paris ? Laut David nur ein einziges, das behauptete er auf jeden Fall. Wo genau es zu finden ist ? "Google it" so die Empfehlung von Gedge.


1) Give My Love To Kevin 
2) Come Play With Me
3) Brassneck
4) Always The Quiet One
5) Rachel
6) Mothers (Jean Paul Sartre Experience Cover)
7) Two Bridges
8) Go OutAnd Get' Em Boy
9) What Have I Said Now
10)Little Silver
11) Birdsnest
12) Drive
13) End Credits
14) Dalliance
15) Dare
16) Bear
17) My Favourite Dress
18) Flying Saucer
19) Santa Monica



Donnerstag, 27. Oktober 2016

The Wedding Present, Luxemburg, 24.10.16

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Konzert: The Wedding Present
Ort: Bar National, Luxemburg
Datum: 24.10.2016
Dauer: knapp 90 min
Zuschauer: ca. 250 (gut besucht)



Der Junge David Gedge ist mitterweile 56 Jahre alt, die älteste Single seiner Band 31. Je länger das Konzert in der Bar des Nationaltheaters in Luxemburg dauerte, desto jugendlicher wirkte der Wedding Present Gründer. Gegen Ende rissen die Gitarrensaiten reihenweise, David stand vor dem Schlagzeug und machte einen Ausfallschritt, drosch auf seine Gitarre ein und wirkte wie ein 20jähriger Punkrocker.

Seine Musik ist ohnehin so zeitlos, wie solche Musik nur sein kann. Alleine anhand der ersten Single Go out and get 'em, boy! (von 1985) kann man zig Künstler identifizieren, die sich bei The Wedding Present ihren Stil abgeguckt haben (Maxïmo Park, die Strokes...). 1985 war in Deutschland übrigens Opus die Nummer eins, große Hits landeten auch Sandra (Maria Magdalena) und Modern Talking (Cheri cheri lady). Vielleicht heißt das Land deshalb Great Britain.

Vor einigen Wochen erschien das neunte Studioalbum der Briten mit dem passenden Namen Going, going... Zur Tour mit der neuen Platte, die wieder einmal Westdeutschland ausläßt, gab es zwei Änderungen des Lineups: Bassistin Katharine Wallinger ist nicht mehr dabei. Ihren Part spielt jetzt Danielle Wadey, die Cinerama-Keyboarderin. Auch der Gitarrist ist neu. Ich habe seinen Namen als Marcus Caine verstanden. Weil der neue Gitarrenspieler laut wikipedia Tony Jupp heißt und man Tony Jupp beim besten Willen nicht als Marcus Caine aufschnappen kann, glaube ich, daß ich recht habe (macht das Sinn? Für mich schon!). 

Erst nach der Luxemburger Vorgruppe füllte sich der kleine Raum. Wie professionell der Bandleader ist, sieht man daran, daß David pünktlich mit der Vorgruppe auch im Konzertsaal erschien und sich ums Merch kümmerte, statt backstage rumzuhängen. 

Mein letztes Wedding Present Konzert war eine Besonderheit: es war das einzige Mal, daß die Band aus Leeds ihre Schwester Cinerama supportet hat, auf einem Hausboot in Paris, als 100. und vorläufig letzte Oliver Peel Session.  Damals spielten WP ihre Platte Saturnalia, etwas, das sie auch bereits mit den vier Platten vor Saturnalia und der Sammlung Hit Parade gemacht hatten. Dieses Konzert war wieder ein stinknormales, ohne ein Album, das im Mittelpunkt steht. Entsprechend abwechslungsreich (oder überraschend) war die Setlist. Natürlich spielten die vier Musiker viele Stücke von Going, going..., darunter das wundervolle Rachel ("It's the best pop song you'll hear all night"). Das letzte Cinerama-Album Valentina ist ja eine Neueinspielung der Wedding-Present-Platte. Ich wünschte, auch Rachel bekäme irgendwann die Chance, auch in der Cinerama-Instrumentierung mit Streichern und Bläsern zu glänzen. Der Song scheint wie für Davids Zweitband gemacht zu sein.


Und irgendwann kam dann auch das Stück, das junge Engländer hören konnten, wenn wir Maria Magdalena serviert bekamen, Get out and get 'em, boy! die erste Single, die ich noch nicht live gehört hatte. Neben den Smash hits wie Dalliance, Brassneck oder Flying saucer war das das beste Stück.  Mit Rachel, What have I said now? und Little silver, das irgendwann herrlich schnell wird. 

Vor dem Coversong des Abends (Mothers von The Jean-Paul Sartre Experience) fragte David, ob jemand aus Neuseeland da sei. Als sich eine Frau meldete, war der Sänger überrascht. Er frage das regelmäßig, es habe aber noch nie jemand geantwortet!

Neu bei Wedding Present ist der Fact of the day, der von Schlagzeuger Charles Layton präsentiert werde. In Luxemburg gebe es das Restaurant mit der größten Weinkarte der Welt, verlas David Gedge für den Mann mit den Tausend Gesichtern hinter dem Schlagzeug. 


Nach anderthalb Stunden war das Konzert wie immer ohne Zugaben vorbei. Wie schade, daß sich niemand in Westdeutschland für diese Band, die Teil der Indiegeschichte ist, interessiert. "Diesmal spielen wir nicht in Köln", antwortet David Gedge jetzt schon seit gut vier Jahren auf meine Frage, wann sie wieder ins Rheinland zurückkommen.

Setlist The Wedding Present, Bar National, Luxemburg:

01: Give my love to Kevin
02: Come play with me
03: Brassneck
04: Rachel
05: Mothers (The Jean-Paul Sartre Experience Cover)
06: Two bridges
07: Spangle
08: Got out and get 'em, boy!
09: What have I said now?
10: Little silver
11: Birdsnest
12: Drive
13: End credits
14: Dalliance
15: Dare
16: Bear
17: My favourite dress
18: Flying saucer
19: Santa Monica 

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Paris, 17.07.15
-
The Wedding Present, Arlon, 20.11.14
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.14
- The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07


Sonntag, 19. Juli 2015

Cinerama (& The Wedding Present), Paris, 17.07.15

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Konzert: Cinerama (& The Wedding Present playing Saturnalia)
Ort: Le Petit Pain, Paris (Oliver Peel Session #100)
Datum: 17.07.2015
Dauer: Cinerama knapp 80 min, The Wedding Present knapp 45 min
Zuschauer: ca. 250



"Wie gefiel euch die Vorgruppe? Give them a couple of years, they'll improve!" David Gedge hatte großen Spaß an der ungewöhnlichen Situation, daß seine Erstband The Wedding Present diesmal der Support für die später gegründete Zweitgruppe Cinerama war. Das gab es bisher noch nicht. "There's a first time for everything... The Wedding Present supporting Cinerama!"

Cinerama für seine 100. Oliver Peel Session verpflichtet zu haben, war der erste brillante Streich meines Pariser Konzerttagebuch-Komplizen Oliver. Pragmatisch gleich noch The Wedding Present als Support anzufragen, der noch eine Spur cleverere. Daß The Wedding Present dann ihre Platte Saturnalia komplett spielten (auch das zum ersten Mal), war ein weiteres Sahnehäubchen auf ganzen Sahnebergen (Hausboot, toller Sound, hervorragender DJ (JB), der bei mir alleine dadurch gewonnen hatte, daß er in kurzer Folge Allo Darlin', Veronica Falls und When Nalda Became Punk spielte). 

Olivers Peel Sessions begannen 2007 mit den Yolks aus Frankreich. Ein Freund hatte die zu seinem Geburtstag eingeladen, irgendwann aber gemerkt, daß seine Wohnung dafür zu klein war. Also bat er Oliver um Feierasyl. Acht Jahre und Konzerte mit Künstlern wie Troy von Balthazar weiter, war die hundertste Session vorerst die letzte. Der Rahmen, ein Hausboot mit echtem Musikclub im Innern, war perfekt gewählt, die Bands umso mehr.

Um halb neun begannen The Wedding Present ihren ungewohnten Support-Job. Neben David Gedge (im gewohnten schwarzen Hemd) standen Bassistin Katharine Wallinger, Schlagzeuger Charlie Layton, Gitarrist Sam Beer-Pearce und Keyboarderin Danielle Wadey auf der Bühne. "Nous sommes The Wedding Present!"

Im Jahr von Olivers Wohnzimmershow-Premiere begannen The Wedding Present damit, ihre Platten an Konzertabenden komplett zu spielen. Das Debüt George Best machte den Anfang. In den Jahren danach folgten Bizarro, Seamonsters, Watusi und die Single-Sammlung Hit Parade. Saturnalia sollte ursprünglich nur bei David Gedges Festival At the edge of the sea in Brighton (im August) gespielt werden. 

Weil es auf dem Hausboot ein Vorgruppenjob war, begann die Band direkt mit dem ersten Stück von Saturnalia (Venus) und nicht mit ein paar Hits der anderen Platten zum Aufwärmen. Saturnalia war das letzte Wedding Present Album vor einer neunjährigen Pause, in der Cinerama entstand und seine ersten drei Platten veröffentlichte. Wie (pophistorisch) wundervoll passend also, vor Cinerama, Saturnalia komplett zu hören!

Das Album gilt als übersehen. "Sharper production and some of Gedge’s finest songwriting in half a decade make for an absorbing listen, the tormented heartbreak of single ‘Montreal’ a particular highlight", urteilt das Clash Magazine

Neben Montreal waren 2,3, go und Kansas besonders großartig. Extrem gut gefielen mir aber auch Lieder, bei denen Bassistin Katharine Wallinger mitsang (Dreamworld und Jet girl). Ja, Saturnalia steht sehr zu unrecht im Schatten der Vorgänger! Das bewies der 45-minütige Auftritt deutlich!

"Stick around for the main band. I hear they're really good!"

Setlist The Wedding Present, Le Petit Bain, Paris:

Saturnalia:
01: Venus

02: Real thing
03: Dreamworld
04: 2, 3, go
05: Snake eyes
06: Hula doll
07: Big boots
08: Montreal
09: Skin diving
10: Jet girl
11: Kansas
12: 50s 


Cinerama live sind 2015 The Wedding Present plus unterschiedlich viele zusätzliche Musiker. Beim Primavera Festival in Barcelona im Mai waren das Streicher, Bläser und ein weiterer Gitarrist. Auf die Streicher mussten Cinerama in Paris verzichten, die kamen vom Keyboard. Zwei Bläser gehörten aber zum achtköpfigen Ensemble, Trompeter Andrew (Blick, glaube ich) und Flötistin Elizabeth. Komplettiert wurde Cinerama von Keyboarderin Melanie Howard.



Das Konzert begann umwerfend! David Gedge fehlte noch, seine Begleiter spielten das Intrumental-Stück Model sky, wow! Model sky ist ein schönes Beispiel dafür, warum Cinerama oft mit Filmmusik charakterisiert wird. Danach kam David im Anzug und mit ihm gleich einer meiner großen Lieblinge 146 degrees. Das passte so wundervoll zum Instrumental-Auftakt, weil die Querflöte und die wundervollen hohen lala-Gesänge einer seiner Begleiterinnen bei Model sky und gleich am Anfang von 146 degrees im Mittelpunkt stehen. "Nous sommes Cinerama!"

Nach der herzergreifend schönen ersten Single Kerry Kerry folgte You're dead, das erste Lied von der im Mai erschienenen vierten Cinerama Platte Valentina. Valentina ist wie so vieles im David Gedge Kosmos besonders, es ist eine Neuaufnahme des letzten Wedding Present Albums quasi mit neuen Mitteln, mit Cinerama Arrangements. Nach dem ersten Hören im Mai gefiel mir Valentina (alt) besser als die Cinerama Herangehensweise. Nachdem ich ein paar der Stücke in Barcelona live gesehen hatte, war das schon ein wenig anders. Man muß ja auch keine der Platten besser finden, die Hüllen der Songs sind unterschiedlich genug, um als zwei andere Alben durchzugehen.

Wundervoll war danach das Duett Ears mit Danielle. Ears stammt vom ersten Album und zeigt deutlich (trotz Valentina), wie unterschiedlich Wedding Present und Cinerama klingen können. Ears ist ein herrlicher Popsong, der aber so gar nichts vom Gitarren-Indie der Erstband hat. Daß Cinerama aber nicht immer nur so klingen, zeigte Careless danach, das Dave mit "now, we're rocking" kommentierte. Im Gegensatz zu Barcelona fehlte der eine zusätzliche Gitarrist. Beim Primavera war David nur Sänger, in Paris spielte er bei vielen der Lieder, auch bei Careless Gitarre. 


Etwas später bei Mystery date von Valentina gab es die nächte schöne Besonderheit. Am Ende des Lieds spricht eine Frau auf der (Cinerama) Platte einen Text auf Spanisch. Keyboarderin Melanie hatte diesen Job live. Sie sprach den langen Text auf Französisch und wischte sich hinterher theatralisch erleichtert den Schweiß von der Stirn, nachdem es vollbracht war. Herrlich!

Von Valentina spielte die Band auf der Seine noch zwei weitere Stücke, You Jane und The girl from the DDR, von denen es übrigens auch deutsche Versionen auf der 4 Lieder EP gibt. Wäre es der Rhein gewesen, hätten wir vielleicht David diese Versionen singen hören. In Deutschland war ein paarmal das tolle Klee Cover Erinner' Dich auf den Setlisten.  

Ach, das Konzert war so schön, es hätte ewig weitergehen müssen. Honey Rider (nach der Rolle des Bondgirls Ursula Andress benannt), Dance, girl, dance ("if you're from the south of England it's called 'daaaance, girl, daaance'"), Après ski ("this concert's full of hits") oder Quick, before it melts - nur Hits!

Einer der großen Knüller beendete das Konzert und taugte auch schön als Motto. Wow. "I don't want to stay forever"? Quatsch! Ruhig hätten Cinerama alle vier Alben komplett spielen dürfen!

So ein 100. (modifiziertes) Wohnzimmerkonzert sollte ja etwas Besonderes werden. Besonders kann man wohl streng genommen nicht steigern. Der Abend war aber durchaus deutlich besonderer als gedacht! Einziger kleiner bitterer Beigeschmack: daß viel zu wenige Menschen das über Cinerama denken, was David Gedge im Laufe des Abends über ABBA sagte: "one of the greatest pop bands ever!"

Oliver: Onkel John wäre stolz gewesen!


Setlist Cinerama, Le Petit Bain, Paris:

01: Model spy
02: 146 degrees
03: Kerry Kerry
04: You're dead (The Wedding Present Cover)
05: Ears
06: Careless
07: Hard, fast and beautiful
08: Mystery date (The Wedding Present Cover)
09: You Jane (The Wedding Present Cover)
10: Honey Rider
11: Your charms
12: The girl from the DDR (The Wedding Present Cover)
13: Dance, girl, dance
14: Quick, before it melts
15: Après ski
16: Cat girl tights
17: Wow

Links:

- aus unserem Archiv:
- Cinerama, Barcelona, 27.05.15 
- The Wedding Present, Arlon, 20.11.14
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.14
- The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07




Mittwoch, 31. Dezember 2014

The Wedding Present, Arlon, 20.11.14

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Konzert: The Wedding Present (play Watusi)
Ort: L'Entrepôt, Arlon
Datum: 20.11.2014
Dauer: The Wedding Present gut 80 min
Zuschauer: ca. 100



"Bonsoir, nous sommes les sémi-légendaires Wedding Present!" Na, toll! Und dafür fahre ich durch drei Länder. Halbberühmtheiten kann man doch bei jeder Möbelhaus-Eröffnung sehen. Nunja, David Gedge und seine The Wedding Present sind sind keine Dschungel-Camp Prominenten, sie sind Legenden der britischen Indie-Szene. Die Band taucht in John Peels Biografie gleich oft auf wie die Smiths oder die Ramones. Das alleine würde natürlich nicht reichen, an einem Donnerstag ins kleine Arlon kurz hinter der luxemburgisch-belgischen Grenze zu fahren. The Wedding Present sind vor allem eine der großartigesten Bands der letzten 20, 25 Jahre. Sie sind nicht glamourös, haben keine Radio-Hits im Katalog, sind aber nicht mehr wegzudenken aus meiner kleinen musikalischen Welt. 

Und The Wedding Present machen etwas, was ich liebe und freudestrahlend annehme: die Band spielt seit ein paar Jahren all ihre Alben in kompletter Länge. George Best, Bizarro, Seamonsters und The Hit Parade hatte ich bereits sehen dürfen, Watusi von 1994 wollte ich da nicht verpassen, also mussten es dieser Donnerstag im November und Arlon sein.

Das Entrepôt in Arlon ist ein moderner, kleiner aber wundervoller Konzertort. Wie so oft in Benelux ist der Club ein reiner Musikclub, keine zweckentfremdete andere Bude, er hat eine tolle Licht- und Musikanlage, die Bar ist im Vorraum, alles sehr angenehm, um Konzerte zu sehen.

Der Abend begann kurz nach halb neun mit einer unterhaltsamen lokalen Vorgruppe. The White Coal Addiction scheinen aus der Umgebeung zu kommen und spielten ein kurzes Set, darunter ein Lied namens Cologne. In der kurzen Konzertgeschichte der Band steht ein Auftritt im Blue Shell in Köln, der offenbar inspirierend war. The White Coal Addiction spielten irgendetwas zwischen Shoegaze und Postpunk und gefielen mir gut, ein schöner Auftakt. Und das, obwohl Vorgruppen bei entfernten Konzerten unter der Woche eher ärgerlich sind.

Während für die Hauptgruppe aufgebaut wurde, verkaufte David Gedge Merch seiner Band. Neben den Wedding-Present-Comics, aktuellem Kram gab es eine große Kiste, alter Platten. Auf einigen klebten Aufkleber "aus Davids privater Sammlung."

Um zehn vor zehn ging es endlich los. An diesen Album-Abenden spielen The Wedding Present ihre Platten zwar komplett, meist aber nach einer Art Best-of Einleitung. Der Abend in Arlon begann zwar direkt mit Watusi, aber nicht mit So long, baby, mit dem das Album startet. Stattdessen spielte die Band das Instrumental-Stück Hot pants

Neben David Gedge standen in Arlon eine ganze Menge Musiker auf der Bühne. Von meinen letzten Konzerten kannte ich nur Bassistin Katharine Wallinger. Der Gitarrist, der Schlagzeuger (erstes Konzert überhaupt mit The Wedding Present) und eine Keyboarderin waren mir neu. Die zusätzliche Frau am Klavier erforderte wohl die Instrumentierung des Albums. Danielle (?) setzte sich immer, wenn sie nicht gebraucht wurde, auf den Boden nebens Schlagzeug.

Auch erforderte Watusi, daß David Gedge bei einigen Liedern keine seiner vielen gleich aussehenden Gitarren spielte sondern nur sang. Bei Shake it überließ er diese Aufgabe sogar ganz seinem Gitarristen Sam. Auch ungewöhnlich für Konzerte der Engländer war das A cappella Ende von Click click. Wenn man ganze Platten spielt, spielt man eben auch die Lieder, die es sonst nicht auf die Setlisten schaffen.

Catwoman beendete den Watusi-Teil. The Wedding Present spielen keine Zugaben (David Gedge sagte das später wieder einmal - in verschiedenen Sprachen), also sind die Zugaben die zweite Hälfte des Konzerts. Die in Arlon hatte es in sich. Oh ja! Kennedy, Dalliance, Perfect blue, Interstate 5. Wow! Dazu mit Birdsnest ein tolles neues Stück und zum Abschluß What have I said now? von Bizarro

Und weil es so viele für The Wedding Present ungewöhnliche Dinge an diesem Abend gab, wunderte mich auch nicht, daß beim vorletzten Stück Nobody's twisting your arm (aus dem "golden year 88") ein Akkordeon zum Einsatz kam!

Irgendwann hatte ich jede Sorge vergessen, wie kurz die Nacht werden würde, das Konzert der britischen Halb-Legenden war dafür zu brillant. Saturnalia's next.

Setlist The Wedding Present, L'Entrepôt, Arlon:

Watusi:
01: Hot pants
02: Swimming pools, movie stars
03: Yeah yeah yeah yeah yeah
04: Let him have it
05: So long, baby
06: Gazebo
07: Spangle
08: Shake it
09: Big rat
10: It's a gas
11: Click click
12: Catwoman

13: Kennedy
14: Birdsnest (neu)
15: Dalliance
16: Perfect blue
17: Interstate 5
18: Nobody's twisting your arm
19: What have I said now?

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.14
- The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13 (The Hit Parade)
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12 (Seamonsters)
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10 (Bizarro)
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07 (George Best)
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07



Donnerstag, 5. Juni 2014

The Wedding Present, Barcelona, 30.05.14

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Konzert: The Wedding Present
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 30.05.2014
Dauer: gut 40 min
Zuschauer: 460 (ausgebucht)



Der große Moment des letztjährigen Primavera-Wochenendes gehörte The Wedding Present. Die Band von David Gedge war nicht Teil des Festival-Lineups, tauchte aber unangekündigt vor Blur auf dem Dach eines Containers neben der Hauptbühne auf und spielte drei Lieder. Es war großartig!

Dieses Jahr war der Auftritt der Briten eine Spur weniger geheim. The Wedding Present waren am zweiten Tag auf der neuen "Heineken Hidden Stage" angesetzt, einem Bereich im Innenleben des riesigen Beton-Treppen- bzw. Brückenelements das den Eingangsbereich und die beiden Bühnen direkt am Meer miteinander verbindet. Für die Geheimbühne (auf die überall auf dem Gelände Wegweiser hinwiesen) musste man Reservierungen vornehmen. Der Raum, der sicherlich 600 Zuschauer fassen würde, war auf 460 begrenzt worden. Täglich um 17 Uhr gab es einen halben Tagesmarsch entfernt Tickets. Als ich auf meines wartete, schien die Sonne, als ich zum Konzert ein paar Stunden später aufbrach, kam ein mittelgroßes Unwetter runter. Gemeinsam mit 459 anderen nach nassem Hund riechenden und tropfenden Menschen wurde ich um kurz nach sieben durch mehrere grün beleuchtete Gänge, an paarweise aufgestellten Bier-Hostessen vorbei in den Konzertraum geführt. Der Weg dahin wirkte nach einer ekligen Werbeveranstaltung, drinnen war es weitaus dezenter und angenehm.


Die Gitter zur Bühne wurden kurzfristig zu einer langen Wäscheleine umfunktioniert. Durch eine gute Lüftung stank es auch nicht mehr nach zu viel Mensch.


Kurz nach der verabredeten Zeit trat die Band in Düsseldorf-Besetzung auf. Im zakk hatte ich TWP zuletzt gesehen, als eine der Alben-Shows auf dem Programm stand. Die Engländer spielen Jahr für Jahr alte Platten in kompletter Länge (und Reihenfolge). Ab Herbst wird Watusi präsentiert, zuletzt waren es die Alben Hit Parade 1 und 2 ("die Singlecollection", wäre richtiger). 

Das Barcelona Geheimkonzert wich von diesem Konzept* ab und war eine Art Best of, wobei das streng genommen Quatsch ist, da David Gedge nur gute Lieder geschrieben hat, also jedes Konzert ein Best of ist.

Das Konzert war kurz - durch den verpäteten Beginn blieb nur eine knappe Dreiviertelstunde - aber knackig, enthielt viele Lieblinge wie Flying saucer, Brassneck, My favourite dress - aber für die Lieblinge gilt das gleiche wie für die Hits - es gibt zu viele.

David Gedge entschuldigte sich für den Regen: "wir haben englisches Wetter mitgebracht." - "Scottish weather" antwortete wer. "Yorkshire weather" ein anderer. Natürlich war der Raum fest in britischer Hand. The Wedding Present sind in ihrer Heimat eben Legenden.


Auch das war wieder ein toller Auftritt der Band, die es seit 1985 gibt und die ein Jahr später mit einem Song auf dem wichtigsten Sampler der Musikgeschichte vertreten war.

Und im Herbst geht's weiter... mit Watusi.

Setlist The Wedding Present, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: You should always keep in touch with your friends
02: Suck
03: Blue eyes
04: Two bridges
05: Go, man, go
06: Brassneck
07: Bewitched
08: Flying saucer
09: Corduroy
10: My favourite dress

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07 


* ich kann nicht mehr "Konzept" schreiben, ohne erst "Konzert" zu schreiben und dann die Rückwärts-Taste zu benutzen




Freitag, 27. September 2013

The Wedding Present, Düsseldorf, 26.09.13

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Konzert: The Wedding Present (play The Hit Parade)
Ort: zakk, Düsseldorf
Datum: 26.09.2013
Dauer: knapp 90 min
Zuschauer: vielleicht 250




Leute sammeln Zollstöcke, Plastikpommesgabeln, Jugendstil-Fliesen, Nilpferde, Überraschungsei-Figürchen, Stadionbesuche in der 4. bulgarischen Liga, Gartenzwerge, Flugzeug-Kotztüten, PEZ-Spender, Obstaufkleber, Sand oder leere Zigarettenschachteln.* Meine aktuelle Sammelleidenschaft ist langweiliger (und harmloser): ich sammele live gespielte The Wedding Present Alben.

Vor ein paar Jahren hat die Band aus Leeds ihr Debütalbum George Best in voller Länge aufgeführt. 2010 folgte Bizarro, im vergangenen Jahr Seamonsters. Zwischen Seamonsters (1991) und Watusi (1994) veröffentlichte die Gruppe um David Gedge ein als The Hitparade zusammengefasstes Projekt: 12 Singles, eine pro Monat, mit einem eigenen Lied als A-Seite und einem Cover auf der Rückseite. Die Hit Parade Singles erreichten allesamt Top 30 Platzierungen in England (Musikparadies!) und wurden anschließend auf zwei Platten bzw. einer Doppel-CD zusammengefasst.

Da sich ein echter Sammler keine Kotztüte oder keinen Birnenaufkleber entgehen lässt, konnte ich einfach nicht zu den ebenfalls verlockenden Built To Spill ins Gebäude 9 gehen, meine Sammelbörse fand im zakk in Düsseldorf statt, im kleinen Saal, dem Club. Der große wurde nämlich von Tango tanzenden Menschen bevölkert. Der Weg durch die elegant gekleideten Paare war das erste Erlebnis mit Tänzern an diesem Abend, aber bei weitem nicht das bizarrste.


Der Club war ganz gut besucht. Knapp 250 Leute mögen dagewesen sein. Vorgruppenlos kam David Gedge mit zum Teil neuer Band auf die Bühne. Drummer Charlie Layton hatte ich schon erlebt, Bassistin Katharine Wallinger war mir neu, bei Gitarrist Patrick Alexander (mit Gleis 22 T-Shirt) bin ich nicht sicher. 


Wie bei allen Konzerten dieser "The Wedding Present plays... Reihe" startete der Abend mit einem Warmlaufen mit Liedern von anderen Platten. Dabei war die Auswahl heute besonders schön! Es begann mit einem langen Interstate 5 (sehr toll!), ging quer durch die Bandgeschichte und endete mit der aktuellen Single Two bridges. "We never played it before" kündigte David an. Was gelogen war, weil es auf der aktuellen Tour im Programm ist. Bevor ich dazu einen bösen Kommentar in mein Büchlein schreiben konnte, schob der Sänger ein leises "in Düsseldorf" nach. 


Der Frontmann war erkältet. Aber sie hatten das nicht deshalb absagen wollen. Klee-Sängerin Suzie habe ihn mit Medikamenten versorgt, jetzt gehe es. Später stand dann statt eines Biers eine Tee-Tasse auf der Bühne. Geschadet hatte die Krankheit Davids Musik nicht. Er selbst urteilte hinterher, er habe "a little bit sexy" geklungen, mit seiner "late night voice."


Die Klee-Sängerin war übrigens auch im Publikum. Beide Bands verbindet eine lange Freundschaft, sie haben sich gegenseitig gecovert und in allerlei Hinsicht unterstützt. David Gedge hat bei einem Klee-Konzert im Gloria zum Beispiel den Job des Gitarrentechnikers übernommen. Schlagzeuger Charles scheint außerdem Tourmanager der Kölner Band zu sein.


Nach Two bridges begann dann der Single-Teil. Manche der Songs kommentierte der Frontmann ("wir sind jetzt im April" oder "das Video zu dem Song könnte bei euch Schäden anrichten. Aber das Lied ist trotzdem gut, denke ich"). Natürlich war nicht nur Love slave hervorragend, alle waren es. Wedding Present sind schließlich eine der Bands, die immer alles richtig machen und keine schlechten Songs schreiben. Hoffentlich behält David Gedge den Spaß an seinem Album für Album Konzept. Ich möchte auch alle anderen Studio-Alben live erleben, komme, was wolle. Meine zwei letzten Begegnungen mit dem Mann waren übrigens auch erzählenswert. Mein letztes Wedding Present Konzert war eines als Pausen-Unterhaltung beim Primavera Festival im Mai in Barcelona. Da spielte die Band unangekündigt für die wartenden Menschen vor der Hauptbühne auf einem Containerdach drei Songs. Vor zwei Wochen war David dann in Köln als Zuschauer bei My Bloody Valentine. Das ist ja schließlich auch so eine Band, die keine schlechten Songs schreiben kann - auch wenn sie für die guten länger braucht als der Mann aus Leeds.

Vielleicht erkennt man zwischen den Zeilen, wie sehr ich diese Band mag. Da ist nichts mehr nötig, um mich zu gewinnen. Aber meine Liebe ist noch ein großes Stück gewachsen, als David die beiden betrunkenen Spinner (ich hoffe es für sie, daß sie betrunken waren) im Publikum kommentierte. Die Zuschauer, in der Regel in gesetzterem Alter, tanzten, wie man das bei solchen Bands eben macht, nicht sehr ausgelassen aber stetig. Wedding Present Lieder laden glücklicherweise weder zum Mitklatschen noch zu Tanzstilen ein, die man sonst nur bei Raveabenden in Großraumdiscos in Ratingen erlebt. Wenn zwischen den angetan angemessen wippenden Musikfreunden dann ein Ausdruckstänzer rumhampelt, kann das nerven. Wenn er, die Spaßkanone, dabei alle anderen bewußt antanzt, spielerisch anstößt und schubst, nervt dies ganz gewaltig. Da keines der Opfer dieses ADHS-Tänzers auf Krawall gebürstet war, gingen die lieber einen Schritt zur Seite oder nach hinten. In der Mitte des Konzerts bildete sich ein immer größerer halbkreisförmiger Freiraum. Währenddessen tanzte der sich comichaft bewegende Typ und sein etwas harmloserer Kumpel in irgendeiner anderen Ecke des Saals Leute an und um.


Bei Three mochte wohl auch David nicht mehr vor leerer werdendem Saal spielen. "Kommt doch wieder weiter nach vorne!" - "Don't give them the space to be idiots!"

Watusi's next! Hoffentlich!

Setlist The Wedding Present, zakk, Düsseldorf:

01: Interstate 5
02: Spider-Man on Hollywood
03: Brassneck
04: Ringway to SeaTec
05: 524 Fidelio
06: Niagara
07: Montreal
08: Two bridges

The Hit Parade:

09: Blue eyes
10: Go go dancer
11: Three
12: Silver shorts
13: Come play with me
14: California
15: Flying saucer
16: Boing!
17: Love slave
18: Sticky
19: The queen of outer space
20: No christmas

21: Pleasant Valley sunday (The Monkees Cover)

Links:

- aus unserem Archiv:
- The Wedding Present, Paris, 24.10.12
- The Wedding Present, Wien, 04.10.12
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07 


* alles so gefunden!


 

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