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Montag, 22. August 2011

Iron and Wine, Düsseldorf, 20.08.11

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Konzert: Iron and Wine
Ort: Zakk Düsseldorf
Datum: 20.08.2011
Zuschauer: 500?
90 Minuten + Zugabe


Von Micha von firstlovelastlove

Sam Beam konnte sich noch gut an sein Gastsspiel vor fast genau einem Jahr im Zakk erinnern. Seine Frage ins Publikum, wer im letzten Jahr dabei gewesen ist, war gar nicht so unclever, so bemerkte der Frontmann von Iron & Wine an, das es sich an diesem Abend um ein komplett unterschiedliches Konzert handeln würde. Da waren schon 45 Minuten gespielt.


Im letzten Jahr kam er alleine nach Düsseldorf, das Konzert war bestuhlt, es herrschte eine intime Atmosphäre. Für mich war das mein Konzert des Jahres, das wusste ich nach wenigen Momenten, er spielte sich in die Herzen seiner Zuhörer.

Ohne Vorband sollte es in diesem Jahr alles ganz anders werden. Ich glaube zu wissen, das Sam Beam ein Perfektionist ist. Jeder von den neun Musikern auf seiner Bühne beherrscht sein Instrument. Ich kann mir vorstellen, wie die Stücke immer und immer wieder bis zur Endlosigkeit geprobt werden, um wieder ein kleines Stück an der Struktur zu verändern.

Die Lieder fangen meistens bekannt an, dann meistens ab der zweiten Strophe, spielt die Band ihr Potential aus, das ist ein Genuss für jeden, der Veränderung auf Konzerten möchte.

Iron & Wine spielten an diesem Abend, wie schon im Frühjahr im Kölner Gloria, ein gemixtes Set aus mehr alten und weniger neuen Liedern. Die stärksten Momente sind immer dann zu finden wenn Sam Beam mit dem Publikum kommunizert, er zieht das Publikum dann geschickt auf seine Seite. Am heutigen Abend ist das leider viel zu selten passiert.

Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen, ich wünsche mir das in Zukunft die Songs reduzierter dargeboten werden. Sam Beam muss niemanden mehr beweisen, dass er ein guter Musiker ist. Seine Stimme ist unverwechselbar. Diesen Trumpf sollte er mehr ausspielen.


Freitag, 18. Februar 2011

Iron & Wine, Paris, 17.02.11

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Konzert: Iron & Wine (Tim Kasher)

Ort: L'Alhambra, Paris
Datum: 17.02.2011
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: Tim Kasher etwa 30, Iron & Wine circa 100 Minuten


Man kann ja immer ein Haar in der Suppe finden, manche Nörgler entdecken ja oft ganze Haarbüschel. Im Falle von Iron & Wine in Paris hätte ich zu bemängeln, daß mit Cinder & Smoke, Naked As We Came und Trapeze Swinger gleich drei meiner Lieblingssongs im Set fehlten. Ansonsten aber: tadellos! Und zwar in jeder Hinsicht. Hervorragende Instrumentierung, harmonischer Wechsel von orchestraleren Stücken hin zu reduzierteren Titeln, ein ausgezeichneter Sound, ein Sam Beam, der stimmlich in Bestform war und sich nett und bescheiden präsentierte, eine exquisite Band, in der neben dem famosen Saxofonisten die Backgroundsängerin Rosie Thomas besonders zu gefallen wusste und ein fachkundiges und angenehmes Publikum. Die Zusammensetzung des Publikums war ohnehin eines der großen Themen, denn es waren unglaublich viele Amerikaner darunter, die größtenteil in Paris leben. Diese Tatsache führte zu dem Spruch des Abends:

"Are there any french people in the audience tonight??" (Sam Beam)

Mehr demnächst, dann auch lobende Worte zu Tim Kasher, der solo das Vorprogramm bestritt.

Setlist Iron & Wine, Theátre de L'Alhambra, Paris:

01: Rabbit Will Run
02: Woman King
03: Tree By The River
04: Arms Of A Thief
05: The Devil Never Sleeps
06: The Sea & The Rhythm
07: Big Burned Hand
08: Lovesong Of The Buzzard
09: Swans And The Swimming
10: Walking Far From Home
11: House By The Sea
12: Lion's Mane
13: Carousel
14: Me And Lazarus
15: Free Until They Cut Me Down
16: Fever Dream
17: Boy With A Coin

18: Flightless Bird, American Mouth (a cappella)




Sonntag, 13. Februar 2011

Iron & Wine, Wien, 10.02.11

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Konzert: Iron & Wine (mit Tift Merritt)
Ort: WUK, Wien
Datum: 10.02.11
Zuschauer: restlos ausverkauft, 500
Konzertdauer: Tift Merritt 3o Minuten, Iron & Wine 100 Minuten

Wäre Sam Beam's Musik irgendwo in den Ecken härterer Musik verortet, würde man jetzt sagen, der Südstaatler hätte heute mit Iron & Wine alles niedergefegt. Aber so? Über den Weltschmerz hinweggetröstet? Unruhige Herzen versöhnt? Lauter Hilfsausdrücke! Am Besten ließe sich wohl eine Songzeile zitieren, die des Publikums Gemütszustand annähernd beschreibt: "Eyes wide open, naked as we came."
Aber um nicht das Ende entgegen jeder Tradition vorwegzunehmen alles schön der Reihe nach: Ich musste mich ordentlich beeilen, um rechtzeitig von der Uni ins glücklicherweise nur zehn Straßenbahnminuten entfernte WUK zu gelangen, wollte ich doch auch die als Support engagierte Songwriterin Tift Merritt sehen, von der an dieser Stelle bereits geschwärmt wurde.
Ging sich dann alles aus, es war aber auch schon dermaßen viel los, dass gute Plätze rar gesät waren und maibaumlange Kerle das Spiel zusätzlich erschwerten. Auch kein Problem, ich hatte mich schon darauf eingestellt, mir den Hals verrenken zu müssen, um Blicke auf die Frau erhaschen zu können.

Und ja: Tift Merritt ist eine ganz fesche, das hat auch unser Pariser Experte für weibliche Beine - Oliver Peel - schon bestätigt. Kommen wir also lieber zu den künstlerischen Vorzügen: Völlig alleine steht Madame Merritt auf der Bühne und bündelt in kargem Licht die Aufmerksamkeit des gesamten Publikums. Ihre Stimme ist kräftig, klar und sehr bestimmt - und bot dennoch viel Raum für Projektion, Identifikation, Eigeninterpretation.

Drei Fremdwörter, die für diesen Auftritt von Bedeutung waren, Tifts Musik ist allerdings bodenständig im besten Sinne. Ihre Klasse beruht vor allem auf ihrem herausragenden Gesang und den Geschichten, die sie damit erzählt. Instrumentell setzt sie eher auf einfach gestrickte Songs und das ist durchaus auch etwas Gutes! Vor allem wenn mit Iron and Wine noch eine Band wartet, die bisweilen durchaus mit komplexen Strukturen herausfordert!

Und so wusste Tift Merritt an Gitarre und (bei zwei Songs) am Piano zu gefallen, spielte viel von ihrem aktuellen Werk See You On The Moon, sowie einige ältere Songs. All das begleitet von geäußertem Wohlgefallen der Menschen im Parkett. Und so ließ sich die sympathische Frau aus den Staaten ebenfalls nicht lumpen und meinte, sie hätte sich nie vorstellen können, einen solchen Anklang in Wien zu bekommen. Wenn sie also ihr Versprechen wahr macht und eines Tages an die Seine zieht, wäre man ihr in Wien jedenfalls nicht böse, wenn sie alle paar Monate mal in die Stadt kommt!

Nach einer halbstündigen Pause, die man dazu nutzte, vor die Maibäume zu gelangen, kamen dann Iron & Wine die Stiegen hinunter und bekamen gleich mal gewaltigen Applaus. Schön, dass sich die Leute zu solchen Vorschusslorbeeren hinreißen lassen, aber ob das wohl noch steigerbar ist?

Wird sich alles weisen, begonnen wurde das Set mit Rabbit Will Run, und bis auf etwaige Hasen lief alles wie am Schnürchen. Sam Beam zauberte mit seiner Stimme, der Sound war fast von Beginn an perfekt, die Damen und Herren an den Instrumenten in bester Laune - die Marschrichtung war von Anfang an klar.

Danach folgte - glaube ich - Red Dust, wobei ich mir nicht ganz sicher bin. Setlist.fm verkauft das in der übernommenen Setlist dennoch als Wahrheit, aber da ich entgegen der alten Weisheit auch selbstgefälschten Statistiken nicht traue, bleibts hier dabei: Kann auch ein anderes Stück vom Album mit Calexico gewesen sein!

Mit vielen neuen Stücken vom verstörend starken Album Kiss Each Other Clean und dem Besten aus dem bisherigen Werk ging es weiter, begeisternd die Ausgestaltung der Songs. Wie sich da Perkussionsinstrumente von einem Moment auf den anderen von treibenden Akteuren zu sanften Kuschlern wurden, wie das Saxophon sich zwischen laut und leise hin und her wog, Sam Beam's Stimme in Falsett und Flüsterton. Hm, schade, dass das englische "great" ethymologisch nicht ganz dem deutschen Gegenüber entspricht: Es war nämlich wirklich ganz große Kunst, nicht nur großartig, sondern Kunst! Und zwar keine verstaubte, sondern eine zum Angreifen. "Beautiful" kam es aus dem Publikum, zusätzlicher Ansporn für die Truppe auf der Bühne.

Was folgte war die derzeitige Single Walking Far From Home, die mit Jubel begrüßt wurde, der sehr schnell wieder abflaute. Nicht aus Enttäuschung oder so, nein, aus purem Selbstnutzen. Der singende Cineast trug den Song nämlich alleine und beinahe gehaucht vor. Da gab es keine fetten Backing-Chöre wie in der Studioversion, was es gab, das war Sam Beam. Und als der Song vermeintlich zu Ende war, schalteten sich die Musiker im Hintergrund ein und schraubten sich gemeinsam mit ihrem Vordermann in noisige Höhen, für ein paar Minuten meinte man, bei Mogwai und Konsorten zu sein.

Voll auf der Höhe der Zeit also Frontmann Beam, der, als eine kurze technische Pause vom Publikum für Songwünsche genutzt wurde, meinte, Vienna sei "still an idea city, full of surprises" (nette Ansage, danke!), sich dann umdrehte und ein paar Akkorde in Richtung seiner Hintermannschaft zupfte, um schließlich (wieder dem Publikum zugewandt) zu verkünden, die kurze bandinterne Konferenz sei beendet und dann halt doch einen ganz anderen Song als den gewünschten spielte. Wenn ich nicht mehr weiterweiß, gründ ich einen Arbeitskreis! Dass da oftmals andere Ergebnisse, als vom Volk gewünscht, herauskommen können, ist ja nichts Neues...

Da Setlist und Dramaturgie im Aufbau aber allererste Klasse waren, gabs nichts zum Meckern, der Reihe nach wurden jetzt die Lieblingssongs abgefeuert, bis es dann eben hoch überzeugend hieß: "Eyes wide open, naked as we came."
Staunend und berührt, emotional völlig nackt (im Sprachgebrauch ehemaliger österreichischer Finanzminister auch: supernackt) stand man da, Iron & Wine waren ohne viel Federlesens verschwunden.

Und ein paar Minuten und crescendoartigen Beifall später wieder da. Zumindest Sam Beam, der ganz und gar nicht zynisch dankte, er könne wohl machen was er wolle und trotzdem den größten Applaus ernten, und was jetzt folgte war der stärkste Moment des gesamten Konzerts: Flightless Bird, American Mouth.
Totenstill war es, als er sang, was in meinen Augen der großartigste Song der Band ist. Und als mit dem letzten Ton diese gerührte Stille von einem über Becher stolpernden Besucher aufgehoben wurde, schnell allfällige Tränen aus dem Gesicht gewischt wurden und sich stattdessen glückliches Lächeln auf den Gesichtern breit machte, wusste man: Hätte Sam Beam auch noch Glad Man Singing angestimmt, hätte das auf alle Beteiligten zugetroffen.

Ein sehr gutes, furchtbar schönes Konzert, das alle Erwartungen erfüllt, die musikalische Neuerfindung bestätigt und alte Stärken ausgebaut hat. Auch wenn ihr Konzert in strömendem Regen am Frequency 2008 wohl noch einen Tick mehr an der Tür zur Ewigkeit kratzte, was Iron & Wine da im WUK ablieferten, wird 2011 wohl noch für viele als Maßstab herhalten müssen.

Setlist Iron & Wine, Wien:

01: Rabbit Will Run
02: Red Dust (?)
03: Big Burned Hand
04: House By The Sea
05: Love And Some Verses
06: Weary Memory
07: Boy With A Coin
08: Walking Far From Home
09: Cinder And Smoke
10: Tree By The River
11: In My Lady's House
12: Me And Lazarus
13: He Lays In The Reins
14: Burn That Broken Bed
15: Free Until They Me Down
16: Fever Dream
17: Naked As We Came

18: Flightless Bird, American Mouth (Z)


Die ersten beiden Fotos (Sam Beam in Farbe und Tift Merritt in s/w) stammen von Oliver Peel und sind Archivfotos aus Paris, die restlichen Bilder sind von Patrick und ebenjenem Abend im WUK. Danke euch!

Donnerstag, 10. Februar 2011

Iron & Wine, Köln, 09.02.11

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Konzert: Iron & Wine (Tim Kasher, Mexican Elvis)

Ort: Gloria, Köln
Datum: 09.02.11

Zuschauer: gut beuscht, aber nicht asuverkauft
Konzertdauer: 1 Stunde 40 Minuten


Iron & Wine, der Mann, der mit Kiss Each Other Clean ein absolut sensationelles neues Album vorgelegt hat im Kölner Gloria und unser rasender Reporter Christoph ist leider verhindert! Aber das ist eure Chance. Wolltet ihr nicht schon immer mal einen Konzertbericht verfassen? Wer von unseren Lesern war im Gloria vor Ort? Wer kann uns berichten, wie es war?

Wir vom Konzerttagebuch suchen Verstärkung für unser Team, gerne auch in Hamburg und Berlin. Also seid keine Frösche, sondern seid dabei!

Aber wie war er denn nun der Sam Beam? Sicherlich großartig, oder etwa nicht??

So, Freunde, mein Aufruf hat erfreulicherweise gefruchtet und wir sind froh und dankbar, daß uns der gute Michael aus Düsseldorf seinen schönen Bericht zugesendet hat. Hier ist er:

Ich kann mir vorstellen mit welcher Liebe Sam Beam seine Live Band zusammenstellt, da wird nichts dem Zufall überlassen. Es befinden sich während des Konzerts mitunter 7 Musiker auf der Bühne, alle sind flexibel mit ihren Instrumenten. Das Highlight dabei die wunderbare zweite Stimme der einzigen Frau in der Band, für mich eine perfekte Ergänzung.

Aber fangen wir von vorne an: im letzten Jahr spielte Sam Beam solo ein fulminantes bestuhltes Konzert im Düsseldorfer Zakk. Er war bestens aufgelegt, flirtete viel mit dem Publikum und man merkte ihm an, das er wieder Spaß daran hatte, nach einer kreativen Pause auf der Bühne zu stehen. Konzert des Jahres - ganz klar.

Ein paar Monate später sind die Vorzeichen ein wenig anders, die neue Platte ist erschienen und die Kritiken sind zum Teil durchwachsen, auch mir hat der alte Stil besser gefallen, zu krampfhaft wird hier versucht, etwas Neues entstehen zu lassen. Nein, schlecht ist das neue Album mitunter nicht, nur kann ich nicht nachvollziehen, das die Stimme nicht mehr so prägnant im Vordergrund steht, das hat Iron & Wine doch immer so ausgezeichnet.

Das Gloria in Köln war gut besucht, wenn auch noch nicht lange ausverkauft, man könnte überall schön entspannt und ohne Gedränge stehen. gut so. Die Vorband Tim Kasher mit der Begleitband "The Mexican Elvis" habe ich 1/2 verpasst, das was ich hörte, kam bei mir und beim Publikum aber gut an, es machte Lust auf mehr.

"We play a lot of old songs new songs", so begann der Abend mit Iron & Wine. Oh ja, was freute ich mich auf die Konversationen mit dem Publikum, warum das allerdings nur am Anfang funktionierte, das bleibt mir ein Rätsel. Die Konzertdauer war mit fast einer Stunde und 40 Minuten überdurchschnittlich und kann in zwei Teile unterschieden werden. In der ersten Halbzeit war die Band auf Melodien bedacht, spielte viele fröhliche Songs, kaum einer dauerte länger wie gewohnt. In der zweiten Halbzeit drehte die Gruppe dann mächtig auf, kein Lied wurde mehr heruntergespielt, hier konnte man erkennen, wie gut diese Band funktioniert, mit einem tollen Sam Beam als Leader. Das Publikum war begeistert, aber nicht euphorisch, so lässt sich dieser Abend auch gut zusammenfassen. Was fehlte? Vielleicht ein paar Hits, vielleicht ein euphorisches Publikum, vielleicht ein ausgeschlafener Sam Beam, der irgendwie müde wirkte. Ich hätte mir als Zugabe noch ein paar "solo" Songs ohne Band gewünscht, wie in Düsseldorf, das wurde mir leider verwehrt.

Zum Abschied wurde dann als Zugabe "Boy With A Coin" gespielt, das ließ dann wirklich jeden Besucher zufrieden nach Hause gehen.

Eine 8/10 - ich habe trotzdem mehr erwartet.

Anmerkung: Die Fotos stammen aus dem Archiv.

Iron & Wine, Paris, 31.01.11
Iron & Wine, Haldern, 09.08.08
Iron & Wine, Paris, 19.01.08



Dienstag, 1. Februar 2011

Iron & Wine, Paris, 31.01.11

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Konzert: Iron & Wine

Ort: Maison de Radio France, Studios de France Inter, Black Session Lenoir
Datum: 31.01.2011

Zuschauer: ausverschenkt, etwa 250
Konzertdauer: eine Stunde


Jammerschade, daß ich die Black Session von Iron & Wine verpasst habe! Leute, die dabei waren, sprechen von einer beeindruckend schönen Vorstellung. Mein Freund Philippe D. hatte das Glück, der Show beizuwohnen und schildert uns auf französisch seine Impressionen. Merci! Ich fasse seine Worte in Stichpunkten kurz zusammen:

- Sam Beam aka Iron & Wine hat bisher sehr selten in Frankreich gespielt, lediglich zweimal in seiner ganzen Karriere. Eines dieser Konzert fand im Divan Du Monde statt. Ich hatte hier von dem wundervollen Gig berichtet.

- Sam hat gerade sein viertes Album Kiss Each Other Clean herausgebracht. Es ist reichhaltiger instrumentiert als die reduzierten Vorgänger, setzt auf Chorgesänge à la Beach Boys und wird teilweise sogar durch elektronische Elemente bereichert.

- das heutige Konzert fand jedoch in angespeckter Form statt. Weder Bass, noch Schlagzeug und nur 3 Begleitmusiker: Jim Baker (Banjo, Mandoline), Nick Luca von Calexico am Piano und Rosie Thomas als Backgroundsängerin.

- die ersten drei Stücke, Walking Far From Home, Woman King und Flightless Bird, American Mouth werden äußerst reduziert vorgetragen. Nur Sam mit Gitarre, bei Flightless Bird sogar fast gänzlich a capella. Magische Momente.

- dann stößt die Band hinzu und neue und alte Stücke halten sich die Waage. Der Sound ist brillant.

- eine Zugabe und welche! Das Kleinod Trapeze Swinger interpretiert Beam wieder ganz alleine und liefert einen der schönsten Songs ab, der je in diesem Radiostudio gespielt wurde.

Live report en français par Philippe D. Merci beaucoup!

Sam Beam, plus connu sous le nom d’Iron and Wine, se fait rare en France : jusqu’à lundi dernier, il n’avait joué en tout et pour tout que deux fois dans notre pays (dont un concert mémorable au Divan du Monde en janvier 2008). C’est dire l’intérêt qu’à suscité son passage dans les studios de Radio France en Black Session le 31 janvier.

Iron and Wine vient de sortir un quatrième album au titre attendrissant, Kiss Each Other Clean, qui voit sa musique s’éloigner encore davantage du folk pour gagner en orchestrations et en chœurs quasi « beach boysiens », le tout parsemé de cuivres et même de passages électro.

Pour cette prestation, Sam a pourtant choisi de jouer en formation légère : pas de batterie ni de basse, et seulement trois personnes l’accompagnent : Jim Baker (banjo, mandoline), Nick Luca (Calexico) au piano et autres claviers, ainsi qu’une choriste de choix en la personne de Rosie Thomas (connue pour ses albums et notamment pour un merveilleux duo avec Sufjan Stevens, The One I Love).

Et il commence son concert de manière encore plus dépouillée, la barbe toujours fournie et vêtu d’une veste en velours, seul à la guitare, pour interpréter Walking Far From Home (titre d’ouverture du nouvel album), puis Woman King et surtout, un Flightless Bird, American Mouth vocalement sur le fil, presque intégralement a cappella. Et tout de suite la magie opère.



Rejoint par ses trois acolytes, Sam Beam enchaîne alors les titres, alternant nouvelles chansons (notamment le très beau Tree by the River) et titres anciens. Comme souvent, en black session, les conditions d’écoute sont excellentes et le son magnifique.

Tout est réuni pour un final d’anthologie : Sam Beam revient seul faire un titre unique en rappel, et quel titre !

“Please, remember me happily
By the rosebush laughing
With bruises on my chin, the time when
We counted every black car passing
Your house beneath the hill
And up until someone caught us in the kitchen
With maps, a mountain range, a piggy bank
A vision too removed to mention…”

Les couplets de The Trapeze Swinger s’égrennent alors pendant près de 10 minutes, accompagnés par le jeu de guitare céleste du troubadour Texan. Sublime chanson, sublime interprétation.

Setlist Iron & Wine, Black Session,France Inter, Paris:

01: Walking far from home
02: Woman king
03: Flightless bird, american mouth
04: Tree by the river
05: Big burned hand
06: Love and some verses
07: Peace beneath the city
08: Half moon
09: He lays in reins
10: Glad man singing
11: My lady's house
12: Naked as we came

13: (Rappel) The Trapeze Swinger

Anmerkung: Pics aus dem Archiv bei Oliver Peel.

Links:

- English Review by Rockerparis with pics & video, click!
- Bloggerzar Eike vom Klienicum zum neuen Album von Iron & Wine, click!

Aus unsererm Archiv:

Iron & Wine, Haldern, 09.08.08
Iron & Wine, Paris, 19.01.08





Sonntag, 10. August 2008

Iron & Wine, Haldern Festival, 09.08.08

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Konzert: Iron & Wine
Ort: Hauptbühne des Haldern Pop Festivals
Datum: 09.08.2008
Zuschauer: viele
Konzertdauer: 1 Stunde


„Das war auf jeden Fall ein Highlight!"

Der junge Mann, der genau wie ich, gerade aus dem Spiegelzelt torkelte, war von dem mitreißenden Konzert von Alamo Race Track noch ganz benommen vor Glück. Ich konnte es ihm nachempfinden, auch ich war von den Holländern hellauf begeistert.

Aber es gab keine Zeit zu verlieren, auf der Hauptbühne hatte schon Sam Beam aka „Iron & Wine" zusammen mit seiner Schwester Sara und einer mehrköpfigen Band Stellung bezogen. Von weitem drang mir das bewegende „Trapeze Swinger" entgegen. Mein Lieblingslied! Ich musste mich beeilen, wollte keine Sekunde von diesem Frontalangriff auf die Tränendrüse verpassen! „Please, remember me", sang der bärtige Typ mit enorm viel Gefühl in sein Mikro und dazu spielte er mit seiner Gitarre eine solch wundervolle Melodie, dass ich schon bei Lied Nr. 1 des Sets auf Wolke 7 war! Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte er dieses Stück noch 10 mal in Folge spielen können, so sehr liebe ich es...

Hochkarätig ging es auch weiter, nun stand der „Woman King" von der gleichnamigen EP auf dem Programm. Und die Festivalversion hatte es in sich! Am Anfang erkannte ich diesen Klassiker überhaupt nicht, denn hier und heute wurde der Titel in deutlich veränderter Fassung gespielt, viel freejazziger, sphärischer und weniger in ein Kurzformat gepresst als auf der CD. Die zahlreichen Musiker auf der Bühne wollten sich eben auch mal ein wenig austoben, schließlich dürften (wenn ich das richtig einordne) Spitzenmusiker von Lambchop und Calexico mit dabei gewesen sein. Insgesamt habe ich sechs gestandene Künstler gezählt. Besonders auffällig war der farbige Schlagzeuger, der einen mächtigen Bums drauf hatte (gerade beim „Woman King") und viel gute Laune versprühte. Sams blonde Schwester hingegen, die Geige spielte, ist eher ein schüchterner Mensch. Eigentlich verzieht sie nie eine Miene, sondern konzentriert sich ganz auf ihre Violine und die Backgroundvocals, mit der sie dezent die sanfte, aber sehr klare Stimme ihres Bruders unterstützt. Dennoch eine nette und sympathische Erscheinung, wie im Übrigen auch die gesamte Band, die auf überhebliche Rockstarposen gänzlich verzichtet und auch ansonsten eher durch musikalische Leistungen, denn eine große Show glänzt. Im wahrsten Sinne des Wortes glänzend war dann auch eine ebenfalls stark veränderte Version von „Wolves" (The Shepherd's Dog), die minutenlang die Wiese vor der Bühne beschallte. „Boy With A Coin" schloss sich an und war nach „Trapeze Swinger" der bisher beste Song des Sets. Auch hier gab es gewisse Abweichungen gegenüber der CD, aber das wurde alles so gekonnt geboten, dass ich jetzt schon nach einem Live Album von Iron & Wine lechze! Allerdings bin ich mir nicht sicher, dass das Publikum die wunderbaren Improvisationen zu schätzen wusste, zumal die meisten Lieder gestreckt wurden, längere Instrumentalpassagen aufwiesen und somit nur etwas für Fans waren. Mich mich kein Problem, da ich nun einmal ein solcher bin, für andere Gäste aber vermutlich schon und so musste ich leider in einige regelrecht gelangweilte Gesichter blicken, die jetzt wohl lieber schnellere Musik geboten bekommen hätten.

Ein Song wie „Love And Some Verses", der nach „The Night Descending" (ein Lied von der EP „The Sea & The Rhythm") kam, war aber selbst mir etwas zu fade, gerade auf einer großen Bühne hätte sich Sam ein bekannteres Stück aussuchen sollen. Bekannter, da auf dem recht erfolgreichen letzten Album „The Shepherd's Dog" vertreten, war in der Folge „House By The Sea", ein recht psychedelisches Stück mit hübscher Pedal Steel Gitarre. Etwas schwächer war aber leider „The Devil Never Sleeps" weil es weniger schwungvoll und bluesig als auf dem Album gespielt wurde.

Lobend hervorheben möchte ich aber in jedem Falle noch „Upward Over The Mountains", das mir mit der Songzeile „Mother forgive me" einen Kloß im Hals bereitete. Es stammt von dem Album „The Creek, Crack & The Craddle", über das ich dummerweise gar nicht verfüge...

Auch das endgültige Ende mit „Each Coming Night" noch einmal sehr hübsch, Sams pastoral anmutende Stimme kam hier nämlich noch einmal besonders gut zur Geltung.

Eine kurze Verneigung, ein paar Dankesworte und der Hinweis „Be Safe" und der knapp einstündige Auftritt von Iron & Wine war auch schon wieder Geschichte...

Setlist: Iron & Wine, Haldern-Festival:

01: Trapeze Swinger
02: Woman King
03: Wolves
04: Boy With A Coin
05: The Night Descending
06: Love And Some Verses
07: House By The Sea
08: The Devil Nver Sleeps
09: White Tooth Man
10: Upward Over The Mountains
11: Each Coming Night




Samstag, 19. Januar 2008

Iron & Wine, Paris, 19.01.08

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Konzert: Iron & Wine

Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Datum: 19.01.2008
Zuschauer: complet (ausverkauft!)


"Es wird großartig, verprochen!" - Bloggerkollege Eike kam schon vor mir in den Genuß eines Iron & Wine Konzertes und stimmte mich schon einmal mental auf den heutigen Abend ein. Sam Beam und seine Truppen hatten nämlich vor Paris in Deutschland gastiert und dort in einer Dachauer Kirche ein mit Sicherheit großartiges Konzert gegeben. Keine Sekunde zweifelte ich an Eike's Voraussagung, aber daß es dermaßen gelungen werden würde, übertraf dann doch meine kühnsten Erwartungen!

Aber mal hübsch der Reihe nach...

Der Abend begann außerordentlich pünktlich mit der talentierten Amerikanerin Eleni Mandell, auf die ich dank..., na klar, Eike gestoßen bin. Als ich um 20 Uhr 15 den proppevollen Saal betrat, hatte die Dame schon seit einigen Minuten losgelegt. Man sagte mir, daß sie seit circa einer Viertel Stunde zugange sei. Schade um die verpassten Momente, aber zum Glück bekam sie vom Divan Du Monde das Recht eingeräumt, noch ein paar Ihrer hübschen Kompositionen alleine an der Gitarre vorzutragen. Mir fiel auf, daß das Ganze im Gegensatz zu dem gelungen Album... weniger im Jazz beheimatet war. Was mir zu Ohren kam, war vielmehr ziemlich eindeutig dem Genre Folk zuzuordnen. Insofern eine interessante Erfahrung, genannte Unterschiede zwischen CD ("Miracle Of Five") und Live-Performance festzustellen. Die Kalifornierin (sie lebt in L.A., die Glückliche!) überzeugte aber nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch einem natürlich-charmanten Wesen und sehr ordentlichen Französischkenntnissen. Bekannte von mir wollten gar erfahren haben, daß sie in inzwischen in Paris lebe. Dies bestritt die Folkeuse aber auf meine nach nach dem Konzert gestellte Nachfrage hin. Sie sei zwar für ein paar Wochen in der französischen Metropole zu Gast, danach gehe es aber wieder zurück in die USA. Sozusagen als Gastgeschenk hatte sie vorher auch ein nagelneues Lied zum Besten gegeben und zudem darf ich sie erneut erleben, wenn sie für die Franzosen Hey Hey My My Ende des Monats in der Maroquinerie eröffnen wird. Darauf freue ich mich...

Service: Eleni Mandell im Video:
- Girls
- Afternoon

Ebenso pünktlich wie Eleni legte Sam Beam los. Genau um 21 Uhr startete er in ein vorzügliches Set, welches insgesamt stattliche 90 Minuten dauern sollte. Da sage noch einmal jemand, für sein Geld bekäme man heutzutage nichts mehr geboten! Zunächst konnte ich neben ihm nur eine schmale blonde Sängerin ausmachen (Sarah Beam, seine Schwester), die sich auch an der Violine und den Percussions auszeichnete. Schon beim nächsten Lied aber stießen weitere Musiker hinzu, insgesamt teilten sich 7 Musiker die Bühne, den Chef miteinberechnet. Dieser fiel sofort durch seinen langen Rauschebart auf, was ihm einen sanftmütigen, aber auch eigenbrötlerischen Eindruck verlieh. Ich fragte mich spontan, warum eigentlich bärtige Musiker oft so begnadet sind, verließ aber schnell die Äußerlichkeiten und konzentrierte mich stattdessen auf seine wunderschöne Stimme. Von seinen Alben ist mir natürlich bekannt, daß der Mann ein butterweiches Gesangesorgan hat, daß er aber live noch viel besser klingen würde, verblüffte mich dann doch. Selten habe ich jemanden so unangestrengt engelsgleich schönste Lieder intonieren gehört! Es war von Anfang bis Ende ein Hörgenuß! Auch die Band, die an Kontrabass, Piano, Hammondorgel, Xylophon, Geige, etc. agierte, war bestens eingestimmt (hochkarätige Musiker von Calexico, Lambchop, etc.). Da wurde nichts forciert und jede Note getroffen, so daß sich die Instrumente wie Zahnräder ineinander fügten. Die Tatsache, daß im Divan Du Monde die Lautstärke auf 92 Dezibel (herzlich wenig!) beschränkt ist, störte nicht im Geringsten. Die Arrangements von Sam Beam benötigten keine Wucht, um zu wirken, vielleicht war es sogar besser, die Klänge und den wundervollen Gesang leise zu genießen. Ganz herzallerliebst war auch die Stimme der blonden Sarah Beam, die aber leider recht selten zum Einsatze kam.

Hinsichtlich der gespielten Lieder bestachen insbesondere gleich der Opener "Trapeze Swinger", im Anschluß dann Lovesong Of The Buzzard" und "On Your Wings" , und "Sodom, South Georgia" aber im Grunde genommen war es fast unmöglich Höhepunkte herauszupicken, dermaßen ausgeglichen gestaltete sich das gesamte Programm. Nach Rund 80 Minuten verabschiedete sich die Band mit einem aufrichtigen Lächeln von den Fans und erntete den verdienten tosenden Applaus. Danach gab es noch zwei Betthupferl (darunter das traumhafte "Resurrection Fern") zum Abschluß und das rauschende Fest für die Sinne war beendet. 90 Minuten glänzender Musik lagen hinter mir und die Meinung meiner Freunde und Bekannten stimmten 100% mit meiner Auffassung überein. "C'était fabuleux!" - Das war fabelhaft! Eike hatte Recht behalten.

Setlist Iron & Wine, Paris, Le Divan Du Monde:

01: Trapeze Swinger
02: Lovesong Of The Buzzard
03: On Your Wings
04: Peace Beneath The City
05: Innocent Bones
06: House By The Sea
07: The Devil Never Sleeps
08: White Tooth Man
09: Weary Memory
10: Upward Over The Mountains
11: Carousel
12: Cinder And Smoke
13: Boy With A Coin
14: Sodom South Georgia
15: Wolves
16: Flightless Bird, American Mouth

17: Resurrection Fern (Z)
18: ?

Konzerttermine Iron & Wine: (nicht verpassen!!)

20.01.2008: Fabrik, Hamburg
26.01.2008: Kulturkirche, Köln
27.01. 2008: Paradiso, Amsterdam
28.01.2008: Mousonturm, Frankfurt
29.01.2008: Forum, Bielefeld
30.01.2008: Berlin, Passionskirche





 

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