Posts mit dem Label Batofar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Batofar werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 8. November 2016

The Wedding Present, Paris, 05.11.16

0 Kommentare

Konzert: The Wedding Present
Ort: Le Batofar, Paris
Zuschauer/ etwa 250, so gut wie ausverkauft
Konzertdauer: etwa 85 Minuten

The Wedding Present scheinen Gefallen an Konzerten auf Pariser Hausbooten gefunden zu haben ! Knapp 1 1/2 Jahre nach ihrem 2015er Gig auf dem modernen Petit Bain war die Band um Dave Gedge nun auf dem älteren, rustikaleren, aber auch technisch weniger guten Batofar zu Gast. Dabei hat die Musik der Weddos an sich wenig mit Seefahrermelancholie zu tun, wenngleich ein paar Stücke von Cinerama durchaus ein wenig in diese Richtung gehen. Hier und heute gab es aber nicht wie 2015 die Weddos und Cinerama im Doppelpack, sondern lediglich einen Gig von Daves bekannterer Band. Vorgruppe war irgendein (anscheinend nicht wirklich guter) Act aus Frankreich, den ich bewusst ausgelasen hatte, um genug Kraft und Ausdauer für das etwa 85 minütige Set von The Wedding Present zu haben.


Die Band liess erst ein Intro zum neuen Album Going Going vom Band laufen, bevor sie unter laten Jubelrufen die Bühne betrat. Das Line up hatte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr erneut geändert. neuer Gitarrist (namens Marcus Kain) neue Bassistin (Danielle Waddey), die die attraktive Katharina Wallinger abgelöst hatte. 


Im Mittelpunkt aber wie immer der Chef David Gedge, der guter Laune zu sein schien, selbst wenn er wie immer etwas stoisch war und eher selten lächelte. Seine Art von Humor ist ziemlich schwarz, leicht zynisch, aber nie wirklich böse und mit Komplimenten an sein eigenes Projekt sparte er wie üblich auch nicht ("oh, this was a great version of this song", rief er einmal entzückt aus, "sorry we only have time for two more songs, I know, there are way too many classics that we could play", lobte er an einer anderen Stelle den Backkatalog). 



Witzig auch seine Anmerkung dass Paris zwar die grösste Stadt Frankreichs sei, aber es hier die kleinsten Handtücher zum Abtrocknen gäbe (was stimmte, sie waren nicht viel grösser als Waschlappen!). Beim körperlichen Einsatz von Gedge sind Handtücher sehr wichtig, der drahtig kräftige Mann mit dem Kurzhaarschnitt schont sich nie und fetzt trotz seines inzwischen etwas gehobenen Alters gnadenlos über die Bühne. Aber es war auch wirklich viel zu warm auf dem Batofar, gerade in meiner Ecke, wo die Heizung auf Hochtouren bollerte, obwohl 250 eng an eng stehende Körper eigentlich für dicke genug Wärme sorgten. Und dann war es auch noch zu laut ! Viel zu laut! Sorry dass ich mit den negativen Aspekten anfange, aber die Lautstärke in meiner Ecke war auf jeden Fall mehr als grenzwertig, die Dröhnung die aus den Boxen kam war höllisch und sorgte bei mir für einen nachhaltigen Tinnitus. Wobei der Fehler diesbezüglich alleine bei mir liegt, zu einem Rockkonzert sollte man eben mit vernünftigen Ohrenstöpseln auflaufen und nicht ungeschüzt daherkommen wie ich.


Am Set gab es nichts auszusetzen, im Gegenteil, alles kam druckvoll und mit viel Spielfreude rüber, die Setlist war eine gelungene Mischung aus alten Klassikern wie dem Opener Give My Love To Kevin, dem sehr direkten Hit Brassneck, dem  grungig-punkigen Dalliance (welch ein  rasanter Gitarrenwirbel im Mittelteil!) , meinem alten Liebling My Favourite Dress. und Stücken des Neulings Going Going. Ein neues Album, dass die ersten vier experimentellen, dreamigen Lieder lang die Altfans überraschte, mit Two Bridges dann aber gewohntere Pfade einschlug. Und Two Bridges war auch in der Liveversion ählich gut wie das alte Material. Es bestach durch ein paar wirklich gelungene Gitarrenparts und auch ein sehr explosives Schlagzeugspiel. Am Ende schrammelte Gedge wie ein Besessener auf seiner Gitarre rum. Klasse von den neuen Songs war auch das dröhnende und rifflastige Birdsnest und das zart-melancholsiche Bear, zu dem Danielle sehr sanfte Gesänge beisteuerte.


Die Schlussphase auch noch mal sehr stark. Das bereits erwähnte alte My Favourite Dress, dann das fulminante Flying Saucer und der sehr langsam und verträumt startende Neuling Santa Monica, der logischerweise phasenweise auch sehr lautstark und schnell wurde, wie das eben bei The Wedding Present so ist. Langsame Phasen dienen in der Regel nur zum kurzen Luftholen, bevor wieder ungestüm losgeballert wird.


Und noch etwas ist bei den Weddos immer gleich. Es gibt keine Zugaben. So auch diesmal nicht. Gegdge verliess bereits die Bühne während seine Musiker noch eine Weile instrumental weiterspielten.

Erneut duftes Konzert von The Wedding Present! See you next time! Vielleicht dann ja wieder auf einem Hausboot ?

P.S.: Unnötiges Wissen: wie viele Stoppschilder gibt es in Paris ? Laut David nur ein einziges, das behauptete er auf jeden Fall. Wo genau es zu finden ist ? "Google it" so die Empfehlung von Gedge.


1) Give My Love To Kevin 
2) Come Play With Me
3) Brassneck
4) Always The Quiet One
5) Rachel
6) Mothers (Jean Paul Sartre Experience Cover)
7) Two Bridges
8) Go OutAnd Get' Em Boy
9) What Have I Said Now
10)Little Silver
11) Birdsnest
12) Drive
13) End Credits
14) Dalliance
15) Dare
16) Bear
17) My Favourite Dress
18) Flying Saucer
19) Santa Monica



Freitag, 27. Januar 2012

BirdPen, Paris, 26.01.2012

0 Kommentare

Konzert: BirdPen

Ort: Le Batofar, Paris
Datum: 26.01.2012
Zuschauer: volles Boot!, an die 300
Konzertdauer: etwa 75 Minuten



Konzerte auf den Pariser Hausbooten mag ich gerne, das herrscht immer eine ganz spezielle Atmosphäre. La Dame de Canton, Le Petit Bain, Le Bateau El Alamein und natürlich das Batofar, Locations dieser besonderen Art gibt es so einige in der Nähe von Paris-Bercy. Alle liegen sie am gleichen Ufer, dem Quai François Mauriac, unweit der TGB (Très Grande Bibliothèque), die sich Ex-Präsident Francois Mitterand als Abschiedsdenkmal errichten ließ.



Meistens sind die Gigs in diesen Hausbooten aber schlecht promotet, so daß man oft nur 20 bis 30 andere Zuschauer sieht und fast Mitleid für die auftretenden Bands empfindet. Heute war dies aber anders. BirdPen aus England hatten es geschafft, 300 Fans zu mobilisieren und das Batofar fast auszuverkaufen. Volles Boot also und dies für eine Formation, die nach ein paar EPs gerade einmal einen richtigen Longplayer (On/Off/Safety/Danger, 2009) auf den Markt gebracht hat. Allerdings steht der Nachfolger bereits in den Startlöchern und soll schon sehr bald erscheinen. Und einen nicht unbeachtlichen Teil seiner Popularität bezieht BirdPen sicherlich aus die Tatsache, daß ihr Sänger David Penney auch zu der ungemein erfolgreichen Band Archive gehört. Archive selbst habe ich nie richtig live gesehen (sieht man einmal von ein paar sehr weiten und eher flüchtigen Höreindrücken beim Festival Rock en Seine 2011 und bei den Solidays 2006 ab), mich stattdessen heute auf den Ableger Birdpen gestürzt.



Und die Burschen machten ihre Sache sehr ordentlich. Ihre Musik war eine Mischung aus epischem Indierock (Radiohead meets Kasabian), Elektro, Trip Hop und Shoegaze und besaß ziemliche Durchschlagskraft. Die Gitarren erfüllten schon sehr bald jeden Winkel des Batofar. Sänger Penney schaffte es trotz dieser Gitarrenwände sich Gehör zu verschaffen. Sein greinender, langgezogener Gesang erinnerte (zumindest live) an Ian Mucculloch von Echo & The Bunynmen aber auch an Bono, freilich ohne, daß man als Hörer eine häßliche Sonnenbrille zu ertragen hatte.

Die Songs steigerten sich in schöner Regelmäßigkeit von Minute zu Minute, wurden immer ein wenig intensiver und eindringlicher, bevor am Ende ordentlich die Post abging. Gutes Beispiel hierfür das gelungene Only The Names Change, bei dem Penney manchmal fast ein wenig an Jim Morrison erinnerte. Nature Regulate fing fast wie eine Ballade von Coldplay an (das Piano), gewann aber ebenfalls im weiteren Verlauf deutlich an Dynamik hinzu. Off wiederum schickte ein langes Instrumentalintro voraus und ließ mit seinem düster-mechanischem Rhythmus und dem trockenem Gesang an Kasabian denken.



Mit am Besten war sicherlich die markante Single Breaking Precedent Official, die poppiger klang als der oft schwarze Rest, allerdings auch meine persönliche Bombastgrenze empfindlich streifte, ja bisweilen ein wenig überschritt.

Unter dem Strich stand aber ein Konzert, bei dem die guten Momente überwogen. Vor allem beim Zugabenteil legten die Musiker noch einmal alles in die Waagschale. Die zwei performten Songs dauerten allein etwa 20 Minuten und das allerletzte Lied endete wirklich fulminant und mit lautem Getöse.

BirdPen sind zwar nicht unbedingt eine neue Lieblingsband, aber eine Liveempfehlung kann ich dennoch bedenkenlos aussprechen. Und Konzerte auf diesen Hausboten sind wie eingangs erwähnt einfach etwas Besonderes. Wann steigt dort der nächste interessante Gig? Ich werde versuchen, dabei zu sein, schon allein um zu sehen, ob das Hochwasser, das bereits heute die Ufer leicht überschwemmte, noch weiter gestiegen ist.

Fotos am Samstag





Donnerstag, 15. Dezember 2011

Jozef Van Wissem, Paris, 8.12.11

0 Kommentare

Konzert: Jozef Van Wissem
Ort: Le Batofar, Paris
Datum: 08.12.2011


Der in New York lebende Niederländer Jozef van Wissem ist einer jener Künstler, der mit seiner barocken Laute gegen den Strom schwimmt. Aber nicht nur das alte Instrument selbst, sondern Van Wissems ganz persönlicher Einsatz machen die Faszination aus. Der Bursche hat seinen ganz eigenen Sound entwickelt und begeisterte damit unlängst den kultigen Filmemacher und Punkmusiker Jim Jarmush. Die beiden bringen zusammen nächstes Jahr ein neues Album auf den Markt, 2011 markierte allerdings die Geburt des Werkes The Joy That Never Ends, das sich auch in so einigen Jahresbestenlisten wiederfindet (obwohl das Jahr noch nicht um ist...).

Am 8. Dezember fand im Pariser Batofar ein Konzert von Jozef statt, daß ich allerdings umzugsgestresst verpasst habe. Ich hatte aber das Glück, den Musiker kurz nach der Show zu treffen. Bereits vor ein paar Monaten hat er mir in einem sehr spannenden Interview erzählt, auf welche Weise er auf der Laute komponiert, daß ihn traditionelle Rockbands angeödet haben, weil es da immer nur darum ging, welche Frau der Bassist oder Gitarrist nach dem Gig abschleppt (was oft zum Zerbrechen der Band führte) und wie er Jim Jarmush in Brooklyn kennengelernt hat.

Glotzt bitte auch die tollen Videos von Le Cargo. Da werde ich sehr gelobt, nachdem ich den Kontakt hergestellt hatte :)))





Setlist Jozef van Wissem, Le Batofar, Paris:

01: concerning the precise nature of truth
02: thelema
03: our hearts condemn us
04: in him is no sin
05: the great joy
06: he is hanging by his shiny arms his heart an open wound with love
07: the day is coming
08: love is a religion
09: the joy that never ends
10: concerning the beautiful human form after death
11: it is all that is made



Samstag, 1. Oktober 2011

Kim Novak, Paris, 29.09.11

0 Kommentare
Konzert: Kim Novak
Ort: Le Batofar
Datum: 29.09.2011
Zuschauer: etwa 50


Immer und immer wieder die gleichen Bands auf dem Konzerttagebuch? Zugegebenermaßen hatte ich an jenem Donnerstag eigentlich vor, mir Koudlam und Mohini Geisweiller im Point Ephémère anzusehen, aber dort wies man mich wie einen stinkenden Fischer ab. Keine Karten an der Abendkasse, kein Gästelistenplatz für Oliver Peel. Mist.



Ich also ab zur U-Bahn und den ganzen langen Weg nach Bercy runter. Zum Glück saß mir wenigstens eine Dame mit wahnsinnig üppigem Dekoletté gegenüber (war ich hier auf der Wiesn, oder wie?), sonst hätte ich die lange Reise nicht überstanden, ohne einzuschlafen. Reichlich spät trudelte ich dann im Hausboot Batofar ein, erwischte aber noch fast den kompletten Auftritt von Kim Novak aus der Normandie.



Die sind inzwischen bei dem famosen Label Kütu Folk (Leopold Skin, Evening Hymns, Hospital Ships...) unter Vertrag und werden dort in den nächsten Tagen ihr zweites Album namens The Golden Mean rausbringen.


Davon spielten sie natürlich auch ein paar Songs. Und wie die live rüberkamen, erzähle ich euch in Kürze hier. Einen Song davon (Broken Rope) könnt ihr hier bei uns (unten) schon anhören. Und hier ist die EP Glory auf Bandcamp:




Setlist Kim Novak, Batofar, Paris:

01: Love Affair
02: Not So Sure
03: Montego Bay
04: Comfort
05: Nowhere To Run
06: Glory
07: Love & Saved
08: Cold Laws
09: New York
10: Broken Rope
11: Will You Marry Me

12: Merry Go Round
13: In The Mirror





Mittwoch, 27. Mai 2009

The Pains Of Being Pure At Heart, Paris, 26.05.09

10 Kommentare

Konzert: The Pains Of Being Pure At Heart & Maison Neuve

Ort: Le Batofar, Paris
Datum: 26.05.2009
Zuschauer: 300-350
Konzertdauer: Maison Neuve: 50 Minuten, The Pains Of Being Pure At Heart 41 Minuten



Konzerte auf dem an der Seine gelegenen Hausboot (une péniche auf französisch) Batofar sind eine tolle Sache. Blickt man durch die Bullaugen hinaus, sieht man den glitzernden Fluß. Wenn das nicht romantisch ist! Das Problem ist bloß, das auf dem Batofar seit Jahren nichts mehr los war, weil es vielfältige Probleme gab. Um so erfreuter war ich, als ich hörte, daß man die gehypten The Pains Of Being Pure At Heart an diesem kultigen Ort spielen lassen würde. Der Vorverkauf lief entsprechend rege und viele Pariser Indiemusikfans fieberten dem Event entgegen.

An einem recht kühlen Dienstagabend war der große Tag gekommen und ich begab mich mit der U-Bahn zum Ort des Geschehens. Da ich schon lange nicht mehr in der Gegend war, hatte ich zunächst kleinere Orientierungsprobleme. Nachdem ich aus der extrem weitläufigen U-Bahnstation Bibliothèque François Mitterand auf die Straße getreten war, wußte ich nicht auf Anhieb, wie man zum Ufer gelangt. Auch mehrere Passanten konnten mir nicht helfen. Erst die Händler vor der Tür wußten wo es langgeht und zeigten energisch auf eien Steintreppe, die man zu erklimmen hatte, bevor man die Straße entlang Richtung Quai François Mauriac trabt. Die Gegend dort ist für Pariser Verhältnisse unglaublich modern, es gibt mehrere Glastempel, die in den letzten 20 Jahren hochgezogen wurden sowie amerikanisch anmutende Bars und Cafés, wie man sie vom Potsdamer Platz oder Sony Center in Berlin her kennt. Markante Sehenswürdigkeit des Quartiers ist die neue Bibliothèque nationale de France, mit der sich François Mitterand zu Ende seiner Amtszeit ein Denkmal setzen ließ. Die in den Himmel ragenden L-förmigen Türme bilden ein aufgeschlagenes Buch nach und trohnen über der Seine. A propos Seine: Die hatte ich inzwischen erreicht und von der Straße aus konnte ich schon das kaminrot angemalte Boot Batofar erkennen. Das Wetter war sonnig, aber nach den Unwettern und Regengüssen von gestern recht kühl. Die Quecksilbersäule dürfte innerhalb eines Tages um mindestens 12 ° gefallen sein. Gut so, denn im Inneren des sehr gut gefüllten Batofar herrschten erträgliche Temperaturen. Auf der Bühne tat sich noch nichts, aber man fühlte, daß es gleich losgehen sollte.

Maison Neuve aus Frankreich kamen aus ihren Kabinen geschlichen und stellten sich erst einmal vor: "Wir sind weder The Pains Of Being Pure At Heart noch Blank Dogs. Blank Dogs mussten kurzfristig abgsagen, wir sind für sie eingesprungen. Danke an die Summery Agency für die Einladung!"

Wer sind Maison Neuve nun schon wieder, mag man sich fragen?
Nun, es handelt sich um eine vierköpfige Band aus Frankreich mit dem bärtigen Gitarristen und Sänger Guillaume an der Spitze. Einer ihrer größten Fans ist djenvert, ein talentierter Fotograf und Journalist, der für die gut gemachte Seite Popnews arbeitet und so begeistert ist, daß er ihnen sogar eine eigene Flickr Gruppe gewidmet hat. "Die Jungs von Maison Neuve" verdanken mir alles, hat er mir gegenüber eimal erklärt und ich bin sicher, daß er diesen Spruch mit einem Augenzwinkern meinte. Denn seien wir mal ehrlich: Hat eine Musikseite wie Popnews oder auch unsere Konzerttagebuch wirklich einen so großen Einfluß, daß sie in der Lage ist, Bands zu puschen? Ich bin da skeptisch und denke, daß Blogs und Webzines nur Multipliaktoren für Indiebands sind, mehr nicht. Spielen müssen sie schließlich selber und wenn sie gut sind, werden sie ohnehin ihren Weg gehen.

Aber in der Sache gebe ich djenvert, der immer einen sehr guten Riecher hat, auf jeden Fall Recht, Maison Neuve sind wirklich richtig gut! Sie haben 2006 eine Split LP mit der Fanzösin Lispector auf den Markt gebracht und Ende letzten Jahres mit der Ep Victor, Victor nachgelegt, für die es gute Kritiken gab. Veröffentlicht wurden die Machwerke auf dem kleinen feinen Label Sauvage Records, die uns bereits die tollen Please Don't Blame Mexico , The Limes und Mina Tindle bescherten (ihre Single erscheint am 13 Juni). Von der EP Victor, Victor stammte dann auch der Titeltrack Victor, der sich in den letzten Monaten zu einem richtigen kleinen Indiehit in Pariser Szenekreisen entwickelt hat. Ein einprägsamer Refrain und Dingeldengel- Gitarren machen den Charme dieser Lofi - Produktion aus, die an Bands wie New Order, Interpol, oder die Young Marble Giants erinnert. Auch live zog Victor schon ganz gut und man sah ein paar Leutchen energisch mit dem Köpfchen hin- und herwackeln. Noch besser als Victor ist aber wohl The Wrong Class, das an englische Bands vom Label Postcard Recors (Orange Juice, Go Betweens, Aztec Camera) ) oder auch The Smith und Belle and Sebastian erinnert. Eine Perle des französischen Indiepops mit angelsächsischen Wurzeln, die mich wohl noch eine ganze Weile beschallen wird. Aber Maison Neuve schreiben nicht nur englische Songs. Ab und zu gibt es nämlich auch einmal etwas auf französich. Au Large De La Ville z.B., das auf Kultfiguren des französischen Chansons wie Serge Gainsbourg oder Françoise Hardy wurzelt und mir auf Anhieb gefiel, genau wie das ander französische Lied, das gegen Ende kam.

Insgesamt boten die Franzosen um den hocheleganten Sänger und Gitarristen ein sehr ansprechendes und abwechslungsreiches Set, in dem man auch das vom amerikanischen Indierock der 90 er infizierte Under Skies Of Fire genießen durfte.

Maison Neuve gehören von nun an zu meinen französischen Lieblingsbands!

Setlist Maison Neuve, Le Batofar, Paris:

01: You Are My Prophet
02: I Read You Count
03: Victor
04: The Wrong Classssss
05: Au Large De La Ville
06: In The Branches Live No Sorrows
07: Love Favella
08: Under Skies Of Fires
09: Touched In The Heart
10: Colores Parle Le Soir
11. Lizzy




In der Umbaupause liefen dann etliche Klassiker alter Helden des Britpop, New Wave und Shoegaze. Wir bekamen etwas von Morrissey zu hören, desweiteren einen Song von James (nicht Sit Down), I Wanna Be Adored von den Stone Roses und When You Sleep von My Bloody Valentine. Und damit war kurioserweise auch schon das Konzert von The Pains Of Being Heart zusammengefasst! Sie klangen haargenauso wie diese ganzen kultigen Bands.

The Pains Of Being Pure At Heart machen Musik, die Fans dieser obengenannten stilprägenden Gruppen auf Anhieb gefällt, die aber leider recht belanglos und harmlos ist und dem Sound ihrer Idole nichts Neues hinzufügt. Die Stimme des schüchternen Sängers Kip klingt nach Bernard "New Order" Sumner, oder auch nach Morrissey, aber vom Charisma der Künstler aus Manchester hat er leider nicht viel abbekommen. Sein lieblicher Gesang wird von der brünetten Keyboarderin Peggy süßlich begleitet und über das Ganze wird beständig ein noisiger Gitarrensound gelegt. Alles altbekannt. Und im Grunde genommen klang jedes Lied des extrem kurzen Sets (41 Minuten!) gleich. Mein Tip: Konzerte von Morrissey, My Bloody Valentine, Ian "Stones Roses" Brown, oder James besuchen. Die spielen alle noch und haben mehr Biss als ihre jungen Nachahmer!

Setlist The Pains Of Being Pure At Heart, Batofar, Paris:

01: Doing All The Things That Would'nt Make Your Parents Proud
02: This Love Is Fucking Right
03: Young Adult Friction
04: Come Saturday
05: The Tenure Itch
06: Stay Alive
07: 103
08: Everything With You
09: Pains Of Being Pure At Heart

10: Hey Paul (Z)
11: Gentle Sons
(Z)

Pour nos lecteurs français:

Les concerts sur la péniche Batofar sont très chouettes. Mais malheureusement il n'y en avait pas beaucoup récemment. Ma joie était d'autant plus grande qu'on y a placé les trés hype New Yorkais "The Pains Of Being Pure At Heart" sur ce bâteau mythique. En plus il y avait une très bonne première partie. Au début les Blank Dogs étaient prévus mais après leur annulation le groupe français Maison Neuve a eu l'honneur d'inaugurer la soirée. Très remarqués récemment avec leur Ep 7 titres "Victor, Victor", qui a connu des bonnes critiques dans Technickart, les Inrocks et Magic, le quatuor autour du très elégant guitariste/chanteur Guillaume a brillé avec un set mêlant avec aisance des styles comme le pop lofi, le post punk, le shoegaze et le rock indé US. Le tout chanté dans un anglais très correct, à part deux morceaux interprété dans la langue de Molière. Ils ont donné l'impression de beaucoup s'amuser et ont été très bien acceuillis par un public curieux et appreciateur. Leur concert était très varié (avec même un saxophone et deux batteurs à la fin) et bien maîtrisé. Je qualifierai volontiers le tube "Victor " et "The Wrong Class ""(ce chant à la Morrissey, super!) comme meilleurs morceaux. Un groupe plein d'espoir malgré leur son sombre et melancholique. Maison Neuve, c'est la classe!

Pendant la pause, les spectateurs ont eu le plaisir d'entendre des titres classiques d'artistes cultes comme Morrissey, James, Stone Roses (" I wanna be adored) et My Bloody Valentine (Whenn I Sleep). Et en fait cela resumait bien le concert des The Pains Of Being Pure At Heart. Un chant innocent rappelant Morrissey ou New Order selon les goûts, une voix féminine douce en arrière-plan, des guitares melancholiques et noisy et des morceaux à la fois accrocheurs et entêtants. Ça plait forcément aux gens qui ont grandi avec les Smiths, New Order et My Bloody Velentine mais cela n'apporte malheureusement pas grand chose de nouveau et est assez proches des recettes classiques. Mais bon, le public du Batofar a apprécié quand même et applaudi les chansons, certes imparables comme "Young Adult Friction" ou "Come Saturday." Je préfère quant à moi les originaux, surtout si l'on considère que Morrissey et les My Bloody Valentine sont encore actifs et je me régale plus avec les très bons "Crystal Stilts" qui sont plus aggressifs et ont un son plus garage.
Dans l'ensemble une soirée très réussie, grâce à la bonne organisation des filles de la Summery Agency.

- Fotos von Maison Neuve hier
- Fotos von The Pains Of Being Pure At Heart hier



Donnerstag, 26. Oktober 2006

The Parisians & Erase Errata, Paris, 25.10.2006

2 Kommentare

Konzert: The Parisians & Erase Errata

Datum 25.10.2006
Location: Batofar & Point Éphémère, Paris


Heute standen für mich gleich zwei Konzerte in unterschiedlichen Locations auf dem Programm. Zunächst einmal begab ich mich gegen 19 Uhr 30 zum Batofar, eine dunkelrot-bemalte sog. peniche, also ein an der Seine gelegener Kahn. Wie man sich denken kann, ein äußerst szeniger Ort, um ein Rock-Konzert zu veranstalten. Der Eintritt war übrigens frei. Zu meiner Überraschung traf ich dort auch meine zwei neuen Freunde, nämlich Tine aus Mainz, alias Girl from Mars und den jungen Engänder aus Carlisle, namens Finn. Dann ging es auch schon los mit den vier jungen, ungestümen Parisern mit dem passenden Namen The Parisians. In der lokalen Szene schon recht bekannt, versuchen sie zur Zeit mit aller Kraft, sich einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Sie singen natürlich auf englisch und ihr Set erinnerte stark an das, was in England gerade so hipp ist, als da wären die Libertines, The Arctic Monkeys, The Subways oder The View. Tine ist aus England schon besseres gewohnt und so fiel ihr Urteil folgendermaßen aus: "Für Franzosen nicht schlecht". Das lass ich dann auch mal unkommentiert so stehen.

Leider mußte ich mich dann schon von Tine und Finn verabschieden, denn ich wollte unbedingt noch Erase Errata im Point Ephemere sehen, einer alten Fabrikhalle, idyllisch am Canal St Martin gelegen. Ich hatte Glück, daß hier alles immer ein bißchen später losgeht und so konnte ich noch das komplette Konzert der drei punkigen jungen Damen verfolgen. Ursprünglich war die Band zu viert, aber Sara ist kurzfristig ausgestiegen, um sich an der Uni weiterzubilden. Erase Errata, die aus dem warmen San Francisco, Kalifornien stammen, haben so gar nichts sonniges an sich, sondern rocken durchweg hart und trocken. Punk in seiner rohsten Form, ohne Kompromisse also. Wer Placebo für eine Punkband hält, sollte das hier mal hören, um zu sehen, daß die Band um Brian Molko eher Musik für Kindergeburtstage macht. Die Mädels gehen von Anfang bis Ende hohes Tempo und so etwas wie eine Ballade ist hier nicht vorgesehen. Jenny Hoyston, die Sängerin, die ab und zu auch zur Trompete griff, schmettert einem regelrecht ihre miese Laune entgegen. Vergleiche zu Mark E. Smith von The Fall wurden da bei mir wach. Wer vergleichbare Bands sucht, hat mit The Gossip, oder vor allem Sleater-Kinney sicher eine gute Orientierungshilfe. Ich habe mich übrigens gänzend amüsiert und das coole Völkchen um mich herum ebenso. Sicherlich nicht Musik für jedermann, aber dieser Blog richtet sich nicht an jedermann, sondern an ganz tolle Hechte und besonders flotte Bienen.

Setlist Erase Errata:

01: Dark Cruisin
02: Rider
03: Money
04: Hotel Suicide
05: Driving Test
06: Star Dust
07: Beacon
08: Hey Beautiful
09: Cloud Warrior
10: Trilogy
11: Wasteland
12: Tax Dollar

von Oliver


 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates