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um
13:27
Konzert: Thud
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 28.07.2019
Dauer: gut 35 min
Zuschauer: sehr viele
Ein paar Wochen vor dem Festival veröffentlicht das Indietracks seinen traditionellen Sampler mit Songs der bestätigten Bands. Wie auch die des Festivals selbst, gehen die Erlöse an das Eisenbahnmuseum, auf dessen Gelände das Indietracks stattfindet. Auf dem Bandcamp-Sampler ist jeweils ein Lied fast aller eingeladenen Künstlerinnen (Mehrheit) und Künstler; da ich kein Spotify nutze und viele der Bands ein überschaubares Gesamtwerk haben, muß das als grobe Vorbereitung reichen. Wie jedes Jahr ist auch der 19er Sampler durchgängig gut, wie immer stachen aber auch dieses Jahr ein paar Lieder raus. Am meisten Ado von Thud, ein Shoegaze-Kracher einer mir bisher unbekannten Band aus Hongkong.

Shoegaze hat eine gewisse Tradition beim Indietracks. Indiepop, Twee-Pop, DIY-Punk und ein wenig Shoegaze sind die programmatischen Stützen des Festivals, wobei dieses Jahr deutlich zu wenig twee war. Die wenigen Shoegaze-Acts, die ich in den letzten Jahren in Ripley gesehen habe, waren ausnahmslos gut, Thud versprachen das auch.
Thud spielten nach den BV's am Sonntag. Sie waren aber auch beim Auftritt der Augsburg-Cornwall-Band vertreten, Josh Turner trug eine der schönen Thud-Baseball-Caps, die es im Merch-Zelt gab. Beide Bands hatten während der Warm-Up-Phase in der Woche vorher zweimal gemeinsam gespielt und sich schätzen gelernt.
Thud sind Sängerin und Keyboarderin Kim, die beiden Gitarristen Sky und Andy und die Brüder Wang (Bass) und Wai (Schlagzeug). Der Bühnenaufbau war ganz spannend. Kim stand hinter ihren Keyboards zentral, Bass und eine der Gitarren rechts von ihr. Der andere Gitarrist stand von uns aus rechts, war aber meist den anderen zugewandt und diente wohl als eine Art Dirigent. Vielleicht brauchte er aber auch einfach mehr Raum zum Rumlaufen.

Entgegen der Befürchtungen, daß die Soundstrukturen der Band in der Eisenbahnhalle kaputtgemischt würden, klang das Konzert direkt gut. Der Saal hat Grenzen, es schepperte aber nichts. Damit kamen die Stücke der fünf Hongkonger gut zur Geltung. Das Konzert begann mit Lime von der ersten EP Floret. Ich hatte mir vor dem Festival das Gesamtwerk der Band digital gekauft. Neben Floret gibt es zwei Bandcamp-Singles und eine 7"-Single, die 2018 veröffentlicht wurde. Vor allem die aktuelle Single mit den beiden Liedern Ado und Still still ist fantastisch. Glücklicherweise funktionierten sie auch live hervorragend. Man merkt Thud an, daß die Band schon eine Weile existiert (sie wurde 2014 bereits in nme und Drowned in Sound besprochen). Kims verhutschelter Gesang, dazu bewegte sie die Arme feenhaft, dann die tollen Gitarrenmelodien, das hatte schon sehr viel!

Seit meinem ersten Indietracks 2013 nehme ich jedes Jahr - auch 2019, obwohl ich da extrem viele Bands schon vorher gesehen hatte - mindestens eine Entdeckung mit, die bleiben wird. Dieses Jahr waren das Thud, mein persönliches Ripley-Souvenir, an dem ich noch lange Freude haben werde! Und Baseballkappen.
Setlist Thud, Indietracks, Ripley:
01: Lime
02: The other day
03: Still till
04: Ado
05: No talk
06: Wellwave
07: Prime of pride
08: Ride the night
um
17:13
Konzert: Peaness
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 26.07.2019
Dauer: gut 35 min
Zuschauer: schon viele für Freitagabend
2017 waren Peaness ("Pronounced PEA-NESS, but it’s not massively important is it") eine der Bands, auf die ich mich beim Indietracks am meisten gefreut hatte. Die dreiköpfige Gruppe aus Chester kam mit der Empfehlung eines wundervollen Pop-Albums* (Are you sure? - Alcopop) und spielte nachmittags auf der Hauptbühne. Dieses Jahr war die Band ein paar Stunden später angesetzt und eröffnete das Festival am Freitagabend.
Obwohl der Auftritt so kurz war (eine gute halbe Stunde) und obwohl bis danach alles in Grund und Boden spielten, verdient das erste Konzert des Festivals eine ausführliche Würdigung. Weil ich von Peaness in den vergangenen zwei Jahren nur eine neue Single mitbekommen hatte, hatte ich mit einem eher unspektakulären Programm gerechnet.

Neu war zunächst einmal, was für eine großartige Liveband Peaness mittlerweile sind! 2017 wirkte es manchmal noch so, als verpuffte die tolle Musik nachmittags auf der großen Bühne. Davon war diesmal nichts zu spüren, Peaness überzeugten - Unsinn! - begeisterten mich voll und ganz! Und das, obwohl fast die Hälfte der Stücke mir komplett neu waren und dafür Hits wie der Summer song keinen Platz mehr hatten. Das erste neue Lied war eines darüber, den Job zu kündigen (How I'm feeling). Dazu fiel Bassistin Jess ein Indietracks-Witz ein, von dem die anderen wohl nicht wirklich wollten, daß sie ihn erzählt: "Why does the can-crush man hate his job so much? - Because it's so depressing!"

Das nächste neue(re) Stück Breakfast ist der Brexit-Song der Band und als digitale Single in diesem Frühjahr erschienen. Wenn man der schrecklichen politischen Entwicklung vor allem in Großbritannien etwas Gutes abgewinnen kann, dann die vielen aus Wut entstehenden Bands und Songs. Breakfast ist kein wütendes aber ein sehr schönes Stück. Schade, daß das Lied nicht auf Vinyl erschienen ist, sein Artwork mit einem UK-förmigen Spiegelei, das vom Frühstücksteller fällt, ist fabelhaft!
Auch die drei Lieder danach kannte ich nicht, (Girl just relax, What's the use und Kaizen), aber auch die gefielen mir ausnahmslos gut. Vielleicht erscheint ja später im Jahr noch eine Platte.
Das Set aus neuen Stücken füllten Jess, Rach und Balla mit vier Hits auf, Oh George, Skin surfing, Seafoam islands und Same place, alles ganz große Knüller.
Weil vor dem "N" im Namen ein "A" steht, hat Peaness immer schon Merch mit Erbsenhintergrund. Vor zwei Jahren gab es Erbsen-Pins, diesmal Stoff-Erbsen! Nicht ganz richtig verstanden hatte jemand im Publikum den Bandnamen und brachte einen Plastikpenis mit. Die Reaktion darauf war ein wenig indietracks... "das ist aber gar nicht indietracks."
Peaness waren eines der Highlights des diesjährigen Festivals. Und im Gegensatz zu vielen anderen tollen Bands, die da spielen, gibt es sehr bald Gelegenheit sie auch in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden zu sehen, Peaness supporten The Beths in der kommenden Woche (Termine unten)!
Setlist Peaness, Indietrack, Ripley:
01: Seafoam islands
02: Same place
03: How I'm feeling (neu)
04: Oh George
05: Breakfast (neu)
06: Girl just relax
07: What's the use (neu)
08: Kaizen
09: Skin surfing
Links:
- Peaness, Ripley, 29.07.17
Termine:
- 20.08.19: Subway, Köln
- 21.08.19: Congés Annulés, Luxemburg
- 22.08.19: Hafenklang, Hamburg
- 24.08.19: Internet Explorer, Berlin
- 25.08.19: Altstadt, Eindhoven
- 26.08.19: Paradiso, Amsterdam
* das offiziell nur eine EP ist, wie ich eben gelernt habe
um
17:33
Konzert: The BV's
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 28.07.2019
Dauer: ca. 40 min
Zuschauer: volle Indoor-Halle
Als am Samstag die erste Band die Indoor-Stage des Indietracks bespielte, klang es wie im Inneren der Dampfwalze, die auf dem Festivalgelände die leeren Bierdosen zerquetscht. Alles brummte, die Bässe waren nicht zu ertragen. In der Halle standen die Mitglieder der BV's und guckten entsetzt zum Mischpult. Die Band aus Cornwall und Augsburg sollte am Sonntag auf dieser Bühne spielen und verlor gerade ein gutes Stück Vorfreude.
Die BV's waren überfällig beim Indietracks, spätestens nach ihrer Debütplatte Speaking from a distance hätten sie eingeladen werden müssen! Das britisch-deutsche Projekt ist eine der spannendsten Neuheiten der vergangenen Jahre!
Für mich war der Auftritt der BV's auch ein wenig besonders. Mein drittes BV's-Konzert sollte das erste sein, das ich nicht selbst (mit-)veranstalte.
Die BV's haben eine wunderschöne Gründungsgeschichte: der Augsburger Musiker Fred ging zum Auslandssemester nach Cornwall und lernte da den Engländer Josh kennen. Die beiden merkten, daß sie die gleiche Musik mögen und schrieben Songs. Als Fred zurück nach Augsburg kam, hatte er Speaking from a distance im Gepäck, das 2017 beim fantastischen Augsburger Label Kleine Untergrund Schallplatten erschien und sofort ausverkaufte (es gibt gerade eine zweite Auflage: schnell sein!). Die BV's tourten u.a. mit The Luxembourg Signal und traten im März beim zweiten Cologne Popfest auf und stellten da ihre zweite Platte Cartography (KUS) vor.

Stilistisch sind die BV's vermutlich am ehesten als "manchmal noisiger Dreampop" einzuordnen. Oder "Jangle-Shoegaze". Oder wie ich irgendwo gelesen habe: die BV's klingen nach einer bisher unbekannten Sarah-Records-Band. Die melodienverliebten Stücke leben natürlich davon, daß sie gut klingen. Der Frust der Band bei der ersten Begehung der Indoor-Bühne, einer Eisenbahn-Reparatur-Halle, war also nur zu gut verständlich.
Als die BV's um 15 Uhr als dritte Band des Tages dort auf die Indoor-Stage kam, war der Klang deutlich besser - nicht brillant aber deutlich besser. Die Halle war voll, die Band, die neben Josh und Fred aus Matt Stones (San Antonio Kid - Bass) und Hannes Müller (Jetstream Pony - Schlagzeug) bestand, hatte große Erwartungen erzeugt. Und sie hatte sie erfüllt. So richtig überraschend war das nicht, beim Cologne Popfest hatten die vier bereits restlos begeistert, obwohl sie da viele noch unbekannte Lieder gespielt hatten.
Die 40 Minuten Spielzeit, die fast allen Bands des Wochenendes zur Verfügung stehen, waren viel zu kurz, ich hätte den BV's zu gerne noch lange zugehört. Sie spielten zwar einige Hits der beiden Platten und ihrer EP Interpunktion, sie bekamen aber auch nicht all meine Lieblinge unter. Das diesjährige Indietracks hatte zwar einige Highlights, das Konzert von Josh, Fred, Matt und Hannes war aber wohl mein liebstes!
Setlist The BV's, Indietracks, Ripley*:
01: Porth Sawsen (Intro)
02: Mousehole
03: Charlie, I don't know who you are!
04: Ray
05: Be enough
06: Dazed hair
07: C../
08: Always
09: Neon
10: Sushi later
* irgendwas fehlt, glaube ich
um
12:17
Konzert: bis
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 26.07.2019
Dauer: knapp 45 min
Zuschauer: schon viele für Freitag
Freitags spielen auf dem Indietracks drei Bands nacheinander auf der Hauptbühne. Es ist eine schöne Art, in ein Festival reinzukommen.
Wir reisten aus dem Süden an - das Indietracks findet in Derbyshire statt, auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums Midland Railway Centre am kleinen Bahnhof Swanwick Junction - und hatten alle für Juli in England vorgesehenen Staus auf unserem Weg eingesammelt. Umso besser, daß nur drei Konzerte auf dem Programm standen. Nach den hervorragenden Peaness (kicher, kicher) spielten als zweite die eigentlichen Headliner bis aus Glasgow.
Die Ankündigung von bis hatte in meinem Umfeld keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Ich hatte nicht verstanden warum, jedes meiner bisherigen bis-Konzerte war toll und hochgradig unterhaltsam. Und Lieder wie Eurodisco sollten jeden Tag im Radio laufen!
bis kamen zu dritt auf die Bühne. Beim letzten Mal hätten sie noch mit Bass und Schlagzeug gespielt. Bei bis mitzuspielen sei aber so demütigend gewesen, daß die beiden jetzt andere Jobs hätten ("the bass player sells our merch." - "And the drummer sells beer. In Glasgow!"). Sängerin Manda Rin war damals hochschwanger mit ihrem ersten Kind, mittlerweile sind es zwei. Es ist Zeit vergangen seit 2013 (mein erstes Indietracks).
Den drei Musikern (Manda Rin - Keyboard, John Disco - Gitarre und Sci-fi Steven - Gitarre) haben die sechs Jahre nichts angetan, sie sahen weitestgehend unverändert aus (Haare hatten die beiden Männer damals schon keine mehr) und machten ähnliche Späße. Musikalisch altert bei bis alles ohnehin sehr gut, was kann an Songs wie Kandy pop, Secret vampires oder Kill yr boyfriend auch nicht zeitlos sein?
Nach dem 45-minütigen Konzert waren wir uns einig, daß es eine sehr gute Idee der Festival-Macher war, bis zu engagieren. Das Set war hochgradig unterhaltsam und machte ordentlich Stimmung. Es war der perfekte Einstieg ins Wochenende.
bis spielten neben einige alten Lieblingen auch drei Lieder vom aktuellen Album Slight disconnects, u.a. There is no point (other than the point that there is no point) über Existenzprobleme. "Wenn du eine Band aus den 90ern bist, hast du wirklich Probleme, deine Daseinsberechtigung zu begründen. Außerdem ist das Lied eine Beschreibung unserer Psyche."
Uns gegenüber ist das mit der Daseinsberechtigung sehr gut gelungen. So Bands wie bis möchte ich zu gerne immer wieder (mindestens) beim Indietracks sehen!
Setlist bis, Indietracks, Ripley:
01: Sound of a heartbreak
02: Tell it to the kids
03: Action & drama
04: (I wanna go out with) Someone else
05: Kandy pop
06: Rulers and the states
07: There is no point (other than the point that there is no point)
08: School disco
09: Making people normal
10: Eurodisco
11: Secret vampires
12: Kill yr boyfriend
um
12:26
Konzert: Jetstream Pony
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 28.07.2019
Dauer: gut 35 min
Zuschauer: bestimmt 100 (volle Kirche)
Eines der Konzerte, auf die ich mich am meisten beim Indietracks gefreut hatte, stand irgendwie beispielhaft für das ganze Festival: riesige Vorfreude, dann aber nur ein halbes Vergnügen, wofür die Band, im anderen Fall das Festival nichts konnte. Wie schon im vergangenen Jahr war das Wetter in den Midlands bis Donnerstag heiß und trocken. Sobald sich Bands und Publikum der Swanwick Junction näherten, kam der Regen. Bis auf eine kurze Pause am Samstag und einige Phasen am Sonntag regnete es durch.

Anders als im Vorjahr war der Sound in der akustisch schwierigen Indoor-Halle dieses Jahr wieder ein Thema. Die erste Band, die drinnen spielte (Molar) und auf die ich mich auch sehr gefreut hatte, klang fürchterlich. Bei der ersten Band auf einem Festival war ja vorher Zeit für einen ausgiebigeren Soundcheck. Genutzt hatte die nichts, es schepperte und dröhnte und war alles andere als ein Vergnügen. Jetstream Pony spielten gleich im Anschluß und wurden ebenso Opfer des miesen Sounds. Irgendwann nach ausgetauschten Kabeln und einigen "Was ist das? Die Scheiße"s, saß Sängerin Beth Arzy frustriert auf dem Schlagzeugpodest. Die Band hatte sich so auf den Auftritt gefreut und wurde nicht vom Wind aber vom schlechten Sound von der Bühne getrieben.
Aber da auch beim Indietracks jeder weiß, wie wundervoll die Musik der Band aus Brighton ist, bekam sie einen zweiten Auftritt, der Sonntagmittag in der Kirche stattfand. Und der perfekt war.
Seit ich die Band bei ihrem dritten Auftritt in Hamburg gesehen habe, ist einiges passiert. 2017 hatten Jetstream Pony gerade mal eine Single veröffentlich, heute ist der Katalog um eine EP, eine Kassette und ein paar neue Lieder reicher. Und das, was sich damals erahnen ließ, ist jetzt passiert: Jetstream Pony sind eine Indiepop-Perle mit fantastischen Songs, die live unglaublich viel Spaß macht!
Richtig überraschend ist das nicht. Sängern Beth ist und war in mehr großartigen Bands als der Durchschnittsdeutsche kennt (Aberdeen*, The Luxembourg Signal, Trembling Blue Stars...). Dazu hat sie mit Kerry Boettcher (Bass - Turbocat) und Shaun Charman (Gitarre - The Wedding Present, The Fireworks, The Popguns) wundervolle Bandmates. Die Schlagzeugerin meines ersten Konzerts war nicht dabei, stattdessen saß Hannes Müller von Endlich Blüte und den BV's auf ihrem Platz. Hannes machte aus der Kerry-Beth-Shaun-Supergroup eine Nochsuperergroup.
Obwohl es um 12:20 Uhr losging, war die kleine rote Kapelle ("church stage") randvoll. Jetstream Pony begannen mit Out of reach von der 2018 beim feinen Augsburger Label Kleine Untergrund Schallplatten erschienenen EP. Heute klang alles großartig, heute waren alle gut gelaunt, heute hätte es auch bei Emma Cooper nicht besser funktioniert. Beth hatte keinen Grund für deutsche Flüche (was aber auch ein wenig schade war).
Musikalische Highlights gibt es bei der Band reichlich. Self-destruct reality ist sicher ein Überhit, der Rest fällt dagegen aber nicht ab. Sehr mag ich auch das Cover von Kerrys und Shauns Band Turbocat. A tribute to Wanda and Zena ist auf der EP und beginnt mit dem "Bass, Bass, wir brauchen Bass"-Sample (ist das Das Bo?). Bei A tribute... spielt Beth Bass. Beim Instrumente-Wechsel forderte sie Kerry auf, einen Witz zu erzählen. "Aber nicht den von gestern!" - "Tell a religious joke!"
Das Bass-Spample stammte von einer Hamburg-Soundbox, die Beth in einer anderen Pause durchspielte. "The Germans give us the best presents! Heinz' box, Hannes!"
Es war großartig! Das Festival hätte einen echten Makel gehabt, wenn Jetstream Pony nicht die Chance bekommen hätten, so gut zu klingen, wie die Band es verdient. Natürlich war der Auftritt in der Kirche eines der großen Highlights des 2018er Indietracks!
Setlist Jetstream Pony, Indietracks, Ripley:
01: Out of reach
02: Like you less
03: I close my eyes
04: Mitte
05: A tribute to Wanda and Zena (Turbocat Cover)
06: It's fine
07: Gone to ground
08: Self-destruct reality
09: Had enough
10: Charms around your wrist
Links:
- Jetstream Pony, Hamburg, 28.10.17
* mit der nach der silbernen Stadt benannten Band hat sie im Bronze in Sunnydale gespielt!
um
22:51
Konzert: Haiku Salut
Ort: Midland Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 29.07.2018
Dauer: knapp 40 min
Vergangene Woche erschien das dritte Album einer der spannendsten Bands, die mir in den letzten Jahren über den Weg gelaufen ist. Das Spannende an Haiku Salut erschließt sich beim beiläufigen Hören der Platten sicher nicht. Das ist halt Instrumentalmusik - gab es schon mal und wird es immer wieder geben. Ich habe die drei Musikerinnen aus Nordengland durch einen Auftritt beim Indietracks 2016 kennengelernt und war hin und weg. Das Trio - Louise Croft und Gemma und Sophie Barkerwood - spielt eine LKW-Ladung Musikinstrumente bei ihren Auftritten und erzeugt, auch wenn das nach Unsinn klingt, eine Art elektronischer Musik mit analogen Mitteln. Die drei Musikerinnen nutzen Akkordeon, Gitarre, Posaune, Trompete, Ukulele, Keyboards, um damit kurze Sequenzen zu spielen und zu loopen. Eigentlich erzeugen sie also bei ihren Konzerten kurze Soundstückchen, über die dann eine Melodie gelegt wird.

Die Lieder, die so enstehen, sind musikalisch spannend, bekommen aber durch die Art der Liveerzeugung eine weitere Ebene, die ich so noch nicht erlebt habe. Mir fallen zu Haiku Salut immer nur solche holprigen Vergleiche wie Sigur Rós in twee oder Post-Indiepop ein. Oft erinnerte mich der Auftritt beim diesjährigen Indietracks aber auch an Jamie xx und dessen Livespielen all der kleinen Sounds, die er sicher auch programmieren könnte, stattdessen aber hoch konzetriert selbst erzeugt.
Mein zweites Mal Haiku Salut in Ripley stand unter keinem guten Vorzeichen. Es hatte seit Monaten nicht mehr geregnet, offenbar hatte all das Wasser aus Festival-Wochenende gewartet. Ich hatte ein paar Stunden vorher Louise und Gemma eine Tasche im Merch-Zelt abgekauft und freudig gesmalltalked, wie froh ich darüber sei, daß Haiku Salut dieses Jahr auf der Indoor-Bühne spielten würden. "Hmm, wir spielen aber draußen."
Der Regen hatte zum Konzertbeginn nachgelassen, der Sonntag war aber trotzdem noch der mieseste Tag des Sommers. Mich trotzdem aus der "Church of merch" [Spitzn.] nach draußen zu bewegen, war eine gute Idee. Haiku Salut begannen zwar noch mit einem alten Stück (Things were happening and they were strange), spielten danach aber vor allem (mir) neue Lieder vom da noch unveröffentlichten Album.
Wie schön der Auftritt wieder war! Wie faszinierend, Sophie, Gemma und Louise zuzusehen, wie sie wieder und wieder die Instrumente wechselten, ihre Plätze tauschten, alleine das Akkordeon machte dauernd die Runde. Ich weiß, daß ich extrem schlecht darin bin, Instrumental-Musik zu beschreiben, ein Bericht kann auch dem Konzert nur schwer gerecht werden. Vielleicht fasst es den Auftritt am besten zusammen, daß ich neulich Tickets für zwei weitere Haiku-Salut-Konzerte gekauft habe.
Setlist Haiku Salut, Indietracks, Ripley:
01: Things were happening and they were strange
02: We are all matter
03: Cold to crack the stones
04: Choke points
05: Nettles
06: The more and moreness
07: Bleak and beautiful (all things)
08: Occupy
Links:
- aus unserem Archiv:
- Haiko Salut, Ripley, 31.07.16
um
22:55
Konzert: Shopping
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 29.07.2017
Dauer: 33 min
Wie viele tolle Konzerte ich am Indietracks-Samstag gesehen habe! Pillow Queens, Cola Jet Set, Peaness, The Hayman Kupa Band, Schande, The Hearing und The Wedding Present. Ich war schon bei Festivals, da musste das für drei Tage reichen. Und dabei habe ich bisher noch einen Auftritt vergessen - und der hatte es in sich!
Shopping (echt dämlich zu ergooglen) aus London spielten um 16:40 h, also eigentlich zu einer sehr undankbaren Zeit. Weil alles so früh anfängt, waren sie aber schon meine vierte Band des Tages. Die Musik des Londoner Trios (Sängerin / Gitarristin Rachel Aggs, Bassistin Billy Easter und Schlagzeuger Andrew Milk) passt eigentlich viel besser spät nach drinnen, in einen Club am besten. Trotzdem war die gute halbe Stunde fantastisch!
Musikalisch sind Shopping eine spannende Postpunk-Band irgendwo zwischen den frühen B-52's, ESG, Les Rita Mitsuko, der Gang of Four und dem Tom Tom Club. Abgehackte Gitarren, ein wundervoller Bass und markige Stimmen, da stimmt alles bei Shopping.
Ich kannte nichts außer dem tollen Song Any answers auf dem Indietracks-Sampler - und den spielten sie nicht. Aber auch die zehn Stücke, die Shopping im Programm hatten, waren überzeugend. Einige Lieder waren neu, glaubt man den Ansagen der gut gelaunten Rachel (Shave your head mit fantastischem, an The Organ erinnernden Bass zum Beispiel). Shave your head, Straight lines und In other words (das mich an die Futureheads erinnerte - so viele großartige Bands, an die ich denken musste während des Konzerts!) waren die besten Stücke. Vermutlich sind es aber beim nächsten Shopping- Auftritt ganz andere.
Setlist Shopping, Indietracks, Ripley:
01: In other words
02: Straight lines
03: Shave your head (neu)
04: Suddenly gone (neu?)
05: For your money
06: Wild child (neu)
07: Control yourself (neu?)
08: Take it outside
09: The hype
10: Long way home
um
23:32
Konzert: Cola Jet Set
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 29.07.2017
Dauer: knapp 40 min
Zuschauer: ein paar hundert
Bei vielen Bands des diesjährigen Indietracks' wußte ich so gar nicht, was mich erwartet. Ich kannte ein Lied (vom Sampler) und ließ mich treiben (dämliche Musikjournalisten-Floskel). Bei Cola Jet Set aus Barcelona dagegen wußte ich ganz genau, was mich erwartete.

Die Elefant Records Band macht klassischen Bubble-Gum-Pop, wobei ich nicht sicher bin, ob das ein offizielles Genre ist. Cola Jet Set gibt es seit 2001, seitdem sind allerdings erst drei Platten erschienen. Vielleicht liegt das daran, daß die Band so riesig ist, das macht das Leben natürlich nicht einfacher. In Ripley standen sieben Musiker auf der Bühne! Kopf der Band (und Gitarrist) ist Felipe, der Cola Jet Set als Nachfolgegruppe von Los Fresones Rebeldes gegründet hatte. Felipe machte fröhlich schreiend die Ansagen zwischen den Liedern, immer den spanischen Titel und die englische Übersetzung nennend. "Guitars and drums! Guitarras Y Tambores!" Das war so charmant und komisch, daß mir das Konzert auch in Erinnerung geblieben wäre, wäre die Musik nichtssagend gewesen. War sie aber natürlich nicht, die Popsongs auf Spanisch waren herrlich unterhaltend, die Energie, die die Musiker, die alle nicht mehr 20 sind, in den Auftritt gesteckt haben, war riesig.

Die Männer mit Bass und Gitarre (Dani und Matt) hüpften, drehten sich, sprangen, die beiden Frauen, Sängerin (und Gitarristin) Alicia und Zweitsängerin Ruth strahlten breit, Keyboarder Manel und Schlagzeuger Joan konnte ich nicht sehen, Manel stand verdeckt, Joan hatte eine sehr merkwürdige Frisur, die meine Blicke magisch anzog, den Rest sah ich dadurch nicht.
Nach Sonnenschein klängen sie, sagte Gitarrist Matt neulich in einem Interview. Das trifft es sehr gut. Aber bei aller fröhlicher Musik hatten manche der Lieder auch einen leicht wavigen Einschlag. Das ist eben Indiepop, kein Radiopop.
Nur einmal, bei Canadá wurde etwas das Tempo gedrosselt, der Rest der Songs war in jeder Hinsicht flott, im guten Sinne des Wortes. Meine Lieblinge des vierzigminütigen Sets waren Lo Mejor Está Pop Llegar und vor allem Me Levantaré, beide vom aktuellen (2015 erschienen) Album El Fin Del Mundo.
Ja, bei Cola Jet Set bekam ich wirklich genau das, was ich mir dachte. Und weil ich ein tolles Konzert erwartet hatte, war das gut so!
Setlist Cola Jet Set, Indietracks, Ripley:
01: Ahora Te Quiero Más
02: Fin Del Mundo
03: Un Golpe De Suerte
04: Canadá
05: ?
06: El Sueño De Mi Vida
07: Guitarras Y Tambores
08: Nada, Nada, Nada
09: Me Levantaré !!!!
10: Lo Mejor Está Pop Llegar
11: Sábado
12: Quiéreme
um
23:06
Konzert: Kid Canaveral
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 29.07.2017
Dauer: gut 40 min
Zuschauer: ein paar hundert
Vor ein paar Wochen spielten Kid Canaveral im RubinRot in Köln. Mein Hauptgrund für das Konzert war zwar die wundervolle Emma Kupa als Vorprogramm, die schottische Hauptband wollte ich aber auch lange schon einmal sehen. Leider war die aber nur mit halber Mannschaft da und spielte ein akustisches Konzert. Das war schön, keine Frage. Als wir Freitag als erste Band auf dem Indietracks Kid Canaveral sahen, war das etwas komplett Neues. Die Lieder der lustigen Schotten brauchen offenbar die Wucht, die Sänger David MacGregor auch als Typ ausstrahlt.

Oh, wie gut das war! Frontmann ist eindeutig David, er singt auch die meisten Lieder, die beiden Frauen an seinen Seiten (Kate Lazda, Gitarre und Rose McConnachie, Bass) den Rest, darunter die beiden besonders tollen Stücke Callous parting gift (vom neuen Album) und Without a backing track, das locker das beste Lied des Auftritts war. Wobei First we take Dumbarton und And another thing!!, mit dem schönen There is a light-Zitat am Anfang auch echte smash hits sind.
Kid Canaveral leben in Edinburgh, kommen aber ursprünglich aus St. Andrews. Sie beschreiben sich selbst als "five strange people who make beautiful music that is, more often than not, blissfully loud." Aber "call them whimsical and they'll kick your head in." Hätte ich Gitarristin Kate nach dem Konzert noch getroffen, hätte ich Without a backing track gelobt und ihren mutigen Jackengeschmack bewundert und nur ganz leise im Hinterkopf als wunderlich bezeichnet.
Kid Canaverals Musik ist folkiger als der übliche Kram den ich höre, das führt aber in eine falsche Richtung, Indiefolkpop trifft es vielleicht eher. So was halt.
Puh, mehr kann ich über das kurze aber sehr knackige Konzert gar nicht schreiben. Ich mochte alles daran, vor allem eben die - ich muß mich wiederholen - Wucht und Energie, die die Lieder in vollen Bandbesetzung haben. Natürlich sind sie auch viel schneller als auf Platte, was gut ist.
Gut war insgesamt alles am ersten Tag meines liebsten Festivals. Nach den tollen Kid Canaveral folgten schließlich noch Chorusgirl und Martha.
Setlist Kid Canaveral, Indietracks, Ripley:
01: Good morning
02: First we take Dumbarton
03: Without a backing track
04: Who would want to be loved
05: Smash hits
06: Callous parting gift
07: And another thing!!
08: Low winter sun
09: You only went out to get drunk last night
um
23:16
Konzert: Pillow Queens
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 29.07.2017
Dauer: 35 min
Zuschauer: vielleicht 200 bis 300
Auf der Facebook-Seite der Pillow Queens aus Dublin steht "your new favourite band"; ganz schön großmäulig für eine Band, die gerade mal eine EP (eine 7" mit zwei B-Seiten, könnte man auch sagen), veröffentlicht hat und erst seit 2015 Konzerte spielt. Statt der von mir deshalb erwarteten prolligen Typen mit Oasis-Frisuren kamen zum ersten Konzert am Samstag allerdings vier junge Frauen auf die Bühne. Und gleich deren erstes Lied Cuckoo war ein Hit!
Pillow Girls sind Cathy, Pam, Sarah und Rach. Das ist schon fast alles, was ich von der Band weiß. Glücklicherweise geht es hier aber um Konzerte nicht Wissen und dafür reicht es, da zu sein und zuzugucken.
Die vier Frauen singen abwechselnd oder gleichzeitig. Da ich weder die Lieder noch die Namen der Musikerinnen kannte, war es etwas schwierig, Sinnvolles zum Konzert mitzuschreiben. "Fußball-Trikot singt"* (Pamela) steht bei Wonderboys in meinem Notizbuch. Die ersten Stücke sang vor allem die Gitarristin rechts, die eine Baywatch-Kappe trug (Sarah). Neben Cuckoo gefiel mir Olive ganz besonders gut, das Lied ist eine der B-Seiten der EP. Obwohl Rats (von der EP) der Hit und Ohrwurm der Band ist, gefielen mir die beiden oben und Holy show am besten.

Musikalisch sind Pillow Queens schwer einzuordnen. Die Stimmen, besonders die von Pamela, könnte auch zu einer Punk-Band passen, dadurch daß die vier Frauen immer wieder gemeinsam singen, entstehen aber punk-untypische Harmonien. Die Melodien dazu sind aber eher rockig. Eine spannende Kombination. Unter aktuellen Bands erinnerten mich Pillow Queens am ehesten an Honeyblood. Mit irischem Akzent.
Erste Konzerte gucke ich mir beim Indietracks eh fast immer an. Die erste Band des Tages spielt auf der Indoor-Stage ohne Konkurrenz, da kann man nie etwas falsch machen und muß sich nicht entscheiden. Es sind aber eben auch immer spannende Künstler, die gleich um 13 Uhr auftreten. Die Irinnen machten da keinen Unterschied. Die Frauen aus Dublin hatten zu der frühen Stunde schon einige Leute in die Halle gelockt. Das begeisterte die Musikerinnen. So viele Menschen gebe es in Irland nämlich gar nicht. "It's more than double my cousins", präzisierte Sarah.

Das und Lieder wie Olive werden bei mir hängenbleiben. Und das Shirt von Schlagzeugerin Rach.
Setlist Pillow Queens, Indietracks, Ripley:
01: Cuckoo
02: Olive
03: Puppets
04: Favourite
05: Ragin
06: Wonderboys
07: Easter Sunday
08: Holy show
09: Rats
* es war allerdings kein Fußball-, es war ein Gaelic Football-Trikot von Dublin GAA
um
21:30
Konzert: Chorusgirl
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 28.07.2017
Dauer: 45 min
Zuschauer: voller Lokschuppen
Aus Urlauben kann man ja eigentlich nur Mist mitbringen, gefälschte Klamotten, Getränke, die zu Hause nie so gut wie im Urlaubsort schmecken, kitschigen Plastik-Scheiß und was auch immer man aus Thailand mitbringt. Meine Juli-Reisen nach Mittelengland sind da viel besser, ich bringe mir Lieblingsbands mit. Fear Of Men, Desperate Journalist, Bands, bei denen ich fast vergessen habe, daß die nicht schon immer da waren. 2015 habe ich mir Chorusgirl mitgebracht. Die englisch-deutsche Gruppe von Sängerin Silvi Wersing gehört seitdem zu meinen ganz großen Lieblingen. Das Debüt-Album, bei FortunaPOP! erschienen, liebe ich abgöttisch! Nach dem Indietracks spielten Chorusgirl ein wundervolles Konzert im Tsunami in Köln. Zuletzt sah ich die Londoner Band beim Abschied ihres Labels im März in der Scala.

Seitdem ist einiges passiert, vor allem ist das zweite Album der vier fertig. Sie haben wieder im Studio ihrer Freunde von Locas In Love in Köln aufgenommen. Da es FortunaPOP! nicht mehr gibt, wird es für alle Bands dieser kleinen Musikwelt schwierig, Label zu finden. Tapete Records hat ein paar der FortunaPOP!-Künstler übernommen, Odd Box und Elefant Records sind andere Kandidaten. Bei Chorusgirl mache ich mir aber keine Sorgen, die finde ja nicht nur ich super.
Weil sie in den vergangenen Monaten vermutlich nur mit neuen Songs beschäftigt waren, spielte die Band eine ganze Menge von denen. Überall außerhalb des Indietracks' wäre das wohl etwas zu gewagt gewesen, bei der Tweepopcom geht das gut. So begannen Chorusgirl gleich mit einem neuen Stück. No goodbye waren aber ein paar Takte von Girls of 1926* vorangestellt, vielleicht als doppelter Boden. Nötig war das nicht, No goodbye ist ein Chorusgirl-Stück, wie es im (noch zu schreibenden) Buche steht.

Nach No goodbye kamen zwei alte Hits (No moon, dieser unverschämt gute Ohrwurm und Dream on, baby blue), es wirkte also, als streute das Quartett ein, zwei neue Sachen in ein übliches Konzert ein, war allerdings genau umgekehrt. Denn die nächsten zwanzig Minuten gehörten ausschließlich Album zwei. Erstaunlicherweise verzichtete dabei eines der Stücke auf eines der wichtigen Stilmittel der Band, auf Silvis Stimme. Natürlich wären Ode, to be a defector und Kollegen auch Hits, wenn sie jemand anderes sänge, Silvis Gesang macht sie aber noch einmal besonderer. Wenn die Frontfrau bei allen Bands des Festivals singen würde, hätte ich eine fantastische Zeit. Bei Demon baby sang zu meinem Erstaunen Gitarristin Faith Taylor. Faith ist eine dieser Künstlerinnen (wie Laura Ankles oder Emma Kupa), die das musikalische Talent für zig andere Menschen mitbekommen haben. Wenn Emma, Laura und Faith irgendwann eine Band gründen, spielen die vermutlich 800 Instrumente.

Es schadete überhaupt nicht, daß Faith und nicht Silvi sang. Und es spricht dafür, daß Chorusgirl nicht nur eine Kopie des ersten Albums produzieren. Vier neue Lieder spielten sie in der Mitte des Konzerts. Sehr schwer, viel zu den Stücken zu sagen, wenn sie so konzentriert ins Leben treten. Mir gefiel neben No goodbye Stuck am besten von den fünf Rookies. Die anderen Neulinge heißen In dreams und So alive (ein fröhliches politisches Lied laut Silvi). Ach, ich möchte die jetzt ganz schnell wieder hören.
Das Ende des Konzerts gehörte wieder dem ersten Album. Oh, to be a defector, Shivers und This town kills (kann nicht Ripley gelten), alle eine Sput roher und rotziger als auf Platte - und dann waren Chorusgirls 45 Minuten leider schon wieder vorbei.
Meine Lush-Konzerttasche geht langsam kaputt, gut möglich, daß auf der nächsten
SILVI
FAITH
UDO
MIKE
steht.
Setlist Chorusgirl, Indietracks, Ripley:
01: No goodbye (neu)
02: No moon
03: Dream on, baby blue
04: In dreams (neu)
05: Demon baby (neu)
06: So alive (neu)
07: Stuck (neu)
08: Oh, to be a defector
09: Shivers
10: This town kills
Links:
- Chorusgirl, Ripley, 25.07.15
* glaube ich