Montag, 4. März 2013

Between the Beats Festival, Lörrach, 02.03.13



Konzerte: Garda, Esben and the Witch, The Whip
Ort: Burghof in Lörrach
Datum: 02.03.2013 (dritter Tag des Between the Beats Festivals)
Zuschauer: etwa 250
Konzertdauer:  45 min, 60 min,  60 min 


Im Moment fühle ich mich manchmal als würde ich aus einem langen Schlaf erwachen. Überall gibt es diese tollen Festivals und wenn man die Enthusiasten dahinter sieht, dann glaubt man wieder an das Gute im Menschen. 

Oder ist es wirklich so, dass es das bis vor kurzem so nicht gab?

In Lörrach war es dieses Jahr wohl tatsächlich der erste Versuch, den zentral gelegenen Veranstaltungsort Burghof für so ein Festival zu nutzen. Ich hatte mir nach Bekanntgabe vorgestellt, mir in den ersten Frühlingstagen ein paar Tage frei zu nehmen und mir tagsüber wandernd oder Bilder in Basel ansehend abends noch das tolle Lineup zu gönnen. Dann blieb von dem ganzen schönen Plan nur noch der Samstag übrig. Und den wollte ich dann auch unbedingt wahrnehmen - einerseits um Garda wieder einmal live zu sehen und andererseits, um diesen Veranstaltungsort kennen zu lernen. Ich hatte schon so lange über Plänen, Übernachtungsangeboten und Zugverbindungen verbracht - das musste doch für etwas gut gewesen sein!


Mein spontaner erste Gedanke beim Betreten des Burghofs war dann: was für ein wunderschöner Veranstaltungsort! Zwei etwas getrennte aber ineinander verwobene Räume mit zwei Bühnen. Der Raum in seiner Gesamtheit sehr einladend und anheimelnd und doch repräsentativ. Platz zum stehen, sitzen und lümmeln. Ein langer Bartresen mit freundlicher Bedienung. In modernen Häusern findet sich das leider sooo selten. Dafür von mir volle Punktzahl! Dazu sehr sympathische Festivalorganisatoren, die vor allen Konzerten selbst ein paar nette Worte gefunden haben und faire Preise für Eintritt und Getränke. 



Es gab außerdem konkrete Anfangszeiten für alle Bands. Und dieser Plan wurde sehr genau einghalten. Dazu ein wirklich sehr, sehr gutes Lineup.


Zu Garda waren wir am Anfang (gegen 19:30 Uhr) etwa 50 Zuhörer am Schluss vielleicht um die 100. Das Set durfte nur genau 45 min dauern, aber diese Zeit nutzten die Dresdner um sich in bester Weise zu präsentieren.

Garda waren an diesem Abend zu sechst auf der Bühne. 
Kai Lehmann (akustische Gitarre und Gesang) hatte

Frank Heim an Gitarre und Steelgitarre
Lars Hiller  an Gitarren
Cornelia Mothes  an Tasten und mit Gesang
Karsten Pretschner  am Bass
Ronny Wunderwald  am Schlagwerk




um sich geschart. Ich hatte sie zuletzt vor 11 langen Monaten in Karlsruhe gesehen, wo sie gerade frisch auf Tour für die damals neue Platte "A heart of a pro" gegangen waren. Alles war noch ganz frisch und ziemlich aufregend. Im Vergleich dazu wirkten sie in Lörrach souveräner und hervorragend aufeinander eingestellt. Das Set begann eher ruhig. Aber schon im zweiten Song folgte der erste Gefühlsausbruch, bei dem die ganze Truppe einstimmte und die Pauke treibt und dessen Schnipsel mir noch am nächsten Tag als Ohrwurm nachging: All that we need is a promise not to cut ourselves up, cut ourselves up...  


Dann folgte schon das innige Gallows mit einem Piano-Intro zum dahinschmelzen. Bei Vessels wurde es dann wieder etwas schneller - fast schon upbeat im Kontext von Garda. Und in Maps & Maths wippte das innerliche Tanzbein mit. Black ist geprägt durch den typischen Klang der Steelgitarre und einem fast bluesiges Outro, das sich dann aber unversehens doch zu ziemlich extrovertiertem Krach hin aufbaut. Ganz dramatisch und geheimnisvoll begann das Stück 00:00 mit Becken, die von einem Bogen gestrichen werden. Hinzu trat die akustische Gitarre und wenig später die Stimme von Kai Lehmann. Dann das Piano ganz minimalistisch. Erst später löste sich diese Spannung etwas und weitere Stimmen und Instrumente dürfen hinzutreten. Vielleicht mein liebstes Lied überhaupt.

Es gab recht sparsame Ansagen - wohl um die Zeit für die Musik zu sparen und diese für Garda sprechen zu lassen.

Ich war nach dem Konzert jedenfalls sehr, sehr froh, dass ich mir diese Gelegenheit nicht hatte entgehen lassen, diese Band wieder einmal live zu sehen.


Setlist Garda:

Upper/lower water course (ahoap)
Oh Euphoria my dear (ahoap)
Gallows (ahoap)
A heart of a pro (ahoap)
Vessels (ahoap)
Maps & Maths (dtd)
The City is ours (dtd)
Black (ahoap)
00:00 (ahoap)

(dtd) = Album "Die, technique, die" von 2008
(ahoap) = Album "A heart of a pro" von 2012

 

Aus unserem Archiv:

Garda in Karlsruhe, 20. April 2012
Garda in Paris,  15. Oktober 2008




Als zweite Band des Abends ab 20:30 Uhr spielten Esben and the Witch auf der großen Bühne. Die große Bühne für die große Band - dabei sind das ja nur drei Leute und es gab nur wenig aufzubauen. Ein überschaubares Schlagzeug mit Keyboard daneben und zwei Mikrophständer. Halbe Kinder warteten ganz aufgeregt am Bühnenrand, dass das Konzert beginnen würde. 
Dann betraten

Rachel Davies (Gitarre und Gesang) und
Daniel Copeman mit Thomas Fisher (Gitarren, Keyboard, Schlagzeug)


die Bühne und alle Fans waren es hochzufrieden. Ganz verzückt schauten und hörten die meisten zu. Die Bühne war die meiste Zeit sehr, sehr dunkel. Das unterstützte die düstere Stimmung der Musik. Mir selbst gefiel es noch weniger als auf CD, denn live fand ich es eher noch langweiliger als auf der Konserve. Es war auch zu laut (Ohrstöpsle unumgänglich).  Dazu kam, dass Rachel sehr häufig zu tief sang und ich das nicht gut leiden mag, wenn man den Ton nicht trifft. Einziges Highlight für mich war The fall of Glorieta mountain.




Setlist Esben and the witch:

 
Iceland Spar (sins)
Slow wave (sins)
Marching song (cries)
Lucia, at the precipice (cries, bonus)
When that head splits (sins)
Eumenides (cries)
Despair (sins)
Yellow wood (sins)
Deathwaltz (sins)
The fall of Glorieta Mountain (sins)
Smashed to pieces in the still of the night (sins)

(cries)= Album "Violet Cries" 2011
(sins)= Album "Wash the Sins Not Only the Face" 2013


Aus unserem Archiv:

Esben and the witch in Paris, 21. Februar 2011 
Esben and the witch in Köln, 13. Februar 2011
Esben and the witch in Paris, 14. November 2010

Den Kehraus gaben The Whip. Eigentlich hatte ich Mitte der 90er Jahre aufgehört tanzen zu gehen als Techno Einzug in die Disco hielt, weil ich diese Art von Musik nicht verknusen konnte und bis heute nicht wirklich für Musik halte.

Dafür hat mir das Set eigentlich ganz schön viel Spaß gemacht. Zwei Gründe sprachen in meinem Herzen nämlich für diese Truppe: 

1) eine wahnsinnig tolle Schlagzeugerin und damit ein lebendiger Beat - ich habe ihr die ganze Stunde ganz fasziniert zugeschaut.

2) die Band brachte wirklich alle zum tanzen und es war ein großer Spaß, das mit anzusehen. Die gute Laune war förmlich mit Händen zu fassen.



Die Organisatoren zogen ein positives Fazit der drei Tage und gelobten, auch im kommenden Jahr ein Between the Beats auf die Beine zu stellen. Ich freu mich schon darauf. 

Würde mir aber einen abendlichen Bus nach dem Festival nach Freiburg wünschen.

Hier ein Interview, um die Personen hinter dem Festival etwas besser kennen zu lernen.




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