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Sonntag, 28. Oktober 2018

Garda, Karlsruhe, 27.10.18

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Konzert: Garda
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 27. Oktober 2018
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 80


Dieser Abend im Nun war magisch. Das habe ich in meinem ersten Konzertbericht über Garda im Café Nun geschrieben, der schon 6 1/2 Jahre zurückliegt. Aber es stimmt auch für das gestrige Konzert am gleichen Ort. Geblieben (bzw. wieder zutreffend) ist auch die Besetzung:
 
  Kai Lehmann ~ Gitarren, Gesang
  Ronny Wunderwald ~ Schlagzeug
  Cornelia Mothes ~ Piano, Gesang
  Frank Heim ~ Gitarre, Pedal Steel
  Lars Hiller ~ Gitarren, Lapsteel
  Karsten Pretschner ~ Bass.



Weiterhin zutreffend ist auch meine damalige Einschätzung zur Musik voller Melancholie und dem tief forschenden und etwas verwunderten Blick auf die Welt und das Leben. Und dass das Publikum im Café Nun vom ersten Moment an ganz und gar gebannt und dabei war.
 


Geändert und weiter entwickelt hat sich derweilen natürlich auch vieles: kein sitzender Kai Lehmann mehr. Es gibt eine Tee trinkende Teilmenge auf der Bühne und es wird über den 40. Geburtstag gefrotzelt. Aber schon der Titel des ersten Songs hat die wichtigste Botschaft: Made it here after all... Nachdem mir die Pause bis zum Konzert 2016 in Reutlingen schon sehr lang vorkam, sind nun noch einmal 2 Jahre ins Land gegangen, bis zum neuen Album Odds (erschienen 28.9.) und der ersten noch etwas tastenden Runde an Konzerten dazu. An Heimatorten, wo man ähnlich Freude empfindet wie hier im Café Nun.



Und es dauert nicht sehr lange, schon beim zweiten Song Wild/Lights wird der Garda Zaubertrick erfolgreich zelebriert: Er beginnt mit ein wenig Horror-feeling mit krietsch-gebremsten Gitarren und scheint ganz zurückgenommen bis er aufbricht und die erste Extase des Abends zelebriert. Und spätestens bei Oh Euphoria, my dear bleibt es nicht aus, dass ich mitgrölen muss (und kann) All we need is a promise... Ein Moment voller Glück und Seligkeit.



Es ist ein wenig lauter geworden, aber der Kompromiss des Abends funktioniert super. Es wird expressiv und es gibt Momente, die mich an verpasste Konzerte mit MONO erinnern, aber es passt ohne Ohrschutz in den Raum und haut durch die Intensität mehr die Seele um als durch Lautstärke. Die Zeit vergeht wie im Flug, bevor mit einem Klassiker 00:00 ein fast ruhiger Schlußpunkt gesetzt werden soll: die vertrauten quietschenden Klänge vom Schlagzeug als Einstieg, ruhiges fast depressives Musizieren, bevor das Klavier ein optimistisches Ende dagegensetzt.
 


Freilich muss es Zugaben geben. Und die beiden dafür ausgewählten Stücke machen mir noch einmal ganz besonders viel Spaß. Ganz besonders der "endgültige" Schlusspunkt Black mit dem inzwischen so vertrauten Gitarrenriff, das hier nach etwa 2/3 des Songs das Signal gibt, dass die Post abgeht wie bei einem Dampfzug kraftvoll, wenn auch bergauf und dadurch gebremst. Ein herrlich befriedigendes Finale für ein Konzert, das mich noch neugieriger darauf gemacht hat, was uns wohl im Dezember in der Elbphilharmonie erwarten wird.


Setlist:
01: Made it here after all (Odds)
02: Wild/Lights (Odds)
03: Upper/lower water course (HoP) Sehr ruhig und nachdenklich
04: Oh Euphoria, my dear (HoP) mitgrölen
05: Meds (Odds)
06: Disappear (Odds)
07: Iron (Odds)
08: Hunter (Odds)
09: 400 Pages (Odds)
10: This City is ours (DTd)
11: Vessels (HoP)
12: Are we (...)? (Odds)
13: 00:00

14: A guilty conscience (Z) beide HoP
15: Black (Z) 

 

Aus unserem Archiv:
Garda, Reutlingen, 29.07.16
Garda, Karlsruhe, 15.04.14
Garda, Dresden, 01.09.13
Garda, Mannheim, 31.05.13
Garda, Lörrach, 02.03.13
Garda, Karlsruhe, 20.04.12
Garda, Paris, 15.10.08



Sonntag, 7. August 2016

Burning Eagle Festival, Reutlingen, 29.07.16

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Burning Eagle Festival Freitag mit
  Leon Francis Farrow (45 min)
  Lilly among clouds (45 min)
  Faber (50 min)
  Garda (45 min)
Ort: Listhof bei Reutlingen
Datum: 29. Juli 2016
Zuschauer: 100 - 800 (ausverkauft) 


Erlebe gutes und schreibe darüber... Manchmal ist das gar nicht so einfach - vor allem wenn das gute so gut war, dass mir eine Weile noch die Worte fehlen - ich am liebsten vielleicht doch nur die Bilder erzählen lassen würde. Darüber geht die Zeit dahin und die Erinnerungen fangen schon an, auch die letzten Kritikpunkte auszufaden und der Alltag lässt einfach nicht die Lücke, um Ruhe für den inzwischen überfälligen Bericht zu finden...


Das Burning Eagle Festival hatte mich schon in seiner ersten Inkarnation 2012 bezaubert. Damals noch ein Tag im April, für den ich einfach die Fahrt nach Reutlingen nicht organisiert bekam. Aber am Vorabend hatte ich Garda in Karlsruhe zum ersten Mal erlebt und sie sozusagen als Botschafter des Festivals erlebt, an dem sie am nächsten Tag teilnehmen würden. 
 

Insofern passte es in meiner Welt wie die Faust auf's Auge, dass Garda aus Sachsen nun eine lange Spielpause ausgerechnet auf dem Burning Eagle 2016 beenden würden. Was genau den nötigen entscheidenden Impuls lieferte, dass ich mich wieder auf den Weg machen würde zu diesem zauberhaften Platz im schwäbischen Hinterland. Auch mit wunderbaren Erinnerungen an ein denkwürdiges Kennenlern-Konzert mit The gentle lurch daselbst und Dark Dark Dark 2013. Ein großes *hach*-Gefühl im Herzen also.


Als ich ankam, war es fast schon ein wenig wie Heim-Kommen nachdem es mir ja schon 2013 und 2014 so gut am Listhof gefallen hatte. Vieles war vertraut und ist ja auch inzwischen bewährt. Wie die besonders freundliche Security, die beiden Bühnen, die abwechselnd bespielt werden können oder die Auswahl an Essen und Trinken mit dem gewissen Etwas. 


Ich musste schmunzeln bei meinem ersten Boxenstop für eine große Flasche Wasser, wo zwei Schlangen antizipiert wurden mit: Hier bedienen Sie freundliche Sachsen & Hier bedienen Sie freundliche Schwaben... Neu (und für mich das erste Mal überhaupt) waren die Öko-Toiletten mit Gebrauchsanleitung.


Beim Weg um das Geländer herum zum Besucher-Eingang hörte ich schon die erste Band spielen. Auf der etwas kleineren aber meiner Meinung nach besonders Burning Eagle affinen Bühne spielten da nämlich schon Leon Francis Farrow auf. Das waren gleich vier junge Männer, nämlich
  Phil Nemeth - Gesang, Gitarre und Tasten,
  Niels Garve - Gesang und Gitarre,
  Lukas Kurz - Gesang und Schlagzeug,
  Jacco Herhaus - Gesang und Bass.

Damit war die Bühne ganz schön voll und auch der Sound war überall gut füllend und ging Gitarren-lastig ordentlich flott in die Beine. Das alles unter herrlichstem milden Sommerwetter im Grünen. Was kann man sich schöneres wünschen?

Setlist:
01: I've got plans
02: You're such a shame
03: Plastic city 
04: Know myself
05: Give it some time
06: Marilyn said
07: Wait til the lover comes
08: I'm about to cheat
09: Lara stop a car
10: Someday
 

Vielleicht ein Konzert von Lilly among clouds mit der tollen Stimme, die mich letztes Jahr beim Dresdner Sound of Bronkow so in ihren Bann gezogen hatte. Diesmal nicht solo, sondern mit einer Band:
  Gunnar Ennen (Synthie, Gitarre, Bass), 
  Jannis Reuter (Synthie und Bass, Backings) und 
  Lennard Wohlt (Schlagzeug)
als Unterstützung aber zum großen Teil den mir schon vertrauten Liedern. Die es immer noch schaffen, dass ich mir das eine ums andere Mal ein paar Tränen aus den Augen wischen musste. Vor allem Your hands are like home und Blood and history. Das schleift sich wohl so schnell auch nicht ab und traf mich mitten ins Herz. Das Publikum war schon zahlreich genug, um die Wiese vor der großen Bühne gut zu besetzen und feierte die einzige Frau im Freitagsprogramm ordentlich ab.


Setlist:
01. Bombshell  
02. Long Distance relationship
02. Long Distance Relationship
03. Silence
04. Remember me
05. Listen to your mama
06. When we are old
07. The Only One
08. Your hands are like home 

09. Blood and history 


Anschließend stand(en) Faber aus Zürich auf der kleinen Bühne in sehr witziger Besetzung: Julian Pollina mit Gitarre und Gesang und Tillmann Ostendarp spielte Posaune und drums dazu. Dazu wurde tatsächlich ganz ordentlich getanzt. Die Text waren sehr schwarz humorig zwischen Weh- und Übermut, Lebensüberdruß und Albernheit. Es verhing sich in meinen Ohren, blieb mir auch quer im Hals stecken, aber es hielt mich gebannt. Die Musik ging in die Beine und so wurde sehr viel gelacht und die Zeit verging wie im Flug für mein ersehntes Highlight. 

Züri 
Bleib dir nicht treu


Auf der großen Bühne waren inzwischen die vertrauten Gesichter von Garda am letzten Soundcheck, allerdings leider ohne Cornelia Mothes an den Tasten (den Platz hatte Ludwig Bauer übernommen). Kai Lehmann - der Frontmann - hatte noch die größte Bewegungsfreiheit für sich und seine Gitarre, denn obwohl die Bühne schon ok groß war, waren Frank Heim und Lars Hiller an diversen Saiteninstrumenten, wie auch Ronny Wunderwald ganz hinten auf seinem Schlagzeugtron und  Bassist Karsten Pretschner ziemlich in die Ecken gedrängt, um Platz für ein Streichertrio zu schaffen. Damit würde es also für das Festival ganz großes Kino geben!
 

Die große Frage für mich war natürlich, ob es auch neues Material geben würde und wenn ja, wie sich das anhören würde! Diese Frage wurde mit dem ersten Ton beantwortet, denn es ging in neue Sphären mit einem neuen Stück noch ohne Namen. Dafür aber mit ordentlich Bombast und Raum für alle auf der Bühne versammelten Klangfarben. Das Publikum ging dazu auch ordentlich ab und so war das Set wirklich ein totaler Glanzpunkt schon am frühen Abend des Freitag. Das anschließende Upper lower water course klingt ja erst einmal wie Singer-Songwriter-Schiene und wandelte sich dann in ein rockiges reiten in den Sommerabend. Ja, genau das hatte ich in der Live-Pause der Band sehr vermisst....


Weiter ging es mit mir so vertrauten Songs wie A guilty conscience needs no accuser und Oh, Euphoria. Mit für mich extrem eingängiger Herzschlag-Tempo-Paukerei, mit Plinker-Gitarren und der Steigerung ins unendliche - nicht zuletzt durch die repetitiven Klavierakkorde. Bis dann endlich das erlösende All we need a promise und ein ruhig-schlagendes-Herz-Tempo als Schlusspunkt den Aufruhr unter Kontrolle brachten. Anschließend gab es wieder Geschmacksproben von neuem Material, das mich nun umso gespannter macht auf die Platte, die es wohl so bald nicht geben wird...


Bis Black als das letzte Stück des Sets einen tupfenden Abschied geben durfte und das - wie schon in der Dreikönigskirche vor ewigen Zeiten - einfach hervorragend machte. Ein wirklich gutes Beispiel von aufhören, wenn es am schönsten ist. Was leider auch für meinen Ausflug nach Reutlingen zutraf. Obwohl auf dem Programm noch mehr acts waren, die ich sehr gern und schon gar an diesem schönen Ort live erlebt hätte, war es für mich Zeit, die Heimfahrt anzutreten. Nicht ohne einen Sack der allerschönsten Erlebnisse und voller Dankbarkeit für einen ganz besonderen Tag.


Setlist:
01: X1
02: Upper Lower Water Course
03: A guilty conscience needs no accuser
04: Oh Euphoria, my dear
05: Iron
06: X2
07: X3
08: Black



Aus unserem Archiv:
Alle Berichte vom Burning Eagle 2013 und 2014
Lilly among clouds, Dresden, 05.09.15 
Lilly among clouds, Mannheim, 03.06.16
Garda, Karlsruhe, 15.04.14
Garda, Dresden, 01.09.13
Garda, Mannheim, 31.05.13
Garda, Lörrach, 02.03.13
Garda, Karlsruhe, 20.04.12
Garda, Paris, 15.10.08 


Loblied des klienicums auf Garda beim Orange Blossom 2010 in Beverungen

Alle Bilder



Tourdaten Lilly among clouds
05.08.2016 Münster Auf weiter Flur Festival    
27.08.2016 Aldersbach Bogaloo Folk Night    
08.10.2016 Dingolfing Redbox Festival    
14.10.2016 Ansbach Kammerspiele
 


Tourdaten Faber
23.09.2016 Mainz Schon Schön
24.09.2016 Stuttgart Keller Klub
29.09.2016 Bielefeld BunkerUlmenwall 

01.10.2016 Dortmund Way Back When Festival
08.10.2016 Salzburg Rockhouse
10.10.2016 Graz Scherbe
12.10.2016 Wien Tag
13.10.2016 Krems Cinezone
14.10.2016 Kaltern Am See Kaltern Pop
15.10.2016 Dornbirn Spielboden
17.10.2016 München Ampere
18.10.2016 Erlangen E-Werk
27.10.2016 Dresden Groovestation
28.10.2016 Erfurt Franz Mehlhose
29.10.2016 Halle Objekt 5



Sonntag, 20. April 2014

Garda, Karlsruhe, 15.04.14

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Konzert mit Garda
Ort: Karlsruhe
Datum: 15. April 2014
Dauer: 75 min
Zuschauer: 25



We are ... longing for a place, 
where we could lace two halves into one 
wire and steady ourselves.

Nach diesem Konzert mit Garda in der Waldstadt habe ich in lauter glückliche Gesicherter gesehen. Beim Abschied gab mir jede in die Hand, was für ein wunderbarer Abend es gewesen sei. Natürlich hatte ich mir das erhofft als ich das Wohnzimmerkonzert mit Kai Lehmann und Ronny Wunderwald abgesprochen hatte. Aber weiß man, ob es funktioniert? Weiß man nie.




Für mich war das Garda-Duo auch eine neue Erfahrung, nachdem ich schon das Garda-Sextett im Nuncafe und in Lörrach, das Quartett in Mannheim (ungeplant, weil krankheitsbedingt) und die ganz große Besetzung mit Streichern zuletzt in Dresden gesehen hatte, würden die Songs auf Gitarre, Drums und zwei Stimmen reduziert wohl doch ihre Geschichte neu und etwas fremd erzählen. 


Was im Wohnzimmer allerdings erst als echte Stärke ausgespielt werden konnte ist der Fakt, dass sowohl Kai als auch Ronny eigentlich so richtige Rampensäue sind. Der Schalk im Nacken schimmert in manchem unbedachten Moment der Konzerte in großer Besetzung auch durch, aber in der Duo-reduzierten Abendversion zeigte es sich erst so richtig, wie sie ohne spürbaren Aufwand, das Publikum auch zwischen den Stücken handzahm hielten und zum lachen, reden, rufen und tief Luft holen kriegten. Ronny hatte als Geheimwaffe Gedichte von Robert Gernhardt dabei, die mit tiefschwarzem Humor das Innehalten zwischen den Stücken färbten.


Und auch in der reduzierten Fassung waren die Gardasongs einfach nur grandios. Für mehr als die Hälfte der Besucher war es das erste Gardakonzert - alle feierten wir die Musik mit begeistertem Applaus und viele kauften im Anschluss die CDs um später zu hören, wie die Lieder in der stärker orchestrierten Fassung klingen. Ein rundum gelungener Abend. Vielen Dank an Kai und Ronny, dass Ihr Euch auf den Weg gemacht und das Experiment gewagt habt!



Setlist:

01: A guilty conscience needs no accuser
02: Chest
03: Oh, Euphoria, my dear
04: States
05: This city is ours
06: Maps
07: Vessels
08: A heart of a pro
09: Iron (neu)
10: 00:00

11: Black (Z) 

Aus unserem Archiv:
Garda, Dresden, 01.09.13
Garda, Mannheim, 31.05.13
Garda, Lörrach, 02.03.13
Garda, Karlsruhe, 20.04.12
Garda, Paris, 15.10.08
 



Montag, 2. September 2013

Sound of Bronkow Festival - Tag 3, Dresden, 01.09.13

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Abschlußkonzert Sound of Bronkow Festival
  Kim Janssen (35 min) Garda (100 min)
Dreikönigskirche in Dresden
Zuschauer: etwa 350


Meine spontane Reaktion nach dem Konzert: Vielleicht mein bestes Konzert 2013? kann und werde ich hier sicherlich musikalisch gut begründen. Was wohl schwieriger wird, ist es nachvollziehbar zu machen, wieso mir der Ort der Dreikönigskirche so heimatlich und besonders ist. Im Bericht vom letzten Jahr finden sich dazu die Fakten. Aber das Gefühl in meinem Herzen ist sicher auch zum großen Teil subjektiv und nicht vollständig rational begründbar. Und es ist durch das schöne Konzert mit Nils Frevert, Tiny Ruins und Thos Henley Anfang September 2012 nur noch gewachsen. Ihre guten Geister stehen im Warten auf den Anfang des Konzertes 2013 sozusagen noch im Raum für mich.


Die besondere Stimmung des Raumes passt sehr gut zur Musik der beiden Bands, die für diesen Abschiedsabend geplant sind. Zwischen den Zeilen ist es eine feine Balance, dass Kim Janssen sich gerade entschieden hat, die Arbeit mit The Black Atlantik zugunsten seines eigenen Projektes zu beenden und Garda hier vor eine langen Konzertpause ein letztes Mal aufspielt - ein feierlicher Beginn und ein feierlicher Abschluss jeweils eines Lebensabschnittes finden hier also einen mehr als würdigen Rahmen. Man muss das aber nicht wissen, um zu spüren, dass dies ein besonderes Konzert werden wird. 


Das Set von Kim Janssen ist zu großen Teilen solistisch mit Gitarre. Er wird aber dabei öfter am Piano und vom Bass unterstützt und in einigen Songs tritt auch ein Schlagzeug dazu. Mir erscheint es jeweils sehr gut ausgewogen und passend, wie sich Band und Person im musikalischen Anliegen ergänzen. Ein Rockkonzert wird es auch in voller Besetzung nicht, eher drängender und emphatischer in der Aussage der Songs. Der Schwerpunkt liegt in den nachdenklichen Liedern, aber z.B. Tors (was eigentlich auch noch Bläser und Streicher hat, die heut nicht dabei sind) ist ein unglaublich optimistisch nach vorn drängendes Stück, das aber nicht als Schluss stehen bleiben darf. Statt dessen setzt sich Kim für das letzte Stück Drift ans Piano  und setzt einen ganz besonders innigen und ruhigen Punkt hinter sein Set in der Dreikönigskirche. So ist der Rahmen: Beginn Solo mit Gitarre und Ende sehr nachdenklich und ruhig am Piano sicher typisch und passend für die Gesamtfärbung dieses ersten Teils das Abendprogramms. Die Zwischenansagen geben den Songs jeweils noch eine Bedeutungsdimension, die das Hören allein nicht liefern könnte und sind willkommen und sympathisch.


Setlist Kim Janssen:
1) Commons
2) Casket
3) Tokyo
4) Lonely Mountains
5) Sommer Colony
6) Holes
7) Stiles
8) Wage
9) City of the Dead
10) Tors
11) Drift


Für das Set von Garda wird anschließend sehr viel auf die Bühne gebracht. Am Ende werden dort 8 Musiker in Reih und Glied sitzen, am rechten Rand durch Vibraphon und Schlagzeug aberundet, die die Reihe nicht einhalten können und müssen. Davor steht Kai Lehmann mit seiner Gitarre. Es hat fast etwas von einem griechischen Drama, wo der Chor die Aussage des Sängers vorn aufnimmt, wertet und sowohl wider- als auch wiederklingen läßt. Es ist eindeutig ein Gemeinschaftswerk und ein Gesamtkunstwerk, aber das Herz schlägt lebhaft vorn.


Besonders in Line-up ist, dass die ganze Band an diesem Abend dabei ist und zusätzlich noch durch zwei Geigen und ein Cello abgerundet wird. Es wird also ein besonderer Abend auch durch die besonderen Arrangements. Und dies zeigt sich gleich zu Beginn, als die Streichergruppe die ersten Takte ganz für sich bekommt und den Ton für den Abend setzen darf.


Gallows beginnt nach den Streichern wie hingetupft mit Schlagwerk und Klavier, steigert sich dann und endet mit einem Knall - was für ein Start!
Anschließend muss noch schnell ein übersehenes Mikro (Ronny am Schlagzeug fordert es sich mit seinem unnachahmlichen Charme ein)  mit Strom versorgt werden, damit Upper lower water schön groovy rüberkommen kann. Die Streicher zupfen.  Dieser Ton wird auch in Mistakes & Failures weitergeführt, wobei hier zwei Gitarren, Trommel und Gesang den Anfang machen, bevor Klarinette und Vibraphon noch eigene Akzente setzen.



Guilty wird dann vom Besen am Schlagzeug wie ein Wiegenlied im Dreiertakt eingestrichen und behält diesen Charakter bis zum Schluß.



Oh, Euphoria ist immer für mich ein besonderes Stück bei Garda. Auch an diesem Abend gibt es eine volle Ladung Gefühle: Es wird von rechts laut eingetrommelt und von links außen mit Mantra-artigen Gitarrenklängen begleitet bevor erst die Streicher und dann alle anderen Instrumente dieses spröde Gerüst füllen und miteinander verhandeln bis endlich die Sonne durchbrechen darf zu dem gesungenen Ergebnis, dass es nur eines Versprechens bedarf. Schließlich darf das besiegelt werden durch einen Herzschlag-artigen Schlußpunkt von rechts außen. Hier gibt es einen aus tiefsten Herzen kommenden euphorischen Applaus.



Es geht für mich sehr emotional weiter mit 00:00, das stets mit so Ursuppengeräuschen beginnt - etwas ungeformt und offen. Schließlich darf die Stimme von Kai einsetzen und gibt der offenen Stimmung etwas tröstliches, sozusagen ein Versprechen, dass er für eine gute Ordnung hier sorgen wird. Das wird vom Klaviereinsatz aufgenommen und das Stück nimmt anschließend eine rasante Fahrt auf, die das Versprechen zum Teil erfüllt, aber nichts perfektes zurücklässt.



Dagegen ist A heart of a pro im Anschluß sehr ruhig und zurückgenommen. Zu diesem Zeitpunkt auch ganz angenehm. Bevor in Ghosts ein flirrender Klangteppich wieder eine Entwicklung verspricht, die durch rhythmisch jagende Teile aufgelöst wird. Richtig atemlos wird es schließlich in Vessels wo die Steelguitar den Tonfall setzt und anschließend das Stück den Sänger hetzt. Als Mitmusiker und Zuhörer fallen wir schließlich früher oder später innerlich alle in den Trab ein und versuchen ihm als Weggenossen aufmunternd zuzulächeln, aber hinterher sind wir alle zwar irgendwie glücklich, aber erschöpft.  


Black ist der Abschluss des eigentlichen Sets. Eine positive Morgenstimmung als Ausgangspunkt, die schließlich durch eine sehr intensive Antwort am Piano zu einem expressiven Ausbruch an allen Instrumenten geführt wird. Was für ein Schlusspunkt!



Natürlich rufen wir die Künstler zurück und erhalten noch drei Zugaben. Erst eher Kammermusikalisch, dann mit Band etwas melancholisch und schließlich noch einmal mit den Streichern alle Register ziehend irgendwie nachdenklich, aber doch mit Trost in den Abend geschickt. In meinem Herzen habe ich zu diesem Zeitpunkt nur ein tiefes Glücksgefühl und die Dankbarkeit darüber, hier dabeigewesen zu sein. Allen Gardaleuten nur das Beste für den Weg, der vor ihnen liegt verbunden mit dem Wunsch, irgendwann auch wieder hineinlunsen zu dürfen in die Ergebnisse!

Setlist Garda:
1) Gallows
2) Upper lower water
3) Mistakes & Failures
4) Guilty
5) Oh, Euphoria
6) 00:00
7) A Heart of Pro
8) Repeat & Control
9) Ghosts
10) Vessels
11) Black

12) Amidon Cover (Z)
13) My heart is empty (Z)
14) Chest (Z) 

Mehr Bilder:



Aus unserem Archiv:
Sound of Bronkow 2013 Tag 2
Sound of Bronkow 2013 Tag 1 
Sound of Bronkow 2012 Tag 3
Sound of Bronkow 2012 Tag 2
Sound of Bronkow 2012 Tag 1
Kim Janssen, Karlsruhe, 28.01.12 
Garda, Mannheim, 31.05.13
Garda, Lörrach, 02.03.13
Garda, Karlsruhe, 20.04.12
Garda, Paris, 15.10.08


Dienstag, 4. Juni 2013

Maifeld Derby Tag 1, Mannheim, 31.05.13

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Meine Konzertauswahl:  
  Garda (35min), 
  Scout Niblett (45min), 
  Daughter (60min), 
  Sea & Air (45min), 
  Enno Bunger (50min), 
  The Notwist (80min)

Ort: Mannheim Reitstadiumgelände/Maimarkt
Datum: 31. Mai 2013 (Freitag, erster Festivaltag)




Ich bekenne: Ich habe für dieses Jahr Maifeld Derby ein Scheuklappenticket gekauft. Das heißt, ich habe den Organisatoren des Festivals blind vertraut.  Seit den allerersten Namen der Headliner bis hin zu dem später aufgemachten großen Sack Ankündigungen war ich großartig für dieses Vertrauen belohnt worden und freute mir ein Loch in den Bauch. Das einzige Problem in den drei Tagen würde wohl sein, dass ich nicht alle Bands sehen können würde, die ich wöllte, da sie auf zwei Areale verteilt zum Teil zur gleichen Zeit auf der Bühne sein würden (es gibt noch ein drittes Areal, da war zum Glück für mich keine Dopplung dabei). Nun gut, damit würde ich leben müssen - auch damit, dass das Festival wohl eigentlich nicht ganz in meine Wohlfühlgröße fällt. Dafür aber nah und mit der Aussicht, in der Regel nach Hause fahren zu können über Nacht. Und natürlich mit diesem grandiosen Lineup.


Über das Wetter rede ich hier explizit nicht auch wenn es am ganzen Freitag viele Dinge deutlich beschwerlicher machte. Im Großen und Ganzen kam ich noch gut davon und hatte für die Fahrradstrecken nur mit wenig Regen zu tun. Mein erstes Abenteuer mit Bezug zum Festival war es, mit meinem Fahrrad in den Zug einzusteigen (im ersten Versuch keine gute Tür erwischt, das aber beim nächsten Halt per Sprint korrigiert). Anschließend stellte ich mich der Herausforderung, den richtigen Weg von Mannheim-Neckarau zum Maifeld zu finden. Ich lade herzlich ein, sich das mal auf google maps anzusehen. Es sind keine 3 km, aber es liegen mehrere vierspurige Straßen, eine Autobahn und ein gigantisch breiter Güterbahnhof dazwischen. Zum Glück gibt es tatsächlich einen Radweg mit Brücken und Unterführungen, aber natürlich keine Ausschilderung und vor Ort sah alles doch etwas anders aus als ich nach den Bildern erwartet hatte. Ich muss aber einen sehr selbstsicheren Eindruck gemacht haben, denn an einer Ampel wurde ich von zwei anderen Radlerinnen angesprochen, ob ich den Weg zum Maifeldgelände wüsste. Zusammen haben wir das dann auch ohne große Umwege echt gut hingekriegt! 


Auf dem Gelände angekommen war ich positiv überrascht, dass es tatsächlich eine Art bewachten Fahrradparkplatz gab (mein Fahrrad war das Erste!) aber richtig durchdacht war es nicht, denn man konnte die Räder nur an die Gitterwand stellen und es war viel zu wenig Platz vorgesehen. Zum Glück war mieses Wetter, sonst hätte ich wohl mein Fahrrad abends nie wieder ausgegraben bekommen. Auch so wurde es tatsächlich eng! Einlass ging flott, aber es traf mich einigermaßen hart, dass ich mein Anglerhöckerchen (so ein superleichtes mini-Dreibein, das man eins-fix-drei wieder zusammenschiebt und dann ist es nicht größer als eine große Taschenlampe) aus Sicherheitsgründen nicht mit aufs Gelände nehmen durfte. Wie sollte ich bei dem Konzertmarathon bittesehr auch einmal verschnaufen können? Da trafen brutal zwei Welten aufeinander: Security (ich mach das schon 20 Jahre und bei Rock am Ring usw.) und ich (100 Konzerte pro Jahr und habe noch nie diesen Hocker abgeben müssen). Ich brauche nicht zu sagen, wer am längeren Hebel saß.



Auf dem Gelände war schon einiges los, obwohl gerade erst die erste Band (Waterford) ihr Set auf der Open Air Bühne begann. Superschön war es, gleich vielen bekannten Gesichtern zu begegnen, ein Schwätzchen zu halten, auch überrascht zu werden: Du hier! Darüber hinaus schon gleich viele Musiker im Publikum entdeckt. Und als Garda ihr Set begannen, war ich glücklich und angekommen und gespannt. Ich wusste von einer Unterwegsmeldung, dass sie heut zu viert spielen würden. Das war aber wohl nicht so geplant gewesen. Zwei Garda Musiker hatten sich der fiebrigen Rüsselpest ergeben müssen und die Viererbande auf der Bühne 

Kai Lehmann ~ Guitars, Vocals
Ronny Wunderwald ~ Drums, Percussions
Frank Heim ~ Guitars, Pedal Steel
Karsten Pretschner ~ Bass


musste nun erst recht beweisen, dass sie Open-Air-Festivaltauglich aufspielen können.  Mit einem regelrechten Trommelfanal gleich zu Beginn ließen sie daran auch keinen Zweifel und zeigten expressive Emotionen und Druck. Die mir ja gut bekannten Lieder wieder in einem neuen gut passenden Gewand! Die Ansagen und das Partyprogramm bekamen dafür nicht so viel Zeit eingeräumt, damit in die vorgesehenen 35 min möglichst viel Musik passte. Für sie selbst fühlte es sicher nur wie ein Kompromiss an, aber vor der Bühne war ich mit dem Auftritt als persönlichem Auftakt mehr als zufrieden. Es war schon mal eine sichere Bank: das Kommen hatte sich wirklich gelohnt! 

Setlist Garda
1) Chest
2) Upper lower water course
3) Oh Euphoria, my dear
4) A guilty conscience needs no accuser
5) Vessels
6) This city is ours
7) 00:00
8) State



Ich wollte dieses schöne Erlebnis auch nicht mit Stichproben anderer Konzerte zudecken, sondern blieb gleich vor der Bühne für die sehnlichst erwartete Scout Niblett stehen. Habe also den ganzen Umbau beobachtet und die Vorfreude wachsen lassen. Über den Auftritt hat Christoph einen ausführlichen Bericht verfasst, dem ich mich vollinhaltlich anschließen kann. Ich fand die 45 min auch sehr stark und sie werden mir in Erinnerung bleiben und zu weiteren Konzertbesuchen anstacheln. Sie ist eine eindrückliche Person mit zwar sehr kantigen und teilweise zornigen Liedern, aber darin doch nahbar und einladend.



Anschließend gab es meinen ersten Ausflug ins Palastzelt. Der erste Eindruck war einfach umwerfend und WOW. Bisschen dunkel vielleicht, aber ein toller Raum für Konzerte. Da konnte sich auch jeder einen genehmen Platz suchen und sich vor der Bühne drängeln oder mit Abstand zum restlichen Publikum aufstellen. Wirklich eine Supersache so ein Konzert im Zelt. Die Lobeshymnen auf Daughter singen hier im Konzerttagebuch ja auch andere laut und schön. Für mich war es mehr so ein: bei dieser Gelegenheit muss ich mir das wenigstens auch einmal anschauen. Es war ein guter Eindruck, aber für mich (auch im Vergleich zum gerade erlebten) nicht  mitreißend genug für ein Aufmerken. Wobei die Sängerin als Person schon auch für mich faszinierend anzusehen war.


Mein nächster Termin waren Sea & Air im sogenannten Parcours d'amour. Sie waren noch beim Soundcheck, aber ich konnte mir einen guten Platz unmittelbar vor der Bühne sichern. Oben wollte ich mir noch einen lokalen weißen Wein mit auf meinen Platz nehmen. Zum Glück hatte jemand Getränkebons übrig und hat mir die nötige Zahl weiterverkauft, dass der Plan umsetzbar war. Zu einer Wechselstelle im großen Gelände zurück zu laufen, kam unter den Tagesbedingungen gerade nicht in die Tüte...

Hier war er, der Moment, wo ich ganz selbstvergessen bei mir und der Musik sein konnte. Der persönliche Höhepunkt des Tages, der einen eigenen Bericht verdient. Noch ganz geflasht wollte ich hinterher warten bis die Massen die Tribüne verließen, um dann (heiß ersehnt!) Cocorosie im Zelt zu sehen. In der Zwischenzeit bauten Enno Bunger auf 


und ... auf einmal war mir nach sitzen bleiben. Schade um Cocorosie, aber schade auch um Enno Bunger und dass sich die Entscheidung für mich als richtig erwies, ist hier schon dokumentiert. Der Parcours mit Sitzplätzen und ohne drängeln war einfach zu schön und das Programm sowieso.


Ein bisschen wehmütig trennte ich mich dann währned des Soundchecks von Kat Frankie. Aber ich MUSSTE jetzt etwas essen. Seit 12 Uhr hatte ich nichts mehr gehabt und mittlerweile war es immerhin 22 Uhr. Leider war das kein guter Plan. Erst verwzeifelte ich fast darüber, im Dunkeln und im Schlamm den Ort für die Pfandrückgabe zu finden und dann stand am Essen so eine lange Schlange, dass ich bis zu The Notwist nicht mehr dran gekommen wäre. 


So drehte ich ab ins Zelt, sah noch bei den letzten Handgriffen des Soundchecks zu und ließ mich dann bei The Notwist einpuckern. Darauf hatte ich mich auch ganz besonders gefreut. Seit dem Konzert in Düsseldorf habe ich zumindest von der Neon Golden Scheibe viele Songs aus dem Kopf drauf. Nicht umsonst gab es hinterher eine Statusmeldung in meinem Freundeskreis: Vielen Dank für das schöne Mitgrölkonzert. Klingt erst einmal etwas seltsam, zumal die Live-Umsetzung noch viel frickeliger und Beat-lastiger war als auf der Konserve gewohnt. Zum Tageshöhepunkt wurde das Konzert dann aus mehreren Gründen doch nicht so recht. Erstens war ich wirklich kaputt und vermisste sehnlichst meinen Hocker. Zweitens waren ringsum viele Raucher, und drittens zu viele so angetrunken, dass sie sich vor lauter Freudentaumel vergaßen oder total hemmungslos durchs ganze Konzert schwatzten und lachten. Hinter mir stand einer, der mir jedes Mal direkt ins Ohr kreischte und mich ständig rumschubste. Er hat das einfach nicht mehr mitgekriegt. Ringsum schaute ich in viele selbstvergessene und glückliche Gesichter, aber mir war es einfach nur noch anstrengend.


Es ist nicht so einfach, ein ehrliches Fazit zu ziehen, das nicht nur Plattitüden liefert, und trotzdem nicht kleinlich wirkt. Vielleicht so viel: Die Fahrt nach Mannheim hat sich an diesem Tag mehr als gelohnt. Dafür ein riesiges Dankeschön an die Organisatoren! Als Kleinode für das ganze Konzertjahr bleiben sicher meine beiden Shows im Parcours d'amour. Dazu hat mir das Festival den persönlichen Gefallen getan, endlich Scout Niblett zu sehen und sie hat ein wirklich tolles Konzert gespielt. Dazu ein Wiedersehen mit Garda (bisher immer Highlight-Garant) in toller Form. Und die ersehnten The Notwist. Kein einziger Timeslot blieb nicht aufs beste musikalisch gefüllt - echt nur Qual der Wahl.

Andere Sachen waren nicht so gut. Eigentlich hat man als normaler Mensch wirklich keine Chance, das ganze Lineup zu sehen, weil es keine Möglichkeit gibt, sich zwischendurch mal zu verschnaufen. Auf den Boden setzen war nun mal leider keine wirkliche Option. Im Ernst hätte ich mir The Notwist eigentlich schenken können, weil ich total kaputt war. Das klingt jetzt sehr kritisch. In Wirklichkeit ist es ja so, dass die meisten total geflasht und glücklich dastanden und eine Aura des Glück um sich hatten, die einfach nur ansteckend war. Aber es reicht dann ein Idiot auf 20 Leute, der rücksichtslos ist und das nicht merkt und auch auf Hinweise nicht mehr reagieren kann und meine Aura des Glücks ist dahin. 

Zweite Kritik betrifft Essen und Trinken. Durch das sagenhafte Lineup bleibt eigentlich keine Zeit dafür. In keinem Fall aber bleibt Zeit, um sich an eine riesige Essens-Schlange anzustellen oder im Dunkeln mit einem Pfandbecher durch knöcheltiefen Matsch sinnlos herumzulaufen um herauszufinden, wo ich den wieder los werde.

Mehr Maifeld Derby 2013 aus unserem Archiv:
Gudruns Bericht Tag 1
Gudruns Bericht Tag 2
Gudruns Bericht Tag 3
Thees Uhlmann (Tanita)
Útidúr 
Kevin Devine (Christoph) 
Enno Bunger
Daughter (Christoph)
Scout Niblett (Christoph)
es folgen noch Berichte zu The Notwist, Efterklang und Sea & Air
 
Weitere Fotos vom ersten Maifeld Derby Tag:


 

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