Samstag, 19. September 2009

Noah & The Whale, Berlin, 16.09.09


Konzert: Noah and the Whale (Blue Roses)

Ort: Fritzclub im Postbahnhof, Berlin
Datum: 16.09.2009
Zuschauer: angenehm, ca. 300
Konzertdauer: Blue Roses 30 min, Noah and the Whale 90 min


von Hannes aus Berlin

Dies ist der Konzertbericht eines weißen, mitteleuropäischen 21 Jahre alten, tontechnisch affinem Studenten, welcher der oberen Mittelschicht zugehören kann, da er finanziell über seine Eltern abgesichert ist. Zu seiner Verfassung ist zu sagen, dass er und seine Freundin, die Liebe seines Lebens, vergangene Woche nach zweieinhalb Jahren beschlossen haben, den dritten Beziehungsversuch zu beenden. Nun ist er das erste Mal nach fast 6 Jahren auf sich alleine gestellt und nimmt die Welt dementsprechend wahr. Im Vorfeld hat er sich zwei Alben der Band besorgt und während er so dies und das tat, in die Musik hineingehört. Dabei fiel ihm sofort "5 Years Time" auf - der Song wurde schon öfter in der Disko gespielt und er hatte verhalten dazu getanzt. Pünktlich um 9 Uhr verließ er dann die Welt von Steven King und dem letzten Gefecht, in der er sich seit seinem Aufbruch zu Hause befand, um in die von Laura Groves als Blue Roses einzutreten. Was für eine Melodiegewalt! Treffsicher nimmt die Dame dort oben jeden Bogen und verleiht den Songs mit ihrer seidigen Stimme Gefühle der besonderen Art. Nur vor einem einzigen Song lässt sie eine kleine Unsicherheit durchschimmern - herzerweichend, zum Glück doch nicht vom Band. Nach einer wunderschön ausführlichen Umbaupause dann endlich Noah. Mit Rückkopplungen seitens der Geige hat nun also jeder mitbekommen, dass es wieder los geht. Gut. Aber so wirklich wollen da keine Funken springen. Das Konzert ist nett, es gibt Applaus. Ausdruckslos spielt Sänger Charlie die Songs runter. Die Band hält gegen. Ab und zu mal etwas lauter mit mehr Gitarre, dann etwas leiser mit weniger Gitarre, aber mehr schönem Männerchor (nicht ganz so schön wie bei den Fleet Foxes, aber hey!) und zwischendurch ist es etwas plätschernd. Höhepunkt des Konzertes: Eine elektrische Zahnbürste auf dem Boden. Wow. Etwas enttäuscht ist er ja schon, der Schreiber, aber vielleicht liegt es ja auch einfach an seinem Gemütszustand. Gegen 23.30 Uhr geht es dann wieder in die U-Bahn und zu Steven King.




 

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