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Montag, 7. Februar 2011

This Is The Kit u.a., Paris, 06.02.11

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Konzert: This Is The Kit & eliotE & the ritournelles & Lolito

Ort: L'International, Paris
Datum: 06.02.11
Zuschauer: viele
Konzertdauer: pro Band rund 45 Minuten


Meine Begeisterung für Sam Beam aka Iron & Wine (Foto) kennt dieser Tage keine Grenzen. Nicht nur das brillante neue Album Kiss Each Other Clean läuft bei mir rauf und runter, sondern auch famose Songs aus dem Backkatalog wie Naked As We Came, Trapeze Swinger, Cinder & Smoke und vor allem Flightless Bird, American Mouth (welch Kleinod!). Besonders freut mich, daß der Bartträger mit jedem neuen Album erfolgreicher wird und größere Locations füllt. Als früher Fan bereitet mir diese steigende Popularität keine Probleme, im Gegenteil. Genau wie bei anderen Acts, die ich hier auf dem Konzerttagebuch seit Jahren verteidige, geht es für ihn kontinuierlich bergauf. Ein ähnliches Phänomen ist bei Bands wie The National, Beach House, Syd Matters (demnächst im Olympia!), Grizzly Bear, Midlake, The Walkmen oder Bon Iver zu beobachten. Ich mochte die alle schon zu einer Zeit, als sie in relativ kleinen Clubs gespielt haben und nun da sie groß werden, stehe ich nach wie vor hinter ihnen. Ein Beleg dafür, daß unser Konzept der Nachhaltigkeit aufgeht. Aufgeblähten Hypes standen wir hier auf dem Konzerttagebuch schon immer kritisch gegenüber und haben stattdessen auf Substanz gesetzt (ich lobe uns gerade selbst, hihihi).

Eine Kandidatin für den Durchbruch sehe ich auch in der in Paris lebenden Engländerin Kate Stables aka This Is The Kit. Von Anfang an habe ich ihren Werdegang verfolgt und sehe nun in dem famosen zweiten Album Wriggle Out The Restless die Bestätigung dafür, daß Großes von ihr zu erwarten ist. Aus der ruhigen Akustikmusikerin ist eine Künstlerin geworden, die sich traut, ihre wunderschönen Songs stärker zu orchestrieren, ohne je die Intimität der frühen Tage komplett aufzugeben. Der naturreine Charme, die Authenzität, die Urspünglichkeit sind geblieben, hinzu gekommen ist ein reichhaltigerer Klangteppich, rockigere Gitarren und ein farbenfroherer Sound. Ihre liebliche Stimme wird dabei aber nie zugekleistert, sondern hat immer genug Luft zum Atmen und Geschichten zu erzählen.

Heute im International war die Gelegenheit, live zu überprüfen, was alles in den Songs von Wriggle Out The Restless steckt. Zahlreiche Musiker hatten die kleine Bühne bevölkert. Neben Kate und ihrem musizierenden und produzierenden Eheman Jesse D Vernon, der immer schon dabei war, sah man einen Drummer, die Amerikanerin Anne an einer kleinen Harfe, Glöckchen und der singenden Säge* und die zuckersüße Gilian (Gil) an der Geige und den Percussions. An Gil's niedlichem Lächeln konnte ich mich gar nicht satt sehen, die gerade einmal 18 Jahre alte Musikerin erinnerte mich an eine kleine Schwester von Mariee Sioux und hatte auch instrumententechnisch was auf dem Kasten. Die fünf Musiker zelebrierten mit jeder Menge Spielfreude, Herzblut und Natürlichkeit die fabelhaften Lieder des neuen Albums. Schon beim heimeligen Waterproof wurde es mir warm ums Herz, aber es wurde von Stück zu Stück noch besser. Moon, das auch als Vinylsingle mit wundervollem Artwork erhältlich ist, bezirzte mich außerordentlich. Herrlich melodiös, anschmiegsam wie eine eine kleine Katze und weich wie ein Schal aus Kashmir. "Didn't we grow didn't we get close" sang Kate und schoss mir damit Pfeile durchs Herz. Ähnliches Bild bei Turnip. Ihr sanftes Banjospiel durchzog diese traumhafte Ballade, die zum Schönsten gehört, was ich je gehört habe. Was für eine Perle, Freunde! Und mit Spinney schossen mir die Musiker endgültig alle Lampen aus. Die Mitgielder von eliotE & the ritournleles waren mit dabei und alle sangen sie im Chor. Es war ein solch rührender, liebevoller, freundschaftlicher Augenblick, daß ich mir ein paar Tränchen verdrücken musste.

Kate Stables ist einfach grandios, das hat sie mir heute wieder bewiesen. Wann wacht die Musikwelt auf und beschert ihr den endgültigen Durchbruch? Wohlgemerkt, in der Cigale und im Casino de Paris hat sie schon gespielt allerdings "nur" als Vorgruppe. Ich würde sie da gerne als Headliner sehen. Und auch in Deutschland verdient sie viel mehr Gehör. Sie sucht Konzerttermine in Germany im April zusammen mit François and The Atlas Mountains. Booker bitte melden!

Setlist This Is The Kit, L'International, Paris

01: Easy Pickings
02: Water Proof
03: Earth Quake
04: White Ash Cut
05: Moon
06: See Here
07: I Hear The Waves
08: Turnip
09: Spinney

Noch ein paar Sätze zum Ambiente, das ist bei Konzerten von This Is The Kit immer außergewöhnlich peacig und kinderfreundlich. Die Zuschauer lümmelten sich auf dem Boden und neben mir saß ein Pärchen mit einem kleinen Kind. Die Mutter stillte es ganz ungezwungen und der (die?) Kleine nuckelte heißhungrig an der entblößten Brust, bevor er auf die spontane Idee kam mit seinen kleinen Händchen meinen Arm und dann meine Finger zu ergreifen. Ich musste schmunzeln, das war schon sehr süß. Dazu passend war, daß Kate wie immer mit dicken Wintersocken auf der Bühne stand, genau wie im übrigen die junge Geigerin Jil. Moderne Hippies. Niemanden nehme ich diesen Lebenstil mehr ab, als Kate. Bei ihr und ihrem Mann Jese ist das keine bloße Attitüde, sondern ein Ausdruck ihrer einfachen und ungekünstelten Lebensweise. Klamotten werden selbst gehäkelt und gestrickt, Flyer und Albumhüllen mit Liebe selbst gestaltet und auf übermäßigen Konsum verzichtet. Sie leben für ihre Kunst und wirken sehr glücklich dabei. Ich bewundere das, gerade in der heutigen Zeit.

Achso, die anderen beiden Bands des heutigen Abends, eliotE & the ritournelles und Lolito. Beide gut, weshalb ich morgen zu deren Sets auch noch ein paar Säze beisteuern muss.





This Is The Kit | Spinney | A Take Away Show from La Blogotheque on Vimeo.


* Fotos von der hübschen Anne hier und hier und hier. Sie spielte auch auf einem singenden Glas, sprich, sie ließ durch das Reiben der Kanten einen schwebenden Sound entstehen.


Aus unserem Archiv:

This Is The Kit, Paris, 27.03.10 (Oliver Peel Session)
This Is The Kit, Paris, 03.12.09
This Is The Kit, Paris, 09.06.09
This Is The Kit, Paris, 11.03.09
This Is The Kit, Paris, 06.03.09
This Is The Kit, Paris, 26.03.08
This Is The Kit, Paris, 01.02.08




Montag, 19. Juli 2010

Mia Doi Todd u.a., Paris, 18.07.10

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Konzert: Mia Doi Todd (Butch McKoy, Every Man Has Your Voice)

Ort: La Loge Paris
Datum: 18.07.10

Zuschauer: 80-100

Konzertdauer: pro Künstler gut 30 Minuten



"Mia ist noch nicht da!" Die junge Dame, die in der Pariser Loge für den Programmablauf verantwortlich ist, wirkt schon leicht panisch, als sie feststellt, daß die kalifornische Singer/Songwriterin Doi Todd noch nicht eingetroffen ist. Ob jemand ihre Telefonnummer habe, will man wissen, aber ich sage nichts, obwohl ich Mias Handynummer kenne. Zwei Minuten später kommt die dunkelgelockte Chanteuse dann endlich angetrabt, spaziert durch den schönen rechteckigen Innenhof und möchte als Erstes noch einmal schnell auf Toilette. Sie beeilt sich und steht schon kurze Zeit später auf der Bühne, auf der schon ihr Percussionist Joseph wartet. Mia bittet mich ein Foto von ihr mit ihrem Iphone zu schießen, sieht dann aber, daß ich meine Kamera dabei habe und packt ihr in eine schicke rosa Hülle gewickeltes Smartphone weg. "Will you send me the link to the pictures, Oliver? Klar will ich, gerne erfülle ich ihr diesen Wunsch! Wie könnte ich der charmanten Lady auch etwas verwehren, was mir Spaß macht? Fotos von Mia zu knipsen ist fun, schließlich ist die Kalifornierin sehr charismatisch und ausdrucksstark. Aber es geht natürlich nicht nur um das Sehen und die Optik, sondern vor allem um das Hören und die Emotionen, die die Musikerin schürt. Wunderbar sanft und warm ihre Stimme, glockenklar und traumhaft schön ihr sirenenhafter Gesang. Vergessen sollte man aber auch ihr filigranes Fingerpicking nicht, das gerade beim Song River Of Life besonders gut zur Geltung kommt. Mit ein paar gekonnten Griffen erzeugt sie eine knisternde Atmosphäre, die man so ähnlich von Nick Drake her kennt. Intim, betörend, nahegehend. Anmutig und elegant steht die zieriche Amerikanerin da auf der Bühne und zieht die Zuschauer, darunter Kultfilmer Vincent Moon, mit ihrem grazilen Vortrag in ihren Bann. Es ist mucksmäuschenstill im bestuhlten Saal und man könnte die vielzitierte Stecknadel fallen hören. Doi Todd spielt ein paar Kostproben ihrer umfassenden Diskografie - 7 Alben stehen bereits zu Buche, und performt auch Neuheiten, die auf dem kommenden Opus drauf sein werden, wie Paraty, Open Your Heart und das wundervoll-melancholische La Havanna. Am berührendsten finde ich aber Rise Above, das durch eine ungemein hübsche Gitarrenmelodie und die umwerfende Stimme Mias begeistert. Ich bin emotional sehr bewegt, mir geht der Song sehr nahe. Salziges Wasser steigt in meine Augen und meine Knie werden butterweich. "Can you fix it with your love, can you rise above?" wimmert die Sängerin die Zeilen des Refrains. Zum Schluß gibt es dann noch die musikalische Liebeserklärung an ihren schauspielenden Lover Jean-Marc Barr, der heute abend nicht dabei sei kann. My Baby Lives in Paris (far from the Eiffel Tower), was für ein entzückendes Kleinod! Der positivste und lebensbejahendste Song, den die schwer verliebte Mia je geschrieben hat. Der Beifall hierfür ist hochverdient und dann covert Doi Tood zum Abgang auch noch die Piaf (La Vie En Rose), Kompliment!

Setlist Mia Doi Todd, La Loge, Paris:

01: Paraty
02: Summer Lover
03: Under The Sun
04: Skipping Stones
05: La Havanna
06: River Of Live
07: Rise Above /Rising Tide
08: Open Your Heart
09: My Baby Lives In Paris

10: La Vie En Rose (Edith Piaf Cover)

Insgesamt ein sehr schöner Konzertabend, zu dem auch andere Akteure aktiv beigetragen haben. Eliote & The Ritournelles, die den Ball eröffnet hatten, hatte ich zwar verpasst, aber mit dem bärtigen Barden Butch McKoy kam ich noch in den Genuß eines spannungsgeladenen Sets, vorgetragen voller Inbrunst und mit 200 Sachen auf der Akustischen. Den Mann muss ich mir merken, er spielt auch bei den ebenfalls interessanten I Love UFO. Als letzte Gruppe performten schließlich die Franzosen Every Man Has Your Voice, die mir schon einmal im Vorprogramm von Anna Ternheim sehr positiv aufgefallen waren. Mein guter Eindruck wurde heute noch einmal bestätigt, das Trio bot eine eigenständige Mischung aus Folk und Post Rock feil und die Stimmen von Sänger Christoph und Sängerin Andrea (die ein zauberhaftes Sommerblümchenkleid trug!) ergänzten sich perfekt.

Aftershow: Globetrotter, und das sind nun einmal alle Musiker, sind auch in einer fremden Stadt nie ganz allein. So war es nicht weiter verwunderlich, daß zwei amerikanische Freundinnen von Mia beim Konzert vorbeischauten und auch der aus New York stammende Musiker Saul Williams zugegen war. Wir unterhielten uns angeregt im Foyer der Loge und zu uns gesellte sich auch Kultfilmer Vincent Moon (La Blogothèque). Vincent erzählte begeistert von einer außerordentlich tollen Bar, die hier gleich um die Ecke sei. Ob wir nicht Lust hätten, da noch vorbeizuschauen? Klar hatten wir, schließlich hatte uns der Franzose den Mund wässrig gemacht! Hoffentlich keine Schicki-Micki Bar, in die er uns da führte? Weit gefehlt! Wer Moon kennt, weiß, daß er in jeder Hinischt die alternativen und abgefahrenen Plätze dieser Erde heimsucht. So entpuppte sich dann auch der Laden (Le Petit Bar, so der Name) als eine unfassbar altmodische Pinte, in der eine weißhaarige alte Französin (etwa 85-90 Jahre!), bei Schummerlicht zusammen mit ihrer dicken Katze hinter dem gammeligen Tresen kauerte und ziemlich patzig fragte, was wir trinken wollen. Wir orderten fast alle Bier aus der Flasche und pflanzten uns auf die abgeranzten Barhocker. An den Wänden hing überall Nippes rum, es gab Papierchen, Zeitschriften Medikamente der betagten Dame, Postkarten, Fotos von Katzen und George Brassens und nach unten hängende Spirtuosenflaschen, die so aussahen, als hätten sie noch den zweiten Weltkrieg erlebt. Hinter mir zwitscherte im Dunkeln ein Kanarienvogel im Käfig. Ein abgefahrenes Szenario! Die dicke Katze kletterte unterdessen immer mal wieder auf den Tresen und ärgerte damit die Patronin. Diese packte sich mehrfach das Vieh und warf es laut schimpfend ("va t-en"-hau ab!) unsanft in ihr Körbchen zurück. Wir lachten uns kaputt und wären vor lauter Gekicher fast von den ollen Barhockern gefallen! Die Alte wollte dann auch noch wissen, wo wir her kämen, erfuhr, daß wir bis auf mich und Vincent Amerikaner seien und fragte krächzend in die Runde: "Wer ist denn der Deutsche?" Ich bekannte mich im Sinne der Anklage für schuldig, lächelte ihr zu und reichte ihr die Hand. Sie ergriff sie, bedankte sich bei uns für den Besuch und kassierte für sechs Getränke lediglich 20 Euro. Ein Spottpreis für Pariser Verhältnisse! Vincent Moon hatte Recht, die Bar war wirklich umwerfend cool! Woher er den Schuppen kannte? Nun, bevor er mit dem Filmen von Musik anfing, war er eher auf Fotografie spezialisiert (von ihm stammt das Coverfoto von Alligator by The National) und hatte sich von seinem Lehrmeister Michael Ackerman inspirieren lassen, der die alte Dame und ihre Bar kannte und dort auch Bilder ausgestellt hatte, die aber heute nicht zu sehen waren. Ackerman lebe jetzt in Berlin gab uns die Wirtin mit auf den Weg und wir verschwanden breit grinsend in die laue Pariser Nacht...



Dienstag, 22. Juni 2010

Bosque Brown, Josh T. Pearson, Tom Cooney .u.a., Paris, 21.06.10

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Konzert: Bosque Brown, Josh T. Pearson, Tom Cooney, eliotE & the ritournelles, Isabelle u.a.

Ort: ein Hinterhofgarten irgendwo in Paris, Fête de la Musique chez le Cargo
Datum: 21.06.10
Zuschauer: in der Spitze 80 oder so

Konzertdauer: insgesamt fast vier Stunden


Heute war in Paris die alljährlich stattfindende Fete de la Musique angesagt. In der ganzen Stadt spielten etliche Bands gratis auf und einige U-Bahnlinien fuhren die ganze Nacht hindurch. Da stellte sich natürlich die Frage: Wo feiert man am besten? Wo spielen die tollsten Gruppen? Die Antwort darauf war einfach: Da, wo ich hingehe, steppt der Bär, logo! Nun ja, Scherz beiseite, eigentlich wußte ich selbst nicht so richtig, wo man heute hingehen musste und so traf es sich sehr gut, daß mich Renaud von der famosen Videosession- Seite Le Cargo* zu seiner Soirée eingeladen hatte. Mit ordentlich Vorfreude im (dicken) Bauch fuhr ich zusammen mit meinem Kumpel Michael zu der mir indizierten Adresse. Wir durchquerten einen Flur und fanden uns kurze Zeit später in einem Hinterhofgarten wieder, in dem Kinder wild rumtollten. Renaud ist mindestens dreifacher, wenn nicht vierfacher Vater und somit eine Art Vorbild für mich. Kinder haben und dennoch Sessions veranstalten, es geht also doch beides! Wir stellten unsere mitgebrachten Bierflaschen ab und checkten die Lage. Wer heute denn so alles auftreten würde, wollte ich von Renaud wissen und hätte bei der Antwort fast laut gejubelt. Neben den bereits angekündigten Acts Josh T. Pearson, EliotE & The Ritournelles, Radio Disorder und Tom Cooney würde auch Bosque Brown performen! Bosque Brown, hurrraaahhh!!! Schon seit Wochen höre ich die Alben der jungen Texanerin rauf und runter und bin fast süchtig nach ihren inbrünstig vorgetragenen Wildwestsongs. Bevor Bosque Brown, die bürgerlich Mara Lee Miller heißt, sich die Klampfe schnappte, verging aber noch unendlich viel Zeit. Zeit, in der andere Musiker ihren Kram vortrugen. Die Franzosen ElliotE & The Ritournelles boten dabei noch das kurzweiligste Set und die Kinder im Garten standen voll auf die infantil anmutenden Folkpop Lieder des Trios aus Paris. Die drei Sympathen waren aber auch für erwachsene Ohren durchaus hörenswert und ich verbrachte angenehme 30 Minuten. Dann wurde es deutlich zäher. Nach einer einschläfernden Pariser Band namens Radio Disorder kam ein kahlköpfiger Franzose und spielte auf der Akustischen ein paar Lieder auf französisch.Dabei wurde er auch politisch. Ein Chanson handelte nämlich von Sarkozy, der aber in dem Stück nur Monsieur S. genannt wurde und natürlich (wie soll es auch anders sein?) nicht gut wegkam. Er (Sarko) sei selber als Immigrant nach Frankreich gekommen, würde aber keine Immigranten mögen, hieß es u.a. über den kleinen Präsidenten mit dem großen Ehrgeiz. Stimmlich deutlich mehr auf dem Kasten als der amateurhaft wirkende Protestsänger hatte im Anschluß eine Frau, die mit Sicherheit eine klassische Ausbildung genossen hat. Isabelle, so hieß sie wohl, sang wie eine Opernsängerin und war vermutlich auch eine. Zusammen mit einer Pianistin trug sie ein paar beeindruckende Lieder vor und hätte mit ihrem Sopranstimme fast das Glas zum Bersten gebracht. Ich war platt, eine Session im Garten mit einer Opernsängerin hatte ich auch noch nicht geboten bekommen! Irgendwie irreal das Ganze!

Inzwischen tröpfelten immer mehr Besucher ein und fraßen eine regelrechte Schneise in das Buffet (von dem noch die Rede sein wird). Kurze Zeit später waren alle Köstlichkeiten (Salate, Pizza, Reis) weggefuttert und man musste sich mit Erdnussflips trösten, die man allerdings mit Bier oder Rotwein herunterspülen konnte. Alles was in der Pariser Bloggerszene Rang und Namen hat, war vertreten, Leute von der Blogotèque, Popnews, Pias France, Super!, Abus Dangereux, Le 7 ième Ciel, West Country Girl etc. gaben sich die Ehre. Ein Schaulaufen der Musiknerds und Oliver Peel mittendrin, schön!

Nun aber - es war inzwischen 22 Uhr geworden, ging es endlich richtig los. Tom Cooney aus Australien stand bereit und hob das musikalische Niveau gleich um mehrere Stufen. Sofort war auch Renaud von Le Cargo, den ich vorher nicht im Einsatz gesehen hatte, zur Stelle und filmte. Tom verfügt über eine sehr schöne Stimme und seine mir vorher nicht bekannten Lieder gefielen mir auf Anhieb. Ich glaube dieses Jahr soll das Debüt des sehr netten jungen Mannes, der sich zur Zeit ein paar Wochen und Monate in Paris aufhält, erscheinen und ich rechne mit einem gelungenen Machwerk, wenn es denn hält, was die intimen Songs, die heute vorgetragen wurden, versprechen.

Und dann der große Augenblick: "Coming all the way from Texas (so kündigte Josh T.Pearson die Sängerin an), Mara Miller aka Bosque Brown!" Mara hatte ich vor ein paar Monaten in der bretonischen Crêperie West Country Girl kennengelernt und war auf Anhieb schwer von dem kessen Mädel mit der mal sanften, mal nörgelnd-greinenden Stimme angetan. Was für ein feuriges Weib! Dabei wirkt sie so schüchtern und still, aber wenn sie ihre famosen Lieder vorträgt, schlägt das in ihr lodernde Temperament durch. Dann reißt sie den Mund weit auf und zieht die Silben in die Länge, bis der Hörer weiche Knie bekommt. Toll, daß wir in Paris sie schon öfter live zu sehen bekommen haben, während Deutschland bisher in die Röhre guckt und vermutlich erst 2011 feststellen wird, daß dieser Oliver Peel aus Paris mit seinen Schwärmereien Recht hat. Hauptverantwortlich für ihre Präsenz in Frankreich ist das in der Seine-Metropole ansässige Label Fargo, das schon vorher Alela Diane zu einer großen Karriere verholfen hat. Ob es Mara wohl genauso weit schaffen wird? Die Vorraussetzungen bringt sie jedenfalls mit. Markante Stimme, starke Lieder, charmante Erscheinung, ihr mangelt es wahrlich an nichts. Obwohl: eigentlich doch! An Schlaf nämlich. Sie hat seit 24 Stunden kein Auge mehr zugetan, weil sie erst heute aus den USA angereist kam und in der Machine nicht pennen konnte. Der Film soll auch scheiße gewesen sein. Dennoch war ihr kurzer Auftritt heute alles andere als beschissen! (Cowboy-) Hut ab!

Wo wir gerade beim Cowboyhut sind: Josh T.Pearson, in Paris lebender Texaner mit guten Deutschkenntnissen, trägt oft einen solchen und auch seine Boots und die extravagante Gürtelschnalle (ein Stiergeweih) wirken authentisch. Er war heute als letzter an der Reihe und sorgte nicht nur mit seinen endlos langen, aber betörend schönen und extrem filgranen (das Gitarrenspiel ist immer nur ganz sanft und leise) Songs für Aufmerksamkeit, sondern mit der Aktion des Tages: beim Versuch auf den weißen Büffettisch aus Plastik zu steigen, gab das Möbel unter dem Gewicht des Hünen nach und der Tisch brach mit einem lauten Schlag entzwei! Alle Flaschen, Chips, Teller, etc. knallten auf den Boden und die improvisierte Bühne wirkte wie ein Schlachtfeld. Als hätte eine Bombe eingeschlagen, so sah das aus! Der Cowboy scherte sich einen feuchten Kericht darum. Nachdem die Leute ihre Lachkrämpfe einigermaßen in den Griff bekommen hatten, spielte er auf einem Stuhl performend in aller Ruhe zu Ende, als wäre nichts gewesen.

Was für ein Abschluß (mit dem tollen Lied I Ain't No Christ)!

* Le Cargo hat Sessions mit unzähligen Granaten gefilmt (insgesamt gibt es nun über 200): Vic Chesnutt, Micah P. Hinson, Anna Ternheim, Laura Gibson, Essie Jain, Emily Jane White, Lambchop, I Am Kloot, Alina Simone, Bowerbirds, Scout Niblett, Alela Diane, Babyshambles, Merz, Chris Garneau, Tunng, Syd Matters und und und!



Setlist Bosque Brown, Fête de la musique chez Le Cargo, Paris:

01: A House
02: Texas Sun
03: Run
04: You And Me
05: Forth Worth Blue (Townes Van Zandt Cover)




Samstag, 12. Juni 2010

Festival Music For Toys, Paris, 12.06.10

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Konzert: Festival Music For Toys 1. Tag, mit Inga Liljeström, Eliote et Les Ritournelles, Artuan De Lierree und Honoka Sakai

Ort: Palais de Tokyo, Paris

Datum: 12.06.2010

Zuschauer: 100 oder so, darunter viele kleine Kinder

Konzertdauer: pro Künstler etwa 30 Minuten (die Kids haben nicht so viel Geduld, you know?)


Das Pariser Museum Palais de Tokyo hat kürzlich für unrühmliche Schlagzeilen gesorgt, als bei einem spektakulären Kunstraub eklatante Sicherheitsmängel offenbar wurden und die Täter scheinbar mühelos wertvolle Gemälde (Werke von Picasso, Matisse, Modigliani, Braque und Léger) im Wert von 100 Millionen Euro erbeuteten.

Bei der dritten Ausgabe des entzückenden Festivals Musik For Toys, welches in eben jenem Palais de Tokyo stattfand, ging es aber heute nicht um Gemälde, sondern um Spielzeuginstrumente, auf denen erwachsene Musiker vornehmlich für Kinder musizierten. Organisiert wurde das Ganze wie in den vorangegangenen Jahren von dem gemeinnützigen Label Monster K7, das uns mit Orouni auch schon einmal einen ihrer Künstler ins heimische Wohnzimmer geschickt hatte und für die letztjährige Ausgabe zudem die süßen Schwedinnen Tada Tata verpflichten konnte, die prompt ebenfalls eine denkwürdige Oliver Peel Session einspielten (siehe Video!).



Los ging das musikalische Programm heute in einem recht kleinen, überhitzten Raum, in dem es sich die Kleinsten auf winzigen Stühlchen bequem gemacht hatten und die Musiker ziemlich eingepfercht ihre Kompositionen auf Spielzeuginstrumenten vortrugen. Natürlich dürfen auch "normale" Instrumente verwendet werden, aber es müssen zumindest ab und zu Toy Pianos, Toy Ukulelen usw. zum Einsatz kommen, das ist die Bedingung um an diesem speziellen Festival teilzunehmen.

Den Anfang machte die in Parise lebende Schwedin Inga Liljestrom, die ich schon einmal mit Scott Matthew auf einer Konzertbühne gesehen hatte.* Im vergangenen Jahr im Europeen war das und Inga begleitete den bärtigen Ami damals als Backgroundsängerin auf wunderbare Weise. Sie verfügt über eine soulig/jazzige Stimme und ist sicherlich nicht von ungefähr von Scott verpflichtet worden. Die Dame hat was, soviel ist sicher. Und sie trägt auch was und zwar in ihrem Bauch, sie ist nämlich schwanger und konnte heute schon einmal in der Praxis testen, ob kleine Kinder nicht zu nervig sind. Zusammen mit einer Cellistin und einem Gitarristen trug sie ein paar hübsche Songs vor und leitete gekonnt in das Festival ein.

Dann kamen eliotE & the ritournelles. Drei Franzosen mit der kessen Minnie als Hauptsängerin. Die Lieder waren bestens für Kinder geeignet (insbesondere das tolle Pour Les Enfants Qui Ont Peur de L'Orage), denn es gab lustige Mitsingparts, die kindlich anmutende Stimme von Minnie und spannende Instrumente, die die Kleinen mit großen Augen anstarrten. Sehr charmant und liebenswürdig, was die drei Musiker da vorne boten! Folk für Kinder, der auch Erwachsenen ohne Scham gefallen darf, na das nenne ich doch einmal einen tollen Musikstil! Etwa ein halbes Dutzend folkpoppiger Stücke wurde vorgetragen und das Set gefiel mir so gut, daß ich eliotE & The Ritournelles nach den Sommerferien höchstwahrscheinlich zu einer Oliver Peel Session einladen werde!

Das Festivalprogramm ging im Anschluß dann aber noch munter weiter, aber ich musste mich nun sputen, um die Einkäufe für die morgige Oliver Peel Session mit Mia Doi Todd zu tätigen. Deshalb bekam ich von Artuan de Lierrée (faszinierende Mischung aus Klezmer und Filmmusik) nur noch zwei Stücke mit und verpasste die Japanerinnen von Honoka Sakai komplett. Mist, die hätte ich zu gerne gesehen und gehört!


* das 1. Bild stammt von diesem Konzert.


Samstag, 25. Oktober 2008

Hopper & friends, Paris, 24.10.08

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Konzert: Hopper & Friends
Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 24.10.2008
Zuschauer: viele
Konzertdauer: wie immer pro Band 30-40 Minuten



"Eine Beerdigung ist nichts Trauriges, im Gegenteil, das ist ein Fest!"

Mit diesen Worten hatte mich der legendäre Chansonier Jaques Brel in einem kürzlich ausgestrahlten Fernsehinterview verblüfft. "Jede Art von Zusammenkunft von Menschen mit einem gemeinsamen Ziel ist eine Art Fest, das ist eine fröhliche, mutmachende Angelegenheit", ergänzte der berühmte Franzose (der eigentlich Belgier ist) und grinste breit über sein kindlich wirkendes Gesicht. Diese Worte ließen mich nicht kalt, ich dachte in den vergangenen Tagen desöfteren darüber nach. Und gerade am heutigen Freitag kamen sie mir wieder ins Bewußtsein, denn es wurde eine Gruppe zu Grabe getragen, die die französische Indierockszene in den letzten 8 Jahren zumindest im Underground stark mitgeprägt hat. Die Rede ist von Hopper, einer vierköpfigen Gruppe mit gleich zwei feurigen Ladys, Aurelia und Dorothée, an der Spitze.

Ausgerechnet in der Flèche d'or, wo die Pariser Noiserocker ihr erstes Konzert gegeben haben, wird die Geschichte von Hopper mit zwei abschließenden Konzerten zu Ende geschrieben. Traurig, traurig, obwohl nein, wir hatten ja gelernt, daß eine Beerdigung ein Fest ist!

Und zu diesem Fest hatten Hopper Freunde eingeladen. Bands, die sie mögen, mit denen sie aber in ihre Karriere nie zusammengespielt haben und befreundete Musiker. Und natürlich die Fans, die Hopper teilweise schon bis zu 10 mal auf Pariser Bühnen erlebt haben und von den Livequalitäten ausnahmslos schwärmen. Aber was sage ich da? Pariser Bühnen? Nicht nur, denn Hopper haben auf der ganzen Welt gespielt, z.B. in Kanada und dieses Jahr sogar in China! Der mit Hopper befreundete Filmer Ludomatic hat die Chinatournee in einem Dokumentarfilm festgehalten, den man über eine Leinwand in der Flèche d'or sehen konnte. Ein spannendes und charmantes Stück französischer Musikgeschichte, zu bewundern auch auf der MySpace Seite der Künstler.

Aber kommen wir zum Geschehen des heutigen Abends. Eingeleitet wurde er von Eliote & The Ritournelles, einer Pariser Folkband, die die Blogothèque als kleine Schwester im Geiste von Sybille Baier und Vashti Bunyan beschrieben hatte. Eine schöne Beschreibung, die ich allerdings nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen konnte, da Eliote & The Ritournelles unglaublich früh auf die Bühne gescheucht wurden. Als ich in der Flèche d'or eintraf, waren sie auf jeden Fall schon mit ihrem Programm durch.

Weiter ging es mit Kid Francescoli aus Marseille, die einen sphärischen und sehr hübschen Dreampop boten. Das erinnerte ein wenig an Bands wie die Trembling Blue Stars, oder Camera Obscura und war durchweg melodisch und filigran, zog aber in einem Raum wie der Flèche d'or nicht so richtig. Ein intimerer Konzertsaal hätte da besser gepasst, aber die Südfranzosen waren froh, Teil der Hopper Abschiedskonzerte zu sein. Ich persöhnlich werde den Werdegang von Kid Francescoli weiter im Auge behalten, ich denke, daß das lohnt!

Danach war aber die Zeit für den großen Auftritt von Hopper gekommen. Ich war bestens vorbereitet, denn ich hatte das zweite Album Deergirl (2008), das von dem amerikanischen Topproduzenten Ryan Hadlock (Blonde Redhead, Built To Spill, Black Heart Procession, Foo Fighters, Gossip, The Strokes) in den legendären Bear Creek Studios in Seattle aufgenommen wurde, in letzter Zeit sehr oft und mit großer Freude gehört.

Der Opener Good Vibrations For Neighbourhood Militants stammte aber von dem Debütalbum A Tea With D. und machte sofort klar, was bei Hopper angesagt ist: saftiger, höllisch rockender Indierock amerikanischer Prägung, gepaart mit französischer Melancholie. Ein diabolisches Gemisch aus Grunge, Noiserock und New Wave, das von Beginn die zahlreichen Zuschauer in der Flèche d'or begeisterte. Gleich vor meiner Nase agierte Aurelia, eine der beiden Sängerinnen und Gitarristinnen bei Hopper. Und diese Dame hat wirklich Feuer unter dem Arsch! Sie wirbelte rund 40 Minuten lang herum wie eine Wilde und lieferte sich mit Dorothée einen regelrechten Schlagabtausch. Aber bei den Parisern gibt es phasenweise auch sanftere Töne zu genießen. Malcolm beispielsweise ist eine herrliche Ballade mit einer traumhaft schönen Gitarrenmelodie. Ich fühlte mich wie auf einer Wolke und vergas fast meine Trauer darüber, daß dies heute mein letztes Konzert mit Hopper sein würde...

Gegönnt wurde mir noch einmal das tolle Colours (dem alten Bassisten Romain gewidmet), eines der besten Stücke vom Debüt, dem eine zarte Melancholie innewohnt, die sich durch das ganze Lied zieht. Gesungen wird es von Dorothée, die eine rauere, verrauchtere Stimme hat als Aurelia. Ich habe Colours immer geliebt und werde es leider in Zukunft nur noch auf CD genießen können, verdammt schade! Noch wilder als Colours rockte aber ein anderes altes Stück, nämlich Calculating Infinity. Am Ende gab es einen einzigen ekstatischen Donnerhagel aus schrammeligen Gitarren und einem hektisch galoppierendem Schlagzeug und die Haare der heißen Rockröhren wirbelten nur so durch die Luft. Wow!

Der Abschluß wurde schließlich mit einem Cover der legendären Kölner Krautrocker Can, Vitamine C, bestritten. Allerdings erkannte keiner den Song, auch ich nicht. Vielleicht müsste ich mich öfter mit deutscher Musikgeschichte beschäftigen? Aber im Moment finde ich halt eben die französische besonders spannend! Auch wenn diese um eine famose Liveband ärmer geworden ist...

Setlist Hopper, La Flèche d'or, Paris:

01: Good Vibrations For Neigbourhood Militants
02: Rock N Roll High
03: Malcolm
04: Rainy Days Smells Like Gloow
05: Part II
06: Colours
07: Life Is Not A Test
08: Tell Everybody
09: Calculating Infinity
10: Vitamin C (Can Cover)

Erwähnenswert ist schließlich noch der Auftritt des irre komischen und sehr talentierten Duos My Girlfriend Is Better Than Yours, über die ich auf diesem Blog schon mehrfach berichtet hatte. Deshalb und weil Hopper nun einmal die Hauptpersonen des Abends waren, will ich mich diesbezüglich etwas kürzer fassen.

Nur soviel: My Girlfriend Is Better Than Yours wurde auf der Bühne unterstützt von dem Bassisten Yean Yves, der auch bei Syd Matters spielt, dem Schlagzeuger Jean und Mister Syd Matters himself, John Morali, am elektrischen Piano. Diese fünf Sympathen überzeugten auf ganzer Linie mit einem interessanten Gebräu aus Frenchpop, Sixtiespop, Psychedelica, und Postrock. Ein Album ist in Planung und ich hoffe, daß das tolle Like A Rebirth darauf enthalten sein wird. Girl From South , das heute zusammen mit den Mädels von Hopper performt wurde, dürfte gesetzt sein, genau wie die Ballade Winterfarmland.

Besonders klasse war auch noch einmal der Abschluß. Der depressive Titel Everybody Wants To Die wurde durch eine fröhlichen Lalala-Singalong perfekt aufs Korn genommen.

Eine Beerdigung ein Fest? Ja, schon, aber traurig bin ich trotzdem!

01: Setlist My Girlfriend Is Better Than Yours:

01: Before
02: My Girlfriend
03: From My Sofa
04: Winterfarmland
05: Like A Rebirth
06: Girl From South
07: Black Hole
08: My Dictionary
09: Everybody Wants To Die!




 

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