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um
16:26
Konzert: Garda
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 27. Oktober 2018
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 80
Dieser Abend im Nun war magisch. Das habe ich in meinem ersten Konzertbericht über Garda im Café Nun geschrieben, der schon 6 1/2 Jahre zurückliegt. Aber es stimmt auch für das gestrige Konzert am gleichen Ort. Geblieben (bzw. wieder zutreffend) ist auch die Besetzung:
Kai Lehmann ~ Gitarren, Gesang
Ronny Wunderwald ~ Schlagzeug
Cornelia Mothes ~ Piano, Gesang
Frank Heim ~ Gitarre, Pedal Steel
Lars Hiller ~ Gitarren, Lapsteel
Karsten Pretschner ~ Bass.
Weiterhin zutreffend ist auch meine damalige Einschätzung zur Musik voller Melancholie und dem tief forschenden und etwas verwunderten Blick auf die Welt und das Leben. Und dass das Publikum im Café Nun vom ersten Moment an ganz und gar gebannt und dabei war.
Geändert und weiter entwickelt hat sich derweilen natürlich auch vieles: kein sitzender Kai Lehmann mehr. Es gibt eine Tee trinkende Teilmenge auf der Bühne und es wird über den 40. Geburtstag gefrotzelt. Aber schon der Titel des ersten Songs hat die wichtigste Botschaft: Made it here after all... Nachdem mir die Pause bis zum Konzert 2016 in Reutlingen schon sehr lang vorkam, sind nun noch einmal 2 Jahre ins Land gegangen, bis zum neuen Album Odds (erschienen 28.9.) und der ersten noch etwas tastenden Runde an Konzerten dazu. An Heimatorten, wo man ähnlich Freude empfindet wie hier im Café Nun.

Und es dauert nicht sehr lange, schon beim zweiten Song Wild/Lights wird der Garda Zaubertrick erfolgreich zelebriert: Er beginnt mit ein wenig Horror-feeling mit krietsch-gebremsten Gitarren und scheint ganz zurückgenommen bis er aufbricht und die erste Extase des Abends zelebriert. Und spätestens bei Oh Euphoria, my dear bleibt es nicht aus, dass ich mitgrölen muss (und kann) All we need is a promise... Ein Moment voller Glück und Seligkeit.

Es ist ein wenig lauter geworden, aber der Kompromiss des Abends funktioniert super. Es wird expressiv und es gibt Momente, die mich an verpasste Konzerte mit MONO erinnern, aber es passt ohne Ohrschutz in den Raum und haut durch die Intensität mehr die Seele um als durch Lautstärke. Die Zeit vergeht wie im Flug, bevor mit einem Klassiker 00:00 ein fast ruhiger Schlußpunkt gesetzt werden soll: die vertrauten quietschenden Klänge vom Schlagzeug als Einstieg, ruhiges fast depressives Musizieren, bevor das Klavier ein optimistisches Ende dagegensetzt.

Freilich muss es Zugaben geben. Und die beiden dafür ausgewählten Stücke machen mir noch einmal ganz besonders viel Spaß. Ganz besonders der "endgültige" Schlusspunkt Black mit dem inzwischen so vertrauten Gitarrenriff, das hier nach etwa 2/3 des Songs das Signal gibt, dass die Post abgeht wie bei einem Dampfzug kraftvoll, wenn auch bergauf und dadurch gebremst. Ein herrlich befriedigendes Finale für ein Konzert, das mich noch neugieriger darauf gemacht hat, was uns wohl im Dezember in der Elbphilharmonie erwarten wird.
Setlist:
01: Made it here after all (Odds)
02: Wild/Lights (Odds)
03: Upper/lower water course (HoP) Sehr ruhig und nachdenklich
04: Oh Euphoria, my dear (HoP) mitgrölen
05: Meds (Odds)
06: Disappear (Odds)
07: Iron (Odds)
08: Hunter (Odds)
09: 400 Pages (Odds)
10: This City is ours (DTd)
11: Vessels (HoP)
12: Are we (...)? (Odds)
13: 00:00
14: A guilty conscience (Z) beide HoP
15: Black (Z)
Aus unserem Archiv:
Garda, Reutlingen, 29.07.16
Garda, Karlsruhe, 15.04.14
Garda, Dresden, 01.09.13
Garda, Mannheim, 31.05.13
Garda, Lörrach, 02.03.13
Garda, Karlsruhe, 20.04.12
Garda, Paris, 15.10.08
um
16:24
Konzert: Burkini Beach
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 24. Februar 2018
Dauer: 55 min
Zuschauer: ausverkauft (knapp 100)
Es ist so schön, dass es wieder Konzerte im Café Nun gibt. So habe ich nicht lange Probe gehört, als das Konzert mit Burkini Beach angekündigt wurde, sondern mir sofort eine Karte gesichert. Am Tag selbst war ich ein wenig hin- und hergerissen, ob das so eine gute Idee gewesen war. Ich hatte die Woche doch arg in den Knochen und war ein wenig verdrossen, ob der A*kälte. Auf dem Fahrrad braucht es da selbst für die 4 km ins Nun einige Lagen Schutz. Und Musik von einem Album namens Supersadness Intl. soll dann hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervorlocken?

Aber ich würde sagen, es war eine sehr gute Entscheidung, dass ich mich auf den Weg gemacht habe. Schon, weil immer noch die wunderschönen Bilder von Nicole Böttler hängen. Viel mehr als Kinderporträts erscheinen sie mir Kinderlandscha(f/t)ten zu sein. Sie bieten eine Reise an in tiefes wie leichtes, warmes und heißes, das in meinem eigenen Kopf auf dieses anstupsen reagiert. Diese Bilder erden mich sanft und doch mit großer Kraft und schrieben mir lächeln und Nachdenklichkeit zugleich in mein alt gewordenen Gesicht.

Schließlich betrat die Band die Bühne. Eigentlich hatte ich im Vorfeld nicht groß nachgedacht, aber doch Rudi Maier als Alleinunterhalter erwartet, denn von Burkini Beach war als von seinem Solo-Projekt die Rede gewesen. Aber beim ankommen schon hatte ich registriert, dass E-Piano, Schlagzeug und noch ein Bassverstärker warteten neben dem Gesangsmikro. Das gut gefüllte Nun nahm den etwas verstolperten Anfang mit freundlicher Großzügigkeit als Omen für einen ehrlichen und guten Konzertabend. Als dann nach dem ersten Stück doch noch die Strippe gewechselt worden war, kehrte auch auf der Bühne etwas wie Beruhigung ein. Aber es dauerte noch eine ganze Weile, ehe auch zur Musik etwas gesagt wurde

Im ersten Song hatte Rudi schon davon gesungen, sich im Aufwaschbecken ertränken zu wollen. Da dies aber mit so schön verwobener musikalischer Poesie serviert wurde, konnte ich ihm nicht arg böse sein, solche Fässer aufzumachen. Und schon im zweiten Lied merkte ich, dass auch schon im oberflächlichen antesten daheim gut was hängen geblieben war. Luxemburg löste schon im zweiten hören das wohlige Vertrautheitsgefühl aus I lost my heart Luxemburg and took my body to Rotterdam. Das war mir gleich im Gedächtnis geblieben und umkreiste mein Herz in angenehmen Runden.

Sprachlich aufgemerkt habe ich anschließend noch ganz arg beim Weihnachtslied #nofilter. Es hat schon etwas absurdes, wenn Sprache, die ich nur verstehend lese, im Liedtext in aller Selbstverständlichkeit voll ausgesprochen auftaucht. Inklusive Emojis in all ihren schon absurden Namen. Und als das letzte Stück - Bodygards - als Splatter angekündigt wurde, glaubte ich noch an einen Scherz. War es aber nicht. Ganz besonders toll fand ich das Stück, dass sich das Nun-Publikum noch als Zugabe erbitten konnte. In Innigkeit und Schönheit kaum zu überbieten.
Setlist
01: Kitchen Sink
02: Luxembourg
03: Death Cup
04: Small Talks
05: Jungle Book
06: Hungover
07: The World at our Fingertips
08: Tiny Boxes
09: #nofilter
10: Your Weirdness & My Eloquence
11: Bodyguards
12: Zugabe
Tourdaten
14.02. Tonfink, Lübeck
15.02. Astra Stube Hamburg
18.02. Pension Schmidt Münster
20.02. Schlosskeller Darmstadt
21.02. Villa Erckens Grevenbroich
22.02. Schauspielhaus Bochum
23.02. Raststätte Aachen
24.02. Café Nun Karlsruhe
25.02. Swamp Freiburg
26.02. Freiraum Bamberg
28.02. Unter Deck München
01.03. Wunschlos Glücklich Würzburg
02.03. Cammerspiele Leipzig
03.03. Feinkost Lampe Hannover
um
14:03
Konzert: Dad Rocks! & Black Oak
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 19. September 2015
Dauer: 50 min + 60 min
Zuschauer: etwa 90

Als Ende letzten Jahres das Team des Café Nun bekannt gab, dass es in Zukunft keine Konzerte mehr veranstalten möchte, war mir sehr schwer ums Herz. War es doch so etwas wie eine Konzertheimat für mich hier in Karlsruhe. Die Überdeckung der musikalischen Geschmäcker und der Veranstaltungsansatz waren für mich so wunderbar (und natürlich auch bequem!). Ich habe dort viele meiner heutigen Lieblingsbands zum ersten Mal erlebt und damit auch einige der schönsten Konzerte der letzten Jahre geschenkt bekommen. Es gab zu dem Zeitpunkt das Versprechen, noch eine richtige Abschiedsparty zu machen und das letzte reguläre Konzert mit Pretty Mery K. im Januar 2015. Im Sommer schließlich erfuhr ich, dass ich mir den 19. September frei halten sollte und später - während des alinae lumr Festival - dass es im Nun ein Wiedersehen mit Geert van de Velde und Thijs Kuijken geben würde und zwar mit der brandneuen Band Black Oak. Außerdem würde Snævar Njáll Albertsson aka Dad Rocks! aufspielen.

Schon im Vorfeld fand ich diese Auswahl stimmig, wenngleich ich mit der "Mann mit Gitarre" Fraktion normalerweise etwas fremdele. Aber Dad Rocks! vertritt eine klare Creative-Commons-Position, die mir sehr nahe liegt und passte irgendwie damit besonders gut an diesen Schnittpunkt von Ort und Zeit. Und sowohl Geert als auch Thijs gehören zum Urgestein der Nun-Konzerte. Das Doppelkonzert begann Snævar schließlich mit dem Titel Funemployment. Neben dem irgendwie besonders passenden Thema des Textes und seiner besonderen Art zu reimen fiel mir wieder auf, wie sehr ich sein fingerpicking bewundere. Fast durfte seine Gitarre kunstvoller mitsingen als seine Stimme.

Und das offene Teilen und dadurch kreative Vermehren seiner Kunst bekam einen ganz besonders persönlichen Anstrich, als er nach dem eigenen Song Manged die aus dem Nun-Nachwuchs-Umfeld stammende zugehörige Bearbeitung Dream Away vom Album Year of the Fan vortrug. Die Gedanken eines Kindes in denen schon ganz viel von dem steckt, was uns auch als Erwachsene nicht los lassen wird.
Auch eine dritte Eigenart, dass sehr lyrische Melodien mitunter mit einem beißend ironischen Text unterlegt sind, zeigte sich spätestens beim Song Take care. Snævar nahm sich ausgiebig Zeit für Ansagen und geriet beim Lied Downaging ins Lachen bei der Zeile ... failed the test (es geht darum, ein Mädchen auszuziehen) und schob hinterher - das sei leider ganz genau so passiert und erntete dafür natürlich große Erheiterung. Fast konnte er selbst vor lachen nicht weitersingen. DAS sei ihm nun doch etwas peinlich ...
Als wir ihn am Ende des vorbereiteten Sets nicht gern gehen lassen wollten, bedankte er sich dafür mit einem depressing last song der sehr klare Worte dafür findet, wie mit alten Leuten (oder überhaupt Leuten, die nicht so finanzstark sind) umgegangen wird. Damit endete ein Konzert bei dem wohl kein Herz ungerührt geblieben war.
Setlist:
01: Funemployment
02: Boots
03: Horse (cover?)
04: Managed
05: Dream away
06: Take care
07: Downaging
08: Old man
09: Rants
10: Senior Home (Z)
Nach einem sehr schnellen Umbau standen anschließend Geert van der Velde (The Black Atlantic) und Thijs Kuijken (I am Oak) auf der Bühne mit E-Gitarre und akustischer Gitarre und hatten als Überraschung eine Frau an den Tasten dabei: Esther Postma (ex-Calgary Woods). Auch besonders und überraschend war, dass sie uns im Wesentlichen ganz neues und noch unveröffentlichtes Material der neu gegründeten Band Black Oak mitgebracht hatten. So schlugen sie die Brücke aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit mit dem Nuncafé in die Zukunft, was gleich auf mehreren Ebenen wunderbar passte.
Es wurde sehr hymnisch und innig. Die Stimme von Geert kann das glaube ich auch nicht anders. Sie ist sehr markant und wurde von der tieferen Stimme von Thijs wunderbar geerdet. Aber auch die dritte, die Frauenstimme ergänzte eine herrlich passende Farbe im Mix. Es folgte eine Stunde ganz erhöhter Aufmerksamkeit, die jedoch im Rückblick für mich keine klaren Konturen hinterließ. Ich denke, wir waren alle zusammen in einem parallelen Universum zu Gast. Voller Liebe und Schönheit - mit viel Lachen gewürzt. Das Publikum war sehr, sehr aufmerksam und enthusiastisch im Applaus. Alle trugen wird diese Menschen und ihre Musik auf unseren inneren Händen.

Als Zugaben erhielten wir die Tracks ihrer Split-EP und damit noch einmal die Verankerung in dem was war. Herzlichst verabschiedeten wir die Künstler und die Organisatoren mit Applaus und wer mochte, hat anschließend noch viele Stunden im Nun gesessen und geplauscht über das war war und was vielleicht sein wird. Mir blieb im Rückblick der etwas traurige Beigeschmack, erst ein bisschen zu spät auf den Trichter gekommen zu sein und so doch so einige Abende verpasst zu haben mit mir sehr am Herzen liegenden Künstlern. Und dass obwohl ich ja 2008 zufällig schon einmal in unserer Heidelberger Zeit aufmerksam geworden war und es ab April 2009 sehr bequem gewesen wäre. Ich kann mich dafür also nur selbst an der Nase zupfen...
Setlist:
01: Thaw
02: The Grain
03: Gallop
04: Hunker
05: Melee
06: Whirl
07: Rove
08: When The Night Is All I See
09: Fracture (Z)
10: How Long? (Z)
Aus unserem Archiv:
The Black Atlantic, Storkow, 21.08.15
The Black Atlantic, Karlsruhe, 24.01.13
The Black Atlantic, Düsseldorf, 07.10.12
The Black Atlantic, Köln, 28.01.12
The Black Atlantic, Paris, 06.06.10
Dad Rocks!, Dresden, 01.09.12
Wunderbarste Bilder von Martin Gommel.
Meine Konzertbesuche im Nun
03.06.08 Audrey (Anfahrt aus Heidelberg!)
16.03.11 Rue Royale
08.07.11 My Bubba
17.11.11 Sea + Air
24.01.12 Rue Royale & The Black Atlantic
23.02.12 Brokof
20.04.12 Garda & Old Seed
09.08.12 Sóley
05.10.12 Home of the lame
07.11.12 Binoculers & Nicolai Schorr
21.12.12 Max und Laura Braun
22.02.13 Pascal Pinon
12.04.13 Troy von Balthazar
02.05.13 Evening Hymns
11.05.13 Mire Kay
14.06.13 Allie
25.07.13 Lingby & (Frère de Song)
28.09.13 BRTHR & Old Seed
18:01.14 Rue Royale
22.03.14 September Leaves & Plumes
04.04.14 Adam Evald, Big Fox
24.05.14 Adam Evald, Albin & Solander
17.10.14 Florian Ostertag
16.01.15 Pretty Mery K.
Leider verpasst und nachträglich sehr bedauert:
18.10.10 Garda & Green Apple Sea
29.09.10 September Leaves
06.09.10 Rue Royale
19.06.10 Daniel Benjamin
22.05.10 Talking to Turtles
19.12.09 The Gentle Lurch
30.10.09 September Leaves
17.10.08 Lingby & Garda
15.09.08 Clara Luzia
um
13:36
Konzert: Pretty Mery K.
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 16. Januar 2015
Dauer: 90 min
Zuschauer: etwa 80
Pretty Mery K. waren eine Zufallsentdeckung meines zweiten Sound of Bronkow Festivals im September 2012. Etwas näher rückten sie mir während der Schwarmfinanzierung des Albums Rowboat, das nun mit einigen ersten Tourdaten von der Band in die Welt begleitet wird. Live waren wir uns länger nicht begegnet, obowohl sie schon zu Gast im Café Nun waren (23.11. 2013) - damals noch mit Basser Ben Schadow. Immerhin hatte ich in der Zwischenzeit Ben und Meryem mit anderen Projekten live gesehen.

Nun war ich sehr gespannt und neugierig, wie die neuen Lieder sich live vorstellen würden. Ein Wermutstropfen auf die Vorfreude war, dass mit Jahresende 2014 bekannt wurde, dass es das letzte reguläre Konzert an diesem schönen Konzertort in Karlsruhe sein würde. Als Meryem Kilic, Dirk Häfner (Gitarren), Hendrik Krause (Bass), Michael Fromme (Drums) schließlich ihre Plätze auf der Bühne einnahmen, versuchte ich nicht daran zu denken, sondern mich einfach nur dem Moment zu öffnen. Ich war am Bühnenrand nah dran und musste ein bisschen darüber lächeln, dass mal wieder fast kein Platz für Menschen geblieben war zwischen Instrumenten, Boxen und Loopstationen. Michael Fromme musste die Bühne einmal voll umrunden und von hinten durchkriechen, um an seinen Platz zu kommen.

Mit Sweet Silence eröffneten sie das Konzert im typischen Duktus der Pretty-Mery-K-Musik mit sanft treibender Dynamik, einer saftigen Portion Melancholie und Meryems Stimme zum andocken obendrauf. Um die Gesangsstimme zu hören und nicht nur zu erahnen, musste ich von der Seite jedoch erst einmal auf einen Platz nach vorn wechseln. Das mit der Bühne mitten im Publikum war wohl beim Soundcheck nicht mit bedacht worden.
Rhythmisch haben die Lieder meistens Überraschungen eingebaut. Sie kommen zunächst daher wie etwas schwermütiger Pop - man wippt unversehens mit und tanzt (zumindest im Kopf), aber das mit dem mal eben mitsingen klappt dann doch nicht so einfach, wie es sich bei Meryem anhört. Ein schönes Beispiel vom neuen Album hierfür ist Two-faced fellow. Mein vielleicht liebstes Lied der neuen Platte Farewell folgte ihm an diesem Abend auf den Fuß. Hier fand ich den Satzgesang der Band (in den höchsten Tönen!) echt süß (und das Ahhh.... kann man dann auch ausnahmsweise tatsächlich sofort mitsingen).
Meryem war an diesem Abend sparsam mit Ansagen. Vielleicht war die innere Konzentration auf das neue musikalische Baby noch sehr groß oder auf das sitzende Publikum. Vielleicht auch die Rolle als Abschiedsband. Wie immer im Nun wurde aber herzlich Anteil an der Musik genommen und als es mit Again zwischendurch laut und rockig wurde auch ordentlich gefeiert. Leider gab es diesmal aber eine Schwatzrunde weiter hinten, die auch während des wunderbar stillen Finales Eden nicht ruhig halten konnte. Das kennt man aus dem Nun eigentlich nicht.
Pretty Mery K. machen noch bis Ende Januar ihre Runde durch deutsche Klubs. Von mir eine eindeutige Empfehlung, sich das live anzusehen.
Setlist:
01: Sweet Silence
02: Troubled man
03: Two faced fellow
04: Farewell
05: Under your spell
06: Rattlesnakes
07: Pillows
08: Hide and seek
09: Again
10: Knocked out
11: Mr Anonymous
12: Fast
13: Milestone
14: Boredom
15: Rowboat
16: Mery in Wonderland (Z)
17: Eden (Z)
Tourdaten:
09.01. Göttingen - Apex
10.01. Oberhausen - Zentrum Altenberg
11.01. Bochum - Theater Rottstrasse
12.01. Aachen - Domkeller
14.01. Stuttgart - Galao
15.01. Freiburg - Raeng Teng Teng
16.01. Karlsruhe - Café Nun
17.01. Nürtingen - Provisorium
18.01. Augsburg - Grand Hotel Metropolis
21.01. Erfurt - F.R.E.I. - Fläche
22.01. Dresden - Scheune
23.01. Halle - Brohmers
24.01. Berlin - Privatclub
30.01. Leipzig - Horns Erben
Aus unserem Archiv:
Pretty Mery K, Dresden, 31.08.12
Trio Coucou, Karlsruhe, 05.10.14
Trio Coucou, Adorf, 01.05.14
Tann, Stuttgart, 16.03.13
Alle Bilder
um
15:26
Konzert: Florian Ostertag
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 17. Oktober 2014
Dauer: 75 min
Zuschauer: etwa 90 (ausverkauft)
Was habe ich mich gefreut, als vom nuncafe die Neuigkeit mitgeteilt wurde, dass Florian Ostertag im Oktober ein Konzert dort geben wird! Unser kennenlernen war ein bisschen von hinten durch die Brust ins Auge: Vor nunmehr drei Jahren bin ich nach Freiburg gefahren, um Tex und Florian Ostertag im neu erfundenen Konzertformat TV Noir Tour zu sehen. Geboten wurde dann September Leaves als Krankenersatz für Florian Ostertag. Bis heute bin ich traurig, dass ich darüber keinen Konzertbericht verfasst habe, weil das so ein magischer Abend wurde.

Florian Ostertag gab es dann nachgeholt fast ein halbes Jahr später am gleichen Ort. Auch darüber gibt es leider keinen Bericht, aber das Konzert war so toll, dass ich ihn gern im Januar 2013 mit Sea + Air im Theaterhaus gesehen hätte. Das hat dann leider nicht geklappt. Umso mehr habe ich mich gefreut, als Florian Ostertag (endlich wieder!) als Support von Alin Coen beim Zeltival 2013 angekündigt war. Beim Golden Leaves Festival dieses Jahr musste ich ihn leider verpassen. So war ein Treffen in meinen Augen mehr als überfällig und im Café Nun musste einfach alles perfekt passen.

Im Herbst 2014 hat sich Florian mit Simon Schaller (vor allem am Schlagzeug aber auch an Tasten) auf den Weg gemacht und besuchte kleinere Venues unter dem Motto New songs in small places. Ein Zwischenausflug, weil es mit der Arbeit an der aktuellen Platte nicht wie erhofft vorwärts geht. Als ich ankam, waren viele Gitarren und eine Mandoline auf der Bühne aufgebaut, dazu ein kleiner schwarz-weiß-Fernseher mit VHS-Spieler und ein Tonbandgerät. Später würde auch eine Schreibmaschine und ein Telefon mitspielen dürfen.
Florian begann solo mit seiner Gitarre und mit seinem unnachahmlich charmanten Lächeln. Den Song Always waiting präsentierte er ganz ruhig und nachdenklich und das Publikum wurde auch sofort ganz ruhig und aufmerksam und sog jeden Ton begierig auf. In der Mischung des Abends waren getreu dem Motto der Tour ganz neue Lieder zu hören, aber auch ein ganz Teil der inzwischen wohl vertrauten Songs (z.B. Babel, Better version und Home, die mir schon sehr ans Herz gewachsen sind).
Alles "angerichtet" mit bubenhaftem Charme und sympatischen und schwäbisch gefärbten Ansagen und einigen pfiffigen Ideen. Für Africa wurde z.B. noch ein Akkordeon-ähnliches Instrument aktiviert. Für Babel war ein Beitrag auf dem Tonband vorbereitet. Zu Perfect Stranger gab es die etwas traurige Geschichte, dass es vor sehr langer Zeit für einen Film komponiert worden war und dann in einem komplett anderen Film gelandet ist...
Bei Lovesongs war schließlich der für die Tour unabkömmliche Matthias Kammermeyer wenigstens aufgezeichnet am Fernseher dabei. Der Trick ist doch immer wieder nett... Es zeichnete sich ab, dass es nun so sachte aufs Ende hingehen würde mit The Constant Search (auch so ein vertrautes Lied). Aber mit dem letzten Song des regulären Sets - Home - wurde noch einmal ordentlich Stimmung gemacht.
Auch das Rhythmusinstrument Schreibmaschine hat seinen Charme für mich noch nicht eingebüßt (hier die Version im Nun von Mai 2011). Es wurde ein sehr schönes Finale, aber natürlich noch nicht die letzte Musik des Abends, weil alle ordentlich nach Zugaben verlangten. Beim letzten Zugabenteil durften wir alle mitsingen und ich ging hinterher beschwingt und glücklich nach Hause. Die Vorfreude auf das Konzert war mehr als berechtigt gewesen!
Setlist:
01: Always waiting
02: Season of Monsoon
03: Can't say what I want
04: Better version of you
05: John Wayne
06: Echoes
07: Africa I come
08: Babel
09: Perfect Stranger
10: Lovesongs
11: The Constant search
12: Home
13: In the Meantime
14: Don't lose yourself
Aus unserem Archiv:
Florian Ostertag, Karlsruhe, 04.07.13
Tourdaten:
07.10. Köln die Wohngemeinschaft
09.10. Hamburg - kleiner Donner (Haus 73)
10.10. Braunschweig - Couch 21
12.10. Berlin - Wohnzimmerkonzert@Séjour
15.10. Frankfurt - Ponyhof
16.10. Tübingen
17.10. Karlsruhe - NUN (Duo)
25.10. Nürnberg - Nürnberg Pop (Solo)
26.10. Ulm - Sauschdall (Solo)
28.10. Landau - Uni (Solo)
06.11. Kornwestheim - das K
09.11. München - Lustspielhaus (mit Tex)
Alle Bilder:
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11:21
Konzert: Solander (support Albin und Adam Evald)
Ort: Café Nun in Karlsruhe
Datum: 24. Mai 2014
Dauer: 45 min Vorprogramm und 90 min Solander
Zuschauer: 70 - 80
Auf die Empfehlungen des Cafe Nuns kann ich mich ja stets verlassen. Ohnehin hatte ich die Schweden Solander schon sehr lange live sehen wollen. Hinzu kam, dass es eine Art Verabredung war mit Adam Evald, der als Drummer (und Support) von Big Fox im April hier Station gemacht hatte und uns damals schon versprach, mit Solander wieder zu kommen. Das Duo Fredrik Karlsson (Sänger) und Anja Linna (am Cello) wird nämlich auf der aktuellen Tour unterstützt von Albin Johansson an sehr vielen Keyboards und Adam Evald an den .... Drums.
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| Foto (c) Albin Johansson |
Schon im Februar 2014 hatte es eine zweiwöchige Deutschlandtour von Solander mit dem aktuellen Album Monochromatic memories gegeben. Nun standen im Mai zum Glück noch einmal elf deutsche bzw. schweizer Stationen auf dem Plan und Karlsruhe war die zweite davon.
Meine Erwartungen waren hoch gespannt und als Ausklang eines schönen Sommertags kam mir der kleine Ausflug in die Oststadt gerade recht. Das Cafe Nun füllte sich nicht sofort mit Türöffnung bis an den Rand, aber zum Auftritt von Solander war es doch vom Höchststand nicht weit entfernt. Da gab es wohl noch einige, die so viel wie möglich Abendsonne mitnehmen wollten.
Der Abend begann mit zwei kurzen Sets der zwei Gastmusiker. Albin ließ an den rings um ihn verteilten Keyboards Pink-Floyd-Synthie-Zeiten wieder erwachen und Adam Evald holte drei von seinen (zumindest im Ton) romantischen Liedern hervor, nachdem er sich versichert hatte, dass im Publikum genug Menschen saßen, die nicht schon im April alles gehört hatten. So Überhaupt war vielleicht sein trockener Humor fast noch unterhaltsamer als die Musik...
Nach einer kurzen Pause war es dann 22 Uhr und das eigentliche Solanderset begann. Tatsächlich waren meine Erwartungen keineswegs zu hoch gespannt gewesen. Die Zwiesprache von Stimme und Cello war für mich immer wieder sehr spannend zu hören und wurde sehr gefühlvoll unterstützt durch einen Rhythmusrahmen, der sich nie in den Vordergrund schob und von den Melodien vom Keyboard. Das wirkte sehr organisch und rund und fand den Weg in mein Herz.
Das Gespräch mit dem Publikum führte zum großen Teil Fredrik und manchmal hatte es den Anschein, als lese er uns aus (s)einem Manifest vor (das stand auf dem Buch in dem anscheinend die Setlist oder zumindest Notizen dazu standen). Es schien ihnen ganz gut zu gefallen im Nun und mit dem Publikum des Abends. Sie betonten mehr als einmal, was für eine tolle Sache so ein Laden für die Leute in Karlsruhe sei. Was wir natürlich wissen und schätzen.
Vielen Dank auch für diesen goldenen Abend mit den gar nicht so kühlen Schweden an das Team vom NUN.
Treffende, sprechende und warmherzige Bilder von Nicole Böttler
Tourdaten:
23.05. Köln
24.05. Cafe Nun Karlsruhe
25.05. Wärmehalle Süd Leipzig
26.05. Cafe Wagner Jena
27.05. Like waves Festival München
28.05. Oya Bar Kafé St. Gallen
29.05. KiFF Aarau
30.05. Way Back When Festival Dortmund
31.05. Kulturzentrum Dieselstrasse Esslingen
31.05. Maifeld Derby Mannheim
01.06. Pools Club Göttingen
Aus unserem Archiv:
Big Fox im Adam Evald als Support, 4. April 2014
Meine Fotos des Abends mit Solander:
um
12:19
Konzert: Big Fox mit Support Adam Evald
Ort: Cafe Nun in Karlsruhe
Datum: 4. April 2014
Dauer: 25 min und 65 min
Zuschauer: etwa 40
Während meiner Schulzeit gab es keinen
Stundenausfall. Im allergrößten Notfall stellte sich der Direktor höchstselbst
vor die Klasse und improvisierte Unterricht über ein Thema, das ihm passend oder wichtig erschien. Aus diesen Stunden ist mir nachdrücklich in Erinnerung, wie sehr die verschiedenen Bedeutungen von aufheben ineinander verwoben sind (er war begeisterter Philosoph).

Aus irgendwelchen Gründen (vielleicht trug die phantasievolle Dekoration mit aufgefädelten bunten Plastik-Trinkhalmen dazu bei, die mich an Kunstwerke aus meiner Jugend erinnerte?) musste ich just daran denken während ich mich ganz versunken der Musik von Big Fox hingab. Ihre Lieder sind im großen und ganzen sehr ruhig und nachdenklich, dabei aber nie sentimental und dramatisch, sondern strahlen fast immer eine heitere Note aus. Darüber hinaus haben sie für mich diese seltene Qualität, mich in jeder noch so traurigen Stimmung aufzuheben und aufzurichten. Und in der Einheit von Musik und Text finde ich viel grundlegendes aufgehoben und aufbewahrt.

Seit ich sie im Oktober 2012 in der Guten Stube in Darmstadt zum ersten Mal live erlebt habe, hat mich ihre Debut-CD begleitet und auch das zweite Album Now (das 2013 erschienen ist) wusste die hohen Erwartungen zu erfüllen. Zwei CDs, die bei mir regelmäßig wieder und wieder gespielt werden und deren Lieder ihren Reiz noch nicht eingebüßt haben.
In der Livedarbietung im Nuncafe wurde diese Verbundenheit zur Musik von Big Fox für mich neu bekräftigt. Für die reichliche Stunde schenkte ich den Liedern einmal wieder meine ganze Aufmerksamkeit, genoss die Stimme von Charlotta Perers, das Cellospiel von Gerda Holmquist und den gefühlvoll-dezenten Beitrag von Adam Evald am Schlagzeug. Lauschte den Texten und summte einiges im Kopf mit.
Obendrauf gab es die Blicke, das Lächeln, das zwischen den Musikern getauscht wurde und die anekdotischen Erklärungen zu einigen Songs. So stellte sich auch in meinem Gesicht über große Teile das Abends unmerklich ein Lächeln ein. Charlotta wechselte in der Hälfte des Abends vom Keyboard an die E-Gitarre und Gerda etwas später vom Cello ans Keyboard. Alle diese Varianten hatten gemeinsam, dass wir mit wunderbarer Musik bedacht wurden.
Es ist gar nicht so einfach, für den Bericht hier besondere Momente des Abends zu benennen, weil eigentlich jedes Lied auf die eine oder andere Art besonderes zu geben hatte. Aber ganz sicher war Why, oh why ein absoluter Gänsehautmoment und der als letzte Zugabe geplante Song Calm down an Intensivität nicht zu überbieten.
Weil wohl auch die anderen Zuhörerinnen und Zuhörer ähnlich mitgerissen waren wie ich, musste das Trio noch eine ungeplante zweite Zugabe spendieren. Und fasste mit Jony Mitchells Worten selbst sehr schön zusammen, was ich oben nur so vage im Begriff des aufhebens in mir bewegt hatte:
I've looked at life from both sides now
From up and down, and still somehow
It's life's illusions I recall
I really don't know life at all
(Jony Mitchell - From both sides now)
Vor der wunderbaren Stunde mit Big Fox gab es an diesem Abend aber noch einen kleinen Bonus: 25 min mit der traumhaft schönen Musik und dem selbstironischen Humor von Adam Evald (der auch bald, am 24. Mai, als Drummer von Solander ins Nun zurückkommen wird!) Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Songs Dancing Heart, No more excuses (mit dem Bild, dass die Liebste im Fluss versenkt wird, schon etwas nordisch rau, aber man kann es ihm einfach nicht richtig übel nehmen...) und Swimming in romance mit dem wohl unhaltbaren Versprechen I won't write another love song. Das wäre auch zu schade, wenn er sich daran halten wollte!
Setlist Big Fox:
01: Rain
02: Shadows
03: Saturday
04: Romantic Movie Love
05: Why, oh why
06: Days come/go
07: Cut you out
08: Girls
09: Cheers
10: Now
11: Thank you (Z)
12: Calm Down (Z)
13: From both sides now Jony Mitchell cover (Z)
Aus unserem Archiv:
Big Fox, Darmstadt, 31.10.12
Big Fox, Paris, 28.01.14
Lie in sound mit fundierten Worten zum Album Now
Sehr stimmungsvolle Fotos des Abends von Martin Gommel
Tourdaten:
31.03. Hamburg / Schnittke Akademie
01.04. Köln / Theater die wohngemeinschaft
02.04. Offenbach / Hafen 2
03.04. St. Gallen / Oya
04.04. Karlsruhe / Café Nun
05.04. Göttingen / Pools Heimathafen
06.04. Münster / Pension Schmidt