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Dienstag, 13. August 2024

Haldern Pop Festival - Rees Haldern - 09.-11.08.2024

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Konzert: Haldern Pop Festival 2024
Ort: Rees-Haldern Reitplatz
Datum: 09.-11.08.2024
Dauer: 3 Tage
Zuschauer: fast ausverkauft


"Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen; Und jeder geht zufrieden aus dem Haus." 

Zum 41. Mal präsentiert das kleine Dorf am Niederrhein nun schon sein "Haldern Pop Festival". Die letzten Jahre waren eher durch die Umstände als die Vorfreude geprägt: Corona, große Hitze und Dauerregen waren die Themen und betrafen nicht nur die Besucher, sondern vor allem auch die Veranstalter, aufgrund nicht planbarer Einnahmen und Ausgaben. 

Und so wird dieses Jahr für alle ein Festival der Erleichterung bleiben, bei dem genug Platz war für die "Romantik, Wucht und Sinnlichkeit", die sich auch Stefan Reichmann im Vorfeld gewünscht hatte. 

Starten wir also ausnahmsweise mit dem Fazit.

Es bleibt festzuhalten: Das Haldern Pop ist nach wie vor kein zum Selbstzweck verkommenes Festival geworden. Die Wundertüte ist und bleibt prall gefüllt und breit gestreut. Von klassischer Musik am Morgen in der Kirche bis zu wüsten Post-Punk am Abend im Spiegelzelt bleibt alles möglich. Das ist gut so. 



Es gilt "[...] nicht ein Festival zu machen, um Tickets zu verkaufen, sondern Tickets zu verkaufen, um ein Festival zu gestalten." (S. Reichmann) Ein Festival, bei dem die Stimmung der Besuchenden nicht von den Namen im Line-Up abhängt und 
ein unausgesprochenes Gespür dafür herrscht, dass an diesem Tag Bands wie Dog Race oder Fat Dog den entscheidenden Funken überspringen lassen werden. 

Die das Gefühl transportieren, welches hier alle so schätzen. Eine Romantik ohne Verklärung; einen Moment mit anderen, der so schön ist, wie es romantische Komödien immer sein wollen. 

In Haldern kommen nicht Fans zusammen, die sich auf die gleiche Musik einigen können, sondern Menschen, die andere Menschen mögen. 


Und nun zur Musik: 

Leider kann ein kleiner Virus die große Lust auf drei Tage Camping sehr schnell verfliegen lassen, daher kann ich in diesem Jahr nicht über Alles im Detail berichten. Es gibt einen Mix aus erlebtem und zugetragenem. Aber die Quellen waren gut und die Gespräche lang. 

Allein der Mix im Spiegelzelt am Donnerstag kann begeistern, auch wenn die kurzfristige Absage von Endless Wellness schmerzt. Wohlfühlpop von Go-Jo mit seinem Riesenhit "Mrs. Hollywood", verspielter Folk mit einem seltenen Auftritt von BC Camplight, und der erste Abriß der Jugend beim Auftritt von The Silhouettes Project sind ein toller Start. 


Dazwischen spielen Yard Act einen existentiellen und unendlich treibenden Jam, der die Hauptbühne schon früh und in der prallen Sonne vollkommen mitreißt. 

Ein ausführlicher Bericht zum Headliner Duo Berq und Faber folgt noch in den nächsten Tagen. 


Hier zeigt sich der Vorteil der (nicht immer möglichen) aber gewollten Strategie, an einzelenen Festivaltagen thematische Geschichten zu erzählen. Der Donnerstag gehörte den angesagten deutschsprachigen Acts, während am Freitag und Samstag die Iren mit Folk, Rock und Melancholie den Schwerpunkt setzten. 

Das Jugendheim von Haldern und der Marktplatz blieben in diesem Jahr bühnentechnisch leer. Mehr als gut gefüllt ging es daher beim erwartet guten Auftritt von Tramhaus in der Pop Bar zu. Die Band aus Rotterdam könnte natürlich auch locker die Hauptbühne bespielen. 


Aber auch hier ist das Haldern Pop ein Ort der Geduld und viele Bands sieht man ja in den nächsten Jahren noch einmal in anderem Rahmen wieder. Das gleiche gilt für die im Spiegelzelt startenden Sharktank und Picture Parlour. Auch eher an die Jugend gerichtete Musik, wobei Picture Parlour als interessante Alternative zu den völlig durch die Decke startenden The Last Dinner Party gezählt werden könnten. 


Zu Anna Ternheim findet ihr ja auf unserer Seite schon genug Content (auch von der gerade stattfindenden Tournee), daher bleibe ich im Spiegelzelt und erlebe Puma Blue zum zweiten Mal, nach seinem fantastischen Auftritt in der Reeperbahn Kirche St. Pauli im letztes Jahr. Dunkelheit hätte auch den diesjährigen Auftritt noch intensiver gestaltet, aber auch hier enfaltet sich die Mischung aus Jazz, Indie und tiefen Emotionen hervorragend. Das Tenor-Saxophon drückt in die Schwüle des Zelts und weckt tiefe Gefühle. 

Mary in the Junkyard folgen mit ihrem Übersong "Tuesday" wirken aber ansonsten etwas verhuscht und lassen vermuten, das die Songs des noch nicht erschienenen Debut Albums noch etwas Feinschliff benötigen. Danach senkt sich die Sonne zum zweiten Mal über das Gelände und die Schlange vor dem Spiegelzelt wirft lange Schatten. Fast bis zum Reitplatz reicht sie dieses eine Mal, ansonsten war der Einlaß dort recht enspannt. 


Fat Dog kündigen sich an, und während auf der Hauptbühne "Mein Name ist Chilly Con-Zales" seine wilde Mischung aus klassischem Piano und Deutsch-Rap zum Besten gibt, wird klar. Alle werden es nicht ins Zelt schaffen. 

Aber Haldern wäre nicht Haldern wenn sich daraus nicht ein typischer Festivalmoment für die Ewigkeit ergeben würde. Sobald der brachiale Elektropunk aus den Boxen der Leinwand vor dem Zelt schallt, entwickelt sich erstmals in der Geschichte ein Moshpit im Biergarten. Der Swiftie Moment des Olympiabergs in Dorfgröße. 


Und wenn es eigentlich nicht mehr besser werden kann, kommt der Moment, den alle sehnsüchtig erwartet haben. Nach Glastonbury, und vor anderen Riesenfestivals im August und im nächsten Jahr spielen die Fontaines D.C. noch einmal in Haldern. Ein Coup mit wirklich seltener Ausnahme im heutigen Festivalgeschäft. War es gut ?

Ja. Es war trotz der fast zu hohen Erwartungen sehr gut. Am Anfang noch etwas leise und auch im Mix schon sehr glatt auf die anderen Riesenauftritte hin abgemischt, konnte es den gewaltigen Songs wenig anhaben. Hit auf Hit fegt über den Platz. Fehlender Kontakt zum Publikum ist hier keine Arroganz oder gespielte Langeweile sondern Normalität. Dafür gibt es andere Acts. 


Die Band nach ihrem Spiegelzelt Auftritt von 2019 in ihrer jetzigen Entwicklung noch einmal in so intimen Rahmen sehen zu dürfen, war ein Genuß. Die neue Platte wird die Band in noch unbekanntere Höhen katapultieren. "Romance" erscheint am 23.08.2024. 

Nach diesem dynamischen Duo muss man sich am Sonntag bei einigen Stücken köstlichem Pflaumenkuchen erstmal sammeln. Gerade sind die Synapsen wieder auf normal "0", da kommt die nächste große Kunst um die Ecke. Nichtseattle packt mich jedes mal wieder, ob mit Band oder ohne. Hier war es eine Mischung, da der Schlagzeuger kurzfristig abreisen musste. 


Alles, was auf der Bühne geschieht ist eigentlich mit einem Festival nicht kompatibel. Lauter Songs jenseits der sieben Minuten. Nur wenige, minimale Anschläge auf der Gitarre, keine Schauwerte. Aber Songs, die man nicht vergisst. Wer einmal Zeuge war, kommt wieder. "Frau sein", wird allen gewidmet. Viele weinen ohne sich zu schämen. Katharina dringt in die Seele und kann gerne dort bleiben. Hört auf diese Liedermacherin. 


Im Spiegelzelt wechseln sich derweil harter Tobak von Chalk und Yard mit energischem Indie von Deadletter und purem Jazz des Michael Wollny Trios ab, bevor die Lanterns on the Lake mit ihren elegischen Klangwänden das musikalische Programm dort beenden. 

Bleiben noch zwei neue und nicht mehr ganz so neue Highlights: Dog Race spielen ihre erstes Konzert ever auf dem Festland und werden wie alte Bekannte gefeiert, obwohl im kleinen Niederrheinzelt eigentlich gar kein Platz zum Feiern ist. 


Und die von mir sehr geschätzten King Hannah spielen zwar eigentlich relativ "normalen" Indierock; Ich mag die Arrangements und den Mix aus kühlem Vortrag und wuchtigen Gitarren aber seit den ersten Singles sehr. 

Ach ja, das Fazit hatten wir ja schon weiter oben. Mögen euch "Romantik, Wucht und Sinnlichkeit" auch weiter erhalten bleiben. Bis zum nächsten Jahr. Spread the word. 

Fotos: Denis Schinner 



Mittwoch, 10. Januar 2018

11 besondere Konzerte 2017 für mich (Michael)

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70 Konzerte habe ich im letzten Jahr besucht, einige davon in kleinen Clubs und Wohnzimmern. Aber auch zwei Festivals waren darunter, das Kosmonaut mit Fotoerlaubnis, was auch besonders spannend war und das Sound Of Bronkow, die Perle der keinen familiären Festivals in Dresden. Ich habe meine Liste daher auf die besten 11 Konzerte beschränkt, die mir in nachhaltiger Erinnerung geblieben sind. Darunter sind auch 2 Scala-Konzerte, deren Gastgeber ich bin. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Datum und stellt keine Wertung dar.


Sons of Noël & Adrian, Beatpol Dresden, 17.02.2017




Sons of Noël & Adrian füllen den morbiden Saal mit einer ausufernden Performance. Der Raum passt zur Stimmung, die Band holt die 1970er mit ihren langen Titeln zurück auf die Bühne.
Was mir besonders gefällt: sie haben keine typische Struktur in ihren Songs, dafür bizarre Wechsel und Harmonien, das Konzert ist ein Erlebnis weit jenseits der Studioatmosphäre.


Faber, Atomino Chemnitz, 30.04.2017

Ich habe Faber auf der 2015er Tour von Sophie Hunger kennengelernt, damals spielte Faber als Support. Diesmal steht er in einem ausverkauften Atomino. So um die 250 Leute mögen es sein, die Fans und Fanninen sind lauthals und gleich von Anfang aktiv dabei. Fabers Stimme ist schon einzigartig und die Musik hat sich weiter geöffnet seit dem Herbst 2015, es ist gibt Drive mit Balkaneinflüssen und die Texte bieten mehr Abgründiges, Böseres an diesem schweißtreibenden Abend.


Apples in Space, Scala Adorf, 13.05.2017






Sie sind eine unserer Familienbands, wie wir sie hier bezeichnen. Sie sind mit ihrem zweiten Album zum zweiten Mal in unserem Wohnzimmer. Manchmal fahre wir auch zu Konzerten, wenn sie in der Gegend sind oder nach Berlin, wenn das Datum günstig für Berufstätige liegt, einmal auch ans Berliner Ensemble zur letzten Vorstellung von Hamlet, wo Phil und Julie mitgespielt haben. Bei ihnen begeistert mich die Verve, mit denen sie jedes Konzert spielen und die großen Gefühle ihrer Songs auf der Bühne ausleben, wundervoll unterstützt von ihren Bandmitgliedern Jonathan und Janusz.



FJØRT, C Kosmonaut Festival Chemnitz, 17.06.2017




Am zweiten Tag des Kosmonaut-Festivals bin ich extra zeitig vor der Bühne und erlebe einen Vulkanausbruch. Ich bin restlos begeistert, zumal ich progressive Musik sehr mag. FJØRT sind jetzt und hier eine große Überraschung und im Fotograben noch einmal mehr - quasi in der Hölle, durch die die Band die Songs meistens treibt.
Ich freue mich schon auf die anstehenden Konzerte am 22.01.2018 in Dresden oder am 23.01.2018 in Leipzig.


Pet Shop Boys, Elbufer, Dresden, 29.06.2017

Wie hieß es früher im DDR-Fernsehen: Alte Liebe rostet nicht. So geht es mir mit den Pet Shop Boys. Auch sie sind eine meiner vielen musikalischen Wurzeln und mittlerweile erlebe ich sie zum zweiten Mal live. Die Jungs haben auch kleinere Säle zwischendurch bespielt, nun füllen sie das Elbufer zwar nicht ganz aber ganz gut. Es ist ein sommerlich milder Abend mit einer perfekten Show und viel Platz zum Tanzen, Fröhlichsein und Singen.


Martin Kohlstedt, Sendesaal des WDR Köln, 18.08.2017

Zur Popkomm 2017 haben wir uns für den Sendesaal des WDR entschieden und bekommen einen Klavier-Synthesizer Abend geboten. Martin Kohlstedts Musik hat die Faszination des Stillen trotz oder wegen der Töne und damit zieht sie mich immer wieder in ihren Bann. Auch dies ist für mich Konzertmusik und -erlebnis, es fällt mir schwer das im heimischen Wohnzimmer von Konserve so intensiv nachzuerleben.


Hanna Leess, Sound of Bronkow Dresden, 01.09.2017




Im Keller des Societätstheaters nimmt mich Hanna Leess mit kratziger Stimme und zartem Körper mit ihren intensiven Songs gefangen. Was muss sie alles schon erlebt haben, um solche Lieder zu singen. Und welche unerschütterliche Lebensfreude strahlt sie aus!



Hope, Sound of Bronkow Dresden, 02.09.2017




Ich erinnere mich auch an die starke Performance von Christine Börsch-Supan , eine kleine Person mit großer Präsenz und Ausstrahlung. Hope aus Berlin stehen musikalisch laut Wikipedia zwischen Indie, Post-Rock und Ambient/Electronic. Neue Klänge halten Einzug bei Sound of Bronkow, mir gefällts.



Sarah Lesch, Atomino Chemnitz, 08.11.2017

Da war ich doch Ende 2016 so naiv und habe beim Booking-agent nachgefragt, ob Sarah Lesch nicht mal in der Scala spielen könnte. Fabian schrieb, dass sie inzwischen wohl ein paar Nummern zu groß für uns wäre. Naja… Das Atomino war wieder ausverkauft und gefüllt mit einem aufmerksamen Publikum. Sarah wurde nur begleitet von ihrem Gitarristen, sang liebevolle Texte und spielte gefällige Melodien. Da geh ich mal wieder hin.


Hello Piedpiper, Scala Adorf, 17.11.2017




Fabio alias Hello Piedpiper kam nach 4 Jahren zum 2. Mal in die Scala und präsentierte zum 50. Jubiläum sein aktuelles Album mit Band. Für mich große Songs mit sehr viel mediterranem Gefühl in den Liedern. Es war eine Ohrenweide, mit geschlossenen Augen zuzuhören.



Me And Oceans, Boden der Tatsachen Chemnitz 24.11.2017




Dieser Abend fällt in die Rubrik DAS BESONDERE KONZERT. Me And Oceans ist Fabian Schütze und er hat letztes Jahr sein Album „MIR“ veröffentlicht, ein großes Hörerlebnis. Es ist die Vertonung von Briefen an Juri, einen Kosmonauten auf der Raumstation MIR. Es sind Briefe von Freundin, Freunden und Kollegen wie Vorgesetzten. In Szene gesetzt mit einem Projektor, zu den Liedern zeigt Fabian Fotos oder malt Bilder. Beides verfolge ich live über den Projektor auf der Bühnenwand. Dies war definitiv ein einzigartiges Erlebnis in ganz kleinem Kreise in einer Chemnitzer Maisonette.



Mittwoch, 16. August 2017

Haldern Pop Festival, 2. Festivaltag, 11.08.17

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Konzerte: 2. Festivaltag beim Haldern Pop mit u.a. Aldous Harding, Julie Byrne, Faber, Benjamin Clementine, Matthew And The Atlas
Ort: Haldern Pop Festival, Rees am Niederrhein
Datum: 11.08.17
Dauer: von 10 Uhr 30 bis 3 Uhr früh
Zuschauer: Etwa 7000 


Am zweiten Festivaltag wollte ich unbedingt zu Aldous Harding in der Haldern Pop Bar vor Ort sein. Die Neuseeländerin war dort von 12 Uhr 40 bis 13 Uhr 20 angesetzt. Aufgrund des sehr mittelmässigen Netzes an öffentlichen Verkehrsmitteln, kam ich aber prompt zu spät. Früh aufstehen war ohnehin nicht drin gewesen, gestern nacht hatte ich noch stundenlang Fernsehen geglotzt, es lief die spannende Sendung "die 10 gefährlichsten Flughafen der Welt" und ich konnte ja schlecht nach Platz vier aufhören... 

Aldous Harding platzierte sich bereits im Vorfeld in meiner persönlichen Top Ten Liste, nämlich derjenigen mit den Acts, auf die ich mich am meisten beim Haldern freute. Insofern war mein Bedauern gross, sie verpasst zu haben. Aber ich hatte ihre Show nur vermeintlich verpasst, aufgrund von Verschiebungen im Programmablauf bekam Aldous kurzfristig den Slot von Mammut um 17 Uhr im Zelt zugewiesen und ich hatte das grosse Glück, die Neuseeländerin doch noch geniessen zu können!



Sie kam ganz in weiss (Zeichen von Unschuld?) gekleidet auf die Bühne, nur die Collegeschuhe waren schwarz. Ein recht konservativer East Coast Look für eine solch ausgeflippte Dame, aber vielleicht war das Teil des Konzepts. Mit ihr auf der Stage ihr exzentrischer Pianist mit dem Gebaren eines bekifften Hippies, köstlich! Die beiden fielen wirklich auf, Aldous insbesondere durch ihre Grimassen, ihr Augenverdrehen, ihre seltsame Mimik. Brutale Ehrlichkeit um die Authentizität der Texte zu unterstreichen, unbewusste Marotte, oder Albernheit? Hinterher diskutieren wir unter den Haldern Fotografen dieses Phänomen, ohne das Rätsel wirklich ergründen zu können.



Unbestritten gut war auf jeden Fall die Musik. Harding hat auf ihrem aktuellen Album The Party (das zweite ihrer Laufbahn) so viele starke, eigenwillige, auch textlich interessante Songs zu bieten, dass man heuer nur schwerlich an ihr vorbei kann. Ob das an John Lennon erinnernde Imagining My Man, das elektrisch angehauchte Bend, oder das eingängige Horizon, all diese Stücke klangen auch live extrem gut. Und zusätzlich bekamen wir den vielversprechenden neuen Song Weight Of The Planets geboten.

In der Mitte des Sets stiessen zwei zusätzliche Musiker mit auf die Bühne, ein Drummer plus H. Hawkline an der Gitarre. Hawkline gilt ja auch als Solokünstler als heisser Tip, aber in der Band von Harding fiel er nicht sonderlich auf. Die reduzierten Songs brauchten eigentlich nicht viel Instrumentierung, die Neuseeländerin hätte ihr Konzert auch problemlos nur zu zweit bestreiten können. Letztlich wechselte das Line Up während des Sets in schöner Regelmässigkeit, Aldous stand mal alleine, mal zu zweit, mal zu viert auf der Bühne. Gut war es immer. Nur am Ende störte die Musik die von der Hauptbühne ins Zelt rüberdröhnte (Blaudzun hatte begonnen) ein wenig, aber so etwas gehört bei Festivals eben dazu.



Aber gehen wir mal chronologisch vor, Aldous Harding fand also um 17 Uhr statt, vorher, genauer gesagt um 14Uhr 30, hatte Julie Byrne ihren Auftritt in der Kirche. Und der war erwartet wundervoll. Ganz alleine mit Akustikgitarre hatte die Amerikanerin ihr Konzert bestritten, hatte auf wundervollste und sanfteste Art gesungen und mich damit völlig in ihren Bann gezogen. In der Kirche war es vorbildlich ruhig und alle sahen friedlich und mit freudigen Augen nach vorne, wo Byrne die Friedenspriesterin gab.



Dabei spielte es für mich keine grosse Rolle, dass sich die Lieder untereinander etwas ähnelten, schlicht und einfach gehalten waren. Was für mich zählte war die Naturreinheit (kein Wunder, dass ein traumhaftes Stück Natural Blue hiess), die profunde Schönheit (man höre nur Melting Grid!), die wahnsinnige Zärtlichkeit die von den Liedern ausging, die überwiegend von dem aktuellen zweiten Album Not Even Happiness stammten. Auffällig auch ihr gutes Fingerpicking, das sie von ihrem Vater erlernt hatte.

Eine Wohltat für die Sinne dieses Konzert von Julie Byrne! Vor dem Kircheingang kaufte ich mir auch noch ihr erstes Album (Rooms With Walls And Windows), das ich noch nicht hatte, machte mich dann aber auf den Fussweg Richtung Hauptbühne. Meine Füsse trugen mich leider nicht schnell genug, um noch den Schluss von Penguin Café zu sehen, schade, aber man kann bei Festivals eben nie alles sehen, was man möchte.



Um 16 Ihr 15 traten die Schweizer Faber auf der Hauptbühne auf. Das war zwar musikalisch nicht so ganz mein Stil, aber die Band um Sänger Julian Pollina schaffte es sehr gut, das Halderner Publikum zu unterhalten. Pollina hatte etwas von einem Posterboy, in den ersten Reihen sah man viele schmachtende Mädchen.



Auffällig die Bühendeko, da standen viele Pflanzen rum, das Ganze hatte das Flair eines tropischen Regenwaldes (nun gut, Sonnenblumen gibt es dort nicht)
Unterhaltsam, aber dennoch ziehe ich das Buch Homo Faber von Max Frisch der Musik von Faber vor.



Nach Faber ging ich rüber zum Spiegelzelt zu Aldous Harding, aber den Bericht darüber habe ich ja hier schon an den Anfang gestellt, so dass wir hier nun chronologisch fortfahren können und zwar mit dem Gig von Blaudzun, der bis um 18 Uhr 30 auf der Hauptbühne stattfand. Er war äusserst schwung- und stimmungsvoll und begeisterte das Publikum. Das war tighter Indierock mit gelegentlichen Ausbrüchen Richtung Mainstream, getragen von der Falsettstimme von Johannes Sigmond und den flotten Rhythmen der Band, in der die blonde Perkussionistin mit ihrem attraktiven flachen Bauch optisch herausstach, aber mit ihrer unglaublichen Energie auch musikalisch zum Gelingen beitrug.




Bei den Amazons im Anschluss legte ich dann eine Essenspause ein und fand mich erst wieder zum Auftritt von AnnenMayKantereit ein. Eine Band die in Haldern schon vor der Kirche, in der Bar und auf der Biergartenstage (die gibt es heuer nicht mehr) gespielt hatte, inzwischen aber richtig kommerziell erfolgreich geworden ist und somit logischerweise auf die Hauptbühne platziert wurde.

Neben den eigenen Kompositionen performten die vier Kölner auch zwei Cover, einmal den Farbfilm von Nina Hagen und dann noch das The Zutons Cover Valerie, das Amy Winehouse erst so richtig bekannt gemacht hatte.



Gegen Annemyakantereit wird seitdem sie erfolgreich sind viel gehetzt, aber schlecht war ihr Auftritt in Haldern nicht. Die Rio Reiser Gedächtnisstimme von Bandleader Henning May war markant und 3. Stock ("ich möchte mit dir in 'ner Altbauwohnung wohn', zwei Zimmer, Küche, Bad und einer kleiner Balkon") ist fast eine Art guilty pleasure für mich. Guilty weil es ein wenig sozialromantischer Kitsch ist und auch eher bieder daherkommt.

20 Uhr 15 Zeit für den gehypten Loyle Carner im Spiegelzelt, aber mit seinem Hip Hop konnte ich mich nicht richtig anfreunden, ich mag diesen Musikstil nun einfach nicht, da wäre es gelogen hier Interesse zu heucheln. Seine Verpflichtung beim diesjährigen Festival war aber sicherlich ein Coup der Veranstalter, Loyle Carner ist sehr begehrt zur Zeit.



Toll war dann der Auftritt von Badbadnotgood um 20 Uhr 45 auf der Hauptbühne. Das war Instrumentalmusik mit Jazzeinschlag und leichten Hip Hop Elementen (noch erträglich für meine Ohren), geboten von vier Kanadiern, bei denen der blonde Drummer Alexander Sowinski den Ton angab und die Ansagen machte, sich aber ein in der Mitte der Bühne performender Saxofonist namens Leland Whitty ebenfalls sehr verdient machte.

21 Uhr 30, höchste Eisenbahn um pünktlich zum Konzert  von Die Höchste Eisenbahn dabei zu sein. Die Berliner Band spielte im Spiegelzelt ihre deutschen Popsongs und sorgte für gute Stimmung. Leider war es im Zelt aber so brechend voll und ich stand ganz hinten, hinter enorm vielen enorm grossgewachsenen Leuten, dass ich es nicht lange aushielt und wieder raus ging.



Bei Benjamin Clementine hatte ich deutlich mehr Sicht-und Bewegungsfreiheit und showtechnisch konnte mich der ungemein gut aussehende Pianist überzogen. Er hatte ein extravagantes Kostüm mit einem weisser Kragen (einer Krempe? wie nennt man so etwas?) an und am hinteren Bühnenrand performten ein halbes dutzend Backgroundsängerinnen. Stilistisch schwer einzuordnen, aber die Musik hatte was. 



Benjamin Clementine ist unbestritten ein Mann für die grosse Bühne, obwohl er in Haldern vor ein paar Jahren zunächst im Zelt angefangen hatte. Seitdem ging es für ihn karrieretechnisch immer weiter bergauf, zu Liebhabern haben sich auch einige Hater gesellt, aber selbst wenn das nicht wirklich meine Musik war, fühlte ich mich gut unterhalten, zumal Clementine auch ein guter Kommunikator war und oft mit dem Publikum sprach.



Zu meinem persönlichen Tagesabschluss sah ich mir dann auch noch die Briten Matthew And The Atlas im Spiegelzelt an. Eine tolle Band, die auf dem renommierten Communion Label veröffentlicht und von Matt Hegarty angeführt wird. Der Mann mit der rauchigen Stimme war mit seiner Gruppe schon mal in Haldern und freute sich zurück zu sein. Die Freude lag ganz meinerseits denn ein Titel wie On A Midnight Street, der in der Anfangsphase gebracht wurde, glänzte durch eine famose Melodie und eine traumversunkene Instrumentierung. Auch der Titelsong des aktuellen Albums, Temple , wusste mit ähnlichen Ingredienzen zu gefallen. Das war Folkrock, durchaus Mainstream kompatibel, aber nie flach oder anbiedernd. Schöne Harmoniegesänge hübschten das Ganze zusätzlich auf. Ein gelungener, sympathischer Auftritt, mit dem ich diesen Haldern Tag abschloss. Es war komplett trocken geblieben, obwohl der Himmel immer mal wieder bedrohlich aussah. Ein bisschen Glück mit dem Wetter gehört halt eben auch dazu.




Sonntag, 7. August 2016

Burning Eagle Festival, Reutlingen, 29.07.16

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Burning Eagle Festival Freitag mit
  Leon Francis Farrow (45 min)
  Lilly among clouds (45 min)
  Faber (50 min)
  Garda (45 min)
Ort: Listhof bei Reutlingen
Datum: 29. Juli 2016
Zuschauer: 100 - 800 (ausverkauft) 


Erlebe gutes und schreibe darüber... Manchmal ist das gar nicht so einfach - vor allem wenn das gute so gut war, dass mir eine Weile noch die Worte fehlen - ich am liebsten vielleicht doch nur die Bilder erzählen lassen würde. Darüber geht die Zeit dahin und die Erinnerungen fangen schon an, auch die letzten Kritikpunkte auszufaden und der Alltag lässt einfach nicht die Lücke, um Ruhe für den inzwischen überfälligen Bericht zu finden...


Das Burning Eagle Festival hatte mich schon in seiner ersten Inkarnation 2012 bezaubert. Damals noch ein Tag im April, für den ich einfach die Fahrt nach Reutlingen nicht organisiert bekam. Aber am Vorabend hatte ich Garda in Karlsruhe zum ersten Mal erlebt und sie sozusagen als Botschafter des Festivals erlebt, an dem sie am nächsten Tag teilnehmen würden. 
 

Insofern passte es in meiner Welt wie die Faust auf's Auge, dass Garda aus Sachsen nun eine lange Spielpause ausgerechnet auf dem Burning Eagle 2016 beenden würden. Was genau den nötigen entscheidenden Impuls lieferte, dass ich mich wieder auf den Weg machen würde zu diesem zauberhaften Platz im schwäbischen Hinterland. Auch mit wunderbaren Erinnerungen an ein denkwürdiges Kennenlern-Konzert mit The gentle lurch daselbst und Dark Dark Dark 2013. Ein großes *hach*-Gefühl im Herzen also.


Als ich ankam, war es fast schon ein wenig wie Heim-Kommen nachdem es mir ja schon 2013 und 2014 so gut am Listhof gefallen hatte. Vieles war vertraut und ist ja auch inzwischen bewährt. Wie die besonders freundliche Security, die beiden Bühnen, die abwechselnd bespielt werden können oder die Auswahl an Essen und Trinken mit dem gewissen Etwas. 


Ich musste schmunzeln bei meinem ersten Boxenstop für eine große Flasche Wasser, wo zwei Schlangen antizipiert wurden mit: Hier bedienen Sie freundliche Sachsen & Hier bedienen Sie freundliche Schwaben... Neu (und für mich das erste Mal überhaupt) waren die Öko-Toiletten mit Gebrauchsanleitung.


Beim Weg um das Geländer herum zum Besucher-Eingang hörte ich schon die erste Band spielen. Auf der etwas kleineren aber meiner Meinung nach besonders Burning Eagle affinen Bühne spielten da nämlich schon Leon Francis Farrow auf. Das waren gleich vier junge Männer, nämlich
  Phil Nemeth - Gesang, Gitarre und Tasten,
  Niels Garve - Gesang und Gitarre,
  Lukas Kurz - Gesang und Schlagzeug,
  Jacco Herhaus - Gesang und Bass.

Damit war die Bühne ganz schön voll und auch der Sound war überall gut füllend und ging Gitarren-lastig ordentlich flott in die Beine. Das alles unter herrlichstem milden Sommerwetter im Grünen. Was kann man sich schöneres wünschen?

Setlist:
01: I've got plans
02: You're such a shame
03: Plastic city 
04: Know myself
05: Give it some time
06: Marilyn said
07: Wait til the lover comes
08: I'm about to cheat
09: Lara stop a car
10: Someday
 

Vielleicht ein Konzert von Lilly among clouds mit der tollen Stimme, die mich letztes Jahr beim Dresdner Sound of Bronkow so in ihren Bann gezogen hatte. Diesmal nicht solo, sondern mit einer Band:
  Gunnar Ennen (Synthie, Gitarre, Bass), 
  Jannis Reuter (Synthie und Bass, Backings) und 
  Lennard Wohlt (Schlagzeug)
als Unterstützung aber zum großen Teil den mir schon vertrauten Liedern. Die es immer noch schaffen, dass ich mir das eine ums andere Mal ein paar Tränen aus den Augen wischen musste. Vor allem Your hands are like home und Blood and history. Das schleift sich wohl so schnell auch nicht ab und traf mich mitten ins Herz. Das Publikum war schon zahlreich genug, um die Wiese vor der großen Bühne gut zu besetzen und feierte die einzige Frau im Freitagsprogramm ordentlich ab.


Setlist:
01. Bombshell  
02. Long Distance relationship
02. Long Distance Relationship
03. Silence
04. Remember me
05. Listen to your mama
06. When we are old
07. The Only One
08. Your hands are like home 

09. Blood and history 


Anschließend stand(en) Faber aus Zürich auf der kleinen Bühne in sehr witziger Besetzung: Julian Pollina mit Gitarre und Gesang und Tillmann Ostendarp spielte Posaune und drums dazu. Dazu wurde tatsächlich ganz ordentlich getanzt. Die Text waren sehr schwarz humorig zwischen Weh- und Übermut, Lebensüberdruß und Albernheit. Es verhing sich in meinen Ohren, blieb mir auch quer im Hals stecken, aber es hielt mich gebannt. Die Musik ging in die Beine und so wurde sehr viel gelacht und die Zeit verging wie im Flug für mein ersehntes Highlight. 

Züri 
Bleib dir nicht treu


Auf der großen Bühne waren inzwischen die vertrauten Gesichter von Garda am letzten Soundcheck, allerdings leider ohne Cornelia Mothes an den Tasten (den Platz hatte Ludwig Bauer übernommen). Kai Lehmann - der Frontmann - hatte noch die größte Bewegungsfreiheit für sich und seine Gitarre, denn obwohl die Bühne schon ok groß war, waren Frank Heim und Lars Hiller an diversen Saiteninstrumenten, wie auch Ronny Wunderwald ganz hinten auf seinem Schlagzeugtron und  Bassist Karsten Pretschner ziemlich in die Ecken gedrängt, um Platz für ein Streichertrio zu schaffen. Damit würde es also für das Festival ganz großes Kino geben!
 

Die große Frage für mich war natürlich, ob es auch neues Material geben würde und wenn ja, wie sich das anhören würde! Diese Frage wurde mit dem ersten Ton beantwortet, denn es ging in neue Sphären mit einem neuen Stück noch ohne Namen. Dafür aber mit ordentlich Bombast und Raum für alle auf der Bühne versammelten Klangfarben. Das Publikum ging dazu auch ordentlich ab und so war das Set wirklich ein totaler Glanzpunkt schon am frühen Abend des Freitag. Das anschließende Upper lower water course klingt ja erst einmal wie Singer-Songwriter-Schiene und wandelte sich dann in ein rockiges reiten in den Sommerabend. Ja, genau das hatte ich in der Live-Pause der Band sehr vermisst....


Weiter ging es mit mir so vertrauten Songs wie A guilty conscience needs no accuser und Oh, Euphoria. Mit für mich extrem eingängiger Herzschlag-Tempo-Paukerei, mit Plinker-Gitarren und der Steigerung ins unendliche - nicht zuletzt durch die repetitiven Klavierakkorde. Bis dann endlich das erlösende All we need a promise und ein ruhig-schlagendes-Herz-Tempo als Schlusspunkt den Aufruhr unter Kontrolle brachten. Anschließend gab es wieder Geschmacksproben von neuem Material, das mich nun umso gespannter macht auf die Platte, die es wohl so bald nicht geben wird...


Bis Black als das letzte Stück des Sets einen tupfenden Abschied geben durfte und das - wie schon in der Dreikönigskirche vor ewigen Zeiten - einfach hervorragend machte. Ein wirklich gutes Beispiel von aufhören, wenn es am schönsten ist. Was leider auch für meinen Ausflug nach Reutlingen zutraf. Obwohl auf dem Programm noch mehr acts waren, die ich sehr gern und schon gar an diesem schönen Ort live erlebt hätte, war es für mich Zeit, die Heimfahrt anzutreten. Nicht ohne einen Sack der allerschönsten Erlebnisse und voller Dankbarkeit für einen ganz besonderen Tag.


Setlist:
01: X1
02: Upper Lower Water Course
03: A guilty conscience needs no accuser
04: Oh Euphoria, my dear
05: Iron
06: X2
07: X3
08: Black



Aus unserem Archiv:
Alle Berichte vom Burning Eagle 2013 und 2014
Lilly among clouds, Dresden, 05.09.15 
Lilly among clouds, Mannheim, 03.06.16
Garda, Karlsruhe, 15.04.14
Garda, Dresden, 01.09.13
Garda, Mannheim, 31.05.13
Garda, Lörrach, 02.03.13
Garda, Karlsruhe, 20.04.12
Garda, Paris, 15.10.08 


Loblied des klienicums auf Garda beim Orange Blossom 2010 in Beverungen

Alle Bilder



Tourdaten Lilly among clouds
05.08.2016 Münster Auf weiter Flur Festival    
27.08.2016 Aldersbach Bogaloo Folk Night    
08.10.2016 Dingolfing Redbox Festival    
14.10.2016 Ansbach Kammerspiele
 


Tourdaten Faber
23.09.2016 Mainz Schon Schön
24.09.2016 Stuttgart Keller Klub
29.09.2016 Bielefeld BunkerUlmenwall 

01.10.2016 Dortmund Way Back When Festival
08.10.2016 Salzburg Rockhouse
10.10.2016 Graz Scherbe
12.10.2016 Wien Tag
13.10.2016 Krems Cinezone
14.10.2016 Kaltern Am See Kaltern Pop
15.10.2016 Dornbirn Spielboden
17.10.2016 München Ampere
18.10.2016 Erlangen E-Werk
27.10.2016 Dresden Groovestation
28.10.2016 Erfurt Franz Mehlhose
29.10.2016 Halle Objekt 5



 

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