Samstag, 9. August 2008

Kate Nash, Haĺdern-Festival, 08.08.08


Konzert: Kate Nash
Ort: Haldern-Festival, Rees-Haldern
Datum: 08.08.2008
Zuschauer: sehr viele
Dauer: 75 min


"Ever, ever, ever, ever", kläffte es über den
Reitplatz in Haldern und rund um mich herum sah ich befremdet aussehende Gesichter. Ist das noch die Kate Nash, in die so viele vor einem Jahr verliebt waren? Ich hatte den Haldern-Auftritt der jungen Engländerin am Donnerstag des vergangenen Jahres verpasst und Kate Nash erst Monate später in Köln gesehen. Dort war ihr Auftritt leider bei weitem nicht so erfrischend wie die Singles ihrer Platte "Made of bricks". Das Konzert war höchst mittelmäßig. Als besonders erschütternd habe ich die Qualität ihrer Begleitband in Erinnerung.

Ihre Begleitung war diesmal anders. Statt dreier (ich bin nicht mehr sicher) müder und wenig souveräner Backgroundklimperer hatte Kate Nash diesmal eine riesige Band im Schlepptau. Es gab eine Geigerin, mehrere Schlagzeuger, unfassbar viele Musiker begleiteten die zunächst hinter ihrem Piano sitzende Engländerin. Hinter diesem vermutlich verkleideten Keyboard war Kate erst kaum zu sehen, obwohl sie seit 2007 etwas von ihrer Zierlichkeit eingebüßt hat. Jeden Rest an Niedlichkeit und Charme büßte sie dann jedoch musikalisch ein. "Mariella", der Eröffnungssong, war leider so scheußlich, daß mir die Lust auf den Rest gleich ordentlich ausgetrieben wurde. Später war das Fazit der Leute in meiner Nähe zu Kates Auftritt "das tut nicht weh", "Mariella" tat aber weh. Ich mag Liveversionen von Liedern, die deutlich härter und punkiger sind. Diese evers waren aber die schrecklichsten drei Minuten des diesjährigen Haldern-Festivals (zur Erklärung: Ich habe Jamie Lidell nur aus großer Ferne mitbekommen).

"Shit song" und "We get on" folgten, Lieder, die ich von "Made of bricks" kenne. Es wurde besser... Bis dann allerdings mit "Doo wah doo" der Langweiler folgte. Dieses neue Lied, das mit dem Anfang von Manfred Manns "Doo wah diddy" beginnt, wird sicher eine Single, war aber leider gar nichts für mich. Und das ist sehr nett formuliert!

"Birds" und "The nicest thing" im Anschluß waren wieder recht nett, es folgten aber wieder zwei beispiellose Belanglosigkeiten, darunter das neue "I hate seagulls". Ich glaube, es ist an der Zeit, mein Verhältnis zu Möwen zu überdenken. Den kurz entstandenen Eindruck, daß es ja doch nicht ganz so schlimm ist, pusteten diese Lieder ganz schnell wieder weg. Daran änderte dann die hellste Phase des Abends mit "
Mouthwash" und "Foundations" nichts mehr.

Ach Kate...

Ich gönne ihr den Erfolg von Herzen. Ich freue mich, daß es ihr offenbar so gut geht, daß sie sich mittlerweile Musiker leisten kann, die ihre Instrumente beherrschen. Und ich bin Kate Nash dankbar für Lieder wie "Foundations" oder "Mouthwash". Aber damit trennen sich unsere Wege nun auch. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Engländerin noch einmal in Haldern auftreten wird, dafür kam sie sicher bei vielen zu schlecht an; eines ihrer vermutlich immer größer werdenden Konzerte werde ich mir auch nicht mehr ansehen. Sie tanzte nur einen Sommer für mich.

Setlist Kate Nash, Haldern-Festival:

01: Mariella
02: Shit song
03: We get on
04: Doo wah doo (neu)
05: Birds
06: The nicest thing
07: I hate seagulls (neu)
08: Don't you want to share the guilt (für mich neu)
09: Mouthwash
10: Foundations
11: Skeleton
12: Merry happy

13: Pumpkin soup

Links:

- aus unserem Archiv:
- Kate Nash, Melt!, 18.07.08
- Kate Nash, Paris, 31.03.08
- Kate Nash, Köln, 06.12.07


Fotos folgen!



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