Montag, 21. Juli 2008

Kate Nash, Melt! Festival, 18.07.08


Konzert: Kate Nash
Ort: Converse Main Stage, Melt! Festival, Gräfenhainichen
Datum: 18.07.2008
Zuschauer. tausende
Konzertdauer: ungefähr eine Stunde


- von Oliver Peel -

Kate Nash liess beim Melt! 2008 lange auf sich warten.

Was für eine Zicke , dachte ich, das kannte ich doch schon von einem Konzert in der Pariser Cigale! Dort hatte die Käthe nämlich auch das Publikum fast 40 Minuten warten lassen.

Starallüren? Heute anscheinend nicht! Technische Probleme wurden als Grund für den deutlich verspäteten Auftritt der Newcomerin genannt.

Na gut, glauben wir das mal und unterstellen nicht, dass das kräftig gebaute Weibsbild Probleme hatte, in ihr goldenes Röckchen zu steigen.

„Die ist eher was zum Liebhaben“, sagte treffenderweise ein frecher junger Mann neben mir, als sich Fräulein Nash umdrehte und den Blick auf ihre fülligen Hüften freigab. Aber da stehen ja viele Männer drauf, wie sonst ist es zu erklären, dass viele Kerle immer wieder „Kate, I love you, hineinriefen“? An der Musik kann es jedenfalls kaum liegen, denn gerade der erste Song „Mariella“ war ein Nervtöter par excellence, sie hätte das Lied eher „Shit Song“ bezeichnen sollen, wie einen anderen Titel auf ihrem Debütalbum „Made Of Bricks“. Gerade auf die Stelle, in der die rothaarige Göre am Piano „Never ever, never ever“ intonierte, stand
ich überhaupt nicht. Ätzend, wie man in den 80ern gesagt hätte!


„We Get On“ war da schon besser, ohne mich richtig zu überzeugen. Aber da gab es ja noch diese niedliche Geigerin, die ich in der Folge begaffte, während die Fotografenkollegen auf die Nash zielten, als wollten sie eine Trophäe erlegen.

Die richtete sich jetzt auch zum Entzücken der Abknipser von ihrem Piano auf, griff sich die akustische Gitarre und kratzte zu der Ballade „Birds“ mit ihren Patschehändchen darauf herum: Anstatt Tränen der Rührung reagierte mein Körper darauf mit einem langgezogenen Gähnreflex...

Nach einer weiteren Ballade kam dann mit „Mouthwash“ endlich etwas Schwung in die schnarchnasige Veranstaltung. Pianogeklimper und ein flotter Groove sorgten dafür, dass ich auch endlich mal das Tanzbein schwang. „And I'm singing oh oh on a friday night“, der Text passte sogar zum Wochentag, gutes Timing! Später kam dann sogar noch der unbestrittene Hit „Foundations“, der zumindest erahnen ließ, warum seit 2007 nicht nur ganz England von Kate Nash redet. Irgendwas muss die Tante ja haben, oder nicht? Und man kann ihr ja schließlich nicht vorwerfen, dass sie in ihrer rechten Hand weniger Talent als Laura Marling in ihrem linken kleinen Finger hat. Wenn die Leute das gut finden, dann ist das auch gut, basta! Erfolg rechtfertigt auch die Nominierung als einer der Headliner bei einem grossen deutschen Festival.

Nach dem scheußlichen „Merry Happy“ reichte es mir aber schließlich, ich sah mich auf anderen Festivalbühnen nach etwas Besserem um. Ich war wohl nicht der Einzige, der von Kate recht schnell genug hatte, denn Christoph und Christina, die ich unterwegs verloren hatte, berichteten hinterher auch davon, dass sie den Auftritt von der Käthe dazu genutzt hatten, in Ruhe einen Happen zu essen.

Komisch, beim ersten Konzert gefiel mir Kate Nash doch noch ziemlich gut, was ich nach dem Gig beim Melt! wirklich nicht behaupten kann. Das Phänomen Kate Nash hat sich bei mir wohl besonders schnell abgenutzt...

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