Posts mit dem Label Heligoland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Heligoland werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 27. April 2011

Heligoland & Elizabeth Devlin, Paris, 16.04.11

0 Kommentare

Konzert: Heligoland & Elizabeth Devlin

Ort: ein Wohnzimmer irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 37
Datum: 16.04.2011
Zuschauer: 30-35
Konzertdauer: Elizabeth Devlin etwa 40, Heligoland gut 50 Minuten

Update: 27.04.2011

Liebe Freunde. Ich bin zur Zeit sehr lahm, das schöne Wetter scheint blockierend auf meine Schreibaktivitäten zu wirken und so habe ich den ausführlichen Bericht immer noch nicht gebacken bekommen. Sei's drum, denn Videos angucken ist ja auch was Schönes. Und diesbezüglich hat Mickey von Le Cargo wundervolle Mitschnitte geliefert. In den nächsten Tagen soll von Heligoland sogar noch mehr hochgeladen werden. Und ist d'Artagnan nicht wahnsinnig süß in dem Video von Elizabeth Devlin??







Heligoland in meinem Wohnzimmer, ein Traum wurde wahr! Und Traum passt auch stilistisch, denn Heligoland spielen feinsten Dream Pop, der von keinem Geringeren als Robin Guthrie (Cocteau Twins) produziert wird.

Die Australier um die baumlange Sängerin Karen Vogt ließen mich und unsere Gäste dahinschmelzen, performten leidenschaftlich, eindringlich und bestens ausbalanciert. Sie waren extra bereits drei Stunden vor Beginn der Session erschienen, um ausgiebig und perfektionistisch den Soundcheck durchzuführen. Wahre Profis, die dennoch locker und herzlich drauf sind und uns mit noch unveröffentlichten Songs verwöhnten.

Vorher hatte die New Yorkerin Elizabeth Devlin verwunschene Stücke auf einer Auotharp zelebriert, die von einer alten Grammofon-Aufnahme hätten stammen können. Unser Kater d'Artagnan schnurrte zufrieden und machte sich breit wie ein kleiner Löwe. Kurios: Elizabeth ist im 8. Monat schwanger und ich hatte lange Zeit nichts davon gemerkt. Da sage noch jemand, Männer würden bei Frauen vor allem auf die Figur achten!

Alles in allem also wieder sehr schön und harmonisch. Diejenigen die länger blieben, kamen noch in den Genuß der Coverversionen von The Tallest Man On Earth und Laura Marling, die die süße Französin Aurore auf der Gitarre meiner Frau zum Besten gab.

Und wer jetzt schon ausführlicher Bescheid wissen will, lese den tollen Artikel von Daniel (danke dir!), den er für die Seite Blogkultur verfasst hat. Klick!

Ich selbst brauche noch ein wenig Zeit, um weiter auszuholen. Zudem warten wir auch noch auf die Videos von Micky von le Cargo. Stay tuned!

- English Review of the session & great photos at Rockerparis, klick!



Donnerstag, 28. Oktober 2010

Heligoland, Paris, 26.10.10

0 Kommentare

Konzert: Heligoland

Ort: L'International, Paris
Datum: 26.10.10
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: ungefähr 40 Minuten


Auf Helgoland war ich noch nie. Meine Eltern sind früher immer mit mir auf eine andere Nordseeinsel, nach Norderney, gefahren. Dennoch führe ich die englische Übersetzung von Helgoland, Heligoland, in den letzten 12 Monaten regelmäßig im Munde, weil sich eine in Paris lebende australische Shoegaze-Band nach der Insel benannt hat. Seitdem ich sie im Pariser Glazart 2009 zum ersten mal sah, bin ich regelrecht süchtig nach ihrem melancholischen Dreampop. Hinzu kommt, daß die Bandmitglieder unglaublich nett und herzlich sind und immer ein Lächeln auf den Lippen tragen. Sängerin Karen Vogt hat es mir mit ihrem sehnsüchtig flehentlichen Gesang besonders angetan. Man merkt, daß das bei ihr aufrichtig gemeint ist, sie nicht schauspielert. Und Gitarrist Dave Olliffe hat schon in meinem Wohnzimmer musiziert, aber ich finde ihn nicht nur deshalb toll. Mit seinen melodischen Riffs schießt er mich regelmäßig auf den Mars.

Klar, daß ich kein Konzert von Heligoland verpassen will! Zu dumm nur, daß heute auch noch Peter Broderick in der Flèche d'or spielte und ich den Kerl auch auf keinen Fall auslassen wollte. Aber ich schaffte beides terminlich zu vereinbaren. Erst Peter Broderick und dann Heligoland im International. Dass ich die ersten beiden Songs der Australier versäumte war zu verschmerzen. Mit Nearness und Light Inside hatten sich mich nämlich schnell wieder rumgekriegt. Die Kombi aus dem wehklagenden Gesang von Karen und den unverschämt melodiösen und schönen Gitarrenparts von Dave wirkte besser als jedes Medikament und die traurige Musik verbesserte meine Laune schlagartig. Auch ein Jahr ohne Sonne, A Year Without Sunlight konnte meiner Psyche nichts anhaben, vor allem wenn es sich um ein famoses Lied von Heligoland handelt. Wahnsinn wie Karen mit ihrer berührenden Stimme die Seele massierte und Dave die Elektrische höher und höher stiegen ließ. Wie ein Heißluftballon, der sich immer weiter von der Erde entfernt. In solchen Momenten möchte ich am liebsten meine Euphorie rausschreien, wie ein Fußballspieler, der ein wichtiges Tor markiert hat. Vor meinem geistigen Auge laufen dann Bilder von Adlern ab, die majestätisch über die Felder gleiten und sich grenzenlos frei fühlen. Immer wieder fantastisch was Musik auf emotionaler Ebene anstellen kann. Und Heligoland drücken eben bei mir genau die richtigen Knöpfchen! Hach!



Wer Gelegenheit hat, die live zu viert auftretende Band in seiner Nähe zu sehen, sollte unbedingt da hin. Für meine Helden würde ich persönlich nämlich glatt nach Australien schwimmen. Aber das muss ich gar nicht, sie spielen ja oft genug in Paris und wer nicht grad um die Ecke wohnt, kann sich wunderbar mit ihrem neuen Album All Your Ships Are White trösten!



Setlist Heligoland, L'International, Paris:

01: Cabo De Gata
02: Kiss Kiss Bang Bang
03: Nearness
04: Light Inside
05. I'm In Love With A German Filmstar (The Passions Cover)
06: Mapping


Aus unserem Archiv:

Heligoland, Paris, 05.05.10
Heligoland, Paris, 17.02.10
Heligoland, Paris, 11.10.09
Heligoland, Paris, 02.09.09




Donnerstag, 6. Mai 2010

Heligoland & Lightning Dust, Paris, 05.05.10

0 Kommentare

Konzert: Heligoland & Lightning Dust

Ort: Le Scopitone, Paris

Datum: 05.05.2010

Zuschauer: mittlere Auslastung



Die Location: Die ehemalige Yuppie-Hochburg namens Paris Paris ist seit etwa einem Jahr von den Alternativen in Beschlag genommen worden und heißt nun Le Scopitone. Trotzdem ist das Pariser Indiepublikum skeptisch und mag den Laden immer noch nicht sonderlich. Er gilt als zu clean, zu modern, zu kalt. An den Vorbehalten ist was dran, aber wenn man sich ein Plätzchen auf den ledernden Clubsesseln ergattern kann, sitzt man hier königlich. Und der Sound ist nicht übel! Seien wir also froh, daß es das Scopitone gibt, in der französischen Metropole fehlen nämlich Auftrittsorte für Indiekapellen an allen Ecken und Enden.

Die Bands des heutigen Abends

Heligoland: Eine meiner Lieblingsbands und zwar weltweit! Die Australier mit Wohnsitz Paris haben mir schon in der Vergangenheit berauschende Konzerte bereitet, aber das hier im Scopitone schoß gänzlich den Vogel ab! Die schönsten und melodiösesten Gitarren aller Zeiten (lasst mich doch ruhig mal schwärmen!) erfüllten jeden einzelnen Winkel des Raums und ich schwebte gedanklich turmhoch über den Dächern der Stadt. Angeführt von der riesengroßen Sängerin Karen Vogt (mindestens 1, 85 lang) mit der sinnlichen und umwerfend hübschen Stimme, bot die fünfköpfige Band eine dreiviertel Stunde lang Shoegaze/Dream Pop wie aus dem Lehrbuch. Gitarrist Dave Olliffe, der solo auch schon zusammen mit Frédéric D. Oberland in unserem Wohnzimmer musiziert hat (Vorgruppe Arborea), ist nicht nur einer der nettesten Burschen, den ich in den letzten Jahren getroffen habe, sondern auch ein sensationeller Musiker. Aus seiner Elektrischen schien süßester Nektar zu fließen, der mich stärker euphorisierte als drei Flaschen Schampus es hätten tun können. Wahnsinn! Der helle Wahnsinn! Ich hätte vor lauter Glücksgefühlen himmelhoch jauchzen können! Gegen die unverschämt packenden Songs war wahrlich kein Kraut gewachsen. Angefixt wie ein Junkie, ergötzte ich mich vor allem an den neuen Songs, die in diesem Jahr endlich auf den dritten Longplayer der sympathischen Truppe gebannt werden. Das tolle Cover I'm In Love With A German Filmstar wird leider nicht drauf sein, dafür aber etliche andere Kracher wie Kiss Kiss oder Landscape. Es ist eines der Alben, das ich für 2010 am sehnlichsten erwarte. Heligoland sind ganz mein Wetter, die drücken bei mir genau die richtigen Knöpfe. Toll, toll, toll!!!

Setlist Heligoland, Le Scopitone, Paris:

01: A Year Without
02: Kiss Kiss
03: Nearness
04: Speedy
05: Landscape
06: I'm In Love With A German Filmstar (The Passions Cover)
07: Cabo de Gata

Lightning Dust: Bei der kanadischen Band gingen die Meinungen hinterher zum Teil weit auseinander. Ein paar Besucher äußerten sich sehr kritisch und konnten mit dem Gebotenen nicht viel anfangen. Als man aber mich fragte, wie es mir gefallen habe , antwotete ich ohne Zögern: gut! Ich mochte die brüchige Stimme von Amber Webber sehr und auch das Orgelspiel von Joshua Wells fand ich inspiriert und stimmungsvoll. Ich hatte die beiden schon einmal als Mitglieder der psychedelischen Rockband Black Mountain live in der Pariser Maroquinerie gesehen und in eben jenem Club hatten Lightning Dust vor ein paar Monaten auch ihr erstes Konzert in der französischen Kapitale gegeben. Heute also ihr zweiter Paris Gig und den bestritten sie nicht nur als Duo, sondern zu viert. Das Mädchen mit dem Karohemd, das Background Vocals beisteuerte und auch manchmal am Bass zupfte, war unschwer als Schwester von Amber zu identifizieren, sie heißt Ashley. Im Hintergrund agierte auch noch ein Kerl mit Brille und Mütze hinter einem Apple Laptop, der zuweilen auch Schlagzeug spielte. Dieses Quartett kredenzte eine interessante Mischung aus Folk, Elektropop, Trip Hop und Dreampop. Manchmal erinnerte mich das Ganze an Beach House, ansonsten aber war das schon sehr eigen. Die Songs lebten stark von der auf wundersame Weise vibrierenden Stimme von Amber, bekamen durch das flotte Piano/Orgelspiel von Joshua aber erst den richtigen Pfiff. Never Seen war einer meiner Favoriten. Luftig leicht, melancholisch und mit psychedelischer Duftnote versehen. Ein Zungenschnalzer! Aber auch das folkigere und an Mazzy Star erinnernde Highway kam richtig gut rüber. Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann vielleicht die Abmischung. Manchmal ging Ambers tolle Stimme unter dem Pluckersound etwas unter und ihre Gitarre war auch nicht immer optimal verstärkt. Bei den letzten drei Liedern wurde es dann basslastiger und Ambers Schwester Ashley bekam etwas mehr Arbeit. Abwechslungsreich war es auf alle Fälle und vielleicht konnten deshalb einfach ein paar Zuschauer den Stil nicht zuordnen. Traditionelle Folkfans moserten und die Shoegazer im Saale, die für Heligoland gekommen waren, verstanden auch nur Bahnhof. Egal, toll wars trotzdem. Meine Meinung zählt. Basta! :-)

Setlist Lightning Dust, Le Scopitone, Paris

01:Take Me Back
02: Antonia Jane
03: Dreamer
04: I Knew
05: History
06: Highway
07: Never Seen
08: When You Go
09: Take It Home
10: The Times



Freitag, 19. Februar 2010

Heligoland & Colin Johnco and Frédéric D. Oberland, Paris, 17.02.10

0 Kommentare

Konzert: Heligoland & Frédéric D. Oberland (Reza)
Ort: L'Espace B, Paris
Datum: 17.02.2010
Zuschauer: 40-50


Das Espace B ist fast so etwas wie mein verlängertes Wohnzimmer geworden, denn in schöner Regelmäßigkeit treten hier Künstler auf, die auch schon eine Oliver Peel Session bei uns gespielt haben. Die Liste ist wirklich lang: Orouni, Milk & Fruit Juice, Jeanne Madic/Vanishing Twins, Memphis Belle, Erica Buettner, Arborea und heute nun Reza und Frédéric. D. Oberland. Camille und Guilhem, die Programmgestalter im Espace B haben nun einmal Geschmack, was soll man anderes sagen...

Den aus dem Iran stammenden Singer/Songwriter Reza habe ich leider fast komplett verpasst, aber zumindest kam ich noch in den Genuß seiner ganz speziellen (und guten) Coverversion von The Final Coutdown von den fürchterlichen Schweden Europe.

Danach dann Frédéric D. Oberland, der glänzende Pariser Gitarrist, der auch am Post Rock Projekt Farewell Poetry maßgeblich beteiligt ist, heute zusammen mit Colin Johnco und Begleitmusikern. Sie boten eine spannende Mischung aus Free/Jazz und Postrock mit Klarinette und Trompete und schufen eine dichte, mystische Atmosphäre. Ein klasse Auftakt!

Danach kam mit Heligoland eine meiner Pariser Lieblingsbands. Aus Australien stammend, haben sich Sängerin Karen Vogt, Gitarrist Dave Olliffe und die anderen drei Bandmitglieder* inzwischen zu einer festen Größe in der Indieszene der französischen Metropole entwickelt. Ihr melancholishcer Dreampop ist so herrlich, daß ich versuche kein einziges ihrer Konzerte zu verpassen. Ich liebe die sinnliche Stimme von Karen, das luftige Gitarrenspiel von Dave, ach einfach alles an dieser Band. Sie entwickeln ihre Qualitäten vor allen Dingen live.* Ihre beiden bisher veröffentlichen Alben sind gut, vermögen aber nicht in vollem Maße zu vermitteln, wie berauschend und euphorisierend Heiligoland live klingen. 2010 soll endlich ein neues Album erscheinen und ich kann es kaum abwarten, es in meinen Händen zu halten! Famose Stücke werden darauf sein, u.a. das bereits sehr oft live gespielte Speedy, das mich regelmäßig restlos begeistert. Fraglich ist allerdings, ob sie das tolle The Passions Cover I'm In Love With A German Film Star (1981) draufpacken werden.

Wie auch immer, Konzerte von Heligoland sind eine Wucht. Sie touren auch regelmäßig durch Holland und Deutschland, also nicht verpassen, wenn sie in eurer Nähe aufkreuzen...

Setlist Heligoland, Espace B, Paris:

01: A Year Without Sunlight
02: Kiss Kiss
03: Nearness
04: Speedy
05: Landescape
06: I'm In Love With A German Film Star
07: Mapping
08: Cabo De Gata

Videos:

Ein schönes Tourvideo von Heligoland, entstanden während ihrer Deutschland Tour. In Frankfurt haben sie im Bett gespielt. Cool was?
- Nearness von Heligoland in einer Akustiksession von Le Cargo. Gedreht auf einer Parkbank.


The Passions: I'm In Love With A German Film Star

* ursprünglich waren sie ein Quartett, nun sind sie ein Quintett
* ein Kommentar unter einem ihrer Videos bei Youtube: "These Guys Are Amazing live"



Montag, 12. Oktober 2009

Farewell Poetry & Glissando & Heligoland & Trespassers William, Paris 11.10.09

1 Kommentare

Konzert: Farewell Poetry & Glissando & Heligoland & Trespassers William

Ort: La Java, Paris
Datum: 11.10.2009
Zuschauer: teilweise deutlich über 100
Konzertdauer: insgesamt fast vier Stunden!



So ein sensationelles Line-Up kriege selbst ich nur selten bis nie aufgetischt! "Wie bitte, diese Bands kennt doch keine Sau!", werden jetzt vielleicht manche überrascht aufrufen, aber ich bleibe dabei: Der helle Wahnsinn, dieses Aufgebot!

Fast 4 Stunden lang war die Java in der Rue du Faubourg du Temple im 10. Pariser Arrondissement der Ort, wo die Musik spielte. Und nicht irgendeine Musik, sondern die schönste, dramatischste, intensivste, himmlichste, euphorisierendste, berauschendste, die in Paris jemals geboten wurde! Übertreibe ich? Und wenn schon, besoffen vor Glücksgefühlen schwelge ich gerne in der süßen Erinnerung dieses denkwürdigen Abends!

Farewell Poetry hatten mich zu Beginn mit ihrem sinnlichen, cinematographischen und hochdramatischen Post-Rock bereits angeschossen, die aus Leeds stammenden Glissando mit ihrer glockenklar trällernden Sängerin in der Folge weitere Wirkungstreffer in empfindliche Regionen gesetzt, bevor die in Paris lebenden Australier Heligoland mich erbarmungslos über den Haufen knallten! Sie ballerten aber auch wirklich aus allen Rohren, der famose Dave Olliffe baute himmalayahohe Gitarrenwände auf und Karen Vogt sang so eindringlich und berührend, daß mir die Spucke wegblieb! Während des ganzen Sets befand ich mich in einem hypnotischen Zustand, schwebte irgendwo auf Wolke 7 und fühlte mich ganz ohne Rauschmittel auf einem wunderschönen Trip. Ich klebte förmlich an den Lippen von Karen, deren Stimme von Dave's Gitarre wie auf Adlerflügeln getragen wurde. Der Melodienreichtum, den der schweißtropfende Glatzkopf seinem Saiteninstrument entlockte, war richtiggehend unverschämt. Und die Jungs an Bass und Schlagzeug machten ihre Sache natürlich auch sehr gut. Dennoch: die Helden des Abends hießen Karen und Dave! Sofort den Friedensnobelpreis verleihen, sie haben Frieden in meinem Herzen gestiftet!

Und wenn ich etwas bedauere, dann ist es die Tatsache, daß ein Reinhören in die Stücke bei MySpace nur unzureichend vermitteln kann, wie berauschend Heligoland live sind. Unter meinen konzertbegeisterten Freunden herrschte aber Einigkeit darüber, daß das Konzert granatenhaft toll war. Wow! Wow! Wow!

Womit wir bei den abschließend auftretenden Trespassers William wären. Wie grandios waren die denn, bitteschön?? Da dachte ich mir nach Heligoland, daß es nun zwangsläufig schlechter werden müsse und erlebe zu meiner hellen Freude ein gemischtes Duo aus Seattle, bei der die brünette Anna-Lynne Williams atemberaubend schön sang und ihre Gitarre auf dem Schoß spielte. Schon bald machte sich eine knisternde Atmosphöre breit und die Zuschauer, die bis zum Ende ausgeharrt hatten, wurden für ihre Ausdauer großzügig belohnt. Trespassers William veröffentlichen auf dem britischen Label Gizeh Records und den Laden, der unter anderem auch Glissando, Redjetson, Her Name Is Calla und Sleepingdog zu seinen Künstlern zählt, muss ich mir einmal ganz genau anschauen! Mit Trespassers William haben sie jedenfalls eine absolute Perle in ihren Reihen. Der ätherische, folkig-dreampoppige Sound, der vor allem an Mazzy Star erinnert, hat mich jedenfalls absolut verzaubert.

Ein Riesenkompliment an die Macher des Festivals Out Of The Blue. Die haben wirklich ein Line-Up der allerersten Kategorie zusammenbekommen!

Frage an Eike: Warum habe ich im Klienicum noch nichts von Trespassers William gelesen? Ist doch genau dein Beuteschema! Oder klappt die Suchmaschine nicht? Na ja, was soll's, dein Blog bleibt eh der Beste weit und breit!


Aus unserem Archiv:

Farewell Poetry zusammen mit Heligoland am 02.09 im Pariser Glaz'Art hier

Ausgewählte Konzerttermine von Trespassers William:

14.10.2009: d:qliq,Luxemburg (mit Glissando)
15.10.2009: Steinbruch, Duisburg
(mit Glissando)
16.10.2009: Vortex, Siegen (mit Glissando)
30.10.2009: Hafen 2 (mit John Vanderslice), Offenbach
31.10.2009: Paris Syndrom, Leipzig
01.11.2009: NBI Club (mit Telekaster), Berlin
02.11.2009: Chapeau Rouge, Prag
03.11.2009: Rhiz, Wien
05.11.2009: Papiersaal, Zürich
06.11.2009: Luminaire, London

Setlist Farewell Poetry, Paris, Festival Out Of The Blue, Paris:

o1: Hymn (The Martyr'sMount)
02: Hope
03: Villanelle
04: An Under-Worked Horse Is An Unsafe Ride
05: As True As Troilus

Setlist Heligoland, LaJava, Paris, Festival Out Of The Blue:

01: Kiss Kiss
02: Nearness
03: Speedy
04: Landscape
05: I'm In Love
06: Mapping
07: Red Pocket
08: Sunlight
09: Cabo

Die Setlist von Trespassers William hat mir jemand vor der Nase weg stibizt. Neben eigenen Songs trugen sie auch ein fabelhaftes Cover von Radiohead vor und zwar Videotape.





Donnerstag, 3. September 2009

Farewell Poetry & Heligoland, Paris, 02.09.09

0 Kommentare

Konzert: Farewell Poetry & Heligoland (Jason Edwards)

Ort: Le Glaz'Art, Paris
Datum: 02.09.2009
Zuschauer: mittelere Raumauslastung
Konzertdauer: insgesamt mindestens 2 1/2 Stunden



Fans der Stilrichtungen Post-Rock, Shoegaze, Post-Punk aufgepasst: Ich habe zwei heiße Tips für Euch!

Über den ersten, Farewell Poetry, bin ich quasi in meiner Wohnung gestolpert, denn die beiden Macher des Projekts, Frédéric D. Oberland und seine Freundin Jayne Amara Ross saßen bei der Oliver Peel Session mit Simone White als Gäste auf unserer Couch (siehe Bild rechts). An jenem unvergesslichen Tag war die Pariser Akordeonspielerin Jeanne Madic aktiv beteiligt, denn sie eröffnete auf brilliante Weise für Simone. Damals war Jeanne aber noch nicht Teil des Farewell Poetry Kollektivs, diese Verbindung muß also erst in den letzten Wochen zustande gekommen sein.

Erst in den letzten Tagen erfuhr ich, daß Jeanne (Foto links) zusammen mit Farewell Poetry im Glaz'Art auftreten würde. Ich freute mich riesig, Jeanne wiederzusehen, denn sie ist nicht nur eine außergewöhnliche (und ungewöhnliche!) Künstlerin, sondern auch ein ganz lieber, warmherziger Mensch. Aber entgegen der ursprünglichen Ansetzung sollten Farewell Poetry erst ganz am Ende auftreten. Zuvor gab es noch den musikalisch guten, mir an diesem Tage aber zu getragenen Amerikaner Jason Edwards mit seiner vielköpfigen Band. Der Bursche macht wüstensandgeschwängerten Folk, der an Tom Waits oder Bob Dylan erinnert. Sein Indiehit heißt Codeine und den sollte man sich auf seiner MySpace Seite mal anhören.


Nach Jason Edwards waren dann die inzwischen in Paris lebenden Australier Heligoland an der Reihe. Die von der Sängerin und Akustikgitarristin Karen Vogt angeführte Band ist in den letzten zwei Jahren in europäischen Indieclubs schon viel rumgekommen. In Deutschland spielten sie dieses Jahr bereits im Gleis 22 in Münster, im Bett in Frankfurt und im Schokoladen in Berlin, aber auch in Prag und Luxemburg sind sie schon aufgekreuzt. Heute aber nun wieder einmal ein Termin in der Wahlheimat Paris. Und das Konzert hielt, was es versprach, denn Karen hat nicht nur eine ganz wunderbare, warme und sinnliche Stimme, sondern verfügt auch über ein sympathisches Wesen. Hinzu kommt, daß ihre männliche Begleitband einen hochdramatischen, zum Träumen animierenden Post-Rock/Dream Pop- Sound kredenzte, der mit herrlichen kleinen Gitarrenmelodien gespickt war. Der kahlköpfige Gitarrist arbeitete dermaßen hart an seinen feinen, sphärischen Riffs, daß ihm der Schweiß nur so von der Stirne tropfte, während der Basser mit geschlossenen Augen vor sich hin schwelgte. Den französischen Drummer konnte man leider kaum sehen, aber auch er war ganz ausgezeichnet. Obwohl ich zuvor nie von Heligoland gehört hatte, gibt es die Band schon einen ganze Weile, seit 1999 bestehen sie schon, aber vermutlich nicht genau in der heutigen Besetzung. Im Moment arbeiten sie an Album Nummer 3, wovon auch die meisten Stücke des heutigen Sets stammten. Sehr sehr vielsprechende Stücke im Übrigen, die die Qualität der Songs von den Vorgängern A Street Between Us und Shift These Thoughts noch locker toppen sollte. Eine Perle von A Street Between Us wurde uns aber auch gegönnt und zwar Red Pocket, das man sich in Ruhe bei Last Fm anhören kann. Ein bildhübsches Lied, das getragen beginnt und sich im weiteren Verlaufe immer mehr verdichtet und von hochmelodischen Gitarren wie auf Flügeln getragen wird. Zum Abschluß gab es dann noch Cabo De Gata von Shift These Thoughts und hinterher war klar, daß ich soeben eine potentielle neue Lieblingsband gesehen hatte!


Setlist Heligoland, Glaz'Art, Paris:

01: Kiss Kiss Bang Bang
02: Nearness
03: Speedy
04: Landscape
05: Mapping
06: I'm In Love
07: Red Pocket
08: A Year Without Sunlight
09: Cabo De Gata

Es war schon weit nach 22 Uhr, als Farewell Poetry begannen, ihren ganzen "Kram" auf der Bühne auszubreiten. Hierzu gehörten zwei aufgeklappte Koffer, in denen sich allerlei mysteriöse Steckverbindungen befanden, zwei schwarze Raben, Glöckchen an einer Schnur, ein Harmonium, ein Geigenbogen zur Bearbeitung der Gitarre, ein Glockenspiel, ein Akordeon und viele andere spannende Geräuscherzeuger. Ganz in der Mitte der Bühne hatte sich die höllisch attraktive rothaarige Jayne Amara Ross postiert, die in der Folge für den sinnlichen Sprechgesang verantwortlich war, mit dem jedes der fünf endlos langen Lieder eingeleitet wurde. Der Start wurde mit Hymn (The Martyrs' Mount) gemacht und sofort breitete sich eine dichte, düstere und gespenstische Atmosphäre aus. Jayne und ihr Partner Frédéric sind stark vom Film beeinflusst und vertonen ihre verträumten Gedanken, so daß man quasi Zeuge eines Soundtracks wird. Welche Filme sie wohl inspiriert haben? Das müsste man sie schon selbst fragen, aber es versteht sich, daß es keine Hollywood Blockbuster waren, sondern sehr spezielle, experimentelle und pechschwarze Werke. Mir persönlich lief ein kalter Schauer nach dem anderen über den Rücken und als am Ende des Stücks die postrockigen Gitarren losjaulten, wurde ich bis auf den Mond geschossen! Ich war völlig in den Bann gezogen und konnte meine Augen nicht von der bildhübschen und mysteriösen Jayne nehmen. Traumversunken brabbelte sie auch beim dritten Lied, January: In The Bold Jaws Of Beartraps einen mit völlig verrauchter Stimme vorgetragenen Text, indem teilweise auch vulgäre Ausdrücke wie "fuck" oder "cock" vorkamen. Erotisiert taumelte ich durch 10 Minuten purer Dramatik und war von dem sinnlichen Spektakel wie benommen.

Beim letzten Lied schließlich, wurde ein weißer Vorhang, der als Leinwand diente, aufgespannt. Hinter diesem spielten die Musiker den Track As True As Troilus , der mit schwelgerischen Gitaren im Stile von Explosions In The Sky aufwarten konnte. Vorne lief unterdessen ein Filmchen ab. In rascher Folge sah man einen Mann mit Pferdekopf (Eselkopf), weiße Mäuse, Umrisse einer düsteren Stadt (ich dachte an Edinburgh) und eine weißgelockte laszive Frau. Es war ein Fest für alle Sinne! Mindestens 10, eher 15 Minuten lang, wurde eine knisternde Stimmung aufgebaut, die sich schließlich in wildem Lärm und Schlagzeugdonnerhagel entlud.

Farewell Poetry hatten mich weidwund geschossen und mit offenem Munde zurückgelassen. Meine Hände zittterten und mir warm unsäglich warm. Was für ein schaurig-schöner Schocker!


Setlist Farewell Poetry, Glaz'Art, Paris (merci à Jayne et Frédéric!):
01: Hymn (The Martyrs' Mount)
02: Hope
03: January: In The Bold Jaws Of Beartraps
04: An Under-Worked Horse Is An Unsafe Ride
05: As True As Troilus (Film)

Pour nos lecteurs français:

Très belle programmation pour les fans de Post Rock/Post Punk, Shoegaze ce soir au Glaz'Art de Paris! Avec les australiens Heligoland (exilés à Paris) et Farewell Poetry de Paris, il y avait même deux nouvelles perles de ce genre à découvrir. Même si la qualification "nouvelle" n'est pas forcément le cas pour Heligoland, puisque le groupe avait déjà publié leur premier Ep éponyme en 2000. Depuis ils ont fait du chemin, publié deux albums complets et tourné un peu partout en Europe. Mené par la chanteuse Karen Vogt, ils ont proposé à un public ravi leurs tous nouveaux morceaux de l'album à venir. Karen possède une voix cristalline et sensuelle que le groupe épaulait à merveille. Guitares aériennes, son dramatique et post-rock, les Heligoland ont su me rallier à leur cause.

Le collectiv Farewell Poetry ensuite, mené par la très belle chanteuse rousse Jayne Amara Ross et le guitariste Frédéric (ex 21 Love Hotel) a donné un spectacle dense, féerique et envoûtant. Très inspiré par le cinema, le groupe qui compte 7 membres : Frédéric D. Oberland (guitare électrique, harmonium, field recordings), Dave Olliffe (guitare électrique, baryton), Jayne Amara Ross (mots, sampler, projections Super ( & 16 mm N&B), Michel Aubinais (batterie), Colin JohnCo (feedbacks analogique, mpc), Jeanne Madic (accordéon), Eat Gas (Guitare électrique, glockenspiel), m'a laissé complètement bouche bée avec des compositions sombres, ultra-complexes et pleines d'élégance. Les morceaux longs et dramatiques ont souvent commencé par le spoken word de Jayne dont la voix rauque m'a donné la chair de poule, et terminé par des solos de guitares melodiques, post-rock et noisy. C'était un spectacle pour tous les sens, beau, sensuel et hypnotique. À la fin il y avait même un petit court-métrage à admirer. Le groupe jouait derrière le rideau et sur l'écran (un drap blanc) on voyait la silhouette d'une vieille ville fortifiée ,un homme à tête de cheval, des souris blanches et une vamp à chevulure bouclée!
Quelle belle découverte! Quel groupe creatif et innovateur! Je suis persuadé qu'on va beaucoup entendre parler d'eux à l'avenir!

Links:

- mehr Fotos von Heligoland hier
- mehr Fotos von Farewell Poetry hier

- charmante Videosession von Le Cargo mit Heligoland: Hier performen sie Nearness auf einer Parkbank in Paris. Der Wind bläst, aber Karens eindringliche und wunderschöne Stimme überdeckt alle Geräusche, auch diejenigen von vorbeifliegenden Tauben. Toll!
- Ausschnitt aus dem Film von Farewell Poetry, As True As Troilus



 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates