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Mittwoch, 9. November 2011

Pete and the Pirates, Köln, 08.11.11

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Konzert: Pete and the Pirates
Ort: Studio 672, Köln
Datum: 08.11.2011
Zuschauer: vielleicht 80
Dauer: 60 min


You're in my heart
You're in my car as well

[Welch mitreißende Gruppe! Pete and the Pirates aus Reading sind eine grandiose Liveband, die ich heute zum vierten Mal gesehen habe, und die mich jedes Mal restlos überzeugt haben. Die Engländer gehören stilistisch in die Nähe der Foals oder Maccabees, haben allerdings deutlich mehr Hits, dafür weniger Fans und Anerkennung. Vermutlich werden Pete ... in Köln nie über das kleine Studio 672 herauskommen, ich ziehe sie aber fast allen Bands, die größere Häuser spielen, vor. Die zackigen Melodien, die sich, ihr Tempo und ihre Tonlage dauernd ändern, das großartige Schlagzeug, der herrliche Gesang... Pete and the Pirates entwickeln sich mehr und mehr zur spannendsten jungen englischen Band.

Das Programm heute bestand vor allem aus Stücken der im Mai erschienenen zweiten Platte One thousand pictures, die - ungewöhnlich für ein zweites Album - noch besser als der Vorgänger ist. Der November ist ein guter Monat für Konzerte. Ein sehr guter! Mehr morgen, ich muß ins Bett]

Setlist Pete and the Pirates, Studio 672, Köln:

01: Little gun
02: Jennifer
03: Cold black kitty
04: Knots
05: Can't fish
06: Winter 1
07: She doesn't belong to me
08: Mr. Understanding
09: Lost in the woods
10: Motorbike
11: Come on feet
12: United
13: Come to the bar
14: Halfmoon Street

15: Bright lights (Z)
16: Eyes like tar (Z)
17: Blood gets thin (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Pete And The Pirates, Frankfurt, 05.09.10
- Pete And The Pirates, Luxemburg, 19.10.09
- Pete And The Pirates, Köln, 26.09.08
- Pete And The Pirates, Paris, 18.03.08



Montag, 6. September 2010

Pete & The Pirates, Frankfurt, 05.09.10

2 Kommentare

Konzert: Pete & The Pirates
Ort: Yellowstage Tonstudio, Frankfurt
Datum: 05.09.2010
Zuschauer: knapp 80
Dauer: 70 min


Heute abend lief der letzte Frankfurter Tatort mit Andrea Sawatzki - oder in der gleichen Stadt ein Konzert mit einer von mir sehr geschätzten, allgemein aber wenig wahrgenommenen Band.

Auch wenn es sicher nicht die letzte Chance war, Pete & The Pirates live zu sehen, versprach der Auftritt der Band aus Reading den spannenderen Abend.

Vom Yellowstage Tonstudio hatte ich bisher nur gehört (u.a. hier), selbst da war ich noch nicht. Das Studio gehört zum Frankfurter Label Hazelwood Vinyl Plastics, bei dem ausgezeichnete Künstler wie The Broken Beats oder The Miserable Rich veröffentlichen. Es liegt in Rödelheim, das ich - das liegt auf der Hand - musikalisch bisher nur am Rande wahrgenommen habe (um Sabrina Setlur zu zitieren: "in meiner Kindheit gab es kein Ghetto")1.

Wir waren gegen halb neun da und fanden unseren Weg durch einige lange Gänge des Industriebaus dank der vielen Pete & The Pirates Schilder leicht ins Studio. Für ein Tonstudio wirkte der Raum mit den Backsteinmauern komisch geformt. Zumindest hatte ich bisher andere Vorstellungen. Da ich allerdings vom Musikaufnehmen überhaupt keine Ahnung habe, sind meine Vorstellungen reichlich egal.

Kurz nach neun begann eine heimische Vorgruppe, Rokoko aus Wiesbaden. Bei der fünfköpfigen Band, die auf deutsch sang, gefielen mir die Melodien und die Instrumentierung gut; das passte durchaus zur späteren Hauptgruppe und war gut ausgewählt. Der Gesang packte mich aber nicht, daher war ich wenig aufmerksam. Die spannendste Beschäftigung während des Auftritts war dann die Frage, wer der fünf Musiker gestern nichts getrunken hatte, denn der Sänger der Band hatte berichtet, 80% hätten einen Kater. Ich hielt erst den Keyboarder, dann aber den rechten Gitarristen (mit ironischem Schnauzbart) für den nicht-Trinker. Vor lauter spannendem Grübeln, hätte ich fast verpasst, daß es eine Zugabe der Wiesbadener gab. Dabei fragte ich mich dann, ob es spießig von mir ist, Zugaben von örtlichen Vorgruppen unangemessen zu finden, weil sie die Demut vor der eigentlichen Band des Abends ebenso missen lassen, wie das offensichtliche Nicht-Kennen des Hauptacts.

Es war also schon spät geworden, als die Hauptgruppe ihren Umbau machte. Wenn ich mich recht entsinne, war die Besetzung von Pete & The Pirates noch dieselbe wie bei meinen ersten Konzerten der Band. Auch die Engländer treten zu fünft auf. Neben den beiden Peters (Hefferan, Gitarre und Gesang und Cattermoul, Bass) sind dies Sänger Thomas Sanders, Gitarrist David Thorpe und Schlagzeuger Jonny Sanders.

Gegen 22.15 h begannen die Engländer ihr Set mit Bright lights von ihrem tollen 2008er Debütalbum Little death. Und auch nachdem ich mit einem recht aktuellen Maccabees-Konzert die artverwandten Musiker noch recht frisch im Ohr hatte, kamen mir Pete & The Pirates absolut nicht wie ein Abklatsch vor. Die Lieder mit ihren vielen Melodiebrüchen, überhaupt das Melodieverliebte der Musik, die Wechsel zwischen leisen und lauten Passagen und die teils mehrstimmigen Gesänge verbinden beide Bands, gar keine Frage. Pete & The Pirates sind aber trotzdem sehr eigenständig und unbedingt hörenswert! Sprich: ich mochte den Auftaktsong schon sehr!

Es folgten (halb)neue Stücke.
Things that go bump in the night (oder Things that go bump?) und Motorbike sind schon lange im Repertoire der Band, sind bisher aber unveröffentlicht. Da die Band gerade an ihrer zweiten Platte arbeitet, werden diese Stücke wohl darauf erscheinen.

In die gleiche Kategorie gehörten Cold black kitty, Can't fish, Washing powder, Little gun und United, die die Band zum Teil schon 2008 und 2009 gespielt hat. Ganz neu für mich war eines der schönsten Stücke des Abends,
Half Moon Street, das von Thomas Sanders' anderer Band Tap Tap stammt.

Der Sänger stand überhaupt mehr im Mittelpunkt, als ich das in Erinnerung hatte. Durch seinen ungewöhnlichen Singstil fällt Thomas immer auf. Er macht das Mikro oft los, nimmt es in beide Hände, hält es recht weit von Körper weg und wandert während des Singens (und singt dabei erstaunlich sauber). Ich rätsele immer noch, an wen er mich damit erinnert (Morrissey? The Twang? Die Housemartins?). In meiner Erinnerung hatte Co-Sänger Peter Hefferan viel größere Gesangsanteile. Heute war ganz deutlich Thomas der Sänger, Peter und Jonny sangen Zweit- oder Drittstimme.

Vermutlich täuschte mich mein Gedächtnis, denn musikalisch war der Abend keinen Deut schlechter als mein erstes Konzert der Band in Köln 2008. Wie auch bei Liedern wie Jennifer, Blood gets thin (dieser lustige Rock Lobster Rhythmus!), She doesn't belong to me, Mr. Unterstanding oder Come on feet?

Nach Rokoko hatte ich Bedenken, daß viele der enthusiastischen Klatscher Freunde der Rheinhessen wären, die anschließend nach der Vorgruppe gehen würden. Auch die Einschätzung war Unsinn, die Stimmung während der Piratenfreunde war hervorragend, für die Band vielleicht zu gut. Denn auch nach den beiden eingeplanten Zugaben hatten die Zuschauer nicht genug. Nach ewig langer Zeit kam die sichtlich verunsicherte Band zurück, erklärte, man komme niemals noch ein zweites Mal raus, spielte aber trotzdem mit Wrong man und Not a friend zwei weitere Stücke - pannenfrei.

Für mich bot der Abend allerlei Erkenntnisse: Konzerte sind Fernsehkrimis immer vorzuziehen, das Yellowstage ist trotz der Raucherlaubnis eine echte Konzertsaalbereicherung und Pete & The Pirates sind eine ausgezeichnete Band, nur leider viel zu wenig bekannt. Aber das wusste ich ja schon vorher.


Setlist Pete & The Pirates, Yellowstage, Frankfurt:

01: Bright lights
02: Things that go bump in the night
03: Motorbike
04: She doesn't belong to me
05: Can't fish
06: Cold black kitty
07: Lost in the woods
08: Jennifer
09: Half Moon Street (Tap Tap "Cover")
10: Knots
11: United
12: Washing powder
13: Little gun
14: Mr. Understanding
15: Blood gets thin

16: Eyes like tar (Z)
17: Come on feet (Z)

18: Wrong man (?) (Z)
19: Not a friend (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Pete & The Pirates, Luxemburg (Support Maximo Park), 19.10.09
- Pete & The Pirates, Köln, 26.09.08
- Pete & The Pirates, Paris, 18.03.08
- unser Interview mit Pete & The Pirates


1 bei Harald Schmidt vor vielen Jahren

Fotos folgen!




Dienstag, 20. Oktober 2009

Maxïmo Park, Luxemburg, 19.10.09

4 Kommentare

Konzert: Maxïmo Park (Pete & The Pirates)
Ort: den Atelier, Luxemburg
Datum: 19.10.2009
Zuschauer: vielleicht 700
Dauer: Maxïmo Park 76 min, Pete And The Pirates 30 min


Das Atelier in Luxemburg ist vermutlich der kleinste Club der aktuellen Maxïmo Park Tour, passen doch gerade mal 1.200 Leute hinein. Das letzte reguläre Kölner Konzert fand vor zwei Jahren vor 4 - 5.000 Zuschauern im Palladium statt, da sind intimere Rahmen eine schöne Gelegenheit, eine große Band einmal näher zu sehen. Keine Frage also, daß Luxemburg gesetzt war.

Um die Entscheidung, an einem Montag ins benachbarte Ausland zu fahren, nicht allzu sehr schönreden zu müssen, packte der Veranstalter noch zwei ausgezeichnete
Vorgruppen drauf. Das vermutete ich zumindest, denn Cougar, die erste der beiden kannte ich nicht. Leider sollte sich daran auch nicht viel ändern, weil eine Mischung aus polizeilicher Sperrung einer Bahnstrecke und anderen Unwägsamkeiten verhinderte, daß ich alles mitbekam. Das, was ich hörte, war durchaus guter Postrock, dem aber der Pfiff der Klassenbesten wie Mono fehlte. Aber vielleicht habe ich dafür einfach zu wenig von den Amerikanern gehört.

Auf die zweite Band freute ich mich ganz besonders! Pete And The Pirates aus Reading sind leider in Deutschland viel zu wenig bekannt, zählen aber zu den besten jungen englischen Bands, die ich bisher gesehen habe. Das Anfang 2008 erschienene Album Little death ist eine Sammlung großartiger Lieder, die irgendwo zwischen Maccabees und Noah And The Whale angesiedelt sind und von tollen mehrstimmigen Gesängen leben. Ein Knüller!

Die dreißig Minuten ihres Programms nutzten die
Piratenkumpels, um einige neue Lieder zu spielen. Ein zweites Album scheint nicht weit entfernt zu sein, glaubt man dem Bandforum. Die beiden ersten Lieder des Auftritts waren mir direkt neu. Über das erste, Shotgun, habe ich nichts gefunden, vielleicht war das eine Premiere. Things that go bump scheint zumindest bei den letzten Konzerten häufiger gespielt worden zu sein. Ich fand beide Lieder beim ersten Mal noch etwas weniger spannend als die oft gehörten alten Sachen, glaube aber, daß ich sie schnell sehr mögen werde!

Egal ob schon vertraut oder nicht: mir fiel direkt wieder ein, wie sehr ich die Musik der Reading-Band liebe. Sie ist schmissig, hat grandiose Melodien und
einen spannenden Rahmen durch die perfekt passenden Stimmen. Schade, daß Pete nicht auch bei dem deutschen Terminen zusätzlicher Support ist!

Nach dem Superhit Mr. Understanding folgte mit der Nach-Album-Single Blood gets thin noch ein besonderer Schlußpunkt. Das Stück hat eine herrlich schrammelige zweite Hälfte, in der sich die Pirates richtig austobten. I Like Trains light - aber hervorragend! Eine leider ungerechtfertigt unterschätzte Band!

Setlist Pete And The Pirates, den Atelier, Luxemburg:

01: Shotgun (?)
02: Things that go bump
03: Knots
04: She doesn't belong to me
05: Little gun (vermutlich)
06: Good girl
07: Lost in the woods
08: Come on feet
09: Mr. Understanding
10: Blood gets thin

Nach zig Maxïmo Park Konzerten dachte ich nicht, daß die Band mich noch überraschen kann. Obwohl die letzte Deutschland-Tour eine Weile zurückliegt, konnte man Paul Smiths Band immer wieder sehen, so bei kleinen Konzerten in Holland oder Köln oder bei Festivals. So hatte ich sie zur letzten Platte, und damit mit vielen neuen Songs, schon sehen können, die kannte ich also zum Großteil schon live. Also waren es erst einmal die Kleinigkeiten, die sich geändert hatten.

Wo war zum Beispiel Lukas Woollers rotes Keyboard? Ich denke, Musiker sind extrem konservativ, was ihre Instrumente angeht. So einfach mal das gewohnte Keyboard auszutauschen, erscheint ungewöhnlich. Vielleicht hat er es totgehampelt, bei meinem letzten
Maxïmo Park Konzert in Münster hatte er es mehrfach bedrohlich zum Kippen gebracht...

Paul Smiths neuen Hut kannten wir schon; die olle Melone ist wohl endgültig eingemottet. Ob die neue Kopfbedeckung nicht so gut sitzt wie die Vorgängerin, kann
ich nicht beurteilen. Daher weiß ich auch nicht, ob die augenscheinlichste Veränderung am Hut liegt: Paule hüpft nicht mehr, kein Witz!

Der Sänger ist unverändert ein unfassbarer Entertainer, der über die Bühne rennt und zappelt, irre Gesichtsausdrücke hervorzaubert und keinen Moment still steht (da ich den Begriff Rampensau nicht mag, vermeide ich ihn hier). Bisher hüpfte er dazu aber wie ein Bodenturner; die Anzahl seiner Sprünge konnte man als Index für seine Form heranholen. Das hat er eingestellt. Spektakulär!

Das alles war aber sicher nicht der Grund, warum das Konzert bei weitem nicht ausverkauft war. Auch nicht die Musik oder die Liveperformance, denn beide überzeugten restlos! Und ehrlich gesagt verstehe ich überhaupt nicht, warum die fünf Musiker aus Newcastle in einer Stadt wie Luxemburg mit ihren deutschen,
französischen und belgischen Einzugsgebieten nicht anziehender wirken. Vielleicht war es der Montagabend...? Selbst schuld, Ignorierer!

Dabei gab sich Paul Smith wie üblich besondere Mühe! Mit herrlich breitem nordenglischem Akzent sprach der Frontmann immer wieder auf Französisch zu uns, sehr schön!

Auch die Setlist war alles andere als lustlos. Neben der üblichen Mischung aus Titeln der aktuellen Platte und Klassikern wie Apply some pressure oder Books from boxes machte mir vor allem A19, der Auftaktsong, Spaß. Das Lied von Missing songs hatte ich weder erwartet noch je live gesehen.

Mir blöderweise neu war That beating heart, die B-Seite der aktuellen Single Questing, not coasting.

Von den neuen Sachen ist auch Questing das überzeugendste. Ich kann mir kein künftiges Konzert ohne diesen Hit vorstellen.

Es war wieder ein sehr schöner Abend mit
Maxïmo Park! Auch wenn der Laden zu leer und das Publikum anfangs viel zu zurückhaltend war! Aber nach und nach stieg die Ausgelassenheit und damit die Stimmung.

Mehr demnächst; dann mit einer weiteren perfekten Vorgruppe, den Blood Red Shoes!

Setlist Maximo Park, den Atelier, Luxemburg:

01: A19
02: The penultimate clinch
03: Wraithlike
04: Russian literature
05: The coast is always changing
06: A cloud of mystery
07: Parisian skies
08: The kids are sick again
09: Tanned
10: That beating heart
11: Going missing (akustisch)
12: Let's get clinical
13: The unshockable
14: Questing, not coasting
15: Overland, west of Suez
16: Books from boxes
17: Apply some pressure
18: Girls who play guitars

19: Calm (Z)
20: Acrobat (Z)
21: Our velocity (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Maximo Park, Münster, 08.05.09
- Maximo Park, Köln, 03.03.09
- Maximo Park, Haldern, 09.08.08
- Maximo Park, Nijmegen, 20.06.08
- Maximo Park, Wiesbaden, 22.10.07
- Maximo Park, Köln, 16.10.07
- Maximo Park, Glasgow, 02.10.07
- Maximo Park, Paris, 08.06.07
- Maximo Park, Köln, 26.05.07
- Maximo Park, Bochum, 09.04.07
- Pete And The Pirates, Köln, 26.09.08
- Pete And The Pirates, Paris, 18.03.08
- Interview mit Pete And The Pirates

Fotos folgen! flickR mochte eben nicht.



Dienstag, 30. September 2008

Interview: Pete & The Pirates

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Verabredet waren wir um kurz vor fünf. Eine halbe Stunde früher bekam ich (im Stau stehend) eine SMS, daß die Band auch noch irgendwo im Verkehr stecke und später komme.

Also machte ich es mir im Stadtgarten gemütlich, gab meine letzten 1,90 € für Espresso aus und laß im Rolling Stone, was Noel Gallagher von Fans mit Ohrstöpseln hält. Auf die Idee, einmal auf mein Ticket zu gucken, wann das Konzert beginnen sollte, war ich da noch nicht gekommen. Dann ruft der Tourmanager an und nennt die neuesten Verkehrsinfos. Als sie dann endlich ankommen, müssen Pete & The Pirates erst zum Soundcheck. Der Tourmanager findet mich nicht und sagt durchs Telefon: "Ich schreie jetzt mal ganz laut! Sag mal, ob Du das hörst!" Ich höre, renne ihm hinterher und verabrede, daß nach dem Soundcheck Bandmitglieder zu mir kommen.

Zwei sind es dann, Schlagzeuger Jonny, der auch die Plattencover gestaltet, und Gitarrist David. Sie kommen abgehetzt um 19.15 Uhr zu mir. Zwischenzeitlich hatte ich auf mein Ticket geguckt: Beginn 19.30 Uhr PÜNKTLICH...

Das schnelle Interview mit der netten und vor allem sehr talentierten Band findet ihr hier.





Freitag, 26. September 2008

Pete & The Pirates, Köln, 26.09.08

1 Kommentare

Konzert: Pete And The Pirates
Ort: Studio 672. Köln
Datum: 26.09.2008
Zuschauer: ca. 40
Dauer: 40 min.


Das Timing war nur fast perfekt. Eigentlich hätte das Konzert von Pete & The Pirates vor genau einer Woche sein müssen, denn da war der internationale Talk Like A Pirate Day!

Ursprünglich war heute auch ein sehr anstrengender Konzertabend geplant. Neben Pete & The Pirates, auf die ich mich seit langer Zeit gefreut hatte, hätten Cut Off Your Hands spielen sollen. Es wäre also Konzerthoppen geworden. Leider hatte die Neuseeländische Band aber vor
einiger Zeit abgesagt, sodaß es plötzlich weit weniger kompliziert wurde.

Pete & The Pirates kenne ich seit ihrer EP Get even. Und seitdem hoffte ich, die Band aus Reading endlich einmal live zu sehen. Aber auch nach Erscheinen ihrer ersten Platte Little death im Februar waren keine Deutschlandkonzerte in Sicht, die Band hatte das in England hochgelobte Album hierzulande gar nicht veröffentlichen
können. Eine echte Schande, denn Little death zählt für mich zu den besten Platten des Jahres und hätte wirklich mehr Wahrnehmung verdient.

So kamen die fünf Piratenfreunde dann auch nicht als Headliner nach Deutschland sondern als Special Guest
(und zumindest auf einer Sorte Eintrittskarten gleich groß gedruckte Band) der Black Box Revelation aus Brüssel. Da ich mich bei den Belgiern, als sie als Vorgruppe der Blood Red Shoes im Gebäude 9 aufgetreten waren, schrecklich gelangweilt hatte, stand für mich fest, daß die Petes meine Hauptgruppe sein würden.

Von kurz nach sieben an hatte ich Schlagzeuger Jonny
Sanders und Gitarrist David Thorpe im Restaurant des Stadtgartens interviewt. Erst kurz davor hatte ich gesehen, daß auf den Tickets "Beginn 19.30 Uhr pünktlich" stand. Als wir uns dann noch in aller Ruhe unterhielten, auch einer der beiden Petes der Band (der Gitarrist und Sänger) dazu kam, war es plötzlich 19.22 Uhr, und die Musiker sollten schnellstens auf die Bühne.

Es verzögerte sich dann aber doch noch um einige Minuten, denn der ganze Zeitplan der Engländer hatte sich durch Staus und Freitagsverkehr rund um Köln massiv verschoben. Der um 20
Minuten verschobene Beginn hatte aber wohl vermutlich auch damit zu tun, daß man mehr Leuten die Chance geben wollte, noch zum Studio 672 zu kommen, damit es nicht zu intim werden würde.

Immerhin hatten dann gut 40 Leute die Tickets aufmerksamer als ich angesehen und
waren rechtzeitig genug da, um nichts zu verpassen - eine sehr gute Idee, das Konzert der Südengländer wurde nämlich richtig gut...

Charakteristisch für die fünfköpfige Band sind die hochmelodischen und mehrstimmigen Lieder. Für die Melodien zeichnen die beiden (dauerhaften) Gitarristen
Pete und David verantwortlich. Oft spielt aber auch Sänger Tommy eine dritte Gitarre, was aber nichts an seinem inbrünstigen und punktgenauen Gesang ändert. Das kleine, vor allem verwinkelte Studio 672 ist sicher kein Traum eines Soundmanns, der der Engländer hatte aber ganze Arbeit geleistet, was das Konzert zu einem besonderen Vergnügen machte. Tommy, der Sänger, beherrscht seine Parts vorzüglich. Er traf jeden Ton, egal wie hoch oder anspruchsvoll er (für mein Laienohr) auch gewesen sein mag. Fantastisch! Meist singen zusätzlich die beiden Petes der Band, Bassist Cattermoul und Gitarrist Hefferan, so daß sich bei mir ganz automatisch Gedanken an das hervorragende Futureheads-Konzert vor ein paar Tagen einstellten.

Auch wenn die Readinger einen sehr eigenen Stil haben, drängen sich Gedanken an die Futureheads automatisch auf. Auch im NME fand ich diese gerade, nur schöner formuliert. "Yet dig beneath the surface and you’ll have your senses rearranged by the tightness of Hamburg-era Beatles, the indie aesthetic of C86 and the dizzy vocal interplay of a more chart-friendly Futureheads." Ja genau, so sind sie. Aber eben auch sehr eigenständig und daher
außerordentlich originell - was ich mich bei den vielen hundert "nächsten großen Dingen" kaum zu sagen wage.

Nach Bright light und Knots, die ich bereits kenne, kam mit Cold black Kitty ein mir neues Lied. "It's about a cat." Katzen mag ich nicht, Cold black Kitty schon, der Song war eine weitere kleine Perle mit Tempowechseln, feierlichem Gesang und wahnsinnigem Bass. Schade, daß es Kitty wohl nirgendwo zu kaufen gibt, das Lied hat mich verzückt. Wo ich eben schon bei Referenzen war, die feierlichen Gesänge erinnerten mich ein wenig an Mykonos von den Fleet Foxes, einer der anderen aufregenden neuen Bands des Jahres.

Neu für mich war auch das folgende Josie ("die folgende Josie" besser). Herrlich war dabei schon einmal der kleine "Streit" zwischen Tommy und Gitarren-Pete. "The next song is about a tortoise." "No, it's about a turtle!" "No! Tortoise!" "Turtle!" Ob das Vieh nun im Wasser oder an Land lebt, ist egal, das Lied gefiel mir! Ich weiß nicht, ob das schon ein neuer Song ist, denn später kündigte Tommy eines der Stücke als Titel eines neuen Albums an, das wohl bald erscheine. Eine sehr schöne Aussicht!

Es folgten vier Titel von Little death,
die Single She doesn't belong to me (sehr catchy!), Lost in the woods, Eyes like tar und This thyme, bevor mit Blood gets thin ein weiterer neuer Song gespielt wurde.

Not a friend stammt aus der Feder von Gitarrist David. Tommy kündigte es originell an: "It's about stuff. Sailing the sea, right?" David bestätigte das und alle anderen nannten weitere Themes des Stücks. "And bitterness." Not a friend mit sehr charakteristischem Gitarrenbeginn gibt es als Liveversion zu kaufen, vielleicht wird es auch auf der nächsten Platte sein. So wie Jennifer imAnschluß ("brandnew!"), das ich also auch nicht kannte. Trotzdem war es sofort vertraut, ein großes Stück Musik, das amerikanischer als die anderen Lieder klang, es ging schon ein wenig in Richtung Shins.

Leider kamen im Anschluß nur noch die beiden großen Hits
Mr. Understanding und Come on feet. "Nur noch" ist natürlich Blödsinn, denn beide Lieder reichen alleine aus, um diese Band zu lieben.

Auch wenn Pete & The Pirates einen holprigen Start in Deutschland hatten, weil ihr Album hier bisher nicht erscheinen konnte, bin ich sehr sicher, daß wir sie bald wiedersehen werden. Und dann kann ich nur dringend raten, sich die Band aus der Stadt mit dem Festival anzusehen! Ahoy me Mateys!


Setlist Pete & The Pirates, Studio 672, Köln:

01: Bright lights
02: Knots
03: Cold black Kitty
04: Josie
05: She doesn't belong to me
06: Lost in the woods
07: Eyes like tar
08: This thyme
09: Blood gets thin
10: Not a friend
11: Jennifer
12: Mr. Understanding
13: Come on feet

Links:

- unser Interview mit Pete & The Pirates
- Pete & The Pirates in Paris im März
- mehr Fotos





Mittwoch, 19. März 2008

Gossip, The Kills, Paris, 18.03.08

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Konzert: Gossip und The Kills (Pete & The Pirates, The Blakes)

Ort: L'Olympia, Paris
Datum: 18.03.2008
Zuschauer: ausverkauft

Gossip und The Kills in der Stadt der Liebe?! - Ein Pflichttermin für alle, die es laut, wild und sexy lieben. Da war ich also genau richtig!

Was für eine Kombi, die gertenschlanke Alison "VV" Mosshart von den Kills und die wuchtbrummige Beth "Gossip" Ditto sollten sich also heute in Paris die Klinke (das Mikro) in die Hand geben. Wow! Beides Sexbomben, bloß eben jede auf ihre Weise. Da war für jeden Geschmack etwas dabei. Und für die Frauen gab es unter anderem den neuen "Mister Kate Moss" zu bewundern und zwar Jamie "Hotel" Hince, der bei den Kills den männlichen Part gibt. Vor diesem Cocktail aus Sex, Schweiß, Gitarren und heißen Posen ging es aber zunächst jugendfrei los.

Die eher braven Engländer Pete & The Pirates hatten die Ehre diesen Konzertabend auf charmante Weise einzuläuten.
Es war noch recht früh, ungefähr 19 Uhr, als die 5 jungen Kerle auf die hellerleuchtete Bühne traten. Die grelle Beleuchtung gab es deshalb, weil heute alles gefilmt wurde , das komplette Konzert soll nämlich bald bei dem Privatsender Canal + zu sehen sein. Und die Piraten gaben sich auch trotz dieses medialen Drucks keine Blöße. Äußerst frisch und flott ließen sie ihren melodiösen Gitarren freien Lauf und gefielen mir auf Anhieb. Meine Befürchtung von der x-ten Gitarrenpop-Band aus Großbritannien gepflegt gelangweilt zu werden, stellte sich schnell als unbegründet heraus. Klar, den Sound hat man in den letzten Jahren so, oder so ähnlich, von den Strokes, den Futureheads und etlichen anderen Gruppen bereits gehört, aber dennoch waren einzelen Lieder so ohrwurmig, daß dies weniger ins Gewicht fiel.. Besonders toll fand ich, daß der Sänger manchmal nach Stuart "Belle & The Sebastian" Murdoch klang, bloß daß das Ganze hier wesentlich schneller gebracht wurde. Insgesamt also eine bunte Mischung aus persönlichen Lieblingsgruppen, die gut durchgeschüttelt einen wohlschmeckenden Cocktail ergab. Das Publikum interessierte sich allerdings kaum für die Briten, bloß am Ende klatschten ein paar Hände mit. Schade, aber irgendwie passte der Power Pop von Pete & The Pirates auch nicht so recht zum bluesig-punkigen Garagenrock der darauffolgenden Bands.

Setlist Pete & The Pirates, Paris, Olympia:

01. Bright Lights
02. This Thyme
03. Lost In The Woods
04. Knife
05. Bears
06. The Wrong Man
07. Cold Black Kitty
08. Knots
09. She Doesn't Belong To Me
10. Mr Understanding
11. Come On feet


Warum man allerdings die drei Typen von den Blakes für den heutigen Abend engagiert hatte, bleibt mir ein Rätsel. Schon rein optisch (die seitlich ausgefransten Haare) erinnerten sie an Bands wie Jet und Oasis und genau wie diese machten sie auch auf dicke Hose, bloß daß sie keinen einzigen gekonnten Song zu bieten hatten. Dabei durften sie sogar 12 Lieder lang zeigen, daß sie außer den üblichen Rockstar- Posen und den engen Lederjacken nicht viel drauf hatten. Ihr äußest banaler Garagen-Rock in der Tradition von Iggy & The Stooges (eigentlich eine Beleidung für Herrn Pop, dieser Vergleich!), langweilte mich gräßlich und machte mir noch einmal deutlich wie gut eigentlich die Kings Of Leon sind, die ebenfalls im Hinblick auf den Gesang weitgehend talentfrei imitiert wurden. Mit dem abschließenden "Streets" hatte es sich aber zum Glück irgendwann ausgeblakt.

Setlist The Blakes, Paris, Olympia:

01: Picture
02: Don't Want That Now
03: Don't Bother Me
04: Basket
05: Vampire
06: Pistol Grip
07: Run
08: Magoo
09: Two Times
10: Lie Next To Me
11: Little Whispers
12: Streets

Danach war ein 20-minütiges Päuschen angesagt. Zahlreiche Konzertbesucher nutzten die Gelegenheit, skrupellos ihre Zigarettchen rauszuholen und loszuqualmen. Rauchverbot in allen öffentlichen Räumen seit dem 1. Januar 2008? War da was? Ach was, Gesetze werden in Frankreich im Gegensatz zu Deutschland einfach nicht sklavisch befolgt! Einerseits bewunderswert, andererseits aber auch störend, dann nämlich, wenn man wie ich Nichtraucher ist. Hinzu kam, daß das rauchende Arschloch vor mir auch noch 2 Meter groß war! Wie kann man so ein Pech haben? Der normale Franzose ist selten länger als 1,75 m und ich habe ausgerechnet den größten Hünen vor mir. Das half nur ein Platzwechsel, schließlich wollte ich das wilde Biest Alisson Mosshart in voller Pracht sehen. Und dann kam die Raubkatze auch und zwar in einem Leopardenmantel! Allerdings trat zunächst der neue Macker von Kate Moss, Mister Jamie Hince auf die Bühne. Er schien gut gelaunt zu sein und winkte den johlenden Zuschauern spontan zu. Die Kills sind aber auch wirklich ein stylishes Pärchen, die Klamotten, die sie tragen, sind so ziemlich der heißeste und angesagteste Fummel, den man finden kann! Aber ich war in erster Linie wegen der Musik hier, wenngleich ich gegen den Anblick hübscher Menschen überhaupt nichts einzuwenden habe.

Gestartet wurde mit einer neuen Single "U.R.A. Fever", die auf dem neuen Album "Midnight Boom" vertreten ist. Von Beginn aber wummerte, krachte und schepperte es. Häufig waren die Rhythmen leicht monoton, langsam und repetitiv, aber diese einfache Formel stellte sich als sehr effektiv heraus, sie unterstrich die lasziven Gesten der beiden Musiker. Diese lieferten sich heiße, erotische Szenen, man hätte sie für ein Paar halten können, daß um den jeweils anderen mit provokativen Gesten wirbt. Besonders heiß: Das gemeinsame Benutzen des gleichen Mikros, ein Zungenkuß lag in der Luft! Nach solchen Annäherungen entfernten sie sich aber wieder voneinander und zogen in ihrer jeweiligen Ecke ihre Show ab. Natürlich war das klischeebeladen bis zum geht nicht mehr, aber sie hatten dieses eigentlich abgedroschene Spielchen so perfekt drauf, daß es wirklich knisterte. Die Atmosphäre war schwül und heiß, Jamie schwitzte wie ein Schwein und verblüffte mich mit so manchen irren Blicken. Alison wiederum zog alle Register des Anmachlehrbuchs, sie fuhr sich erotisch durch die Haare, bückte sich nach vorne, ließ ihre Hüften kreisen und heizte den Leuten in den ersten Reihen mit ihrer keifenden Stimme ein. Ein paar Zuschauern in meiner unmittelbaren Nähe wurde das Gepose jedoch schnell zu bunt. "Aux chiottes" - in den Abfluß damit, schrie ein Typ wie ein Gestörter nach jedem Lied herein. "Ihr seid Scheiße, haut ab, Sonic Youth bitte!", machte er ständig weiter. Das empfand nicht jeder im Olympia so, viele gingen ab wie Schmidt's Katze, aber The Kills polarisieren halt eben.

Auch ich war nicht von jedem Lied gleichermaßen begeistert, aber "No Wow" hatte schon was, das kam wirklich gut. "The Good Ones" war ebenfalls herausragend und räumte ab, aber nicht nur Stücke vom Vorgängeralbum zogen. Auch das neue "Cheap And Cheerful" hatte Hitqualitäten. So schwitzten, keiften und räkelten sich die Kills schließlich durch ein circa. einstündiges Set und wurde unter tosendem Applaus verabschiedet.

Setlist The Kills, Olympia, Paris:

01: U.R.A Fever
02: Pull Au
03: Sour Cherry
04: Tape Song
05: No Wow
06: Alphabet
07: Wait
08: Last Day Of Magic
09: Kissy Kissy
10: The Good Ones
11: What N.Y. Used To Be
12: Cheap + Cheerful
13: Fried My Littel Brains
14: Good Night Bad Morning

Und dann hatten Beth Ditto und Gossip ihren großen Auftritt. "Hello, we are Gossip", stellte die Wuchtbrumme sich und ihre Band überflüssigerweise vor. Vielen Leuten im Publikum war der unfassbar explosive Auftritt des amerikanischen Trios vom letzten November in der Pariser Cigale noch in bester Erinnerung. Da hatte Beth Ditto sprichwörtlich alles platt gemacht, was ihr in den Weg kam und die Sympathien der Pariser im Sturm erobert. Würde sie heute wieder so triumphieren?

Daran bestand für mich kein Zweifel, schließlich hat Beth eine solche Energie und Wucht, daß sie glatt den Eifelturm zum Einstürzen bringen könnte.
Gleich beim Opener "Eyes Open" bebte der Boden im altehrwürdigen Olympia. Genau wie in der Cigale entwickelt dieser nämlich bei heftiger Bewegung einen Trampolineffekt, so daß man gezwungenermaßen kräftig durchgeschüttelt wird und auf-und abwippt, ob man will oder nicht. Mademoiselle Ditto hatte sich extra für den Abend in Schaale geworfen und trug ein enganliegendes, bedrucktes gelbes Kleid, das gegen Ende immer höher rutschte und so den Blick auf ihre Orangenhaut an den Oberschenkeln freigab. Das mögen einige als abstoßend empfinden (andere wiederum ganz toll finden), aber egal wie man das beurteilt, fest steht, daß diese Art der Freizügigkeit mutig ist. Warum sollen auch nur dünne Frauen Haut zeigen? Nein, nein, ein übertriebenes Schamgefühl ist nicht Frau Ditto's Sache und sie mag es auch gerne ungeniert. Zum Beweis rülpste sie fast nach jedem Lied, entschuldigte sich aber gleich im Anschluß auf französisch: "Excusez-moi, je suis désolée!"

Überflüssig zu sagen, daß ihr hier niemand die Rülpserei übel nahm, dafür ist sie einfach in Paris viel zu beliebt. So beliebt, daß nach einer gewissen Zeit, Fans wieder das unwiderstehliche Bedürfnis hatten, die mollige Frau anzufassen und zu ihr auf die Bühne zu kommen. Irgendwann stand dann das halbe Olympia um sie rum, und die Security ließ das Publikum die Bühne erobern. Es wurde eine ganz wilde Party gefeiert, die einzelnen Songs gerieten da fast zur Nebensache. Einige Titel ragten aber heraus, "Jealous Girls" zum Beispiel rockte wie Hölle und verleitete manche zum Crowdsurfen, da gab es kein Halten mehr. Aber auch der Rest, zum Teil altes Songmaterial, kam gut an, selbst wenn nicht jedes Lied bei Licht betrachtet hochkarätig war. Kleine Hänger wurden einfach durch die gewaltige Show, die da abgezogen wurde, kompensiert. Zu dem Gelingen des Spektakels trugen natürlich auch die coole und reichlich tätowierte Drummerin und der unscheinbar wirkende Gitarrist bei, aber heute gab es sogar noch einen vierten Musiker auf der Bühne, in der Form eines neuen Bassisten, der bei einigen Liedern mitmischte und sich köstlich zu amüsieren schien.

Eine gute Stunde wurde so das Publikum glänzend bei Laune gehalten und bei der 2. Zugabe, dem unglaublichen Smash-Hit "Standing In The Way Of Control" schien das Olympia zusammenzubrechen.
So wild hatte ich es in dem Saal, in dem ansonsten auch Schlagerfuzzis wie Mireille Mathieu auftreten, noch nie erlebt!

Aber das Ganze wurde noch getoppt: Beth griff sich das Mikro, wanderte Richtung Bühnenrand und forderte das Publikum auf, "La Vie En Rose" zusammen mit ihr zu singen. Die Begeisterung war unbeschreiblich, so etwas lieben die patriotischen Franzosen halt eben sehr. Beth Ditto und Gossip hatten Paris erneut im Sturm erobert!

Setlist Gossip, Paris, Olympia:

01: Eyes Open
02: Yr Mangled Heart
03: Jason's Basement
04: Coal To Diamonds
05: Jealous Girls
06: Don't Make Waves
07: AALIYAH
08: Heavy Cross
09: Fire/Sign
10: Night
11: Keeping You Alive

12: Yesterdays News
13: Listen Up!

14: Careless Whisper (George Michael Cover)
15: Standing In The Way Of Control
16: La Vie En Rose (Edith Piaf)


- Fotos von Pete & The Pirates hier
- Fotos von den Blakes hier
- Fotos von den stylishen Kills mit der heißen Sängerin hier
Hier gibt es schon einmal ein paar Bilder von Beth Ditto und Gossip

- Gossip beim Festival des Inrocks in Paris, November 2007 hier
- Gossip im Cooky's in Frankfurt 2007, hier



 

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