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Montag, 13. Januar 2014

Robi, La Féline, Maissiat, Cléa Vincent, Paris im Dezember 2013

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Konzerte Robi, La Féline, Maissiat, Cléa Vincent
Orte: Les Trois Baudets, Le Bus Palladium, Le Gibus Café
Daten: 18.12.2013 (Robi und La Féline), 16.10.2013 (Maissiat), 19.12.2013 (Cléa Vincent)
Zuschauer: jeweils um die 100


Das Jahr 2014 schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran und ich serviere euch Berichte über Konzerte von 2013? Warum denn das? Nun, weil die Damen, über die ich unbedingt ein paar lobende Worte verlieren muss, in Deutschland sicherlich erst 2014 oder gar noch später entdeckt werden (wenn überhaupt, bleiben wir unserem Pessimus was das Entdecken guter Musik angeht ruhig treu).

Reden möchte ich von jungen Französinnen, die entgegen des Trends zum englischsprachigen Gesang, in der Sprache Molières intonieren. Eine Art Neudefinition des französischen Chansons also, aber ohne in Richtung naiv-dümmlicher Varitété zu gehen, die jeder vernünftige Mensch hasst. 

Im Falle von Robi und La Féline dreht es sich musikalisch um Indie Rock/New Wave, bei Maissiat und Cléa Vincent um Piano Pop.


Es macht hier unbedingt Sinn, diese talentierten Chanteusen in einem Bericht zusammenzufassen, denn man kann durchaus von einem Trend hin zum Französischen sprechen. Und diese Tendenz ist ganz in meinem Sinne, denn ein perfekt ausgesprochenes Französich ist allemal besser als ein schlecht gesungenes Englisch. Ob sich auch in Deutschland dafür jemand erwärmen kann, ist freilich fraglich.


Reden wir zunächst von Robi. Die junge Dame präsentierte sich nur wenige Wochen nach ihrem famosen Auftritt im Nouveau Casino am 18. Dezember im Trois Baudets. Chloé Robineau wie sie mit bürgerlichem Namen heißt hatte vor ziemlich genau einem Jahr ihr Debütalbum L'Hiver Et La Joie veröffentlicht und damit zumindest in Indiekreisen Staub aufgewirbelt. Lange schon hat man kein solch gutes französisches Rockalbum gehört. Und live klingt das Ganze gleich noch eine Spur packender, intensiver und direkter. Robi hat nämlich ein riesiges Talent für die Bühne. Sie bewegt sich elegant lasziv und verleiht ihren Worten durch ihr Gebaren noch eine stärkere Tiefe und Leidenschaft. Unfassbar ihre Stimme. Ziemlich tief, sehr sinnlich und wunderschön. Hinzu kommt die wie die Faust aufs Auge passende Instrumentierung ihrer Stücke durch einen markanten New Wave Bass und ein perlendes Piano.


Ihr eigenes Songmaterial ist ausgezeichnet, aber auch ihre beiden Cover können sich sehen (bzw. hören) lassen. In schöner Regelmäßigkeit coverte sie 2013 Il Se Noie von Trisomie 21 und Lolita Nie En Bloc von Noir Désir, so auch in den Trois Baudets.


Besonders gelungen hierbei ihre ganz eigene Version von Trisomie 21. Ein pechschwarzes Stück Musik, fast gothisch klingend mit einer suzidären Grundstimmung und einer knisternden Spannung. Zwischen New Wave und Industrial angesiedelt, spitzt sich der Song immer weiter zu, bis der Gesang irgendwann immer hysterischer wird und die Spannung ihren Siedepunkt erreicht. Ähnlich gestrickt ist Ma Route, ein Stück auf dem in der Studioversion kein Geringerer als Dominique A mitgesungen hat.


Absoluter Kracher in ihrem Set ist aber immer die Histingle On Ne Meurt Plus d'Amour, ein Lied das rabenschwarze Melancholie mit einem poppig eingängigem Refrain zu verbinden weiß. Wenn man das ein paar Mal gehört hat, pfeift man es irgendwann unter der Dusche! Und ich persönlich höre sogar ein wenig Kraftwerk heraus...




Kurzum: Daumen kerzengerade nach oben für Robi. Die ist so gut, daß ich ihr zumindet in Indiekreisen in Deutschland Erfolge zutraue!


Gleiches gilt für Agnès Gayraud alias La Féline. Die brünette Sängerin mit dem schicken Pagenschnitt ist auch schon ein paar Jahren in der alternativen Pariser Szene unterwegs, hat inzwischen mindestens drei EPs herausgebracht, wartet aber immer noch auf den richtigen Durchbruch. Der soll nun mit dem ersten Longplayser 2014 kommen. Und was man am 18.Dezember Im Bus Palladium von dem Werk zu hören bekam, war absolut vielversprechend! Auch hier kann man mit der Schublade New Wave Revival ankommen, aber bei La Féline klingt das Ganze nicht ganz so suizidär und roh wie bei Robi. Es gibt rundere Melodien, ein wenig mehr Zucker, ein bißchen mehr Wärme. Ansonsten gibt es aber auch hier Paul Hooksche Bässe, Gitarren wie bei The Cure und einen hohen Gesang der mitunter an Kate Bush erinnert. Es ist allerdings keine bloße Retronummer, die La Féline hier durchzieht, sondern ihr ganz eigenes Gebräu, freilich mit altbekannten Zutaten. Fast bin ich geneigt zu sagen, daß sie so aufregend klingt wie eine leicht ausrechenbare Mainstreamband wie Indochine gerne klingen würde.


Genau wie Robi hat La Féline eine männliche Begleitband mit am Start, aber in beiden Fällen ist die Dame ganz klar der Star. Im Falle von La Féline kommt hinzu, daß sie im Gegensatz zu Robi auch Gitarre spielt und im Grunde genommen ihr Set auch solo präsentieren könnte.


Zu den einzelnen Songs viel zu sagen, macht keinen besonderen Sinn, da man die meisten neuen Sachen online nicht hören kann, aber seid sicher, daß es sich wirklich um absolute Indie-Ohrwürmer handelt! Zum Einarbeiten empfehle ich euch die Stücke auf Soundcloud und dieses Livevideo von einer Sesssion bei den Ballades Sonores. Sehr geheimnisvoll und dreampoppig. Die neuen Sachen haben mehr Druck und Tempo. Achso: hatte ich erwähnt, daß Jarvis Cocker himself Fan von La Féline ist?







Im Bereich  Piano Pop mit französischen Texten gibt es zwei andere Musikerinnen, die sich hervortun: Maissiat, die Melancholikerin und Cleá Vincent, die Spaßkanone. Ist jetzt natürlich stark verkürzt und etwas pauschal, aber im Grunde genommen passt das schon so. Maissiat hält ihre Lieder am Klavier in moll, Cléa hingegen versprüht hinter dem Piano Lebensfreude und Energie, wenngleich es auch bei ihre sentimentale Passagen gibt.

Zuletzt live gesehen habe ich Maissiat in den Trois Baudets am 16.10 2013 im Vorprogramm von Emily Jane White. Sie spielte dort die Chansons ihres ersten Albums Tropiques und verwöhnte die Zuhörer mit geschliffenen Arrangements, einen sanften Stimme und bitter schönen Pianomelodien.

Die für eine Französin ungewöhnlich groß gewachsene Frau mit dem obligatorischen schwarzen Hut, der ihr Charisma verleiht, lässt ihn gewisser Weise die Sinnlichkeit einer Jane Birkin wieder aufleben, besticht mit einem urtypisch französischen Sound voller Eleganz, Sensibilität und Klasse. Großartig ist beispielsweise ihr Stück Le Depart, aber auch der Titeltrack Tropiques ist wundervoll.






Begleitet wurde Maissiat bei ihrem Konzert in den Trois Baudets von 3 Musikern, darunter der Bassistin Katel, die auch eine eigene Laufbahn verfolgt.

Auch im Falle von Maissiat halte ich es für möglich, daß ihre Lieder früher oder später Gehör in Deutschland finden werden. Ihre Melodien sind einfach so stark, daß selbst die Sprachbarriere nicht hinderlich sein sollte. Ich sehe sie fast als eine Art Seelenverwandte von Agnes Obel.


Cléa Vincent schließlich spielt genau wie Maissiat Klavier, setzt aber sehr selten eine schwermütige Miene auf. Ihr leicht jazzig angehauchter Piano Pop ist perlend, beschwingt, luftig leicht und absolut Laune machend. Das Mädel versprüht regelmäßig ein solche Spiel- und Lebensfreude, daß selbst im grausten Winter die Sonne aufgeht. Total ansteckend, wenn sie kichernd ihre Lieder anstimmt und dann mit viel Dampf Stücke wie Neuilly oder Le Méchant Loup (der böse Wolf) abfeuert! Zuletzt gesehen habe ich Cleá im Dezember im urigen Gibus Café. Auch sie wird von männlichen Begleitmusikern unterstützt, einer von ihnen spielt sogar Trompete und sorgt so für die besonderen Momente.










Cléa ist im Moment noch die unbekannteste der vorgestellten Musikerinnen aber das kann sich durchaus schnell ändern, denn sie ist ein wahrer Wirbelwind und wird mit iher Wahnsinnsenergie irgendwann den Durchbruch schaffen, zumindest in Frankreich!





Donnerstag, 5. Dezember 2013

Moziimo, Paris, 19.11.13

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Concert: Moziimo
Date: 19.11.2013
Lieu: Les Trois Baudets, Paris
Spectateurs: environ 50 (il y avait un match de foot ce soir là!)
Durée du concert: environ 25 minutes


Je ne suis pas le plus grand fan d'électro pop du monde, mais finalement ces classifications stylistiques ne veulent souvent pas dire grande chose. David Guetta fait de l'électro pop et Moziimo dont nous parlons ici aussi, mais il n'y a (heureusement!) pas de rapport du tout entre les deux.


Disons plutôt que Moziimo fait de la musique sensuelle, intense, moderne, dansante et éclectique. Aucune chanson ne sonne comme une autre, c'est organique, bien rythmé et très beau.

Et sur scène cela dégage encore plus, puisque Moziimo est très élégante et charismatique, bouge très bien et a beaucoup de classe. Dans son smoking blanc elle était sublime ce soir au Divan Du Monde.


Son partenaire sur scène, le barbu Pierre Le Bourgeois, était également très chic avec son beau costume noir. C'était donc un plaisir pour les oreilles et les yeux ce showcase qui durait à peine une demi heure.

Mais quelle demi heure! Truffée de chansons irrésistibles chantées avec une voix un brin soul, une voix envoûtante et douce, alternant entre le chant en français (souvent) et l'anglais (parfois). L'instrument fétiche de Moziimo c'est Omnichord*, mais elle joua également de la batterie (debout) et du piano électrique. Son musicien Pierre est multi-instrumentaliste et responsable du violoncelle, de la basse et du piano électrique. Les deux artistes harmonisaient très bien et on sentait un respect mutuel entre eux.

Les six morceaux interprétés donnaient un bref aperçu des différents styles. Cela variait entre la cold wave dynamique (Coloured Hours) la synth pop uptempo (L'immense Cheval Sauvage) le R'n B pour salafistes transsexuelles (Barbe Bleu- à l'occasion Moziimo portait une longue barbe bleue), la pop de chambre mélancolique et solennelle (La Vague).

Et puis il y avait une reprise pour finir en beauté. Mais quelle reprise! Moziimo nous interprétait sa version bien à elle du classique post punk Love Will Tear Us Apart de Joy Division. C'était divinement beau et ultra touchant. Les paroles étaient chantées en français (juste le refrain à la fin était en anglais) et le jeu subtil de violoncelle de Pierre modifiait le son agressif de l'original, le rendait doux et harmonieux. C'était plus une réinterprétation qu'une reprise au sens propre du terme. Quelle claque ce morceau! Il est tellement bien qu'il devrait tourner en boucle dans toutes les radios et chaines de musique, mais il n'est pas exclu que le grand public ne découvre ce bijou sur le tard en 2014, qui sait?



Si vous voulez revoir Moziimo en live, vous en aurez l'occasion le 17 décembre quand elle jouera avec Loki Starfish à la Boule Noire, puis pour écouter du nouveau son il faut attendre la sortie du prochain EP 4 titres qui va s'appeler "Les Années Dix" et qui va sortir en Janvier (mixé par Jean Pierre Spirli).

Setlist
 
01: Coloured Hours
02: Cheval Sauvage
03: Barbe Bleue
04: La Vague
05: Mr Amour (reprise en français de Love Will Tear Us Apart de Joy Division)

*Moziimo parle dans son cas d'Ovnichord, parce qu'elle modifie les sons et le porte en bandoulière.





Freitag, 15. November 2013

Les Colettes, Paris, 7 et 21 octobre 2013

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Chronique de 2 concerts des Colettes en route pour la Gloire  Photos : Oliver Peel (L’Hôtel) - Hervé Dulongcourty (Les Trois Baudets) 
Textes : Philippe Ache 

Un set lounge en acoustique à l’Hôtel le 7 octobre Durée : 60 minutes environ 
Spectateurs : une cinquantaine 

En concert électrique Aux Trois Baudets le 21 octobre 
Durée : 50 minutes environ 
Spectateurs : une centaine 


Quand vous lirez ce compte-rendu, Les Colettes auront peut-être fait fondre Londres. Il ne leur restera plus alors qu’à mettre Amsterdam à genoux avant que de faire tomber le Zénith. 

En effet, je rédige ces quelques lignes, cinq jours après le set des Trois Baudets, quelques heures avant qu’elles n’assurent la 1ère partie Nick Cave à L'Hammersmith Appolo.

Il y a quelques mois, je me souviens avoir été surpris par les propos d’un blogueur qui semblait regretter le succès de Pauline De Lassus alias Mina Tindle (photo) Il la préférait chanteuse confidentielle chantant au sein de Toy Fight ou du groupe The Limes. La voyant accéder au succès, il avait un sentiment de perte. 

J’ai pour Les Colettes un sentiment contraire. Je suis impatient de les voir rencontrer le succès et de les écouter enfin dans une salle comme le Trianon où leur talent trouvera la reconnaissance qu’il mérite. 

En effet, comme Oliver Peel, j’ai eu un véritable « coup de foudre » musical pour Les Colettes et ceci depuis la session 374 du Cargo ou nos amies (alors accompagnées d’Imari) délivraient les premières versions de Tipsy Toes et de Kimberley.

  



Ce coup de foudre s’est confirmé à l’écoute de leur 1er EP. J’ai malheureusement loupé leur concert au Divan du Monde en janvier dernier et le regrette vivement, quand j’écoute Oliver Peel et Thomas Gueriguen en parler. 

Depuis j’ai eu la chance d’assister à leur Concert du 1bis en mars dernier et de le chroniquer avec enthousiasme. Mais ma première et brève rencontre avec Les Colettes remonte au show-case qu’elles ont donné en septembre dernier devant la boutique OCD. Cette rencontre fut sympathique et j’aime particulièrement la bonne entente qui semble régner au sein du groupe. Il n’est surtout pas question de copinage. J’espère juste donner l’envie au plus grand nombre d’entre vous de venir partager un des grands moments que constituent leurs prestations scéniques.

Sur leur site on peut lire : «Uniques, magiques, Les Colettes imposent sur scène un univers totalement personnel. Entre harmonies éthérées et guitare saturée, entre l'Irlande et le Japon, entre Robert Mitchum et David Lynch, ces trois musiciennes hors pair font entrer l'auditeur dans des atmosphères souvent oniriques, parfois menaçantes, toujours originales. » 

J’aime beaucoup cette définition car elle recoupe parfaitement les deux derniers concerts donnés par les Colettes. 


Le concert de l’Hôtel fut donné dans un lieu magique : l’hôtel où résidait Oscar Wilde lors de ses séjours à Paris. Un Hôtel sis dans le sixième arrondissement de Paris, où charme et glamour rivalisent. 

Un décor issu du siècle dernier, où nous fumes guidés par des serveurs en livrée à travers un couloir feutré, débouchant sur le restaurant de l’Hôtel, vaste pièce transformée pour un soir en salle de concert. Colonnes de marbres, plafonds moulurés, grands miroirs, luminaires nombreux délivrant un éclairage discret, fauteuils crapauds en velours et vastes canapés recouverts de tissus finement rayé, tout est fait ici pour délivrer une impression de luxe. 

Mais le vrai luxe de cette soirée est incarné par nos trois muses qui incarnent parfaitement le slogan de la soirée : « Venez chics » ! 

Ceci état, nous ne sommes pas à un concert des « Frangeticines » et c’est bien la musique qui est au cœur de la soirée. 

Dès que Diane entonne les premières notes de Clearwater, il est clair que la soirée va être exceptionnelle. Cela sera d’ailleurs confirmé par la prestation des Trois Baudets, depuis le 1Bis, Diane a gagné en amplitude et son chant, plus sûr est totalement envoûtant. 

Si cette soirée n’est pas celle des guitares saturées, elle est bien celle des harmonies éthérées, d’une atmosphère onirique, originale, voluptueuse, ensorcelante. 

Suivent deux versions exceptionnelles d’Edelweiss et de Night’Joke qui donnent la part belle à Diane, qui une nouvelle fois, nous donne à entendre des notes qui ne sont pas sur les EP, mais qui reposent également beaucoup sur les talents d’instrumentistes d’Anne et de Delphine. Désormais les Colettes transcendent leurs EP. Anne fait également preuve d’un joli brin de voix sur Edelweiss et on se prend à rêver d’un morceau qu’elle chanterait seule ou en lead-vocal. 

Pour le morceau suivant, Dark Spirit, Delphine délaisse pour un temps sa guitare électrique et se saisit d’une guitare acoustique. Pari réussi, on espère retrouver cet inédit (découvert lors de leur show-case devant l’OCD) sur leur prochain EP. 

Puis la soirée s’emballe avec les cinq classiques que sont Kimberley, Pearl, Tipsy Toes, Clock et surtout Five Doors. Près de trois semaines après la soirée, il m’est difficile de la reconstituer dans le détail, mais j’ai le souvenir d’un groupe homogène, délivrant un concert sans temps mort et en harmonie totale avec lieu dans lequel le set était délivré. 

Comment nos amies ont-elles réussi à combiner le cadre feutré de l’Hôtel au caractère explosif de Five Doors ? C’est un mystère. Les Colettes de définissent elles-mêmes comme magiciennes ; c’est peut-être là l’explication. 

Vient ensuite le temps du savoureux Walking, suivi de I am a bird, qui ne vit personne siffler Les Colettes, malgré le clin d’œil fait au public.


Le concert se conclut alors par un moment d’anthologie. Si Les Colettes ont coutume de finir leurs concerts par la reprise de Bei Mir Bist Du Schön (Mei Mir Bistu Schein), la version qui en est donnée ce soir-là est mémorable. 



On y voit Diane passer de table en table, telle une réincarnation de Marlène Dietrich, avant que de se jeter aux pieds d’un public époustouflé. 

Je ne détaillerai pas le Concert des Trois Baudets. La liste des morceaux joués figurent en bas de compte-rendu. A une exception près, les morceaux y sont à peu près les mêmes que ceux de l’Hôtel, l’ordre en étant sensiblement modifié. 


Ce concert est en revanche très différent du précédent. Certes tous les « ingrédients » de la musique des Colettes sont bien là avec notamment des harmonies nuancées et une atmosphère féminine. Mais ce concert-ci est également celui des guitares saturées et des climats parfois menaçants : un concert à la fois subtil et puissant. 

Ce set est donné par trois rockeuses « racées » (désolé pour l’inélégance du terme) qui ne se déparent jamais de leur classe. «Too much class for ne neighbourhood!» 


L’éclairage des Trois Baudets se marie à la perfection au ton souhaité (dynamique à souhait), mais c’est surtout François Gouverneur qu’il convient de saluer. 

Ce dernier, auteur du son de la soirée permet à la guitare de Delphine et à la basse d’Anne de donner leur maximum sans que la voix de Diane n’en souffre à aucun moment. 

La soirée passe à une vitesse incroyable. 

Très différentes sur la forme, chacune des deux prestations restera pour moi un moment de bonheur. 

 J’ai cependant une légère préférence pour le set des Trois Baudets. Alliant subtilité, charme, mais surtout «Power-Rock » les Colettes ont désormais tout pour conquérir les fans de Nick Cave…et les autres. 

God save Les Colettes ! 

Set list du concert du 7 octobre 2013 à l’Hôtel : 

Clearwater 
Edelweiss 
Night’Joke 
Dark Spirit 
Kimberley 
Pearl 
Tipsy Toes 
Clock 
Five Doors 
Walking 
I am a bird 
Bei Mir Bust Du Schön

Set list du concert du 21 octobre 2013 aux Trois Baudets : 

Clearwaters 
Edelweiss 
I am a bird 
Night’Joke 
Kimberley 
Pearl 
Clock 
Five Doors 
Tipsy Toes 
Walking 
Bei MirBist Du Schön

Dates de la tournée des Colettes avec Nick Cave:

17.11.2013: Music Hall, Amsterdam
18.11.2013: Lotto Arena, Antwerpen
19.11.2013: Zenith, Paris




Montag, 28. Oktober 2013

Emily Jane White, Paris, 16.10.13

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Konzert: Emily Jane White (Maissiat)
Ort: Les Trois Baudets, Paris
Datum: 16.10.2013
Zuschauer: ausverlauft, etwa 120
Konzertdauer: 65 Minuten



PJ Harvey, Alela Diane, Cat Power, Marissa Nadler all diese Namen kommen einem unweigerlich in den Sinn, wenn man Musik der Kalifornierin Emily Jane White hört. Die wunderbar sinnliche Stimme, die Art und Weise zu intonieren, die Instrumentierung, vieles bei Emily Jane erinnert einfach an die großen Damen des Indierocks und Folks der vergangenen 15 Jahre. Eine bloße Mitläuferin ist White dennoch nicht, auf nun insgesamt vier Alben hat die gothisch angehauchte Dame gezeigt, daß auch sie das Zeug hat, selbt eine Große zu werden bzw. es inzwischen sogar schon ist. Gleichmäßig gut sind sie nämlich diese exquisiten Longplayer und auch der Neuling fügt sich jetzt schon nahtlos in den Gesamtkatalog ein.


Und natürlich ging es bei dem heutigen Pariser Konzert um dieses neue Werk, das auf den Namen Blood/Lines hört. Emily Jane hat es mit ein paar Gastmusikern, darunter der Seelenverwandten Marissa Nadler, aufgenommen und um zumindest auch ein paar der Facetten des Studiowerkes wiederzugeben, war ein männlicher Cellist mit dabei, der auch ab und an Gitarre und Piano spielte. Emily Jane selbt ging wie immer an der E-Gitarre und dem Piano zu Werke.

Die rund 120 Zuschauer im ausverkauften Trois Baudets mussten allerdings lange auf den Auftritt der Amerikanerin warten. Vorher waren nämlich im Rahmen des Mama Events zwei andere Acts zum Zuge gekommen. Zunächst eine scheußliche Band, deren Namen ich mir zum Glück nicht gemerkt habe und dann die Französin Maissiat und ihre Band, die mit ihren melancholischen, auf französisch gesungenen Pianoballaden zu gefallen wußte.



Um 22 Uhr dann aber endlich Emily Jane und ihr Cellist Shawn Alpay. Entzückend sah sie aus, die zierliche Amerikanerin, mit ihrem schlichten schwarzen Kleid und den offenen langen Haaren. Man merkte, daß sie an Selbstbewußtsein gewonnen hat, ohne gleich zur Diva geworden zu sein. Ihre vielen guten Auftritte in den letzten Jahren und ihre dadurch gewonnene Spielpraxis haben sicherlich dazu beigetragen, daß man hier und heute eine junge Musikerin erlebte, die Stolz und Würde ausdrückte, dabei aber natürlich, nahbar und immer noch ein klein wenig schüchtern blieb.


Schließlich wurde es dann auch das erwartet erlesene Konzert, daß wir Zuschauer in butterweichen roten Kinosesseln genießen durften. Die Sitze waren gar so weich, daß man manchmal in eine Art Sekundenschaf glitt und dies nicht etwa, weil der Vortrag vorne so langweilig war, sondern weil die Kombination aus sanfter, mit Hauchstimme vorgetragener Pianomusik und den bequemen Sesseln ungemein entspannend wirkte.


Dabei ist ja gerade das neue Album einen Hauch rockiger und orchestraler ausgefallen als die Vorgänger. Weil aber heuer live die Drums und ein paar andere Instrumente fehlten, blieb es letztlich eher sanft, reduziert und balladesk, wenngleich manchmal mit zwei E-Gitarren gleichzeitig angegriffen wurde. Bei einem Song gab es gar zwei Pianos gleichzeitig.

Am schönsten fand ich persönlich allerdings, wenn der Herr Cello spielte und mit seinen betörenden brummenden Klängen Emily Janes Gesang auf das Wundervollste begleitete. Sehr gediegen klang das bei dem altbekannten Oh Katherine, tief melancholisch beim unbeschreiblich schönen Requiem Waltz


Langgezogene Chöre gab bei Faster Than The Devil dazu einen flotten Pianosound und ein kanrziges prägnantes Riff, der Song, der auf der neuen Platte definitiv zu den besten gehört, konnte auch live sofort überzeugen.



"I never loved you, darling" sang Emil Jane sehnsuchtsvoll dann bei dem von The Black Oak, bevor nun abgesehen vom den bereits erwähnten Requiem Waltz quaisi das komplette neue Album performt wurde.

Die Lieder, ob My Beloved, The Roses oder das abschließende The Wolves waren ausnahmslos vorzüglich und es ist schon erstaunlich, welch hohes Niveau Emily Jane White inzwischen erreicht hat. 

Um noch mal zu den eingangs erwähnten Referenzen zu kommen: Emily Jane ist weniger launisch und gleichmäßiger als Cat Power, warmherziger als die stets recht kühle PJ Harvey, musikalisch ausgewogener ausgerichtet als die reine Folksängerin Alela Diane und nicht ganz so morbide wie die mysteriöse Marissa Nadler. An ihr kommen Fans von faszierenden Frauenstimmen also nicht mehr vorbei und dies obwohl sie medial nach wie vor nicht besonders präsent ist. Ihren kontinuierlichen Aufstieg hat sie also ausschließlich ihrer exquisiten Musik zu verdanken.

Setlist:
 
01: A Shot Rang Out
02: Oh Katerine
03: Faster Than The Devil
04: The Black Oak
05: Holiday Song
06:?
07: Dandelion Daze
08: My Beloved
09: The Roses 
10: Wake
11: Requiem Waltz
12: The Wolves

Aus unserem Archiv:

Emily Jane White, Paris, 16.11.10
Emily Jane White, Paris, 17.10.08
Emily Jane White, Paris, 23.04.08




Freitag, 16. März 2012

Maissiat, Paris, 15.03.12

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Konzert: Maissiat ( Julien Ribot)
Lieu: Les Trois Baudets, Paris

Date: 15.03.2012
Spectateurs: environ 100



Je vais rarement aux concerts d'artistes chantant en français. Ce n'est pas parce que je n'aime pas la chanson française, mais dès que cela devient trop "variété" j'ai du mal. Snobisme? Favoritisme pour la scène indé anglo-saxon? Ben, de toute façon comme je suis allemand ce n'est pas la même chose pour moi que pour mes amis français, jurant seulement par la musique anglophone "approuvée par les Inrocks".



Je me rendis donc ce jeudi très doux (20 °!, même le soir) aux Trois Baudets, lieu culte, entouré de sex shops bon marché et seulement à un pas du fameux Moulin Rouge. Je voulais voir la chanteuse Maissiat, fille de talent, qui ne cesse de faire parler d'elle ces derniers temps. Avec l'aimable aide de la superbe photographe Sarah Bastin, j'arrive à être sur la liste des invités. Mais de toute façon, je ne fais pas de cadeaux. Si le concert ne me plaît pas, je le dis franchement.

Mais cela ne constitue pas de problème ce soir, parce que j'adore le concert de Maissiat. Après une sympathique première partie fournie par le pianiste Julien Ribot, la très grande Amandine Maissiat (elle fait quoi, 1 m 185 ?) entre sur scène. Elle est entourée d'un batteur, de Katel au clavier et à la guitare/basse et d'un autre claviériste qui joue de temps en temps du trombone. Ces quatre musiciens arrivent à créer une ambiance chaude, sensuelle et très élégante. Le son est excellent et les arrangements soignés et très classes. Ce qui me charme le plus c'est la voix de velours de Maissiat qui constitue le missing link entre Cat Power et Jane Birkin. Une voix qui me caresse, qui me touche, qui m'emporte loin. Elle a un timbre très français, doté d'une mélancolie Gainsbourienne qui me séduit énormément.

Maissiat joue les morceaux de son premier EP 5 titres (disponible en vinyle collector ce soir avec code de téléchargement) mais aussi des chansons qui vont être sur son premier vrai album "Tropiques" à paraître en septembre. Malgré le titre qui rappelle le soleil et l'insouciance, le son de Maissiat est très sombre, menaçant et ténébreux. Mais l'artiste est capable d'y rajouter un peu de sucre et de soleil dans des refrains addictifs comme Jaguar, le premier morceau du concert ce soir.

Très beau et ensorcelant fut la chanson aérienne Trésor qu'on peut déguster dans une très romantique session vidéo du Cargo ou on voit l'artiste à la lumière tamisée de deux bougies.

Egalement filmé par le Cargo et joué ce soir Le départ, un titre terriblement triste mais si attirant.


Le concert fut finalement assez court, variant phases plus instrumentées et rock et passages intimistes et dépouillés.

Maissiat est un grand talent et d'une sincérité touchante. Je ne regrette pas une seule seconde de l'avoir préférée au groupe noisy Earth qui jouait à la Maroquinerie.





Setlist Maissiat, Les Trois Baudets, Paris

01: Jaguar
02: La Fabrique Des Fauves
03: Trésor
04: Havana
04: Le départ
06: Jour de Chance
07: Iris
08: Tropiques
09: Soule



Sonntag, 23. Oktober 2011

Alamo Race Track u.a., Paris, 21.10.11

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Konzert: Alamo Race Track & Mesparrow & Inga Liljeström (Oh Tiger Mountain)
Ort: Les Trois Baudets
Datum: 21.10.2011
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: Alamo: 48 Minuten


Großartiges, absolut euphorisierendes Konzert der Holländer Alamo Race Track! Den Damen Inga Liljeström und Mesparrow kann man aber auch ruhig einmal ein Ohr schenken. Oh! Tiger Mountain habe ich leider verpasst.

Demnächst mehr Bericht. Gute Nacht!

So, jetzt also mal etwas ausführlicher.

Alamo Race Track liebe ich von ganzem Herzen. Deshalb war klar, daß ich ihr Konzert im eigentlich auf französischen Chanson spezialisierten Saal Les Trois Baudets nicht verpassen durfte. Man musste als Fan allerdings eine Menge Geduld aufbringen, denn die Alamos kamen erst um 23 Uhr 20 auf die Bühne, nachdem zuvor bereits drei Acts aufgetreten waren. Acts, die eher getragen musizierten und bisweilen einschläfernd (Inga Liljeström, recht schön, aber auch stark narkoleptisch)) wirkten. Der ungemein frische und flotte Sixties-Sound der Holländer war somit ideal, um noch einmal so richtig wachgerüttelt zu werden.

Die Amsterdamer präsentierten sich als Sextett in neuer Bandbesetzung. Der alte Bassist war nicht mehr dabei und wurde von einem Lockenkopf gut verteten und ein Keyboarder und ein Vibraphonspieler vergrößerten heute die Band. Neue Besen kehren gut! Das Sprichwort sollte sich als wahr erweisen, zumal Sänger und Gitarrist Ralph Mulder noch dabei ist und eh die treibende Kraft hinter dem Projekt ist. Seine markante Retro- Stimme (man denkt unweigerlich an die Beatles und die Kinks) drückt der ganzen Sache seinen unverwechselbaren Stempel auf. Aber auch die anderen Musiker sind sehr wichtig für den typischen Sound der Holländer. An erster Stelle ist da der Drummer Robin Buijs zu nennen, ein junger, unverschämt gut aussehender Blondschopf mit langer Mähne, der den Vorgänger inzwischen sehr gut ersetzt und auch heute wieder mit wahnsinnig viel Dampf und unbändiger Spielfreude glänzte. An zweiter Stelle muss unbedingt der zur Startformation gehörende Gitarrist Leonard Lucieer genannt werden. Seine melodischen Riffs trugen maßgeblich zum berauschenden Sound bei und wenn er Pedal-Steel spielte, nahm das Ganze leicht countryeske Züge an.

Performt wurden im ganz überwiegenden Maße Lieder des neuen Albums Unicorn Loves Dear. Ein absolutes Meisterwerk, das auch in der Livedarbietung perlende Ohrwürmer zu bieten hatte. Nach dem glänzenden Vorgänger Black Cat John Brown ist es den Niederländern erneut gelungen, hochmelodische, geradezu süchtig machende Popsongs aus dem Ärmel zu schütteln. Bereits der Opener Lindy Hop begeisterte mit dem alamotypischen zackigen, Trippelrhythmus, den packenden Chorgesängen und einem unwiderstehlichen Lalala-Singalong. Apples setzte noch einen obendrauf, polterte putzmunter drauflos und brillierte durch den mutmachenden Refrain: "we got hope for the future." Mein abolsuter Favorit war aber das nun folgende The Moon Rides High. Der Song hat eine solch famose Melodie und einen solch unwiderstehlichen Charme, das man das Gefühl hatte, die Beatles noch einmal live zu erleben. Ich platzte fast vor Begeisterung!

Das hohe Anfangsniveau wurde in der Folge spielerisch leicht gehalten und die Band spielte sich in einen regelrechten Rausch. Die Nervosität war nun verflogen, jetzt dominierte Spielfreude pur. Jedes einzelne Lied war ein Kracher. Den Oberknüller hatten sich die Amsterdamer jedoch für den Schluß aufgehoben. Das alte Stück The Northern Territory kam in neuem Gewande daher und war anfänglich schwer zu erkennen. Dann aber setzten bekannte Liedpassagen ein ("I step back in the garden") und jeder wußte nun, was gespielt wird. Die neue Version war diabolisch gut und ich würde bares Geld dafür zahlen, wenn mir jemand den Livetrack in bester Soundquläität zur Verfügung stellen könnte.

Wieder einmal hatten Alamo Race Track bewiesen, daß sie eine sträflich unterschätzte Indieband sind, die eigentlich größere Locations verdient hätte.

Setlist Alamo Race Track, Les Trois Baudets, Paris:

01: Lindy Hop
02: Apples
03: The Moon Rides High
04: Records
05: Black Cat John Brown
06: Shake Off The Leaves
07: Motorman And Owls
08: Hypnotised
09: The Norther Territory








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Sonntag, 25. April 2010

Maud Lübeck, Paris, 23.04.2010

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Maud Lübeck

Ort: Les Trois Baudets, Paris

Datum: 23.04.2010

Zuschauer: hmm, 100 vielleicht?

Konzertdauer: 40-45 Minuten




Leute, die sich über alle Maßen begeistern können, die über das wunderbare Gotteschenk der Euphorie verfügen, fand ich schon als kleiner Junge toll. Damals mit etwa 10 Jahren lief mir zum ersten Mal ein kalter Schauer den Rücken runter, als der Schwede Björn Borg nach verbittertem Kampf das Wimbledon Finale gegen John McEnroe gewann, vor Freude auf die Knie sank und überglücklich seinen Schlänger gen Himmel rammte. Von da an habe ich fast immer eine Gänsehaut gehabt, wenn sich Sportler auf emotionale Weise über den Sieg freuen, egal ob ich ihr Fan war oder nicht. Auch die oft weinenden unterlegenen Kontrahenten haben mich alles andere als kalt gelassen. Ungefälschte Emotionen, das ist es, was ich schätze.

Aber nicht nur im Sport, sondern auch bei der Musik geht es um starke Gefühle. Wer eingefleischter Fan von einer oder mehreren Bands bzw. Solokünstlern ist, weiß wovon ich rede. Immer wieder famos, wenn das Publikum bei Konzerten mitgeht, klatscht, schreit, oder auch vor Rührung weint. In meinen Konzertberichten versuche ich deshalb, meine Eindrücke so unverfälscht wie möglich, zu schildern. Ich schreibe so schnell es geht, damit nichts verwässert wird und ich keine Zeit habe, über das Erlebte lange zu reflektieren. Überarbeit werden die Reviews in inhaltlicher Hinsicht (fast) nie. Daß ich ab und an zu euphorisch, oder (seltener) zu bärbeißig werde, nehme ich hierbei in Kauf. Authenzität hat Vorrang vor Abwägung.

Schön, daß es auch andere Musikkritiker (falls ich ein solcher als brotloser Blogger überhaupt sein sollte) gibt, die ihren Emotionen freien Lauf lassen. JD Beauvallet von der renommierten Postille Les Inrockuptibles ist einer von diesem Schlag. Geradezu veschlungen habe ich seine himmelhochjauchzenden Ausführungen zu der Pariser Pianistin Maud Lübeck. Meine Fresse, den Kerl muß es wirklich voll erwischt haben! Maud Lübeck hat ihm wohl alle Sinne geraubt. Bis ins kleinste Detail beschreibt er in seinem Artikel, was die Dame mit ihm gefühlsmäßig anstellt. Er wirft eingangs die Frage auf, ob es in einer Gesellschaft, die die Polygamie ablehnt, duldbar sei, daß man als verheirateter Mann emotional heftig fremd flirtet. Das man an eine andere Frau (natürlich Maud Lübeck) ständig denkt, so stark, daß man unglaublich genervt ist, wenn das Telefon bimmelt, oder jemand and der Wohnungstür klopft. Dann erzählt er von den Liedern der Chanteuse. Wie sie sich langsam und feinfühlig an ihn herangepirscht haben, einer nach dem anderen. Wie sie ihn schließlich vollkommen überwältigt haben. Wie sie ihm gleichzeitig enorm gut und schrecklich weh tun. Und dies obwohl die Sängerin noch kein Album auf den Markt gebracht, ja noch nicht einmal ein Plattenlabel hat! Er vermag sich gar nicht auszudenken, welche süchtig machende Wirkung die Stücke entwickeln, wenn sie neu arrangiert werden, z.B. mittels Violinen. Seine euphorischen Ergüsse schließt JD Bauvallet mit einem Vergleich. Maud Lübeck würde bei ihm die gleichen Gefühle auslösen, wie dereinst Barbara (eine klassische französische Chanson-Sängerin). Und Lieder von Barbara hätte er seit frühester Jugend jede Woche seines ganzen Lebens gehört...

An diese Lobgesänge erinnerte ich mich wieder, als ich durch Zufall aufschnappte, daß Maud Lübeck ab dem 23. April im Trois Baudets einige Konzerte im Rahmen des Festivals Les Zéphémères geben würde. Von den liebestollen Zeilen des renommierten Kritikers angefixt, notierte ich sofort den 23. rot im meinem Kalender. Rot waren dann auch die Sessel im Trois Baudets, der austragenden Location. Umgeben von einer Frauengruppe um die 60 (wirkte fast wie ein regelmäßiges Treffen zu kulturellen Veranstaltungen) wartete ich auf den Auftritt der Lübeck. Dann wurde das Licht auf der Bühne plötzlich intensiver und eine Frau trat auf den Plan. Sie stellte sich als Maud Lübeck vor und fügte grinsend hinzu, daß sie ihre Haare blond gefärbt und ein paar Kilos zugelegt habe. War natürlich alles nur ein Gag, denn bei der Frau handelte es sich um die Ansagerin und nicht die Künstlerin. Die Pianistin selbst kam erst zwei Minuten später aus der Kabine gekrochen. In der Tat sehr schlank, fast dürr und mit brünetten Haaren, die schon einen leichten Grauton hatten. Im Laufe ihres Konzertes sprach sie nicht viel. Sie konzentrierte sich stattdessen auf ihr gefühlvolles Spiel und hatte mich damit auch ziemlich rasch weichgeklimpert. Ob JD Beauvallet recht hatte? Die erotische Säuselstimme im Stile einer Jane Birkin konnte einen wirklich high werden lassen! Hinzu kam dann noch diese typisch französische, Gainsbourg'sche Melancholie und die weltklugen , poetischen Texte. Keine Frage, da vorne ließ ein großes Talent ihren zarten Pfoten in die Tasten gleiten! Sie hatte irgendwie alles, was Franzosen schwach werden lässt. Eleganz, Fragilität, Sanftheit, zarte Schwermut. Und da ich mich dem Volk der Froschfresser und Champagnersäufer sehr verbunden fühle, bekam ich auch weiche Knie. Wo war eigentlich JD? Man berichtet, er lebe in Brighton. Schade, ich hätte gerne seinen feierlichen Blick und seine glasigen Augen gesehen. Stattdessen musste ich mich an zwei eher gelangweilten Franzmännern vorbeiarbeiten, die bräsig ihre Füße gegen die Vordersitze gestreckt hatten, so daß ich nicht durch kam. Ich wollte nämlich die Seiten wechseln, um gute Fotos von der Lübeck zu schießen. Bisher hatte ich sie nur im Profil abgelichtet, nun aber wollte ich ihr ganzes Gesicht drauf kriegen. Das gelang mir auch. Hübsche Züge hat sie. Kleine Grübchen um den Mund und die ersten Fältchen um die Augen, aber mit einem solch gütigen und intelligenten Blick ausgestattet, daß ich sie sofort ins Herz schloß. Auf Anhieb erkannte ich die belesene und hochintellektuelle Frau in ihr, die eher schlicht und schüchtern auftritt, aber weiß, was sie will: Konzerte geben und noch andere Kritiker (und natürlich auch Zuschauer) um ihre Pianistinnenfinger wickeln. Eine Karriere im Mainstream dürfte sie hingen eher nicht anstreben, aber wer weiß? Immerhin hat sie schon ein sehr hübsches Duett mit dem in Frankreich sehr bekannten Vincent Delerme (auch so ein Poet!) eingespielt, das sie heute aber ohne ihn vortrug. "Je t'aimas trop, a perdre mon bolout, a perdre mon dodo, a perde la ligne" (ich liebte dich zu sehr, so daß ich meine Arbeit verlor, meinen Schlaf und auch die Zugverbindung).

Ob ich ihr auch so verfallen war? Hmm, schau' mer mal! Das Konzert war sehr schön, aber die ungebremste und zügellose Schwärmerei überlasse ich erst einmal meinem Kollegen JD. Ich habe ja auch noch ein wenig Zeit. Maud Lübeck spielt in den nächsten Wochen und Monaten noch ein paar mal in den Trois Baudets. Ich denke, ich komme wieder! À très vite, Maud!

Schlußbemerkung: Mit Porco Rosso (ein recht kräftiger Bursche mit Brille und Gitarre + recht lustigen Texten) und Oshen (eine attraktive Lady mit beißendem Humor und einem Cover von Elliott Smith, Between The Bars) traten noch zwei weitere französische Künstler mit französischen (und ab und zu englischen) Texten auf und machten ihre Sache ebenfalls ordentlich. Ich war aber einzig und allein für Maud Lübeck gekommen, die, diesmal ohne Piano, auch noch gemeinsam ein Lied mit Oshen performte.



 

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