Sonntag, 23. Oktober 2011

Alamo Race Track u.a., Paris, 21.10.11


Konzert: Alamo Race Track & Mesparrow & Inga Liljeström (Oh Tiger Mountain)
Ort: Les Trois Baudets
Datum: 21.10.2011
Zuschauer: etwa 150
Konzertdauer: Alamo: 48 Minuten


Großartiges, absolut euphorisierendes Konzert der Holländer Alamo Race Track! Den Damen Inga Liljeström und Mesparrow kann man aber auch ruhig einmal ein Ohr schenken. Oh! Tiger Mountain habe ich leider verpasst.

Demnächst mehr Bericht. Gute Nacht!

So, jetzt also mal etwas ausführlicher.

Alamo Race Track liebe ich von ganzem Herzen. Deshalb war klar, daß ich ihr Konzert im eigentlich auf französischen Chanson spezialisierten Saal Les Trois Baudets nicht verpassen durfte. Man musste als Fan allerdings eine Menge Geduld aufbringen, denn die Alamos kamen erst um 23 Uhr 20 auf die Bühne, nachdem zuvor bereits drei Acts aufgetreten waren. Acts, die eher getragen musizierten und bisweilen einschläfernd (Inga Liljeström, recht schön, aber auch stark narkoleptisch)) wirkten. Der ungemein frische und flotte Sixties-Sound der Holländer war somit ideal, um noch einmal so richtig wachgerüttelt zu werden.

Die Amsterdamer präsentierten sich als Sextett in neuer Bandbesetzung. Der alte Bassist war nicht mehr dabei und wurde von einem Lockenkopf gut verteten und ein Keyboarder und ein Vibraphonspieler vergrößerten heute die Band. Neue Besen kehren gut! Das Sprichwort sollte sich als wahr erweisen, zumal Sänger und Gitarrist Ralph Mulder noch dabei ist und eh die treibende Kraft hinter dem Projekt ist. Seine markante Retro- Stimme (man denkt unweigerlich an die Beatles und die Kinks) drückt der ganzen Sache seinen unverwechselbaren Stempel auf. Aber auch die anderen Musiker sind sehr wichtig für den typischen Sound der Holländer. An erster Stelle ist da der Drummer Robin Buijs zu nennen, ein junger, unverschämt gut aussehender Blondschopf mit langer Mähne, der den Vorgänger inzwischen sehr gut ersetzt und auch heute wieder mit wahnsinnig viel Dampf und unbändiger Spielfreude glänzte. An zweiter Stelle muss unbedingt der zur Startformation gehörende Gitarrist Leonard Lucieer genannt werden. Seine melodischen Riffs trugen maßgeblich zum berauschenden Sound bei und wenn er Pedal-Steel spielte, nahm das Ganze leicht countryeske Züge an.

Performt wurden im ganz überwiegenden Maße Lieder des neuen Albums Unicorn Loves Dear. Ein absolutes Meisterwerk, das auch in der Livedarbietung perlende Ohrwürmer zu bieten hatte. Nach dem glänzenden Vorgänger Black Cat John Brown ist es den Niederländern erneut gelungen, hochmelodische, geradezu süchtig machende Popsongs aus dem Ärmel zu schütteln. Bereits der Opener Lindy Hop begeisterte mit dem alamotypischen zackigen, Trippelrhythmus, den packenden Chorgesängen und einem unwiderstehlichen Lalala-Singalong. Apples setzte noch einen obendrauf, polterte putzmunter drauflos und brillierte durch den mutmachenden Refrain: "we got hope for the future." Mein abolsuter Favorit war aber das nun folgende The Moon Rides High. Der Song hat eine solch famose Melodie und einen solch unwiderstehlichen Charme, das man das Gefühl hatte, die Beatles noch einmal live zu erleben. Ich platzte fast vor Begeisterung!

Das hohe Anfangsniveau wurde in der Folge spielerisch leicht gehalten und die Band spielte sich in einen regelrechten Rausch. Die Nervosität war nun verflogen, jetzt dominierte Spielfreude pur. Jedes einzelne Lied war ein Kracher. Den Oberknüller hatten sich die Amsterdamer jedoch für den Schluß aufgehoben. Das alte Stück The Northern Territory kam in neuem Gewande daher und war anfänglich schwer zu erkennen. Dann aber setzten bekannte Liedpassagen ein ("I step back in the garden") und jeder wußte nun, was gespielt wird. Die neue Version war diabolisch gut und ich würde bares Geld dafür zahlen, wenn mir jemand den Livetrack in bester Soundquläität zur Verfügung stellen könnte.

Wieder einmal hatten Alamo Race Track bewiesen, daß sie eine sträflich unterschätzte Indieband sind, die eigentlich größere Locations verdient hätte.

Setlist Alamo Race Track, Les Trois Baudets, Paris:

01: Lindy Hop
02: Apples
03: The Moon Rides High
04: Records
05: Black Cat John Brown
06: Shake Off The Leaves
07: Motorman And Owls
08: Hypnotised
09: The Norther Territory








Aus unserem Archiv:

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