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Montag, 13. Januar 2014

Robi, La Féline, Maissiat, Cléa Vincent, Paris im Dezember 2013

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Konzerte Robi, La Féline, Maissiat, Cléa Vincent
Orte: Les Trois Baudets, Le Bus Palladium, Le Gibus Café
Daten: 18.12.2013 (Robi und La Féline), 16.10.2013 (Maissiat), 19.12.2013 (Cléa Vincent)
Zuschauer: jeweils um die 100


Das Jahr 2014 schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran und ich serviere euch Berichte über Konzerte von 2013? Warum denn das? Nun, weil die Damen, über die ich unbedingt ein paar lobende Worte verlieren muss, in Deutschland sicherlich erst 2014 oder gar noch später entdeckt werden (wenn überhaupt, bleiben wir unserem Pessimus was das Entdecken guter Musik angeht ruhig treu).

Reden möchte ich von jungen Französinnen, die entgegen des Trends zum englischsprachigen Gesang, in der Sprache Molières intonieren. Eine Art Neudefinition des französischen Chansons also, aber ohne in Richtung naiv-dümmlicher Varitété zu gehen, die jeder vernünftige Mensch hasst. 

Im Falle von Robi und La Féline dreht es sich musikalisch um Indie Rock/New Wave, bei Maissiat und Cléa Vincent um Piano Pop.


Es macht hier unbedingt Sinn, diese talentierten Chanteusen in einem Bericht zusammenzufassen, denn man kann durchaus von einem Trend hin zum Französischen sprechen. Und diese Tendenz ist ganz in meinem Sinne, denn ein perfekt ausgesprochenes Französich ist allemal besser als ein schlecht gesungenes Englisch. Ob sich auch in Deutschland dafür jemand erwärmen kann, ist freilich fraglich.


Reden wir zunächst von Robi. Die junge Dame präsentierte sich nur wenige Wochen nach ihrem famosen Auftritt im Nouveau Casino am 18. Dezember im Trois Baudets. Chloé Robineau wie sie mit bürgerlichem Namen heißt hatte vor ziemlich genau einem Jahr ihr Debütalbum L'Hiver Et La Joie veröffentlicht und damit zumindest in Indiekreisen Staub aufgewirbelt. Lange schon hat man kein solch gutes französisches Rockalbum gehört. Und live klingt das Ganze gleich noch eine Spur packender, intensiver und direkter. Robi hat nämlich ein riesiges Talent für die Bühne. Sie bewegt sich elegant lasziv und verleiht ihren Worten durch ihr Gebaren noch eine stärkere Tiefe und Leidenschaft. Unfassbar ihre Stimme. Ziemlich tief, sehr sinnlich und wunderschön. Hinzu kommt die wie die Faust aufs Auge passende Instrumentierung ihrer Stücke durch einen markanten New Wave Bass und ein perlendes Piano.


Ihr eigenes Songmaterial ist ausgezeichnet, aber auch ihre beiden Cover können sich sehen (bzw. hören) lassen. In schöner Regelmäßigkeit coverte sie 2013 Il Se Noie von Trisomie 21 und Lolita Nie En Bloc von Noir Désir, so auch in den Trois Baudets.


Besonders gelungen hierbei ihre ganz eigene Version von Trisomie 21. Ein pechschwarzes Stück Musik, fast gothisch klingend mit einer suzidären Grundstimmung und einer knisternden Spannung. Zwischen New Wave und Industrial angesiedelt, spitzt sich der Song immer weiter zu, bis der Gesang irgendwann immer hysterischer wird und die Spannung ihren Siedepunkt erreicht. Ähnlich gestrickt ist Ma Route, ein Stück auf dem in der Studioversion kein Geringerer als Dominique A mitgesungen hat.


Absoluter Kracher in ihrem Set ist aber immer die Histingle On Ne Meurt Plus d'Amour, ein Lied das rabenschwarze Melancholie mit einem poppig eingängigem Refrain zu verbinden weiß. Wenn man das ein paar Mal gehört hat, pfeift man es irgendwann unter der Dusche! Und ich persönlich höre sogar ein wenig Kraftwerk heraus...




Kurzum: Daumen kerzengerade nach oben für Robi. Die ist so gut, daß ich ihr zumindet in Indiekreisen in Deutschland Erfolge zutraue!


Gleiches gilt für Agnès Gayraud alias La Féline. Die brünette Sängerin mit dem schicken Pagenschnitt ist auch schon ein paar Jahren in der alternativen Pariser Szene unterwegs, hat inzwischen mindestens drei EPs herausgebracht, wartet aber immer noch auf den richtigen Durchbruch. Der soll nun mit dem ersten Longplayser 2014 kommen. Und was man am 18.Dezember Im Bus Palladium von dem Werk zu hören bekam, war absolut vielversprechend! Auch hier kann man mit der Schublade New Wave Revival ankommen, aber bei La Féline klingt das Ganze nicht ganz so suizidär und roh wie bei Robi. Es gibt rundere Melodien, ein wenig mehr Zucker, ein bißchen mehr Wärme. Ansonsten gibt es aber auch hier Paul Hooksche Bässe, Gitarren wie bei The Cure und einen hohen Gesang der mitunter an Kate Bush erinnert. Es ist allerdings keine bloße Retronummer, die La Féline hier durchzieht, sondern ihr ganz eigenes Gebräu, freilich mit altbekannten Zutaten. Fast bin ich geneigt zu sagen, daß sie so aufregend klingt wie eine leicht ausrechenbare Mainstreamband wie Indochine gerne klingen würde.


Genau wie Robi hat La Féline eine männliche Begleitband mit am Start, aber in beiden Fällen ist die Dame ganz klar der Star. Im Falle von La Féline kommt hinzu, daß sie im Gegensatz zu Robi auch Gitarre spielt und im Grunde genommen ihr Set auch solo präsentieren könnte.


Zu den einzelnen Songs viel zu sagen, macht keinen besonderen Sinn, da man die meisten neuen Sachen online nicht hören kann, aber seid sicher, daß es sich wirklich um absolute Indie-Ohrwürmer handelt! Zum Einarbeiten empfehle ich euch die Stücke auf Soundcloud und dieses Livevideo von einer Sesssion bei den Ballades Sonores. Sehr geheimnisvoll und dreampoppig. Die neuen Sachen haben mehr Druck und Tempo. Achso: hatte ich erwähnt, daß Jarvis Cocker himself Fan von La Féline ist?







Im Bereich  Piano Pop mit französischen Texten gibt es zwei andere Musikerinnen, die sich hervortun: Maissiat, die Melancholikerin und Cleá Vincent, die Spaßkanone. Ist jetzt natürlich stark verkürzt und etwas pauschal, aber im Grunde genommen passt das schon so. Maissiat hält ihre Lieder am Klavier in moll, Cléa hingegen versprüht hinter dem Piano Lebensfreude und Energie, wenngleich es auch bei ihre sentimentale Passagen gibt.

Zuletzt live gesehen habe ich Maissiat in den Trois Baudets am 16.10 2013 im Vorprogramm von Emily Jane White. Sie spielte dort die Chansons ihres ersten Albums Tropiques und verwöhnte die Zuhörer mit geschliffenen Arrangements, einen sanften Stimme und bitter schönen Pianomelodien.

Die für eine Französin ungewöhnlich groß gewachsene Frau mit dem obligatorischen schwarzen Hut, der ihr Charisma verleiht, lässt ihn gewisser Weise die Sinnlichkeit einer Jane Birkin wieder aufleben, besticht mit einem urtypisch französischen Sound voller Eleganz, Sensibilität und Klasse. Großartig ist beispielsweise ihr Stück Le Depart, aber auch der Titeltrack Tropiques ist wundervoll.






Begleitet wurde Maissiat bei ihrem Konzert in den Trois Baudets von 3 Musikern, darunter der Bassistin Katel, die auch eine eigene Laufbahn verfolgt.

Auch im Falle von Maissiat halte ich es für möglich, daß ihre Lieder früher oder später Gehör in Deutschland finden werden. Ihre Melodien sind einfach so stark, daß selbst die Sprachbarriere nicht hinderlich sein sollte. Ich sehe sie fast als eine Art Seelenverwandte von Agnes Obel.


Cléa Vincent schließlich spielt genau wie Maissiat Klavier, setzt aber sehr selten eine schwermütige Miene auf. Ihr leicht jazzig angehauchter Piano Pop ist perlend, beschwingt, luftig leicht und absolut Laune machend. Das Mädel versprüht regelmäßig ein solche Spiel- und Lebensfreude, daß selbst im grausten Winter die Sonne aufgeht. Total ansteckend, wenn sie kichernd ihre Lieder anstimmt und dann mit viel Dampf Stücke wie Neuilly oder Le Méchant Loup (der böse Wolf) abfeuert! Zuletzt gesehen habe ich Cleá im Dezember im urigen Gibus Café. Auch sie wird von männlichen Begleitmusikern unterstützt, einer von ihnen spielt sogar Trompete und sorgt so für die besonderen Momente.










Cléa ist im Moment noch die unbekannteste der vorgestellten Musikerinnen aber das kann sich durchaus schnell ändern, denn sie ist ein wahrer Wirbelwind und wird mit iher Wahnsinnsenergie irgendwann den Durchbruch schaffen, zumindest in Frankreich!





Dienstag, 26. November 2013

Robi, Paris, 20.11.13

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Concert: Robi (Fiodor Dream Dog)
Lieu: Le Nouveau Casino
Date: 20.11.2013
Spectateurs: 300 peut-être?

J'adore le folk français (chanté en français ou anglais, les deux me vont), mais souvent j'ai du mal avec le rock français. Comme le disait John Lennon: "le rock français c'est comme le vin anglais, dégueulasse!). C'est vrai qu'il est souvent indigeste et plein de clichés et le pire est en général l'accent pourri quand les groupes chantent (ou plutôt essaient de chanter) dans la langue de Shakespeare.


Heureusement il y a aussi des chanteuses comme Robi. Une fille qui fait du rock chanté en français, évitant chaque cliché. Ah que cela fait du bien! Des mots impeccablement prononcé, avec une voix pleine de caractère, facilement reconnaissable parmi tant d'autres. Elle a un timbre extraordinaire, rappelant parfois Françoiz Breut, mais aussi Patricia Kaas (sans que cela sonne ringard comme chez Patricia Kaas) c'est à dire assez grave et rocailleuse. Et sa musique est sombre à souhait, fiévreuse, envoûtante, hypnotique, mystérieuse.

Normal alors que son premier album fût un succès. Bon cela ne se vendait pas comme les mièvreries de Lilly Wood and The Prick et co., mais l'acheteur français n'a pas forcément le même bon goût que pour la bouffe.

Mais ce soir le Nouveau Casino était peuplé de gens ayant du goût. Robi attire un public mûr, mais pas vieux, critique, mais pas chiant, des femmes, des hommes entre 25 et 45 ans en moyenne. La plupart entre eux était déjà là pour la première partie Fiodor Dream Dog, mais je suis arrivé après la bataille apprenant que j'ai raté quelque chose, parce que c'était "super bien" comme disaient pas mal de spectateurs.


Toute le monde était bien présent pour Robi par contre. Elle a commencé son set vers 21 h, entourée de ses deux musiciens à la basse (Valentin Durup) et au clavier (Bertrand Flamain)

Très vite cela dégageait quelque chose de très fort, de très intense et sensuel. Robi avait une présence sur scène hors du commun. Malgré sa (relative) petite taille on ne voyait qu'elle. Quel charisme! On n'était pas simplement attiré par sa voix, mais aussi par ses gestes, ses regards (qui tuent), ses mouvements élégants et sensuels.


Les trois musiciens jouaient fort (cette basse claquante à la Joy Division, cool!) et avec conviction. Les titres de l'allbum sonnaient encore plus puissants et rentre-dedans que sur disque.

C'était vraiment un festival de bons morceaux où chansons rapides (Où suis- je, impressionnant, L'Hiver et la Joie magnifique) et plus lents (La Finitude, Les Fleurs) étaient en parfaite balance.



Impressionnante aussi leur reprise de Trisomie 21 de Il Se Noie. Un titre très "dark" et "cold wave" qui me plongeait dans une rêve éveillé. C'était un rêve fiévreux, parfois suicidaire, mais très attirant quand même. Une tuerie. Supérieur à la (pourtant pas mauvaise) reprise de Noir Désir (Lolita nie en Bloc) de toute façon.

Fort aussi Ma Route même sans l'aide de Dominique A (qui chante sur l'album). Les riffs de guitare et les nappes de synthé se mariaient parfaitement et la chanson s'intensifiait avec chaque seconde. S'il y a quelque chose comme une chanson pour faire l'amour Ma Route serait certainement un bon choix!

Au milieu du set il y avait quelques petites fautes, notamment quand Robi jouait du clavier électrique, mais cela faisait le charme d'un concert sinon parfaitement maitrisé et truffé de quelques nouveaux morceaux.





La fin du spectacle nous réservait quelques belles surprises avec le duo de Robi avec l'invitée Maissiat pour chanter la ballade Les Fleurs. Et puis le grand et beau final avec les guests Katel, Tatiana "Fiodor Dream Dog" Mladenovitch, Diane "Les Colettes" Sorel et La Fiancée interprétant ensemble On Ne Meurt Plus D'Amour, un des titres phares de l'album.

Robi se montra très emue à la fin et remercia tout le monde, preuve qu'elle est resté naturelle et attachante et qu'elle n'oublie pas ceux qui la soutiennent depuis longtemps.

Une soirée mémorable!




 

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