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um
01:38
Konzert: Blood Red Shoes (James Yuill, Delphic, Get Well Soon); Cooperative Music XMas PartyOrt: La Fleche d'or, ParisDatum: 09.12.2009Zuschauer: nicht sonderlich voll (also die Flèche d'or, den Alkoholkonsum der Zuschauer habe ich nicht kontrolliert)Konzertdauer: Blood Red Shoes: 45-50 MinutenDen Konschtantin und die Vehrena hätt i fei gern g'sehen!So oder so ähnlich würde man es wohl in Bayern sagen. Aber Pustekuchen! Das Akustikkonzert von Konstantin Gropper und seiner Schwester Verena ging mir durch die Lappen. Woran das lag?
Ganz einfach: Ich komme mit der Bloggerei manchmal nicht mehr hinterher! Abends um 8 saß ich noch hinter meinem Mac und habe Fotos vom gestrigen Konzert von Noah & The Wahle aussortiert und geladen. Und bis zur Flèche d'or brauche ich fast eine Stunde mit der Metro! Als ich ankam, waren die Groppers schon durch und ich bekam nur noch drei Lieder von Elektronerd James Yuill mit, die völlig an mir vorbeigingen. Wem gefällt überhaupt ein solch seelenloses hedonistisches Gefrickel eines Burschen, der mit seiner Hornbrille und den strähnigen Haaren aussieht wie ein Informatiker? Mir jedenfalls nicht!
Delphic, die im Anschluß an den Start gingen, klangen zunächst sehr vielversprechend und postpunkig. Eine junge vierköpfige Band aus Manchester, da muß doch was gehen! Vielleicht sogar die neuen New Order? Mitnichten! Von Lied zu Lied gefielen sie mir schlechter, erinnerten in den schlimmsten Momenten sogar an die schauderhaften Muse und verloren sich phasenweise in seltsamen Elektropassagen ohne roten Faden. Eine Band, die kein Mensch braucht und die sicherlich bald wieder von der Bildfläche verschwindet. Klarer Fall: Delphine mag ich wesentlich lieber als Delphic!
Zum Glück gab es dann aber noch meine (oder besser unsere, Christoph ist ja auch riesiger Fan) Lieblinge Laura- Mary und Steven von den Blood Red Shoes. Wenn ich mich richtig erinnere (also ohne in unserem Archiv nachzublättern) habe ich die beiden 2009 kein einziges Mal gesehen. Das letzte Mal hatte ich wohl beim Highfield Festival 2008 das Vergnügen. Seitdem haben sie etliche neue Lieder geschrieben, die das Anfang 2010 erscheinende zweite Album zieren werden. Kostproben von den Neuheiten boten die Brightoner heute zuhauf. Bereits der Opener Keeping It Close war neu, bot aber die altbewährten Rezepte: ein roher,
rasant schneller und auf den Punkt gespielter Grunge Rock, der nichts von seiner Sexieness und Direktheit eingebüßt hat. Rasierklingenscharfe Gitarrenriffs von Laura-Mary, ein wild galoppierendes Schlagzeug von Steven und zwei Stimmen, die nach wie vor jede Menge jugendliche Rage und Ungestümheit ausspeien. Genauso hatte ich sie in guter Erinnerung und heute wurde mir plötzlich wieder bewußt, wie sehr sie mir gefehlt hatten! Herrlich allein den beiden Jungspunden zuzusehen! Sie mit ihrer unwiderstehlichen Mischung aus niedlicher Schüchternheit und rotzfrecher Agressivität,
er mit seiner unkomplizierten und direkten Art und seinen kurzen, aber wohldosierten Ansagen ("Who was at The Flèche d'or, when we played the first time here? Like 2 or 3 years before? You? Are you not only saying this to be cool?"). Ein Traumpaar! Und wer behauptet, ihr Stil sei monoton, hat keine Ahnung! So geht eben Rock'n Roll! Keine Schnörkel, keine Verschnaufpausen, oder gar Balladen, (halbe Ausnahme: das großartige When We Wake) sondern immer voll in die Fresse! Von Steven lasse ich mir wirklich gerne den Arsch versohlen und Laura-Mary muß aufpassen, daß ich nicht die Beherrschung verliere, wenn sie mich mit ihren blauen Augen fixiert. Oder habe ich das nur geträumt (so ganz nach dem Motto des Liedes: This is not for you)? Egal, ist ja bald Weihnachten, da darf man sich was wünschen...Setlist Blood Red Shoes, La Flèche d'or, Paris:01: Keeping It Close (neu)02: Doesn't Matter Much03: It Is Happening Again (neu)04: Count Me Out (neu)05: Say Something, Say Anything06: Light It Up (neu)07: When We Wake (neu)08: This Is Not For You09: Don't Ask (neu)10: Colours Fade (neu)11: I Wish I Was Someone BetterAus unserem Archiv:
Blood Red Shoes, Frankfurt, 28.10.2009
Blood Red Shoes, Nijmegen, 19.07.09
Blood Red Shoes, Köln, 04.11.08
Blood Red Shoes, Highfield, 17.08.08
Blood Red Shoes, Melt!, 18.07.08
Blood Red Shoes, Montreux, 15.07.08
Blood Red Shoes, Evreux, 28.06.08
Blood Red Shoes, Berlin, 06.05.08
Blood Red Shoes, Köln, 28.04.08
Blood Red Shoes, Paris, 09.11.07
Blood Red Shoes, Köln, 16.10.07
Blood Red Shoes, Paris, 08.06.07
Blood Red Shoes, Paris, 08. und 09.06.07
Blood Red Shoes, Paris, 06.03.07
Blood Red Shoes, Köln, 11.03.07
Mehr Photos von den Blood Red Shoes hier
um
01:33
Konzert: The Rakes (& James Yuill, Filthy Dukes - intro intim)Ort: Gebäude 9, KölnDatum: 17.01.2009Zuschauer: sehr voll, fast ausverkauftDauer: The Rakes 60 min, Filthy Dukes 45 min, James Yuill knapp 30 minAch, die Rakes... Seit fast zwei Jahren habe ich nichts mehr von den Londonern gehört, in jeder Beziehung. Seit ihrem ersten Album Capture/Release (aus 2005) liebe ich die Musik der Band; auch den Nachfolger Ten New Messages habe ich wegen seiner vielen Hits vor zwei Jahren sehr oft gehört. Dann kam ein Bruch, den ich mir eigentlich gar nicht erklären kann. Nach dem Kölner Konzert ließ mein Interesse schlagartig nach. Etwas später hätte ich die Band beim Wireless Festival in London noch einmal sehen können, entschied mich aber dagegen. Gestern habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder beide Platten rausgekramt und gehört. Und beide gefielen mir wieder sehr gut... Komisch alles.
Wie gut, daß da ganz zufällig ein intro intim mit den Rakes im Gebäude 9 stattfinden sollte.
Vor den Rakes spielten noch zwei andere Künstler im sehr gut gefüllten Lieblingsladen. Introtypisch standen unglaublich viele Sampler und Keyboards auf der Bühne. In die Musik der ersten beiden Acts hatte ich bisher nicht gehört, allerdings hatte ich bei einem intro intim schon Elektrisches erwartet.
James Yuill (auch als Yuilly bekannt) aus London war der erste Künstler, der um neun begann. Auch wenn der wie der Comedian Florian Simbeck aussehende Musiker als Singer/Songwriter des Genres "Folktronica" bezeichnet wird, war seine Darbietung eher ein elektronisches DJ-Set mit Gitarre. Spannend fand ich das nicht, mit Ausnahme des vorletzten Lieds, dessen Titel ich nicht kenne. Also aus den Augen, aus dem Sinn.
Die nächste Dreiviertelstunde gehörte den Filthy Dukes, ebenfalls aus London. Die
eigentlich Band besteht aus Olly Dixon, Tim Lawton und Mark Ralph (v.l.n.r.). Heute hatten sie allerdings einen zusätzlichen "klassischen" Schlagzeuger als Verstärkung dabei. Ich konnte ihn nicht erkennen, weiß daher nicht, ob es vielleicht der der Rakes war.
Obwohl die Filthy Dukes eigentlich überhaupt nicht meine Musik machen, unterhielt mich das Set teilweise sehr. Einige der Stücke waren richtig
gut! Es gab zwar immer wieder Passagen, die langatmig (weil ereignislos) waren, aber auch dann wieder sehr lichte Momente. Vermutlich werde ich mir keine CD von ihnen besorgen, der Auftritt war aber wirklich amüsant! Und, viel wichtiger: die Engländer machten ordentlich Stimmung!
Die Keyboard-, Notebook- und Sampler-Sammlung wurde entfernt, und es wurden Gitarren herbeigeschafft. Um kurz nach elf erschienen dann auch die Rakes (aus... London). Neben den mir (wohl) bekannten vier Mann (bin nicht ganz sicher) - Sänger Alan, Gitarrist Matthew Swinnerton (äußerlich eine Mischung aus John Lennon, den Gallaghers und Harry Potter), Schlagzeuger Lasse Petersen und Bassist Jamie Hornsmith hatte die Band einen fünften Musiker dabei, einen Gitarristen und Keyboarder.
Alan trägt eine 1a-Popperfrisur, hatte eine weiße Jacke mit grauem T-Shirt und eine graue verwaschene Jeans an. Hmmm.
Das Programm startete mit 1989, einen der Songs vom neuen Album, das die Band in Berlin aufgenommen hat. Und sofort fiel mir wieder auf, warum ich den Frontmann live nicht mag. Zum einen ist seine Stimme arg dünn, zum anderen nervt mich dieses Armgehampel, die "Robotermoves", die ich schrecklich unnötig und lästig finde. Gesanglich hat mich die zweite Stimme, die von Gitarrist Matthew, deutlich mehr überzeugt. Schade eigentlich, daß er nur kleinere Passagen singt.
1989 hat keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Alan war aber auch so leise, daß vieles schwer einzuschätzen war. Das Lied war - wie die meisten anderen der neuen Stücke - wirklich nicht schlecht, allerdings schien es auch nicht an Hits wie Suspicious eyes, The world was a mess... oder die vielen Kracher des ersten Albums ranzukommen. Light from your Mac gefiel mir unter den Neuheiten eigentlich am meisten. Leider hat das Lied aber am Anfang ein Bassriff,
das eine Kopie von Seven nation army ist. Ich weiß nicht, ob das Ironie war, fand es aber recht platt. Denn ansonsten war das Lied gut! Auch That's the reason blieb mir als gut im Gedächtnis, ebenso wie das knackige The loneliness of the outdoor smoker (oder Middle distance runner in a hospital?). Riesige Kracher waren das aber wie gesagt nicht.
Die mitreißenden Stücke des Sets waren natürlich 22 grand job (das die Filthy Dukes auch geremixt haben), Strasbourg, Violent oder Retreat. The world was a mess litt
unter der kaum hörbaren Stimme des Sängers, während We are all animals durch einen zu schnell spielenden Schlagzeuger versaut wurde.
Die letzten Tage haben meine Meinung über die Rakes bestätigt: die Londoner haben viele tolle Lieder, live muß man die aber nicht sehen (obwohl ich fairerweise sagen muß, daß die Stimmung im Gebäude 9 ausgezeichnet war). Ein unterhaltsamer Abend, überhaupt keine Frage. Aber nichts, an das ich mich sehr lange erinnern werde.
Erinnerungswürdig war aber eine kleine Szene. Ein englischer Zuschauer wollte auch Matthews Setlist gucken. Der sah das, schüttelte lachend den Kopf und trat auf die Liste, um das zu verhindern!
Setlist The Rakes, intro intim, Gebäude 9, Köln:01: 1989 (neu)02: Retreat03: We danced together04: Terror!05: You're in it (neu)06: Binary love07: Light from your Mac (neu)08: When Tom Cruise cries09: We are all animals10: Woes of the working woman (neu)11: 22 grand job12: Violent13: The loneliness of the outdoor smoker (neu)14: Strasbourg15: That's the reason (neu)16: Open book17: The world was a mess but his hair was perfectLinks:- aus unserem Archiv:
- The Rakes, Köln, 06.05.07
- The Rakes, Paris, 21.04.07