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Donnerstag, 6. November 2008

Peter Hook & Section 25, Paris, 06.11.08

2 Kommentare

Konzert: Peter Hook (Bassist New Order, Joy Division, Warsaw) & Section 25

Ort: Elysée Montmartre, Paris
Datum: 06.11.2008
Zuschauer: recht wenige
Konzertdauer: circa. 1 Stunde



Stell Dir vor Joy Division spielen ein Konzert in Paris und keiner geht hin!

Nun ganz so war es nicht. Aber fast! Ian Curtis ist zwar leider nicht von den Toten auferstanden (könnte er für mich eigentlich ruhig mal machen, so für eine Nacht meine ich...), aber Peter Hook, der Bassist von Warsaw, Joy Division und New Order lebt ja noch, auch wen einige Falten in seinem Gesicht von seinen Konzert- Nächten mit Ian erzählen könnten.

Peter selbst steht ganz gut im Futter, was man von Larry Cassidy, dem Sänger der mit seiner Band Section 25 bei dem Kultlabel Factory gesignt war, nicht gerade behaupten kann. Hager und völlig ausgezehrt stand der alt wirkende Mann da und sang mit einer Nörgelstimme, die an Mark E. Smith von The Fall erinnerte, eigenes Material von dem Album Always Now (1981) und auch Klassiker von Joy Division bzw. Warsaw. Darunter waren Knüller wie No Love Lost, She Lost Control und Shadowplay, die von der teilweise jungen Begleitband sehr wavig und postpunkig gespielt, aber leider nicht perfekt gesungen wurden. Die Stimmung im logischerweise recht ergrauten und zum Großteil männlichen Publikum konnte man höchstens als mittelprächtig bezeichnen. Da ging kaum was ab, selbst wenn bei manchen das Herz höher schlug, als am Ende Love Will Tear Us Apart erklang. Das Lied, das trotz seines Titels positiver und optimistischer klang, als das gesamte von Joy Division zuvor geschriebene Material (aber das täuschte gewaltig!), wurde der erste Chart-Hit der Band, makabrerweise allerdings erst nach dem Tode von Ian Curtis im May 1980 (der Song war im April 1980 veröffentlicht worden). Ich habe dieses Stück immer geliebt, schon als Jugendlicher und auch noch heute mit 37 Jahren. Die Magie, die davon ausgeht, ist schwer in Worte zu fassen. Vielleicht macht der ausnahmsweise recht sanftmütige Gesang und der Funken Hoffnung, der dem Song trotz der starken Melancholie und des desillusionierenden Textes innewohnt (es geht um die Eheprobleme zwischen Ian Curtis und seiner Frau Deborah), die starke Faszination aus. Auch heute ließ mich Love Will Tear Us Apart nicht kalt, aber es war halt eben nur der Sänger von Section 25, der Sätze wie "Get a taste in my mouth as desperation takes hold" in sein Mikro nörgelte. Die Tatsache, daß Section 25 seinerzeit mit Joy Divison auf Tour und auch Labelmates waren, änderte daran nichts.

Interessanterweise zogen die heute gespielten New Order Stücke fast besser als die Evergreens von Joy Division. bzw. Warsaw. Temptation, die Single, die New Order in ihrer Karriere häufiger als jedes andere Stück ihres Repertoirs live spielten, kam wirklich gut rüber und auch der oft gecoverte Uraltsong Ceremony (von Ian Curtis geschrieben und mit seinem Gesang auf der Joy Division CD Still enthalten), gesungen von Peter Hook, war sehr brauchbar. Da kam dann auch im Publikum zum ersten Mal etwas mehr Bewegung rein.

Alles in allem war es aber eine eher maue Veranstaltung, das muß man leider so festhalten. Ich hätte mir mehr Dynamik und Herzblut gewünscht. Vielleicht sollte man die Toten wirklich in Frieden ruhen lassen...

Möglicherweise dient die Veranstaltung in erster Linie dazu, die Reissues der CDs von New Order zu vermarkten. Man kann nämlich die Klassiker, beginnend mit Movement, angereichert um umfangreiches Bonusmaterial neuerdings in schicker Aufmachung noch einmal erwerben. Tempation und Ceremony findet man auf der Bonus-Cd von Movement.

Setlist Section 25 & Peter Hook (die ersten fünf Songs ohne Peter)

01: Up To You
02: Wretch
03: Charnel Ground
04: Can't Let Go
05: After Image

06: No Love Lost
07: Warsaw
08: Interzone
09: She Lost Control
10: Shadowplay
11: Dreams Never End
12: Ceremony (New Order)
13: Temptation (New Order)
14: Love Will Tear Us Apart

15: Section 25 Titel (Name wird nachgereicht)
16: Doubts Even Here

Links:

- Peter Hook singt im Video Dreams Never End (New Order 1981).
- New Order - Ceremony (Live At Finsbury Park 9th June 02)
- Ceremony live in NYC 1981
- New Order Studiosession von 1984 Temptation
- Joy Division live in Brüssel 1979 Love Will Tear Us Apart
- Love Will Tear Us Apart Videoclip
- Shadowplay Joy Division live in einem Fernsehstudio, ein Dokument! Gänsehaut garantiert!

Achso: Hatte ich es schon gesagt? Joy Division ist meine Lieblingsband. Für immer. Ende der Durchsage!


Konzerttermine von Section 25 & Peter Hook:

07.11.2008: Ancienne Belgique, Brüssel, Belgien
08.11.2008: Groen Engel, Oss, Niederlande
09.11.2008: Kulturfabrik Krefeld E.V., Krefeld, Deutschland
19.12.2008: Beat Club, Blackpool, England
25.01.2009: Piper Club, Rom, Italien




Freitag, 7. Dezember 2007

The Coral, Paris, 06.12.07

3 Kommentare

Konzert: The Coral

Ort: L'Elysée Montmartre, Paris
Datum: 06.11.2007
Zuschauer: nicht ausverkauft


Nachdem ich das vorzügliche letzte Album von The Coral "Roots And Echoes" so einige Male auf meinem i-pod gehört hatte, stellte sich mir zwangsläufig die Frage, warum denn eine Band, die ein hervorragendes Album nach dem anderen herausbringt, immer noch nicht Headliner bei den größten englischen Festivals ist. Und warum eigentlich sind sie auch nie auf dem Cover des NME zu sehen? Jedes Mal, wenn eine neue Ausgabe des größten britischen Musikmagazins vor meiner Fußmatte liegt (wir haben keinen Briefkasten, sondern bekommen die Post durch die Tür geschoben), sind die ständig gleichen Fratzen zu sehen. Die Artic Monkeys, Klaxons, CSS, The Enemy, Kaiser Chiefs, etc. Allesamt Gruppierungen also, die wesentlich weniger Alben auf der Haben-Seite verbuchen können und meistens bei den Kritikern auch schlechter abschneiden als The Coral. Woran liegt es also, daß die Liverpooler weniger mediale Aufmerksamkeit bekommen? Hätten sie nicht mehr Rummel verdient?

Um dies endlich mal richtig zu ergründen, kam der Termin im Elysée Montmartre wie gerufen. Schon zweimal wurden mir The Coral als Vorgruppe präsentiert und zwar 2005, als sie Oasis im Zénith supporteten und vor ein paar Monaten, als sie an gleicher Stelle für die Arctic Monkeys eröffnen durften. Da aber Auftritte im Vorprogramm schwer zu beurteilen sind, weil die meisten Besucher nun einmal für den Hauptact kommen und die "Warmmacher" oft ignorieren, schien mir eine Einschätzung kaum vornehmbar.

Heute also die Gelegenheit, genauer hinzugucken-und zu hören. Tja und leider, leider wurde schon früh deutlich, daß James Skelly und seine Mitstreiter nur sehr bedingt als Live-Band taugen. Über die Güte der einzelnen Lieder muß man nicht diskutieren, die ist unbestritten. Auf sämtlichen Alben gibt es kaum ein schwaches Stück oder gar einen Ausfall. Live allerdings konnten sie kaum etwas bewegen. Und bewegen ist schon ein gutes Stichwort, weil alle sechs Herren äußerst statisch agierten. Manchmal fragte mich, ob sie Sekundenkleber unter den Schuhsohlen hatten. Dies wirkte sich natürlich auch auf die Reaktionen des Publikums aus. Es gab nämlich keine, sieht man einmal von ein paar Leutchen in den ersten Reihen ab, die ihre Köpfchen hin und her bewegten. Ansonsten war kaum etwas los. Die Stimmung war mau, das muß man mal ganz ehrlich sagen. Das tat mir sehr leid, denn schließlich waren mir die sechs Kerle da vorne ja sehr symphatisch und auch die Songs mochte ich sehr.Das Problem war bloß, daß sie sich nicht großartig anders anhörten als auf dem Album. Auch der Saal war zu groß gewählt, er war bei weitem nicht ausverkauft und, um den Mangel an Zuschauern etwas zu kaschieren, hatte man die seitlichen Flure, in denen man sonst stehen kann, mit schweren Vorhängen unzugänglich gemacht. Oft hätte ich mir gewünscht, daß Sänger und Gitarrist James Skelly etwas mehr aus sich rausgeht und ein wenig mit dem Publikum kommuniziert. Nicht jeder muß da vorne den Hampelmann machen, das ist schon klar und das Talent amüsante Anekdoten zwischen den Stücken zu erzählen ist auch nicht jedem in die Wiege gelegt worden. Aber zumindest Blickkontakt zu den Fans könnte man schon ab und zu aufnehmen, etwas Gestik und Mimik ist auch durchaus hilfreich. Stattdessen beschränkte sich James auf "The next song is called..." (vorher) und "Thanks a lot" (nachher). Mehr nicht. Ihm fehlte es ganz einfach an Charisma. Wenn Morrissey ihm doch nur eine Scheibe von seiner Ausstrahlung abschneiden könnte...

Aber vielleicht eignen sich die oft psychedelischen Stücke auch nicht sonderlich gut für Liveauftritte. Man kann weder durchgängig zu ihnen tanzen, noch richtig mitklatschen. Gut gespielt wurden sie allemal, musikalische Fehler waren jedenfalls nicht auszumachen. Auch die Stimme von Herrn Skelly war sattelfest und schön wie auf den Alben, besonders bei "Pass It On". Danach kam übrigens "Don't Think Youre The First", die Single mit der ich The Coral vor ein paar Jahren kennen - (und lieben) gelernt hatte und es schien mir, als würde endlich mal etwas mehr Bewegung in die Sache reinkommen, auch seitens der Zuschauer. Dauerhaft konnte eine hohe Intensität jedoch nicht gehalten werden, besonders Balladen wie "Put The Sun Back" verpufften in dem großen Saal fast vollkommen. Das ist allerdings nichts Neues, das Elysée Montmartre hat sich schon für viele Bands als schwieriges Pflaster herausgestellt. Irgendwie ist es sehr schwierig, diese Location zum Kochen zu bringen. Ein Konzert, was mich wirklich umgehauen hat, habe ich im Grunde genommen noch nie dort erlebt. Deshalb will ich in meinem Urteil auch nicht zu streng mit The Coral sein. Vielleicht würde die Sache in der Cigale, oder im Olympia ganz anders aussehen, wer weiß? Wenn die Engländer dort einmal angesetzt werden, will ich gerne wiederkommen. Hier und heute aber haben sie mich nicht überzeugt und wer meinen Geschmack kennt, weiß wie schwer mir diese Aussage fällt. Erst kürzlich habe ich ihrem letzten Album 8,5/10 Punkten gegeben. Es wird mit Sicherheit in meinen Jahres Top 20 stehen, wie schon die Vorgänger. Dieses Konzert aber nicht.

Setlist The Coral, Paris, Elysée Montmartre:

01: Who's Gonna Find Me
02: Remember Me
03: Jacqueline
04: Fire Flies
05: He Sings The Mourning
06: Pass It On
07: Don't Think You're The First
08: Dreaming Of You
09: Far From The Crowd
10: In The Morning
11: Bill McCai
12: Arabian Sands
13: Put The Sun Back
14: In The Rain
15: Rebecca You
16: Music At Night

17: Goodbye
18: Simon Diamond
19: She's Got A Reason




Donnerstag, 15. November 2007

The National, Paris, 14.11.07

7 Kommentare

Konzert: The National

Ort: L'Elysée Montmartre, Paris
Datum: 14.11.2007
Zuschauer: ausverkauft


Daß es eine Band ohne Skandale, Drogenexzesse, Supermodels und den entprechenden Medienhype schafft, einen recht großen Saal wie den Elysée Montmartre auszuverkaufen, ist in der heutigen Zeit eine Seltenheit geworden. Den Amerikanern The National ist dieses Kunststück trotzdem gelungen. Ganz ohne Rockstar-Attitüde, engen Jeans, nacktem Oberkörper und dem gängigen Fuck-Patois ("Fucking nice city", "Fucking good crowd"...) lockten sie zahlreiche Pariser in das Pigale-Viertel am Fuße des Montmartre. Und dies obwohl die ganze Stadt wieder einmal durch den Metro-Streik fast vollkommen lahm gelegt worden war.

"How did you get here?, did you take one of these bikes?",
fragte dann auch ziemlich überrascht Sänger Matt Berninger, verbüfft feststellend, daß der Saal trotz des Streiks nahezu voll war. Auf seine Frage konnte ich allerdings schlecht mit "ja" antworten, da ich nicht mit einem dieser Leihfahrräder, sondern mit dem Taxi gekommen war. Und dies zu kriegen war gar nicht so leicht. Fast 50 Minuten stand ich in der Kälte am Taxistand und wartete verzweifelt darauf, schleunigst zum Orte des Geschehens gebracht zu werden. Auch eine amerikanische Familie harrte mit mir aus und auf meine Nachfrage hin, stellte sich heraus, daß sie aus Ohio kamen. Cleveland, Ohio. Ich verkniff mir zu sagen, daß ich mal eine Kappe des lokalen Baseball-Teams Cleveland Indians hatte und wünschte viel Glück, als ich endlich in eines der heißbegehrten Vehikel einsteigen konnte. "We are from Ohio. Columbus, Ohio", war dann witzigerweise der zweite Satz von Matt Berninger. "Nobody wanted us there, so we moved to Brooklyn", scherzte er weiter.

In Paris wollte man ihn und seine Band aber haben, sehr gerne sogar. Mit "Start A War" wurde dann entgegen des Titels nicht ein Krieg begonnen,
sondern ein Reigen unvergleichlich schöner, perfekt arrangierter Lieder begonnen. Lieder, die zum Großteil vom aktuellen Album "Boxer", aber auch vom Vorgänger "Alligator" stammten. Das Reptil wurde zum ersten Mal mit "Secret Meeting" ins Spiel gebracht und kehrte mit dem herrlichen "Baby, We'll Be Fine" auch an fünfter Steel schon zurück. Insgesamt sollten sieben Lieder vom "Alligator" stammen, darunter auch das famose "Abel", welches man als Vinyl-Single am Merchandising-Stand kaufen konnte. Der große Rest dann aber vom "Boxer". Ein geschmeidiger Boxer, dieses Album, daß einen umhaut, ohne zu forcieren. Ganz entspannt bekommt man von diesem Faustkämpfer einen Hieb in die Magengrube versetzt, daß man nur so taumelt. Taumelt, benommen vor Glück, ob dieser puren, tiefgründigen Schönheit, die von den Liedern ausgeht, die ähnlich hell strahlten wie das goldene Lametta , welches als Bühnendeko diente. Höhepunkte des sehr ausgewogenen Konzertes hervorzupicken, fällt nicht so leicht, ich möchte aber dennoch "Squalor Victoria" nennen, das fast punkig gesungen wurde. Endlich schrie und keifte Matt mal in sein Mikro, das tat gut, denn manchmal war mir das Konzert fast zu brav, trotz der wundervollen Lieder. Ich hätte mir gewünscht, daß der schlaksig wirkende Mann öfter mal explodiert, er wirkte immer ein wenig schüchtern und wenn er in die Hände (oder gegen sein Hosenbein) klatschte, erinnerte das an Frau Merkel. Wie ein Kind, mit ausgetreckten Handflächen. Überhaupt: dem Mann fehlte es leider etwas an Charisma, er hatte die Austrahlung eines netten Erdkundelehrers mit dem man die Noten diskutieren kann. Diesen Mangel kompensierte er aber durch sein freundliches und kommunikatives Wesen. So erzählte er beispielsweise, daß er San Diego liebe, sie da aber immer schlecht spielen würden. Ein anderes Mal widmete er ein Lied ( eben Squalor Victoria") einem gewissen Mathieu, einem Fan der ersten Stunde, der die Band schon unterstützt hat, als sie lediglich vor 20 Personen spielten. "Abel" kündigte er schließlich mit "A song about love between brothers" an und gegen Ende versicherte er (auf das Problem der Rückfahrt anpielend) gar: "Don't you worry, we'll take everybody home, otherwise we have a lounge with refrigerator"...

Auch sein Gitarrist war gesprächig, er parlierte sogar recht gut französisch, was die Sympathien nur noch steigerte. Nach 17 Liedern wurde der erste Teil beendet. Das gespielte "Mr.November" war für mich eines der besten Lieder des Sets, weil hier auch mal wieder ein bißchen mehr Druck erzeugt wurde. Bei langsameren Stücken plätscherte es hingegen manchmal ein wenig vor sich hin. Die zwei Zugaben waren noch einmal recht überraschend "You've Done It Virginia", das man auf der "Lit-up"-Ep finden kann, spielt die Band nach eigenem Bekunden selten und auch der endgültige Schlußpunkt "About Today", entsprang einer Ep und zwar "Cherry Tree". 19 durchweg hervorragende Lieder hatten mich verzückt, konnten aber nicht ganz über die gewissen Defizite bei der zu zaghaften Live-Performance hinwegtäuschen.

Vielleicht bräuchte die Band auch einmal einen handfesten Skandal, ein Supermodel, oder irgendetwas in der Richtung!? Nein, mal ganz im Ernst, The National haben soviel Klasse und Eleganz, da muß das nicht sein. Nur ein wenig mehr Action auf der Bühne wäre wünschenswert...

Setlist The National, Elysée Montmartre, Paris:

01: Start A War
02: Mistaken For Strangers
03: Secret Meeting
04: Brainy
05: Baby We'll Be Fine
06: Slow Show
07: Squalor Victoria
08: Abel
09: All The Wine
10: Racing Like A Pro
11: Ada
12: The Geese Of Beverly Road
13: Apartment Story
14: Daughters Of The Soho Riots
15: Fake Empire
16: Green Gloves
17: Mr. November

18: You've Done It Again Virginia (Lit Up EP)
19: About Today (Cherry Tree EP)

Link: mehr Photos von The National



Donnerstag, 7. Juni 2007

Blonde Redhead, Paris, 06.06.07

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Konzert: Blonde Redhead
Datum: 06.06.2007
Ort: L'Élysée Montmartre, Paris
Zuschauer: ausverkauft (ce soir complet)

"Ce soir complet", also ausverkauft, verkündeten weiße Zettel am Eingang des Élysée Montmartre. Die Band Blonde Redhead aus New York, scheint in Frankreich ungemein populär zu sein und das nicht erst seit dem kürzlichen Erscheinen des neuen Longplayers "23", sondern spätestens seit der Vorgänger "Misery Is A Butterfly" 2004 auf den Markt kam. Woran liegt es eigentlich, daß eine Band, die andernorts noch relativ unbekannt ist, in Frankreich bereits mittelgroße Konzerthallen in Rekordzeiten ausverkauft? Nun, man könnte argumentieren, daß das Trio, bestehend aus der Japanerin Kazu Makino (Gesang, Gitarre, Piano), den beiden italienisch-stämmigen Brüdern Amedeo (Gesang, Gitarre) und Simone Pace (Schlagzeug, Percussion), sehr stylisch ist und daher den modebewußten Parisern gefällt. Entscheidender scheint mir jedoch der Umstand zu sein, daß die Musik der Band deutliche Ähnlichkeiten zum französischen Nationalhelden Serge Gainsbourg (längst verstorben) und seiner Frau Jane Birkin (ist noch sehr aktiv) aufweist. Der Sound von Blonde Redhead klingt für französische Ohren einfach vertraut. Da gibt es zum einen die unglaublich sinnliche und dahingehauchte Stimme von Kazu, die man glatt mit derjenigen von Frau Birkin oder ihrer Tochter Charlotte Gainsbourg verwechseln könnte und zum anderen diese süßliche Melancholie, die man auch von Kompositionen von Serge kannte, zumindest in bestimmten Phasen seines Schaffens.

Auf dem Gainsbourg-Trip ist die Gruppe aber anscheinend erst seit "Misery Is A Butterfly", ihrem damals bereits sechstem Album, dem ersten beim renommierten Label 4AD. Vorher machten sie eher noisige Musik im Stile von Sonic Youth, Yo La Tengo oder My Bloody Valentine. Von der frühen Phase war aber heute eher wenig zu spüren, es dominerte melancholischer Dream-Pop. Die hübsche Pariserin Constance Verluca hatte die Ehre, das Vorprogramm zu bestreiten, allerdings fand dies sehr frühzeitig und in meiner Abwesenheit statt.

Ich stieg gleich mit Blonde Redhead in den Abend ein. Positioniert hatte ich mich vorne links, um ein paar brauchbare Photos zu schießen, was aber gar nicht so einfach war, weil der Bereich vor der Bühne abgesperrt war und Profi-Photographen mit ihren dicken Köppen die Sicht versperrten. Kein Wunder allerdings, daß hier und heute heftig geknipst wurde, denn Kazu Makino ist dermaßen hübsch und photogen, daß sie auch als Model durchgehen könnte. Jedoch als "Mager-Model", aber gerade das ist ja im Moment und wahrscheinlich noch die nächsten Jahre sehr angesagt... Beine hat die Frau, ich sage Euch... bis zum Himmel und dazu noch das luftige Kleid und die trendigen Stiefel, die sie trug, hach... Dabei hatte sie wohl im Jahre 2000 einen schweren Unfall, ihr wurde von einem Pferd der Kiefer eingebrochen und sie konnte acht Wochen kein einziges Wort reden!

Davon merkte man heute abend aber wirklich gar nichts mehr, sie hauchte wunderschöne Töne ins Mikro, rockte grazil mit ihrer Gitarre und spielte immer mal wieder Piano. Amedeo Pace hingegen, der auch die Texte schreibt, begeisterte mit seiner fragilen Stimme, die Ähnlickkeiten zu derjenigen von Mercury Rev, aber auch zum Sänger von Windmill aufweist. Sein Zwillingsbruder an den Drums war eher unauffällig. Ich glaube das Set wurde von "Dr. Strangeluv" gestartet, aber ganz sicher bin ich mir leider nicht, weil ich das neue Album vorher noch nicht oft genug gehört hatte. Auf jeden Fall startete Kazu mit dem Gesangespart, soviel ist sicher. Man muß wissen, daß Amedeo und Kazu fast nie im Duett singen, sondern sich immer abwechseln, mal haucht sie ins Mikro, mal schmachtet er hinein...

Bei Song zwei war der Herr mit den grauen Locken an der Reihe. Das treibende "Spring And By Summer Fall" wurde nämlich angestimmt. Man kann es sich auf der MySpace Seite der Amerikaner anhören, was ich hiermit empfehle. Dort findet man auch nachfolgend gespielten Song, den Titeltrack des neuen Albums, "23", ein wunderbar melodisches Lied, welches ein wenig an die Band Lush erinnert. Meinem Mitblogger dürfte es gefallen, es gibt eine "Lallala"-Passage... Die Gitarren haben hier durchaus was von My Bloody Valentine, das ist nicht zu leugnen. Davon abgesehen, hat das Trio aber einen eigenständigen Sound entwickelt, die von mir zitierten Bands sind deshalb auch nur als Orientierungshilfe zu verstehen, falls einem Blonde Redhead noch nicht so viel sagen.

A propos "einem etwas sagen": bei "Falling Man", welches nach "23" kam, war das bei mir der Fall. Es entstammte "Misery Is A Butterfly" und wurde von Amedeo gesungen: "I am just a man, still learning how to fall" winselte die Grauschläfe da in seiner unverkennbar weinerlichen Art. Eine Packung Kleenex hatte ich nicht dabei, um ihn zu trösten, aber ich stand auch zu weit entfernt, um zu ihm durchzudringen... Das berührte mich irgendwie, aber ich war wohl nicht der Einzige, denn man sah im Publikum viele andächtig blickende Gesichter, oder Leute mit geschlossenen Augen. Allerdings war nicht ständiges Schmachten angesagt, sondern manchmal wurde auch ordentlich Krach gemacht, vor allem, wenn sich Kazu die Gitarre elegant um die Schultern legte und mit Amedeo im Duo rockte. Eine perfekt arrangierte Licht-Show unterstrich die Bewegungen der Musiker hierbei sehr schön. Von Zeit zu Zeit, legte die hübsche Brünette aber wieder ihre Gitarre zur Seite und setzte sich hinter ihr elektrisches Piano. Hierdurch bekam das Set eine synthetische Note und brachte das Ganze in musikalische Nähe zu Au Revoir Simone.

Das letzte Lied des offiziellen Konzerts war dann sehr getragen, fast psychedelisch. Sie sang und machte träumerisch anmutende Bewegungen dabei, unterstützt durch ein bläulich schimmerndes Licht, bis das Stück irgendwann ausklang. Als das Trio anschließend zum ersten Mal die Bühne verließ, brandete langanhaltender Applaus auf, der die Publikumslieblinge schnell zurückkommen ließ. Kazu schnappte sich das Mikro und sagte auf englisch (französisch beherrscht sie nur häppchenweise): "Ich glaube das war emotional heute zu viel für mich, ich hatte mich dermaßen darauf gefreut, in Paris zu spielen und wollte es deshalb besonders gut machen"... Ich verstand das nicht so richtig, wollte sie etwas damit sagen, daß sie keine Zugabe mehr geben könnten, weil sie mit den Nerven am Ende war?

Zum Glück war das mitnichten so, denn es ging noch munter weiter. Die erste Zugabe hatte wieder einen elektronischen Touch, während die zweite das bisher rockigste Stück war und das Elysee Montmartre erbeben ließ. Danach schien Schluß zu sein, die Gruppe verließ nämlich erneut die Bühne. Das Publikum harrte der Dinge,die da kommen würden, aber ich persönlich rechnete mit keiner weiteren Zugabe mehr, denn dies ist in dieser Location eher selten.

Heute war es aber anders, denn Blonde Redhead kamen noch einmal zurück und verzückten mit "Misery Is A Butterfly" und "Melody". Damit hatten sie endgültig auch bei mir gewonnen, das Pariser Publikum hatten sie ja eh von Anfang an auf ihrer Seite.

Wer sich von den Livequalitäten ein Bild machen möchte, kann das demnächst in Deutschland und den Benelux-Ländern tun:

Konzerttermine Blonde Redhead:

23.06.07 Heidelberg (Karlstorbahnhof)
24.06.07 München (Feierwerk)
25.06.07 Berlin (Postbahnhof)
28.06.07 Köln (Gebäude 9)
29.06.07 Groningen (Vera)
30.06.07 Werchter-Festival, Belgien
02.07.07 Amsterdam (Melkweg)

Kurzer Auszug aus der Setlist Blonde Redhead Paris*:

- Dr. Strangeluv
- Spring And By Summer Fall
- 23
- SW
- Falling Man
- Equus
- Misery Is A Butterfly
- The Dress
- Melody

* werde diese in Kürze hoffentlich noch etwas ergänzen können.

von Oliver


Sonntag, 22. April 2007

The Rakes, Paris, 21.04.07

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Konzert: The Rakes
Datum: 21.04.2007
Ort: Elysée Montmatre, Paris
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft

Cécile, meine Süsse, ist heute mit Easy-Jet nach Berlin gedüst und sie wünschte sich sehnlichst, dass ich sie zum Flughafen begleite. Meinen Hinweis, dass ich dann wohl die Vorgruppe des heutigen Abends The Good Shoes aus London verpasse, schlug sie in den Wind. "Blödsinn, Du kannst um sieben schon wieder Richtung City eilen, dann bist Du dicke früh genug." Hätte ich mal dagegen gewettet, ich hätte gewonnen, denn bis ich von Orly an den schmuddeligen Place Clichy gelang, wo auch das Elysée Montmartre liegt, war es zwanzig nach acht geworden und die guten Schuhe hatten schon ihre mit Sicherheit kurze Show abgezogen. Was für eine Frechheit vom Veranstalter, ein Konzert um 19 Uhr anzusetzen und das an einem Samstag! Ist das etwa ein Kindergeburtstag, oder was?

Auch Cécile's Karte wurde ich nicht los, obwohl ich - völlig legal - zum regulären Preis verkaufen wollte. Na ja, drauf geschissen, c'est la vie, wie der Franzose sagt. Schon ein wenig schade um die Good Shoes, zumal ihr Debütalbum trotz geringer Originalität (klingt nach Art Brut und den Futureheads), einige schmissige Lieder aufzuweisen hat, z.B. "Morden", oder "Never meant to hurt you".

Die Hauptgruppe des heutigen Abends, The Rakes, ebenfalls aus London, liessen dann auch nicht lange auf sich warten, anscheinend wollte der Laden heute früh schliessen.

Den Auftakt bildete "Terror!", ein alter Song von Capture/Release. Genauso wie Song Nr. 2 "Retreat". Haben die vier Burschen etwa noch kein Vertrauen in ihre neuen Stücke? Doch!, wie "We Danced Together" bewies. Fügte sich nahtlos ins Set ein, genauso wie das gelungene "Down with the moonlight", beide vom neuen Album "Ten New Messages".

Wobei die Frage erlaubt sein darf, wie neu denn diese zehn Mitteilungen wirklich sind. "The world was a mess, but his hair was perfect", ist trotz des witzigen Titels eigentlich ein alter Hut, wurde doch das Lied schon auf Konzerten Ende 2005 (!) gespielt. Auch "Down with the moonlight" bekam ich schon im August 2006 beim Festival Rock en Seine serviert. Der Verdacht, dass die Rakes bereits ihren kreativen Zenit mit ihrem guten Debütalbum erreicht haben, ist nicht ganz unberechtigt. Zumal mir bei Recherchen im Internet unangenehm aufgefallen ist, dass sie wieder mal ihre Setliste so gut wie nicht verändert haben. Da findet sich z.B. die Setlist eines Konzertes von einem Konzert in England vor circa drei Wochen und bis auf zwei Aufnahmen ist die Liste komplett unverändert! Auch die Songabfolge stimmt exakt überein. Dabei haben sie doch eigentlich einige gute B-Seiten gemacht, die sie auch mal live spielen könnten! A propos B-Seiten, eine spielten sie dann doch und zwar "Dark Clouds", eine der beiden Ausnahmen zum England-Gig. Die zweite, "Just a man with a job", entschädigte dann etwas für den mangelnden Einfallsreichtum. Hierbei handelt es sich um eine gut umgesetzte Cover-Version eines alten Serge Gainsbourg Chansons. Im Original heisst es übrigens "Le Poinçonneur des Lilas". Wenn ich gemein wäre, würde ich jetzt anfügen können, dass ich das Stück schon bei drei ihrer in Frankreich verfolgten Konzerte gehört habe, aber dann würde ich doch vielleicht ein zu schlechtes Bild von einer eigentlich ordentlichen Band zeichnen. Denn das Quartett um Sänger Alan Donohoe war gewohnt kurzweilig, zackig, unterhaltsam und auch ein paar der neuen Lieder zogen sehr gut. Hervorzuheben ist hier "Suspicious eyes" und auch "Little Superstitions", welches das reguläre Set beendete. Die Rakes sind dabei immer so ehrlich darauf hinzuweisen, dass sie natürlich gleich noch einmal wiederkommen und das der Spruch "das ist jetzt das letzte Lied" totaler Quatsch ist. Wie man überhaupt sagen muss, dass wir es hier mit einer der symphatischsten Bands der Indie-Szene zu tun haben. Allesamt extrem bescheiden-höfliche Jungs, lustig und im guten Sinne auf dem Teppich geblieben. Witzig war dann auch, dass Alan, als er zu den Zugaben zurückkam, sich dafür bedankte, dass die Leute geblieben waren. Aber, aber, wer sollte denn jetzt schon gehen? Es kamen ja schliesslich noch die Knüller "Work, work, work" und vor allem "Open Book", das den grössten Applaus des Abends provozierte.

Alles in allem eine solide Vorstellung, allerdings ohne grössere Überraschungen.

Setlist The Rakes:

01: Terror!
02: Retreat
03: We danced together
04: We are all animals
05: Just a man with a job
06: Down with moonlight
07: When Tom Cruise Cries
08: Binary Love
09: Dark Clouds
10: All too humain
11: Suspicious eyes
12: 22 Grand Job
13: Ausland Mission
14: Trouble
15: Strasbourg
16: Little Superstitions

17: Work, work, work (Pub, Club, Sleep) (Z)
18: Open book (Z)
19: The world was a mess, but his hair was perfect (Z)

Deutschlandtermine The Rakes:

01.05.07: Hamburg
02.05.07: Berlin
03.05.07: Stuttgart
05.05.07: München
06.05.07: Köln

von Oliver



Donnerstag, 19. April 2007

CSS & Tilly and the Wall, Paris, 18.04.07

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Konzert: CSS + Tilly and the Wall
Datum: 18.04.2007
Ort: Elysée Montmartre, Paris
Zuschauer: gut besucht, aber nicht ausverkauft

Wie jedes Jahr findet auch 2007 wieder das Festival "Les femmes s'en mêlent" in Paris und einigen anderen französischen Städten statt. Wie der Name ("die Frauen mischen sich ein") es schon vermuten lässt, ist Voraussetzung, dass die Bands zumindest zum überwiegenden Teil weiblich dominiert sind, oder aber eine Frau singt. Mir persönlich gefällt dieses Konzept sehr gut, obwohl ich gerade von weiblicher Seite schon kritische Töne hierzu vernommen habe. Heute auf dem Progamm: Tilly and the Wall, bestehend aus drei Frauen und zwei Männern und CSS (fünf Damen, ein Herr am Schlagzeug).

Als ich das passabel gefüllte Elysée Montmartre betrat, war die erstgenannte Band noch am Gange. Tilly and the Wall sind Amerikanerinnen, die von Bright Eyes Mastermind Conor Oberst entdeckt wurden und bei seinem Label Team Love unter Vertrag stehen.

Auf Platte singt Conor bei dem ein oder anderen Song mit, heute machte er mir aber leider nicht die Freude seiner Anwesenheit. Stattdessen mühten sich die - zumindest, wenn man nicht zu nah rangeht - heiss aussehenden Girls, Stimmung in den Saal zu bringen. Dies gelang ihnen dann auch einigermassen gut, vor allem mit dem tangoartigen Stück "Bad education" von ihrem zweiten Album "Bottoms of Barrels". Zugegebenermassen war der folkig angehauchte Süsswarenpop nicht ganz nach meinem Geschmack, da für Diabetiker nicht unbedingt geeignet...

Laune machte der Auftritt dennoch, denn einige Titel haben etwas ansteckend Fröhliches.

Ein bisschen mehr Biss versprach ich mir anschliessend von den Brasilianerinnen von CSS, die mit ihrem 2006er Album Cansei de ser sexy (erschöpft davon, sexy zu sein), für ziemliche Furore sorgten. Grund für den mittleren Hype sind vor allem zwei Faktoren. Zum Einen pflegen die Girls einen Musikstil, der gerade unter dem Begriff "New Rave" vor allem in England glänzend vermarktet wird (CSS traten neben u.a. den Klaxons und Sunshine Underground auf der NME - NewRave -Tour auf), zum Anderen haben sie mit Lovefoxxx als Sängerin eine unglaublich energiegeladene Frontfrau.

Besagte Lovefoxxx war es dann auch, die der Show der Band von Anfang an ihren Stempel aufdrückte. Ohne den anderen netten Mädchen und dem männlichen Drummer zu Nahe treten zu wollen, sie waren eher nur Beiwerk heute abend... Lovefoxxx stach schon optisch hervor. Waren die andern Mädels in ihren labrigen T-Shirts eher unscheinbar, war der nicht ganz schlanke, aber dennoch sexy wirkende Körper der Sängerin in einen hautengen, lilafarbenen Ganzkörperanzug (!) gehüllt. Wo kann man so was kaufen? Unfassbar das Teil, Beth Ditto von The Gossip trägt auch so'nen Fummel, füllt ihn aber noch deutlich mehr aus!...

Der musikalische Part wurde übrigens gestartet von "Jagger Yoga" und ziemlich schnell wurde auch eine Blondine aus L.A. verbal aufs Korn genommen ("Meeting Paris Hilton"). Schon zu diesem Zeitpunkt ging das Pariser Publikum gut mit. Überhaupt gab "Wonneproppen" Lovefoxxx ihr Bestes, um die Leute auf ihre Seite zu ziehen: "France is the true romance" reimte sie unter anderem. Das verfehlte nicht seine Wirkung, genausowenig wie die fetzigen Elektro-Rock Stücke, vor allem "Off the hook", das auch mir sehr gefiel. Zwischendrin gab es manchmal aber auch etwas Leerlauf, so war zum Beispiel der Song "Alcohol" nicht unbedingt mein Favorit des Abends. Gut war das Set immer, wenn im Stile der Yeah Yeah Yeahs gepunkrockt wurde, etwas weniger gut, wenn es eine leicht billige Note à la Peaches oder The Sounds, bekam. Aber wollen wir hier nicht zu erbsenzählerisch sein, CSS sind eine gute, gerade live mitreissende Band. Schade, dass die Location nicht ganz so optimal war, um die Stärken der Südamerikanerinnen voll zur Geltung zu bringen, die da wären extensives "crowdsurfing" seitens der Sängerin und enger Kontakt zum Publikum, dass oft auf die Bühne zum Mittanzen geholt wird. Weder Crowdsurfing noch Mittanzen waren aber heute drin, dazu war aus Sicherheitsgründen alles zu stark abgeriegelt.

Dennoch, CSS boten ein ansprechendes Konzert, bei dem Jennifer Lopez noch ihr Fett wegbekam (I wanna be your JLo) und auch ein nagelneues Lied (Lindja) gespielt wurde.

Setlist CSS Paris:

01: Jagger Yoga
02: Alala
03: Fuck Off Is Not The Only Thing You Have To Show
04: Meeting Paris Hilton
05: This Month
06: Alcohol
07: Acho Um Pouco Bom
08: Pretend We're Dead (L7 Cover)
09: Off The Hook
10: Art Bitch
11: Music Is My Hot Hot Sex

12: I Wanna Be Your J.Lo (Z)
13: Lindja (Z)
14: Let's Make Love And Listen To Death From Above (Z)


von Oliver



Donnerstag, 15. März 2007

Arctic Monkeys, Paris, 14.03.07

4 Kommentare
Konzertbericht Arctic Monkeys
Datum: 14.3.2007
Ort: Elysée Montmartre, Paris
Zuschauer: natürlich ausverkauft
Spieldauer: 1 Stunde

Vor circa 2-3 Wochen schlug ich den Konzertteil der Inrockuptibles (les inrocks) auf und erspähte zu meiner Verwunderung die Ankündigung eines Konzertermins der Arctic Monkeys. Die Mitteilung wurde nicht großartig kommentiert und auch an anderer Stelle wurde nicht darüber berichtet. Selbst beim Veranstaltungsort, dem Elysée Montmartre, schien man von dem Konzert nichts zu wissen und konnte mir nicht weiterhelfen.

Aber auch ohne Werbung waren die Karten für ein solches überraschendes Highlight schnell vergriffen und auch ich war schließlich unter den glücklichen Ticketbesitzern.

Bei dem Gig der gehypten Jungspunde handelte es sich wohl offensichtlich um einen Appetitanreger für das am 27. April erscheinende zweite Album "Favourite worst nightmare", mit dem das Quartett aus Sheffield an den Erfolg von "Whatever people say I am..." anschließen will.

Ob dieses Unterfangen gelingt bleibt natürlich abzuwarten, aber der Eindruck, den ich von den neuen Titeln gewann, war auf jeden Fall schon einmal vielversprechend!

Zunächst aber durften die Franzosen von Rhesus die Bühne für sich einnehmen und sie boten dann auch ein gefälliges Set, welches die Massen ein wenig aufwärmte. Dabei hätte es einer Aufwärmung gar nicht bedurft, denn im knallvollen Elysée Montmartre herrschten tropische Temperaturen, es war kaum auszuhalten!

Wie man das von den arktischen Affen gewohnt ist, vertrödelten sie nicht viel Zeit mit langen Ansagen oder in die Breite gezogenen Songs, sondern rockten gewohnt schnell, zackig und hart.

Um 20 Uhr 45 war das Licht unter hyterischen Gekreische vor allem der weiblichen Fans ausgegangen und die vier Jungs - Bassist Nick O'Malley voran - nahmen gemächlich ihre Plätze ein. Ein kurz nach oben gereckter Daumen von Sänger Alex Turner und ab ging die Post. Zum Start gab es gleich zwei neue Songs, die erstaunlich gut ankamen, wenn man bedenkt, daß die eigentlich noch kein Mensch kannte. Titel drei war dann aber wirklich jedem bekannt, wahrscheinlich noch dem Toilettenpersonal. Ich rede natürlich von "I bet you look good on the dancefloor", das von unzähligen Kehlen mitgesungen wurde und gleich für wildes "crowdsurfing" sorgte.

Das Elysee Montmartre glich bereits jetzt einem Tollhaus! Um die Stimmung nicht abflauen zu lassen, schoben sie mit "Still take you home" gleich noch ein bekanntes Lied des Debütalbums hinterher. Sie waren aber nicht gekommen, um nur Bekanntes zu spielen, so daß Titel fünf dann wieder neu war. Diesen Wechsel von alt zu neu zogen sie dann bis Lied dreizehn durch, um das Set letztlich mit vier bekannten Songs zu beenden.

Mir schien es, als würde diese Mischung sehr gut ankommen, ich jedenfalls hielt das für sehr gelungen. Von den neuen Lieder konnte ich zumindest eines titelmäßig identifizieren, ich spreche hier von "Do me a favour", welches sehr gut zog. Ich gehe aber fest davon aus, daß sie auch die neue Single "Brianstorm" gebracht haben, die im April erscheinen wird. Relativ gegen Ende performten sie auch ein Stück, daß sie als B-Seite der ersten Single bezeichneten, einen genauen Titel kann ich aber nicht liefern. Fest steht jedoch, daß andere Bands froh wären, solch gutes Material als A-Seite zu haben!

Ebenfalls als sicher bezeichne ich kommende hervorragende Absatzzahlen des neuen Albums. Drei große Hits sind da mindestens drauf, wenn man den heutigen Abend allerdings als Leitfaden nimmt, wieder keine Balladen, sondern gewohnt schnelle, rockige Stücke, diesmal allerdings vielleicht etwas düsterer Art.

Ohne Zweifel habe ich heute mein packendstes Konzert im Elysée Montmartre gesehen, die Stimmung war ausgelassen und das zum Großteil junge, szenige Völckchen hatte auch den Titel des Songs "Put on your dancing shoes" zum Motto auserkoren.

Der Abschluß mit "A certain romance" war dann fast schon klassisch, denn auf diese Weise beendeten sie bisher immer alle Konzerte. Eine Zugabe gab es übrigens nicht, zumindest nicht für die meisten heute Anwesenden, für mich allerding schon, denn Jarvis Cocker, der auch gekommen war (er stammt schließlich auch aus Sheffield), kritzelte ein schönes Autogramm mit Widmung auf meine Eintrittskarte!

Setlist Arctic Monkeys:

01: This house is a circus
02: Teddy picker
03: I bet you look good on the dancefloor
04: Still take you home
05: D is for danger
06: When the sun goes down
07: From Ritz to the rubble
08: Fluorescent adolescent
09: Do me a favour
10: You probably couldn't see
11: Leave before the lights come on
12: What if you were right?
13: Brianstorm
14: The view from the afternoon
15: Dancing shoes
16: Fake tales of San Francisco
17: A certain romance

von Oliver



Montag, 26. Februar 2007

The Fratellis, Paris, 30.01.07

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Konzert: The Fratellis
Ort: Elysée Montmatre
Datum: 30.01.2007

On January 30th 2007 the Scottish band the Fratellis came to Paris for a great concert. It was a show at Elysée –Montmatre, and for some strange reason it was not a sold out one. Already 5 in the afternoon a few fans were waiting outside on the steps of the concert hall, at least it was not a cold day, and the direction of the concert hall decided to open the doors quite early, quite some time before a big crowd showed up.

The early opening of the doors made it even earlier to go right up front. There was no need to fight for a good spot. Shirts were sold, they were more expensive than they are on the website, but well I did not know that. The Shirt with the blonde pin-up girl was more expensive than the ticket; it did cost 4,10 Euros more! Well it was worth it!

So maybe I should start writing about the concert. The opening band was Nelson, a French band that sings in English. They had a great bass, which sounded a lot like Joy Division and She Wants Revenge. The only little hiccup was that the drum set was a lot louder than the singer; it was almost impossible to make out what he was singing. But I do have to say that they are really good looking.

In between the opening act and the Fratellis I got to talk to a photographer, I am just mentioning this because I ended up on his website!

Once the Fratellis were on stage everyone started going crazy. Being right in the
middle and in the front I became the main victim of the evening. I missed most of the song “Chelsea Daggers”, which is really too bad seen that it made my top ten list for the year 2006. The reason that I missed so much of that song was that everyone that was being passed forward seemed to be passing right over me. During about half the concert I was leaning over the barrier, I could still feel it in my stomach two days later. The stage performance of the Fratellis was amazing, proof of that is the fact that everyone was definitely going crazy out there. Some people were a bit deceived by the fact that the drummer cut his hair. A special treat for all the girls’ ears was Jon talking in his heavy Scottish accent, it was just great how he said: “We are the Fratellis, and we are from Scotland…”

The concert ended quite early. But there was still no chance of meeting up with the
band after the show, which is understandable seen that they are quite big.

Now that I am writing this report ages after the concert I have a memory with a few holes, I know that’s a bad excuse seen that I am know for remembering every detail of everything. I can’t recall what the set list was, but it was a good one.

If you have the chance to go see the Fratellis live, you should take that opportunity and go see them!

von Solveig



Sonntag, 4. Februar 2007

The Magic Numbers, Paris, 02.02.07

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Konzert: The Magic Numbers
Datum: 02.02.2007
Ort: Elysée Montmartre, Paris
Zuschauer: leider nur zu 70% gefüllt, schade!!

Eigentlich müßte ich ja inzwischen wissen, daß die Konzerte im Elysée Montmartre immer etwas früher anfangen, aber wie so oft gammelte ich zu lange zu Hause rum...

Es stellte sich aber heute noch ein viel dümmeres Problem in den Weg: in der U-Bahn bemerkte ich nämlich, daß ich die Eintrittskarte liegen gelassen hatte. So'n Mist!! Was macht man da? Nun, wenn man Fan ist, kauft man sich'ne Neue. Genau das tat ich auch und latzte abermals 27 €. Wie sich herausstellen sollte, waren das aber gut angelegte 27 €. Auf der Treppe schallte mir schon "Forever Lost" entgegen, der Hammer-Song mit dem ich die Magic Numbers aus London kennengelernt hatte. Wie ich später erfuhr, hatte ich zuvor zwei Titel von dem neuen Album verpasst, das war zu verschmerzen.

Um diesmal mehr von der Atmosphäre mitzukriegen, bewegte ich mich weiter vor, Richtung Bühne. Allzu nah wollte ich dann aber doch nicht dran sein, da ich Angst hatte, mir könnte ein geplatzter Hosenknopf von Romeo, Michele, oder Angela ins Auge fliegen. Dummer Witz, ich weiß, und ich verspreche von nun an nicht mehr über die Figuren der drei Leute im Vordergrund zu lästern, denn die haben musikalisch dermaßen viel zu bieten, daß man nicht ständig auf ihr Aussehen anspielen sollte. Und kommt wahre Schönheit nicht von Innen? Man höre sich doch nur einmal die engelsgleiche Stimme von Angela an, wenn sie die Ballade "I see you, you see me" anstimmt. Eine Ballade, die allerdings irgendwann zu einem fetzigen Rocksong ausartet, wie so oft bei den Magic Numbers, denn überraschende Tempowechsel gehören zum Standard-Repertoire des Quartetts (hatte den Schlagzeuger Sean eben nicht erwähnt, der ist übrigens schlank!).

Auch die schmissige erste Single des neuen Albums "Take a chance" hatte viel Pfeffer und sorgte für Stimmung. Inzwischen schienen die Leute wohl auch die neuen Songs des zweiten Albums zu kennen, was bei meinem letzten Konzert mit den Magic Numbers in der Boule Noire noch nicht der Fall war. Obwohl das Publikum zunächst gewohnt lahm war, was aber wohl auch an der Location liegt, denn in dem zwar schönen, aber sehr langgestrecktem Raum verliert sich doch der Sound ab und zu. Lahm heißt aber auf keinen Fall desinteressiert, denn viele guckten andächtig Richtung Bühne und erfreuten sich an dem Charme und der musikalischen Klasse der Engländer. Zu Freunde Anlaß gab auch ein nagelneuer, nicht auf dem Album enthaltenen Titel. "This song is untitled yet, so feel free to name it", erklärte Sänger Romeo. Ein äußerst sympathischer Kerl übrigens, wie auch die gesamte Band, die es auch ohne enge Lederjacken und coole Attitüde schafft, was rüberzubringen, denn alle singen exzellent und beherrschen auch ihre Instrumente.

Aber das Wichtigste ist, daß sie eine unglaubliche Wärme und Offenherzigkeit ausstrahlen, die sich auch in den Liedern bemerkbar macht. Zum Beispiel in der sehr schönen Ballade "Anima Sola", einem der ältesten Titel der Band. Insgesamt zehn Titel, abwechselnd zwischen neuen und alten, hatten sie bis zu diesem Zeitpunkt gebracht. Zum Abschluss des offiziellen Sets dann noch mal ein richtiger Fetzer: "Long legs". Dieses Lied zieht live einfach immer gut, es animiert richtiggehend zum tanzen.

Nach der verdienten Pause trat dann Michele gesanglich in den Vordergrund und bezauberte den Saal mit "Take me or leave me" von dem zweiten Album. Toll dann auch noch mal "Mornings eleven", ein Lied das meiner ursprünglichen Lieblingssingle "Forever lost" in nichts nachsteht. Mit dieser Nummer schafften sie es auch, den Sall endlich zum Kochen zu bringen, was eigentlich längst verdient gewesen wäre!

Beim abschließenden "There's a bar in every highway" legten sie sich dann vollkommen ins Zeug, der Song wollte gar nicht mehr enden, sie stimmten diesen Country-Knüller gleich mehrfach wieder neu an.

Insgesamt ein toller Abend mit einer fabelhaften Band, die noch mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Zum Abschluß möchte ich noch zwei deutsche Mädchen zitieren, die begeistert den Saal verließen: "Die sind total nett, nicht so arrogant wie Mando Diao!"


Setlist:

01: This is a song
02: You never had it
03: Forever lost
04: Love's a game
05: I see you, you see me
06: Take a chance
07: The Mule
08: Runnin' out
09: Slow down (the way it goes)
10: Undecided
11: Untitled
12: Anima Sola
13: Long Legs
14: Take me or leave me
15: Mornings eleven
16: B-Seite der nächsten Single
17: There's a bar in every highway

von Oliver

The Fratellis, Paris, 30.01.07

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Konzertbericht Fratellis + Nelson
Ort: Elysée Montmartre, Paris
Datum: 30.01.2007
Zuschauer: gut gefüllt

So ein Mist! Da hatte ich mir fest vorgenommen die aufstrebenden jungen Pariservon Nelson auf keinen Fall zu verpassen und da trödel' ich zu Hause wieder ewig lange rum, bis ich mich auf die Söckchen mache. Dabei kam ich doch schon gegen 20 Uhr 20 an! Aber zu spät, kein Mensch mehr auf der Bühne! Frustriert marschierte ich zum Merchandising Stand, wo es von Nelson rein gar nichts gab, noch nicht einmal ein T-Shirt. Aber, was sahen meine müden Augen? Sind das nicht die Jungs von Nelson, so ganz in schwarz gekleidet, die da vorbeimarschieren? Auf bloßen Verdacht hin, spreche ich einen der Neo-Waver an und in der Tat, er gehört zu Band. Sehr netter Kerl, ich weiß nicht wie er heißt, aber er kennt jetzt meinen Namen via MySpace. Ich nehme mir fest vor, zu dem Konzert der Band am 8. Februar im Glaz'art pünktlich zu kommen, um festzustellen, wie nah sie schon an ihren Idolen von Interpol dran sind!

Das Warten auf die Fratellis gestaltete sich etwas langwierig, aber irgendwann ging dann endlich das Licht aus. Im Gegensatz zu Christoph, hatte mir das Album auf Anhieb gefallen, etwas Eingängigeres als diesen Pub-Rock kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen. Mein Problem war bloß, daß das Ganze so schnell wie es ins Ohr gegangen war, auch wieder rausging. Heute war also zu klären, ob die falschen Brüder die Flamme noch einmal entfachen konnten. Mit "Henrietta" begann es vielversprechend. Erstaunlich, wie zackig und schnell die das abspulten. Danach war aber erst einmal die Luft raus. "Flathead" konnte mich nicht wirklich begeistern und auch das Pariser Publikum stand eher lahmarschig rum. Und das, obwohl die Titel mit hohem Tempo und großem Lärm dargeboten wurden. Woran lag es also? Nun, ich denke, ganz einfach daran, daß die Albumtitel, die nicht ausgekoppelt wurden ganz einfach nicht sonderlich stark sind und auch, daß sich Sänger und Bassist Fratelli nicht besonders verausgabten.

Ok, daß sie aussehen wie Bauerntölpel, bzw. schottische Fischer, dafür können sie ja nichts. Wenn sie aber schon nicht sexy sind, könnten sie wenigstens auf der Bühne mehr los machen! Stattdessen stand der feiste Bassist drei Meter von dem lockenköpfigen Sänger entfernt. Hey ihr könntet euch mal anrocken, näher zusammenrücken, wenigstens Blickkontakt aufnehmen?! Aber Pustekuchen! Erst mit der Ballade "Whistle for a choir" wurde es wieder etwas besser, das ging zu mindest halbwegs ans Herz, obwohl man wahrscheinlich drei Guiness gesoffen haben muß, um voll darauf abzufahren. Danach wieder lärmige Langeweile, jeder im Saal glotzte nur nach vorne. Mit "Chelsea dagger" kam dann endlich mal so etwas wie Stimmung auf. "Dededeb, dededeb, dededeb", zumindest die Angetrunkenen kamen jetzt in Fahrt. Damit war aber auch schon das Highlight abgefrühstückt und es kam nichts Tolles mehr. Zum Glück waren die Zugaben dann noch etwas versöhnlich, denn sie brachten noch den Song mit der Liedzeile: "I was into the Stones when you were into the Roses" (wie heißt das schon wieder?) und den Titel mit dem ich die Band kennengelernt hatte und zwar "Creeping up the backstairs" hier und heute unplugged dargeboten.

Fazit: ein mittelmäßiges Konzert einer mittelmäßigen Band, Lichtjahre von den Live-Qualitäten von den Kaiser Chiefs, oder den Dirty Pretty Things entfernt.

von Oliver


Samstag, 20. Januar 2007

HushPuppies, Paris, 19.01.07

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Konzertbericht HushPuppies
Ort: Elysée Montmartre, Paris
Datum: 19.01.2007
Zuschauer: gut gefüllt, wahrscheinlich ausverkauft

Unsere zahlreichen und treuen Leser werden sich bestimmt schon des Öfteren gefragt haben, warum dieser Oliver nie über französische Bands berichtet, obwohl er doch in Paris lebt. Nun, mit den Hushpuppies biete ich den Fans jetzt mal was aus dem Land des guten Käses und der hübschen Frauen. Was, die Hushpuppies kennt ihr nicht? Das ist aber eine Bildungslücke, zumal die smarten Franzosen auch schon in Deutschland tourten und den ein oder anderen Fan in Germany gewonnen haben.

Die stylische Band besteht aus fünf gutaussehenden
jungen Männern zwischen 27 und 31 (so steht es zumindest auf der Auskoppelung "Single" geschrieben), mit dem charismatischen Sänger Olivier Jourdan an der Spitze. Ein wahres Sexsymbol in der Tradition von Alain Delon, gesegnet mit einer famosen Sprungkraft und einer mächtigen, kraftvollen Stimme.

Als Cécile und ich den Saal betraten, hatten die Fünf zu unserer
Entrüstung allerdings schon begonnen und dabei war es erst 20 Uhr 30. Vielleicht hat der Veranstalter Rücksicht auf die kleinen, jungen Mädchen genommen, die man zuhauf im Publikum ausfindig machen konnte. Das erste Lied, was wir zu hören bekamen, war gleich der auch international größte Hit "You're gonna say yeah!"

Ein äußerst prägnanter Basslauf setzt hierbei ein, dann gleichzeitig ein
stakkatohaftes Schlagzeug plus Gitarre und ab geht die Post. Fetzt immer noch unvergleichlich gut! Selbst die Werbeindustrie hat schon das Potential des Songs erkannt und ich habe besagten Basslauf bereits in einer deutschen Werbung für Jägermeister und in einer französischen für ein Deo wiederentdeckt. Daß sie eine solche Zugnummer so früh bringen, beweist, daß sie genügend andere gutgehende Titel im Gepäck haben. Insbesondere "Bassautobahn" mit dem gekonnten Synthieintro und die aktuelle Singleauskopplung "Single" wußten mich und die anderen zu überzeugen. Etwas bedauerlich war, daß der Funke nicht so hundertprozentig überspringen wollte, obwohl Olivier und seine Mannen alles taten, was in ihrer Macht stand. Ich kann mir gut vorstellen, daß die Leute in Deutschland mehr abgegangen sind. Aber was soll's ,auch hier und heute konnte man nicht von Langweile reden. Ich habe die Band auf DVD auf einem Festival gesehen und da sind die Leute richtig durchgedreht, also die Gruppe kann live was. Irgendwann haben das auch heute die Hüftsteifsten geschnallt und am Ende verwandelte sich das ehemalige Theater in den ersehnten Hexenkessel. Zumal sie insgesamt fünf Zugaben abfeuerten und neben Titeln des Albums "The Trap" auch Stücke einer alten EP namens "The Garden" spielten. Ich ziehe auf jeden Fall ein positives Fazit und kann nur jedem empfehlen, auch mal Musik Made in France zu hören und zu sehen. Die Hushpuppies vertreten ihr Land sehr gut und haben vermutlich eine Welle losgetreten, denn mit den Shades, Naast und Plasticine stehen blutjunge neue französische Bands in den Startlöchern, die eine Menge Platten von den Ramones, Joy Division, den Smiths, oder den Clash gehört haben...

Stellt sich bloß die Frage: Vive la france oder God save the Queen?

von Oliver


Mittwoch, 15. November 2006

Babyshambles, Paris, 14.11.06

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Konzert: Babyshambles
Ort: Elysée Montmartre, Paris
Datum: 14.11.2006

... Am Ort des Geschehens angekommen, erklomm ich die Stufen, um zu dem Konzertsaal zu gelangen. Just in diesem Moment erklang "Albion" und noch bevor ich eingetreten war, schien mir klar, daß Pete heute abend in guter Form sein würde, denn seine Stimme war fest und er lallte auch nicht. Im Inneren machte ich mich auf die Suche nach Cécile, die ich aber bis zum Schluß des Konzertes nicht fand, obwohl der stuckverzierte Saal nur zu maximal 2/3 gefüllt war. Cécile berichtete mir Folgendes über den Beginn des Gigs:

"Entgegen aller Erwartungen begann es pünktlich um 21 Uhr und zwar sofort mit einem Paukenschlag, denn das fetzige 'Pipetown' brachte die Meute unverzüglich in Wallung. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, daß dies heute kein chaotisches Konzert werden würde, sondern eine dem Talent von Doherty angemessene Vorstellung. Nach 'Pipedown' folgten zunächst zwei neue Titel, was logischerweise das Publikum erst einmal etwas zügelte. 'Back from the dead' verschärfte aber wieder das Tempo und die Begeisterung. Anschließend wieder eine Mischung aus neuen und alten Stücken, bevor zur völligen Überraschung aller, Kate Moss die Bühne betrat und ein paar Zeilen zu dem Titel 'La Belle et la Bête' hauchte. Die Leute waren hin und weg ob dieser Showeinlage. Nachdem das Model ihren Gesangespart absolviert hatte, verließ sie noch bevor das Lied richtig zu Ende war die Bühne und überließ den Rest des Abends ihrem Darling und seinen Mitstreitern. Die Babyshambles brachten danach ihren größten Hit 'Killimangiro' und auch 'A Rebours' war dabei. Ein Leckerbissen für Libertines-Fans gab es auch noch, denn 'Time for heroes' ließ die Fans noch mal ein wenig in Nostalgie schwenken."

All dies hatte ich verpasst, aber neben "Albion" bekam ich immerhin noch "Fuck forever" mit, zu dem Pete mit einer von einem Fan gereichten Union-Jack-Flagge ausgelassen tanzte. Überhaupt war er gut drauf, denn während(!) des Konzertes gab er bereitwillig Autogramme und sammelte immer wieder zugeworfene Schals und Mützen auf, um sie sich prompt anzuziehen. "Fuck forever" war das offizielle Ende, bevor noch drei Zugaben, u.a. "What Katie did next" angestimmt wurden. Alles in allem ein wirklich überzeugendes Konzert, was den Fans zu berechtigter Hoffnung Anlaß gibt.

von Oliver


 

Konzerttagebuch © 2010

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