Freitag, 10. November 2006

Razorlight & Mando Diao, Palladium Köln, 09.11.2006

Konzert: Razorlight & Mando Diao
Datum: 09.11.2006
Ort: Palladium Köln
Zuschauer: Ausverkauft


Eigentlich wollte ich da nicht hin. Nach der Absage, der Dirty Pretty Things, die eigentlich Vorgruppe sein sollten, und die der Grund waren, daß ich ein Ticket für das Konzert gekauft habe, wollte ich die Karte verkaufen, denn einmal Mando Diao im Leben reicht eigentlich. Mit Razorlight kam dann aber ein anderes Highlight aus dem Libertines-Erbe, also kein Ticket-Verkauf, sondern mein zweites Konzert zu dem ich wegen der Vorgruppe gegangen bin (nach Nena - Klee in der Kölnarena).

Vor Palladium und gegenüberliegendem E-Werk war die Hölle los. Gleichzeitig mit "meinen" Bands fand im E-Werk ein Konzert von My Chemical Romance statt. Entsprechend verstopft waren die Zufahrtswege, sodaß ich es gerade so geschafft habe, um acht Uhr da zu sein. Meine Kamera hatte ich per mail beim Palladium anmelden wollen, weil das E-Werk (gleiche Firma) mir neulich nicht erlaubt hat, sie mitzunehmen. Eine Antwort auf mein mail habe ich bis heute nicht bekommen, den Fotopaß am Eingang leider auch nicht. Also: Kamera zurück ins Auto und verspätet in den Saal.

Im ausverkauften Palladium hatten Johnossi schon begonnen. Die beiden Schweden (Schlagzeug und Gitarre/Gesang, einer ist John, der andere Ossi) waren nett aber nicht leuchtend. Eine Vorgruppe, die für Stimmung gesorgt hat, aber nicht mitreißend war.

Nach deren wohl 25 Minuten, kam der Höhepunkt des Abends auf die Bühne, die glänzenden Razorlight aus London. Die Band um Sänger Johnny Borrell (Ex-Libertines) hat im Sommer ihr zweites (grandioses) Album veröffentlicht und diente jetzt (vollkommen unverständlich) Mando Diao als Vorgruppe. In England wäre das ganz sicher umgekehrt gewesen. Borell, ganz in weiß gekleidet, kauft seine Schlapp-T-Shirts offenbar im gleichen Laden wie Kooks-Sänger Luke, wobei sein Unterhemdchen etwas weniger zerrockt aussah als das des Kooks-Manns.

Es war schon bitter, ansehen zu müssen, daß Razorlight das vordere Drittel der Bühne nutzen mußte. Dies tat dem Bewegungsdrang des Sänges aber keinen Abbruch. Razorlight spielte 35 Minuten, schaffte es aber, dabei acht Lieder unterzubringen. Die 35 Minuten glaube ich eigentlich immer noch nicht, da allein LA waltz sehr lang war. Dafür gab es fast keine Pause zwischen den Stücken. Gleich mit "In the morning" war die Stimmung im Saal phänomenal gut. Viele kannten offenbar Band und Platte. Relativ schnell mußten auch die ersten Mädchen aus der Menge getragen werden, weil sie zusammengeklappt waren. Das Set war abwechslungsreich, die Show extrem energiegeladen. Nach "America" blieb das Hemdchen Backstage zurück und die Mädchen waren noch begeisterter. Schade, daß es nur so kurz war, ansonsten ein perfektes Konzert, eine Band, die man live gesehen haben muß.

Setlist:
01: In the morning
02: Hold on
03: Back to the start
04: Golden touch
05: LA waltz
06: Fall to pieces
07: America
08: In the city

Pünktlich um 22 Uhr traten dann Mando Diao auf. Vor der Bühne war ein weißer Vorhand heruntergelassen worden. Als die Band auftrat, waren erst nur Umrisse zu sehen, die dann durch grelle Blitze immer besser zu erkennen waren. Das Publikum war von Anfang an komplett aus dem Häuschen. "Publikum" heißt hunderte Mädchen mit rot-schwarz gestreiften Mando Diao T-Shirts. Irgendwie erinnerte mich das an eine Alternative-Version eines Tokyo-Hotel-Konzerts. Mando Diao ist wohl wirklich eine Boyband.

Noch mehr als all die kleinen Mädchen liebt wohl nur die Band selbst sich. Ich bin sicher, jeder von denen hat in seinem stylischen Loft große Fotos von sich selbst an allen Wänden hängen. Hübsch war z.B. ein T-Shirt mit der Aufschrift "It feels so good to be an outlaw in your perfect world." Herrlich.

Zum musikalischen Teil des ganzen kann man nicht viel Negatives sagen. Mando Diao rocken ordentlich und bringen das Publikum sofort in Stimmung. Allerdings sind die ruhigen Stücke der neuen Platte nur schwer zu ertragen. Der Rest war solide und gut. Mando Diao ist, sieht man von dem Posertum ab, eine gute Liveband. Nach anderthalb Stunden (fünf Zugaben) war Schluß.

Setlist:
01: Welcome home, Luc Robbitaille
02: If I leave you
03: Motown blood
04: White wall
05: Paralyzed
06: Amsterdam
07: TV & me
08: All my senses
09: Tony Zoulias (lustful life)
10: Killer Kaczynyski
11: Ochrasy
12: Sheepdog
13: God knows
14: Down in the past

15: The new boy (Z)
16: Long before Rock'n'roll (Z)
17: Good morning, Herr Horst (Z)
18: Can't steal my love (Z)

19: Clean town (Z)


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