Freitag, 9. Mai 2014

Mine, Karlsruhe, 08.05.14


Konzert: Mine und Band (support: Curlyman)
Ort: Tempel in Karlsruhe
Datum:  8. Mai 2014
Dauer: 85 min
Zuschauer: etwa 150 (recht voll)


Mine mit Band. Für mich eine neue Erfahrung, denn bisher hatte ich sie nur Solo und mit ganz großer Besetzung gesehen. So besonders Band-affin bin ich nicht, da stets die Gefahr besteht, dass das Schlagzeug alles zudeckt (leidvolle Erfahrung...). Insofern war meine Erwartung an den Abend im Tempel etwas gemischt. Natürlich war es höchste Zeit für ein Wiedersehen und der Tempel ein prima Ort dafür. Aber würde die Bandfassung den wunderbaren Erinnerungen an das Masterkonzert nicht an den Kragen gehen?


Ich muss diese Sorge hier aussprechen, aber die Antwort wohl auch nicht zu spannend machen, denn Mine mit Band erwies sich als gnadenlos grandios!  Das hat sicher seinen Grund in den tollen Bandmitgliedern:

Martin Haller – Gitarre, Synthies und Gesang
Vroni Frisch – Bass, Gesang

Sebastian Kraus – Drums, Akkordeon, Metallophon
Sarah Inanc –  Gesang, Geige, Metallophon 


aber auch an der Art, wie Mine ihre Lieder je nach Besetzung immer neu kleidet und schmückt. Mit Band ging vieles mehr nach vorn, aber für jedes der Lieder genauso, wie es seiner  inneren Natur entsprach. 


Die so geliebten innigen Stücke gab es mit Geige und Metallophon und rhythmischer Akzentierung. Sie waren auch so sehr innig und filigran. Und etwas herrlicheres als das rotzig rockige und doch auch Abgründe und das darüber springen einfangende Findelkind kann es nicht geben - was war das für ein Fest und was war das für ein Spielfreude auf der Bühne. Wunderbarer Moment des Abends.



Das Publikum hatte die Band eigentlich schon im Moment des Betretens der Bühne gewonnen. Von da an waren alle sehr ruhig und aufmerksam - ganz wenige Bargeräusche ab und zu oder Flaschen-Kegeln. Und der Applaus war wohlwollend und zunehmend enthusiastisch. Und eigentlich schon bei Rot das erste mal total euphorisch.


Überhaupt - auf neue Lieder hatte ich ja schon so ein bisschen gehofft - aber auch gebangt. In welche Richtung würde es weitergehen mit Mine? Würden wir musikalisch "Freunde bleiben"? Vorgestellt wurden uns an dem Abend vier Neulinge, die alle nur das tollste erwarten lassen für den Tonträger. Schon das erste - Pusteblumenfeld - war so sehr Mine, wie ich nur hoffen konnte, dann ein expressivstes Rot mit ganz minimalen Stilmitteln (und einer grandios performenden Mine) - das explodierende Findelkind. Da bleibt mir nur ein anerkennendes und um Atem ringendes WOW.


Natürlich machte Mine von der Chance Gebrauch, sich den Rapper of the day auf die Bühne zu holen - Curlyman hatte eröffnet (da war ich noch japsend unterwegs, um wenigstens rechtzeitig zu Mine im Tempel anzukommen) und konnte im Set einige schöne Akzente setzen.



Dass das Publikum Mine zunehmend regelrecht feierte, zeigte sich auch daran, dass sie erst nach einer zweiten Zugabe gehen durfte und anschließend eine sehr lange Schlange glücklicher Menschen am Merchstand wartete. Es sah schon so aus, als hätte sie daran auch ein bisschen Freude gehabt. Und wer nun neugierig geworden ist auf das neue Material - unbedingt selbst live ansehen! Und alle Freunde einpacken...



Setlist
01: Hinterher
02: Kann Sie es tragen
03: Raus Raus Raus
04: Pusteblumenfeld
05: Ziehst du mit
06: In meinem Kopf
07: Mein Freund
08: Rot
09: Blätter
10: Du scheinst
11: Nicht für mich
12: Findelkind
13: Lauter
14: Der Mond lacht

15: B-Seite (Jan Delay cover) (Z)
16: Und dann (Z)

17: Herzverleih (Z)

Tourdaten
09.05. Wiesbaden Schlachthof
31.05. Darmstadt Schlossgrabenfest
22.06. Mainz Johannisnacht


Aus unserem Archiv:
Mine, Karlsruhe, 19.09.13
Mine, Mannheim, 15.06.13
Mine, Freiburg, 21.05.13
Mine, Karlsruhe, 09.05.13 



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