Donnerstag, 1. Dezember 2011

Kaiser Chiefs, Paris, 29.11.11


Konzert: Kaiser Chiefs (Tribes)
Ort: L'Olympia, Paris
Datum: 29.11.2011
Zuschauer. geschätzte 1800 (von 2500 maximal möglichen)


Vielleicht habe ich an jenem 29.November 2011 das Konzert des Jahres verpasst. My Brightest Diamond, die im Café de la Danse aufspielte, soll so überragend gewesen sein, daß selbst der ansonsten knausigere Konzertfotografenzar Robert Gil 5 Herzchen für den Auftritt von Shara verteilte. Eine absolute Seltenheit bei ihm. Auch andere Beobachter sprachen von einem Wahnsinnkonzert mit vier Zugabenblocks.

Für My Brightest Diamond hatte ich einen Gästelistenplatz, reichte diesen aber an einen Freund weiter und entschied mich stattdessen für den Gig der Kaiser Chiefs im Olympia. Hauptgrund war, daß ich endlich mal wieder zusammen mit meiner Frau auf ein Konzert gehen wollte und die Band um Ricky Wilson liebt Cécile nun einmal über alles. So kam es also, daß ich mich in Gesellschaft meiner Süßen in einem der prestigeträchtigsten Konzertsäle der Seine-Metropole wiederfand. Entgegen anderslautender Befürchtungen war es keineswegs gähnend leer dort und irgendwie hatten es die vor ein par Jahren ungemein populären Engländer geschafft, Altfans aber auch junge Leute zu mobilisieren.

Ich war gespannt wie mir die Kaiser Chiefs heuzutage gefallen würden. In in ihrer Glanzzeit war ich glühender Fan und verpasste keinen ihrer Auftritte, inzwischen war die Leidenschaft aber ziemlich abgekühlt und das neue Album The Future Is Medieval habe ich gar nicht erst mehr gekauft.

Nach einer unfassbar schlechten Vorgruppe names Tribes aus England (dümmlicher Textauszug eines besonders gruseligen Liedes: "my girlfriend don't love me, my haircut don't suit me), kam die Band aus Leeds einmarschiert. Toll, daß die fünf Gründunsgmitglieder noch alle beisammen sind, so etwas sieht man selten in den heutigen Zeiten. Aber es gibt unter ihnen ja viele Freundchaften, die seit Schulzeiten bestehen, so etwas schweißt zusammen.

Entsprechend entspannt war auch heute wieder die Atmosphäre innerhalb der Band, da wurde wieder viel gelacht, geschäkert, geschmunzelt und Blödsinn erzählt. So habe ich die Kaiser Chiefs im Mai 2005 kennen-und lieben gelernt und selbst wenn sich meine Begeisterung heutzutage etwas gelegt hat und der erste Teil des Konzertes ein wenig an mir vorbeiplätscherte, war spätestens mit dem Doppelschlag aus Ruby und The Angry Mob der Knoten geplatzt. Die Stimmung im Publikum war eigentlich genau wie damals: absolut bombig! Das ganze Olmypia sang, hüpfte und jubelte wie bei einem Fußballspiel und zwar durchgängig. Kleinere Hänger gab es lediglich, als die neuen Sachen gespielt wurde. Irgendwie wirkte das aktuelle Material leider nur wie ein Aufguss alter Ideen, ohne jedoch die Zugkraft und Catchyness der ersten Hits zu erreichen. Deshalb war mir auch der zweite Teil des Konzertes (Lied 9 bis 17) wesentlich lieber, denn in dieser Phase gab es mit Starts With Nothing (eher langweilig) und Kinda Girl You Are (passable, sehr flotte Nummer) lediglich zwei Neulinge. Oldies wie I Predict A Riot und Nanananana hatten nichts von ihrer explosiven Wirkung verloren und Take My Temperature war zwar urspünglich nur eine B-Seite, aber immer schon gesetzt. Zu diesem wilden Stück nahm Ricky mal wieder direkten Kontakt zum Publikum auf. Eine Weile lang suchten ihn die Zuschauer auf den Stehplätzen (also da wo ich war) vergeblich, dann aber plötzlich sah man ihn direkt neben den Leuten auf dem Balkon. Alle schossen Fotos wie die Gestörten, um diesen witzigen Moment zu verewigen und auch ich hielt drauf wie so ein Weltmeister.

Ein paar Minuten später war Mister Wilson dann wieder heil zurück auf der Bühne, nur um diese kurze Zeit später erstmalig zu verlassen. Natürlich gab es noch eine Zugabe und diese war wirklich absolut lohnend. Love's Not A Competition, wurde in einer neuen Version mit einer famos herausgearbeiteten Gitarrenmelodie geboten und zu Oh My God begab sich Wilson erneut ins Publikum, bat dieses sich hinzusetzen, nur um etwas später im richtigen Moment wieder aufzuspringen. Ein tausendfach eintrainierter Gag, der aber auch heute fantastisch funktionierte und die Stimmung noch einmal so richtig schön aufheitzte.

Nach etwa 1 1/2 Stunden war dann Schluß und ich um die Erkenntnis reicher, daß mir die Kaiser Chiefs druchaus noch Spaß machen. Es muss nicht immer musikalische Feinkost sein. Manchmal schmecken Bratkartofflen besser als Kaviar...

Setlist Kaiser Chiefs @ Olympia 2011, Paris:

01: Everyday I Love You Less And Less
02: Never Miss A Beat
03:Little Shocks
04: Everything Is Average Nowadays
05: Good Days Bad Days
06: Put Me On The Cover Of Your Magazine
07: The Modern Way
08: Man On Mars
09: Ruby
10: The Angry Mob
11: Na Na Na Na Naa
12: Starts With Nothing
13: I Predict A Riot
14: Kinda Girl You Are
15: Take My Temperature

16: Love Is Not A Competition (But I'm Winning)
17: Oh My God

Aus unserem Archiv:
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