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Mittwoch, 9. Oktober 2013

Waves Vienna Festival, 03.10.13

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Konzert: Waves Vienna Festival
Ort: verschiedene Locations am Donaukanal
Datum: 03.10.2013


Was für so ziemlich jede mitteleuropäische Stadt gilt, trifft auf Wien besonders zu: Winter sind nicht so lustig. Kann natürlich sein, dass ich bei der Kleidungswahl noch ein wenig in Sommernostalgie schwelgte (ein komisches Präteritum) und gleich zum Island-Pullover hätte greifen sollen, aber so oder so sind 5° ein bisserl wenig.
Nur gut, dass sich mittlerweile schon fast alle Festivitäten ins Innere verzogen haben und Festivals auch wenn sie so heißen, nichts mehr mit Outdoor zu tun haben. Das erste Oktoberwochenende wartet da traditionell mit großem Veranstaltungsgebot auf, wenn man will, kann man es gar auf zwei Großereignisse reduzieren: das höchst originäre Konstrukt "Wiener Wiesen" und das "Waves Vienna". Beide betonen im Namen schon den Bezug zur Hauptstadt, doch die jeweils transportierten Weltvorstellungen liegen eher weit auseinander, einzig die Liebe zum Bier eint die beiden Zielgruppen. Den Raum zwischen Donaukanal und Prater dominieren ein Wochenende lang also Dirndl, Lederhosen, Waves-Umhängetaschen und Timetable-Booklets.
Warum ich hier so herumschwafle über die Wiesen, wo doch eh jeder weiß, dass es nicht um Bierzeltbelustigungen gehen wird? Weiß ich auch nicht so genau. Wohl deshalb, weil Kollegin Ursula in ihrem Bericht über das Waves schon einiges erzählt hat. Und weil ich heuer keine lustigen musikalischen Sozialisierungsversuche von angeheiterten Wiesenbesuchern vorm Fluc und Beschwerden über die Lautstärke (von der Wiesen ans Waves wohlgemerkt) erleben durfte, aber doch so gerne darüber schreiben würde. Und natürlich auch, um einfache Dichotomien herzustellen, á la Orwells "Vierbeiner gut, Zweibeiner böse". Alle Vierbeiner lesen also bitte trotz langatmiger Einleitung weiter, es wird nämlich endlich musikalisch.

Dem Manchester-Boy Magic Arm war nämlich die Ehre (oder Bürde, je nachdem) überlassen, den Abend im Odeon zu eröffnen, einem wunderschönen, sehr großen Theater, das zu der frühen Uhrzeit (dreiviertel sieben) erst eine Handvoll Early Birds angelockt hatte. Wie durch Zauberhand allerdings hatte der bärtige Kollege schnell eine atmosphärische Dichte geschaffen, in den Pausen zwischen den Songs glänzte er zwar nicht als großer Erzähler, vermittelte aber das Gefühl, sich gerne mit dem Publikum auszutauschen und sich über jeden einzelnen zu freuen. Die zu erzählenden Geschichten nahmen sich in musikalischer Form sowieso ganz hervorragend aus, wurden von sehr verspielten Arrangements begleitet und ein besonderes Faible hatte der hinter dem Alias steckende Marc Rigelsford fürs Loopen. Bisweilen erinnerten die Klangwelten des Magic Arm da stark an jene von A Thousand Fuegos.
 

Die Kurzweiligkeit des Konzerts ist zum Teil sicher auch auf die Spontaneität des Künstlers zurückzuführen, der in den Pausen oft umdisponierte, andere Songs als geplant spielte und seinen Mitstreiter Ben, der nach drei Songs erstmals die Bühne betreten hatte, abwechselnd auf die Bühne zitierte und wieder wegschickte. Auf nette Art und Weise natürlich, der Typ ist grundsympathisch, aber doch irgendwie verwunderlich, dass er seinen Kollegen nicht auf der Bühne haben wollte, wenn ein Song ohne dessen Beteiligung auskam. Platz wäre da jedenfalls genug gewesen. Ob die acht Tage, die die beiden zu diesem Zeitpunkt schon gemeinsam auf Tour waren, bereits Abnutzungserscheinungen verursacht hatten? Am Tag zuvor hatten die beiden jedenfalls in München in einer Garage oder Werkstatt gespielt, was Ben zu dem berechtigten Kommentar hinriss, das Odeon sei doch ein wenig ein anderes Kaliber. Ziemlich genau nach 45 Minuten war das Konzert jedenfalls vorüber, eine kurze Verbeugung und weg waren sie. Ein schöner Start ins Festival, recht lange sacken konnte ich diesen aber nicht, da im doch ein Stückchen entfernten Flex Amatorski anstanden.

Eine Viertelstunde deren Konzerts hatte ich bei Ankunft zwar schon verpasst, die restliche halbe Stunde war aber so dermaßen gut, dass sie dieses kleine Ärgernis schnell vergessen ließ. Dabei hatte ich mich erst am gleichen Tag zum ersten mal mit Amatorski beschäftigt, war zufällig auf den Namen im Timetable gestoßen und natürlich gleich an die kürzlich im Konzerttagebuch verfassten Lobeshymnen auf eine Band dieses Namens gedacht. Amatorski klingt ja sprachlich ziemlich slawisch eigentlich, hatte ich mir gedacht, und  einen musikalischen Import Olivers von seiner Russlandreise vermutet. Im Timetable stand allerdings ein (BE). Belgien und Slowenien waren nämlich die heurigen Gastländer im Rahmen des Veranstaltungscredos "East meets West".
Für Amatorski gilt "Post-Rock meets Schüchter-Pop", zwei musikalische Hängematten, in die
ich mich besonders gern flausche. Wie ein Mangalitza-Schwein (einfach weils ein schöner Name ist) suhlte ich mich im musikalischen Schlamm der Belgier und verlor dabei jeglichen Bezug zum Rundherum. Wobei der Begriff Schlamm die Tonart, die Amatorski anschlagen, ja gänzlich verfehlt. Aber in der Konsistenz gleicht er dem Konzert gewissermaßen, so dicht und einhüllend, richtig wärmend war es. Außerdem haben Amatorski spirituell angehauchte Metaphern wie "engelsgleich" und "überirdisch" sicher schon hundert Mal gehört. Also passt Schlamm irgendwie doch ganz gut. Heißt ja außerdem auch "Perlen vor die Säue" oder? Und ich glückliche, tagebuchschreibende Sau, die dieses Konzert fast verpasst hätte, erlebte also eine sphärische Welt aus Glockenspiel, samten vorgetragenem Schlagzeug, komplex ineinandergreifender Instrumentierung und gehauchtem Gesang.
Dadurch, dass die Band rund um Sängerin Inne zwischen den Songs kaum zum Publikum sprach (dafür oft Instrumente bzw. Plätze wechselte, die Bühne war wohl zu viert mit soviel Equipment doch etwas eng), entwickelte sich eine ganz eigene Atmosphäre, die man nicht zwangsläufig mögen muss. Für viele ist ein Konzert ja erst dann richtig gut, wenn möglichst viel interagiert wird und der Kontakt zwischen Publikum und Band ausgereizt wird, aber ich habs halt hin und wieder gern so schwelgerisch, weltvergessen. Und die Leute rundherum - auffallend viele ältere und professionell wirkende, mit Akkreditierungen ausgestattete Männer übrigens, wohl Leute aus dem Business - schienen mehrheitlich diesen Ansatz zu teilen, den filigranen Songs wurde durch äußerstes Schweigen Respekt erwiesen, ganz am Ende bei Never Told tänzelten glückselige Gesichter durch den Raum (also die Körper zu den Gesichtern), durch die nebelverhängte Bühne verabschiedeten sich die etwas schüchternen Belgier leider schneller, als man überlegen konnte, was "Zugabe" wohl auf flämisch heißen möge. Zauberhaft gutes Konzert, das Hunger auf sehr viel mehr macht, heißt in diesem lustigen Kauderwelsch jedenfalls Amatorski, das steht schon mal fest. Zum Glück hatte die Band in einem Anflug auf Gesprächigkeit vor dem letzten Song schon versprochen: "See you very soon!"

Schauplatzwechsel und raus in die Kälte once again. Zum Glück nur zehn Minuten lang im Eilschritt und nicht länger - so wie die Bands auf dem Red Bull Brandwagen, der hundert Meter vom Flex positioniert war. Der hatte letztes Jahr (damals am Praterstern aufgestellt) gar nicht so schlecht funktioniert, allerdings war da auch das Wetter besser und der Platz doch deutlich belebter als der Donaukanal, wo die Leute vorbeieilten, um schnell wieder ins Warme zu kommen.
So allerdings spielten die zwei für diesen Tag angesetzten Bands in ziemlicher Kälte und vor publikumstechnischer Minimalbesetzung. Vielleicht hätte man da einfach schon am Nachmittag beginnen sollen, wo die Konkurrenz der anderen Bühne sich noch in Grenzen gehalten hätte...

Im Odeon ist es aber schön warm und Frida Hyvönen konnte also in einem sehr luftigen, farbenfrohen Kleid auftreten. Von der schwedischen Songwriterin erlebte ich nur mehr die letzte Viertelstunde, die zwar musikalisch nicht ganz meinen Nerv traf (oder Amatorski zuvor waren einfach zu gut, auch möglich), aber dafür ein wenig mehr auf der Entertainment-Schiene unterwegs war als die Belgier.
Ein Apfel, der auf ihrem Klavier lag, dürfte als Running Gag eine große Rolle gespielt haben, auch mit ihrer Begleitung an den Backvocals erlaubte sie sich den einen oder anderen Scherz, der letzte Song Dirty Dancing blieb mir auch spaßig in Erinnerung. Er handelte von der alten Jugendliebe, die man irgendwann aus den Augen verliert und dann plötzlich als Rauchfangkehrer vor der Tür steht. Erinnern an vergangene Zeiten - Dirty Dancing mit dem kohlschwarzen Homie, schönes Wortspiel. Vergangene Zeiten müssen aber gar nicht so lang her sein, es reicht auch das Jahr 2007, als Frida Hyvönen mit Au Revoir Simone in den USA unterwegs gewesen sei und die nachfolgende Band sehr schätzen gelernt habe, man möge doch bitte bleiben.


 

Kein Problem - von denen hatte ich mir sowieso sehr viel versprochen. Viele andere taten das ebenfalls, denn der Saal füllte sich deutlich und bald waren alle Sitzplätze besetzt. Die Umbauphase bescherte der Bühne eine auf drei Pulte reduzierte Möblierung, die dann bald von den drei Mädchen in Beschlag genommen wurden. Die im Hintergrund montierten Leinwände wurden (im Unterschied zu farbenfroheren Visuals bei den Künstlern zuvor) anfänglich hauptsächlich grau-weiß bestrahlt, das weiße Bühnenlicht tauchte die Bühne in eine etwas düstere Atmosphäre und dürfte ein schönes Fotomotiv abgegeben haben. Ich fand den Anblick der fünf Fotografen, die am Steinboden vor der Band im Halbkreis saßen, lagen und sich verrenkten, sehr unterhaltsam. Wie fünf Raubtiere, die potenzielle Beute belagern. Rein fotografische Beute natürlich...
Optisch ansehnlich, rissen mich Au Revoir Simone jedoch nicht völlig mit, das Konzert geriet deutlich beatlastiger als ich es von den CDs gewohnt war und generell regierte etwas mehr die hippe Coolness als die Spielfreude, schien mir. Trotzdem bleiben die Songs der Brooklyner Band ausgesprochen gut, treibend und ausgelassen zugleich, gehen leicht ins Ohr und die abwechselnd eingesetzten Stimmen sorgen irgendwie für den Eindruck, bei jedem Song eine neue Person entdecken zu können.
Relativ am Ende gabs dann ein Cover von Mazzy Star, war halt kein ausgefallenes, sondern Fade into You, eh klar. Das war eigentlich recht gut und damit, die leicht distanzierte oder entrückte Coolness des Songs zu transportieren, taten sich die New Yorker auch nicht allzu schwer. Generell finden sich zwischen diesen beiden Bands einige Parallelen bzw. gemeinsame Vorlieben, Mazzy Star sind halt im Endeffekt doch gitarrenlastiger. Und eigentlich gefiel mir dieses Cover fast am Besten am gesamten Konzert, denn das abschließend präsentierte Shadows, auf das ich mich sehr gefreut hatte, erfasste mich nicht völlig. Soundtechnisch war das Konzert gegen Ende hin dafür nach einigen Adaptierungen sehr überzeugend und auch nicht mehr ganz so dumpf und unausgewogen wie zu Beginn. 


 Nach einem kurzen Besuch im Flex, um jemand abzuholen und 10 Minuten CSS (been there, done that), ging es dann ins Fluc, wo eine Labelnight anstand und die heimischen Velojet ihr mittlerweile viertes Album, glaub ich, vorstellten. Die Location war relativ voll und die Sicht auf die Bühne daher für mich eher eingeschränkt, ich hatte die Band aber zwei Wochen zuvor schon in ihrer Heimatstadt bei einem bumvollen Konzert - Heimspiel nennt man sowas wohl - erlebt und daher auch eine ungefähre Ahnung, was sich da so abspielt. Die vier wagen mit dem neuen Album Panorama nämlich gewissermaßen einen Neuanfang, allerdings eher in vermarktungstechnischer Hinsicht, das Album erscheint nämlich auf einem neuen Label, ist in Finnland aufgenommen worden und besonderer Wert wurde diesmal auf Vinyl gelegt. Die Songs sind von gewohnt hoher handwerklicher Qualität. Mit ihrer Mischung aus Indie-Rock, leicht melancholischem Songwriting und eingängigen Vocals werden Velojet zwar vermutlich nicht reich und berühmt, aber das Herzblut und die Energie, die sie in Musik und Liveauftritte stecken, macht die Band höchst sympathisch. Mit einer guten Stunde Auftrittszeit zwischen dreiviertel elf und dreiviertel zwölf hatten sie auch einen der besten Slots des ganzen Festivals und aufgrund geografischer Lage des Fluc auch kaum Konkurrenz zu dieser Zeit.
Vor allem Sänger Réne nutzte diesen Umstand und feierte mit dem Publikum ein Freudenfest, animierte es zum Mitsingen, der Schweiß rannte ihm von der Stirn und so erging es auch dem Publikum. Neben neueren Songs wie Angeldust, Cold Hands und Away! Away!! kamen gegen Ende hin auch einige wenige Stücke älteren Datums hinzu. Irgendwann kam dann mein Lieblingssong vom neuen Album, The Sea is the Ocean is the Sea. Eine interessante Gleichung!

Mathematisch auf einen Nenner kam ich allerdings nicht mit der Vorliebe der Band, die schönen gelben Vinyls wie beim Diskuswurf durch den Raum zu schleudern und derart zu verschenken, wie sie es schon beim erwähnten Konzert in Steyr geschehen war. Ein bissi mehr Liebe, herst!
Zu Ende ging das Konzert dann mit dem Klassiker I follow my Heart, das zu einer etwa zehnminütigen Version ausgebaut wurde und zur Manifestation der Livequalitäten der Band geriet. Alles in allem ein sehr gelungenes Release-Konzert der Band, für mich auch gleichzeitig das letzte des Abends.

Leider hat mir einmal mehr die Arbeit einen Strich durch ein vollständiges Waves-Wochenende gemacht, das Erlebte hat aber einmal mehr von der ambitionierten Umsetzung des Festivals überzeugt. Schlicht großartig, was da jedes Jahr auf die Beine gestellt wird - und jährlich kommt etwas dazu. Für Musikdiskurs-Interessierte sei daher auch gleich die superb besetzte Konferenzschiene des Festivals herausgehoben, von Panels zum slowenischen Musikmarkt, Feedback-Sessions mit Musikexport-Chefs aus ganz Europa (und Island vor allem
) und Diskussionen zu Vermarktungsstrategien von Indielabels war da so ziemlich alles dabei. Sollte man sich alles im Hinterkopf behalten - es muss ja nicht jedes Jahr das Primavera sein! (Also eigentlich schon, aber das Waves kann man als ideale Ergänzung ja trotzdem dazunehmen!) Das nächste Waves kommt nämlich ganz bestimmt. Aber bis dahin fließt noch ein wenig Wasser die Donau hinunter... 

aus unserem Archiv:

- Frida Hyvönen, Fontenay-Sous-Bois, 18.12.12
- Frida Hyvönen, Rennes, 21.03.09
- Frida Hyvönen, Paris, 08.12.08
- Frida Hyvönen, Paris, 12.12.06
- Au Revoir Simone, Paris, 20.04.09
- Au Revoir Simone, Paris, 18.04.09
- Au Revoir Simone, Paris, 26.02.07
- Amatorski, Stuttgart, 04.10.13
- Amatorski, Frankfurt, 30.09.13
- Amatorski, Wiesbaden, 07.02.13 (Christoph)
- Amatorski, Wiesbaden, 07.02.13 (Gudrun)


Vielen Dank für die Fotos vor allem an Patrick!


Sonntag, 6. Oktober 2013

Waves Vienna Festival, Wien, 03.10.13

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Konzert: Waves Vienna Festival
Ort: Odeon, Wien
Datum: 03.10.2013
Dauer: Magic Arm 45 min, Frida Hyvönen 45 min, Au Revoir Simone 45 min
Zuschauer: anfangs 30, am Ende ca. 250

 

von Ursula von neulich als ich dachte 

Wenn man das Wiener Odeon betritt, erscheint es als ideale Konzertlocation: Ein prachtvoller Säulensaal schafft eine feierliche Atmosphäre, während bequem gepolsterte Zuschauerplätze auf einer kleinen Tribüne eine gute Sicht garantieren und schmerzende Füße vermeiden. Ganz automatisch richtet man seine volle Konzentration auf das Bühnengeschehen, und die Akustik stimmt auch. 

Am Eingang des Gebäudes steht etwas von "Börse", und tatsächlich handelt es sich um die ehemalige Rohstoffbörse, die im 2. Weltkrieg beschädigt wurde: Bis 1989 wurde das Gebäude überhaupt nicht genutzt, dann übernahm es die Theatergruppe Separations Ensemble und erweckte es zum Leben. Zum Glück, denn sämtliche Künstler, die wir gestern dort sahen, waren voll Lob für den schönen Auftrittsort. 


Der erste von ihnen, Magic Arm, wurde von einer aufgezeichneten, englischsprachigen Stimme feierlich angekündigt, und erschien dann als eine Art Anti-Höhepunkt: ein einzelner bärtiger Mann mit einem vollgepacktem Rucksack, als käme er gerade direkt vom Bahnhof. Auf der Bühne befanden sich bereits Gitarre, Keyboard und ein winziges Schlagzeug, in das auch ein Hartschalenkoffer eingebaut worden war. 

Die ersten Lieder, Is History, Daft Punk is playing at my house und You schuld know, trug der Künstler allein vor, wobei er sich beim letztgenannten auch selbst an der Mundharmonika begleitete. Er griff auch immer wieder auf die Loop-Technik zurück, um sich unterschiedlichen Instrumenten widmen zu können, während das vorherige quasi allein weiter spielte oder er mit sich selbst im Duett sang. 

Nach diesen drei Songs betrat ein weiterer junger Mann, der uns als Ben vorgestellt wurde, die Bühne, und nahm am Schlagzeug platz. Er begleitete den nächsten Song auf der Klarinette (Put your collar up), betätigte aber später ebenfalls das Schlagzeug, spielte Melodika (Six cold feet of ground) und pfiff (Tonight I walk Alone). 


Die beiden erzählten uns, dass sie am Vorabend in München in einer Art Werkstatt gespielt hätten, und das der Kontrast zum Odeon nicht hätte größer sein können. Außerdem sei man erst seit acht Tagen gemeinsam unterwegs. Die fehlende Routine erklärte vielleicht, dass der arme Ben nach drei Liedern die Bühne wieder verlassen musste, weil Mark das folgende Lied Warning Sign allein darbieten wollte. Dafür wurde Ben bei seiner darauf folgenden Rückkehr nochmals vorgestellt: "This is Ben, you've met him before"

Aber gerade die sich gelegentlich ändernde Konstellation auf der Bühne sowie der Einsatz unterschiedlicher Instrumente - zusätzlich zu den bereits genannten wurde die Gitarre auch mit Geigenbogen bedient - ließ den Auftritt und die Präsentation des Album Images Rolling kurzweilig wirken, die 45 Minuten gingen schnell vorbei. Der Saal hatte sich zwischenzeitlich gefüllt, statt ca. 30 Zuschauern am Anfang waren wir nun eher 60. 

Setlist Magic Arm, Waves Vienna: 

01: Is history 
02: Daft Punk is playing at my house 
03: You should know 
04: Put your collar up 
05: Six cold feet of ground 
06: Tonight I walk alone 
07: Warning sign 
08: Great Life 
09: Widths and Heights 
10: Rested Bones 

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit der Schwedin Frida Hyvönen. Diese kannte ich im Vorfeld überhaupt nicht, hatte aber im Programmheft gelesen, bei ihr sei alles - Lieder, Auftreten, Konversation- sehr "anders". Als die Künstlerin die Bühne in einer Art Elvis-Superhelden-Papageienkostüm betrat, dessen Schleppe von einer schwarzgekleideten Frau getragen wurde, begann ich zu verstehen, was der Programmheftautor gemeint haben könnte. 

Frida stellte uns ihre Kollegin als ihre beste Freundin Marlene vor und erklärte zusätzlich, dass sie normalerweise gerne erzähle, man aber heute nur 45 Minuten für den Auftritt habe und sie deshalb versuchen wolle, möglichst wenig zu sagen. Los ging es also mit dem ersten Song Djuna, bei dem sich Frida selbst am Flügel begleitete (was bei allen folgenden Liedern so bleiben sollte), wobei Marlen gelegentlich dazu trat und mitspielte. Anschließend begab sie sich auf die andere Bühnenseite, spielte dort Keyboard und sang häufig mit. 

Frida biss zwischen den einzelnen Liedern immer wieder von einem mitgebrachten Apfel ab - das hatte ich bei einem Konzert auch noch nie gesehen. Immerhin bekamen wir später das Angebot, ebenfalls abzubeißen, dem allerdings niemand nachkam. 

Trotz des selbst auferlegten Redeverbots bekamen wir einiges erzählt, so handelt das Lied Farmor von Fridas Großmutter, bei der sie als Kind viel Zeit verbrachte. Das darauf folgende Picking Apples erzählt, wie die Künstlerin am Haus der mittlerweile verstorbenen Großeltern vorbeifuhr und dort spontan die Apfelbäume aberntete - sollte der mitgebrachte Apfel etwa eine Anspielung auf diese Geschichten über ihre Familie sein? 


Auch für das Kostüm bekamen wir eine Erklärung: Frida hatte es sich in Russland designen lassen, als "a mix between the Pope and a rainbow". Da sie bei der Materialwahl auf Seide bestanden habe, sei das Endergebnis sehr teuer geworden, so dass sie nun quasi gezwungen sei, es für die gesamte Tournee zu tragen. 

Vielleicht wegen des doch nicht ganz vermeidbaren Redeflusses geriet die Künstlerin dann doch noch in Zeitnot: Während auf der Setliste bereits im Vorfeld drei Lieder durchgestrichen worden waren, musste sie auch das dort noch vermerkte Terribly Dark weglassen und beendete das Konzert mit Dirty Dancing, einem Song über die Wiederbegegnung mit ihrer Jugendliebe. 

Auch dieses Konzert erwies sich durch die Skurrilitätenkabinett des Auftritts, aber auch durch die Geschichtenlastigkeit der Lieder als ausgesprochen kurzweilig. Das Publikum war mittlerweile auf etwa 150 Personen angewachsen. 

Setlist Frida Hyvönen, Waves Vienna: 

01: Djuna! 
02: Birds 
03: Once I was a serene teenaged child 
04: I drive my friend 
05: Farmor 
06: Picking apples 
07: Saying Goodbye 
08: You never get me right 
09: Dirty Dancing 


Weiter ging es mit den Headlinern dieses Abends im Odeon, den New Yorkerinnen Au Revoir Simone. Aus irgendeinem Grund halfen nur Heather (schwarzhaarig) und Annie (brünett) beim Aufbau der Synthesizer - vielleicht fühlte sich Erica (blond) mit ihrer Entscheidung, im Gegensatz zu ihren dunkel-schick gewandeten Kolleginnen eine unförmige weiße Karottenhose zu tragen, doch nicht so wohl? Heather hatte mit auffälligen Haarreif, Minirock und kurzem T-Shirt bereits beim Auftritt von Frida Hyvönen vor uns gesessen, was uns aber erst klar wurde, als wir sie nun wieder sahen. 

Wenig später fanden sich alle drei Bandmitglieder hinter ihren Keyboards von Nord, Roland und Korg ein und begannen zu spielen. Aber so richtig wollte der Funke nicht auf mich überspringen, denn anders als ihre Vorgänger erwiesen sich Au Revoir Simone zunächst als nicht sonderlich unterhaltsam. Es gab nicht nur quasi keine Kommunikation mit dem Publikum, auch der Gesang fiel meist, insbesondere, wenn Heather involviert war, allzu leise aus. 

Am meisten Unterhaltung bot noch Annie, die nach wenigen Liedern ihre Pumps auszog und am mittleren Keyboard seltsame Verrenkungen veranstaltete. Nachdem Au Revoir Simone zunächst Songs ihres neuen Albums Move In Spectrums präsentiert hatten, kündigten sie einen Song einer ihrer Lieblingsbands aus den 90ern an: Bei der (leider auch nicht sonderlich gelungenen) Mazzy Star-Coverversion Fade into you teilten sich die drei Damen den Gesang, griff Annie zum Bass und lief spielend auf der Bühne hin und her. 

Ab der neuen Single Crazy wurde aber alles besser: Die Songs wurden stärker und Heathers Stimme hörbarer. Für die letzten drei Songs - auch Au Revoir Simone waren letztlich vom strikten 45-Minuten-Zeitlimit überrascht - könnte ich mit einem Mal verstehen, was die Leute (inzwischen mussten es weit mehr als 200 geworden sein) an der Band finden. Beim letzten Song Shadows griff zur Abwechslung Erica zum Bass. 

Anschließend hätte man im Foyer noch mit sämtlichen Künstlern des Abends sprechen können. Die Au Revoir Simone-Damen überraschten dabei, indem sie, die auf der Bühne so distanziert gewirkt hatten, nun mit großer Begeisterung und Freundlichkeit ihre (anscheinend ausschließlich männlichen) Fans begrüßten. 

Setlist Au Revoir Simone, Waves Vienna: 

01: Just like a tree 
02: Gravitron 
03: Only you can make you happy 
04: We both know 
05: Knight of wands 
06: Let the night win 
07: Fade into you (Mazzy Star Cover)
08: Crazy 
09: Somebody who 
10: Shadows 

Links:

- aus unserem Archiv:
- Frida Hyvönen, Fontenay-Sous-Bois, 18.12.12
- Frida Hyvönen, Rennes, 21.03.09
- Frida Hyvönen, Paris, 08.12.08
- Frida Hyvönen, Paris, 12.12.06
- Au Revoir Simone, Paris, 20.04.09
- Au Revoir Simone, Paris, 18.04.09
- Au Revoir Simone, Paris, 26.02.07

Fotos: Dirk von Platten vor Gericht
 



Dienstag, 9. Oktober 2012

Waves Vienna Tag eins, Wien, 04.10.12

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Waves Festival
Ort: verschiedene Locations am Donaukanal
Datum: 04.10.12
Zuschauer: viele und angenehme


Das Ende der Suche nach einem neuen Synonym für mörderdichtes Programm und dennoch entspannter Stimmung hat einen Namen: Waves Festival. Nach einem teilweise durchwachsenen Start letztes Jahr ist der erste Tag der heurigen Ausgabe hervorragend gelaufen. Viele Leute, gutes Wetter und prächtig gelaunte Bands haben dafür gesorgt, dass ich mich richtig ärgere, an den beiden anderen Tagen nicht dabei sein zu können.



Der - jedenfalls für mich - beste Tag der drei Festivaltage war jedoch die beste Entschädigung. Ein Eis in der Hand den Donaukanal entlang zum Clubschiff geschlendert, dort das Ticket eingetauscht, einen gratis Kaffee abgestaubt und solcherart endorphin- und koffeingeladen ab zum Brandwagen am Praterstern. Dort sollten Dust Covered Carpet spielen, eine hervorragende Wiener Truppe mit Hang zu hochmelodiösen Songwriting/Folk.
Der Brandwagen wiederum ist ein von einem Getränkehersteller umgebautes ehemaliges Feuerwehrfahrzeug, das zur mobilen Bühne wird. Und so konnten sich Passanten am belebten Platz des unerwarteten Anblicks einer Band auf einem Auto erfreuen, Schlagzeuger und Bassist nämlich sogar am Dach. Guitarstring marked fingerprints eröffnete das Set, etwa 100 Leute tummelten sich auf dem Gelände vor der ausgefallenen Bühne. Allerdings wurden es konstant mehr und auch die Besucher der "Wiener Wiesn" (über solche Festivitäten und deren Relevanz für Wien hüllen wir mal elegant den Mantel des Schweigens) bereicherten mit ihren Dirndl und ihrer Tracht den Anblick zumindest optisch.

Hautattraktion blieb jedoch weiterhin die Musik des Vierergespanns, die einen - ihrem Namen entsprechend - hübschen Klangteppich über dem Praterstern ausbreiteten, in dem die Hauptstimmte häufig wechselte. Cello, Gitarre, Trompete... es fehlte an nichts. Nicht an "Hits" wie Because gravity overpowers me, an Tanzeinlagen von Sänger Volker mit einer Kugellampe und an Zugaben auch nicht. Was aber keineswegs selbstverständlich war, denn "wir haben nur begrenzt Zeit, die Wiesn hat sich beschwert."
"Scheiß auf die Wiesn", stellte ein älterer Herr am Rand der Bühne, der sichtlich begeistert vom Set war, fest. Ein Kenner! Und ein vollkommen berechtigter Einwand.
Zwei Songs gingen sich dann für Dust Covered Carpet noch aus, die Ankündigung, spontan noch irgendwo (place to be announced) Merch zu verkaufen, hielt in weiterer Folge einen Security auf Trab: Eine durch einen fetten Spalt im Holz sehr mitgenommen wirkende Bierbank (vielleicht gar vom Nachbarfest?) wurde hastig mit Mineralwasser und einer Küchenrolle gesäubert und an den Rand des Zauns gestellt. Erster Gast an diesem Stand war dann ein Ex-Bandmitglied, das zu dem Auftritt gratulierte. Wahrlich ein sehr schöner Start ins Waves, vor allem die Kulisse war höchst stimmig: an einem belebten, bisweilen etwas verrufenen Ort aktuelle Kunst vor bunt durchgemischtem und interessierten Publikum zu bieten, das dürfte (neben einigen anderen Motiven) die Idee hinter dem Festival sein.

Eine zweite des Absicht des Waves: die Szenen der jeweiligen Gastländer zu präsentieren und dabei unbekannte Bands auftreten zu lassen. Also ab ins Café Dogenhof, ein - dem Äußeren nach - klassisches Wiener Kaffeehaus mit hoher Decke, Stuckverzierungen und Kristallluster, in dem die polnische Band Twilite auftrat. Zugeben, das Café ist eines von der Sorte, derer es in Wien wohl hunderte gibt. Eine Institution ist es wegen seiner Inhaberin, einer urigen alten Dame, die ehemals an einem Würstelstand bediente und bei der die im Gastronomiegeschäft vielzitierten goldenen Regeln "Wer zahlt, schafft an" und "Der Kunde ist König" keine Gültigkeit haben. "Der Dogenhof ist ein Ort autonomen Herrschens. Die Wirtin bricht keine Regeln, aber definiert sie."
Meine Bestellung (saisonbedingt: Sturm) wurde daher mit dem Klassiker "Hamma net" zurückgewiesen, drei weiße Spritzer in legendär schlecht ausgewaschenen Gläsern dienten als Ersatz. Man kann Frau Elenis Gastronomiepolitik lieben oder nicht (ich bin da hin und hergerissen), Style hat sie schon!
Dem Sänger von Twilite stieß jedenfalls sauer auf, dass die Gastgeberin während des Konzerts ununterbrochen herumkommandierte und die sowieso schon wenigen Gäste einer akustischen Multitaskingbelastung aussetzte. "Could somebody ask the lady to be quiet?"
Frau Eleni nahm es ihnen jedenfalls nicht übel, mäßigte ihre Lautstärke und ließ Twilite ihre Arbeit verrichten. Das Duo spielte netten, harmonischen Pop mit zwei Gitarren, der teilweise frappant an Kings of Convenience erinnerte und auch gut ins Ohr ging, ansonsten eher nicht so bleibende Erinnerungen hinterließ. Ich muss allerdings zugeben, dass meine Aufmerksamkeit stets zwischen Bühne und Schank hin- und herwechselte...
Als dann Frau Elenis Hund von seinen Dogsittern auch noch zurückkehrte, war es Zeit zu gehen: Soviel Legenden auf einem Haufen!

 

Abermaliger Standortwechsel jedenfalls: Dillon hatte sich für das Odeon Theater angesagt. Dieses alte Theater wird gelegentlich auch für Konzerte genutzt, wobei in der marmorbödigen Halle eine Tribüne errichtet wird. Die Kombination Dillon plus exquisites Ambiente lockte jedenfalls massig Leute an, viele mussten stehen. Im Dunkeln, da Dillon offensichtlich das Licht scheut (oder einfach nur Show machen wollte). Jedenfalls gabs zwar genug Nebel, jedoch nur vereinzelte Lichtkegel, was sich für Dillons Musik natürlich anbot. Düster und entrückt klingt ihr Sound, so gab sie sich auch. In der Mitte Ms. Dillon an Mikro und Keyboard, am Rand ein Mann an Synthies und sonstigen elektronischen Gerätschaften.
Schon der zweite Song war Thirteen thirtyfive, was durchaus die Wünsche des Publikums bediente. Recht unterhaltsam gab sich die Deutsch-Brasilianerin aber vorerst nicht, ein Fotografenfreund erzählte auch, dass sie recht zickig bei den Vorgaben für die Fotos gewesen sei.
Gegen Ende des Konzerts aber kam jedenfalls Tip Tapping und Dillon startete einen kollektiven Gesang, ermunterte das anfangs vorsichtige Publikum und schaffte es schließlich, einen sehr schönen Wechselgesang zwischen Männern und Frauen zu installieren.
Ohne größere Vorankündigung verschwand das Duo dann aber und konnte erst durch wirklich vehemente Comeback-Forderungen der Zuhörerschaft auf die Bühne zurück gebracht werden.
So toll das Konzert in manchen Momenten auch war, so bemüht wirkte es teilweise auch. Ganz konnte ich der gefeierten Dillon ihre Düsterheit nicht abkaufen. Aber eh egal, sehr gut war das Konzert allemal und vor allem ein großes Erlebnis, das sich von "normalen" Konzerten deutlich abhob.

Es folgte der obligatorische Marsch zu einer neuen Location, diesmal dem Flex. Ich hatte mich schon ziemlich auf Wedding Present gefreut, die gleichzeitig spielenden Tu Fawning hatte ich glücklicherweise bereits gesehen, im Flex angekommen tat sich aber erst mal eine Viertelstunde nichts, bis die Band leicht verspätet auf die Bühne kam.
Viel los war nicht im Flex, 200 Leute vielleicht, die die alten Herren sehen wollten. Wesentlich mehr dürften sich am Fm4 Riverboat getummelt haben, wo Tu Fawning gerade spielten. Zuvor getätigte Äußerungen eines Freundes, Wedding Present live seien etwas fad, muss ich hiermit leider bestätigen. Zwar war das Konzert relativ laut (gut so!) und die Band durchaus gewillt, die Leute für sich zu gewinnen, am Ende wollte der Funken dann aber doch nicht so recht überspringen. Ein bisschen schade.

Die letzten zwei Songs von Tu Fawning gingen sich dann noch aus, gestärkt durch Kaffee des höchst spendablen Waves-Teams und die euphorischen Kurzrezensionen der Konzertbesucher. Schon das Konzert im Mai war sehr toll gewesen, nunmehr dürften Tu Fawning aber eine richtig große Nummer in Wien geworden sein. Schöne Sache!

Der Kreis schloss sich, es ging zurück an den Praterstern: Letze Station für diesen Abend war das Fluc. Ghostpoet durfte man da bewundern, was durchaus das Gedrängel wert war.
Fast faszinierender aber war es, vor dem Fluc zu stehen und den Gesprächen der Ansammlung der Menschen dort zu lauschen: von Bands, Leuten aus dem Musikbusiness, guten Freunden und Wiesn-Besuchern war da alles dabei, es brachte den Charakter des Waves perfekt auf den Punkt: Ein urbanes Festival mit allerlei hochinteressanten, unbekannten, aufstrebenden Band, mit dem intellektuellen Diskurs der Musikkonferenz und doch ein wenig mit Dorffestcharakter, wo man von der Bierbar zum Grill spazieren kann und überall auf bekannte Gesichter trifft. So gut die Bands an diesem Tag auch waren - das Beste am Waves ist die Atmosphäre, das fröhliche Treiben am Donaukanal, das Hin- und Her-Schlendern zwischen den einzelnen Locations und der von Festivalteam, Künstlern und Publikum gelebte Anspruch, neue Horizonte zu erreichen. Man kann eigentlich nicht froh genug darüber sein, dass Wien endlich ein Clubfestival dieses Formats hat. Und nicht nur die, die großen Durst an den Tag gelegt hatten, spürten am nächsten Tag noch den ambitionierten Wellengang des Waves... Waves ahoi!


aus unserem Archiv: 
- The Wedding Present, Köln, 23.09.12
- The Wedding Present, Barcelona, 30.05.12 (Seamonsters)
- The Wedding Present, Köln, 15.10.10 (Bizarro)
- The Wedding Present, Köln, 15.11.07 (George Best)
- The Wedding Present, Paris, 02.11.07 (George Best)

- Dillon, Dortmund, 28.07.12
- Dillon, Paris, 24.03.12
- Dillon, Paris, 19.11.11
- Dillon, Wien, 29.03.10
- Dillon, Köln, 04.03.10
- Dillon, Köln, 17.05.08

Dank für die Fotos an:
Nr. 1: Richard Taylor
Nr. 2: Patrick Münnich
Nr. 3: Richard Taylor

 

Konzerttagebuch © 2010

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